JvM/Limmat: Migros beklebt fremde Plakate

Die Migros-Kassenzettel-Kampagne von Jung von Matt/Limmat geht in die nächste Runde: Bei der unkonventionellen Aktion «Plakat-Tagging» werden fremde Kampagnen überklebt.

Bereits in den vergangenen Tagen sorgte eine Medienkooperation mit Ringier für Aufsehen: Der Kassenzettel zierte diverse Frontseiten und konnte so über Nacht schweizweit etabliert werden. Und genau so ungewöhnlich geht es nun in die zweite Phase der Lancierung, wie die Agentur am Sonntag mitteilt.

Seit Samstag hängen in verschiedenen Schweizer Städten Kassenzettel auf fremden Plakat-Kampagnen. So gibt es beispielsweise für das Fielmann-Model Rüebli, für Opel die passende Autopflege und dem Hornbach-Mann wird zur Körperpflege geraten. Insgesamt lassen sich die Kassenzettel auf sechs unterschiedlichen Kampagnen finden.

Verantwortlich bei der Migros: Marc Engelhard (Leiter Marketing-Kommunikation), Roman Reichelt (Leiter Dachmarke), Chris Steinacker (Projektleiter Marktbearbeitung). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Alexander Jaggy (Executive Creative Director), Samuel Christ (Creative Direction), Mateo Sacchetti (Text), Daniel Serrano (Art Direction), Lukas Frischknecht (Grafik), Fabian Röthlisberger, Christian Brütsch (Beratung), Roland Thomann, Philipp Bühler (Public Relations), Pepe Kägi, Barbara Häne (Produktion).

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Comqed/Metzgerlehner: PET in die Tasche

Schluss mit in den Kübel werfen. In der neuen Kampagne von Comqed/Metzgerlehner von PET-Recycling Schweiz werden die PET-Konsumenten bei ihrer liebsten Ausrede gepackt.

«Ich würde meine leere PET-Flasche ja auch unterwegs gern korrekt recyceln. Aber immer, wenn ich eine PET-Flasche ausgetrunken habe, ist mal wieder keine PET Box in Sicht». Das lässt die Kampagne laut Mitteilung nicht mehr gelten. Der leicht provokante Ton in der Anprache schafft dabei die nötige Aufmerksamkeit: «Keine Pet Box? Gibts nicht». Das Bildmotiv gibt den Hinweis auf das To-Do: Mach deine Tasche zur mobilen PET Box! Die Auflösung in der kurzen Textbox schliesslich macht klar: Es gibt immer einen Weg, korrekt zu recyceln – wenn man nur will. Zum Beispiel sammeln 20’000 Firmen in der Schweiz PET-Flaschen. Da ist es doch ein Leichtes, seine leere PET-Flasche unterwegs einfach kurz einzustecken und mit ins Büro zu nehmen.

Die fünf Sujets greifen weitere Fallbeispiele auf: Unterwegs zur Schule/Uni, unterwegs in der Freizeit. Und zuletzt wird mit zwei Motiven auch die PET Box (an Bahnhöfen und Tankstellen) ins Zentrum gerückt. Denn eigentlich gibt es ja genügend PET Boxen, wenn man nur darauf achtet. Die Kampagne ist ab dem 27. Mai 2013 während zwei Wochen in der Deutschschweiz auf Plakaten und in Print-Anzeigen zu sehen.

Verantwortlich bei PET-Recycling Schweiz: Jean-Claude Würmli (Stv. Geschäftsführer); Lukas Schumacher (Marketingleiter); Stefanie Brauchli (Kommunikationsleiterin). Verantwortlich bei Comqed/Metzgerlehner: Tomas Rozas (CD/Text), Bettina Dührkoop (Strategie), Roman Steinacher (Beratung), Fabrizio Gianella (Kreation), Ursula Trottmann (DTP), Bruno Breitenmoser (Produktion), Bildbearbeitung: Detail, Zürich.

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Matter & Gretener: Freie Sicht auf die Alpen

Matter & Gretener hat für die Freie Ferienrepublik Saas-Fee ein Sommer-Sujet kreiert, das zeigen soll: Das Walliser Bergpanorama verdient die freie Sicht.

Unzählige Ausflugsziele, handzahme Murmeltiere: In der Freien Ferienrepublik Saas-Fee ist auch der Sommer ein Erlebnis. Besondern eindrücklich sind die nicht weniger als 18 Viertausender, die in den fast immer blauen Himmel ragen. Diese steinernen Riesen sind es denn auch, welche die Agentur Matter & Gretener zum neusten Sujet ihrer Kampagne für die Freie Ferienrepublik Saas-Fee inspirierten, wie es in einer Mitteilung heisst: Ein begeisterter Bürger hat kurzerhand das Fenster seiner Ferienwohnung vergrössert, um das Panorama der Mischabelgruppe in seiner ganzen Pracht zu geniessen.

