«Alles, was mit Kultur zu tun hat»

Der Werber und Designer Andreas Babic lanciert ein Kulturmagazin als Brücke zwischen Baden und Zürich.

Im Mai erscheint ein neues Kulturmagazin. Das Heft nennt sich Escapade und erscheint im Eigenverlag des Urdorfer Werbers und Designers Andreas Babic. «Kultur muss man sich leisten können», lautet das Thema der ersten Ausgabe. Eine doppeldeutige Anspielung, denn Escapade soll gratis über Gemeinden, Shops und die Post verteilt werden. «Das Kulturmagazin finanziert sich ausschliesslich über Insertionen », erklärt Babic. Kreativ dabei: Wenn in der Insertion das Wort «Kultur» auftaucht, gibt es 10 Prozent «Kulturrabatt». Pro Jahr sind sechs Ausgaben geplant mit einem Umfang von 60 Seiten. Gestartet wird mit 20 000 Exemplaren. Zielgebiete sind Zürich und das Limmattal. Damit will das Heft «eine kulturelle Brücke bilden zwischen Zürich und Baden». Die erste Titelgeschichte analysiert die Skyline von Dietikon sowie die Kultur der Erdhäuser. Mehr Infos auf Escapade-magazin.ch. pan

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Station bringt USP auf den Punkt

Die Promotionsagentur USP hat Station mit einem kompletten Neuauftritt beauftragt. Damit sollen sich die Kompetenzen der Agentur auch online manifestieren.

Gemeinsam mit der Londoner Agentur BOB wurde an der Corporate Identity gefeilt und so die Grundlage für das frische Gesamtkonzept geschaffen. Der neue Auftritt überzeuge mit einem überraschenden Navigationskonzept, heisst es in einer Station-Mitteilung. Die gesamte Seite lasse sich auch mit Hilfe der Pfeiltasten entdecken. Ein adaptives Layout mache die Website responsive und somit auch auf Tablets und Smartphones problemlos bedienbar.

Weil punktgenaue Kommunikation die Stärke von USP sei, ziehe sich auch der blaue Punkt der CI durch den gesamten Webauftritt, so die Agentur weiter. Der Punkt bilde den Mittelpunkt des Designs und begleite den Besucher durch jede Seite. Die Website wurde in WordPress umgesetzt, für fast alle Endgeräte optimiert und in drei Sprachen erstellt.

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JvM/Limmat startet eine neue Unit

Unter dem Namen Jung von Matt/next baut Jung von Matt/Limmat eine neue Agentur auf, die auf die Entwicklung von digitalen Plattformen spezialisiert ist. Die Leitung übernimmt Markus Schärer, der von Wirz zu JvM/Limmat stösst.

Mit der Gründung von Jung von Matt/next baut die Zürcher Kommunikationsagentur ihr digitales Leistungsspektrum in Strategie, Konzeption, Kreation und Realisation von interaktiven Markenerlebnissen im Bereich Promotion Websites, Corporate Websites, Mobile-Anwendungen und Interface Design aus. «Wir freuen uns sehr, unsere Kompetenz in Markenführung im digitalen Zeitalter konsequent ausbauen zu können», so Dominique von Matt, CEO von JvM/Limmat. 

Verantwortlich für den Aufbau von Jung von Matt/next ist Markus Schärer (Bild). Er stösst am 1. März 2013 als Executive Digital Director und Mitglied der Geschäftsleitung zu JvM/Limmat. Crossmedia-Kampagnen wird JvM/Limmat künftig gemeinsam mit Jung von Matt/next entwickeln, so Alexander Jaggy, Executive Creative Director von JvM/Limmat. «Die Konzeption und Realisation von Plattformen wird zentral bei Jung von Matt/next erfolgen.»

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Markus Schärer war bisher als Mitglied der Geschäftsleitung bei Wirz tätig und hat die Integration der Digital-Kompetenzen von Assai Dialog + Digital in die Wirz Werbung vorangetrieben. Schärer arbeitet seit bald 20 Jahren in der digitalen Branche und gilt als ausgewiesener Spezialist mit Stationen bei Screenlight/Seiler DDB, Crealogix und Publigroupe. Er ist langjähriges Jurymitglied beim Best of Swiss Web und Mitglied des ADC Schweiz.

Zusammenarbeit mit Hamburg

Jung von Matt/next wird mit der gleichnamigen Agentur in Hamburg kooperieren und auf deren Entwicklungsressourcen zurückgreifen können. Dort konzipieren über 80 Mitarbeitende interaktive Kommunikationsformen beispielsweise für Mercedes-Benz, Bosch und Nikon.

Die 20 Digitalexperten bei JvM/Limmat haben bereits erfolgreiche Crossmedia-Kampagnen und Social-Media-Konzepte entwickelt. Die Agentur ist in der ewigen Bestenliste des Best of Swiss Web auf Platz zwei und konnte letztes Jahr für die Kampagne «Obermutten» den goldenen Euro-Effie für die erfolgreichste Social-Media-Kampagne in Europa entgegen nehmen. In den nächsten Monaten werden weitere Spezialisten aus den Bereichen Design und Programmierung zu Jung von Matt/next stossen, wie die Agentur am Donnerstag mitteilte.

Alexander Jaggy, Executive Creative Director von JvM/Limmat, im Interview: 
«Mit dem Zusammenlegen von online und offline ist es nicht getan».

 

Das Februarloch.

