best YET 2012: Alles Käse in Oslo

Am Donnerstag ist in Oslo der Nachwuchswettbewerb best YET gestartet. Binnen der nächsten 24 Stunden haben die jungen Kreativen – darunter auch vier Schweizer – Zeit, einen Entwurf für eine Zeitungskampagne anzufertigen.

Nach Werbung für belgisches Bier in Leuven (2010) und Inseraten für Krawatten in der kroatischen Stadt Zadar (2011) heisst es im Gastgeberland Norwegen, wo dieses Jahr der best YET stattfindet, die Leser auf den Geschmack von Jarlsberg zu bringen – ein norwegischer Käse gelocht wie der Emmentaler und mit einem Geheimrezept, das die Norweger so gut hüten wie die Appenzeller.

Am Freitagnachmittag müssen die Teams ihre Ideen auf Englisch der internationalen Kreativjury und den Medienvertretern präsentieren. Gekürt werden die Gewinner am Freitagabend bei einem gemeinsamen Dinner. Sie erhalten nicht nur den Titel «best Young European Team», sondern dürfen auch zwei Tickets fürs internationale Werbefestival in Cannes mit nach Hause nehmen, das Mitte Juni in der südfranzösischen Hafenstadt über die Bühne geht.

Die Teilnehmer
Am diesjährigen best YET nehmen aus zehn europäischen Ländern je zwei Teams teil, die zuvor in ländereigenen Kreativwettbewerben ausgewählt wurden. Für die Schweiz starten die Gewinner von «Das kann nur ein Inserat» vom Verband Schweizer Medien: Gaël Tran und David Moret (Euro RSCG Genève) sowie Silvio Seiler (Silvio Seiler Graphik und Design), der durch Othmar Küng, Managing Director Pixeldisko, Unterstützung erhält.

Eine Liste mit allen Teilnehmern finden Sie hier.

bestyet1
 
Nach dem Briefing, vor der Arbeit. Die beiden Schweizer Teams (v.l.n.r): Gaël Tran und David Moret (Euro RSCG Genève) sowie Othmar Küng (Pixeldisko) und Silvio Seiler (Silvio Seiler Graphik und Design).

Die Jury
Aus jedem Teilnehmerland ist auch ein Jurymitglied nach Oslo gereist. Für die Schweiz ist es Andreas Prokesch, der seit vielen Jahren zum Wettbewerb gehört und bei «Das kann nur ein Inserat» als Jurypräsident die Arbeiten bewertete.

Eine Liste mit allen Jurymitgliedern finden Sie hier.

Die Werbewoche ist den Schweizer Kreativen in den Norden gefolgt und informiert online sowie auf Twitter über die Ereignisse und den Ausgang des Wettbewerbs. 
 

Isabel Imper

«Das kann nur ein Inserat»: Die Gewinnersujets sind bekannt

Alles andere als klassisch

Viral-Kampagnen, Word-of-Mouth-Marketing, Social Media und Seeding. Bei den Webguerillas bestimmen alternative Werbeformen den Agenturalltag.

Telefonjunkies, die über 40 Stunden am Hörer hängen – das ist kein neuer Versuch, ins «Guinnessbuch der Rekorde» zu kommen, sondern alternative Werbung. Der Wettbewerb des Telecomanbieters T-Mobile, an dem die Teilnehmer mit Aussicht auf einen Gewinn von 10'000 Euro so lange telefonieren, bis sie vom Hocker fallen, wird gross inszeniert und gewinnt dank PR-Arbeit mediale Aufmerksamkeit. Zahlreiche Blogs greifen den Contest auf und auch dem Lifestyle-Magazin «Taff» von Pro Sieben sowie Spiegel online ist der Telefonmarathon einen Beitrag wert. Werbung für T-Mobile. Ausgedacht hat sich die Aktion die Münchner Agentur Webguerillas, die sich auf alternative Werbeformen spezialisiert hat. Seit Herbst 2011 sind die Guerilleros mit einer Zürcher Niederlassung auch in der Schweiz präsent und wollen von hier aus das Zielpublikum mit unkonventionellen Ideen überraschen. Unter der Leitung von Geschäftsführer Philippe Stuker entstehen am Stauffacherplatz Konzepte unter anderem für Guerilla-, Word-of-Mouthund Mobile-Marketing sowie Social-Media-Aktivitäten. Zu Ostern animierte die Agentur in einer Online-Kampagne für die Migros zum virtuellen «Eiertütschen», für Mammut rief sie zur Gipfelbestürmung auf und für Cardinal lancierte sie die Marken Cardinal Draft und Blond über eine Social-Media- Strategie mit Facebook-Page, der App «Flaschendrehspiel » und neuer Website.

