Spielfilme bei Star TV

Zum 17. Geburtstag baut Star TV sein Programm massiv aus. Ab 1. September zeigt der nationale Privatsender täglich Spielfilme. Mit wöchentlich einem Schweizer Streifen erhält auch die hiesige Filmlandschaft eine Plattform.

Mit Making-of-Reportagen, Magazinen und Live-Produktionen gestartet, setzt Star TV ab September in der Primetime neu auf Spielfilme. Jeden Abend von Montag bis Freitag wird ein Spielfilm ausgestrahlt; samstags und sonntags sind es zwei. Neben einer wöchentlichen Free-TV-Premiere, schafft der Sender, der traditionell eng mit dem Schweizer Filmschaffen verbunden ist, am Donnerstag Platz für Schweizer Produktionen. Der Start macht der Film «Höhenfeuer» von Fredi M. Murer aus dem Jahr 1985. Darüber hinaus werden die Zuschauer am Vorabend künftig mit TV-Serien unterhalten.

Spielfilme, Magazine und Events

Die Spielfilme stellen bei Star TV einen von drei Programmschwerpunkten dar. Neben den Kinostreifen setzt der nationale Sender auf Magazinsendungen und Live-Events. Diesen Herbst werden beispielsweise die Preisverleihung des Zürich Film Festivals und die Schweizer Kino-Premiere des neuen James Bond Films «Skyfall» aus dem Kino Abaton gesendet. Damit will Star TV seine Kompetenz im Bereich Lifestyle und Entertainment stärken und der heimischen Kulturszene eine Plattform bieten, wie CEO Paul Grau zitiert wird.

Die Magazinsendungen werden im Zuge der Neuausrichtung auf vier beschränkt. Zusätzlich zum Funsport-Magazin «Freestyle», dem Musik- und Kulturmagazin «Lautstark» und dem Kino-Magazin «Neu im Kino» wird jeweils vor den Spielfilmen das tagesaktuell produzierte Magazin «Star News» ausgestrahlt, in dem die Zuschauer von Moderator Dave Reichel mit Entertainment-News versorgt werden.

Mit der Neuausrichtung während der Primetime wird Star TV alsbald Konkurrenz durch den kürzlich angekündigten Sender 4+ erhalten. An wen richtet sich Star TV mit dem neuen Angebot? Das Ziel des Programmausbaus sei es, durch die Spielfilme ein breiteres Publikum anzusprechen, wie Jean-Claude Bruhin, Chief Operation Officer gegenüber der Werbewoche sagte. Derzeit erreicht Star TV im Durchschnitt einen Marktanteil von 0,3 Prozent. Während sich 4+ klar an die junge Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen richtet, will Bruhin für Star TV kein konkretes Bild der Zielgruppe zeichnen: «Durch verschiedene Themenabende wie Action, Comedy, Schweizerfilme und Klassiker, werden die Zuschauer segmentweise erreicht.» (imp)

startv
Das Unterhaltungsmagazin «Star News».

 

Publicis bringt Red Lion in die Schweiz

Basierend auf guten Erfahrungen in anderen Märkten lanciert die Agentur Publicis das Konzept «Kleinagentur mit Gruppenanschluss». Unter der Marke «Red Lion» entsteht eine Agentur in der Agentur, die primär den KMU-Markt vertieft erschliessen soll.

Die aktuelle Wirtschaftslage veranlasst auch die Werbebranche zu unternehmerischen Anpassungen, wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt. In verschiedenen internationalen Märkten hat die Publicis Gruppe einen neuen Agenturtyp eingeführt. Dieses Konzept unter der Marke «Red Lion» wird nun auch in der Schweiz umgesetzt. Unter Leitung von Christian Siegrist (Managing Director) und Sacha Moser (Creative Director) bildet ein Team von neun Mitarbeitenden die neue Unit im Rahmen der Publicis Gruppe. Die Agentur agiert in jeder Beziehung selbstständig, kann aber auch auf Dienstleistungen der Mutteragentur zurückgreifen.