Es fällt auf, dass die Anzeigen in den Tages- und Wochenzeitschriften immer mehr verschwinden. Und die noch vorhandenen sind so schlechte Werbung, dass auch diese für den Leser verschwinden.  Von Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Um was es geht: Wenn man sich die Mühe gibt, sich in den Tages- und Wochenzeitungen auf das Vorkommen von Inseraten zu konzentrieren, kann man erstaunlich wenig von dieser Spezies finden. Im Tages-Anzeiger vom letzten Samstag zählt man auf 56 Seiten nur 5,26 Seiten echte Inserate. Dazu kommen Todesanzeigen, Veranstaltungen, Immobilien bis Rendez-vous-Seiten usw. Eigenwerbung wie SonntagsZeitung, Magazin und Füller machen insgesamt 5 Seiten aus. Also etwa gleich viel Fläche wie die echten Inserate. Bleiben für die Redaktion noch etwa 36 Seiten übrig.
 
Ich mag mich noch gut an eine Diskussion vor 30 Jahren mit Kurt W. Zimmermann erinnern, wo es darum ging, ob die Redaktion auf die Rückseite der Werbung schreibt oder umgekehrt. Heute müsste ich Zimmi recht geben. Die Weltwoche Nr. 6 schrieb auch nicht auf die Rückseiten der Werbung. Sie beinhaltet auf 76 Seiten nicht mal 5 Seiten Werbung ohne dieEigenwerbung und den Digitec-Beihefter gerechnet. Die NZZ am Sonntag mit Stil-Bund vom letzten Wochenende beinhaltete auf 110 Seiten immerhin 27,5 Anzeigen- inkl. 2 Doppelseiten. Der SonntagsBlick mit Magazin bringt es auf nur 19 Seiten Werbeeinschaltungen bei total 144 Seiten Umfang.
 
Man könnte nun argumentieren und die Abwanderung von Mediavolumen aus den Printmedien mit dem Internetzuwachs begründen. Laut Mediafocus betrug der Anteil am Gesamtwerbevolumen im Internet im Jahr 2010 3,5%, 2011 2,9% und letztes Jahr noch 2,8%. Also hier liegt das Februarloch nicht begraben.
 
Meine Theorie: Der Grund, weshalb der Anzeigenmarkt schwindet, liegt bei den unsäglich langweiligen, aktionistischen und unkreativen Inseraten, welche die Auftraggeber mit ihren Agenturen oder zum Teil auch selber basteln.
 
Schauen wir mal ein paar Beispiele von den 5,26 Werbeseiten vom Tagi (9.2.) an: Auf der Titelseite finden wir auf einem seitenbreiten 4-cm-Balken die «Happy Diamand Collection» von Choppard, zwei Ringe und einen Anhänger in Herzform. (Sehr unkreativ.) Dann versprechen die Emirates «Unvergessliche Momente». Auf einer Drittelseite entdeckt man ein Pärchen. Er trinkt aus einem Kartonbecher Kaffee, siehält einen Krapfen in der Hand. Sie lächeln sich zu und sitzen auf dem Boden, angelehnt an eine Autotür. (Einen Moment zum Vergessen.) Unter dem Titel «doppeltes Vergnügen» wird man von Peugeot mit einem typisch hässlichen Autoinserat gelangweilt. Weiter hinten begegnet man nochmals einem solchen Autoinserat-Exemplar, dieses Mal von Renault. Bevor ich Sie ermüde nur noch diesen Inserate-Schreck: Auf einer Achtelseite schwarzweiss versucht mich das Lederfachgeschäft Neuenschwander mit einem altmodischen Foto eines Models mit Lederjäckchen unter dem Motto «Mein Leder. Mein Stil» über die A6 Bern-Thun, Ausfahrt Kiesen, Richtung Konolfingen nach Oberdiessbach zu locken. (Ha, ha.)
 
Wenn wir nicht mehr Professionalität und Entertainment in die Printwerbung bringen, wird das Loch grösser und grösser. Mein Aufsteller der Woche war der riesige Frühlingsstrauss bei uns zu Hause bei 22° über null.

Exxtra: Mit «Land of quattro» neues Terrain erkunden

Exxtra hat die Audi-Kampagne «Land of quattro» in die Schweiz gebracht – mit einem Online-Special. Besucher der Website können die landesweit schönsten Allrad-Strecken anhand einer Landkarte entdecken.

Ob in der Stadt oder in den Bergen, auf der Strasse oder im Schnee, die verschiedenen Umgebungen der Schweiz seien wie geschaffen für die Audi quattro-Modelle, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Unterlegt mit beeindruckenden Aufnahmen zeige Audi, wovon quattro-Fahrer träumen: Fahrerlebnissen ohne Grenzen.

Verantwortlich bei Audi: Barbara Wernli (Leiterin Werbung Audi). Verantwortlich bei Exxtra: Daniel Bieri (CD), Sandro Kümin (AD), Florian Tillmann, Kevin Bloch (Text), Dominik Cattaneo (Multimedia), Rahel Güttler (Beratung).

Zur Microsite

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Touchdown Social Media

Beat Hürlimann ist freischaffender Werber und passionierter Beobachter der nationalen und internationalen Social-Media-Szene. Über seine Erkenntnisse berichtet er exklusiv in der Werbewoche und auf seinem Blog Huerlimanncc.com.

