Schnelle Reaktion auf die Federer-Zwillinge

Erdmannpeisker hat anlässlich des zweifachen Familienzuwachses bei den Federers blitzschnell eine «2 für 1»-Aktion für Bimbosan lanciert.

Die Geburt der Federer-Zwillinge war gestern ein grosses Thema in allen Medien. Erdmannpeisker hat gemeinsam mit seinem Kunden Bimbosan die Gunst der Stunde genutzt und passend zum Ereignis eine «2 für 1»-Aktion lanciert. Die Anzeige dazu wurde bereits im gestrigen Blick am Abend veröffentlicht.

Verantwortlich bei Bimbosan: Daniel Bärlocher, CEO. Verantwortlich bei Erdmannpeisker: Gabriel Peisker und Sybille Erdmann (Gesamtverantwortung), Patrick Fawer (AD), Daniela Müller (Beratung), Urs Zwyssig (Text).

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Verbot aggressiver Werbung für Kleinkredite

Der Nationalrat will aggressive Werbung für Kleinkredite verbieten, um insbesondere Jugendliche vor Verschuldung zu schützen. Er hat am Donnerstag eine entsprechende Gesetzesvorlage gutgeheissen. Was aggressive Werbung ist, legt das Gesetz aber nicht fest.

Der Nationalrat setzt auf Selbstregulierung: Die Kredit-Branche soll selbst definieren, was genau verboten ist. Das Gesetz legt lediglich fest, dass für Konsumkredite nicht in aggressiver Weise geworben werden darf.

Stimmt auch der Ständerat zu, muss die Branche in einer Konvention umschreiben, was unzulässig ist. Kommt innerhalb angemessener Frist keine Einigung zustande, legt der Bundesrat fest, was unter das Verbot fällt. Wer gegen die Regeln verstösst, soll mit einer Busse bis zu 100'000 Franken bestraft werden.

Keine Formulare auf der Strasse

Die Kredit-Branche will gemäss dem Entwurf für die Konvention zur Selbstregulierung unter anderem Werbung für Sofortkredite unterlassen, die darauf hindeutet, dass der Kredit ohne Kreditfähigkeitsprüfung erhältlich ist. Verzichten will die Branche auch auf das Verteilen von Kreditantragstalons auf der Strasse oder von Werbecoupons, die an Banknoten erinnern.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik lebten im Jahr 2008 19 Prozent der jungeErwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren in einem Haushalt, der mindestens einen Konsumkredit aufgenommen hat. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren es 18,2 Prozent. In beiden Altersgruppen lebten rund 9 Prozent in einem Haushalt mit einem kritischen Volumen an Kontoüberzügen oder Zahlungsrückständen. (SDA)
 

Der Concept Store als Tool

Wie kommuniziert man leerstehende Flächen an potenzielle Mieter? Der Concept Store ist ein Marketing-Tool, mit dem man Aufmerksamkeit generieren kann. Alfredo Schilirò und Richard Rau haben dazu die Marke «Weltraum Concept Store» entwickelt.

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Die Konzepter hinter dem Store: Richard Rau (l.) ist Inhaber der Zürcher Rau Werbeagentur und hat eine Affinität zu schönen Einrichtungen. Er war seit der ersten Ausgabe fast 20 Jahre lang Creative Director des Interio-Katalogs. Alfredo Schilirò ist Inhaber der PR-Agentur Flowcube Communications.

WW: Welche Konzept-Idee steckt hinter dem «Weltraum Concept Store»?
Alfredo Schilirò: Die Mutter aller Concept Stores ist «Colette» in Paris. Kultstatus erreicht hat «10 Corso Como» in Milano oder «Jeffreys» in New York. Concept Stores wie unser «Weltraum» bieten erlebnisreiches Einkaufen. Sie charakterisieren sich durch den Mix der Brands, die in Szene gesetzt werden. Daneben ist ein Concept Store durch die Auswahl der Produkte geprägt. Es sind Sachen, die man nicht überall findet und vor allem nicht in dieser Kombination.
Richard Rau: Bei unserem «Weltraum Concept Store» gibt es noch eine weitere Komponente. Wir leisten «Starthilfe» für Areale mit Gewerbeflächen. Unser «Weltraum» ist nicht an eine bestimmte Location gebunden. Im Gegenteil. Er prägt durch seine Präsenz die jeweilige Umgebung. Und das ist auch der Ursprung des Formats, das sich an die Bedürfnisse von Bauherren, Immobilienverwaltern oder Vermietern wendet. Wir bespielen leerstehende Flächen temporär mit dem «Weltraum Concept Store», ziehen die Aufmerksamkeit von potenziellen Mietern an, wecken in der Öffentlichkeit Interesse für den Standort und steigern die Attraktivität über höhere Besucherfrequenzen auch für bestehende Mieter.

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Wie ist es dazu gekommen?
Schilirò: Der Ursprung – oder Urknall – vom «Weltraum » war, dass meine Agentur Flowcube Communications von der Bauherrin Allreal einen Kommunikationsauftrag für das Richti-Areal in Wallisellen bekommen hat. Die Ausgangslage war: Auf dem Richti-Areal– von fünf renommierten internationalen Architekturbüros gebaut – stehen Eigentumsund Mietwohnungen sowie Bürogebäude, aber erst wenige Leute wissen, dass es dort auch Gewerbe gibt. Flowcube hat Konzept und Massnahmen entwickelt, um den Bekanntheitsgrad der Gewerbeaktivitäten auf dem Richti-Areal zu erhöhen. Dies als Unterstützung für bestehende Mieter, aber auch um potenzielle Mieter auf die Flächen aufmerksam zu machen. Im Rahmen der gesamten Kommunikations- Offensive haben wir unter anderem die Massnahme «Concept Store» entwickelt. Die Umsetzung läuft über die Sailors of Success GmbH, die aus den Partnern Richard Rau, Oliver Rau, Mauro Dimitri und mir besteht. Die Kommunikation zum «Concept Store» hat eine erhöhte Aufmerksamkeit auf das Richti-Areal gelenkt. Es sind Leute wegen des Concept Stores gekommen, die sonst nie nach Wallisellen gefahren wären und die so das gesamte Areal erstmals richtig wahrgenommen haben. Der Store ist eine Belebung, davon profitieren auch schon bestehende Gewerbemieter, weil sich eine ganz neue Frequenz ergibt.