Verantwortlich bei der Freien Ferienrepublik Saas-Fee: Pascal Schär (Vorsteher Departement für Erholung). Verantwortlich bei Matter & Gretener: Daniel Matter (Creative Direction), Dominik Imseng (Text), Caroline Jordan (Art Direction), Jessica Lorenz (Grafik), Marcus Gretener und Simone Frei (Beratung). Fotografie: Scheffold Vizner.

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Bern will Facebook einklagen

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat genug: Weil das soziale Netzwerk im Vorfeld der illegalen Kundgebung «Tanz dich frei» jegliche Kooperation mit den Behörden vermissen liess, soll es nun zur Rechenschaft gezogen werden.

«Ich bin fest entschlossen, gegen Facebook ein Verfahren einzuleiten», so Nause gegenüber dem Sonntagsblick. Grund: Das soziale Netzwerk bietet seiner Meinung nach Hand zu illegalen Party-Aufrufen. Man habe im Vorfeld des unbewilligten Party-Events Facebook per Einschreiben kontaktiert, aber nie Antwort erhalten. «Tanz dich frei» wurde über die Facebook-Seite der anonymen Veranstalter organisiert. Unterstützung erhält Nause von Medienrechtsprofessor Urs Saxer, der sich einen Präzedenzfall wünscht, damit Klarheit geschaffen werde. Es sei nämlich umstritten, inwieweit Soziale Medien für die über ihre Plattform verbreiteten Inhalte mitverantwortlich gemacht werden können. Die Voraussetzungen für die Einleitung rechtlicher Schritte seien nicht schlecht, da das Ignorieren der Berner Kontaktaufnahme als Verletzung der Sorgfaltspflicht dargestellt werden könne. Irland, der Sitz von Facebook Europa, müsse Rechtshilfe leisten – dies sei dann der Fall, wenn es um Handlungen gehe, die auch in Irland strafbar seien, so Saxer im Sonntagsblick. (SoBli/hae)
 

Wie Mozart hip wird

Beim diesjährigen Nachwuchswettbewerb best Yet in Wien stand ein Klassiker auf dem Programm. Die jungen Kreativen sollten die bekannten Mozartkugeln in einer Printkampagne ans junge Publikum bringen. Die Schweiz sicherte sich einen Shortlist-Platz.

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 der Marke Mirabell eine neue Kundenzielgruppe zu gewinnen – eine jüngere. Denn die runde Kugel mit einem Herz aus Marzipan, umhüllt von Nougat und einer Schokoladenschicht, ist bislang vor allem bei Frauen zwischen 40 und 59 Jahren beliebt (oder noch ältere, wie einige der Teilnehmer meinten). Nun sollte auch die «Frau zwischen 20 und 40» für die österreichische Spezialität aus dem Hause Mondelez (ehemals Kraft Foods) begeistert werden. Das traditionsreiche Produkt – die «Echten Salzburger Mozartkugeln», und im Übrigen die einzigen perfekt runden, wie beim Briefing verraten wurde – sollte in «frischem, urbanen Stil und mit einem Augenwinkern» beworben werden.

So viel die Informationen aus dem Briefing. Binnen 24 Stunden erarbeiteten die Kreativen, die aus zehn Ländern in die österreichische Hauptstadt gereist waren, eine Idee für eine Anzeigenkampagne. Für die Schweiz traten die Gewinner des Wettbewerbs «Das kann nur ein Inserat» an.

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v.l.n.r.: Team 1: Sebastian Eppler (Y&R Group Switzerland) und Luca Schneider (Havas Worldwide Zürich); Team 2: Dominic Beyeler (Maxomedia), der sich Marietta Mügge (Wirz Werbung) als Verstärkung dazugeholt hatte.

Schweiz auf der Shortlist 

Marietta Mügge und Dominic Beyeler schafften es mit ihrem spielerischen «Authentizitätstest» auf die Shortlist. Die Idee: Um die Echtheit der Mozartkugel zu überprüfen, wird das Praliné aufs Papier gelegt und muss, in dem der Leser die Anzeige in die Hände nimmt und per Neigung in eine Richtung lenkt, einer aufgezeichneten Figur entlang rollen. Ein Kunststück, das natürlich nur mit den «echten», da runden Kugeln gelingen kann. 