Wide Receiver Anquan Boldin der Baltimore Ravens vollendet den 13-Yard-Pass seines Quarterbacks Joe Flacco mit einem Touchdown. 108,4 Millionen Amerikaner verfolgen während mehreren Stunden eine Show, die mit insgesamt 47 Werbeminuten im Buchwert von 376 Millionen US-Dollar durchsetzt ist. Willkommen im Werbejahr 2013, willkommen in einer kurzen Replik zur Super Bowl Night vom 3. Februar, dem grössten amerikanischen Sportereignis mit integriertem Werbefestival – oder umgekehrt. Es duellieren sich auf dem Spielfeld die beiden Finalisten der NFL um die Super Bowl und auf den Bildschirmen kämpfen TV-Spot- Produktionen um die Zuschauergunst. Die Ravens haben die 49er bezwungen. Doch wer hat in der Zeit der Werbeblocks beim Publikum die meisten Touchdowns gelandet? Wir werfen einen Blick auf die Performance der gezeigten Super-Bowl-Spots und suchen nach Erfolgsmustern. Herausgekommen sind drei Rankings und drei Erkenntnisse.

#Ranking 1 – Top of Social-Media-Shares: Hier sind die zehn Spots mit den besten Verbreitungszahlen in den beiden Social-Media-Kanälen Facebook und Twitter ersichtlich. Bier, Autos und Filme erweisen sich gemäss Super Bowl-Spot-Analyse als besonders geeignete Stofflieferanten für Geschichten zum Weitererzählen.

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#Ranking 2 – Top of Video-Views: Hier sind die zehn Spots mit den meisten Zuschauern auf Videoportalen ersichtlich. Es gibt offensichtlich eine Korrelation zwischen der Weiterverbreitung von Spots über Social-Media-Kanäle und deren Anzahl Views in Videoportalen (sechs Übereinstimmungen). Zwei Ausnahmen bestätigen die Regel: Toyota ist mit 15 Millionen Views klarer Video-Leader, belegt aber im Social-Media-Ranking mit 19 000 Shares lediglich Rang 33. Auch bei Samsung hapert es mit der Konvertierungsrate von Views in Shares (0,45%). Den über 13 Millionen Zuschauern stehen vergleichsweise geringe 58 000 Weiterverbreitungen gegenüber (Rang 18). Die besten Konvertierungsraten unter den Top Ten erzielen die Spots von Budweiser und Fast&Furios6 mit je 20%. Bemerkenswert: 60% aller Video-Views aus den zehn meist gesehenen Super Bowl-Spots entfallen auf Automarken.

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#Ranking 3 – Top of Video-Likes: Hier sind die zehn Spots mit den meisten Youtube-Likes aufgeführt. Wenig verwunderlich und doch aufschlussreich: Es sind die gleichen Spots auf den ersten fünf Plätzen wie beim Social-Media-Ranking. Das ist eine weitere Bestätigung der Erkenntnis, dass sich positive Nachrichten signifikant besser verbreiten als negative Nachrichten.

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Der Musterknabe unter den Super-Bowl-Spots ist das Brother-Hood-Drama «Clydesdales» von Budweiser. Es geht um die Beziehung zwischen Pferdezüchter und Brauereipferd, die sich im Verlaufe der Aufzucht zur Freundschaft entwickelt. Jahre später kommt es während einer Pferde-Show zum herzhaften Wiedersehen der beiden Freunde. Grosses Spot- Kino mit vielen Emotionen und Gänsehaut-Musik. Das Bierdrama verzeichnete die meisten Youtube- Likes (55 000), Social-Media-Shares (über 2 Millionen) und Erwähnungen auf Twitter (15 000).

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Eine Ausnahme liefert der Domainprovider Godaddy. com. Sein Spot «The Perfect Match of Nice and Smart», in dem sich Topmodel Bar Rafaeli (Nice) und ihr pausbackiger Antipode Walter (Smart) beim Küssen näher kommen, bringt es im Social Ranking auf Rang 10 (151 000 Shares), weist aber mit über 11 000 Dislikes (bei 9000 Likes und 10.5 Millionen Views) als einer von ganz wenigen aller Super-Bowl- Spots eine Negativbilanz aus.

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Der Provokateur unter den Super-Bowl-Spots gab zu heiteren Tweets Anlass und fand grosses Echo in den Medien:

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#Erkenntnis 1: Storytelling
Drei Dinge verbinden die beiden Spots von Godaddy. com und Budweiser. Beide haben es in die Spitzenränge der meistbeachteten und meistweiterverbreiteten Spots geschafft. Beide sind sie nach dem gleichen Storytelling-Muster gestrickt: Im Verlaufe der Handlungen führen überraschende und emotionale Ereignisse Wenden herbei, die den Stoff zum Weitererzählen liefern. Drama oder Komödie? Gemäss Hollywood-Screenwriter und Verfasser des Bestsellers «Save the Cat» Blake Snyder lässt sich jedes filmische Werk einer dieser beiden Dramaturgie-Arten zuordnen. Budweiser, episches Drama mit Happy End. Godaddy.com, prickelnde Sexy-Komödie zum hin- oder wegschauen. Und beide schaffen sie klare Bezüge zur Marke (Budweiser mit Brauereipferd) respektive zur Dienstleistung (Godaddy.com mit dem Matching-Approach).

