Fall Rocchi: Hausdurchsuchungen waren illegal

Die Hausdurchsuchungen bei Ludovic Rocchi waren laut dem Neuenburger Zwangsmassnahmengericht illegal. Sie gründeten zwar auf einer legalen Basis, respektierten aber nicht den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die Pressefreiheit hätte vorgehen müssen.

Das Zwangsmassnahmengericht lehnte auch den Antrag der Neuenburger Staatsanwaltschaft ab, die bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmten Unterlagen des Journalisten zu entsiegeln. Die Dokumente müssen dem Mitarbeiter der Westschweizer Tageszeitung Le Matin folglich zurückgegeben werden, teilte das Gericht am Freitag mit. Die Hausdurchsuchungen bei Rocchi erfolgten im August 2013 im Zusammenhang mit der Klage eines Professors der Universität Neuenburg. Der Professor warf dem Journalisten üble Nachrede, Verleumdung und Verletzung des Amtsgeheimnisses vor. Rocchi hatte im Le Matin Plagiatsvorwürfe an den Professor aufgedeckt. Eine von der Regierung angeordnete Administrativuntersuchung bestätigte später Teilplagiate durch Versäumnis sowie Verletzungen der Zitierregeln.

Die Staatsanwaltschaft, welche die Hausdurchsuchungen in Rocchis Wohnung sowie in einem von ihm gebuchten Hotelzimmer in Locarno angeordnet hatte, ging bis vor Bundesgericht. Sie rekurrierte gegen einen Entscheid des Neuenburger Kantonsgerichts, welche die Hausdurchsuchungen für illegal erklärt hatte. Das Bundesgericht hob den Entscheid Ende März allerdings auf und schickte das Dossier zur Neubeurteilung ans Zwangsmassnahmengericht zurück. Dieses hat nun gemäss Mitteilung vom Freitag ebenfalls entschieden, dass die Hausdurchsuchungen illegal waren. Die Pressefreiheit hätte gegenüber dem Untersuchungsbedürfnis Vorrang haben müssen, begründet das Gericht den Entscheid. Unter Vorbehalt eines Rekurses ans Bundesgericht muss dieStaatsanwaltschaft die beschlagnahmten Dokumente dem Journalisten zurückgeben, ohne sie entsiegeln und auswerten zu dürfen.

In den Medien hatte die Affäre Rocchi Empörung ausgelöst – der Vorfall wurde als Bedrohung der Pressefreiheit gesehen. Für die Neuenburger Staatsanwaltschaft indes stand diesen Vorwürfen ein anderes Anliegen gegenüber: die Garantie für Behörden, ohne Druck von aussen ihre Entscheide fällen zu können. (SDA)

Wo bleiben die Jungen?

Am 19. Juni steigt in Cannes die «Swiss Party» von Publicitas mit aktiver Beteiligung der Swissfilm Association. Am gleichen Tag ist in Cannes das Finale des «Young Director Award». Allerdings leider ohne Schweizer.

