Der Spick für Väter

Zum 30. Geburtstag der Kinderzeitschrift Spick hat der Künzler Bachmann Verlag ein neues Heft lanciert: Big Spick – ein Magazin «extra für Väter». Wie kommt der «Spick für Grosse» bei der Zielgruppe an? Fünf Väter haben die Erstausgabe für die Werbewoche getestet.

Big ist er, der neue Bruder des Spicks. Auf rund 80 Seiten liefert Big Spick Ideen, wie man als Vater die Zeit mit seinen Kindern spielerisch und kreativ gestaltet. Die Macher setzen dabei auf einen Mix an journalistischen Formen: Reportagen, Portraits, Berichte, Kolumnen und Interviews. Für die Erstausgabe hat der Musikjournalist Reto Aschwanden mit Musikern dreier Kinderbands darüber diskutiert, wie politisch unkorrekt Kinderlieder sein dürfen. Der Kinderbuchautor Franz Hohler gibt Tipps fürs Vorlesen und Geschichtenerzählen.
 
Nicht zuletzt will das Heft Väter dazu animieren, «etwas für das eigene Kind im Manne zu tun». Zum Beispiel mit Ausflugstipps: Wo gibt es spektakuläre Hängebrücken, die man zu Fuss überqueren kann? Mit Bastelanleitungen: Wie baut man sich einen Bumerang? Oder mit Experimenten: Wie erzeugt man aus ein paar Zitronen Strom? Darüber hinaus setzt sich der Big Spick mit Erziehungs- und Rollenfragen auseinander. Bänz Friedli, «Hausmann der Nation», hat für den Erstling ein Plädoyer für den Job als Hausmann verfasst. Und der Dichter Michael Stauffer spielt den Beratungsonkel in Erziehungsfragen.
 
Das Layout ist verspielt und wirkt teilweise zusammengewürfelt. «Spickig» eben. Aber nicht nur in der optischen Aufmachung erinnert der Big Spick an das Schülermagazin, sondern auch in der Rubrikstruktur. Themen wie «Leben und Leute» oder «Natur und Wir» wurden neu aufgemacht. Und auch die Spick-Witze tauchen auf. Und was meint die Zielgruppe? Fünf Väter aus Werbung, Kommunikation und Medien haben den Big Spick unter die Lupe genommen. Häufig erwähnt wurde die Gestaltung. Den Befragten viel zudem auf, dass Themen mit einem Töchter-Bezug fehlen. Sind die Zielgruppe vor allem Väter mit Söhnen? Nein, sagt Verlagsleiter Roger Hartmann: «Der Big Spick will nicht nur Väter mit Söhnen, sondern genauso Väter mit Töchtern ansprechen.» Dass die Erstausgabe insbesondere viel für Väter mit Söhnen biete, sei nicht beabsichtigt. Vielmehr habe man Themen ausgewählt, ohne dabei diese Problematik realisiert zu haben. Das werde in der nächsten Ausgabe anders sein. Isabel Imper


Philipp Skrabal, Creative Director Wirz Werbung
 
1 Sohn (9) und 3 Töchter (8, 3, 1)
 
Der erste Eindruck: Die Aufmachung des Covers ist sehr traditionell und wird dem zeitgemässen Layout im Inneren nicht gerecht. Das Coverfoto ist klischiert und vermittelt wenig Kenntnis aus dem realen Alltag eines Vaters.
 
Gefallen hat: Die Idee, ein Vätermagazin zu machen finde ich ganz toll. Das erste Heft beweist bereits, wie vielschichtig das Thema angegangen werden kann. Ein gelungener Mix aus Tipps, Tricks und spannenden Interviews.
 
Nicht gefallen hat: Ich spreche jetzt von mir persönlich: Für mich wäre eine nützliche App viel spannender. Redaktionelles zum Lesen auf dem Klo, Ideen und Inspiration, schön gegliedert und zum thematischen Abrufen, für unterwegs. Und dank GPS, Ausflugsziele und Sehenswertes im Umkreis von 20 Kilometern auf dem Handy. Aber vielleicht ist ‹s ja gar nicht so blöd, das Handy mal auszuschalten!
 
Schon einen Tipp/Trick/Ausflug ausprobiert? Leider nein. Aber ich habe mir fest vorgenommen, mit meinen Kindern einen Bumerang zu bauen. Das wollte ich schon als Kind mal ausprobieren. Die Anleitung dazu ist super gemacht. Auch das Big-Spick-Experiment, mit Strom aus der Zitrone, werde ich an einem der nächsten, regnerischen Wochenenden durchführen.
 
Woran müssen die Macher noch feilen? Mit Sicherheit am Cover. Wer nicht schon aus der eigenen Kindheit eine starke Sympathie zur Marke Spick mitbringt, nimmt das Heft vermutlich nicht mal in die Hand. Wie viele Väter haben denn einen alten Rolls-Royce, geschweige denn die Zeit dafür? Weiss ein Vater mit Jahrgang 82 überhaupt noch, was das ist? Oder hätte man nicht lieber Vater und Sohn beim Hantieren an einem Tesla oder Twike fürs Foto inszeniert?


Ralph Hermann, Geschäftsführer Heads Corporate Communication
 
1 Sohn (14) und 1 Tochter (11)
 
Der erste Eindruck: Warum ist man nicht früher auf die Idee gekommen, ein Vätermagazin herauszugeben? Das Heft ist wirklich gut gemacht. Auch wenn das Cover etwas frecher sein dür fte.
 
Gefallen hat: besonders der hohe Lesernutzen: 39 Weblinks zu Artikeln und 18 für Freizeittipps. Daneben kommt das Kind im Vater nicht zu kurz: Beiträge über Oldtimer, Elektroflitzer und andere «Toys for Boys» zeigen Zielgruppenverständnis. Und mit «stahlharter Vater- Sohn-Action» (Filmtipp Real Steel), werde ich bei meinem 14-jährigen Sohn punkten. Die Väter-Porträts sind wirklich lesenswert.
 
Nicht gefallen hat: Ich kann mit den im Heft verstreuten Rätselseiten nichts anfangen. Die passen gut in den Spick, aber nicht in ein Vätermagazin. Einige Artikel haben nicht viel mit der Zielgruppe zu tun: ein Artikel über das Ehepaar Emil und Niccel, die zusammen zeichnen. Würde auch ohne gehen. Umfangreicher beschriebene Tipps statt nur kurze Themenanrisse würden dem Heft besser anstehen. Wenn Big Spick schon in der ersten Nummer 18 Veranstaltungstipps «verbratet» bin ich gespannt, was nach der vierten Nummer folgt. Und ein Lapsus: Als Tipp die Reise ins Conny-Land, bebildert mit einem springenden Delfin. Anfangs Juni war in der Presse zu lesen, dass das Delfinarium wohl (endlich!) geschlossen wird …
 
Schon einen Tipp/Trick/Ausflug ausprobiert? Noch nicht. Aber die Hängebrücke über den Triftgletscher werden wir wohl diesen August unter die Füsse nehmen.
 