Waschmittelhersteller Tide liefert mit einer skurrilen Fleckenschutzkomödie «Miracle Stain» eine weitere Super-Bowl-Werbestory. Sie ist gleichzeitig ein Paradebeispiel für kontextbezogenes Storytelling. Der Spot nimmt direkten Bezug zum Ereignis. Joe Montana ist eine 80er-Legende der San Francisco 49er und es geht um sein Abbild als wundersamer Fleck als Resultat eines Ketchupspritzers auf dem Shirt eines Superfans. Man kann diesen Spot nicht weiter niederschreiben. Man muss ihn gesehen haben. Mit 1.1 Millionen Views und 107 000 Shares verfehlt er die Top Ten nur knapp.

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#Erkenntnis 2: Call to Action
Gemäss einer Blitzumfrage nutzten 36% der Zuschauer während der Übertragung sogenannte Second Screens (Smartphones, Tablets, PC, Laptops) zum Bezug von Informationen und zum Austausch von Erlebnissen rund ums Super-Bowl-Spektakel. Gar 52% gaben an, während des Spiels Social-Media- Kanäle zu nutzen und dabei Infos über das Spiel und explizit auch über die Spots auszutauschen. 75% der Super-Bowl-Spots boten den Zuschauern denn auch Facebook-Links, Twitter-Hashtags oder Mobile- Apps zur gegenseitigen Interaktion.

Diese «Second Screen Experiences» eröffnen uns Werber kreative Gestaltungsfelder zur Platzierung wirkungsvoller Handlungsaufrufe. Drei davon – Shares, Views und Likes – haben wir bereits analysiert. Nun geht es um die Analyse gezielter Handlungsauslöser mit anschliessender Leaderzeugung. Am effektivsten erweisen sich dabei Aufrufe, die erstens aus der eigentlichen Spotstory herauskommen und die zweitens zur Mitgestaltung aufrufen. Budweiser beispielsweise bittet die Zuschauer in ihrem Blockbuster-Spot um Namensvorschläge für zwei frisch geborene Clydesdales-Fohlen. Bereits zwei Tage später kann die Brauerei über diesen Tweet ihre beiden frisch auf die Namen Hope und Stan getauften Fohlen präsentieren. Die Kunde verbreitete sich in Kürze tausendfach.

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Eine besonders produktnahe Form der Mitgestaltung hat sich die Keksmarke Oreo ausgedacht. Grundstein legt eine lustige Spotkomödie. In einer Bibliothek entfacht die Frage, was an einem Oreo- Keks besser schmeckt, «Creme or Cookie?», einen heftigen Streit der in tumultartigen Szenen ausartet. Die Creme-or-Cookie-Debatte verbreitet sich rasch über Twitter. Mit den Hashtags #Cremethis oder #Cookiethis werden User aufgefordert, Fotos von Gegenständen einzusenden.

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In einer Halle werden diese in Real Time von Patissiers mit der gewünschten Zutat als Süsswaren- Skulptur nachgebaut und auf Instagram hochgeladen, wo sie zehntausendfach mit Freunden geteilt, tausendfach mit Likes versehen und hundertfach mit positiven Comments überschüttet werden.

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#Erkenntnis 3: Real-Time-Advertising
Das Super-Bowl-Show-Highlight war ein Blackout. Während 30 Minuten gingen im Mercedes-Benz Super Dome die Lichter aus. Audi erwies sich dabei als besonders flinker Akteur im Werbefeld und landete beim Publikum postwendend diesen herrlichen Twitter- Touchdown. 9000 Retweets und 3000 Favorites nach wenigen Minuten – Vorsprung durch Technik.

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Das Super-Bowl-Blackout bot den Zuschauern ein halbstündiges Werbespektakel und uns Werbeschaffenden lieferte es ein paar erhellende Erkenntnisse im Umgang mit Social-Media-Kanälen. 1. Aktuelle Bezüge werden vom Publikum dankbar aufgenommen und weiterverbreitet. 2. Vorausgesetzt, sie sind witzig, überraschend und haben einen nachvollziehbaren Bezug zur eigenen Marke. 3. Es bedarf der Live-Berichterstattung über ein Ereignis zum mitfiebern, verbreitet über ein Medium mit möglichst zahlreichem Publikum. 4. Unerlässlich ist die Anwesenheit eines schlagkräftigen Teams aus Story- Writern, Gestaltern, Digital Cracks und Entscheidungsträgern.

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Das nahezu perfekte Benchmark-Paket fürs Real- Time-Advertising beschert uns die Keksmarke Oreo Cookie mit dieser Social-Media-Anzeige: 1. Oreo Cookie ist mit einem eigenen, äusserst witzigen TVSpot bereits im Super-Bowl-Werbeblock vertreten. Das erhöht die Aufmerksamkeit. 2. In wenigen Minuten kreiert das Oreo-Team eine Rich-Media-Anzeige mit passender Bildidee. 3. Die Anzeige entspricht den Anforderungen der gängigen Social- Media-Kanäle und lässt sich daher mit einem Mausklick gleichzeitig über diese verbreiten. 4. Die Story legt einen stimmigen Spannungsbogen über Event, Ereignis und Produkt. Die Twitter-UserInnen danken es mit rekordverdächtigen 15 950 Retweets! Diese Links führen Sie zu weiteren Zahlen und Fakten rund um die Wirksamkeit der diesjährigen Super-Bowl-Commercials: www.viralvideochart.unrulymedia.com, www.pinterest.com/huerlimann/ super-bowl-ads/. Ein Abstecher lohnt sich! Ihre Gedanken, Meinungen und Vorlieben rund um die Super-Bowl-Werbeshow interessieren mich. Entfachen Sie mit einem Beitrag auf www.huerlimanncc. com spannende Gesprächsrunden.
 