In der vergangenen Woche hat in Zürich eine Jury mit Fachleuten der Swissfilm Association einen Tag lang Filme angeschaut und die Finalisten für den Nachwuchs-Wettbewerb «The Young Director Award» bestimmt. In bisher 17 Ländern in Europa gibt es diesen Contest. Organisiert wird er vom Verband CFP (Commercial Film Producers). Medienpartner ist das Fachmagazin «Shots», das global über neue Entwicklungen in der Branche der Werbefilmer berichtet. 300 Filme waren in diesem Jahr im Rennen. Dabei kommt in allen Mitgliedsländern das gleiche Jurytool zum Einsatz. Darauf können die Einreichungen in verschiedenen Kategorien angeschaut und direkt im System benotet werden. Unter den Kategorien finden sich «Animation», «Broadcast», «Charity», «Music Video», «Short Film», «Video Art», «Webfilm» sowie auch «Film School» und «Test Commercial». Als ein solcher «Test» kann ein Werbefilm auch für ein reines Fantasie-Produkt eingegeben werden. Geleitet wird die Schweizer Jury von Rudi Haller. Der Kopf von Solid & Hallerfilm hat die Aufgabe 2007 von Martin Fueter übernommen. Hallers Team mit Produzenten und Regisseurinnen der Swissfilm Association ist mit Leidenschaft dabei, denn beim Nachwuchs aus ganz Europa lassen sich auch immer wieder neue Trends entdecken. Aus der Schweiz allerdings lässt die Teilnahme nach wie vor zu wünschen übrig. Obwohl Rudi Haller mit allen Schweizer Filmschulen in Kontakt ist und auch unsere «alten Hasen» den Wettbewerb bei ihren jungen Kollegen bekannt machen, war auch in diesem Jahr keine helvetische Überraschung zu entdecken. Für das kommende Jahr soll deshalb schon hier noch einmal mehr Aufmerksamkeit für den «Young Director Award» generiert werden. «Die Chancen sind wirklich attraktiv», weiss Haller.

Junge Cannes-Rolle

In Cannes könnten mögliche Finalisten aus der Schweiz nicht nur interessante Kontakte knüpfen. Die Shortlist mit den Werken der «Young Directors» werden einer Jury mit namhaften Filmern aus ganz Europa gezeigt. Diese können pro Kategorie bis zu drei Preise vergeben. Alle prämierten Filme werden auf die Website www.youngdirectoraward.com hochgeladen und finden auf diesem Kanal ein entdeckungsfreudiges Publikum in aller Welt. «Das kann sich zu einem dankbaren Türöffner für die Karriere eines neuen Talents entwickeln», ist Rudi Haller überzeugt. Er bedauert, dass diese Chance in der Schweiz nicht aktiver wahrgenommen wird. In Deutschland mit seinen mehr als ein Dutzend Filmschulen ist auch das Interesse an dieser Nachwuchsförderung viel grösser als in der Schweiz. «Über die Gründe kann ich nur spekulieren», meint Haller, dem der «Young Director Award» trotzdem weiterhin ein grosses Anliegen bleiben wird. Ein bisschen Gegenwind spürt der Wettbewerb allerdings auch am Mittelmeer. Dort würden die Organisatoren der «Cannes Lions» nämlich die «Young Directors» am liebsten in ihr bereits überpralles Portfolio mit Wettbewerben integrieren und in Zukunft selber das Sagen haben. Die Vertreter der CFP möchten ihre jungen Talente aber so lange wie möglich vor diesem wachsenden Hunger der Löwen beschützen. «Wir kämpfen für unseren Wettbewerb », meint Haller und freut sich bereits auf spannende Visionen und Visionierungen in Cannes.

Andreas Panzeri

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Rudi Haller leitet die Jury für den «Young Director Award» in der Schweiz und engagiert sich für den einheimischen Nachwuchs.

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Hier sind Stills aus dem letztjährigen Siegerfilm in Cannes in der Kategorie «Film School» zu sehen. «Frenki» ist an der Filmakademie Baden- Württemberg entstanden.

 

Der Motz von Butz: Für wie blöd halten die Werbetreibenden die Konsumenten? Teil 2

In der letzten Werbewoche habe ich in meinem Motz begonnen, Todsünden der Werbung in Gebote zu verfassen. Ja, so wie Moses.

Diese Anmerkungen in Gebotsform sollen nicht als Anleitungsbaukasten für gute Werbung gedacht sein. Sie sollen bloss auf eine lockere Art an den gesunden Menschenverstand appellieren. Also weiter.

7. Gebot: Ändere nie ein erfolgreiches Werbekonzept. Leider wird ein solches Gebot, das so selbstverständlich ist, öfter verletzt, als man denkt. Der Big Boss muss nur mal sagen: «Die Werbung hat man jetzt genug gesehen, da muss was Neues her.» Und schon wird die Sünde begangen. Ausser die Agentur hat den Mut, dem Big Boss zu widersprechen. Solche Beispiele gibt’s aber auch. Selbst einen Agenturwechsel hat die Milchkuh «Lovely» überlebt.

