SP fordert Unterstützung für Schweizer Medien

Die SP sieht die Qualität und die Vielfalt der Schweizer Medien gefährdet. Der Staat solle deshalb Zeitungen, private TV- und Radiostationen sowie Onlineportale mit jährlich bis zu 200 Millionen Franken fördern.

Finanzieren will dies die Partei vor allem mit zwei neuen Abgaben. Dies schreibt die SP in ihrem am Dienstag in Bern präsentierten Bericht. «In vielen Grossregionen gibt es nur noch eine Monopolzeitung», sagte Nationalrat Hans-Jürg Fehr (SH). Sorgen macht sich die SP auch um die Qualität. Medien arbeiteten verstärkt nach kommerziellen Prinzipien. Journalistische Qualitätskriterien wie Unabhängigkeit oder Relevanz verlören an Bedeutung.

Statt wie anhin indirekt via um 50 Millionen Franken verbilligte Posttarife soll der Staat deshalb die Medien neu direkt unterstützen. Die SP will einen Fonds schaffen, der jährlich bis zu 200 Millionen Franken ausschüttet. Neu sollen Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen sowie Internetmedien profitieren, die gewisse Kriterien erfüllen. Fördern will die SP beispielsweise Medien, die genügend Journalisten beschäftigen und diese fair bezahlen. Die SP will insbesondere den kleinen Regional- und Lokalzeitungen unter die Arme greifen. Sie stecken laut Fehr vielfach in einer prekären Situation. Das Geld soll aber auch neue Medien fördern, beispielsweise im Internet.

Ein Gremium mit unabhängigen Expertinnen und Gesellschaftsvertretern würde Kriterien aufstellen und entscheiden, welche Medien Geld bekommen. Zudem will die SP auch ein Aufsichtsgremium schaffen. «Wir wollen keine Staatsmedien», betonte Fehr. Es gehe lediglich darum, ein Marktversagen zu korrigieren.

Das Geld für den Fonds will die SP bei den Medien selber beschaffen: Sie sollen neu ein bis zwei Prozent ihres Werbeumsatzes einzahlen und dadurch jährlich bis zu 50 Millionen Franken beisteuern.

Google&Co als Geldquelle

Eine zweite Geldquelle sind Internetanbieter wie Google, Facebook oder Twitter, die journalistische Produkte von anderen Medien gratis übernehmen. Sie sollen neu bis zu 50 Millionen Franken bezahlen. Als Massstab dient das Datenvolumen und der Gewinn, den sie in der Schweiz erzielen.

Steuergeld als letzte Option

Technisch sei die Abgabe einfach zu realisieren, sagte Fehr. «Politisch ist es schwieriger», weil es internationale Firmen sind. Die Schweiz müsse in dieser Frage mit anderen Staat kooperieren, erklärte Nationalrat Jean-Christoph Schwaab (VD).

Schliesslich soll auch der Anteil der privaten TV- und Radiostationen aus den Empfangsgebühren von jährlich 50 Millionen Franken in den Fonds fliessen. Nur falls diese Geldquellen nicht ausreichten, solle der Staat Steuergeld aufwenden, sagte Fehr.

Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument teilt die Einschätzung der SP nicht.. Er spricht sich gegen eine direkte Presserförderung aus. «Die Schweizer Medien sind besser geworden» sagte er auf Anfrage der SDA. Die Verleger seien gegen eine direkte Presseförderung. Auch der Westschweizer Verband Médias Suisses äusserte sich skeptisch. Er sieht ein Risiko einer «Etatisierung».

Spielraum für SRG

Das staatliche Fernsehen und Radio will die SP stärken. Die SRG soll mehr Freiheiten bei der Werbung und im Internet erhalten.

Um die neue staatliche Medienpolitik umzusetzen, wäre eine Verfassungsänderung nötig. Zudem möchte die Partei ein neues Mediengesetz schaffen. Ein idealer Zeitpunkt ist laut Fehr das Jahr 2019, wenn TV- und Radiokonzessionen neu vergeben werden. (uma/SDA)

 

Quotendebakel: Mediapulse und 3+ einigen sich

Mediapulse und der Privatsender 3+ haben sich geeinigt. Mediapulse darf die Daten von 3+ seit dem 2. August veröffentlichen.

