Neue Köpfe für Wirz Wietlisbach Dialog

Im Jahr 2012 mit 11 Mitarbeitern gestartet, ist das Team von Wirz Wietlisbach Dialog im zweiten Jahr des Bestehens der Agentur auf Wachstum programmiert. Die Agentur hat sich nun auch in der Beratung breiter aufgestellt.

Mit Nadine Vasella, Anna-Lea Michael, Rosanna Blättler und Pascal Thoma konnte gleich vierfache Verstärkung gewonnen werden. Nadine Vasella wechselt als Leiterin der Beratung zu Wirz Wietlisbach Dialog. Sie kommt vom Roten Kreuz, wo sie das Fundraising verantwortete, und ist für Agenturchef Guido Wietlisbach keine Unbekannte: Die beiden arbeiteten bereits bei Ogilvy One zusammen. Anna-Lea Michael und Rosanna Blättler verfügen ebenfalls über reichlich Erfahrung in der Kommunikationsbranche. So war Anna-Lea Michael zuletzt sieben Jahre bei Metzgerlehner Worldwide, während sich Rosanna Blättler ihr Dialog- Know-how bei Alex Schmid erwarb. Pascal Thoma, der als Junior Berater startet, war zuletzt bei der STO Pharmawerbung in Wil. Gemeinsam werden sie künftig Kunden wie Die Schweizer Post, TCS, Betty Bossi, Orange oder ERZ Entsorgung und Recycling Stadt Zürich betreuen.

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Das neue Beratungs-Quartett von Wirz Wietlisbach Dialog: Rosanna Blättler, Nadine Vasella, Pascal Thoma und Anne-Lea Michael (v.l.n.r.)
 

Aus für gemeinsamen Mantel von Landbote und Zürcher Landzeitungen

Die Zürcher Regionalzeitungen Zürichseezeitung, Zürcher Oberländer und Zürcher Unterländer haben ab 2014 keinen gemeinsamen Mantel mehr mit dem Landboten. Dies erklärte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Seit Anfang 2011 beziehen die zur Mediengruppe Tamedia gehörenden Titel Zürichseezeitung und Zürcher Unterländer sowie der Zürcher Oberländer ihren Mantel vom Winterthurer Landboten der Ziegler Druck- und Verlags-AG. Sie haben damit die gleichen Inland-, Ausland-, Wirtschaft- und Kulturseiten. Die Leitung der Mantelredaktion hat Landbote-Chefredaktorin Colette Gradwohl.

Damit ist nun bald Schluss. Statt mit dem Landboten wird der Mantel künftig in Zusammenarbeit mit der Tamedia-eigenen Berner Zeitung produziert, wie Zimmer sagte. Noch sind allerdigs nicht alle Details geklärt. So sei etwa die Frage der Leitung noch offen. Laut Zimmer wird die Redaktion der Regionalzeitungen aufgestockt, um wie viele Leute konnte er noch nicht sagen.

Grund für das Aus sind laut Zimmer «offene strategische Fragen zur Zukunft der Ziegler Druck- und Verlags-AG». In dieser Situation hätten in den letzten Monaten alle Partner gegenseitig die ganzen Kooperationsverträge zwischen Zürcher Regionalzeitungen und Landboten gekündigt – neben der redaktionellen Zusammenarbeit für den Mantel auch die gemeinsame Werbevermarktung.

Seit Monaten wird darüber spekuliert, was mit der Ziegler Druck- und Verlags-AG geschieht. Medien meldeten, die Besitzer beabsichtigten einen Verkauf. Als Interessent wurde etwa Christoph Blocher ins Spiel gebracht (Werbewoche.ch berichtete). (SDA)
 

Martin Spieler verlässt Sonntagszeitung

Martin Spieler hat sich entschieden, die Chefredaktion der Sonntagszeitung nach dreieinhalb Jahren per Ende 2013 abzugeben. Er wird sich mit einem eigenen Unternehmen als Wirtschafts- und Finanzexperte selbständig machen.

In dieser Funktion werde er unter anderem auch weiterhin für die Sonntagszeitung publizistisch tätig sein, schreibt Tamedia in einer Mitteilung vom Freitag. So werde Spieler für die Rubrik Geldberater betreuen, die er bereits in früheren Jahren erfolgreich geführt habe.