Mit der Zielgruppe zum Kampagnenerfolg

Ausgangspunkt für Werbeprojekte bildet bei Webguerillas zumeist das Media-Monitoring. Durch die Beobachtung von Online- und Social-Media- Umfeldern wie Blogs, Foren und Communitys klärt die Agentur ab, wie und wo über Marken und Produkte kommuniziert wird und wer die Multiplikatoren sind. Anhand vordefinierter Stichwörter – zum Beispiel Produktnamen oder Kernwerte einer Marke – wird das Internet durchforstet. Aufbauend auf den Analyseergebnissen bestimmt das Team anschliessend die Werbestrategie: welche Zielgruppe angesprochen und wie beziehungsweise über welche Kanäle kommuniziert wird.

Bei Viral-Kampagnen oder Empfehlungsmarketing werden per Monitoring auch die Multiplikatoren beziehungsweise Seeder ausgewählt, über die die Kampagne ins Rollen kommt. Die Seeder werden von der Agentur direkt kontaktiert und verbreiten anschliessend die Werbebotschaft, indem sie über ein Produkt, ein Unternehmen oder einen Spot bloggen, ein Video verbreiten, Nachrichten auf Facebook posten oder auf Internetseiten ihre Kommentare abgeben.

Kein unumstrittenes Vorgehen, schliesslich platzieren Seeder Werbebotschaften, geben sich dennoch als normale Nutzer aus. Im Einbezug der Zielgruppe als Werbeträger sieht Stuker kein Problem. Seeder würden weder bezahlt, noch werde ihnen vorgeschrieben, was sie kommunizieren sollten. Sie erhielten lediglich das Produkt oder eine Dienstleistung und kommunizierten im Gegenzug darüber. Es gehe darum, authentische Aussagen über Produkte oder Marken zu erhalten. «Alternative Werbung ist ehrlich. Wie das Zielpublikum redet und worüber, das können wir zum Teil nicht beeinflussen.» Echte Antworten zu erhalten bedeutet aber gleichzeitig, dass Kunden auch mit negativen Reaktionen oder Kommentaren rechnen müssen. Während Unternehmen von einzelnen negativen Rückmeldungen profitieren – zum Beispiel wenn sie auf Schwachstellen ihres Produktes hingewiesen werden –, dürfte die Angst vor einem Shitstorm manchem Marketingverantwortlichen schlaflose Nächte bereiten. Eine Pauschallösung hält Stuker nicht bereit, beruhigt aber: Durch sorgfältige Auswahl der Seeder und einem proaktiven Krisenplan werde die Gefahr negativer Publizität gering gehalten. Und wenn doch etwas Negatives auftauche, könne man darauf reagieren. Entscheidend sei, wie man mit allfälliger Kritik umgehe und was man daraus mache, so Stuker. Sind Seeder gut ausgewählt und das Konzept der Kampagne durchdacht, kann alternative Werbung ihre Wirkung entfalten. Dies gelang den Webguerillas beispielsweise bei der Viral-Kampagne für die Automarke Mini. Ein Spot wurde konzipiert, indem sich ein waghalsiger Kerl in extreme Höhe katapultieren lässt. Die Frage zum Schluss «Not extreme enough?» macht den Link zu Mini und fordert mit «Try this!» dazu auf, die neue Rennversion des Herstellers zu testen. Der per Seeding über diverse Videoportale verbreitete Spot erreichte nach wenigen Tagen mehr als 500 000 Views, nach knapp zwei Monaten über eine Million Aufrufe und sicherte der Agentur ausserdem Auszeichnungen beim Eurobest und an den New York Festivals. Eine Garantie, dass eine Kommunikationslawine wie in diesem Beispiel ausgelöst wird, gibt es für Kunden zwar nicht. Da die Multiplikatoren ausgewählt werden und die Viral- Kampagnen zusätzlich durch Bannerformate und Displaywerbung gepusht werden, sei die Erfolgswahrscheinlichkeit allerdings sehr hoch, so Stuker.