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Sebastian Eppler und Luca Schneider verfrachteten das Erscheinungsbild der Mozartkugel in die Gegenwart und ersetzten den Komponisten kurzerhand durch moderne Stars: Marilyn Manson, Kanye West und Pink.

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Die Gewinner

Auf dem Siegertreppchen zuoberst stand das irische Team Donal O’Higgins und Patrick Thunder. Auch sie setzten das Runde in Szene – mit Sätzen, die sich per Drehen der Anzeige unendlich viele Male wiederholen: «I’ll just have one more, I’ll just have one more…» oder «I love you. – Bitch! – I’m sorry. – I love you… »

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Infos zum best Yet

Der vom Europäischen Zeitungsverlegerverband veranstaltete Kreativwettbewerb best Yet findet jährlich statt. Letztes Jahr wurde in Oslo für norwegischen Käse geworben, wobei die Schweizer das Podest erklommen. Im Vorjahr stand Werbung für Krawatten in der kroatischen Stadt Zadar, 2010 belgisches Bier in Leuven auf dem Plan. Die Gewinner erhalten den Titel «best Young European Team» sowie zwei Tickets fürs internationale Werbefestival in Cannes.

Wer am best Yet teilnehmen darf, wird zuvor in ländereigenen Kreativwettbewerben bestimmt. In der Schweiz ist es der Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» des Verbands Schweizer Medien.

Die Werbewoche hat die Schweizer Teams als Medienpartner nach Wien begleitet. Die vier Kreativen reisten zusammen mit Toni Vetterli (Marketingleiter Verband Schweizer Medien) und Andreas Prokesch (Juror, Konzepter/Texter, ehemaliger ADC-Präsident) an den Award.

Mehr über den Wettbewerb und die vier Schweizer Kreativen erfahren Sie in der nächsten Printausgabe der Werbewoche, die am 7. Juni erscheint.

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Net-Metrix: Online-Markt wächst ungebremst

Die Zahlen der neuesten Ausgabe 2013-1 der Reichweitenstudie Net-Metrix-Profile zeigen, dass zwei Drittel der teilnehmenden Schweizer Webangebote in den vergangenen fünf Jahren eine positive Entwicklung durchlaufen haben.

Von den 110 Webangeboten, deren Zielgruppen und Reichweiten im Rahmen der Währungsstudie Net-Metrix-Profile erhoben werden, sind gut 70 Angebote auf einem deutlichen Wachstumskurs. Die Angebote erreichen monatlich immer mehr Nutzer, wobei der Zuwachs bei den einzelnen Angeboten in den letzten fünf Jahren zwischen 10 und 400 Prozent liegt. Bei etwa 20 Angeboten bleibt die Reichweite seit einiger Zeit konstant, während bei ebenso vielen Webangeboten eine negative Entwicklung bei der Monatsreichweite zu beobachten ist, wie es in einer Mitteilung heisst.

Seit zwei Jahren wird in der Studie Net-Metrix-Profile auch die Tagesreichweite «Unique User per Day» für Angebote ab einer Wochenreichweite von 30‘000 Nutzern erhoben. Bei den täglichen Nutzern lässt sich ein ähnliches Muster wie bei der Monatsreichweite erkennen: Zwei Drittel der Angebote konnten in den letzten beiden Jahren zwischen 20 und 70 Prozent mehr tägliche Nutzer, die so genannten Heavy User, gewinnen, während die Tagesreichweite beim restlichen Drittel der Webangebote stagniert beziehungsweise leicht zurückgegangen ist.

Auch bei den zehn reichweitenstärksten Webangeboten der aktuellen Studie Net-Metrix-Profile 2013-1 zeigt der grundsätzliche Trend weiter nach oben. Im Vergleich zur Marktsituation vor fünf Jahren wird dabei deutlich, dass die Angebote näher zusammengerückt sind. Die Zusammensetzung dieser Spitzengruppe ist, was die Monatsreichweite betrifft, seit Jahren recht konstant. Nur die Rangfolge variiert, da ein paar Marktführer in den letzten Jahren auch leicht an Reichweite eingebüsst haben.