Martin Spieler wurde im März 2010 zum Chefredaktor der Sonntagszeitung ernannt. Er schaffte das nationale Recherche Desk in Bern und verstärkte die Zusammenarbeit mit der Redaktion der Westschweizer Sonntagszeitung Le Matin Dimanche. Ausserdem gehörte er dem Steuerungsausschuss von Medien Deutschschweiz und Tamedia Publications Romandes an. Zuvor war er während sieben Jahren Chefredaktor der Handelszeitung und zusätzlich Leiter Publizistik Wirtschaftszeitschriften bei Axel Springer Schweiz.

Die Nachfolge von Martin Spieler als Chefredaktor ist noch nicht bekannt.

Teaserbild: Keystone

Der Motz vom Butz: Kann man gute Werbung für einen Nonsense machen? Oder umgekehrt?

Immer öfter werden Non-Nonsense-Produkte mit ganz banaler oder schlechter und dadurch unwirksamer Werbung ausgestattet. Von Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Wenn Ihr das lest, weile ich schon auf unserem Rebberg in der Toskana. Apropos Italien: Die sind viel kreativer als die Züri- Fäscht-Veranstalter. Reist man per Auto ohne aufgeklebtes CH-Schild ein, wird man neuerdings mit Bussen bis zu 300 Euro bestraft. Auch dies ist Kreativität à l’Italianità. Ich wünsche allen, die Werbeaufträge zu vergeben haben, dass sie mutig und übers Ziel des Normalen hinausschiessen lassen. Und in der nächsten und letzten Kolumne vor den Ferien werden wir gemeinsam meine Theorien nochmals durchgehen, verinnerlichen und hoffentlich umsetzen, gell, liebe Stadt Zürich? Der Aufsteller der Woche ist, dass ab jetzt auch unser Rotwein «Theophil» in Dieter Meiers argentinischen Bistrots getrunken werden kann.

Ein Beispiel für banale Werbung für einen attraktiven Anlass ist die Kommunikation für das Züri Fäscht. Natürlich ist das Feuerwerk die Hauptattraktion. Aber diese ist nur im Moment, wenn’s knallt und bei klaren Wetter der Fall. Auf einem zweidimensionalen Plakat stellt das ein Zitat eines Feuerwerkes dar und ist kein Plakat mit Feuerwerk. Leider muss der Steuerzahler nicht nur das Feuerwerk, sondern auch noch diese Ankündigungsplakate und Inserate berappen.

Ich hätte da spontan viel bessere Ideen zur Bewerbung dieses Anlasses auf Lager. Sicher nicht so platt, wie es hier zum Aushang gekommen ist. Zu so einem grossen Anlass mit Essen, Trinken, Tanzen, Chillen, Grillen, Lachen und andere Sachen fallen jedem Kreativen sicherlich bessere Ideen ein.

Meine Theorie: Im Gegensatz zum Circus Knie hat das Züri Fäscht keine Idee und kein CI. Knie überrascht immer wieder mit einer Idee. Sei es aus der Vergangenheit oder wie heuer mit den Bubbels. Und vor allem hat der Knie ein CI. Zurück zu meiner Theorie: Unwichtige oder unnötige Produkte geben sich enorme kreative Mühe, beim Publikum aufzufallen. Bier A oder B bis Burger C oder D veranstalten kreative Werbekampagnen-Ideen. Wenn aber die Stadt Zürich ein Grand Spectacle bewilligt und finanzielle Unterstützung leistet, dann wird die Möglichkeit eines Grand Spectacle zur Vorankündigung städtisch bürokratisch abgehandelt.

Dominik Geissbühler hat über Jahre bewiesen, dass Opernaufführungen jedes Jahr wieder neu und kreativ beworben worden sind. Die Stadt bestätigt uns wieder einmal ihre unlockere, bürokratische und unkünstlerische Haltung. Ein guter Einfall kostet übrigens gleich viel wie kein Einfall. Das Steuerformular ist ebenfalls so gestaltet, dass man es erst recht nicht gerne mag. Es gibt noch viel zu tun für die so begehrte und ausgezeichnete Stadt Zürich.

Der Aufsteller der Woche ist, dass ab jetzt auch unser Rotwein «Theophil» in Dieter Meiers argentinischen Bistrots getrunken werden kann.