8. Gebot: Preise dein Produkt nie humorlos an. Erfolgreiche Werbung funktioniert über Humor. Der Nespresso-Auftritt mit Clooney wäre plump, wenn er nicht diesen Kick mit «Nespresso – what else» hätte. Die Ironie macht das Ganze zur Genialität. Werbung für diese Matratzen von Jysk, wo diese Frau völlig unglaubwürdig «Ich liebe Jysk» heraustrompetet, ist ein gutes Beispiel für Humorlosigkeit, wie leider noch etliche andere existieren.

9. Gebot: Du sollst die grafische Gestaltung keinen Amateuren überlassen. Seit jedermann oder -frau am Compi über Schriftart, Grösse, Durchschuss, Spationierung, Einzüge, «slim» bis «bold», rot oder rosa selber entscheiden kann, ist dem grafischen Gestaltungsgüsel Tür und Tor geöffnet. Von unzähligen Websites bis zu Inseraten mit hochpreisigen Einschaltkosten werden immer mehr von Amateuren gestaltet. Das ist der Anfang vom Ende der Schweizer Typografiekunst.

10. Gebot: Du sollst keine ideenlose Werbung machen. Täglich prasseln Tausende von Informationen auf uns Konsumenten ein. Die meisten perlen an unserer Wahrnehmung ab und gehen unerinnerbar an uns vorbei. Ich schätze, dass bei mir über 90 Prozent verloren gehen. Aber nicht nur, weil im Alter das Erinnerungsvermögen etwas abnimmt. Meine Theorie ist: Will man im Hirn unserer Zielperson eine Message ablegen und dadurch erinnerbar machen, dann muss in die Werbeidee eine Lücke oder Eselsbrücke eingebaut werden, die von unserem Zuhörer oder Zuschauer ergänzt werden muss. Somit sind wir mit unserer Aussage in seinem Speicher verankert. Ich möchte ja die Analogie zu Moses 10 Geboten nicht so ernst gemeint sehen, deshalb hier noch ein zusätzliches Gebot.

11. Gebot: Du sollst dich nicht ängstlich, kompromissbereit und unmutig verhalten. Werbung muss ein Knaller sein. Jedes weiche Gesäusel ist eine Sünde.

Mein Aufsteller ist die FCB-Torte, die wir von Vollenweider-Chocolatier zum Meistertitel erhalten haben.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Brands and Friends – und andere Rezepte für Social Media

Interessante und ungewöhnliche Inhalte peppen Social-Media- und Mobile-Kampagnen so auf, dass sie möglichst oft weiterverbreitet werden. User-generated Content und eine stimmige Kombination von Produkten sind eine andere Möglichkeit. 

In meinem letzten Beitrag war von Snackable Werbeinhalten für Mobile- und Social- Media-Kampagnen die Rede: Sie sind schnell konsumierbar, einfach teilbar und rasch verfügbar. Die Umstellung erfordert agilere Teamarbeit und viele neue Werberezepte. Drei davon gab’s bereits in der Werbewoche 07 vom 18.04.2014: Adcompression – mit prägnanten Kurz-Spot-Botschaften geht’s im Social Web am schnellsten und nachhaltigsten ins Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten. Tweetability – mit Kurzbotschaften von 140 Zeichen geht’s am schnellsten um die Welt. Und Newsjacking – wir injizieren eigene Inhalte mit Breaking News und ernten Viralität in den Social Networks und PR-Coverage in den Medien. Appetit auf mehr Snackables?