Beat Hürlimann
 

Neues Versprechen

Jung von Matt/Limmat führt die Kampagne rund um das Nachhaltigkeitsprogramm der Migros weiter über die verschiedensten Kanäle.

Generation M ist das Nachhaltigkeitsprogramm der Migros. Diese Tradition greift Jung von Matt/Limmat in der aktuell laufenden Kampagne unübersehbar wieder auf und präsentiert ein neues Versprechen: Bis 2020 investiert die Migros eine Milliarde Franken in Freizeit, Bildung und Kultur. Kernstück der Präsentation des neuen Versprechens ist ein Film. Der TV-Spot lässt zwei Generationen synchron zu Wort kommen. Mit der Stimme einer alten Frau erzählt ein junges Mädchen, was die Migros mit ihrem Engagement bereits bewirkt hat. Zum Schluss folgt die Auflösung: Die Grossmutter sitzt neben dem Mädchen und gibt ihre Geschichte offenbar nicht das erste Mal zum Besten. Bella Neri, Schauspielerin von Beruf, spielt die Rolle der Grossmutter mit Pfiff und weiss ganz real, wovon sie spricht. Denn seit Beginn ihrer Schauspielkarriere ist die Zürcherin auch Angestellte der Migros Zürich. Sie arbeitet aber nicht etwa an einer Kasse oder im Büro. Nein, Bella Neri leiht den Kasperlifiguren im «Park im Grüene» Rüschlikon ZH ihre Hände und Stimme.

Begleitet wird der Spot von Plakaten und Anzeigen. Die Kampagne mündet auf der Online-Plattform Generation-m.ch. Nebst Informationen über das Nachhaltigkeitsprogramm können hier die User gleich selbst ein Versprechen abgeben. Bis heute wurden so bereits mehr als 50 000 Versprechen eingelöst. Anschliessen kann man sich zum Beispiel Vorsätzen wie «Diese Woche dusche ich nie länger als eine Minute», «Diese Woche esse ich nur saisonale Produkte» oder «Diese Woche drucke ich kein einziges Dokument».

Gestern, heute und in Zukunft

Rund eine Viertelmillion Menschen haben den «Raum der Versprechen» bis Ende Januar 2013 besucht. Dabei werden Kommentare zu den aktuell laufenden Versprechen abgegeben, Fotos hochgeladen und leidenschaftlich diskutiert. Die Facebook- Fanpage der Generation M verzeichnet rund 57 000 Fans und hat total über 65 Millionen Kontakte erzielt. Die beliebtesten Posts erhielten mehr als 1000 Links. «In den unzähligen Diskussionen über Energieverbrauch, Ressourcenschonung, Recycling, aber auch soziales Engagement haben alle Beteiligten viel über das Thema und die User gelernt», ist Alexander Jaggy, Executive Creative Director bei Jung von Matt, überzeugt.

Hier wird die Kampagne Generation M von drei kommunikativen Pfeilern getragen: Was das Publikum tun kann: Die Kundschaft der Migros wird in die Nachhaltigkeitsaktivitäten eingebaut, «um gemeinsam Grosses zu erreichen». Was die Migros in der Vergangenheit bereits getan hat: In diesem zweiten Bereich werden die «guten Taten» der Migros in diversen Formaten aufbereitet, etwa in kurzen Webisodes, die ebenfalls auf der Plattform zu finden sind.

Was wir heute tun: Hier formuliert die Migros ein verbindliches Versprechen an die Generation von morgen. Auch diese Liste findet sich auf der Website. Aktuell zum Beispiel: «Wir versprechen Noah, weiterhin mehr PET-Flaschen zu sammeln und zu rezyklieren als jeder andere Schweizer Detailhändler.» Wer das Versprechen anklickt, kann die dazu relevanten Details erfahren.

Andreas Panzeri

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Maybaum Film: Imagefilm für Victorinox Swiss Army

Zur Lancierung der limitierten Auflage der Original Chronograph hat Victorinox Swiss Army eine weltweite Online-Kampagne gestartet. Zentraler Punkt ist ein knapp 4-minütiger Imagefilm, mit dessen Umsetzung die Badener Produktionsfirma Maybaum Film beauftragt wurde.

Der Kurzfilm schildert die Geschichte von Heidi, die ihren Grossvater auf der Alp besucht. Am Handgelenk des Alpöhi entdeckt sie eine geheimnisvolle Uhr – das Zifferblatt geschützt durch einen Lederumschlag und dadurch nicht sichtbar. Die «gwunderige» Heidi versucht alles, um einen Blick auf die Uhr zu erhaschen. Doch all ihre Versuche, den Grossvater zu überlisten, scheitern. Bis der Film schliesslich eine überraschende Wendung nimmt.

Für die Hauptrollen konnte Maybaum Film die Jungschauspielerin Valérie Schneider (bekannt aus der SRF Serie «Der Bestatter», «Gute Zeiten schlechte Zeiten» und «Best Friends») und Norbert Gubser als Alpöhi gewinnen. Die Dreharbeiten fanden im November 2012 während drei Tagen in Därstetten im Berner Oberland statt. Die Kulisse soll nicht nur Swissness vermitteln, sondern auch der Tonalität der aktuellen Victorinox Swiss Army-Kampagne entsprechen.