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Monatsreichweite: Top 10 Webangebote in NET-Metrix-Profile 2013-1

  Monatsreichweite (Q4/2012) Unique User pro Monat (in Tsd.) Veränderung im Vergleich zum Vorjahr*
Search.ch 41.5 % 2220 +5 %
Local.ch 40.6 % 2171 + 10 %
Bluewin 35.6 % 1905 -2 %
Srf.ch (inkl.Drs.ch & Sf.tv) 33.5 % 1792 —
20min.ch – D-CH 32.3 % 1727 —
Microsoft Advertising 32.1 % 1716 – 11 %
Blick Online 31.8 % 1703 + 12 %
Tagesanzeiger.ch 18.2 % 976 + 10 %
Doodle.ch 18.0 % 962 + 11 %
Moneyhouse 17.2 % 918 —

 
 
Wochenreichweite: Top 10 Webangebote in NET-Metrix-Profile 2013-1

  Wochenreichweite (Q4/2012) Unique User pro Woche (in Tsd.) Veränderung im Vergleich zum Vorjahr*
Bluewin 24.5 % 1312 – 3 %
Microsoft Advertising 21.3 % 1139 – 14 %
Search.ch 20.3 % 1085 + 6 %
Blick Online 20.0 % 1047 + 18 %
Local.ch 19.2 % 1027 + 10 %
20min.ch – D-CH 18.4 % 984 —
Srf.ch (inkl.Drs.ch & sf.tv) 17.1 % 913 —
Tagesanzeiger.ch 9.2 % 490 + 9 %
GMX.ch 8.6 % 458 – 1 %
Doodle.ch 7.3 % 391 + 15 %

 
 
Tagesreichweite: Top 10 Webangebote in NET-Metrix-Profile 2013-1

  Tagesreichweite (Q4/2012) Unique User pro Tag (in Tsd.) Veränderung im Vergleich zum Vorjahr*
Bluewin 12.8 % 684 – 4 %
Microsoft Advertising 9.8 % 525 – 18 %
Blick Online 9.6 % 511 + 24 %
20min.ch – D-CH 8.0 % 427 —
Srf.ch (inkl.Drs.ch & sf.tv) 5.7 % 306 —
Search.ch 5.4 % 289 + 8 %
Local.ch 4.9 % 261 + 8 %
GMX.ch 3.7 % 197 – 4 %
Tagesanzeiger.ch 3.5 % 187 + 8 %
rts 2.3 % 124 —

Quelle: NET-Metrix-Profile 2013-1; Grundgesamtheit: 5‘348‘000
*Vergleich 4. Quartal 2012 (NET-Metrix-Profile 2013-1) mit 4. Quartal 2011 (NET-Metrix-Profile 2012-1)

 

Preis für Finanzjournalisten verliehen

Die Beobachter-Redaktoren René Ammann und Balz Ruchti haben in Zürich den ersten Preis für Finanzjournalisten 2013 in der Kategorie Print erhalten.

Die Jury des Medienpreises würdigte damit die Titelgeschichte im Beobachter 2/2013 «Wo sind die Millionen hin?», die nach dem Verbleib der 1,25 Milliarden Dollar aus dem Vergleich über die sogenannten Holocaust-Gelder fragte. 1998 hatten Schweizer Grossbanken eingewilligt, diese Summe an Opfer des Naziregimes und deren Nachkommen zu zahlen. Ende 2012 war das Geld verteilt und Zeit für eine Bilanz, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Jury unter dem Vorsitz des Zürcher Publizistikprofessors Otfried Jarren würdigte die umfassende Recherche, die offenlegte, wie aus dem relativ kleinen Problem der nachrichtenlosen Vermögen ein riesiges Konfliktfeld werden konnte. Der Beitrag zeige beispielhaft, wie Betroffene von Anwälten instrumentalisiert worden seien. Die Jury lobte, dass der Beobacher eine scheinbar «alte» Geschichte aufgegriffen habe, die noch heute nachwirke.

Der Preis für Finanzjournalisten wurde 2002 vom Geld-Magazin Private ins Leben gerufen. Die Preissumme beträgt jeweils mindestens 20'000 Franken.
 

SRG enttäuscht die Schweizer Hilfsorganisationen

Die SRG hat sich Ärger mit den Schweizer Hilfswerken eingehandelt. Seit 30 Jahren bietet das Schweizer Fernsehen mit der Sendung «Mitenand» qualitätsgeprüften Organisationen eine Plattform. Nun löst die SRG den Vertrag mit der Zertifizierungsstelle Zewo auf.

Daniel Steiner, Mediensprecher der SRG, machte gegenüber der NZZ publizistische Gründe geltend für die Auflösung der Vereinbarung. Auf Anfrage der SDA sagte Steiner: «Die SRG will und muss bei der Auswahl die publizistische Verantwortung alleine tragen.» Der Vertrag habe diese Verantwortung eingeschränkt. In der Sendung «Mitenand – Ensemble – Insieme», die auf SRF 1 jeweils am Sonntag im Vorabendprogramm ausgestrahlt wird, wurden bisher ausschliesslich Hilfswerke vorgestellt, die über das Gütesiegel der Schweizerischen Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen (Zewo) verfügen.