«Wir leben in der besten aller Welten, und das werden auch unsere Kunden spüren», sagt Christian Siegrist, MD von Red Lion. «Das Schönste ist, dass wir mit einem bereits bestehenden Kundenstamm und bewährten Mitarbeitenden starten und damit sofort voll loslegen können», fügt Sacha Moser, CD von Red Lion an.

«Red Lion ist eine willkommene Abrundung des Publicis-Angebots in der Schweiz», sagt Curdin Janett, CEO von Publicis Communications. «Wir haben festgestellt, dass das Konzept sowohl bei den langjährigen Publicis-Kunden wie auch bei den potenziellen Red-Lion-Auftraggebern sehr gut ankommt. Wir tragen damit den Wettbewerb direkt in die eigene Gruppe, was uns alle weiter anspornt und Kundennutzen schafft.»

Zum Startportfolio von Red Lion gehören langjährige Publicis-Kunden wie Bernina, Charles Vögele, Jet Aviation, Pilatus Flugzeugwerke, Hübscher und SIX sowie bereits erste Neukunden wie Froriep Renggli. Die Agentur ist seit dem 1. Juli 2012 aktiv.

siegrist
Christian Siegrist.

moser
Sacha Moser.

 

Sommer-Wettbewerb

Die Werbewoche hat im Kampagnen-Fundus gestöbert und –  damit während der Sommerpause keine Langeweile aufkommt –  ein Quiz gebastelt. Welche Agenturen stecken hinter den zwölf Bildausschnitten?

Allaccess: Promotion für Zweifel realisiert

Allacces hat für Zweifel eine Open Air-Promotion entwickelt. Die Foto Box soll dabei für das perfekte Festival-Erlebnis sorgen.

Die Box wird an fünf Festivals eingesetzt, wie Allaccess in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Hier können Besucher ihre Kreativität unter dem Motto «Zeig uns Deine scharfe Seite!» unter Beweis stellen. Sie lassen sich fotografieren, nehmen an der Foto-Battle teil und können mit etwas Glück via Facebook-Voting Preise gewinnen.

Verantwortlich bei Zweifel: Sabina Thaqi (Sponsoring & Events / Projektkoordination Online). Verantwortlich bei Allaccess: Brigitte Schäffer (Project Manager).

zweifel

 

Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Anzeige für Swissmilk von Ruf Lanz an der Spitze gefolgt von der Anzeige für den VW Beetle der Agentur Krieg Schlupp Bürge. An dritter Stelle liegt die Anzeige für Orange Cinema der Werbeagentur Contexta. Lovely/Swissmilk siegt auch beim Kriterium Uniqueness vor der Anzeige Waku Doki von Wirz Corporate und vor der Anzeige für Zurich Vitaparcours der Werbeagentur Publicis. Auch beim Kriterium Brand Fit liegt Swissmilk an der Spitze gefolgt von der Anzeige für Igora der Werbeagentur Vizner Borel und der Anzeige für Zurich Vitaparcours. Auch bei der Likeability liegt Lovely weit vor Zurich Vitaparcours und Igora.

Die Ergebnisse im Überblick

Die detaillierten Ergebnisse im Pdf-Format

Fragestellung und Methodik

Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI). Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform. Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 65 Jahren. Sample-Grösse: n = 500 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten. Erhebungszeitraum: 4.07. 2012–13.07. 2012.

Fragen:

– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt. An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)

– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness) – Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/ Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)

– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability) Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».

Verfasserin der repräsentativen Studie «Werbelieblinge der Schweiz» ist die auf Online- Marktforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein registriertes Panel von 20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH GmbH und der Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media AG.

Die Schweizer Spezialisten für XXL-Megaprints

Die Schweizer Spezialisten für XXL-Megaprints im Überblick.

Nutzung elektronischer Medien konstant – klare Zunahme bei Online-Aktivitäten und Internet-TV

Die zweite Vergleichsbefragung der Electronic-Footprint-Studie der Goldbach Group bildet das Nutzungsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf elektronische Medien und Online-Aktivitäten während der Fussball-Europameisterschaft 2012 ab.