Die laufenden Gerichtsverfahren am Obergericht Nidwalden und am Bundesverwaltungsgericht sind damit beendet, wie die beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Als Gegenleistung muss Mediapulse jedoch die Erhebungsmethode bei allen Sendern abändern: Ab dem 1. August wird auf die Erfassung jener Zuschauer verzichtet, die ausschliesslich über den Computer fernsehen. Damit wird jedoch auf einen bedeutenden Teil der neuen Methode verzichtet. Sie hatte eigentlich zum Ziel, die veränderten Zuschauergewohnheiten abzubilden. Die Online-Nutzung wird nur noch dann erfasst, wenn die Zuschauer gleichzeitig auch ein normales TV-Gerät besitzen.

Die zeitversetzte Nutzung über den Fernseher wird aber weiterhin in die Erhebung aufgenommen. Wie sich dieser Entscheid auf die Daten auswirkt, ist gemäss Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner schwierig abzuschätzen. «Die Änderung ist aber für alle Sender gleich», sagte er auf Anfrage der SDA.

Diese Methodenänderung wird so lange angewendet, bis die mobile Nutzung, also etwa über Tablets, gemessen werden kann. Bis im Herbst wird Mediapulse die Daten der ersten sieben Monate des Jahres mit der neuen Methode nachberechnen. Mediapulse kommt 3+ zudem weiter entgegen, indem ab 2014 nicht mehr Konzessionsgebiete als Quotierungsmerkmal eingesetzt werden, sondern die Stadt- Land-Verteilung. Der Privatsender darf in den kommenden Monaten ausserdem Datenanalysen durchführen. Gemäss gemeinsamer Mitteilung soll dies «zu einem besseren Verständnis und mehr Transparenz» führen.

3+ mit Einigung zufrieden

Der Privatsender 3+ ist mit der «in intensiven Gesprächen» erzielten Einigung zufrieden. Diese gemeinsam beschlossenen Massnahmen seien ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Daten, wird Dominik Kaiser, Geschäftsführer von 3+, in der Mitteilung zitiert. Auch Marco de Stoppani, Verwaltungsratspräsident der Mediapulse, ist mit dem Ergebnis der Gespräche zufrieden. «Es freut mich, dass wir mit dieser Vereinbarung den Markt nun wieder ungehindert mit Daten versorgen können.»

Beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF will man zum abgeänderten Messsystem
keine Stellung nehmen, weil die Auswirkungen unklar seien. Es sei aber im Sinne des SRF, dass die Daten dem Markt wieder zur Verfügung gestellt würden, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der SDA. (uma/SDA)

Zum Thema:

Mediapulse: Superprovisorische Verfügung aufgehoben

 

Verpackungswettbewerb Swiss Star 2013

Die Einreichungsfrist für den Verpackungswettbewerb Swiss Star läuft bald ab. Mit dem Swiss Star zeichnet das Schweizerische Verpackungsinstitut SVI innovative und herausragende Verpackungslösungen aus.

Zum 44. Mal wird dieses Jahr der Verpackungsaward Swiss Star vergeben. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Kreativität und Innovationskraft der Schweizer Verpackungsindustrie aufzuzeigen, so das Schweizerische Verpackungsinstitut SVI in einer Mitteilung. Der Preis stelle das Aushängeschild der Branche dar. Zugelassen sind innovative Verpackungen und Verpackungs- und Abpacksysteme, welche von schweizerischen Firmen respektive Personen entweder entwickelt, gestaltet oder hergestellt wurden oder von ausländischen Firmen oder Personen, welche ihre Einsendung auf dem Schweizer Markt lanciert haben. Pro Einsender können mehrere Verpackungen eingesandt werden.

Erneut wird der «easyFairs Green Packaging Award» vergeben. Einsendeschluss ist der 23. August 2013. Alle Informationen sind auf Svi-verpackung.ch zu finden.