Dass es der SRG in erster Linie um die journalistische Unabhängigkeit geht, dafür spricht auch, dass die SRG mit der Vertragsauflösung auf die finanzielle Beteiligung der Hilfswerke an den Produktionskosten verzichtet. Bisher hatten die vorgestellten Organisationen nämlich einen Teil dieser Kosten übernommen.

Der Entscheid kam für die Zewo überraschend

Zewo-Geschäftsleiterin Martina Ziegerer ist nicht erfreut und überrascht über die Vertragsauflösung. Seit einiger Zeit sei die Vereinbarung überarbeitet worden. «Die SRG sagte uns gegenüber, sie wolle mehr Flexibilität bezüglich Sendezeit», erklärte Ziegerer der SDA. Weil die Zewo befürchtete, die Sendung werde an den Rand gedrängt und damit Zuschauer verlieren, hielt sie dagegen. Schliesslich habe man sich nach langwierigen Verhandlungen geeinigt, dass die Zuschauerzahlen mit Wiederholungen stabilisiert werden sollen. «Der plötzliche Meinungsumschwung der SRG kam sehr unerwartet für uns.»

Dass die SRG nun sagt, man wolle den Sendeplatz beibehalten, ist für die Zewo zwar erfreulich, aber sie befürchtet, dass dies ohne vertragliche Grundlage nicht lange so bleiben wird – und das Gefäss weiter marginalisiert wird. Redaktionelle Gründe könne die SRG nicht anführen, sagte Ziegerer. Das Fernsehen geniesse bereits jetzt völlige Freiheit im Inhalt. Die Zewo sei einzig für die Qualitätskontrolle der Organisationen zuständig sowie im Zusammenhang mit der Sendung für die Terminkoordination.

Qualitätskontrolle nicht mehr gewährleistet?

Negative Auswirkungen für die Hilfsorganisationen befürchtet Ziegerer erst mittelfristig. Sie fragt sich, nach welchen Auswahlkriterien die Werke künftig ausgewählt werden. «Entscheidet dann das Gutdünken eines einzelnen Redaktors? Wenn plötzlich auch intransparente oder dubiose Organisationen porträtiert werden, kann das dem Ansehen gemeinnütziger Organisationen insgesamt schaden.» Die Plattform sei für seriöse Organisation dann nicht mehr attraktiv. (SDA)
 

Cannes Lions zeichnet Youtube-CEO aus

Die Veranstalter des Cannes Lions Festival ehren Salar Kamangar, CEO von Youtube, mit der Auszeichnung «Media Person of the Year». Kamangar nimmt den Award am 19. Juni 2013 im Palais des Festivals in Cannes entgegen.

Die Auszeichnung geht laut Mitteilung jedes Jahr an eine prominente Person, welche die Entwicklung der Medienindustrie massgeblich beeinflusst und eine wichtige Rolle in der Zukunftsgestaltung der Branche einnimmt.

Salar Kamangar ist seit 2009 CEO des Videoportals Youtube, das 2005 gegründet und 2009 von Google gekauft wurde. Kamangar verantwortete den Ausbau von Youtube zu einer globalen Broadcast-Plattform, die heute weltweit eine Community von rund 1 Milliarde Menschen pro Monat zählt. Unter seiner Führung lancierte das Videoportal ausserdem einen neuen Webauftritt sowie «TrueView», eine Werbemöglichkeit, bei der Werbeauftraggeber nur für Werbung bezahlen, welche auch tatsächlich angesehen wird. Salar Kamangar nimmt den Award «Media Person of the Year» am 19. Juni 2013 im Palais des Festivals in Cannes entgegen.

Vorherige Gewinner der Auszeichnung sind Jack Dorsey, Creator, Co-Founder und Executive Chairman von Twitter; Eric Schmidt, Executive Chairman von Google; Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Facebook; Steve Ballmer, CEO von Microsoft Corporation; Tsuneo Watanabe, Chairman und Editor-in-Chief von The Yomiuri Shimbun Holdings; Sumner Redstone, Chairman und CEO von Viacom; und Gerald Levin, CEO von AOL Time Warner.

Bild: Google.com
 

Sparmassnahmen oder höhere Abo-Preise?

Der Rückgang der Werbeeinnahmen hat sich beschleunigt - der gut laufenden Konjunktur in der Schweiz zuwiderlaufend. Die Verleger Pietro Supino (Tamedia) und Peter Wanner (AZ Medien) zeigten sich am Swiss Media Forum besorgt darüber.