Woran müssen die Macher noch feilen? Hilfreich wäre mehr Übersicht im Heft. Bei den Tipps wäre ein Altershinweis nützlich. Und man sollte nie vergessen, für wen man schreibt. Im Artikel über entspannte Zweisamkeit ohne Kinder findet sich folgender Frischluftromantik-Tipp: «Unterm Vollmondhimmel im Kornfeld auf dem Rücken liegen und zum Beispiel erst mal reden.» Liebe Autorin, Big Spick ist kein Mütter-, sondern ein Vätermagazin.


Philipp Landmark, Chefredaktor St. Galler Tagblatt
 
1 Tochter (7)
 
Der erste Eindruck: Da soll ein gut eingeführtes Produkt für eine naheliegende neue Zielgruppe adaptiert werden. Eine Zielgruppe, wo noch etwas zu holen sein sollte – traditionelle Eltern-Magazine sind wohl weitgehend Mütter-Magazine. Dabei gilt die Maxime Klotzen statt Kleckern: Der Big Spick ist ein «dickes Ding». Gesamteindruck: ambitioniertes Projekt, über weite Strecken gut umgesetzt. 
 
Gefallen hat: dass Tagblatt-Kolumnist Dieter Thomä über das Kind im Manne nachdenkt und die verschiedenen Facetten der Vaterrolle anschaulich beschreibt. Unterhaltsam und informativ ist das Interview mit den drei Kinderband-Protagonisten, worin unverkrampft auch kritische Punkte angesprochen werden (Lillibiggs-Banner auf der Bühne). Mir gefallen die Bilder von Fotograf Philipp Baer. Und schliesslich die unbeabsichtigte Doppeldeutigkeit der Empfehlung «Champagner soll in Massen auch gut sein» in einer sonst eher flauen und überflüssigen Geschichte über romantische Zweisamkeit. 
 
Nicht gefallen hat: Der Egotest «Sind Sie ein guter Vater?»: Auf solche «Frauenheftli-Psychologie» bin ich allergisch. Die wiederholte Verwendung des Begriffs «Jungs» in einer Schweizer Publikation (im Wissen, dass ich da im Glashaus sitze …). Beim Werkstattgespräch mit Emil und Niccel hätte ich gerne ein, zwei der Wochenblätter gesehen, um die sich alles dreht. Die Freizeittipps sind eine Ansammlung der «üblichen Verdächtigen». Die Idee mit dem Beratungsonkel ist nett, aber die Satire in homöopathischen Dosen noch etwas fad. Der Mann darf ruhig etwas mehr Gas geben. 
 
Schon einen Tipp/Trick/Ausflug ausprobiert? Nein. 
 
Woran müssen die Macher noch feilen? Die ganze Heftidee basiert auf einem Klischee. Dann dürfen die Klischees nicht auch noch weite Strecken des Inhalts dominieren. Weil oft (und wohl richtigerweise) der Bub im Papi angesprochen wird, fehlen Themen, die einen spezifischen Töchter-Bezug haben.


Alexander Jaggy, Executive Director und Mitinhaber Jung von Matt/Limmat
 
2 Söhne (12, 10) und 1 Tochter (6)
 
Der erste Eindruck: Die Medien entdecken die Väter als Zielgruppe. Anders ist es nicht zu erklären, dass im selben Jahr Big Spick und Yps für Erwachsene lanciert werden (siehe unten). Sogar das renommierte Wired- Magazin widmet sich in der aktuellen Ausgabe dem Thema «Geek Dad – Fun Science & Tech Projects for You and the Kids». Ich werde den Big Spick auf jeden Fall wieder lesen. Schon allein, um die Macher für den Mut zu belohnen, in Zeiten der digitalen Medienhysterie ein neues Printprodukt auf den Markt zu bringen.
 
Gefallen hat: Die Beiträge von Musikjournalist Reto Aschwanden, Schriftsteller Franz Hohler und Jerome Stern über die Elektromobile habe ich mit Genuss gelesen.
 
Nicht gefallen hat: Gegen hinten scheinen die spannenden Themen auszugehen, weshalb Hausmann-Emanze Bränz Friedli sein unzähligstes Revival erlebt.
 
Woran müssen die Macher noch feilen? Die Gestaltung erinnert manchmal an die Sprunghaftigkeit einer Maturitätszeitung. Da werden Fotostrecken, Aquarellzeichnungen und karierte Tischtuch-Hintergründe munter gemischt. Das ist natürlich gewollt und wird in der Spick-Sprache als «spickig» bezeichnet. Nur: Dass etwas «spickig» ist, darf nicht als Entschuldigung für mittelmässige Gestaltung dienen.
 
Schon einen Tipp/Trick/Ausflug ausprobiert? Ich werde das Heft archivieren. Eltern sind für Ideen immer dankbar. Wenn ich meine Kinder aber richtig überraschen möchte, nehme ich das «Dangerous Book for Boys» aus dem Bücherregal. Oder ich lese den Spick meines Sohnes.


Claudio Zuccolini, Komiker, Moderator und Werbefigur
 
1 Tochter (4)
 
Der erste Eindruck: ist sehr gut. Das Heft ist sehr vielfältig, hat aber auf einzelnen Seiten zu viele verschiedene Inhalte drin, sodass man vom Layout manchmal etwas erschlagen wird.
 
Gefallen hat: die Vielfältigkeit. Es ist wirklich von Wissen über Abenteuer bis hin zu Zaubertricks und Ferien-Tipps alles enthalten. Die Steinbock-Story hat mir als Bündner natürlich sehr gut gefallen.
 
Nicht gefallen hat: Es scheint mir, dass der Papi-Spick sehr auf Papis mit Söhnen ausgelegt ist. Doch gibt es, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, auch Papis, die Töchter haben. Ich wünsche mir mehr «Was macht der Papi mit der Tochter, ohne dass dieser ein Sohn wird …» Und siehe unten: Der Ego-Test …
 
Schon einen Tipp/Trick/Ausflug ausprobiert? Ich habe noch nichts ausprobier t, konnte aber das eine oder andere Wissensthema sehr gut für mich selbst gebrauchen. Dinge, die ich nicht – oder nicht mehr – gewusst habe. Zum Beispiel die Zaubertricks und die verschiedenen Knoten. Oder auch die Anleitung, wie man das Alter eines Steinbocks anhand seiner Hörner bestimmt.
 