Brachliegendes Potenzial

Trotz solcher Kampagnenerfolge wird alternative Werbung von vielen Unternehmen noch zögerlich eingesetzt. Sie macht derzeit in der Schweiz lediglich 5 Prozent der Werbeetats aus (GfK-Studie: 2011). «Die Schweiz hinkt etwas hinterher. In Deutschland fliessen beinahe 15 Prozent in die alternativen Werbeformen », so Stuker. Er ist überzeugt, dass die neuen Werbeformen zunehmend Beachtung finden. «Ich denke, in einem Jahr reden wir nicht mehr über 5, sondern über mindestens 10 Prozent.» Durch die klare Zielgruppenansprache und den Dialog mit den Kunden seien alternative Werbeformen eine gute Ergänzung zur klassischen Werbung. «Wenn man sieht, wie viele auf den Onlinemedien anzutreffen sind, ist das ein Kanal, den man nicht aussen vorlassen darf», so der Betriebswirt. Über mangelnde Nachfrage können sich die Webguerillas jedenfalls nicht beklagen. Seit dem Start letzten Oktober konnte die Agentur auf 23 Mitarbeitende aufstocken, was einer Verdreifachung entspricht. Isabel Imper

Unbenannt-4_9
 

WS Kommunikation: Zweite Runde Manor Grill Competition

Die Manor Grill-Kampagne geht in die 2. Runde. Mit einer von WS Kommunikation konzipierten und gestalteten Facebook-Applikation ruft Manor zum Wettbewerb auf.

Ist grillieren reine Männersache oder stehen die Frauen am Grill ihren Mann? Mit einem Grillbild und einer Begründung, warum man besser grilliert als das andere Geschlecht, kann teilgenommen werden. Der Wettbewerb dauert bis Ende Mai, die 10 Fotos mit den meisten Stimmen könne Preise gewinnen.

Der Wettbewerb wird in den Warenhäusern (Prospekt und Plakate) und auf Facebook beworben. Verantwortlich für die Programmierung ist Webgearing.

 

World Media Festival 2012: Intermedia-Globe Awards

Einige Schweizer Agenturen konnten am diesjährigen World Media Festival einen Intermedia Globe Award entgegennehmen. Den Grand Prix hat Element P gewonnen, mit «Die eine Sekunde» der Kantonspolizei Zürich.

Die Filmagentur konnte für denselben Film ausserdem einen Intermedia-Globe Grand Award in der Kategorie Public Relations entgegennehmen. Drei weitere Schweizer Agenturen  wurden an den Intermedia-Globe Awards mit Gold ausgezeichnet: Inhalt&Form erhielt einen Goldaward für das Unternehmermagazin Global Investor 2.2011 der Credit Suiss, in der Kategorie Corporate Print. In der Kategorie Public Relations gingen die Gold Awards an Seed Audio-Visuals Communication für Eeine Ode an die Nähe» der Zürcher Kantonalbank. Der zweite Gold-Award in der Kategorie Public Relations ging an Element P für «Die eine Sekunde» der Kantonspolizei Zürich. Mit einem weiteren Gold Award wurde Inhalt&Form in der Kategorie Web geehrt, für die Wissensplattform Global Investor von Credit Suisse.

Ein Silber Award erhielt die Agentur Inhalt&Form in der Kategorie Corporate Print, für Bulletin Holz 4/2011 der Credit Suisse, mit dem Servicepartner Swisspinters Zürich. Die Schweizer Agentur IP Media wurde gleich mit dreimal Silber ausgezeichent: In der Kategorie Web für Internettv.ch, und in der Kategorie Web TV für Airporttv.ch des Flughafen Zürich sowie für Arosatv.ch von Arosa Tourismus.