Was findet man im Store?
Rau: «Weltraum» als Name ist völlig offen und lässt Vieles zu. Wir bestimmen aber den Mix der Produkte und Marken, die im Einklang mit unserer Philosophie eines attraktiven Concept Stores sein muss. Das Format per se – Grösse der Location, Dauer des Stores und andere Komponenten – wird jeweils an die Bedürfnisse der Bauherren und der Immobilienfirmen angepasst, die Gewerbeflächen zu vermieten haben und uns damit beauftragen. Wir gehen mit «Weltraum» dorthin, wo es eine Belebung für ein Areal oder ein Shopping-Center braucht.

Der Laden als Tool?
Schilirò: Genau. Unser Concept Store ist ein Marketing- Tool, mit welchem man Aufmerksamkeit generieren und Frequenz schaffen kann. Immer mit der Marke «Weltraum» und jeweils mit dem Mix, den wir individuell mit den Brand-Partnern definieren. Diese werden ausgewählt entsprechend den Komponenten, die wir für eine solche Kommunikation als sinnvoll und bereichernd erachten, damit der Treffpunkt attraktiv wird.

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Was gibt es hier in Wallisellen konkret zu kaufen?
Rau: Es gibt Produkte von bekannten und weniger bekannten Brands, die aus unserer Sicht Potenzial haben und den attraktiven Mix von «Weltraum» ausmachen. Die Palette reicht von ausgewählten Büchern, Musikanlagen, Kunst, Brillen, Möbeln, Inneneinrichtungsobjekten, Bekleidung, Schuhen, Parfums bis zu Papeterieartikeln, Teppichen und Accessoires.
Schilirò: Insgesamt haben wir etwa 40 Brands. Auch South Garage. Das ist eine Customizing-Manufaktur aus Italien, die massgeschneiderte Motorräder anfertigt. Wichtig ist, dass die Produkte eine Geschichte erzählen. Wir versuchen damit auch einen Lebensstil zu kommunizieren und zu verkaufen, der uns persönlich gefällt.

Wie wird das Angebot kommuniziert?
Rau: Hinter Sailors of Success steht das Know-how der Werbeagentur Rau und der PR-Agentur Flowcube. Um den Store bekannt zu machen, braucht es Ideen aus diesen beiden Bereichen. Alfredo Schilirò kommuniziert mit Flowcube stark über den Kanal Public Relations mit Fokus auf Medienarbeit. Oliver Rau und meine Person arbeiten über unsere Werbeagentur stark mit Facebook und sind daran, eine Community aufzubauen. Zudem entwickeln wir Werbemassnahmen und sind mit der Webseite präsent. Mauro Dimitri, der auch bei Rau arbeitet und rund 20 Jahre Retail-Erfahrung hat, verkauft und kommuniziert vor Ort im Weltraum-Concept-Store.
Schilirò: Für unsere Brand-Partner ist der «Weltraum » natürlich auch eine Bühne. Sie können die Plattform nutzen und Events organisieren – für ihren Brand und mit ihren Zielgruppen. Das wiederum bringt neue Leute auf das Areal. Es ist also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, für den Auftraggeber, der unser Tool kauft, für unsere Brand- Partner und für den Endkonsumenten, der ein Gefäss findet, das er in dieser Art mit einem solchen Mix an Brands noch nicht gekannt hat. So schliesst sich der Kreis.

Wie läuft es mit dem Verkauf: Kauft jemand tatsächlich ein Motorrad beim Besuch im Store?
Rau: Das ist natürlich kein Spontankauf. Es gibt aber auch eine Zielgruppe, die nie ein Motorrad hier erwarten würde. Und dann kommen solche Besucher plötzlich auf die Idee, auch weil es bei diesen Motorrädern nicht primär um Technik, sondern um Lifestyle geht. Aber der Verkauf steht nicht im Vordergrund. Wir wollen vor allem als Magnet wirken.

Wie geht es nach Wallisellen weiter?
Schilirò: Der Launch der Marke «Weltraum» ist auf dem Richti-Areal passiert. Der nächste Store wird mit grosser Wahrscheinlichkeit im Zentrum von Zürich sein. Es sind verschiedene Optionen offen. Es ist aber auch möglich, dass es verschiedene «Welträume » gleichzeitig gibt – entsprechend den Bedürfnissen unserer Auftraggeber in der Schweiz und international. Vorstellbar ist auch, dass unser Brand Weltraum in Zukunft für andere Dienstleistungen stehen wird. Der Weltraum ist ja grenzenlos.

Interview: Andreas Panzeri

 

Sinkende Titanic auf Twitter

Der Untergang der Titanic ist wahrscheinlich das bekannteste Schiffsunglück der Geschichte. Vor genau 102 Jahren stach die RMS Titanic von Southhampton aus in See. Ihr nie erreichtes Ziel: New York.

Das Schiff rammte einen Eisberg und ging wenige Stunden später unter. Mehr als 1500 Menschen kamen dabei ums Leben. Spätestens seit der Verfilmung im Jahr 1997 mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet kennt jeder diese tragische Geschichte. Zum 100. Jahrestag der Titanic spielte der englische Buchverlag The History Press das Unglück nach – in Echtzeit, auf Twitter. «Experience Titanic’s epic journey with minute-by-minute tweets as if from on board the ship itself.» So lautet die Beschreibung des Titanic-Accounts @TitanicRealTime, welcher aktuell bereits über 69'000 Follower zählt. Auch dieses Jahr wurde die Aktion wiederholt. Gut einen Monat vor dem Jahrestag der Katastrophe wurde der erste Tweet abgesetzt. In den nächsten Wochen folgten zahlreiche weitere Nachrichten. Je nach Verfasser des Tweets wurden verschiedene Hashtags so wie etwa #captain, #crew oder #engineer verwendet. Alle Tweets basieren auf Zeugenaussagen von Überlebenden. Neben der Besatzung kamen natürlich auch die Passagiere zu Wort, wie zum Beispiel die #firstclass, welche über den prachtvollen Kronleuchter, das köstliche Essen oder das schöne Wetter schwärmten: «Woken up to yet another marvellous morning. The weather truly has been kind to us this far.»