Woran müssen die Macher noch feilen? Ich gehöre glücklicherweise zu den Vätern, die viel Zeit zuhause verbringen können. Es gibt jedoch Väter, die oft unterwegs sind und denen die Zeit – sicher ungewollt – für ihre Kinder fehlt. Dafür muss mehr Verständnis gezeigt werden. Es hat mir das eine oder andere Mal zu viel «Mahnfinger »- und «Gutväter»-Themen. So fand ich zum Beispiel den Egotest, bei dem man herausfinden soll, ob man ein guter Vater ist, nicht gut.
 
Yps kommt zurück – neu für Erwachsene Auch das Comic-Magazin Yps, das zwischen 1975 und 2000 erschien und besonders für seine Beilagen, die Gimmicks, geliebt wurde, wagt einen Neustart. Die Rückkehr hat der Egmont Ehapa Verlag, der auch Micky Maus herausgibt, für diesen Oktober angekündigt. Nur sollen nicht mehr Kinder begeistert werden, sondern die Fans von früher – die heute 30- bis 45-Jährigen. Kann man mit 35 noch Geheimagent werden? Diese und andere Fragen wollen die Macher beantworten. Ansonsten sollen die Inhalte der jetzigen Lebenswelt des Zielpublikums angepasst werden. Ebenso die Gimmicks. Anstatt Urzeitkrebse und U-Boot-Bausätze gibt’s zum Beispiel zehn Zaubertricks für die nächste Party. 

vaterspick

Publicis: Karin Lang wird Managing Director

Karin Lang wird Managing Director von Publicis Communications in der Schweiz. Ihre Karriere führte bisher durch verschiedene Schweizer Agenturen.

Sechs Jahre lang war die 38-Jährige bei Fisch.Meier.Direkt, der späteren Publicis Dialog, in führenden Funktionen tätig; danach folgte ein längeres Engagement bei der Wirz-Gruppe als Geschäftsleitungsmitglied von Assai Dialog + Digital. Im Jahr 2009 kehrte sie zurück zur Publicis Gruppe.

«Ich bin glücklich, dass Karin Lang die Berufung als MD akzeptiert hat», sagt Curdin Janett, CEO von Publicis Communications. «Sie hat nach dem erfreulichen Ausbau des Dialog-Geschäfts beim Integrationsprozess eine starke und ebenso wichtige Rolle bei uns übernommen und intern wie extern einen exzellenten Ruf. Entsprechend freuen wir uns, die Gestaltung der Zukunft gemeinsam anzugehen.»

«Als Managing Director einer interdisziplinären Gruppe wie Publicis kann ich meine breite Berufserfahrung ideal einbringen», sagt Karin Lang. «Es ist mein klares Ziel, die Vernetzung der Kommunikationsdisziplinen weiter voranzutreiben, wofür Publicis mit ihren spannenden und namhaften Kunden eine exzellente Plattform bietet. Hinzu kommt, dass ich auf ein hervorragendes Team zurückgreifen kann, das mich entsprechend unterstützt.»

 

Medienpolitik-FAQ

Mit der RTVG-Revision rückt die Medienpolitik in den Vordergrund – die Werbewoche hat dazu die wichtigsten Fragen zusammengestellt – und einige neue Antworten gefunden.

Ist Medienpolitik für Medienprofis überhaupt wichtig?
Ja und Nein: Nein, denn das Thema ist komplex und definitiv geeignet, die Sommerlaune zu verderben. Ja, denn damit wird die Zukunft der Medienbranche wesentlich beeinflusst und somit die Frage, ob Sie nach den Sommerferien noch einen Medien-Job haben werden (bildlich gesprochen, natürlich).

Was passiert, wenn ich Medienpolitik links liegen lasse?
Dann tun das andere vermutlich genauso und unversehens gibt’s nur noch eine «Tagesschau»-Splitausgabe für die Schweiz aus Berlin (andere, schlimmere oder weniger schlimme Szenarien sind ebenso denkbar).

Warum ist Medienpolitik gerade jetzt ein wichtiges Thema?
Es stehen wichtige Weichenstellungen an. Zum einen gibt es den Entwurf für ein neues Radio- und Fernsehgesetz und zum anderen haben National- und Ständerat (gegen den Willen des Bundesrates) die Motion «Sicherung der staats- und demokratiepolitischen Funktionen der Medien» gutgeheissen, die «eine Gesamtschau der schweizerischen Medienlandschaft aus regionalmedienpolitischer und gesamtmedienpolitischer Optik» und «Förderkonzepte» verlangt.

Worin unterscheiden sich die RTVG-Revision und die Motion des Parlaments?
Die RTVG-Revision steht für eine Pflästerlipolitik, die zwar pragmatisch auf akuten Handlungsbedarf reagiert, doch beim Inkrafttreten oft bereits überholt ist. Die Motion des Parlaments hat einen umfassenderen Ansatz. Dieser bietet die Chance für abgestimmte, gesamtheitliche zukunftsorientierte Lösungen, kann aber auch ins Uferlose abgleiten, womit konkrete Resultate ausbleiben.

Warum braucht es eine RTVG-Revision?
Es gibt immer mehr Geräte (PC, Notebooks, Smartphones, Tablets), mit denen Radio- und Fernsehen konsumiert werden können. Damit wird das heutige System, das für das Erheben von Radio- und Fernsehgebühren am Besitz herkömmlicher Empfangsgeräte anknüpft, zusehends überholt.

Welche Lösung für Empfangsgebühren bringt das neue RTVG?
Alle Haushalte und viele Geschäfte werden verpflichtet, eine Abgabe für Radio und Fernsehen zu bezahlen.

Was ist der Vorteil dieser Abgabe?
Die Kriterien zur Abgabepflicht sind einfacher, denn es muss nicht länger überprüft werden, ob in einem Haushalt Empfangsgeräte im Einsatz sind oder nicht.

Braucht es eine solche separate Abgabe oder kann Radio- und Fernsehen nicht mit Steuern finanziert werden?
Eine Finanzierung über die Steuern ist sehr wohl möglich, zumal dies in etlichen Ländern (Spanien und seit dem Jahr 2000 in den Niederlanden so gehandhabt wird.

Kann Radio- und Fernsehen nicht einfach über die Bundessteuer finanziert werden?
Die Idee, Radio und Fernsehen über die direkte Bundessteuer zu finanzieren, erscheint naheliegend, hat aber gewichtige Mängel: Weil sie ein geringes Einkommen haben, zahlen knapp 30 Prozent der veranlagten natürlichen Personen keine direkte Bundessteuer. Und die allermeisten juristischen Personen sind bereits beim Höchssteuersatz angelangt, der ohne Verfassungsänderung nicht erhöht werden kann. Zudem müssten die Steuerverwaltungen in den 26 Kantonen dafür zusätzliche neue Abläufe aufbauen, etwa um weiterhin vorgesehene Ausnahmeregelungen handhaben zu können.