 

Der Motz von Butz: Die Swisscom hat eine Werbekrankheit

Kaum ist die Seifenblase Herz-und-Schmalz-Kampagne von Swisscom (siehe Motz vom 7.10.2011) mit viel Trara erschienen, hat sie sich für eine neue Heimat entschieden.

Um was es hier geht: Die Swisscom, einer der grössten Werbeauftraggeber der Schweiz, weiss nicht, was sie darstellen will. Keine Positionierung, keine Werbeidee, nur Trial und Error ist die Devise. Unser Geld wird einfach aus dem Fenster geworfen. Die Swisscom hat nämlich wieder mal zu einer Werberunde aufgerufen, und sie hat sich jetzt auch für eine neue Agentur entschieden: Heimat Berlin. Die werden jetzt die Werbung neu erfinden. Ein Faustschlag ins Gesicht der Schweizer Werbeszene, wie wenn der Dr. Spillmann, Dr. Bodin, Dr. Ruf, Dr. von Matt, Dr. Collioud oder ich nicht herausgefunden hätten, wo die Swisscom kränkelt und was für eine Rezeptur man ihr verschreiben müsste.

Meine Werbetheorie: Zuerst sollte man herausfinden, woran es liegt, dass die Swisscom ein Imageproblem hat. Hat sie eine bakterielle oder virale Krankheit oder ist es ein Krebs? Auf Grund dieses Befunds müssen eine Behandlungsmethode oder eine Werbestrategie und ein präzises Briefing erstellt werden.

Die Werbedoktoren sollen dann daraus das wirksamste Medikament gegen diesen Befund herausfinden. Also eine langfristige, kreative Umsetzung finden, die den Heilungsprozess nach und nach vorantreibt. Der entscheidendste Teil für eine Gesundung ist die Kontinuität. Als Werbedoktor würde ich diese Medizin für mindestens zehn Jahre verschreiben. Die Swisscom hat sich viel zu oft in den letzten Jahren einem Facelifting unterzogen. Aus der Praxis wissen wir, dass dies nicht immer vorteilhaft herausgekommen ist. Man sieht ja, wie misslungen das neue Swisscom-Logo daher kommt. Aber eben: Zuerst wird operiert, und nachher muss nachkorrigiert werden.

Die neue, vor sieben Monaten lancierte und von den Swisscom-Verantwortlichen als die optimale Werbelösung in den Himmel gelobte Kampagne hat sich also als die falsche Behandlungsmethode entpuppt. Jetzt hat sich die Werbeagentur Heimat aus Berlin um den Patienten Swisscom gekümmert und auch den Etat in ihr Sanatorium geholt. Die Heimat ist keine schlechte Agentur. Ob die Swisscom sich von der schrägen Hornbach-Kampagne hat inspirieren lassen? Wir werden ja sehen, aber nicht hoffen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Problem Swisscom mit Werbung zu heilen ist. Da verärgert die Swisscom die Schweizer Hotellerie und verhindert als Bremsklotz das kostenlose Surfen in den Hotels. Schlecht für den Tourismus. Auf der andern Seite senkt sie die im Ausland anfallenden Surf- und Telefongebühren von 80 auf 75 Rappen/Min. Von europäischen Anbietern wie Vodafone oder Telecom sind Surfangebote bis zu viermal günstiger. Ich wünsche auf jeden Fall gute Besserung. Mein Aufsteller der Woche ist der FCB, der trotz Meistertitel munter und erfolgreich weiter schuttet.

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Unbenannt-2_6
 

Mit Cruiser und Bella ab durch die Mitte!

Mit einem unterhaltsamen Animationsfilm macht die Suva aufmerksam auf sicheres Fahrverhalten im Kreisel. Federführend beim Projekt war Seed Audio-Visual Communications, realisiert wurde der Film von Boutiq.

Was viele nicht wissen: Velos sollen im einspurigen Kreisel in der Fahrbahnmitte fahren! Das will nun die Suva in einem neuen Animationsfilm einer breiten Bevölkerung besser bekannt machen.

http://www.youtube.com/watch?v=gj9sAEXR01E

Cruiser und Bella sind die Hauptdarsteller im Abenteuerstreifen «Ab durch die Mitte!». Seit rund zehn Jahren stellte die Suva in ihren Velo-Kampagnen jeweils das Helmtragen in den Vordergrund. Die Botschaft ist gut rübergekommen. Die Tragquoten dürfen die Verkehrsexperten inzwischen zufriedenstellen. Dabei ist der Helm bei Kids und auch Sportlern sogar zunehmend zu einem modischen «Must» geworden.