Über alle Zielgruppen hinweg hatte die vergangene Fussball-EM nur mässig Einfluss auf die elektronische Mediennutzung. Der Fernsehkonsum ging um 1,2 Prozentpunkte zurück, die Online- Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften blieb konstant und nur Radio legte mit 3 Prozentpunkten leicht zu. Aber im Social-Media-Bereich bestätigen sich die Trends vergangener Erhebungen. Es zeigte sich eine markante Zunahme der Aktivitäten um über 5 Prozentpunkte auf 71,8% bei den 18- bis 39-Jährigen gegenüber der Vergleichsmessung vor Beginn der EM 2012. Suchmaschinen wurden sogar um 10 Prozentpunkte mehr genutzt als in der Vergleichsperiode und das von über 80% aller web-aktiven Personen. Auf das beliebte Online-Gaming oder -Shopping jedoch hatte die Fussball EM keinen Einfluss. Ganz im Gegensatz dazu die Nutzung von Internet-Fernsehen, hier hatte die Europameisterschaft einen signifikanten Impact. Der Internet-TVSender Wilmaa verzeichnete einen Zuwachs von 2,3 Prozentpunkten auf 31,1%, Konkurrent Zattoo steigerte sich in der Vergleichsperiode gar um 20,2 Prozentpunkte auf 47,5%.

em

– Über alle Zielgruppen hinweg hat die vergangene Fussball- EM nur mässigen Einfluss auf die elektronische Mediennutzung.
– Der TV-Konsum nimmt im Vergleich zur Messung vor der Fussball-EM nur um 1,2 Prozentpunkte ab.
– Radio kann immerhin um knapp 3 Prozentpunkte zulegen.
– Online-Lesen von Zeitungen und Zeitschriften bleibt mit rund 47% praktisch unverändert.

em2

– Social Media zeigt eine markante Zunahme während der Fussball-EM von 5 Prozentpunkten gegenüber der ersten Vergleichsmessung vor der EM.
– Suchmaschinen werden sogar um 10 Prozentpunkte mehr genutzt als vorher.
– Auf die Nutzung der Online- Spiele mit rund 25% hingegen hat die Fussball-EM keinen Einfluss.
– Ähnliches kann man über das Online-Shopping mit rund 17% feststellen.

 

Werbewoche-Umfrage: Sechs Thesen zur Medienpolitk

In der aktuellen Werbewoche-Printausgabe haben wir die wichtigsten Themenbereiche zur Medienpolitik zusammengeststellt. Bis zum Ende der Sommerferien wollen wir wissen, wie diese Grundsätze bei Exponenten der Medien- und vor allem der Werbebranche ankommen.

Fragen zur Medienpolitik werden in nächster Zeit wieder vermehrt aufs Tapet kommen: Ein Entwurf für ein neues Radio- und Fernsehgesetz ist in der Vernehmlassung (bis Ende August) und die Eidgenössischen Räte haben beim Bundesrat eine «Gesamtschau der schweizerischen Medienlandschaft aus regionalmedienpolitischer und gesamtmedienpolitischer Optik» mitsamt entsprechender «Förderkonzepte» bestellt. In der aktuellen Printausgabe der Werbewoche haben wir deshalb die wichtigsten Fragen zu diesem Themenbereich zusammengestellt und auf diese sechs Thesen konzentriert:

1. Was der Markt offensichtlich zu leisten im Stande ist, muss nicht länger mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert werden.

2. Sofern private Unternehmen nicht in der Lage sind, Inhalte zu produzieren, die im Interesse des Landes sind, kann der Bund unabhängig der Mediengattung deren Produktion ganz oder teilweise unterstützen, wofür Leistungsaufträge ausgeschrieben und vergeben werden.

3. Die Finanzierung einer neuen Medienpolitik soll über das Bundesbudget erfolgen. Falls nötig, kann dafür die Mehrwertsteuer erhöht werden.

4. Der aktuelle Entwurf für ein neues RTVG ist mit einer zukunftsorientierten Medienpolitik nicht vereinbar und ist deshalb zurückzuweisen.