Es sei darum notwenig, dass auch künftig gespart werde: «Ich glaube, das wird so weitergehen», sagte Supino. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, denn «noch nie ist es uns insgesamt so gut gegangen.» Das oft kritisierte Renditeziel von Tamedia von 15 Prozent sei richtig, aber kein Dogma, sagte Supino. Denn: 5 Prozent brauche man für Abschreibungen, von den übrigen 10 Prozent blieben nach Steuern noch 7 bis 8 Prozent. «Und die werden zu etwa zwei Dritteln für Investitionen eingesetzt.»

Abos statt Sparmassnahmen

Der Schweizer Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Tobias Trevisan, sagte, auch sein Unternehmen müsse sparen. Trevisan warnte aber davor, den USP anzutasten: Die Qualität, Relevanz und Glaubwürdigkeit. Trevisan: «Ich bin erstaunt, mit welcher Leichtigkeit man in vielen Medienhäusern Sparrunden beschliesst. Und dabei die Potenziale für zusätzliche Einnahmen aus Abos übersieht.» Die FAZ werde die Preise kontinuierlich erhöhen. «Wir haben bei der FAZ soeben ein Extremszenario erstellt: Kann man eine Zeitung ohne Anzeigeneinnahmen erstellen?» sagte Trevisan. «Das Resultat: Man müsste die Verkaufserlöse (nur Abos) um 40Prozent steigern.» Das werde man nicht sofort tun, aber die Preisstrategie sei «aggressiv». Die FAZ habe die Aboeinnahmen in den letzten sechs Jahren bereits um 35 Prozent gesteigert.

Abo-Preise nicht ewig steigerbar

Auch AZ-Verleger Peter Wanner sieht noch «Potenzial nach oben», vor allem wenn man dem Abonnenten ein Gesamtpaket Print/Online anbieten könne. Reine digitale Abos sollten wesentlich günstiger sein, «etwa die Hälfte», so Wanner. Skeptisch bezüglich Preiserhöhungen zeigte sich am Swiss Media Forum Tamedia-Verleger Pietro Supino: «Ich bin nicht sicher, ob man die Preise einfach immer erhöhen kann. Das funktioniert kurzfristig, ist aber langfristig kaum der Weisheit letzter Schluss. Es gibt nun mal einen Zusammenhang zwischen Preis und Nachfrage.» Zeitungen seien Massenprodukte und müssten solche bleiben. Supino: «Ich bin überzeugt, dass in unserem Unternehmen. die Werbeerlöse auch künftig den grösseren Einnahmenanteil haben werden.» Zudem versicherte Supino, beim Tages-Anzeiger werde die Paywall «definitiv kommen».

FAZ-Chef Trevisan ist ebenfalls daran, die Paywall einzuführen: «Und zwar in Absprache mit anderen Verlagen. Wir würden es aber auch allein machen – nicht weil wir uns das grosse Geld davon versprechen, sondern weil es die richtige Strategie ist.» Vom Modell «metered Paywall» sei er eher weggekommen – «es geht Richtung Hybrid». Peter Wanner sagte zur Paywall: «Sie wird auch bei uns kommen, aber man darf sich keine Wunder davon versprechen. Wir können uns nicht mit der New York Times vergleichen. Die Regionalzeitungen sollten Richtung Freemium gehen.»

Wanner: fasziniert von Voigts Projekt

AZ-Verleger Wanner äusserte sich auch zum Online-Projekt von Hansi Voigt: «Es ist eine Investition, die ansteht, das stimmt», bestätigte er auf dem Podium. Das Projekt von Hansi Voigt fasziniere ihn. Voigt sei die richtige Person, und er sei auch überzeugt von dem Ansatz, «dass das Projekt auf der grünen Wiese entstehen soll und nicht in einem Konzern, wo überall die Controller sind.» Das Projekt sei national und ermögliche seinem Unternehmen, das primär regional verankert sei, sich online national zu positionieren. Wanner: «Wir sind im engen Gespräch mit einem Investor. Es sieht sehr gut aus. Im Sommer entscheiden wir, ob es grünes Licht gibt.» (OTS)

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Die nächste Stufe

Am 29. Mai findet in Zürich die erste Schweizer Konferenz für Affiliate Marketing statt. Immo Hütte vom Pionier Tradedoubler über Trends.