Es schlummern aber auch noch andere Gefahren im Strassenverkehr. Um diese zu kommunizieren, haben Seed Audio-Visual Communications und die Suva nun zwei Figuren entwickelt. Mit Cruiser und Bella könnten inskünftig verschiedene Verkehrsregeln in pädagogisch ansprechender Form zur Aufklärung eingesetzt werden, wie Felix Courvoisier bei Seed erklärt. In einer Art Pilotfilm wird das sichere Kreiselfahren zum Thema gemacht. Hier gilt die Regel, dass Velos im einspurigen Kreisel in der Fahr bahnmitte fahren dürfen. Heute ist diese Regel den meisten Velo- und Autofahrern nicht bekannt. Viele Velofahrer fahren daher am rechten Rand des Kreisels. Sie bringen sich damit selbst in Gefahr, weil sie von Autofahrern leicht übersehen werden.

Rollentausch in einer verkehrten Welt

Cruiser ist ein Velo mit wehender Haartolle, etwas selbstverliebt, aber mit viel Charme. Bella ist ein süsses kleines Auto, keine Frühaufsteherin zwar, aber wenn sie mal auf der Strasse ist, lässt sie sich gerne auf ein Abenteuer ein. Zum Beispiel mit Cruiser. Und: In der Welt von Cruiser und Bella ist alles verkehrt, denn da sind die Velos die Grossen und die Autos die Kleinen.

In «Ab durch die Mitte!» muss Cruiser miterleben, wie Bella im Kreisel einen schweren Unfall erleidet. Zum Glück ist sie schnell wieder geflickt. Doch als sie wieder auf einen Kreisel zufährt, bekommt sie es mit der Angst zu tun. Cruiser aber findet die Lösung: vor dem Kreisel einspuren und dann ab durch die Mitte!

Der Film, in der Machart vergleichbar mit grossen internationalen Animationsfilmen, wurde von einem hoch ambitionierten Team in der Schweiz realisiert – was für den Auftraggeber Suva als eine Bedingung gestellt wurde. Die Federführung oblag Seed Audio-Visual Communications in Zürich, realisiert wurde der Film von den Animationsspezialisten von Boutiq unter der Regie von Mike Huber. Die Suva zeigt den herzerwärmenden Animationsfilm im Internet. Dort soll er möglichst viele Klicks generieren – wenn die Abenteuer mit dem Duo Cruiser und Bella eine Fortsetzung finden sollen. Eine Trailerversion läuft zudem diesen Sommer in ausgewählten Open-Air-Kinos. Andreas Panzeri

Unbenannt-3_8

 

Streuplan: Friede, Freude, Eier-Ravioli

Die  Zürcher BTL-Agentur Streuplan hat eine nationale POS-Kampagne unter dem Motto «Friede, Freude, Eier-Ravioli» realisiert. Die Kampagne wird über Topschilder, On Pack-Leporellos und Online kommuniziert.

Der Teilnahmemechanismus ist mehrstufig und erfolgt über ein von Streuplan entwickeltes SMS-to-Email-Tool. Durch einsenden eines SMS mit «Hero» und der Mailadresse nimmt man automatisch an der Hauptverlosung um ein Ferienkonto im Wert von 10'000 Franken teil. Unmittelbar nach Versand der SMS erhält man ein E-Mail, welches zu einem zusätzlichen Monatswettbewerb auf der Homepage verweist. Dort muss man herausfinden, wo sich die Hero Ravioli-Dose auf ihrer Tour durch die Schweiz gerade befindet. Verlost werden saisonale Sachpreise. Das Newsletter-Abonnement zum Monatswettbewerb soll als verkaufsfördernder Reminder dienen.

Streuplan ist seit 2010 verantwortliche Kommunikationsagentur von Hero und realisierte im letzten Jahr die Jubiläumskampagne zum 125. Geburtstag sowie die neue Homepage.