5. Anstatt einer Pflästerlipolitik braucht es eine umfassende Debatte für eine neue Medienpolitik mit einer Volksabstimmung über einen neuen Medienartikel.

6. Es ist im vitalen Interesse der Medienbranche eine neue Medienpolitik zu fördern und aktiv mitzugestalten.

Bis zum Ende der Sommerferien wollen wir wissen, wie diese Grundsätze bei Exponenten der Medien- und vor allem der Werbebranche ankommen. Benutzen Sie unsere Online-Umfrage, um die Thesen zu bewerten und zu kommentieren.

 

Zur Sache: Rückblick

Vor der Sommerpause noch eine kurze unvollständige Rückschau auf das vergangene erste Halbjahr Januar: Neue Besitzer. Aus Radio Basel wird Energy Basel. Radio Basel ändert die Besitzverhältnisse – und damit auch seinen Namen.

Der bisherige Alleineigentümer der Radio-Basel-Gruppe, Karlheinz Kögel, hat Ringier und die NRJ Group Paris an Bord geholt.

Februar: Werber des Jahres. Der Werber des Jahres 2012 heisst Urs Schneider. Der Inhaber der Mediaagentur Mediaschneider konnte im Zürcher Lake Side die vom Schweizer Künstler Max Grüter gestaltete Trophäe namens Egon entgegennehmen. Es war ein klarer Sieg: 31 Prozent aller Stimmen entfielen auf Urs Schneider.

März: Starkes Ergebnis 1. Die AZ Medien haben im letzten Jahr ein für die Branche erstaunliches Tempo an den Tag gelegt. Finanziell hat das Unternehmen das vergangene Jahr mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen. Der Gewinn von 14,9 Millionen Franken konnte innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht werden. Der Umsatz stieg um 4,4 Millionen Franken auf 238,8 Millionen.

April: Starkes Ergebnis 2. Die Mediengruppe Tamedia hat 2011 das beste Jahresergebnis in der Geschichte des Unternehmens erwirtschaftet. Unter dem Strich verdiente Tamedia mit 178,8 Millionen Franken 61,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Schwaches Ergebnis. Das Medienhaus Ringier hat ein schwieriges Jahr 2011 hinter sich. Das Unternehmen schloss mit weniger Umsatz und weniger Gewinn ab als im Vorjahr. Der Umsatz blieb mit 1,147 Milliarden Franken um 9 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

Mai: Eingestellt. Der Tages-Anzeiger bezieht ab Anfang Juni keine lokalen Meldungen mehr von den Regionalzeitungen Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer und Zürichsee-Zeitung. Er stellt zugleich die vier regionalen Split-Ausgaben ein. Rückgang. Die Basler Zeitung Medien haben im letzten Jahr einen leichten Rückgang beim Umsatz verzeichnet. Dieser betrug noch 203,8 Millionen Franken, 3 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Das Unternehmen weist ein ausgeglichenes operatives Ergebnis aus.

Juni: Junge Tante. Für die NZZ beginnt ein neues Zeitalter: Künftig werden sämtliche Inhalte digital und über alle gängigen Endgeräte verfügbar sein. Kernstück ist die neu gestaltete Website. In den kommenden Wochen sollen die Nutzer schrittweise an die angekündigte Paywall herangeführt werden.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Der Künstler als Verdichter

«Hi. I’m Hitch. I create Infographic Movies», steht auf der Visitenkarte von Hitch Eggenberger und seinem Hitch Design.

Täglich wird der Mensch mit Tausenden von Informationen überschüttet. Vieles davon ist unwichtig. Anderes sollten wir nicht nur aufnehmen, sondern auch verstehen. Ein Medium, das uns in diesem Sinne weiterhelfen kann, ist ein Infographic Movie. Ein gelungenes Beispiel ist der letzte Jahresbericht der Migros. Hitch Eggenberger hat für die Bilanzmedienkonferenz der Migros erstmals einen zweiminütigen animierten Film mit den wichtigsten Geschäftszahlen realisiert. Eine Kompaktversion des Geschäftsberichtes sozusagen.