Preise in fünf Kategorien

Der Swiss Star wird in folgenden Kategorien vergeben: Verkaufsverpackungen, Versand-verpackungen, Displayverpackungen, Verpackungs- und Etikettiersysteme sowie Prototypen. Zum Wettbewerb sind Verpackungen aller Materialien zugelassen. Der Fokus liegt bei der Förderung und Auszeichnung ganzheitlicher Verpackungslösungen, unabhängig vom Packstoff. Hauptkriterien bei der Bewertung sind die Schutz-, die Logistik- sowie die Marketingfunktion der Verpackung. Zusätzlich werden die Kriterien Design, Ökonomie und Ökologie beurteilt. Entscheidend ist der Innovationsgrad der eingereichten Verpackung.
Die Jury setzt sich aus Vertretern der Verpackungsindustrie, der abpackenden Wirtschaft, der Transportwirtschaft, der Konsumenten und weiteren Institutionen zusammen.

Publikumspreis – die Stimme der Konsumenten

Zusätzlich zum Swiss Star wird der Publikumspreis verliehen. Hier entscheidet nicht die Jury, sondern die KonsumentenInnen über ihre Verpackung des Jahres. Das Ergebnis der Publikumswahl gibt auch Auskunft über die Präferenzen sowie Motivation der KonsumentenInnen. Dies kann von Firmen auch als Indikator für zukünftige Entwicklungen genutzt werden. Die Abstimmung für den Publikumspreis startet im September 2013.

 

Werbefirmen Publicis und Omnicom fusionieren – Aktienkurse steigen

Die geplante Fusion von Publicis und Omnicom zum weltgrössten Werbekonzern hat den Aktienkursen der beiden Unternehmen bereits am Montag kräftig Auftrieb gegeben. Die Pläne für einen Zusammenschluss fachten zugleich Übernahmephantasien in der Medienbranche an.

Die Papiere von Publicis gewannen nach der Wiederaufnahme des Handels in Paris um 6,4 Prozent an Wert und waren damit Spitzenreiter im Leitindex CAC40. In New York kletterten die Papiere von Omnicom um 7,2 Prozent auf 69,78 Dollar. In der Medienbranche fachten die Pläne für einen Zusammenschluss zugleich Übernahmephantasien an. Der europäische Branchenindex legte ein Prozent zu. Die französische Publicis und die US-amerikanische Omnicom hatten ihre Fusionsabsichten am Sonntag publik gemacht. Der neue Konzern Publicis Omnicom Group würde mit mehr als 130'000 Angestellten auf einen Jahresumsatz von rund 18 Milliarden Euro kommen und damit WPP als Weltmarktführer in der Werbebranche ablösen. Mit dem Abschluss wird Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres gerechnet.

Allerdings müssen noch die Wettbewerbshüter zustimmen, was zumindest in den USA nicht als ausgemachte Sache gilt. Denn durch die Fusion kommen so namhafte Werbe- und PR-Agenturen wie BBDO, Saatchi & Saatchi, Leo Burnett, Ketchum oder Fleishman-Hillard unter ein gemeinsames Dach. Der Zusammenschluss könnte die zum Teil ohnehin schon gebeutelte Medienbranche weiter unter Druck setzen. Die schiere Grösse und die weltweite Verbreitung des neuen Unternehmens könnte dessen Kunden zu günstigeren Preisen für Kampagnen im Fernsehen, Internet sowie in Zeitungen und Zeitschriften verhelfen.

An der Publicis Omnicom Group sollen die Anteilseigner beider Seiten je rund die Hälfte der Anteile halten. Der neue Konzern wird seinen Sitz in den Niederlanden haben, die Zentralen bleiben aber in Paris und New York. Publicis-Chef Maurice Levy und Omnicom-Chef John Wren werden die Gruppe als gleichberechtigte Chefs führen. (SDA)

Teaserbild: Marketingmagazine.co.uk

 

Gemi: Tendenz im TV-Markt weiter steigend

In einem stabilen Gesamtmarkt steigt der Werbedruck bei TV weiter kontinuierlich an. Radio, Internet und Teletext verlieren leicht, während Adscreen erstmals seit Jahresbeginn wieder zulegt.

Das zeigt die Juni-Ausgabe des Goldbach Index Gemi für den Werbedruck im Gesamtmarkt und den elektronischen Medien. Adscreen hat die Talsohle durchschritten und kann mit 608 (606) zum ersten Mal seit Jahresbeginn wieder eine Zunahme von 2 Indexpunkten vorweisen. Einen Verlust von vier Indexpunkten hinnehmen muss Radio 420 (424), Internet verliert sieben Indexpunkte 755 (762) und Teletext büsst zwei Indexpunkte 70 (72) ein.