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Immo Hütte hat per Januar 2013 die Verantwortung als Country Manager bei Tradedoubler Schweiz übernommen. Er folgte damit auf Catrin Rubenson. Der gebürtige Deutsche ist bereits seit 2004 für Tradedoubler in Zürich tätig, bis anhin als stellvertretender Geschäftsführer. Der 33-Jährige verfügt über ein abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium und fundierte Kenntnisse der Schweizer Online- Branche. Hütte ist Spezialist in den Bereichen Affiliate und Display Marketing.
 
WW: Was erhoffen Sie sich als neue Insights von der Affiliate-Marketing-Konferenz?
Immo Hütte: Tradedoubler ist in der Schweiz seit rund neun Jahren im Geschäft. Daher wissen wir sehr viel über den Markt an sich. Grundsätzlich hoffe ich an der Konferenz im Zürcher Volkshaus auf gute Diskussionen mit bestehenden Werbekunden sowie potenziellen Neukunden. Und natürlich auch mit Webseiten, um jeweils die konkreten derzeitigen Bedürfnisse zu besprechen. Der Markt und die Bedürfnisse entwickeln sich ja stetig weiter.
 
Wohin laufen die Trends?
In der Schweiz ist ein Trend grundsätzlich mal die Professionalisierung der Webseiten, aber auch der Verantwortlichen bei den Werbekunden. Es ist viel mehr Knowhow im Markt bei den Webseitenanbietern. Es wird vermehrt auf Produktlisten und ganze Shopauszüge von Werbekunden zurückgegriffen. Es wird sehr viel mit Voucher Codes gearbeitet, es werden viele Special-Content-Seiten erstellt. Dazu wird das Ganze viel besser vermarktet, und es kommen viel kreativere Werbemittel zum Einsatz als nur die bisherigen Standards, die man aus dem klassischen Branding kennt. Zudem zählen auch Themen wie Re-Targeting, Mobile Shopping und RTB weiterhin zu den Trends im Affiliate Marketing.
 
Ein Referat hat den Titel «Sonderfall Schweiz»: Was ist bei uns besonders?
Der Vortrag wird von Olaf Bertschinger von Tradedoubler Schweiz gehalten, und ich möchte ihm da ungern vorgreifen. Hintergrund ist, dass die Schweiz ein sehr eigenständiger Markt ist und teilweise auch in der Entwicklung, was das Online Marketing betrifft, hinterherhinkt. Vieles, was in anderen Ländern bereits vor ein paar Jahren passiert ist, kommt jetzt in die Schweiz. Das hat nicht nur Nachteile. Man kann und soll auch davon profitieren, wie zum Beispiel die frühen Fehler anderer Märkte nicht noch einmal machen zu müssen.
 
Was ist die Rolle von Tradedoubler in der Entwicklung von Affiliate Marketing?
In der Schweiz sind wir ein ganz klarer Pionier. 2005 haben wir eine Lokalniederlassung in Zürich eröffnet. Seitdem haben wir hier das Affiliate Marketing aufgebaut. In dieser Phase ging es darum, Publishern und Werbekunden zu erklären, wie dieses Geschäft überhaupt funktioniert. Insofern haben wir von Tradedoubler den Markt und das Marketing sehr stark geprägt, entwickelt und auch in eine gewisse Richtung geführt. Das sage ich ganz bewusst, weil wir ein internationales Unternehmen sind und wissen, was in anderen Ländern – auch von anderen Netzwerken – an Fehlern gemacht wurden. Das haben wir ganz bewusst und erfolgreich versucht hier zu vermeiden.
 
Wo gilt es Probleme zu bewältigen, zum Beispiel beim Datenschutz?
Eigentlich ist es kein Problem, weil alle Daten im Affiliate Marketing anonymisiert erhoben werden. Es gibt aber auf europäischer Ebene schon länger Diskussionen über das Setzen von Cookies. Da wird immer konkreter von einem Verbot geredet, und das wird für einige Anbieter Auswirkungen haben. Auch die gängigsten Browser werden das Setzen von Cookies stärker einschränken. Tradedoubler hat in diesem Bereich sehr viel entwickelt und ist technisch dafür bestens gerüstet.
 
Fürchten Sie, dass die Konsumenten eines Tages von Werbung übersättigt sind?
Die Gefahr besteht, wenn ich nach dem Besuch eines Shops von Werbung plötzlich zugespamt werde. Deshalb muss man aufpassen, dass man Affiliate Marketing sehr reglementiert und bewusst einsetzt. Dann wird es auch nicht dazu kommen, dass sich der User verfolgt fühlt. Er wird Werbung eher als Mehrwert empfinden, was die Gefahr einer Übersättigung praktisch ausschliesst.
 