«Für Unternehmen, die komplexe und abstrakte Informationen zu vermitteln haben, ist ein Infographic- Movie eine interessante Alternative», ist Eggenberger überzeugt. Ein wichtiger Vorteil solcher Filme: Der Aufwand für den User ist minimal. «User sind faul. Ein einziger Klick auf den Play-Button genügt und die Geschichte geht los. Wir alle lieben gute Geschichten und wir vergessen sie auch nicht so schnell wieder. So bleiben auch die Informationen, welche in die Geschichte eingebettet werden, besser im Gedächtnis haften», ist der «Verdichter» überzeugt. Seit zwei Jahren bietet Hitch Eggenberger mit seinem Start-up Hitch Design in Erlenbach einen solchen Service an. Seit bald zehn Jahren hat er sich kontinuierlich in diese Richtung spezialisiert.

Hitch Eggenberger ist im Rheintal aufgewachsen. Bereits in der vierten Klasse meinten die Lehrer: «Aus Hitch wird einmal ein Künstler.» Weil auch er davon überzeugt war, suchte er sich eine passende Ausbildung. Eine Lehre als Flachmaler schien ihm damals eine «ideale Grundlage», allerdings in einer Firma, die bereits spezialisiert war «in die dekorative Richtung». Später wechselte er in eine richtige Dekorationsmalerei und von dort war es nicht mehr weit bis zum Vorkurs an der ZHdK in Zürich. Hitch Eggenberger, der bis jetzt noch Bilder malen wollte, entdeckte während des Studiums der visuellen Kommunikation seine Faszination für das Informations-Design. «Das wurde zu meiner Weichenstellung. »

Gewinner beim Adobe-Wettbewerb

Während der vier Jahre intensiver Beschäftigung im Bereich Informations-Design in Zürich ergab sich die Chance für ein Austauschsemester in den USA. Es folgte ein achtmonatiger Aufenthalt an der SAIC in Chicago. In dieser Zeitspanne beteiligte sich Eggenberger auch an den Adobe-Design-Achivement Awards und schaffte es zur Silbermedaille. Für die Siegerehrung wurden die Finalisten nach San Fran- cisco eingeladen. «Das war der Startpunkt für die Zusammenarbeit mit Adobe.» Der junge Schweizer bekam den Auftrag, zusammen mit einem internationalen, jungen Team das komplette Corporate Design für den nächsten Wettbewerb im Jahr 2008 zu gestalten, und ist auch heute noch in der Jury für den internationalen Wettbewerb tätig. Mit bekannten Designern aus der ganzen Welt darf er im Pre Selection Panel mithelfen, die jährlich fast 5000 Arbeiten zu bewerten. «Da sieht und lernt man sehr viel.» Man bekommt auch mit, welche neuen Einflüsse von den «Jungen» kommen, lacht der bereits «arrivierte » Jungunternehmer.

Nach dem Erfolg in Chicago wollte Eggenberger noch mehr von der Welt sehen und landete für ein Praktikum im chinesischen Guangzhou. Zurück in Helvetien begann Eggenberger seine Arbeit bei den Zürcher Musqueteers.

Die Kunst des Verschachtelns

In dieser Phase gelangte er in seinem Schaffen immer wieder an seine Grenzen. Wie sollen die immer grösser werdenden Informationsmengen verständlich auf eine Fläche projiziert werden? Eggenberger suchte nach Möglichkeiten, wie er Informationen verschachteln kann, «damit ich nicht alles gleichzeitig zeigen muss». Über diese Problemstellung ist er auf die Animation und schliesslich auf die animierten Informationsfilme gekommen. «Hier kann ich Informationen verschachteln und muss nicht immer alles auf einmal zeigen. Ich kann den Betrachter Schritt für Schritt durch die Informationen führen und somit komplexe Sachverhalte verständlich vermitteln. »

Während seines noch angehängten Master-Studiums an der Hochschule Luzern hat sich Eggenberger fast zwei Jahre «intensiv mit solchen Filmen auseinandergesetzt». Er initiierte den Begriff «Infographic Movie» und hat aus den Recherchen und Analysen eine Masterarbeit über diese Filme geschrieben. Weil er vom grossen Potenzial dieses Mediums überzeugt war, hat er sich sofort nach der Schule selbständig gemacht.