Selbstverständlich konnten wir, dank dem originellen Live-Feed, auch den dramatischen Untergang der «Unsinkbaren» hautnah miterleben. Nach der Eisbergkollision um 23h40 kam der erste verzweifelte Tweet des #captains: «Just been woken by a tremendous crashing sound, what is going on out there?». Danach folgten weitere der #crew: «How can this be happening? This ship is unsinkable!» und der #thirdclass: «Water is beginning to build up, this is not looking good! Where is my wife?» bis zum bewegenden #bandmaster: «Gentlemen, the end I fear is fast approaching, what to play next… Nearer My God To Thee, I think.»

Seit dem Start im Jahr 2011 zählt der Account mittlerweile knapp 70 000 Followers. Dabei nutzt @ TheHistoryPress diesen Kanal zwischendurch auch zur Crosspromotion weiterer Produkte. Die Followers akzeptieren das. The History Press, ein verstaubter Verlag alter Schule, zeigt uns mit diesem Projekt einmal mehr, dass jeder eine Berechtigung hat, auf Social Media aktiv zu sein, denn das einzige, was man braucht, ist die passende (glaubwürdige) Idee.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm
 

Der Impact-Check der Werbewoche

Für den aktuellen Impact-Check hat Marketagent.com ein vom Werbeforscher Sebastian Berger entwickeltes und mehrfach prämiertes Messinstrument eingesetzt: den Mindspotter.

Dieser ermöglicht Rückschlüsse auf die dem Verhalten vorgeschalteten, unbewussten Informationsverarbeitungsprozesse und zeichnet ein unverfälschtes Bild von impliziten Assoziationen zu Werbung, Marken, Produkten oder Personen, indem durch kurze Antwortzeitspannen genau diese spontanen, unreflektierten Reaktionen bei den Befragungsteilnehmern abgeholt werden. Denn die Hirnforschung hat gezeigt, dass unbewusste Empfindungen, Gefühle und Denkprozesse das menschliche Verhalten zu über 95 Prozent bestimmen.

Der Impact Check der Werbewoche April 2014
 

Detaillierte Ergebnisse

Hier warten Ihre Aufstiegschancen

Der Schweizer Grafiker Verband SGV hat wieder neue Kurse zum Erwerb der Meisterdiplome ausgeschrieben. Die Kurse starten im August und Februar.

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Olaf Pilleri ist einer der zahlreichen Dozenten und Dozentinnen beim Meisterkurs des SGV. Im Hauptberuf ist er Mitinhaber der Berner Werbeagentur Wapico.

WW: Wie gross erleben Sie als einer der Dozenten das Interesse von Profis, sich noch einmal auf die Schulbank zu setzen?
Olaf Pilleri: Das Interesse der Profis ist gross, insofern es sich ja um die einzige Ausbildung dieser Art in der ganzen Schweiz handelt. In diesem Sinne ist sie auch einzigartig.

Für wen eignet sich ein solches Studium?
Für alle Grafikerinnen und Grafiker, die mehr als das sein wollen. Also zum Beispiel für solche, die an eine eigene Agentur oder ein eigenes Büro denken, oder für solche, die einen Art-Director-Job anstreben. Olaf Pilleri ist einer der zahlreichen Dozenten und Dozentinnen beim Meisterkurs des SGV. Im Hauptberuf ist er Mitinhaber der Berner Werbeagentur Wapico.

Was kann man lernen?
Es ist keine Grafikerausbildung! Dafür lernt man denken, schreiben und rechnen. Nein, Spass beiseite: Man lernt, was es braucht, um ein eigenes Geschäft zu führen. Und man lernt, konzeptionell zu denken und auch so zu arbeiten.

In der Ausschreibung des SGV heisst es «Noch einmal Gas geben?» – stösst diese Einladung auf offene Ohren?
Ja, Gas geben muss man. Denn die Ausbildung findet immer freitags und samstags statt. Dies ist nicht ohne. Für die Abschlussarbeit nach vier Semestern muss man definitiv Gas geben.

Welche Stoffe und Fächer interessieren die Teilnehmenden am meisten?
Ich beantworte die Frage sehr persönlich: alle Fächer, die von Dozentinnen und Dozenten gelehrt werden, die etwas zu sagen haben.

Wie schaut ein Tag Schule konkret aus – gibt es mehr Praxis oder Theorie?
Mehr Theorie. Aber vermittelt von Leuten, die mit beiden Beinen in der Praxis stehen.

Was hat sich in den letzten Jahren beim Berufsbild des Grafik-Designers vor allem verändert?
Der Beruf ist viel komplexer geworden. Früher gab es noch Fotografen, Setzer, Lithografen und Retuscheure. Heute muss die Grafikerin oder der Grafiker im schlechtesten Fall all diese Berufe in sich vereinen und die entsprechenden Arbeiten selber machen. Und auch in der Medienwelt bewegt sich einiges und erst noch rasch.

Wie reagiert die Branche auf das Angebot?
Die Branche reagiert positiv auf das Angebot, was ich aus meiner Warte beurteilen kann. Sicher wären eine bessere Bekanntheit und Visibilität der Ausbildung aber gut.

Was versprechen sich Schüler vom Diplom, und was bringt es tatsächlich?
Da müssen Sie die Absolventinnen und Absolventen fragen! Was ich höre, bringt die Ausbildung allerhand.

Was sind Ihre Erfahrungen als Dozent?
Meine Erfahrungen sind durchwegs positiv. Die Leute wollen es wirklich wissen, und dies fordert mich extrem. Ich bin ja kein Lehrer, der weiss, wie das funktioniert.

Was wollen Sie vermitteln?
Ich will den Absolventinnen und Absolventen zum Beispiel mitgeben, wie man eine gute Präsi macht oder wie sich ein Budget rechnet und wie dieses aussieht. Und dann finde ich auch wichtig, dass man Persönliches aus dem Berufsleben erzählt, inklusive die negativen Erlebnisse.