Weiterhin steigende Tendenz dafür im TV-Markt. Mit 635 Indexpunkten kann TV im Vergleich zum Vormonat erneut 2 Indexpunkte zulegen. Die elektronischen Medien insgesamt bleiben bei 638 Indexpunkten stabil, ebenso wie der Gesamtmarkt bei 237 Indexpunkten.

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Twitter reagiert auf Nutzerbeschwerden

Das Online-Netzwerk Twitter will es seinen Mitgliedern einfacher machen, Belästigungen und Drohungen zu melden. Eine entsprechende Funktion, die es in der Twitter-App für Apple-Handys gibt, soll nun auch in der Android-Anwendung und auf der Twitter-Webseite eingeführt werden.

Dies teilte Twitter in Grossbritannien mit. Damit reagiert das Netzwerk auf massive Nutzerbeschwerden in den vergangenen Tagen. Zehntausende Menschen drängten Twitter, stärker gegen Belästigungen und Bedrohungen von Nutzern vorzugehen. Eine Online-Petition für einen «Missbrauch melden»-Knopf auf Twitter fand bereits am Dienstagmittag mehr als 70'000 Unterstützer.

Die britische Journalistin und Aktivistin Caroline Criado-Perez hatte von andauernden Drohnachrichten über Twitter berichtet und dem Online-Dienst vorgeworfen, nicht auf ihre Beschwerden reagiert zu haben. Sie habe hunderte Beleidigungen über Twitter erhalten, sagte sie der BBC, darunter Androhungen sexueller Gewalt. Dass das Problem kein Einzelfall ist, zeigte auch die Cambridge-Professorin Mary Beard. Sie setzte sich gegen einen Online-Rüpel zur Wehr, der sie auf Twitter unter anderem eine «dreckige alte Schlampe» genannt hatte. Beard wies ihre Leser auf die Mitteilungen hin – die Leser protestierten. Innerhalb von Minuten entschuldigte sich der Urheber, der seinen Fehler einsah.

Keine offizielle Stellungnahme

Mitglieder kritisierten Twitter für eine zögerliche Reaktion: Von offiziellen Twitter-Profilen gab es keine Stellungnahme zu den Forderungen. Die Ankündigung von Twitter, überschrieben mit «Wir hören euch zu», steht auf einem lokalen Firmenblog. Der jüngste Eintrag auf dem Haupt-Blog dreht sich um das britische Königskind.

Twitter erklärte, die Nutzungsregeln würden direkte Gewaltdrohungen gegen andere Nutzer verbieten. Das Netzwerk könne aufgrund der Masse an Nachrichten nicht alle händisch filtern, habe aber automatische und manuelle Filtersysteme bei Berichten über Regelverstösse. Nutzer könnten dann vom Dienst ausgesperrt werden. In der Ankündigung bleibt offen, ob die «Missbrauch melden»-Funktion für die Programmierer von Twitter-Apps zugänglich sein wird, etwa über automatische Schnittstellen. Viele Nutzer greifen über App anderer Anbieter auf Twitter zu. (SDA)

 

Thurgauer Zeitung streicht Stellen und schliesst Büro

Die Thurgauer Zeitung streicht aus Spargründen sechs Stellen. Ausserdem schliesst sie den Redaktionsstandort in Kreuzlingen. Und der Lokalteil wird ab September um drei Seiten pro Tag verkleinert.

Damit sollen beim Kopfblatt des St. Galler Tagblatts rund 500'000 Franken jährlich gespart werden, wie die SDA schreibt. David Angst, Leiter der Thurgauer Zeitung, bestätigte einen entsprechenden Bericht der Neuen Zürcher Zeitung. Die Mitarbeiter seien informiert worden, sagte Angst. Der Abbau von 500 bis 600 Stellenprozenten passiere grösstenteils über freiwillige Abgänge und reguläre Pensionierungen. Kündigungen gebe es nur im Rahmen von rund 50 Stellenprozenten.

Mit dem Stellenabbau hoffe die Geschäftsleitung auf Einsparungen von einer halben Million Franken pro Jahr. Die Thurgauer Zeitung sei bisher mit 40 Vollzeitstellen personell überdotiert, wird Daniel Ehrat, Geschäftsleiter der Tagblatt Medien, im Bericht der NZZ zitiert.