Snack-Rezept-Gadgets:

Starten Sie Ihre nächste Ideensuche, indem sie auf Pinterest nach Gadgets Ausschau halten. Da kommen die Snackideen wie aus der Kanone geschossen. Gadgets sind Objekte und nichts scheint in der Social-Web-Gemeinde willkommener. Objekte kann man benutzen, beschreiben, lieben, ablehnen, fotografieren, filmen, kaufen, verschenken, empfehlen, verlieren, verlosen, wiederfinden, versteigern, zerstören, hinstellen, aufstellen, überziehen und vieles mehr. Steve Jobs sagte einst: «Das eine sind die Objekte und das andere ist das Web.» Mit dem iPod hat er beides zusammengeführt: digitalisierte Musik aus dem Web, organisiert über iTunes, und eben den iPod als Objekt, das mit Funktionalität überzeugt und mit Design verzaubert. Jobs weiter: «Das ist aufregend, denn es bedeutet die Erfüllung vieler Träume.» Gemeint sind hier nicht Objekte für Träume, sondern Brauchbares für alltägliche Verrichtungen, die auf intelligente und kreative Weise erfreuen, bereichern, Zwecke erfüllen und Geschichten erzählen. Geschichten und Zwecke, die den kristallklaren Bezug zur Kernsache schaffen. Am besten sind Gadgets, die den Gebrauch des beworbenen Angebots (Produkt oder Dienstleistung) unterstützen. Jobs dazu 1997: «Es macht mich traurig, dass es vielen Produkten an Einsicht und Kreativität mangelt.»

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Snack-Rezept-Hero:

Das Konzept der heroischen «Produktnutzendramatisierung » feiert im Social Web ein grandioses Comeback. Vorausgesetzt, um bei den Worten von Jobs zu bleiben, Produkt und Dramatisierung sprühen vor Einsicht und Kreativität. «Customized Botteling» könnte man die letztjährige Coca- Cola-Kampagne nennen, bei der User ihre Namen auf realen Flaschen anbringen lassen konnten. 2013 experimentierte Coca-Cola Israel bei der Lancierung der neuen «Mini-Bottles» mit einer 3-DDrucker- Kampagne. Konsumenten konnten im Rahmen eines Wettbewerbs eine gedruckte 3-D-Mini-Figur aus Kunststoff von sich selbst gewinnen. Halbe Portion, doppelte Freude, haben sich die Macher der «Coke Social Can»-Story gedacht. Es handelt sich dabei um eine Büchse, die sich zweiteilen lässt. Die teilbare Social Can lässt Freunde im Handumdrehen am Coca- Cola-Genuss teilhaben. Das Produkt wird dank seiner physischen Eigenschaft selbst zum teilbaren Social Medium. Wer hat’s erfunden? Die Macher der Oreo-Kampagnen haben ihre Kekse aus Creme und Chocolate dank kreativen Snack-Rezepten u.a. in die Top Ten des weltweiten Facebook-Rankings für Brands gebracht. Meisterhaft der letztjährige «Daily Twist». Von Juni bis September gab’s während 100 Tagen in Folge Storys, bei denen mit den Produkteigenschaften aktuelle Ereignisse dramatisiert wurden. Beispielsweise mit einer Animation anlässlich des Vollmondes vom 2. August oder mit der Inszenierung des Cookies als Knopf zu Beginn der New York Fashion Week. Man darf gespannt sein, ob sich die Kampagnenmacher von Rivella mit entsprechenden Inszenierungen versuchen. Marke, Produkt und Rezepte haben zweifellos das Zeugs zum Social-Web- Klassiker …

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Snack-Rezept Clickbaiting:

Das Social Web ist nicht wirklich fair. Produkte haben es beispielsweise einfacher als Dienstleister. Denn physisch erlebbare Objekte sind Social-Media-Booster. Bei Dienstleistern braucht es Steigbügel. Etwa Gadgets, wie erläutert, oder dann die Power guter Storys. Und hier erobert aktuell eine neue Machart das Social Web. Die Headlines, die Userinnen und User weltweit am effektivsten zum Klicken und Sharen verführen, funktionieren nach der Formel des Clickbaitings. Die Technik gelangt bisher vor allem bei Newsportalen mit explosionsartig steigenden Userzahlen zur Anwendung. Deshalb auch der Hype. Dazu gehören Buzzfeed und Upworthy aus den USA, aber auch Portale wie Heftig aus Deutschland oder LikeMag und Storyfilter.com aus der Schweiz machen inzwischen den arrivierten Newsportalen die Clickherrschaft streitig.