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Neuer Schnell-Check für den MarKom-Mix

Accelerom hat einen Erfolgscheck lanciert, mit dem Unternehmen ihren Marketing- und Kommunikationsmix innert Kürze überprüfen können. Der Test zeigt, wie effektiv und effizient die Instrumente eingesetzt werden, weist auf Streuverluste hin und zeigt Optimierungspotenzial auf.

Social Media, klassische Werbung, Broschüre, Beratung am POS… Bei der heutigen Vielfalt an Interaktionsmöglichkeiten mit den Kunden sind Unternehmen mit dem Risiko konfrontiert, in falsche Massnahmen zu investieren und erfolgsrelevante Kanäle zu vernachlässigen. Das Beratungs- und Research-Unternehmen Accelerom hat deshalb einen Erfolgscheck lanciert, der den Marketing- und Kommunikationsmix (MarKom-Mix) in kurzer Zeit hinsichtlich Effektivität und Effizienz testet: den 360TEV (Touchpoint-Efficiency-Valuator) – Multichannel-Marcom-Check. 

Der Check beinhaltet 80 Instrumente und Medien in Marketing, Kommunikation, Verkauf und Service. Im Gegensatz zu vielen anderen Studien erhebt Accelerom neben Paid Media (bezahlte Werbemassnahmen/klassische Werbung) auch Owned Media (Kanäle, die das Unternehmen betreut beziehungsweise kontrolliert/Corporate Publishing) und Earned Media (Inhalte, die von Konsumenten stammen, z. B. Social Media, Virals, Word of Mouth) – online und offline. Der toolgestützte Erfolgscheck wird kundenindividuell durchgeführt und ist vor allem für die Strategieentwicklung, die Kampagnenplanung sowie das Zielgruppenmarketing geeignet. Optimierungspotenziale für die Markenführung, die Wahl des Off- und Online-Media-Mixes, der mobilen Internet-Kommunikation oder der Sponsoring-Aktivitäten werden offengelegt.

Mehr zum neuen Erfolgscheck von Accelerom lesen unsere Abonnenten in der Printausgabe der Werbewoche Nummer 12 (05.07.13), oder online: MarKom-Mix auf dem Prüfstand.

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Mehr Informationen auf der Website von Accelerom: Accelerom.com/multichannel-check.

(Teaser-Bild: Keystone)

Aufgespiesst: Das Grauen hat einen Namen: ÖV

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über Singles und Sonderzüge.

Fahren Sie gern Tram? Oder Bus? Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich HASSE den ÖV. Nicht, weil mich das Cobratram nervt, das mehr quietscht und rumpelt als die alten Hochflurfahrzeuge. Da weiss ich wenigstens, dass es noch fährt. Nicht, weil ich zum Ziel immer länger brauche als einkalkuliert. Nicht, weil ich meist keinen Sitzplatz bekomme. Und nicht, weil mir niemand behilflich ist, weil ich die drei Stüfchen hoch ins rollende Glück nicht allein mit dem Kinderwagen auf dem Zeigefinger bewältige. Ich hasse das Tramfahren wegen der Mitfahrer. Ich verstehe, dass die Leute denken: «Na, die kommt schon klar mit ihrem Kinderwagen. Ich trage mein Notebook ja auch selbst.» Jeder ist sich selbst der Nächste. Schlimmer sind aber die miesepetrigen Mienen der Passagiere. Sie müssen kurz vorm Zusteigen Grässliches erlebt haben. Vielleicht ist die liebe Schwiegermutter fünf Minuten vor Abfahrt des Trams von einem durchgeknallten Nachbarn über den Haufen geschossen worden. Oder hat das Erbe gestrichen. Sonst schaut man ja nicht so.