Die Sparmassnahmen bei der Thurgauer Zeitung stünden nicht in Zusammenhang mit der Lancierung der Sonntagsausgabe, sagte Philipp Landmark, Chefredaktor der Tagblatt Medien auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Impressum befürchtet Qualitätsverlust

Die Schweizer Journalistenorganisation Impressum befürchtet, dass die Qualität der Lokalberichterstattung leiden wird: « Die Sparrunde reiht sich in einen kontinuierlichen, schleichenden Abbau ein, der schon Jahre andauert. Die Qualität der Berichterstattung leidet unter diesen Umständen unausweichlich.» Das werde negative Folgen für die Marktposition der Zeitung haben, so der Verband. Die Tagblatt Mediengruppe schrieb bis und mit 2012 kontinuierlich Gewinn, was am Sparzwang zweifeln lasse.

Teaserbild: Thurgauerzeitung.ch

 

Kaiser expandiert: 5+ kommt 2014

TV-Unternehmer Dominik Kaiser, der bereits 3+ und 4+ betreibt, plant einen neuen Sender: 5+ soll den Betrieb Anfang 2014 aufnehmen, wie Recherchen des Sonntagsblick zeigen.

Ziel sei es schon immer gewesen, «eine schlagkräftige Senderfamilie aufzubauen, die sich inhaltlich ergänzt», so Kaiser. Während 3+ und 4+ Eigenproduktionen, internationale Serien und Hollywood-Blockbuster bieten, soll 5+ vor allem Dok-Filme zeigen. Diese lägen laut Kaiser im internationalen Trend der werberelevanten Zielgruppe und seien bei den Zuschauern «sehr beliebt». Wie der Sonntagsblick schreibt, wird Kaiser den genauen Termin des Senderstarts im Herbst bekannt geben. (hae/SoBli)

Bild: Keystone

Publigroupe mit 40’000 Franken gebüsst

Die Sanktionskommission der Schweizer Börsenbetreiberin SIX büsst Publigroupe wegen ungenügender Erläuterungen im Halbjahresabschluss 2012. Da das Vergehen aber nur als leicht bezeichnet wird, hält sich die Strafe mit 40'000 Franken in Grenzen.

Publigroupe habe in dem Halbjahresbericht die Verrechnung von Goodwill (immateriellem Vermögenswert) der assoziierten Gesellschaften gegen das Eigenkapital ungenügend erläutert, wie die SIX Exchange Regulation am Freitag mitteilte. Gestartet worden war die Untersuchung im März dieses Jahres. Die Sanktionskommission hatte der Publigroupe damals auch eine Verletzung beim
Ausweisen von Umsatzerlösen im Jahresabschluss 2011 vorgeworfen. Hier sei jedoch von einer Sanktion abgesehen worden, da der Fehler anschliessend im Halbjahresabschluss 2012 korrigiert und offengelegt wurde, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Hintergrund des Ganzen ist der Wechsel der Publigroupe vom internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS (International Financial Reporting Standards) zum Schweizer Standard Swiss GAAP FER per Geschäftsjahr 2012. Swiss GAAP FER setze auch für die Zwischenberichterstattung voraus, dass sich Investoren aufgrund von ihr ein «begründetes Urteil» über die Tätigkeitsentwicklung und den Geschäftsgang einer Firma im entsprechenden Zeitraum bilden könnten, erläuterte die SIX Exchange Regulation. (SDA)

Webguerillas: One100 neu im Portfolio

Webguerillas ist die neue Agentur der Sparplattform One100. Die Werber vom Stauffacher konnten sich in einem zweistufigen Pitchverfahren gegen vier Mitbewerber durchsetzen.

One100 ist Teil einer Innovations- und Wachstumsinitiative, welche der Versicherungskonzern Swiss Life vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Ziel dieser Initiative ist die Entwicklung von neuen Herangehensweisen und von zukunftsweisenden Modellen, mit denen sich Swiss Life vom reinen Lebensversicherer zum Anbieter von umfassenden Vorsorge- und Finanzlösungen entwickeln will. Die Plattform One100 hilft jungen Leuten, ihre finanziellen Ziele zu erreichen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die User können Sparziele anlegen, diese visualisieren und mit Freunden teilen. Webguerillas wurde mit der Entwicklung einer Kampagne beauftragt, welche den Launch vom Beta-Test bis über den grossen Rollout hinaus begleitet. Erste Massnahmen sind ab Ende August zu sehen.