Maybaum Film entwickelte das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Victorinox Swiss Army. Unter der Regie von Laurent Ulrich entstand «The Exchange».

Verantwortlich bei Victorinox Swiss Army: Jonathan Keller, Sébastien Rytz. Verantwortlich bei Maybaum Film: Laurent Ulrich (Regie), Michel Frutig (Produktionsleitung), Daniel Steffen (Kamera), Julien Humbert-Droz (Kameraassistent), Alessandro Biffi (Postproduktion).

 

Akademie Rookie – Der Club für Lernende

Die Agentur am Flughafen hat für die Akademie St. Gallen eine «Studicard» entwickelt. Diese bietet nicht nur viele Vergünstigungen, sondern will gezielt KV-Absolventen zum weiteren Studium animieren.

Die Akademie St. Gallen ist ein renommiertes Weiterbildungsinstitut, das kantonal und eidgenössisch anerkannte Lehrgänge in Wirtschaft und Verwaltung anbietet. Im gleichen Haus ist auch die Berufsschule für Kaufleute und Detailhandelsangestellte untergebracht. Kurzum: ideale Voraussetzungen, um aus den Lernenden direkt Studierende für die Weiterbildung zu gewinnen. So einfach ist das in der Realität aber leider nicht. Viele Lehrabgänger möchten die Weiterbildung nicht unbedingt in derselben Lernumgebung machen und melden sich bei einer der zahlreichen Konkurrenzschulen auf dem Platz St. Gallen an.

Dem musste Abhilfe geschaffen werden. Die Agentur am Flughafen hat für die Akademie St. Gallen einen Vorteilsund Weiterbildungsclub ins Leben gerufen. Was sonst mit der Studicard ausschliesslich Studierenden vorbehalten blieb, erhalten nun auch die Lernenden. Der Kundenclub «Akademie Rookie» steht Lernenden des KV St. Gallen ab dem ersten Lehrjahr offen und bietet dank zahlreichen Kooperationspartnern Vergünstigungen in Kategorien wie Shopping, Gastronomie, Sport, Transport, Kultur, Ausgang und natürlich Weiterbildung. Profitieren tun alle – die Rookies, von den Vergünstigungen, die Akademie vom Kontakt mit den potenziellen Kunden sowie die Kooperationspartner von den Mehrumsätzen. Zum Launch des Clubs wurde eine Club-Website entwickelt, auf der sämtliche Partner und Vergünstigungen aufgeführt sind und auf der immer wieder über spezielle Events informiert wird.

Die vor dem Abschluss stehenden Lernenden sowie Ehemalige wurden mit einem Glückspillenmailing überrascht, auf dem die Clubvorteile aufgeführt waren. Nach erfolgreicher Anmeldung bekamen die Neumitglieder eine personalisierte Clubkarte inkl. Booklet, in dem sämtliche Angebote aufgeführt sind, direkt nach Hause geschickt. pan

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Journalisten anstatt Werber

Immer mehr Unternehmen betreiben Content-Marketing und erstellen selber Inhalte für eigene Medien und Social Media – offen ist, ob sie mit Native Advertising in herkömmliche Medien vordringen können. Von Christoph J. Walther

Dass Unternehmen sich mit Inhalten in ein gutes Licht zu rücken versuchen, ist nicht neu. Es kommen einem etwa die «Globi»-Bücher des Warenhaus-Unternehmens Globus in den Sinn ebenso wie die Wochenmagazine von Migros und Coop. Oder aus dem nahen Ausland der Restaurantführer «Guide Michelin», der von der Reifenmarke als Ratgeber für Automobilisten ins Leben gerufen wurde und «Red Bull», was gut und gern als Unterhaltungsunternehmen mit angeschlossener Süssgetränkeproduktion bezeichnet werden kann. Und seit im Internet jeder sein eigener Verleger sein kann, haben gerade Unternehmen ihre Kommunikation entsprechend ausgerichtet und verstärkt. Sie haben ihre Social-Media-Experimente hochgefahren und dabei den Wert des Dialogs mit ihrer Kundschaft entdeckt und schätzen gelernt. Doch schon bald mussten sie lernen: Wer zwar eine Unmenge Freunde hat, aber immer nur Schrot veröffentlicht, kommt mit diesen Botschaften schon gar nicht mehr bis zum Empfänger.

Im April 2011 hat Google mit dem «Panda-Upgrade» begonnen, bei der Auswahl der guten Treffer auf wertvolle Inhalte zu setzen, wofür stark in Programme mit künstlicher Intelligenz investiert wurde. Und bei Facebook ist es der «Edge Rank», der bestimmt, was ein Benutzer zu sehen bekommt (vgl. Werbewoche 03/2012 vom 17.2.2012, S. 29). Wer hier nicht auf der Strecke bleiben will, braucht gute Inhalte – und so ist Content-Marketing entstanden. In den USA ist Content-Marketing bereits gut etabliert – so gibt es dort ein Content- Marketing Institut samt angeschlossenen Events und einem Magazin. Nun taucht der Begriff auch bei uns immer häufiger auf. Wie eine Umfrage bei einer Auswahl führender Unternehmen belegt, haben viele bereits realisiert, dass sie namentlich in den Social Media nur noch mit guten Inhalten einen Stich haben. Sie haben sich entsprechend ausgerichtet oder sind daran, es zu tun. Andere lassen sich von einem neuen Trend nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Zum Beispiel die drei grossen öffentlichen Unternehmen des Bundes.