Wieso unterrichten Sie bei diesen Kursen?
Von nichts kommt nichts! Ich finde es wichtig, dass Werbeagenturen sich nicht nur über den fehlenden Nachwuchs beklagen, sondern ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben.

Interview: Andreas Panzeri

OMS-Studie: Grössere Awareness auf kleinem Display

Mobile-Werbung entfaltet auf mobilen Tageszeitungswebseiten eine ähnlich starke Werbewirkung wie klassische Display-Werbung auf dem Desktop-PC. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wirkungsweise, zeigt die OMS Werbewirkungsstudie Mobile.

Werbung auf mobilen Tageszeitungswebseiten wirkt ähnlich stark wie auf klassischen Tageszeitungswebseiten. Dies belegt die aktuelle Werbewirkungsstudie Mobile des deutschen Premiumvermarkters OMS. Der Unterschied zwischen Mobile- und Desktop-Werbung liegt vor allem in der Wirkweise: Durch die kleinere, leichter zu fassende und fokussierte Mobile-Werbung erreichen mobile Kampagnen auf Tageszeitungswebseiten eine besonders starke Marken-Awareness (plus 9 Prozent gegenüber Desktop). Beworbene Marken werden so über den mobilen Kanal nachhaltiger in den Köpfen der Nutzer verankert.

Auf dem Desktop zahlt die Werbung hingegen insbesondere auf das Image ein (plus 16 Prozent gegenüber Mobile). Marken können aufwendiger und mit einem umfangreichen Storytelling inszeniert werden, zudem sind Desktop-Werbemittel im Vergleich zu Mobile-Werbemitteln größer. Bei der Kaufpräferenz gleichen sich die Ergebnisse: Mobile- und Desktop-Werbung erhöhen die Kaufabsicht der Nutzer gleich stark.

«Für Werbetreibende und Media-Agenturen bedeuten diese Ergebnisse vor allem eines: Um eine maximale Werbewirkung zu erzielen, sollten sie in Zeiten zunehmender Multiscreen-Nutzung verstärkt auf Kampagnen setzen, in denen verschiedene Segmente wie Mobile- und Desktop-Werbung gemeinsam wirken», so Linda Mozham, Commercial Director und Mitglied der Geschäftsleitung OMS. «Die gängige Praxis sieht jedoch anders aus: Die Mobile-Werbeerlöse 2013 haben sich in Deutschland laut MAC Mobile-Report 2014/01 zwar um weitere 67 Prozent auf insgesamt 65 Millionen Euro erhöht, im Vergleich zum gesamten Online-Umsatz macht dies allerdings nur einen Anteil von 4,9 Prozent aus. Hier besteht dringender Nachholbedarf.»
 

Comeback mit gefülltem Rucksack

Die Geschäftleitung von Maxomedia ist wieder eingespielt: Seit Januar wirkt Simon Muster als Leiter der Beratung. Ein Comeback, denn der IT- und Marketing- Spezialist hat schon einmal für die Agentur von Bernhard Herzig gearbeitet.

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Simon Muster hat in St. Gallen Betriebswirtschaft und Marketing studiert. Er ist auch als Software Engineer ausgebildet. Vor seiner Rückkehr zu Maxomedia wirkte er u. a. bei der Werbeagentur Republica sowie als Brandmanager beim Schweizer Ableger von Nike Sportswear.
 
Simon Muster startete seine Karriere in der Online- Welt als Programmierer im Medienhaus der Berner Zeitung. Dazu hatte er das Ziel, an der ETH zu studieren. Wie er damals richtig einschätzte, wurde zu Beginn des neuen Millenniums das Potenzial der digitalen Kommunikation aber noch nicht bei allen Marktteilnehmern richtig erkannt. Muster beschloss deshalb, «das Ganze umzudrehen» und zuerst einmal in St.Gallen Betriebswirtschaft und Marketing zu studieren. «Mit dem Hintergedanken, dass ich dann zur richtigen Zeit meine Kenntnisse im digitalen Bereich einsetzen will». Seine Strategie war «doppelspurig aufgestellt sein»: technisches Verständnis für das Internet haben und gleichzeitig die Mechanismen des Marketings verstehen. Um auch noch die praktischen Aspekte der Branche kennenzulernen, arbeitete Simon Muster neben dem Studium bei einer kleinen Basler Agentur. Bei der Swift Management AG hat er Webseiten konzipiert und auch die ersten Webshops betreut. «Mein Job war es, für Traffic zu sorgen.» Diese Erfahrungen führten ihn 2010 zum ersten Mal zu Maxomedia. «An vorderster Front der Online-Entwicklung war ich als Berater in dieser Pionier-Agentur sehr happy. » Dann kam allerdings ein Angebot von Nike, das er einfach nicht ausschlagen konnte.
 
Im Sommer 2011 wechselte Simon Muster als Brandmanager zum Schweizer Ableger von Nike Sportswear. Von Bassersdorf aus durfte er sich um die Markenführung in der Schweiz kümmern. Muster verantwortete das Marketing für den Livestyle- Bereich und die Markteinführung von Action Sports. Nike hatte sich vorgenommen, die Snowund Skateboard-Szene in der Schweiz zu erobern. Entsprechend musste das Marketing vorsichtig agieren. «Die Snöber sind eine sehr kritische Zielgruppe. Auf der einen Seite galt es, die Opinion Leaders zu gewinnen. Auf der anderen Seite wollten wir auch die Massen beliefern. Aber die ganze Szene ist nichtnur sehr markenaffin, sondern auch markenkritisch. Da zeigt man sich schnell einmal dagegen, wenn eine grosse Marke aus den USA kommt.» Simon Muster baute eine Community auf und organisierte «Grass Roots»-Events für die Basis. Für seine Überzeugungsarbeit konnte er nicht nur auf legendäre Namen mit WM-Titel setzen. Er durfte auch über «ein tolles Mediabudget mit Kinospots und TV-Kampagnen» verfügen.