Verantwortlich bei Hero: Christian Schenk (Business Unit Leiter Consumer), Flavio Pellegrini (Product Manager). Verantwortlich bei Streuplan: Thomas Back (Gesamtverantwortung), Marco Schlatter (Beratung), Caroline Schmid (AD), Stefanie Fink (AD), Dalibor Tihi (Web-Entwicklung).

 

Worthülsen und echte Werte

Talente finden, die zur Marke passen: Die Managementberatung Brand Trust präsentiert die erste Studie zu den Wertetreibern und Zukunftsperspektiven des strategischen Employer-Branding.

WW: Das Titelbild Ihrer Employer-Branding-Studie «Talente finden, die zur Marke passen» ziert ein tätowierter Rücken. Weshalb dieses Motiv?
Christian Wichmann: Die einen Betrachter finden Tattoos abstossend, die anderen schön, ästhetisch und erkennen es als spezielles, individuelles Merkmal. Kurz: Tattoos polarisieren. Und genau darum geht es auch beim Employer-Branding: für passende Talente überaus attraktiv zu sein, unpassende Kandidaten von einer Bewerbung abzuhalten.

Employer-Branding heisst also anziehen und abschrecken zugleich?
Genau. Es geht um die strategische Positionierung der Unternehmensmarke im Arbeitsmarkt, um die passenden Mitarbeitenden für das Unternehmen zu finden. Das Ziel des Employer-Brandings ist es, ehrlich und authentisch aufzuzeigen, was den Arbeitgeber spürbar von anderen Unternehmen unterscheidet. Personalmarketing, das oft fälschlicherweise mit Employer-Branding gleichgesetzt wird, ist dabei die operative Umsetzung der Arbeitgeberpositionierung.

Was macht erfolgreiches Employer-Branding aus?
Es gibt einen Attraktivitätsunterschied zwischen Unternehmen, die ein klares Markenbewusstsein haben und dieses über Employer-Branding ausdrücken, und jenen, die ihren Bewerbern nur austauschbare Oberfläche bieten. Heute hat ein Grossteil der Unternehmen Werte wie «Offenheit», «Transparenz », «Bereitschaft zur Weiterbildung» oder «Teamfähigkeit » für sich definiert. Das sind jedoch Primärtugenden, keine Unternehmenswerte oder Differenzierungsmerkmale.

Welche Faktoren sind bei der Arbeitgeberpositionierung entscheidend?
Als Erstes muss ein Unternehmen sich darüber klar werden, wer es ist und was es wirklich will. Mit einem unscharfen Profil hat es ein Unternehmen viel schwerer bei der Personalsuche. Ein Beispiel: In aktuellen Stellenanzeigen steht überall, man suche «belastbare und teamfähige» Mitarbeiter. Für welchen Job müssen Sie nicht belastbar und teamfähig sein? Die Folge: Es kommt eine Flut von austauschbaren Bewerbungen. Das heisst: Erst wenn ein Unternehmen weiss, was es besonders gut kann und wofür es steht, kann es dies auch spezifisch und eindeutig kommunizieren – bereits in einer Stellenanzeige.

Wie kann ein Unternehmen seine Werte sonst noch wirksam gegen aussen tragen?
An jedem Glied der HR-Prozesskette. Angefangen beim Personalmarketing über die Rekrutierung, Onboarding, Talententwicklung bis hin zur Entlassung oder Alumni-Netzwerken. An jedem HR-Markenkontaktpunkt muss spürbar werden, wofür der Arbeitgeber steht und welche Werte er vertritt. Inhaltslose Werbekampagnen, plumpe Social-Media- Plattformen und pure Image-Kommunikation führen nicht zu einer starken und dauerhaften Arbeitgeberpositionierung.

Wie erkennt ein Unternehmen, ob ein Bewerber passt?
Werte sind der geeignetste Gradmesser: Es kommt darauf an, ob die persönlichen Werte mit denen des Unternehmens übereinstimmen – und nicht in erster Linie auf die fachliche Qualifikation. Denn an der Leistungssteigerung eines Mitarbeiters kann gearbeitet werden, beispielsweise durch Schulungen. Bei mangelndem Engagement für die Marke und ihren Werten hingegen hilft keine Nachhilfe. Umgekehrt achtet auch die Mehrzahl der Arbeitnehmer bei ihrer Wahl des Arbeitgebers als Erstes darauf, ob die persönlichen Werte und Einstellungen zu denen des Unternehmens passen; dann werden die fachlichen Qualifikationen mit den Anforderungen der Position verglichen.