Weshalb sieht die RTVG-Revision für Radio und Fernsehen nicht eine Mehrwertsteuererhöhung vor?
Diese wurde schon in den vorbereitenden Berichten kurz und knapp vor allem mit dem Argument abgetan, dass dafür eine Volksabstimmung nötig sei, was zu lange daure.

Was spricht für eine Finanzierung von Radio- und Fernsehen über eine Mehrwertsteuererhöhung?
Es braucht so keine aufwendige Inkassostelle (heute: Billag), wie sie die RTVG-Revision weiterhin vorsieht. Mit der dafür nötigen Volksabstimmung kann ein neues Vorgehen beim Stimmvolk verankert werden. Die dafür nötigen Vorbereitungen bieten (im Sinne der Motion der eidgenössischen Räte) die Chance zu einer breite Debatte zur künftigen Ausgestaltung der Medienpolitik, wobei alte Zöpfe abgeschnitten und neue zeitgemässe Konzepte aufgebaut werden können. Um die heutigen Gebühreneinnahmen über die Mehrwertsteuer zu finanzieren, müsste diese gemäss Angaben des Bakom um 0,5 Prozent erhöht werden.

Welche Nachteile hat die vorgeschlagene RTVGRevision?
Ihre vollständige Umsetzung ist nicht vor 2017 möglich, da nach Inkrafttreten des Gesetzes die Inkassostelle neu ausgeschrieben und vergeben werden muss. Heute klar erkennbare Trends wie etwa Catchup-TV, Smart-TV, Second Screen (die Werbewoche hat in den kürzlich erschienenen Ausgaben darüber berichtet) werden bis dann das Medienkonsumverhalten beim breiten Publikum markant verändert haben, sodass sich eine erneute Anpassung aufdrängen wird. Umstritten ist zudem die Ausdehnung der Abgabepflicht auf Betriebe. Zudem fokussiert das Gesetz nur auf Radio- und Fernsehen und lässt andere Mediengattungen unberührt.

Welches sind die wichtigsten Fragen, wenn es um eine neue Medienpoltik geht?
Da stehen gleich mehrere Elefanten im Raum: Braucht es die SRG künftig überhaupt noch und falls ja, in welcher Form? Können die Verlage, die sich zunehmend zu Handelshäusern und Event-Veranstaltern wandeln, künftig noch ihre Rolle zur Meinungsbildung wahrnehmen? Welche Pflichten hat der Staat, um nicht nur die Kommunikationsinfrastruktur zu gewährleisten, sondern allenfalls auch um (subsidiär) Inhalte zu fördern?

Wie können die Aufgaben der heutigen SRG künftig wahrgenommen werden?
Was der Markt offensichtlich zu leisten imstande ist, muss nicht länger mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert werden: TV-Serien, die in den USA ausschliesslich werbefinanziert verbreitet werden, können auch bei uns nach diesem Muster gesendet werden. Und auch kommerzielle ausländische Filmproduktionen und Sportübertragungen müssen nicht länger mit öffentlich-rechtlich erhobenen Abgaben eingekauft werden, wenn es dazu keinen klaren Bezug zur Schweiz gibt. Für verbleibende, im Interesse des Landes liegende Inhalte werden Leistungsaufträge ausgeschrieben.

Wie können Leistungsaufträge im Medienbereich funktionieren?
Für verschiedene Themenbereiche (aktuelle Nachrichten, Konsum- oder Politik-Magazin, Gesprächsrunden) werden Anforderungen beschrieben. Zusammen mit der Ausschreibung werden Finanzierungsmodalitäten (Werbezeitanteile, Sponsoring etc.) geregelt. Wer das beste Angebot bringt, erhält den (befristeten) Zuschlag, zusammen mit einer gesicherten Finanzierung und einem festen Sendeplatz.

Welche Vorteile haben Leistungsaufträge?
Die Medienbranche in der Schweiz wird belebt, indem private Medienhäuser die bestehenden SRG-Redaktionen herausfordern können. Dabei bleibt die Qualität gewahrt, wie sie von den Leistungsaufträgen vorgegeben wird. Zudem können Leistungsaufträge nicht nur für Radio- und Fernsehen vergeben werden, sondern auch für andere Mediengattungen, wo ein Marktversagen erkannt wird. So entsteht ein wirksames Instrument, um privatwirtschaftliche Medienbetriebe zu stärken und zu fördern und gleichzeitig Mindestanforderungen aufrechtzuerhalten.

Ist mit Leistungsaufträgen nicht zwangsläufig eine neue Medienbürokratie verbunden?
Diese kann schlank gehalten werden, wenn das Publikum über zeitgemässe interaktive Kommunikationskanäle mit einbezogen wird, namentlich bei der Qualitätssicherung. So können abstrakte und teure Studien vermieden werden. Christoph J. Walther

Sechs Thesen zur Medienpolitik

Als Sommerlektüre skizziert die Werbewoche Grundzüge einer möglichen künftigen Medienpolitik, die hier auf sechs Thesen konzentriert sind. Und nach den Sommerferien wollen wir wissen, wie diese bei Exponenten der Medien- und vor allem der Werbebranche ankommen. Reaktionen bitte an: www.WEmad.org/umfrage

1. Was der Markt offensichtlich zu leisten imstande ist, muss nicht länger mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert werden.

2. Sofern private Unternehmen nicht in der Lage sind, Inhalte zu produzieren, die im Interesse des Landes sind, kann der Bund unabhängig der Mediengattung deren Produktion ganz oder teilweise unterstützen, wofür Leistungsaufträge ausgeschrieben und vergeben werden.

3. Die Finanzierung einer neuen Medienpolitik soll über das Bundesbudget erfolgen. Falls nötig, kann dafür die Mehrwertsteuer erhöht werden.

4. Der aktuelle Entwurf für ein neues RTVG ist mit einer zukunftsorientierten Medienpolitik nicht vereinbar und ist deshalb zurückzuweisen.

5. Anstatt einer Pflästerlipolitik braucht es eine umfassende Debatte für eine neue Medienpolitik mit einer Volksabstimmung über einen neuen Medienartikel.