Das Geheimnis? Die Headlines sind so optimiert, dass sie ganz gezielt zum Klick verleiten. Beispiele (Quelle: 20000flies.de): «Dieser Strassenmusiker bekam Kleingeld von einem Mädchen. Was danach geschah, hat die ganze Stadt verblüfft.» Oder: «Eine Frau lernt einen obdachlosen Mann in Brasilien kennen. Ich hätte nie erraten, was als Nächstes passiert.» Und obschon die anschliessenden Storys die Erwartungen selten wirklich erfüllen, funktioniert die Formel. Die anschliessenden Weiterverbreitungsraten auf Twitter und Facebook sind beachtlich. Es scheint, dass man die Userin oder den User im Newsrausch mit kuriosen und pseudokuriosen Snacks durchaus aus den Clickreserven locken kann. Bei der Anwendung im Werbe- und Marketingkontext ist Vorsicht und Qualität geboten. Aber einen Versuch ist es sicher wert. Und hier auf www.upworthygenerator. com geht’s gleich zum Upworthy-Generator – dem Trainingsgelände für all jene, denen es jetzt gerade nach ersten Gehversuchen im Schreiben von Click-Baiting-Headlines zumute ist …

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Snack-Rezept Brands as Friends:

Nutella feiert den 50. Geburtstag und eine Userin postet auf Instagram und Twitter eineselbst gemachte Torte – zwei Lagen Oreo Creme und eine Lage Nutella Schoggicreme. Das Zusammenspannen von Marken im Social Web ist mein persönlicher Snack-Tipp. Marken bringen sich gegenseitig auf angebrachte Weise in ihre Kampagnen ein, um so auch im Userkreis des jeweilig anderen Sichtbarkeit zu erlangen. Es gibt drei Formen des Zusammenwirkens. Der geschilderte Nutella- Case ist der wirkungsvollste, weil er aus der Usergemeinschaft selbst kommt.

In der Regel resultieren solche User-Storys aus einem Mix von sehr positiven Produkterlebnissen mit emotionaler Markenbindung, unablässig kreativer Markenführung und profunden Kenntnissen im Umgang mit möglichst zahlreichen Mediengattungen. Dann gibt es die Form des vereinbarten Zusammenwirkens mit Lizenzen. Coca-Cola ist bekannt für sein Linzenzgeschäft und hat sich, wie eben auf adage.com nachzulesen, als neuesten Partner einen Brand aus dem Beauty-Segment «gekrallt». Wobei gekrallt durchaus wörtlich zu verstehen ist. Denn es handelt sich um OPI, eine Firma, die zur Lancierung einer neuen Nagelpolitur mit dem Coca-Cola-Rot ins Feld zieht. Der Getränkeriese zeigt Farbe und dem vergleichsweise unbekannten OPI-Brand dürfte das Engagement zusätzliche Userinnen bescheren. Bei der dritten Form ist viel Kreativität und Spontanität, selten aber Geld im Spiel. General Electric rief im Rahmen seiner «I want to invent»-Kampagne Userinnen und User dazu auf, via Twitter ihre Wunscherfindungen zu posten, welche die Entwickler von GE postwendend skizzierten und für alle User sichtbar mit dem Hashtag #Iwanttoinvent auf Twitter und der Website publizierten. In Abfallbehältern klebende Kaugummis sind lästig. Das ist auch den Macherinnen und Machern von Trident-Kaugummis ein Dorn im Auge. Und so schickte das Trident-Team den Tweet mit dem Wunsch, man möge sich doch bei GE Gedanken über ein Abfallbehältnis machen, das dem lästigen Kleben ein Ende bereitet. Getweetet, erfunden: Ein integriertes Heizsystem als Lösungsansatz. Es ist ein spannender Ansatz, sich als Marke auf angebrachte Weise in Kampagnen anderer Marken einzubringen, um so auch in deren Userkreisen Sichtbarkeit zu erlangen … Meine Frage: Wer kennt andere Snack- Rezepte für Social Media? Auf meinem Blog www.huerlimanncc.com freue ich mich auf viel Snackables aus Ihrer Praxis.