Igitt, ein Mitmensch

Wie dem auch sei: Können Sie sich vorstellen, im Tram mit einem der anderen Fahrgäste ins Gespräch zu kommen? Wenn sich eine Leidensgemeinschaft bildet, à la «ich helfe dir mit deiner Karre/deinem Koffer/deinem Lebensballast beim Einsteigen» oder «ich überlasse Dir meinen Sitzplatz», dann vielleicht. Grundsätzlich aber gilt: So viel reden wie nötig, so wenig wie möglich. So wie neulich im Bus: Eine alte Dame mit Sitzplatz sprach eine andere alte Dame ohne Sitzplatz an. Sie sagte: «Sagen Sie mir mal, wie alt Sie sind. Wenn Sie älter sind als ich, stehe ich auf und lasse Sie sitzen. Ich bin allerdings 87!» Sie lachte dabei und freute sich über ihren frechen Einfall. Die andere antwortete: «Sie sind wohl zu gut aufgestanden heute», und drehte sich weg. ÖV pur. Alle sind hässig, dass der Bus nicht nur für sie fährt. Und ich finde das inzwischen auch.

Anti-Single-Tram

Nun aber denkt die VBZ «make love not war» und springt als Kupplerin in den Ring. Es gibt nämlich auch in Züri Menschen, die ab und zu im Tram lächeln oder von ihrem Handy aufschauen. Und manchmal sogar jemand anderen an. Ist einmal so etwas Unerhörtes passiert, muss man meist aussteigen und denkt erst danach: Hätte ich doch was gesagt! Darum gibt es jetzt ein Single-Tram, das eigentlich ein Anti-Single-Tram ist. Denn man soll «die nette Lady, den sympathischen Herrn von neulich im Tram wiederfinden. Lernen Sie endlich die Menschen kennen, die Sie tagtäglich im Tram, im Bus oder an einer Haltestelle sehen.» Ach du Graus. Mir reicht ja schon eine Fahrt mit denen!

Doch die VBZ bleiben ehrlich. Von wegen «ein Blick, ein Lächeln, vielleicht die grosse Liebe …» Im Zürcher ÖV heisst es: «Zoe zerzaust Zlatan» oder «Ivo imponiert Ines». Anscheinend haben auch die Macher der Kampagne, die Agentur am Flughafen, keine guten Erfahrungen mit Bus und Tram gemacht. Sonst wäre der Ton der Slogans wohl weniger rüde ausgefallen. Für die Weicheier wurde zwar noch schnell «Tina trifft Tobi» und «Katja knuddelt Knut» formuliert – doch die Knuddler und Kuschler interessieren eigentlich keinen. VBZ-Leiter Marketing-Kommunikation Alain Kohler nimmt ebenfalls kein Blatt vor den Mund: «Im engen Cobratram kommt man sich sicher schnell näher.» Was sonst stört, ist für einmal ein Vorteil. Hauptsache, es geht zackzack und der Output stimmt. Ist Herr Steinbrück hier irgendwo??

Für den Menschkontakt kurz vor der Keilerei und das Imponiergehabe bis zur «Bläuele», den es in Bus oder Tram normalerweise gratis gibt, bezahlt man im Single-Tram übrigens mit 25 Franken. Ob man für einen kleinen Aufpreis auch die Chance hat, zwischendurch auszusteigen, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Wirkung zwischen Reizen und Absaugen

In diesen Tagen ist ZaK, die «Zeitung für anregende Kommunikation», an 2500 Interessierte verschickt worden. Für In Flagranti ist das mehr als Eigenwerbung. Die Agentur will mit dem Heft auch die Macht der Reize erkunden.

Reizen ist ein Urtrick der Werbung. Doch: Funktionieren Reize in der Werbung überhaupt noch? Kann man ohne Reize werben? Und wie wirbt man mit? Das sind Fragen, die sich die Strategen und Kreativen der Agentur In Flagranti in Lyss in ihrer jüngsten Forschungsarbeit stellen. Publiziert wurden die Resultate im hauseigenen Magazin ZaK oder «Zeitung für anregende Kommunikation». Das Heft hat eine Auflage von 2500 und wird an «Freunde und Kunden» verschickt. Die Eigenwerbung ist aber auf einem sehr kleinen Niveau. «Bis zu 90 Prozent des Inhalts dienen dem Forschungsthema», erklärt Lorenz Schmid, Partner und Leiter Beratung bei In Flagranti. «Wir sind mehr als eine Werbeagentur», heisst es in der Eigenwerbung. Mit einem solchen Claim sei es deshalb entscheidend, dass man immer wieder zu neuem Wissen komme und dieses auch behandeln könne. «Wir wollen Wissen transferieren, vertiefen und sensibilisieren», meint Franziska Wehrle, Leiterin Marketing.