6. Es ist im vitalen Interesse der Medienbranche, eine neue Medienpolitik zu fördern und aktiv mit zu gestalten.
 

Youtube: Gesichter können unkenntlich gemacht werden

Wer Filme auf dem Videoportal Youtube hochlädt, kann Gesichter darin künftig unkenntlich machen. Dies sei «mit nur einem Klick» möglich, teilte Youtube am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Youtube-Managerin Amanda Conway begründete die neue Funktion mit der neuen Rolle der Internetnutzer weltweit: «Sie produzieren Nachrichten und Videos zum Thema Menschenrechte.» Youtube stelle ihnen daher die Werkzeuge zur Verfügung, die ihnen dabei helfen sollen. Conway warnte, die neue Funktion sei noch nicht perfekt: Abhängig von Einstellung, Licht und der Qualität des Videos würden manchmal nicht alle Gesichter erkannt. Wer Gesichter unkenntlich mache, bekomme das Video aber zunächst noch einmal gezeigt und könne dann entscheiden, ob er es endgültig auf Youtube hochlade.

Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie des Pew-Forschungszentrums in Washington wird Youtube als Nachrichtenlieferant immer wichtiger. Während des Untersuchungszeitraums von 15 Monaten in den Jahren 2011 und 2012 hätten die Nutzer dort mehr Informationen gesucht als Unterhaltung.

Youtube hoffe, dass die neue Funktion dazu beitrage, dass noch mehr Filme dort eingestellt werden, erklärte Conway. Dank der «visuellen Anonymität» könnten sich auch Menschen mitteilen, die dies sonst nicht wagen würden.

Youtube gehört zum Internetkonzern Google. Nach Angaben des Unternehmens werden jede Minute 72 Stunden Filmmaterial auf Youtube hochgeladen. Vier Milliarden Videos werden jeden Tag angeklickt. (SDA/AFP)
 

Köpfe der Woche – Das Entwicklungs-Labor

Das Langnauer Geschwistertrio Annina, Lukas und Niklaus Mettler haben in Zürich gemeinsam eine Agentur für Grafik und Design gegründet. Mettler Mettler + Mettler bietet Ästhetik und Strategie für Corporate Design, Interior Design, Editorial Design und Kommunikation.

Eine Arbeitsteilung? Nein, das kennen sie nicht. «Ein Projekt teilt sich nach Erfahrung auf», meint Lukas, der am meisten Agentur-Erfahrung in das Trio einbringen kann. Annina ist die Spezialistin für Editorial Design. Niklaus ist am ehesten als Illustrator zu fixieren. «Beim Beginn eines Projekts, wenn es um das Konzept geht, da reden alle zusammen mit», erklärt er. Und Annina ergänzt: «Bei drei Leuten ist die Organisation sehr einfach. Dadurch sind wir agil und können Projekte von Anfang bis am Schluss individuell begleiten.»

Dass die drei einmal zusammen arbeiten wollen, war schon lange ein Traum.» Geweckt wurde dieser bereits im Elternhaus im Emmental. Ihr Vater Reto Mettler wirkte als Kurator verschiedener Kunstausstellungen und Festivals und arbeitet nach wie vor in Langnau als selbständiger Grafiker. Von ihm haben die Jungunternehmer viel lernen können. Das Atelier des Vaters, unzählige Reisen entlang kunsthistorisch interessanter Bauten und Besuche von Kunstausstellungen gehörten zum Familienleben und haben das Trio geprägt. An Geburtstagen haben die Kinder für ihre Mutter, die als Leiterin der Komplementärmedizin des Spitals Langnau mehr für die charakterliche Bildung der Geschwister verantwortlich war, jeweils aufwendige «Kunstwerke» gebastelt. Heute bilden diese gemeinsamen Erfahrungen den Grundstein ihrer Agentur. Umso mehr nimmt der Vater «sehr Anteil an unseren Ideen und freut sich natürlich über den Erfolg». Die Entwicklung dazu ist ziemlich geradlinig verlaufen.

«Mit 15 Jahren ist es noch früh, sich zu entscheiden », erklärt Annina, wieso sie zuerst das Lehrerseminar absolviert hat. Schon bald wusste sie aber, «dass ich an eine Schule für Gestaltung will». Ohne den Umweg über eine erste Anstellung als Lehrerin ging sie ein Jahr nach dem Abschluss nach Lausanne an die ECAL. An dieser Kunstschule studierte sie Visuelle Kommunikation. Der Auslöser für Lausanne war Bruder Lukas, der gleichzeitig an der ECAL studieren wollte.

Nach dem Diplom fand Annina einen ersten Job als Grafikerin und später als Artdirektorin bei Das Magazin, der Samstagsbeilage des Tages-Anzeigers. «Das war ein unglaublicher Glückstreffer, denn ich hatte die Möglichkeit, mit Chefredaktor Finn Canonica und dem Grafiker Jonas Vögeli zusammen 2009 ein komplettes Redesign zu machen.» Ihre mehr als vier Jahre bei Das Magazin haben Anninas Laufbahn als Designerin entscheidend beeinflusst. «Wir waren ein sehr kleines Team und haben jede Woche ein neues Heft produziert. Da kann man immer wieder an neuen Aufgaben reifen. Zudem war auch die Zusammenarbeit mit vielen führenden Fotografen für mich sehr prägend und interessant. Es war eine Traumstelle, das sage ich gerne.»

In der Redaktion an der Werdstrasse konnte sich Annina einbringen, bis sie 2011 einen Mutterschaftsurlaub antreten wollte.

Niklaus, der jüngste des Trios, hat seinen Weg in die Grafik am direktesten eingeschlagen. Er studierte an der Schule für Gestaltung in Biel und fiel dort auf mit seinem Talent im Bereich Illustration. Nach dem Abschluss 2009 entschied er sich für ein Praktikum in Kapstadt. Die Agentur The President arbeitet «weniger konzeptionell, sondern sehr dekorativ», was für Niklaus eine interessante und inspirierende Erfahrung war. «Nicht Form follows Function, sondern Functions follows Form», ist ihr Credo.

Nach einem halben Jahr ist Niklaus in die Schweiz zurückgekommen. «Da landet man natürlich automatisch in Zürich, wo ich in der ersten Zeit bei meiner Schwester Unterschlupf fand.» Beruflich ging es mit verschiedenen Praktika weiter, vorwiegend in den Bereichen Corporate und Editorial Design. Seine letzte Station war bei der Kulturzeitschrift Du, bevor ein fliessender Übergang zur Gründung von Mettler Mettler + Mettler führte.

Der Älteste, Lukas Mettler, hat zuerst Hochbauzeichner gelernt. Allerdings nicht in einem Architekturbüro. Das Atelier Oï in La Neuveville ist ein Büro für Innenarchitektur, bekannt für sein Design und mittlerweile das grösste Atelier dieser Art in der Schweiz. «Ich wusste, dass ich einen Beruf haben musste, deshalb habe ich mich für diese Lehre entschlossen. Aber wichtig war mir eigentlich nur, dass ich vier Jahre in diesem Atelier den drei Chefs über die Schulter blicken konnte.» Neben seinem Möbel- Design-Büro wurde das Atelier Oï bekannt mit seiner Arte Plage in Neuenburg für die Expo.02. Dazu werden viele Luxusbrands aus dem Schweizer Uhrenmarkt betreut. «Ich konnte dort sehr viel lernen.»

