SRF, RTS und RSI bauen in den nächsten zwei bis vier Jahren Stellen ab
Am Dienstag haben die drei SRG-Unternehmenseinheiten SRF, RTS und RSI Informationen zu ihren Sparplänen bekanntgegeben. Beim SRF sollen bis im Jahr 2022 116 Vollzeitstellen eingespart werden, bei RTS und RSI 65 beziehungsweise 46 bis in den nächsten vier Jahren. News-Leiterin Sandra Manca verlässt SRF, Joana Mauch und Mathias Schenk stossen neu zu Radio SRF 3.

Der Stellenabbau soll in zwei Etappen erfolgen: 66 Stellen sollen im Januar 2021 abgebaut werden, 145 Stellen im Herbst 2021, wie das Unternehmen mitteilte. Das sind insgesamt 211 Vollzeitstellen, die abgebaut werden, weil SRF gleichzeitig 95 neue Stellen schaffen will.
Das Unternehmen brauche dringend neue Berufsbilder und Kompetenzen für die digitale Transformation des Unternehmens, lässt sich SRF-Direktorin Nathalie Wappler in der Mitteilung vom Dienstag zitieren. Zudem soll es rund 100 Umschulungen geben. Gemäss Mitteilung sei das Weiterbildungsbudget bereitgestellt.
SRF rechnet damit, dass insgesamt 120 Personen gekündigt werden muss – in einer ersten Etappe sollen 25 Kündigungen ausgesprochen werden, in einer zweiten 95. Der Rest solle über die natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen abgebaut werden.
News-Leiterin Sandra Manca verlässt SRF
Um die Entwicklung der neuen Organisation voranzutreiben, die ab 1. April 2021 in Kraft treten soll, hat Wappler Interimsleitende für zentrale neue Abteilungen und Bereiche ernannt. Zudem soll die Leitung von SRF News neu besetzt werden: Sandra Manca verlässt das Unternehmen. Interimistisch übernimmt Ursula Gabathuler, heute Leiterin Redaktion Kassensturz/Espresso, ab 13. Oktober 2020 ihre Aufgaben. Die Stelle soll ausgeschrieben werden.

Änderungen im TV- und Radio-Programm
Auch Anpassungen im TV-Programm sind bekannt geworden. So soll ab Sommer 2021 anstelle der Vorabendsendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» auf SRF 1 unterschiedliche Formate nach dem Grundkonzept «Mini …, dini …» geplant. Ausserdem sieht SRF im Sommer- und Feiertagsprogramm weniger Neuproduktionen vor.
Verändern soll sich auch das Literaturangebot bei Radio SRF 2 Kultur: Die Sendung «52 beste Bücher» werde im nächsten Jahr durch ein ganzheitlich neu aufgestelltes Literaturangebot aufgelöst. Die Programmänderungen sollen neuen – insbesondere digitalen – Formaten Platz machen.
Joana Mauch und Mathias Schenk neu bei Radio SRF 3
Während des Mutterschaftsurlaubs von SRF-3-Moderation Anic Lautenschlager, der bis Frühling 2021 dauert, werden Joana Mauch und Mathias Schenk jeweils während drei Monaten im Tagesprogramm moderieren. Die 29-jährige Appenzellerin Mauch moderiert bis Ende Jahr hauptsächlich die Vormittagssendung. Der 33-jährige Schenk wird per Januar 2021 zu SRF 3 stossen.

RTS baut bis 2024 bis zu 65 Vollzeitstellen ab
Das Westschweizer Fernsehen RTS streicht bis im Jahr 2024 zwischen 50 und 65 von insgesamt 1518 Vollzeitstellen. Aufgrund der schwierigen Situation auf dem Westschweizer Medien-Markt wegen der Corona-Pandemie will RTS im Jahr 2021 auf Kündigungen verzichten.
In den Jahren 2022 bis 2024 könnten Kündigungen aber nicht ausgeschlossen werden, schrieb RTS am Dienstag in einer Mitteilung. Das Unternehmen will in den nächsten vier Jahren 15 Millionen Franken sparen. Der starke Rückgang der Werbeeinnahmen im ersten Halbjahr 2020 und der stetige Rückgang der kommerziellen Einnahmen der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) in den letzten Jahren wirkten sich auf die RTS im Umfang von 10 Millionen Franken aus.
Im kommenden Jahr erwartet RTS noch keine Auswirkungen. Ab 2022 sollen dann die Kosten gesenkt und Programme angepasst werden. Zudem sollen neue digitale Formate und Angebote für das jüngere Publikum entwickelt werden. Genauere Angaben machte RTS nicht.
Tessiner Radio und Fernsehen RSI spart 46 von 1039 Stellen ein
Das Tessiner Radio und Fernsehen RSI will in den nächsten vier Jahren 46 von insgesamt 1039 Vollzeitstellen einsparen. RSI muss insgesamt weitere rund acht Millionen Franken einsparen.
Der neue Sparplan bedinge, dass Radiotelevisione Svizzera RSI zu bereits 12 gestrichenen weitere 34 Stellen abbauen müsse, teilte die italienischsprachige Unternehmenseinheit der SRG am Dienstag mit. 11 der 12 erwähnten Stellen seien dank natürlichen Abgängen und vorzeitigen Pensionierungen bereits abgebaut.
Bezüglich der 34 zusätzlichen Stellen, die abgebaut werden müssen, kann RSI gemäss Mitteilung Entlassungen nicht ausschliessen. Die Alterspyramide der Belegschaft lasse jedoch die Erwartung zu, dass ein Grossteil des Abbaus über die natürliche Fluktuation bewerkstelligt werden könne. Zwischen 2021 und 2024 kämen 70 Mitarbeitende ins Pensionsalter. (SDA/swi)




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