Werbemarkt stagniert im ersten Halbjahr

Der Schweizer Werbemarkt stagniert. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurde Werbung für insgesamt 2,36 Milliarden Franken geschaltet, das sind nur gerade 0,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012. Dies zeigt der Media Focus Werbemarkt Trend Report 2013/06.

Die Autoindustrie, im Vorjahr noch die werbefreudigste Branche, verzeichnete einen Rückgang um 5,6 Prozent auf 247 Millionen Franken und musste ihren Spitzenplatz an die Nahrungsmittelindustrie abgeben. Diese steigerte ihre Werbeausgaben um 10,7
Prozent auf 259 Millionen Franken, wie das Marktforschungsunternehmen Media Focus am
Donnerstag mitteilte.

Der beliebteste Werbeträger war auch in diesem Jahr bislang das Fernsehen, dem fast ein Drittel der gesamten Werbeausgaben zuflossen. Derweil büssten die Printmedien weiter an Marktanteilen ein. Die Tages-, Wochen- und Sonntagspresse kam noch auf 27,2 Prozent.

Im Monat Juni stiegen die Werbeausgaben gleich stark wie im gesamten ersten Halbjahr um 0,3 Prozent und erreichten 381 Mio. Franken. Das Podest der drei eifrigsten Werber des vergangenen Monats ist ganz in orange gehalten: An der Spitze steht der Detailhändler Coop, vor seinem Rivalen Migros und dem Telekommunikationskonzern Orange. (SDA)

Media Focus Werbemarkt Trend Juni 2013 (PDF)

 

Zu guter Letzt: Mini Me 3D

Endlich eine sinnvolle Anwendung der 3D-Drucktechnologie: In Hamburg kann man sich als Miniatur drucken lassen. Ein schöner Aufsteller für den Bürotisch.

Nachdem wir 3D-Filme und 3D-Fernseher erfolgreich überlebt haben, droht uns als nächstes Kapitel der 3D-Drucker auf die Nerven zu gehen. Meist ist die zukunftsweisende Technologie im Zusammenhang mit Waffen im Gespräch. Jüngst gelang es einem Journalisten, eine schussfähige, ausgedruckte Handfeuerwaffe ins israelische Parlament zu schmuggeln (Quelle). Besagte Waffe wurde übrigens in den Tagen der Veröffentlichung über 100’000 Mal heruntergeladen – die Menschheit ist artig darum besorgt, dass ihr die Probleme garantiert nie ausgehen.

Friedlichere Menschen drucken sich beispielweise eine funktionierende Spiegelreflexkamera – für Materialkosten von ungefähr 25 Euro. Die Drucker werden immer besser und günstiger – die Möglichkeiten scheinen schier unendlich. Richtig einleuchtend wird die Technologie allerdings erst mit der Idee der Hamburger Firma Twinkind: Für ein paar hundert Euro druckt sie Kunden in sieben verschiedenen Massstäben von 1:12 bis 1:5. Eine 1,70 Meter grosse Frau wird so zwischen 14,2 und 34 cm. Ein 1,90 Meter-Mann wird im Massstab 1:5 zu einem fast 40 cm hohen Staubfänger. Den kleinsten Massstab gibt’s bereits für 225 Euro, die XXL-Ausführung kostet 1290 Euro.

Nach Terminvereinbarung werden die Kunden durch einen selbstentwickelten Photogrammetrie 3D-Scanner erfasst. Schliesslich wird das dreidimensionale Portrait Schicht für Schicht zum Leben erweckt. Die fertige Figur kann sich das grosse Vorbild nach Hause senden lassen. Haustiere sind übrigens ebenfalls willkommen und werden mit Leckerlis bestochen, die paar Augenblicke ruhig zu halten.

Nicht, dass wir das gebraucht hätten – aber ein wenig reizen tut’s uns schon. Oder? Ein Hingucker für auf die Hochzeitstorte oder den Schreibtisch. Hamburg ist auch abgesehen davon immer eine Reise wert. (hae)

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Bilder: Twinkind.com

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