Nach dem Abschluss wollte er sich an der ECAL weiterbilden. Bereits an dieser Kunsthochschule in Lausanne wurden Annina und Lukas als «Duo Les Mettlers» bekannt. Während seine Schwester in Lausanne blieb, zog es Lukas nach dem Vorkurs aber nach Genf weiter. Hier machte er nach vier Jahren an der HEAD seinen Abschluss in Visueller Kunst. «Das war eine wichtige Phase zum Ausprobieren.» Um sein Studium zu finanzieren, konnte Lukas Aufträge für verschiedene Galerien übernehmen und suchte seinen Weg auch mit eigenen Projekten.

Nach Genf war klar, «dass Zürich der Ort ist, wo es mich hinzieht». Lukas arbeitete in verschiedenen Agenturen als Angestellter oder als Freelancer. Das Brand-Design lockte ihn, weil man hier «mit einem strategischen Hintergrund visuell arbeiten konnte». In dieser Phase als Freelancer wurde Lukas angefragt, für ein neu fusioniertes Unternehmen zweier Baufirmen das Corporate Design zu entwickeln. Die Microtunnel AG ist ein Spezialist für grabenlosen Leitungsbau und brauchte einen komplett neuen Auftritt: vom Logo über Broschüren bis zur Werbung und Website. Für einen solchen Job brauchte Lukas die Unterstützung seiner Geschwister. So hat es sich ergeben. «Die Idee, sich gemeinsam selbständig zu machen, lag auf der Hand.»

Die gelungene Referenz mit Microtunnel hat für Mettler Mettler + Mettler schnell weitere Aufträge nach sich gezogen. Bald war so viel Arbeit da, dass die Geschwister davon leben konnten. «Wir haben auch familiäre Verpflichtungen.» Lukas ist Vater eines Mädchens. Annina hat inzwischen einen Sohn zur Welt gebracht.

Das Fotomuseum Winterthur, die Langnau Jazz Nights, Unilever oder auch die grüne Partei gehören inzwischen zu den Kunden von Mettler Mettler + Mettler. Mit der Kampagne für die Langnau Jazz Nights sind die Mettlers in diesem Jahr unter die «100 besten Plakate» in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewählt worden. Für die Grünen haben sie es geschafft, mit der Partei zusammen ein auch grafisch neues Image weg von der «TotenkopfÄsthetik » rund um die Atom-Frage zu finden. «Wir wollten eine visuelle Sprache, die nicht nur Probleme aufzeigt, sondern einen Mehrwert schafft.»

Noch in Entwicklung befindet sich ein Auftrag für Russland. Ein russischer Investor will auf einer Industrie-Brache in der Peripherie von Moskau eine Siedlung bauen. In dieser sollen Arbeit, Bildung und Freizeit «in neuartiger Form» verbunden werden. Die Mettlers haben dazu die Studie «Creative Settlement » des Architekturbüros Camenzind Evolutions in zwei Broschüren grafisch umgesetzt. Dabei galt es eine visuelle Sprache zu entwickeln, basierend auf den Handskizzen der Architekten.

Soeben mit dem Red Dot Award ist die Kampagne für ihre eigene Kollektion für Hurter Designers Tapeten ausgezeichnet worden. Diese Idee rund um eine Tapete kann vielleicht am besten aufzeigen, wie Mettler Mettler + Mettler bei ihrer Arbeit vorgehen. «Wir investieren viel Zeit in die Entwicklung von Projekten, die noch gar keinen Adressat haben. Man experimentiert und auf einmal entsteht etwas, wofür es eine reelle Nachfrage gibt. Dann tritt man mit dem möglichen Partner in Kontakt und bringt ein Projekt mit, das bereits auf einer Vorarbeit besteht. Das ist wichtig für unser Büro. Wir sehen uns deshalb auch als Entwicklungslabor.»

Losgelöst von einem Mandat und «total frei» hat sich auf diese Weise das Design für eine Tapete ergeben. Die Inspiration für ihre Patterns finden Mettler Mettler + Mettler in den Wachsprint-Stoffen Westund Zentralafrikas. Diese haben sie für Hurter Designers Tapeten als vierteilige Kollektion neu interpretiert. Den traditionellen Stil kontrastieren MM+M mit pulsierenden computergenerierten Designs. «Solche weiterführenden Projekte sind für uns wichtig. Solche Fantasien entwickeln zu können, ist die Freiheit, die wir uns immer nehmen wollen. Das ist der Unterschied zu den meisten grösseren Agenturen. Dieser Teil unserer Arbeit hat einen immateriellen Wert und oft wissen wir zu Beginn nicht, wo es schliesslich hingeht. Aber wir sind überzeugt, dass es zu etwas führt. Nur so kann man auf neue Wege und Ideen kommen und eine eigene Identität schaffen.» Andreas Panzeri

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Ruf Lanz: Kampagne für Autismus Forum Schweiz

Autismus Forum Schweiz hat die Agentur Ruf Lanz mit einer Sensibilisierungskampagne für die verschiedenen Facetten von Autismus beauftragt.

Autismus sei in der Schweiz nur wenigen Menschen wirklich ein Begriff, schreibt Ruf Lanz in einer Mitteilung. Entsprechend wenig Verständnis oder Unterstützung werde den Betroffenen und ihrem Umfeld von der Bevölkerung entgegengebracht. Allen Menschen mit Autismus seien Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens gemeinsam: zum Beispiel Schwierigkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, ihnen in die Augen zu schauen und mit ihnen zu sprechen.

Die erste Phase der Kampagne zeigt gemäss Mitteilung, dass für Menschen mit Autismus selbst alltägliche Tätigkeiten wie «zum Coiffeur gehen», «einen Apfel kaufen», «nach dem Weg fragen» oder «jemandem in die Augen schauen» eine schwere Prüfung sind. Deshalb werden für diese und weitere, vermeintlich einfache Tätigkeiten liebevoll gestaltete Diplome, Urkunden und Zertifikate ausgestellt.

Ab 19. Juli sind die insgesamt sieben Sujets ganzseitig in zahlreichen grossen Schweizer Zeitungen und Zeitschriften zu sehen. Zusätzlich kommen die Sujets auf F200 Leuchtplakaten an Haltestellen sowie auf 10'000 Postkarten und in Online-Anwendungen zum Einsatz.