Der Brandmanager hat in dieser Verantwortung «viel gelernt». Auch, was eine starke Firmenkultur bedeutet. «Es hat sicher viel Positives, wenn alle am gleichen Strick ziehen und man weiss, was man machen muss.» Andererseits seien Querdenker auf verlorenem Posten. «Im Grossbetrieb einer internationalen Marke sind alle Ideen der Firmenpolitik unterstellt.»

Etwas mehr als ein Jahr hat Muster dieser «Kampf gegen Windmühlen» Spass gemacht. Er konnte mit seinen Aktivitäten auch interessante Zahlen im Bereich Absatz vorweisen. Trotzdem lockte ihn schliesslich wieder eine Aufgabe, wo er ein bisschen mehr kreative Freiheit ausleben durfte. Eine solche Oase war die Republica in Bern. In diesem «Land der Inspiration» (Eigenwerbung) wirkte Simon Muster ab Herbst 2012 als Strategischer Planer und Mitglied der Geschäftsleitung. Zu seinen wichtigen Kunden zählte der Schlittschuh Club Bern. Das Team des SCB hatte eben einen weiteren Meistertitel gewonnen und wollte nach diesem Erfolg auch in der digitalen Welt etwas «offensiver » feiern.
 
Der im Winter 2013 erfolgreichste Eishockeyclub Europas «hatte ja kein Problem, sein Stadion zu füllen ». 97 Prozent Auslastung während der Qualifikation und 99 während den Play-offs. «Aber: In diesem Umfeld ist das Sponsoring-Angebot irgendwann erschöpft», rechnete Muster. Und wenn alle Banden und Plätze auf den Helmen «verkauft» sind, bleibt nur noch die Erweiterung ins Netz. Bei diesem Auftrag war Simon Muster federführend. Seine Herausforderung: «Wir brauchten einen Content, der funktioniert, und für die Community einen möglichst exklusiven Zugang zur Mannschaft.» Die Lösung war eine digitale Strategie, welche kanalspezifische Inhalte liefert. Zum Beispiel eine App für das Handy. Diese holte Fans beim Auswärtsspiel ab. Oder das digitale TV mit «Behind the scenes»-Material, in welchem auch die Sponsoren mit eingebunden werden konnten. «Mehrwert für die Fans, statt plumpe Werbung».

Bewährte Seilschaften

Solche Aufgaben und ihre Resultate machten Simon Muster «sehr glücklich» bei Republica. Es fiel ihm deshalb schwer, als ihm Bernhard Herzig noch einmal ein Angebot machte, für die Maxomedia zu arbeiten. Aber gleichzeitig war es ja auch ein Comeback in die Agentur, die er wegen Nike damals nur ungern verlassen hatte. «Es warteten Kunden und Mitarbeitende, die ich noch bestens in Erinnerung hatte.» Seit Januar 2014 wirkt Simon Muster nun bei Maxomedia als Leiter Beratung und Mitglied der Geschäftsleitung. «Bei meinem ersten Aufenthalt waren wir als Schweizer Wegbereiter der Online- Werbung die einzige Agentur, die klassischer werden wollte. Dies ist uns mittlerweile gelungen, während die meisten klassischen Agenturen nach wie vor versuchen, digitaler zu werden», fasst Muster die Entwicklung zusammen. Für den zweispurig Erfahrenen bildet diese Aufstellung das ideale Umfeld, in welchem er sich in Zukunft mit vollen Kräften und im wahrsten Sinne des Wortes noch weiter crossmedial entfalten kann. Sein Ziel dabei: «Weiter belächelt werden, weil wir der Zeit manchmal ein bisschen voraus sind, wie damals bei der Gründung von Maxomedia.»

Andreas Panzeri

WW: 1996 haben Sie mit Roman Hirsbrunner zusammen Maxomedia gegründet. Seither ist der Zwei-Mann-Garagenbetrieb zu einer Full-Service- Agentur mit über 50 Leuten angewachsen. Was war der grösste Treiber für diesen Erfolg?
Bernhard Herzig: Wir haben die Agentur in der Überzeugung gegründet, dass sich die klassische und die digitale Kommunikation vereinen werden. Dies beeinflusste die Entwicklung der Agentur, nicht nur in Bezug auf den Kreationsprozess, sondern auch in Bezug auf Organisation und Kultur. In den letzten 17 Jahren haben die Veränderungen in der Medienlandschaft und in der Gesellschaft uns zugespielt. Wichtig war auch der Teamgeist: Roman und ich waren schon damals gut befreundet, haben uns ergänzt und trotzdem eine Vision geteilt.

Bernhard Herzig zu seiner digitalen Vergangenheit: «Die Idee muss gut sein. Dass sie in der digitalen Welt auch funktionieren muss, ist eine Vorgabe der heutigen Zeit, nicht meiner Person.»

Gab es im Verlauf der Entwicklung auch nennenswerte Widerstände für Maxomedia?
Ja, gerade zu Beginn. Wir mussten uns in der Branche erst einmal behaupten. Schliesslich waren wir nicht die klassischen Werber und hatten keine breite Agenturerfahrung. Auch auf ein hilfreiches Beziehungsnetz konnten wir anfangs nicht zurückgreifen. Mit dieser Ausgangslage das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, war nicht immer ganz einfach.
 
Wieso darf man Maxomedia mit Recht als eine Schweizer Pionier-Agentur im Online bezeichnen?
Für uns war bereits 1996 im Umgang mit der digitalen Welt der Blickwinkel der Kommunikation wichtiger als derjenige der Technik. Zwar war es eines unserer Ziele, kommunikative Herausforderungen mittels Einsatz von innovativen Technologien zu meistern – aber nicht als IT-Unternehmen, sondern als Kommunikationsagentur.
 
Wie und wo haben Sie sich Ihre Kenntnisse in der Online-Kommunikation erworben?
Am wichtigsten sind die unzähligen grossen und kleinen Erfahrungen, die ich im Rahmen der Projekte über die Jahre machen konnte. Aber auch externe Inputs waren eine wichtige Quelle, beispielsweise Studien, Seminare, Kongresse oder Blogs. Im Laufe der Zeit nahmen hier die Möglichkeiten, sein Wissen zu erweitern, enorm zu. Die sinnvolle Selektion ist heute die grosse Herausforderung.
 