Die ersten zwei Projekte realisierte er im Auftrag der Agentur Identica AG. Nach dem Migros-Projekt folgte ein Film für die Swisscom – und mit diesen beiden Referenzen geht es seither stetig weiter. Als sein eigenes Unternehmensziel sieht Hitch Eggenberger vorerst keine grössere Firma. Sicher ist, er möchte voll auf Spezialisierung setzen und im Bereich der animierten Informationsfilme zu einer «ersten Adresse» werden. Auch für internationale Kunden aus der Schweiz heraus arbeiten zu können, ist ein grosses Ziel. Bereits haben ihn die United Nations aus New York angefragt. Für die kürzliche United Nations Conference in Rio sollte er einen Informationsfilm realisieren. Eggenberger schaffte es mit seinem Konzept in die engste Auswahl, und schliesslich auf den zweiten Platz. Aber Rio wird ja sicher nicht als die letzte UNO-Konferenz in die Geschichte der Infographic-Movies eingehen. Andreas Panzeri

m0
m1
m2
m3
m4
 

Am Erfolg beteiligt

Contexta feilt weiter am Image der Vaudoise-Versicherungen. Einmal mehr steht dabei die Kundennähe im Zentrum.

Im Frühjahr gingen die Vaudoise-Versicherungen mit einer neuen Imagekampagne in die Kommunikationsoffensive. Das Ziel: aufzuzeigen, dass keine andere Versicherung näher bei ihren Kunden ist. «Ich bin Vaudoise», so die zentrale Aussage, mit der sich verschiedene Kunden zu ihrer Versicherung bekannten. Jetzt legt die verantwortliche Berner Werbeagentur Contexta einen TV-Spot nach.

Erneut wird die Kundennähe der Vaudoise inszeniert. Dieses Mal stehen die genossenschaftlichen Wurzeln im Mittelpunkt. Der aktuelle TV-Spot macht darauf aufmerksam, dass die Versicherung ihre treuen Kundinnen und Kunden 2012 dank eines guten Geschäftsjahrs mit 15 Prozent Prämienreduktion am Geschäftserfolg beteiligt. Im Fokus des Spots sind diejenigen, die gewinnen – die Versicherten selbst. «Vaudoise sein, heisst vom Erfolg seiner Versicherung profitieren.» Der Spot wurde kostengünstig als Collage aus den inszenierten Imagespots konzipiert und von einer Off-Stimme unterlegt. Das soll nicht nur für eine hohe Wiedererkennung der Marke sorgen, sondern auch «für 30 Sekunden grosses, genossenschaftliches Gefühlskino», so die Werber.  imp

cont
cont2

Zu guter Letzt: «Nicht so cool»

Apple wirft Samsung vor, sich bei der Entwicklung der Galaxy-Tablets etwas zu sehr vom iPad inspiriert lassen zu haben. Ein britischer Richter hält diese Vorwürfe für nicht zutreffend, was Samsung natürlich freut. Nicht allzu glücklich dürfte man aber über die Begründung sein.

Das britische Gericht hat Apple dazu verdonnert, sich öffentlich bei Samsung zu entschuldigen – die monatelange Debatte um die vermeintliche Verletzung von Designrechten habe das Image von Samsung beschädigen können, so die Begründung des Richters. Damit dürfte Samsung zufrieden sein. Weniger zufrieden wird das Unternehmen wohl mit der Argumentation des Richters sein, weshalb er die Vorwürfe von Apple als unbegründet erachtet: Es bestehe zwischen den Geräten schon deshalb keine Verwechslungsgefahr, weil die Tablets von Samsung «nicht so cool» seien wie diejenigen von Apple, meint er.

Wenn Apple dieses Zitat des Richters schlau in die Entschuldigung integriert, könnte das Unternehmen am Ende sogar als Gewinner dastehen – trotz des verlorenen Prozesses.
 

get_footer();