Verantwortlich bei Autismus Forum Schweiz: Nicole Ulrich (Präsidentin), Dr. med. Thomas Girsberger (Vizepräsident), Dr. Thomas Ulrich, Edith Hörler, Nikola Bellofatto (Vorstandsmitglieder). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (CD), Maren Beck (Text), Isabelle Hauser (AD), Dave Schellenberg (Grafik), Sabrina Luck (Beratung). Lithographie: NC. Druck Plakate: Setaprint. Druck Postkarten: Heer Druck.

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Supertext: Firmenblogs und Newsletter im Visier

Die Text- und Übersetzungsagentur Supertext lanciert in ihrem Online-Textshop zwei neue Dienstleistungen: das Blog-Post-Abo und das Newsletter-Abo.

Die Kunden erhalten für einen monatlichen Pauschalbeitrag entweder monatlich, wöchentlich oder täglich neu getextete Beiträge für ihren Firmenblog oder den Newsletter, wie es in einer Mitteilung heisst. Beide Abos starten mit einem persönlichen Kick-off-Meeting, an dem die Themen und Autoren festgesetzt werden. Agenturchef Rinaldo Dieziger, der als Papablogger beim Mamablog des Tages-Anzeiger mitschreibt: «Wir texten für viele Kunden Blog-Beiträge und Newsletter. Anstatt jede Woche oder jeden Tag ein Blog-Posting zu bestellen, können die Beiträge nun einfach abonniert werden.»

Supertext beschäftigt zwölf fest angestellte Mitarbeitende und einem Freelancer-Pool von mehr als 300 vertraglich gebundenen Autoren, Textern, Journalisten, Lektoren, Korrektoren, Übersetzern. Zu den Kunden der Agentur gehören Migros, Ovomaltine, Ochsner Sport, Coca-Cola, Hirslanden, Toshiba, ABB, VZ Vermögenszentrum, Wirz, KSB, Unic oder Burson-Marsteller.
 

Grenzen überschreiten und respektieren

Internationales Corporate Publishing kennt Grenzen, die es zu respektieren gilt. Ein Fallbeispiel.

Bei der Leserschaft eines Magazins «für Architektur, Design, Handel und Handwerk», das in drei Sprachen nach Dubai, Dagmersellen und Dallas verschickt wird, von einer Zielgruppe zu sprechen, zeugt von Optimismus. Das Magazin heisst SLIDE und wird von Kunden und Partnern der Hawa AG gelesen, die in Mettmenstetten hochwertige Schiebebeschlagsysteme für den globalen Markt herstellt. Jede Ausgabe gleicht einer Quadratur des Kreises: Wie holt man gleichzeitig amerikanische Einkäufer, arabische Bauherrinnen und deutsche Schreiner ab?

Sprachliche und kulturelle Unterschiede

Bei den Begrifflichkeiten fängt es an: In Deutschland heisst der Schreiner «Tischler». «Schreiner» ist ihm so fern wie der «Tischler» dem Schweizer. Texter Willi Näf muss oft auf Sinnliches verzichten und auf Ungefähres wie «Holzfachleute» ausweichen: «Ein Heft mit zu viel Nationalkolorit in der Wortwahl wirkt provinziell und nabelschauhaft.» In den Übersetzungen multipliziert sich das Problem. Die Mehrsprachigkeit kann sogar Auswirkungen auf die Gestaltung haben: Ein Frosch als Illustration zum Thema «Froschperspektive» funktioniert nicht, wenn der englische Ausdruck dafür «worm’s eye view» heisst.

Zu beachten sind auch aktuelle Befindlichkeiten und allgemeine kulturelle Unterschiede. Die Reportage über den Filialumbau einer Schweizer Grossbank wirkt auf Leser in Thun positiv, löst bei der Kundin in Texas aber den falschen Imagetransfer aus. Die Abbildung einer Wellnessanlage mit zu viel nackter Haut wird in Dubai kaum goutiert. Und ein Text über den Sinn von Mitspracherechten liest sich im Westen wie ein Plädoyer für Eigenverantwortung, im arabischen Raum aber unter Umständen wie der Vorwurf, man unterdrücke den Hunger auf Demokratie. Eine spielerische Sprache und Ansätze von Mutterwitz sind oft nicht möglich. Um dennoch einen hohen journalistischen Anspruch zu erfüllen, müssen die Hawa AG und ihre Blattmacher intensiv und vielschichtig zusammenarbeiten. Das scheint zu gelingen: SLIDE wurde zweimal mit einem BCP Award ausgezeichnet und ist dieses Jahr für einen Econ Award nominiert.

Unternehmen: Basel West Unternehmenskommunikation AG
Ansprechpartner/Kontaktperson: Markus Siegenthaler
E-Mail-Adresse: [email protected]

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Mediapulse: Radionutzung im ersten Halbjahr gesunken

In der Schweiz ist im ersten Halbjahr weniger Radio gehört worden. Sowohl die Zahl der Hörer als auch die Hördauer nahm in allen drei Landesteilen gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2011 leicht ab.

In der Deutschschweiz schalteten an einem durchschnittlichen Tag 88,5 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren das Radio ein, wie die Mediendatenforscher von Mediapulse am Donnerstag mitteilten. Im zweiten Semester 2011 waren es 88,8 Prozent gewesen. Die durchschnittliche Hördauer sank von 127,7 auf 125,5 Minuten pro Tag.

Die Marktanteile der einzelnen Sender blieben im Grossen und Ganzen stabil. Die SRG-Sender verbuchten in der Deutschschweiz einen leichten Rückgang des Marktanteils von 65,6 auf 65,5 Prozent. DRS1 als meistgehörtes Programm der Schweiz gab von 33,6 auf 33,0 Prozent nach, während DRS3 von 17,7 auf 17,8 Prozent zulegte.

Die Schweizer Privatradios steigerten den Marktanteil von 29,8 auf 30,1 Prozent. Spitzenreiter Radio 24 aus Zürich büsste sowohl leicht an Hörern als auch an Marktanteil (von 3,4 auf 3,1 Prozent) ein.

In der Romandie konnten die SRG-Programme ihren Marktanteil von 65,6 auf 66,4 Prozent erhöhen. In der italienischen Schweiz sank der traditionell sehr hohe Anteil der SRG-Programme von 83,2 auf 82,5 Prozent. (SDA).

Hörerzahlen 1. Semester 2012 Deutsche Schweiz
Hörerzahlen 1. Semester 2012 Suisse romande
Hörerzahlen 1. Semester 2012 Svizzera italiana

Das Bessere ist der Feind des Guten

Instrumente zur Planung und Kontrolle der Online-Marketing-Aktivitäten und der Suchmaschinenoptimierung sowie AdWords-Kampagnen im Speziellen sind für unsere Arbeit von Nutzen. Sie lassen uns jedoch vergessen, dass der Erfolg im Online-Marketing nicht alleine auf Instrumenten und Daten basiert, sondern auch auf spontanen Impulsen und kreativen Ideen. Von Martin Caduff & Nicolas Kaufmann, dotpulse Webagentur AG.