Bei der Suche nach Themen «interessieren uns immer wieder solche, die im grossen Geheul untergehen », erklärt Texter und Stratege Jon Andrea Florin. «Es gibt dauernd neue Buzzwords. Im Moment ist Transmedia-Storytelling angesagt. Wir aber hinterfragen vermeintliche Gewissheiten, zum Beispiel dass man weiss, wie der Durchschnittsschweizer tickt oder wie Reize wirken.» In Flagranti ist gemäss Florin überzeugt: «Reiz ist ein Thema, das langsam zu kurz kommt vor lauter Content. Aber Reiz ist etwas, das mit Werbung ganz eng verbunden ist. Diese funktioniert nicht ohne. Auch in der Natur nicht: Kein Hirsch kann brünstig werben ohne Brunstgeschrei. Keine Blume fällt auf ohne Lockstoffe oder bunte Blüten.» Um dem Phänomen und den Mechanismen der Reiz-Wirkung auf die Spur zu kommen, hat In Flagranti mit den Spezialisten von Management Tools in Beckenried zusammen eine Forschung gestartet.

«Diese Firma verstand es hervorragend, auf unsere Problemstellung einzugehen», findet Schmid. Als Basis für die Reiz-Studie haben verschiedene Teams bei In Flagranti für das fiktive Mineralwasser «Zakua» möglichst differenzierende Anzeigen entworfen. Diese sollten jeweils ausgeprägt mit einem Reiz arbeiten. Motto: «Was macht mich neugierig?» Nach dem Studium unzähliger Arbeiten aus dem weiten Feld der Werbung wurden dazu vier Grundreize definiert: Das Kindli-Schema, «mit dem Jöh-Effekt, der auch mit Tieren funktioniert». – Sex und Erotik, «was einem sofort in den Sinn kommt». – Physische Reize, «was sehr direkt auf die Sinne wirkt» – sowie schliesslich Irritation. Zu jedem dieser vier Reize wurde ein fiktives Inserat gestaltet. «Die vier Reize hätten wir mit bestehenden Produkten nicht testen können, denn bei bekannten Inseraten ergibt sich beim Messen ein grosser Störfaktor», weiss Florin.

Bei Management Tools wurden die Anzeigen dann 40 Probanden vorgelegt. Gemessen wurden innerhalb 5 Sekunden der Blickverlauf sowie die Verweildauer auf den einzelnen Elementen. «Es war für uns eindrücklich, wie ein starker Reiz die ganze Wahrnehmung absorbieren kann. Die Aufmerksamkeit ist zwar gegeben. Man schaut hin, beschäftigt sich mit dem Gezeigten, was auch die Heatmaps zeigen. Aber ein zu starker Reiz saugt alles von der Marke ab. Niemand hat mehr gewusst, um was es geht, und schon gar nicht, wie die Marke heisst», nahm auch Schmid zur Kenntnis. Eine andere Erkenntnis: Innerhalb einer Sekunde muss man ein Inserat verstanden haben, sonst fällt es durch. «Was hochgradig irritiert, gefällt nicht», so Florin.

Die Resultate können natürlich nicht 1:1 in die weitere Arbeit einfliessen. Bei der Werbung ist nach wie vor «viel Bauchgefühl» bei der Gestaltung mit dabei. «Aber wir haben sehr viel gelernt und bei der Analyse anregende Diskussionen führen können», verrät Franziska Wehrle. Die nächste Forschungsidee steckt deshalb bereits in der Pipeline.

Andreas Panzeri

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Forschen mit ihren Teams bei In Flagranti: Jon Andrea Florin (l.), Franziska Wehrle, Lorenz Schmid.

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Werbeanstalt gestaltet Neuauftritt für Gilford

Die Werbeanstalt hat für die neue Bademoden-Marke von Gilford eine gesamten Neuauftritt realisiert. Die Agentur hat nebst dem Logo eine neue Website entworfen, sowie Briefschaften, Etikette für das Label, Postkarten und ein Lookbook.

Die diesjährige Kollektion unter dem Motto «Be unique» konzentriert sich auf Elemente wie farbige Animal Prints, Color Blocking und aufwendige Paillettenstickereien, verspielten Details und raffinierten Schnürungen. Die Bilder für das Logo und alle weiteren Werbemittel wurden mit dem Werbefotografen Tobias Stahel realisiert. Kernstück ist neben der Website ein Lookbook, das mit sonnig-warmen Mood Lust auf einen heissen Sommer in Gilford Bademoden machen soll.