Was sehen Sie persönlich als Ihre wichtigsten beruflichen Erfolge?
Aus unternehmerische Sicht, dass es Maxomedia in der heutigen Form gibt und dass sich die Agentur am Markt behauptet. Beruflicher Erfolg ist für mich, wenn ich sehe, dass wir uns in unseren Projekten weiterentwickeln – bei herausragenden Peaks, aber auch im Kleinen, im Alltag. Im letzten Jahr war der Gewinn des Löwen in Cannes ein persönlicher Meilenstein, den zu erreichen wir uns lange erträumt hatten.
 
Wann haben Sie realisiert, dass Maxomedia einmal zu der Agentur werden könnte, die sie heute darstellt?
Ich erinnere mich diesbezüglich unter anderem an die Stimmung und die Gespräche mit unseren Kunden und Mitarbeitern anlässlich unserer 10-Jahr- Jubiläums-Chilbi im Jahr 2006. Dieser Spirit und diese Energie beflügelten uns damals und verhalfen uns zu dem Boost, den wir in den darauf folgenden Jahren erlebt haben.
 
Was hat sich verändert, seit Sie im letzten Oktober die Leitung allein übernommen haben?
Das Ziel des Wechsels im Management war nicht, die Agentur grundsätzlich zu verändern. Und es ist natürlich nicht so, dass ich die Agentur alleine leite, sondern gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung. Trotzdem ist nicht ganz alles beim Alten geblieben, da der Groove und das Klima von den Charakteren in der GL geprägt werden. Wir haben die personellen Wechsel auch zum Anlass genommen, beispielsweise unsere Arbeitsprozesse ein wenig zu aktualisieren.
 
Sie waren in den früheren Zeiten «Leiter Digital». Jetzt sind Ihre Aufgaben als Geschäftsführer zumindest im Titel umfassender geworden. Was hat sich für Sie verändert?
Meine Aufgaben haben sich effektiv verändert. Als Leiter Digital war ich in mehr Projekte tiefer involviert, mein Beitrag im Alltag sehr operativ. Heute hat sich das etwas verschoben: Der Fokus ist im Alltag ganzheitlicher geworden. Und natürlich vertrete ich die Agentur häufiger nach aussen. Ich bin aber auch weiterhin in unsere Projekte involviert. Und das soll auch so bleiben.
 

TV gestern heute morgen

Die «Boomers» sind zwischen 1945 und 1960 geboren. Die «Generation X» 1961 bis 1981. Mit Jahrgang 1982 bis 2012 heissen sie «Millennials». Zu diesen gehört auch Bastian Sarott. Der Experte hat bei Goldbach ein gut besuchtes Seminar zum Thema «Jugend und Fernsehen» moderiert. Dabei wurde auch die Viacom-Studie «Knowing Youth 2020 Vision» präsentiert. 

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Bastian Sarott ist bei Goldbach Media Head of Trade Marketing MTV/VIVA CH/Comedy Central und damit Experte für Jugendmarketing. Der eidg. dipl. Marketing-Fachmann hat an der Uni Zürich Kunstgeschichte, Filmwissenschaften und Betriebswirtschaft studiert sowie ein CAS Leadership & Management an der HWZ.
 
WW: In welcher Form ist Goldbach Media an den Studien beteiligt, die beim Seminar «Identify Youth» präsentiert worden sind?
Bastian Sarott: Die Studien wurden von Viacom in Auftrag gegeben und durchgeführt – es handelt sich ja um internationale Studien, die eine länderübergreifende Vernetzung erfordern. Goldbach war an der Erhebung der Schweizer Zahlen beteiligt und hat so beim Fragenkatalog für die 308 Teilnehmer die notwendige Swissness eingebracht. Und nicht zuletzt sind wir als Vermarkter der involvierten Sender und als Veranstalter des angesprochenen Business- Seminars involviert.
 
Gibt es für Sie eine Erkenntnis aus den präsentierten Studien, die Sie als Angehöriger der Millennials persönlich überrascht hat?
Wirklich überrascht hat mich keine der Erkenntnisse – aber ich fühlte mich oft in meinen Annahmen bestätigt. Allerdings setzte ich mich ja auch täglich mit der Materie auseinander und beobachte Trends und Eigenheiten meiner Generation schon länger. Am ehesten hat mich überrascht, wie deutlich sich die Aussagen in den qualitativen Interviews je nach Herkunftsland unterscheiden, respektive wie einfach es scheinbar ist, bestimmte Aussagen im Umkehrschluss einem bestimmten Land zuzuweisen.
 
In der Schweiz sind bereits 27 Prozent der Bevölkerung im Altersbereich der Millennials. Wie stark spiegelt sich dieses Verhältnis in den zur Verfügung stehenden TV-Programmen?
Nur bedingt, denn der durchschnittliche TV-Zuschauer ist rund 51 Jahre alt und dementsprechend kaufkräftig. Der Millennial- TV-Konsument hingegen ist im Schnitt 22 Jahre alt, hat etwas weniger Zeit, um fernzusehen, und ist meist auch noch nicht ganz so kaufkräftig wie Generation seiner Eltern. Folgerichtig orientieren sich die Sender immer noch an älteren Konsumenten, die das breitere Publikum bilden. Aber es gibt natürlich Kanäle wie MTV, VIVA CH oder auch JOIZ, die sich als Sparten- oder Special-Interest- Sender hauptsächlich an diese Zielgruppe wenden. Auch ProSieben bietet speziell auf Millennials zugeschnittene Formate: In «taff» oder «Galileo» beispielsweise werden News- und Wissenschaftsthemen möglichst jung rübergebracht: Schneller Schnitt, aktuelle Musik und das Ganze präsentiert von jungen Moderatoren.
 