Wie weit sind Schweizer Unternehmen bei der Herausarbeitung und Kommunikation ihrer Werte?
Schweizer Firmen sind stark bemüht, zuerst an ihren Leistungen als Arbeitgeber zu arbeiten und diese differenzierend zum Wettbewerb darzustellen, anstatt Kommunikationsblasen steigen zu lassen. Swiss Life, Credit Suisse oder Nestlé machen mit starken Markenkernwerten auf sich aufmerksam. Letztere zum Beispiel bietet zunehmend diverse Leistungen, Produkte und Marken und muss diese Vielfalt managen. Aus dieser «Not» macht Nestlé eine Tugend und nutzt den Wert «Vielfalt» bewusst für ihre Arbeitgeberpositionierung. Das zeigt sich im Diversity- Management etwa mit Initiativen für Frauen in Führungspositionen sowie in den verschiedenen Marken, Produkten, Ländern und Menschen, die über den Erdball zerstreut für den grössten Lebensmittelhersteller der Welt gemeinsam arbeiten.

Haben bekannte Unternehmen die besseren Chancen, passende Mitarbeitende anzuziehen?
Nein, die Arbeitgeber-Attraktivität wird heute viel zu stark an der Markenbekanntheit festgemacht. In unserer Studie landete die Bekanntheit bei der Frage nach den wichtigsten Kriterien für ein Unternehmen auf dem vorletzten Platz, auf Rang 28. Für Bewerber ist ein gutes Arbeitsklima, angemessenes Gehalt, Sicherheit, Wertschätzung und Anerkennung von Bedeutung. Es geht eben um wahrhafte Arbeitgeberqualität und -attraktivität. Und das können eben auch KMU sein, die zwar kein grosses Marketingbudget haben, aber dafür attraktive Angebots- und Unterstützungsleistungen für ihre Mitarbeitenden anbieten – von der Kinderkrippe bis zum Homeoffice.

Weshalb muss nach Ihrer Ansicht Employer-Branding in Zukunft stärker gewichtet werden?
Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Fehlende Nachwuchskräfte und ein starker Fachkräftemangel sind bei 60 Prozent der Befragten schon heute spürbar. Das macht den Bedarf nach Arbeitskräften, vom CEO bis zum Pförtner, so essenziell. Hinzu kommt mangelnde Mitarbeiterbindung oder der Abfluss von Wissen, indem qualifizierte Mitarbeitende das Land verlassen. Es muss also nicht nur um das Gewinnen, sondern ebenfalls um das Binden von Mitarbeitern gehen. Und: In einer Dienstleistungsgesellschaft, in der einen Grossteil der Wertschöpfung nicht mehr Maschinen oder einfache Arbeiter erbringen, wird die Arbeitgebermarke zu einem der stärksten Erfolgstreiber. Wer die besten Fachkräfte anzieht und an sich bindet, macht das Geschäft. Interview: Andreas Panzeri

Unbenannt-5_9
 

Werbeanstalt: Sanfte Werbung für Weleda

Die Werbeanstalt hat für Weleda eine Kampagne gestaltet, die deren Arzneimittel Combudoron bewirbt. Dabei soll der sanfte Charakter der ganzheitlichen Medizin unterstrichen werden.

Um die Natürlichkeit des Produkts zu visualisieren, setzte die Werbeanstalt auf eine ruhige, stimmungsvolle Bildsprache. Inmitten der im Produkt enthaltenen Heilpflanzen entwächst das Produkt symbolisch einer Handvoll Erde. Das Key Visual wird eingesetzt auf F200-Plakaten, Roll-ups am POS, Tramhängern, Anzeigen, einer Promotion Card sowie auf Tragtaschen. Ein Online-Wettbewerb im Internet rundet die klassischen Werbemassnahmen ab.