Während die Post von keinen eigenen Erfahrungen berichten kann, kommt von Sepp Huber, Leiter Mediendienst bei Swisscom, ein deutliches Statement: «Aus Sicht von Swisscom ist hochwertiger Content von grosser Bedeutung, da dieser der Schlüssel ist, um online Kunden zu binden.» Ähnlich klar ist Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB: «Für unsere Facebook-Seite ist Storytelling entscheidend. Kein User will über die sozialen Kanäle mit Werbebotschaften konfrontiert werden.» Ähnlich haben sich in der Umfrage der Werbewoche die Kommunikationsverantwortlichen bei ABB, AXA Winterthur, Nestlé, Novartis, Raiffeisen, Roche, Siemens, Zurich und der Zürcher Kantonalbank geäussert. Einige Unternehmen erwähnen zudem, dass in letzter Zeit neue Stellen geschaffen worden sind, um dieser Entwicklung gerecht zu werden. Bei Hotelplan berichtet Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Head of Corporate Communications: «Im letzten halben Jahr wurden 15 neue Stellen unter anderem im Bereich Content-Management und Social Media geschaffen.» Und auch bei der Swisscom ist laut Sepp Huber der Bereich Social Media Care «in den letzten Jahren stark ausgebaut» worden und man prüfe derzeit, «auch andere Online-Bereiche ressourcenmässig aufzustocken».

Ebenfalls bei Orange sind in diesen Bereichen in den letzten Jahren neue Stellen entstanden, wie Therese Wenger, Director Media, PR & Political Affairs, mitteilt. Und sie kommt zum Schluss: «Die Arbeit der Kommunikationsmitarbeitenden in PR, Social Media etc. ist dabei vergleichbar mit dem journalistischen Schaffen: Monitoring, Themenplanung, Themen recherchieren, analysieren, zielgruppengerecht und dem Kommunikationskanal angepasst aufbereiten etc.» Anders als bei Traditionsverlagen, die kaum die Mittel oder das Interesse haben, neue Kommunikationsformen wie Video, Multi-Media und Infografiken konsequent und gekonnt anzuwenden, sind diese beim Content-Marketing gefragt. So vermerkt Simon Roth, Head of Corporate Communications bei Pictet & Cie. Banquiers, man habe gerade jemanden eingestellt, um Videoproduktionen künftig selber im Haus rasch und kompetent herstellen zu können. Machen sich Unternehmen Content-Marketing zu eigen, produzieren sie Inhalte, die in der Regel in den eigenen Medien (Kundenzeitschrift, Website etc.) oder in erworbenen Medien (Reichweiten auf Social Media) verbreitet werden. So können Kunden oder Fans erreicht werden. Doch um die Reichweite einer Marke zu erweitern, braucht es die etablierten Medien.

Neben den bekannten Werbeformen gibt es dafür die altbekannte Publireportage (Advertorial). In Zeiten rückläufiger Werbeeinnahmen, schrumpfender Redaktionsbudgets und gleichzeitig expandierender Kommunikationsabteilungen bei Unternehmen zeichnen sich, vorab in den USA, rund um das Schlagwort «Native Advertising» dafür neue Spielregeln ab. Es sind neue Online-Medien wie Youtube, Facebook oder Twitter, die mit «Promoted Videos», «Sponsored Stories» resp. «Promoted Tweets» anbieten, Fremdinhalte gegen gutes Geld in die regulären Informationsströme der Benutzer einzubinden. Aber auch Traditionsmarken wie etwa Forbes oder der Economist (vgl. Werbewoche 21/2012 vom 23.11.2012, S. 31) experimentieren mit gesponserten Inhalten. Viel diskutiert wird derzeit das Beispiel der Traditionszeitschrift The Atlantic, das gründlich danebenging: Auf der Website wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem die umstrittene religiöse Scientology- Bewegung im besten Lichte dargestellt wurde. Obwohl als «sponsored content» gekennzeichnet, entbrannte auf Twitter und in der Blogosphäre alsbald ein Entrüstungssturm. Der Text wurde darauf hin entfernt und mit einer Stellungnahme ersetzt, worin eine Überprüfung der eigenen Richtlinien für den Umgang mit gesponserten Inhalten angekündigt wurde.

Aus dem Aufruhr bei The Atlantic können diese wichtigen Erkenntnisse gewonnen werden:

1. Anders als bei Publireportagen ist bei gesponserten Inhalten nicht der Verkauf, sondern die Redaktion zuständig. Das ist ein wichtiger Unterschied und bedeutet u.a., dass in den Redaktionen das Wissen und die Ressourcen für den Umgang mit solchen Inhaltslieferanten vorhanden sein muss. Je besser ein Inhaltssponsor und eine Publikation zusammenpassen, desto grösser ist der Erfolg für beide Seiten. Ist das nicht der Fall, wie etwa bei The Atlantic/Scientology, riskieren beide Marken, die des Sponsors und die der Publikation, beschädigt zu werden.

2. Zu so passenden Inhaltslieferanten aus den Unternehmen sollte ein partnerschaftliches Verhältnis aufgebaut werden. Anforderungen und Abläufe sollten einvernehmlich gehandhabt werden, wozu etwa der gegenseitige Zugriff auf die Redaktionsagenden beider Partner gehört.