Welche konkreten Sendungen können Sie uns nennen, die sich an Millennials richten?
Da gibt es einige. Zum Beispiel «Catfish» von MTV Networks. Ein Format, das sich mit dem Phänomen der Fake-Online-Profile – dem sogenannten Catfish- Phänomen – auseinandersetzt. Es geht hier nicht nur um Freundschaften, die online zwischen fiktiven und echten Personen entstanden sind, das geht bis zu Verlobungen zwischen zwei Menschen, die sich im echten Leben noch nie gesehen haben. Also eine Thematik, die so jung ist, wie die Millennials selber. In «Catfish» begleiten die Zuschauer die Hosts der Sendung bei der Suche nach dem Catfish und der anschliessenden Zusammenführung der beiden Cyberfreunde – leider meist mit einem enttäuschenden Resultat für eine der beiden Parteien. Oder nehmen wir «Circus HalliGalli» auf ProSieben. Hier macht das kongeniale Moderationsduo Joko und Klaas ausschliesslich das, wozu die beiden gerade Lust haben. Dabei ist der Absurdität keine Grenze gesetzt. Konzeptloses Qualitätsfernsehen mit garantiertem Überraschungseffekt und viel Lachpotenzial. Aber auch Serien wie «South Park» sind – durch die Mischung aus extremer Aktualität, kritischer Hinterfragung, der nötigen Portion Unverschämtheit und mit gleichzeitigem hohem moralischem Anspruch – bei Millennials sehr beliebt. Aktuell läuft auf Comedy Central Schweiz bereits die 17. Staffel. In diesem März wurde eine «South Park»- App gelauncht, über die sämtliche Folgen im Zweikanalton immer und überall konsumiert werden können – bereits im April, also nur einen Monat später, waren wir in der Schweiz bereits bei über 500 000 Streams!
 
Wie erreicht ein Sender, dass sein Engagement für die Millennials tatsächlich echt wirkt und nicht einfach aufgesetzt, so wie die in der Werbung noch oft missbrauchte «Jugendsprache»?
Mit dem Gebrauch der sogenannten «Jugendsprache » manövriert sich der Absender ja meist selber ins Abseits. Ein Sender muss einerseits richtige Millennials in den Redaktionen haben, aber auch Themen behandeln, welche für die junge Zielgruppe relevant sind. Millennials sind sehr anspruchsvoll und entlarven aufgesetzte Jugendlichkeit.
 
Kennen Sie gelungene Beispiele, wo die Werbung – in diesem Fall ein Spot – die Welt der Millennials gekonnt und erfolgreich anspricht?
Da gibt es diverse tolle Beispiele: Coke Zero, AXE oder auch der neue Evian-Spot bringen die richtigen Attribute mit – fantasievolle Spots mit guter Musik, die mit etwas Action angereichert sind, zum Lachen animieren und zu überraschen wissen. Solche Spots verbreiten sich wie ein Lauffeuer; der Millennial teilt gerne auf Facebook oder per Mail mit anderen was ihm gefällt – auch TV-Spots.
 
Was funktioniert bestimmt nicht im Bereich «Werbung für Millennials»?
Schlecht implementiertes Product Placement, das sehe ich als grösstes No-Go dieser Tage. Sei es in Videoclips, TV-Serien oder in Kinospielfilmen: nirgends kommen wir am Product Placement mehr vorbei. Wenn dies aber zu offensichtlich gemacht wird, geht der Schuss nach hinten los. MTV zum Beispiel spielt diverse Videoclips aufgrund der zu offensichtlichen und permanenten Nutzung von Smartphones durch die Künstler nicht mehr auf dem Sender.
 
Wie stark gesucht sind von Kundenseite her die Buchungsmöglichkeiten für die Zielgruppe der Millennials?
Im TV wird ja immer noch auf soziodemografische Zielgruppen geplant und der Anteil an Werbung, die sich an unter 40-Jährige richtet, liegt nur bei rund 10 Prozent. Allerdings sind da die wichtigsten Zielgruppen (15–49 Jahre und haushaltsführend 20– 49) nicht mitgezählt. Da der Millennial zwischen vielen Plattformen switcht oder sie parallel konsumiert, ist die Werbung über ein einzelnes Medium nicht effektiv. Online und auch OTG(on the ground)- Aktivitäten sind mittlerweile essenziell und steigern das Involvement des Rezipienten. Involvement ist ein Schlüsselwort für die engagierten, informierten und teilfreudigen Millennials. Grundsätzlich werden aber junge Zielgruppen weniger gesucht als Haushaltsführende oder Kaderzielgruppen.
 
Was sind Zukunftspläne bei Goldbach für die Zielgruppe der Millennials?
Goldbach passt sein Angebot stets den neuesten technischen Entwicklungen an und bleibt so auch am Puls der jungen Zielgruppe. Heisst, dass wir uns über alle Business-Lines hinweg mit Themen wie Parallelnutzung, Streaming, Smart TV und Social Media auseinandersetzen. Wir begleiten den Rezipienten vom Aufstehen bis zum Schlafengehen: mit Radio, Mobile, Digital out of Home, Online und TVWerbung. Das gibt uns diverse Touchpoints mit allen Schweizer Einwohnern. Was dabei entscheidend ist, ist die richtige Orchestrierung dieser Medien. Dafür werden jedes Jahr von Goldbach neue Angebote lanciert, um auch die junge Zielgruppe mit ihren individuellen Gewohnheiten zu erreichen.
 
In einem Referat wurde die These aufgestellt: «Sex, drugs and rock ’n’ roll» war früher. Was könnte heute als die «Ersatzdroge» für die Millennials herhalten?
Heute lebt jeder sein Leben – es gibt zu viele Musikrichtungen, mehr Vorsicht und Wissen über Sex und eine noch grössere Bandbreite an Drogen. Die Toleranz diesen drei Schlagwörtern gegenüber ist in den letzten 50 Jahren massiv gestiegen. Was damals skandalös war, erscheint heute völlig banal. Wenn ich eine neue These aufstellen müsste, wäre das wohl: «Live YOUR life.» Das hört sich vielleicht etwas selbstzensiert an – ist es möglicherweise auch, erweitert aber lediglich das Spektrum und rückt den Selbstverwirklichungsdrang und die umfangreicheren Möglichkeiten der Millennials ins Zentrum.
 
