Filmfestival Cannes: Altmeister dominieren den Wettbewerb
Der Wettbewerb des diesjährigen Filmfestivals von Cannes strotzt nur so vor den vielen Namen ehrwürdiger Regisseure: Jean-Luc Godard ist dabei, ebenso David Cronenberg, die Dardenne-Brüder, Mike Leigh und Ken Loach.
Junge Talente aber? Die sind klar in der Unterzahl. Und Frauen? Die dürfen vor allem wieder als Stars der Filme auf dem roten Teppich strahlen. So wie zum Beispiel Nicole Kidman, die als monegassische Fürstin in «Grace of Monaco» das Festival am Mittwochabend, 14. Mai, eröffnen wird.
Trotz aller Kritik schafft es das Filmfest an der Côte d'Azur jedoch nach wie vor, seinem Ruf als wichtigstes und glamourösestes Festival der Welt gerecht zu werden. Schliesslich zieht kein anderes Filmfest so viele internationale Stars an. Selbst in den Nebensparten laufen neue Werke von Regisseuren, die so manch anderes Festival gern gehabt hätte. Darunter etwa das Regiedebüt «Lost River» von Hollywood-Beau Ryan Gosling.
Zurück aber zum Wettbewerb, wo dieses Mal unter den 18 Beiträgen politische und gesellschaftskritische Themen auffallen. Robert Pattinson versucht sich an der Seite von Julianne Moore in David Cronenbergs Film «Maps to the Stars» an einer Satire auf Hollywood. Ken Loach geht in «Jimmy's Hall» – angeblich der letzte Film des 77-Jährigen – auf die Lebensgeschichte eines irischen Kommunisten ein. Jean-Pierre und Luc Dardenne lassen Marion Cotillard in «Deux jours, une nuit» verzweifelt um ihren Job kämpfen.
Altmeister und «Wunderkind»
Tommy Lee Jones konnte für seine zweite Regiearbeit, den Western «The Homesman», Hilary Swank und Meryl Streep verpflichten. Michel Hazanavicius, der in Cannes zuletzt mit der Premiere von «The Artist» für Furore sorgte, schlägt nun ebenfalls ernstere Töne an: «The Search» spielt im ehemaligen Kriegsgebiet Tschetschenien. Jean-Luc Godard wagt mit «Adieu au langage» ein Experiment in 3D. Das Werk des 83-Jährigen ist der erste Schweizer Film seit elf Jahren, der im Hauptwettbewerb von Cannes startet. Mit «Sils Maria» von Oliver Assayas ist zudem eine Schweizer Koproduktion im Rennen.
Möglicherweise stellt aber auch Xavier Dolan als jüngster Mitstreiter seine Konkurrenz in den Schatten und nimmt am 24. Mai den Hauptpreis, die Goldene Palme, mit nach Hause. Das «kanadische Wunderkind» stellt mit dem Familiendrama «Mommy» bereits seinen fünften Spielfilm vor – und das im Alter von 25 Jahren.
Film aus Mauretanien nominiert
Von den 18 Filmen im Wettbewerb stammen acht aus Westeuropa und fünf aus Nordamerika, davon gleich drei aus Kanada. Nominiert wurden auch ein Film aus Mauretanien («Timbuktu», Abderrahmane Sissako) sowie Werke aus Argentinien, Japan, der Türkei und Russland.
Schlecht vertreten sind dieses Jahr die Frauen; im Wettbewerb sind nur zwei Filme von Regisseurinnen zu sehen. Einen Trumpf gibt es aus weiblicher Sicht aber doch: Als Jury-Präsidentin amtiert hat die neuseeländische Regisseurin Jane Campion («The Piano»). (SDA)
