Sie sind seit 2004 bei Tradedoubler. Was hat sich in diesen Jahren in der Branche verändert?
Ganz zu Beginn haben wir die Branche recht durcheinander gewirbelt, weil der Schweizer Markt ein klassischer TKP-Markt war und ist. Der Bereich Performance Marketing steckte noch in den Kinderschuhen. Das hat sich kräftig gewandelt. Mittlerweile ist das Thema in vielen Marketingabteilungen nicht mehr wegzudenken und integraler Bestandteil des Marketing-Mixes. Der Markt ist viel professionalisierter geworden. Wir müssen einem potenziellen Kunden heute nicht mehr erklären, was Affiliate Marketing ist. Man sieht die Entwicklung auch durch den Eintritt von immer mehr Mitbewerbern und Agenturen. Wir sind jetzt bei einer Marktreife, wo es bereits auf die nächste Stufe gehen kann.
 
Was ist die nächste Stufe?
Einerseits ein noch grösseres Angebot auf Seiten der Webpublisher. Dass man dort Werbeplätze besser nutzt und Performance Marketing nicht als Kannibalisierung des Display Marketings sieht, nicht zuletzt weil es ganz andere Platzierungen nutzt. Aber auch im ganz banalen Bereich: Es gibt viele Schweizer Onlineshops, die für ihr Marketing noch gar nicht aktiv sind. Und viele grosse Marken sind ja erst jetzt gerade dabei, einen Onlineshop überhaupt zu entwickeln. Die nächste Stufe erreichen wir dann durch die Zusammenführung des grösseren Angebots und des gesteigerten Know-how im Markt.
 
Werden die klassischen Shops in Zukunft immer mehr Kunden an das Internet verlieren?
Es kommt auf die Betrachtung an. Wenn man sich frühzeitig online etabliert, kann man dort auch neue Kunden abholen für sein klassisches Geschäft. In vielen Bereichen wird es aber sicher eine Verlagerung von Offline zu Online geben.
 
Seit Januar 2013 sind Sie Geschäftsführer von Tradedoubler Schweiz. Was sind Ihre Ziele?
Wir haben in den letzten neun Jahren kontinuierlich deftige Steigerungsraten erlebt, sowohl im Affiliate Marketing als auch im Display-Bereich. Jetzt möchte ich den Markt dazu bewegen, die Möglichkeiten des Online Marketings noch mehr zu nutzen. Zum Beispiel jede Kampagne wirklich komplett zu tracken und darüber das Maximum rauszuholen; bestenfalls bis runter in den Warenkorb, so dass man für möglichst viele Bereiche innerhalb eines Unternehmens Rückschlüsse ziehen und optimieren kann. Mit Tradedoubler haben wir von den Nischenwebseiten bis zu den Premiumseiten alles im Angebot und können somit wie kein anderer Kampagnen und Affiliate Marketing kombinieren und auf Basis detaillierter Nutzerdaten optimiert ausliefern.
 
Interview: Andreas Panzeri

Namics erweitert Inhaberschaft auf 26 Partner

Der sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz tätige Webdienstleister Namics stellt vier neue Partner vor. Im letzten Jahr hatte die Partnerschaft ihre Unabhängigkeit nach einem Management-Buy-out wiedergewonnen und ist seither im Besitz aller Aktien.

Mit der Beteiligung der vier neuen Partner bestätigt das Unternehmen laut Mitteilung seine Strategie, bei zukünftigem Wachstum prägenden Mitarbeitern eine langfristige und herausfordernde Perspektive zu bieten. Die vier Partner-Neuzugänge Martina Penz, Bernd Jansen, Patrick Rossbund und Michael Rottmann hätten bereits in unterschiedlichen Rollen, Engagement und Expertise den Erfolg des Schweizer Marktführers mitbestimmt. Mit der Unterzeichnung der vier neuen Partner verteilt sich das gesamte Aktienkapital zu gleichen Teilen auf 26 operativ tätige Partner aus Deutschland und der Schweiz.

Die 26 Partner von Namics:
Marcel Albertin, Tim Dührkoop, Andreas Fischler, Patrick Frei, Marco Hassler, Cong Hoang Hoang, Lars Holthusen, Bernd Jansen, Markus Koller, Thomas König, Bernd Langkau, Thomas Link, Martina Penz, Michael Pertek, Patrick Rossbund, Michael Rottmann, Sandro Ruch, Adrian Scherrer, Roland Schönholzer, Bernd Schopp, André Schmid, Andreas Seonbuchner, Jürg Stuker, Markus Wagner, Christoph Walter und Markus Wirrer.

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