In einem anderen Referat wurde die These präsentiert, dass im Ausland mehr die existenziellen Sorgen die Jugend beschäftigen, während wir uns in der Schweiz mehr um unsere Selbstverwirklichung kümmern dürfen. Teilen Sie diese Ansicht?
Dem stimme ich zu. Aber das liegt auch an den Ländern, in denen diese Studie erhoben wurde – ein 17-jähriges Mädchen aus Mexiko oder Tokio hat aufgrund der Umgebung und den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht dieselben Erwartungen, Wünsche und Ängste wie eine junge Schweizerin.
 
In meiner Jugend als «Boomer» war Werbung in vielen progressiven Kreisen verpönt. In der Werbung zu arbeiten galt für Phil.-I- und Kunststudenten fast wie ein Verrat. Wie erleben Sie das heute als ein Zugehöriger der Millennials?
Ja, ich bin ein Millennial. Ja, ich bin Vermarkter. ABER ich war auch ein Phil.-I-Student – unter anderem mit Kunstgeschichte. Und ich verstehe natürlich den Punkt. Aber viele der Boomer waren der Meinung, es anders machen zu müssen, was nicht bedeutet, es nicht zu machen. Heisst, progressive Menschen sind in der Regel offen für Werbung – aber für gute und richtig platzierte Werbung. Sie wissen genau, was sie wollen, das macht sie kritischer und wählerischer. Und sie lieben den kreativen Ansatz dieser Branche, der übrigens ja auch Künstler wie Salvador Dalí zu Produktwerbung (Chupa Chups) inspirierte. Und da, im Umgang mit künstlerischem Schaffen, schliesst sich vielleicht der Kreis vom Boomer zum Millennial, wenngleich die Voraussetzungen sehr unterschiedlich sind und sich heute durch das Web 2.0 und den Überfluss an Aufnahme- und Vervielfältigungsutensilien jeder kreativ austoben und Kreativität mit der Umwelt teilen kann
 
Interview: Andreas Panzeri 

Online-BTL-Massnahmenkontrolle in Echtzeit

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb hat die Media Glue in Zürich das Onlinetool «BTL-Control» für Controlling und Reporting bei Marketing-Kampagnen entwickelt.

Die Media Glue bietet ihren Kunden mit der Software BTL-Control ein Online-Tool mit zugehöriger Mobile App für die Planung, Kontrolle und das Reporting von Below-The-Line / OutOf-Home Marketing-Kampagnen an. Die Version 1.0 von BTL Control ist bereits entwickelt und für erste Kampagnen im Einsatz, so das Unternehmen in einer Mitteilung vom Mittwoch. Mittels GPS Tracking, Google Maps und Standortplanung werde jede Aktion in Real Time kontrolliert und rapportiert. Die werbetreibenden Unternehmen wüssten so exakt wann, wo welche Massnahme stattgefunden habe, ob sie gemäss Offerte durchgeführt, Zeiten eingehalten, Regionen/ Standorte gemäss Abmachung abgedeckt und die Kampagnen Ziele erreicht wurden.

«Die Idee entstand aus ganz eigennützigen Gründen», so Geschäftsführer Darko Veljaca. «Ich wollte meinen Kunden eine effiziente und simple Beweisführung für meine Dienstleistungen im BTL-Bereich bieten. Da ich kein Tool fand, das meinen Bedürfnissen entsprach, haben mein Team und ich es kurzerhand selber entwickelt.»

Schweiz erfolgreich beim Golden Award of Montreux

Schweizer Werber errangen trotz internationaler Konkurrenz 2014 am Genfersee drei Goldmedaillen und drei Finalist Awards. Die erfolgreichste Agentur 2014 beim Golden Award of Montreux war BBDO New York.

Gold ging gleich zweifach an Havas in Poster Illustration für «Fantastic Orchestra» (Zurich Chamber Orchestra) und in Copywriting für «Word Split» (SMH Verlag) sowie an Serviceplan in der Kategorie Digital/Interactive für «Soundtree» (BMW). Finalist Awards gab es für Webguerillas in Online Campaign für «KPT Smileball», Iart für Mega Faces in Spatial Communication und für das «Fantastic Orchestra» in Print Entertainment. Zwei weitere Gold Medaillen mit Schweiz Bezug gab es für die deutsche Agentur Heimat mit ihrer Arbeit für die Swisscom «All eyes on S4» in Event und Ambient Media.

In Montreux wird kein Silber und Bronze vergeben, sondern nur Gold und Finalist Awards. Die Bewertungen werden bei diversen internationalen Rankings berücksichtigt. Jurymitglieder aus 18 Ländern bewerteten Arbeiten in den sieben Hauptkategorien TV/Cinema, Print, Poster, Direct Marketing, Digital, Media und Event.

Der Golden Award wird seit 1989 in Montreux verliehen und eröffnet traditionell den Reigen der internationalen Kreativwettbewerbe in Europa. In der Vergangenheit erwies er sich immer wieder als ein verlässlicher Barometer für folgende Festivals.

Alle Gewinner und Infos auf Goldenaward.com

 

WS kommuniziert Digital-Switch für EBL Telecom

Am 3. Juni 2014 stellt Kabelnetzbetreiber EBL Telecom in seinen Netzen die letzten analog ausgestrahlten Sender ab und verbreitet fortan alle TV-Sender rein digital. Die Agentur WS kommunizert den digitalen TV-Switch.

Die Kunden werden mit Unterstützung des aus einem TV-Kabel geformten sympathischen Maskottchens über die nötigen Schritte sowie die Vorteile des digitalen Grundangebotes informiert. WS Kommunikation konzipierte und realisierte die gesamte Infokampagne für EBL Telecom, bei welcher Plakate (F12, F200), Steller, Broschüren und Kundenbriefe jeweils zweisprachig zum Einsatz kamen.

EBL_Kampagne_F12
EBL_Flyer_digital-TV
EBL_Shop_Plakatsteller

Verantwortlich bei EBL Telecom: Eleonora Meyer (Leiterin Marketing), Andrea Voegtle, Fabrice Reymond (Marketing und Kommunikation). Verantwortlich bei WS Kommunikation: Reto Meyer (Gesamtverantwortung), Nadine Wolleb (Beratung), Markus Stöckli (Art Direction, Text), Joe Werner, Marion Philipp (Grafik).
 

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