Verantwortlich bei Werbeanstalt Schweiz: Ramona Romagnoli (Beratung), Sara Hiltebrand, Mike Surokva, Daniele Pucci, Katja Wölfel (Kreation). DTB: Andi Laub. Photography: Tobias Stahel. Bildbearbeitung: Stephan Riederer, Pixelpolish. Hair & Mak-Up: Peter Schell. Modell: Jovana Prosenik.

Gilford_Postkarten
Gilford_Visitenkarte
Gilford_Lookbook1
Gilford_Etikette
Gilford_Lookbook2
Gilford_Lookbook3

Gassmann mit neuer Führungsstruktur

Der Verleger und Eigentümer der Gassmann-Unternehmensgruppe, Marc Gassmann, hat die Verwaltungsräte der Gesellschaften und die Geschäftsleitung neu bestellt. Dies im Hinblick auf die langfristige Weiterführung der Gruppe als Familienunternehmung.

Die Mitglieder der siebten und achten Generation der Familie Gassmann nehmen Einsitz in verschiedenen Verwaltungsräten der zur Holding gehörenden Unternehmen. Ebenfalls wird der Verwaltungsrat der Holdinggesellschaft Multimedia Gassmann erweitert, wie die Unternehmensgrupp in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Zusätzlich zu den Familienmitgliedern wurde Rudolf Meier, Anwalt aus Biel, sowie Roger Burkhard, Finanzchef der Gassmannn-Gruppe in den Verwaltungsrat gewählt.

Marc Gassmann überträgt die Geschäftsleitung der Unternehmensgruppe an Marcel Geissbühler. Er ist seit 2005 als Gesamtleiter Medien Unternehmen tätig. Das Unternehmen will gemäss Mitteilung zukünftig eine noch effizientere Organisation, weiterhin marktfähige Produkte und Dienstleistungen anbieten sowie neue, zukunftsträchtige Geschäftsfelder und intelligente Kooperationen erschliessen. Dazu werde die Unternehmensorganisation den Anforderungen der sich verändernden Märkte angepasst. Die dazu nötigen Entscheidungsgrundlagen werden in den nächsten Monaten erarbeitet.

Die bisherige Investitionsstrategie wird fortgeführt. Nach den Investitionen bei den elektronischen Medien (2008 Kauf Radio Canal 3 und 2012 Beteiligung an Radio 32) sowie im Verlagsbereich (2012 Kauf Terre & Nature SA) folgen 2013 Investitionen im Kundendruck: In Vorbereitung ist laut Mitteilung der Kauf einer Bogenoffsetmaschine neuster Generation als Ersatz der bisherigen Achtfarbenmaschine. Bereits erfolgt ist die Investition im Finishing mit einem modernen Hochleistungs-Sammelhefter.

Der Geschäftsbereich Kundendruck verantwortet rund 50 Prozent des Gruppenumsatzes und soll bezüglich Produktivität und Flexibilität weiter gestärkt werden. Er steht wie bisher unter der Leitung von Markus Schär sowie Jean-Marc Peltier für die Courvoisier-Attinger Arts graphiques. Weitere Innovationsprojekte in den Bereichen Digitalisierung, Druck und Medien sowie die Entwicklung von neuen, zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern werden aktiv angegangen, so die Unternehmensgruppe weiter. Man suche zudem Beteiligungsmöglichkeiten und interessiere sich für Entwicklungen und Start-ups in den Bereichen Medien, Kommunikation und Digitalisierung.

 

Der erste SBB Werbezug rollt

Im Netz der S-Bahn Zürich ist der erste SBB Werbezug unterwegs. Das 100 x 4,5 Meter Kunstwerk rollt im Auftrag der Zürcher Kantonalbank.

Gestaltet hat den Zug die Zürcher Designerin Nadine Geissbühler. Sie nimmt mit ihren Bildern auf kreative Art verschiedene Facetten Zürichs auf, wie es in einer Mitteilung heisst.