Google Keywords Tool, AdWords und Web Analytics ermöglichen unter anderem für die Suchmaschinenoptimierung oder AdWords-Kampagnen, genau die Keywords herauszupicken, die qualifizierte Besucher auf die Website bringen, das Besucherverhalten auf der Website zu analysieren, bis wir dem Besucher nur noch die Informationen präsentieren, die er (vermeintlich) sehen will, aufzudecken, über welche Kanäle die Interessenten auf die Website kommen, bevor sie eine Conversion auslösen, und dort zu werben, wo sich die potenziellen Kunden aufhalten, und schliesslich den Approach zu finden, der unsere Konsumenten aktiviert.

Wir sind Verfechter dieser Instrumente, wehren uns aber gegen das grenzenlose Vertrauen, das ihnen zum Teil entgegengebracht wird. Was in letzter Konsequenz dazu führen kann, dass Bürokraten und Kontroller das Ruder übernehmen und professionelle Online-Marketer, Querdenker und kreative Köpfen verdrängen. Wohin das führen kann, sehen wir bereits bei AdWords-Kampagnen: unterschiedliche Anbieter werben für dasselbe Angebot mit de ckungsgleichen Anzeigentexten. Hier wird nicht beachtet, dass die Anbieter ohne eindeutige Differenzierungsmerkmale austauschbar sind. Wenn AdWords so genutzt werden, wird dieses Instrument vom Markt schon bald als schlechte Werbung abqualifiziert.

Das Steuern und Optimieren der Online-Marketing- Aktivitäten mit Daten ist sicher richtig. Wir geben jedoch zu bedenken, dass diese Daten aus der Vergangenheit stammen und teilweise für jedermann zugänglich sind, wie zum Beispiel das Google Keywords Tool.

Für die Wahl von Keywords für das Suchmaschinenmarketing ist das Google Keywords Tool wertvoll, da es uns zeigt, wie die breite Masse sucht. So hilft es uns, die möglichen Keywords für unser Angebot weitgehend zu erkennen. Aber Achtung: auch unsere Mitbewerber verwenden genau diese Keywords. Darum empfehlen wir, einen grossen Pot auf «allgemeine Keywords» zu setzen, die uns Google Keywords liefert. Ein kleiner Pot wird auf «eigene Keywords» gesetzt, die durch die Auseinandersetzung mit dem Angebot, Kreativität und Bauchgefühl evaluiert werden. So stossen wir auf attraktive Nischen, die frei von Mitbewerbern sind.

Die Taktik des grossen und kleinen Pots empfehlen wir nicht nur für das Suchmaschinenmarketing, sondern allgemein im Online-Marketing. Die zahlreichen Instrumente und Datenbanken ermöglichen uns, schnell die Basis zu legen, um Freiräume für Kreativität in Konzeption, Planung und Umsetzung zu schaffen.

Wir plädieren für Kreativität. Bei den AdWords sehen wir bereits deckungsgleiche Anzeigentexte, die sich lediglich im Anbieternamen unterscheiden. Ohne eindeutige Differenzierungsmerkmale sind die Anbieter austauschbar und in letzter Konsequenz wird AdWords-Werbung vom Markt als schlechte Werbung abqualifiziert.
 

Eyeloveyou: Sujets für Radio Basilisk realisiert

Die Agentur Eyeloveyou hat für Radio Basilisk eine Serie von Sujets kreiert, mit denen in der Region eine Identifikation mit dem Label Basilisk geschaffen werden soll.

An bekannten Orten der Region, wie zum Beispiel dem Rheinbadhaus Breite oder der Kaserne, hat die Agentur gemäss Mitteilung das Basilisk-Transistorradio neu in Szene gesetzt.  Im Sinne von «If it ain’t broke then don’t try to fix it» wurde dabei den Basilisk-Claim «So tönt s Läbe» inhaltlich in die verschiedenen Headlines aufgenommen. Die Anzeigen sind während des ganzen Sommers in verschiedenen Printmedien wie beispielsweise 20 Minuten und Basler Zeitung zu sehen.

Verantwortlich bei Radio Basilisk: Pascal Bloch, Melanie Fanti (Marketing). Verantwortlich bei Eyeloveyou: Stevie Fiedler (Art Direction), Oliver Kirschbaum (Beratung). Fotografie: David Merkofer.

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Facebook-Auftritt verrät Persönlichkeit

Ein neues Analyseverfahren von Facebook-Seiten ermöglicht es, die Persönlichkeit des Nutzers festzustellen. Die Bewertungsskala soll Werbetreibenden Vorteile verschaffen.

Forscher der University of Missouri bestimmen anhand des öffentlichen Facebook-Profils, ob der Anwender «abenteuerlustig» oder «vorhersehbar» ist. Diese Erkenntnisse sollen jetzt auch in der Werbeindustrie zur Anwendung kommen. «Ich glaube, dass dadurch Werbefirmen und Medienhäuser potenzielle Kunden mit personalisierten Inseraten ansprechen könnten. Die Identifikation von individuellen Persönlichkeiten bringt Werbetreibenden entscheidende Vorteile», betont Forschungsleitern Heather Shoenberger.

Zentrales Geschäftsmodell

«Das erklärte Ziel von Werbetreibenden ist es, das Verhalten von Internetnutzern zu analysieren. Facebook lebt von personalisierter Werbung», sagt Social-Media-Experte Jonny Jelinek gegenüber Pressetext. Alle Daten, die man im sozialen Netzwerk preisgibt, werden für Werbung genutzt. «Auf Facebook gibt es zwar Einstellungen, mit denen man gewisse Informationen verschleiern kann, zur Gänze kann man sich jedoch nicht schützen. Der Konzern wird in den nächsten Jahren versuchen, auch außerhalb des eigenen Netzwerks Werbung zu schalten», so Jelinek.

Abenteuerlustige Nutzer

Bei der Entwicklung der Skala stellte Shoenberger fest, dass Nutzer mit gefährlichen Freizeitaktivitäten dazu neigen, oft Bilder zu veröffentlichen und mit Freunden zu interagieren. Im Gegensatz dazu sind reserviertere Nutzer auch im sozialen Netzwerk zurückhaltender, scrollen kaum im Newsfeed oder erstellen nur zögerlich Updates.

Die Studie wurde bei der diesjährigen International Communication Association Conference in Phoenix präsentiert. (Pressetext)

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