3. Gesponserte Inhalte sind Unikate, die genau auf den jeweiligen Verbreitungskanal massgeschneidert werden müssen. Was etwa als «Promoted Tweet» funktioniert hat, hinterlässt als gesponserter Inhalt auf einer Website kaum nochmals einen grossartigen Eindruck. Und auch eine Infografik muss genau den Gestaltungsvorgaben der jeweiligen Publikation entsprechen und kann deshalb nicht ohne Weiteres anderswo weiterverwendet werden.

4. Redaktionen müssen experimentieren und den Umgang mit gesponserten Inhalten erlernen. Wichtige neue Ertragsströme können kaum ignoriert werden, ebenso wie die Tatsache, dass es dabei grosse Risiken gibt, deren Handhabung höchste Professionalität erfordern.

Anders als Content-Marketing ist Native Advertising in der oben beschriebenen Form bei uns noch kaum angekommen. Zwar gibt es auch Schweizer Unternehmen, die auf Facebook und Twitter Werbeeinblendungen kaufen. Und selbstverständlich sind clevere PRPraktiker immer wieder dabei, ihre Inhalte über Beziehungsschienen oder mit guten Argumenten in die redaktionelle Berichterstattung zu hieven. Die Medienstellen von Ringier und Tamedia verweisen auf Anfrage darauf, Publireportagen und Sonderbeilagen aktiv zu vermarkten und dafür klare Regeln anzuwenden, wie sie etwa im Code of Conduct des Verbandes Schweizer Medien festgeschrieben sind. Doch über Native Advertising- Abmachungen wird nicht berichtet. Bei Ringier heisst es: «Wir produzieren unsere redaktionellen Inhalte selbst und übernehmen keine Inhalte in der genannten Form.» Und Tamedia stellt fest: «Wir stellen keine Zunahme von Anfragen zur Platzierung von selbst verfassten Beiträgen fest. Die Unternehmen scheinen selbst generierte Inhalte in erster Linie für eigene Medien und Social Media zu nutzen.»

Welche Bedeutung Native Advertising künftig bei uns erlangen wird, hängt wesentlich von der Bereitschaft der Redaktionen zu solchen Zusammenarbeitsmodellen ab. Diese kann von Unternehmen mit guten Angeboten gefördert werden, die den jeweiligen redaktionellen Vorgaben (und nicht primär den eigenen Vorstellungen) entsprechen müssen. Dann gibt es für Redaktionen gute Gründe, sie zu berücksichtigen: Sie erhalten so etwa fundierte Fach- oder Hintergrundartikel oder können auf ihren Websites attraktive Videos und animierte Infografiken publizieren, die ohne die Unterstützung der Sponsoren unerreichbar wären. Wie etwa die Gastbeiträge von Anlagespezialisten der Banken in der Lokal- und Regionalpresse oder in Titeln der Spezial- und Fachpresse zeigen, ist diese Praxis nicht neu – offen ist, wie unter neuen Angebots- und Nachfrageverhältnissen sich die Preise dafür entwickeln werden:

Was sind Sponsoren bereit zu bezahlen, damit ihre Inhalte von Publikation übernommen werden und sie so günstiger zu Kontakten kommen, als wenn sie dafür eine herkömmliche Werbekampagne hätten konzipieren und lancieren müssen? Und gelingt es den Medien unter diesen neuen Umständen, profitable Vereinbarungen mit Inhaltslieferanten zu schliessen, oder werden sie sich, wie heute oft üblich, mit Gegengeschäften zum Nulltarif zufriedengeben? Die Medien- und Kommunikationsbranche ist gefordert, den Umgang mit Native Advertising zu definieren. Wie ist mit bezahlten Anzeigen umzugehen, die vor allem wertvolle redaktionelle Inhalte bieten und sich daneben mit einem Verweis auf die eigenen (owned und earned) Medienauftritte zufriedengeben? Gelingt es, dafür Branchenregeln zu definieren, um die damit verbundenen Vorteile zu nutzen? Oder werden Fundamentalisten, die auf der strikten Trennung zwischen redaktionellem Inhalt und Anzeigen beharren, die Oberhand gewinnen und solcherlei als des Teufels verbannen?

Christoph J. Walther

Rufener Events: «Experience the Beginning of a New Era»

Der Neubau der Messe Basel ist fertig. Rufener Events inszeniert für die Messe Basel das grosse Opening mit Lana del Rey.

Die Hallen werden am 23. April mit einer spektakulären Show eröffnet. Rufener Events zeichnet  verantwortlich für die Konzeption, Planung und Umsetzung des Openings. Die Agentur inszeniert den Neubau mit einer futuristischen Multimediashow, deren Höhepunkt der Live-Auftritt des amerikanischen Top Stars Lana del Rey bildet.

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Werbeweischer Schweiz startet Online-Werbevermarktung

Werbeweischer Schweiz verlängert den Dialog mit kinoaffinen Zielgruppen auch auf Online-Medien: Das Unternehmen vermarktet künftig die drei Kino-Plattformen Kitag.com, Outnow.ch und Movies.ch.

Damit können Werbekampagnen die Kinofans sowohl im Kino selbst wie auch online bei der Planung und Vorbereitung ihres Kinobesuchs erreichen, so die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Kino-Online-Netzwerk von Werbeweischer Schweiz kommt gemäss eigenen Angaben auf eine Reichweite von 350‘000 Unique User, 700‘000 Visits und 3‘270‘000 Page Impressions (Quelle: Netmetrics bzw. Movies.ch). Demnächst soll das Online-Portfolio weiter ausgebaut werden.
 

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