Dazu Mark Saint, Projektleiter Sponsoring Engagements, Zürcher Kantonalbank: «Von Beginn weg war schnell klar: Der Zug soll die Reisenden und Menschen entlang der Bahnstrecken erfreuen, er soll überraschen und in Erinnerung bleiben. Wir entschieden uns deshalb für ein Sujet mit engem Bezug zum Kanton Zürich, das Neugier weckt und den Geschmack vieler trifft.» SBB Werbezüge gibt es auch in den Regionen Waadt, Basel, Zug/Luzern und in der Ostschweiz Die Züge sind jeweils für mindestens ein Jahr im Einsatz.

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Eine grössere Darstellung des Bildes finden Sie auf der Facebook-Seite der Werbewoche.

Hofer gewinnt Pitch der Thunerseespiele

In einer mehrstufigen Agenturevaluation hat Hofer Kommunikation den Pitch um die Thunerseespiele gewon-nen. Die Agentur konnte für die Thunerseespiele ein neues Key-Visual kreieren.

Es wird heute Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.. Im Februar 2014 startet die breit angelegte Werbekampagne. «Aida» heisst das Musical, das die Thunerseepiele im Jahr 2014 aufführen.

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Zur Sache: Schmierentheater

Vor vierzehn Tagen musste ich mein Editorial schon am Dienstagmorgen fertig geschrieben haben, weil ich am Nachmittag für zwei Tage an einen Kongress nach Hamburg flog. Irgendwie hatte ich so eine Ahnung, dass der Quoten-Schwank noch nicht zu Ende sei.

Ich schrieb also: «Nun scheint einer Veröffentlichung der TV-Zahlen aber nichts mehr im Wege zu stehen. So heisst es wenigstens in der neuesten Mitteilung der Mediapulse. An meiner Formulierung merkt man meine leichten Zweifel, denn was in diesen 170 Tagen hinter und vor den Kulissen passierte, ist unglaublich und eigentlich unvorstellbar.» Vorgesehen war auch noch eine Publikation der wichtigsten Einschaltquoten in einem kleinen Artikel, für den wir bis Mittwoch Platz freiliessen. Alles war also vorbereitet.

Als ich dann am Mittwochnachmittag mal kurz bei Twitter reinguckte, las ich einen Tweet der Tages- Anzeiger-Redaktorin Angela Baradun. «Unglaublich! Die TV-Quoten sind schon wieder blockiert» hiess es dort. Als ich die Sache verifizierte, entschlossen wir uns, die Zahlen mit einem Verbotsbalken unleserlich zu machen. So weit so gut. Nick Lüthi hat dann noch den Titel meines Editorials «was lange währt …» kreativ ergänzt mit «… wird nie mehr gut».

Mittlerweile sind wieder zwei Wochen vergangen. Passiert ist nicht viel. Der BSW Leading Swiss Agencies, deren Mitglieder 80 Prozent aller in der Schweiz getätigten TV-Werbe- Investitionen veranlassen, war naturgemäss «äusserst ungehalten über diese neue Entwicklung, deren Ursachen im Abbruch der Verhandlungen zwischen Mediapulse und dem Sender 3+ liegen», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Er erwartet bis spätestens 15. August korrigierte Daten. Punkt.

Wie geht es jetzt weiter? Die Mediapulse hat jetzt bis nächste Woche Zeit, eine neue Rechtsschrift zu verfassen (Rechtsanwalt sollte man sein!), um so auf die Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts zu antworten. Dann kommt es darauf an, wie das Gericht reagiert. Will es die leidige Angelegenheit schnell vom Tisch haben, wird es vor dem 15. Juli husch husch etwas entscheiden, lässt man sich aber Zeit, so passiert vor dem 18. August nichts – wenn ich die Sache mit den Gerichtsferien richtig deute.

Das heisst also weiterhin Blindflug. Man mag gar nicht daran denken, was passiert, falls das Bundesverwaltungsgericht die Veröffentlichung zulassen würde. Geht dann die ganze Sache vor Bundesgericht und der Quotenschwank fängt wieder von vorn an? Prozessieren statt gemeinsam Lösungen suchen, das scheint das Motto zu sein. Was hier abgeht, ist unglaublich und schadet der gesamten Mediabranche. Und was wird dagegen unternommen? Nichts. Toll!

Pierre C. Meier, Chefredaktor [email protected]
 

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