Verantwortlich bei Weleda, Arlesheim: Andrea Meyer (Group Brand Manager Pharma), Franziska Niedermann (Brand Manager Pharma). Verantwortlich Werbeanstalt, Schweiz: Reto Dürrenberger (Strategie), Sarah Hiltebrand (CD), Michel Bozikovic (Text/Konzept), Karin Beerli, Daniele Pucci 8 Art Direction), Reto Dürrenberger, Martin Wyss (Beratung), Andi Laub (DTP), Rohner Retouche (Bildbearbeitung).

 

IDG übergibt Vermarktung von Digitalliving.ch an Adextra

Die Schweizer Plattformen im Bereich Unterhaltungselektronik, Digitalliving.ch, übergibt per sofort alle Vermarktungsaktivitäten für Online-Werbung an Adextra. Das Werbeangebot beinhaltet klassische Display-Werbemittel und integrierte Promotionsflächen.

Zum Adextra-Portfolio gehören bereits die Webseiten Sbb.ch, Homegate.ch, Nationalleague.ch, Car4you.ch, Ttraildevils.ch, Swissfriends.ch, Jobwinner.ch, Jobup.ch und Piazza.ch.

 

Beim Nachbarn ist der Rasen viel grüner …

Neid ist negativ? Nicht unbedingt: Manche betrachten es als höchste Form der Anerkennung Von Uwe Tännler, Präsident Swiss Marketing (SMC).

Wenn Neid den klaren Blick trübt, wird nicht nur das Gras grüner, da wird auch das Geld des Nachbarn bunter und die Farbe seines VW Golf glänzt in Ferrarirot. Neid ist ein (zu) weit verbreitetes Gefühl – auch in vielen Marketingabteilungen – und so manche fühlen sich hilflos, wenn er im Auge des Kollegen oder der Kollegin aufblitzt. Wie soll man mit Neid sinnvoll umgehen? Natürlich ist diese Frage hier reine Rhetorik – aber die Antwort darauf nicht. Sie lautet: gar nicht. Glaubt man den Psychologen, liegt dem Neid ein Minderwertigkeitsgefühl zugrunde. Dabei gehe es nur vordergründig um Äusserlichkeiten, welche Neid erregen – das schnellere Auto, die teurere Uhr, die luxuriösere Wohnung. In Wahrheit seien Neider schlicht und einfach mit sich selbst unzufrieden. Auch Philosophen haben sich mit dem Thema beschäftigt. Arthur Schopenhauer kam zum Schluss, dass Neid die höchste Form der Anerkennung sei – was ich für einen sympathischen Gedanken halte. Wird man beneidet, sollte man das als Kompliment akzeptieren und sich so viele Neider wie nur möglich wünschen, denn die bestätigen letztlich unsere Fähigkeiten. Nur wer keine Neider um sich entdeckt, darf sich Sorgen machen. Wer hin- gegen kritisiert wird, muss etwas richtig machen. Religiöse Menschen halten Neid gar für eine Todsünde. Ich aber meine, es wäre eine Todsünde, sein Bestes nicht zu geben, nur um keine Neider zu haben. Um es mit einem Bild aus dem Fussball zu veranschaulichen: Man greift nur denjenigen an, der am Ball ist. Deshalb kann ich nur raten, bleibt am Ball, wenn ihr beneidet werdet, denn auch Neid muss man sich verdienen.
 

Radio 24: Social Media neu von Gerry Reinhardt betreut

Ab August verstärkt Gerry Reinhardt das Team von Radio 24 als Verantwortlicher für Social Media. Gerry Reinhardt hat in den letzten 20 Jahren bei verschiedenen Privatradiostationen Halt gemacht.

Zuletzt betreute er für gut 5 Jahre die Social Media Plattformen Facebook und Twitter von Radio Zürisee und war er für den Inhalt der Zürisee-Website Radio.ch verantwortlich. Zudem war er als
Moderator tätig und hatte die Position des stellvertretenden Musikchefs bei Radio Zürisee inne. «Ich bin gespannt auf viele Interaktionen mit den Hörerinnen und Hörern. Radio 24 soll zuhören und auch Antworten geben» so Reinhardt.

 

get_footer();