Beat Hürlimann

Syndicom: Local.ch sollte vollständig in Swisscom integriert werden

Nachdem bekannt geworden ist, dass nicht nur Tamedia für die Online-Verzeichnisplattform Local.ch übernehmen will, sondern auch Swisscom und Ringier, äussert sich nun die Gewerkschaft Syndicom und plädiert für einen Kauf durch Swisscom. Dies sei besser für die Angestellten.

Giorgio Pardini, Leiter Sektor Telecom/IT, schreibt in der Syndicom-Meldung, dass sich der Verlagskonzern Tamedia seit Jahren weigere, mit den zuständigen Branchengewerkschaften einen konstruktiven sozialpartnerschaftlichen Dialog zu führen. Die Journalistinnen und Journalisten seien seit 10 Jahren keinem GAV mehr unterstellt. Jeder Kompromissvorschlag der Gewerkschaften wurde von Tamedia und dem Verlegerverband ausgeschlagen. Offen sei auch die Frage, wie Tamedia die Finanzierung der angekündigten Übernahme von Local.ch sicherstellen wolle, so Pardini weiter. Konkret fragt er: «Zu welchen Lasten geht die anvisierte Übernahme innerhalb der Tamedia-Gruppe?»

Swisscom hingegen sei bereits heute zu 51 Prozent an Local.ch beteiligt und besitze ein Vorkaufsrecht, führt Pardini aus. Im letzten Jahr wurde ein neuer Firmen-GAV mit local.ch abgeschlossen, wobei nicht nur materielle Verbesserungen, sondern auch die gewerkschaftlichen Mitwirkungsrechte weiter ausgebaut werden konnten. Die Folgen einer Übernahme durch Swisscom seien abschätzbar, glaubt Pardini: «Eine vollständige Integration von Local.ch in die Swisscom und die Finanzierung durch Eigenmittel, womit keine anderen Geschäftsbereiche Nachteile befürchten müssen.» Im Interesse der Mitarbeitenden von Local.ch wäre deshalb eine vollständige Integration in die Swisscom das einzig Richtige.
 

Werbewirkung: Klassische TV-Spots trotzen der Interaktion

Interaktivität gewinnt in der Werbung immer mehr an Bedeutung. Werbespiele, so genannte Advergames, sind eine spezielle Interaktionsform, um Konsumenten zu aktivieren. Sie versprechen, ihre Nutzer noch mehr zu fesseln und so die Werbewirkung zu erhöhen.

Eine Studie von Wissenschaftlern der Murdoch University in Australien zeigt nun allerdings, dass interaktive Werbespiele im Internet und interaktiv verlängerte TV-Spots auf dem Smart-TV keineswegs eine höhere Werbewirkung erzielen als klassische TV-Spots. Im Gegenteil: Klassische Spots schneiden sogar noch etwas besser ab. Advergames betten Marken in einen interaktiven, spielerischen Kontext ein. Coke Zero beispielsweise lässt die Konsumenten Autorennen fahren, und das Schnäppchenportal QoQa fordert uns auf, dem Ex-Bachelor Vujo eine virtuelle Ohrfeige zu verpassen. Die klassische Domäne solcher Advergames ist das Internet, Smart-TVs bringen sie nun aber auch auf den TV-Screen. TV-Spots können auf diese Weise interaktiv verlängert werden, indem die Konsumenten die Möglichkeit haben, die Werbespiele nach einem TV-Spot am TV-Gerät zu spielen. Aus Marketingsicht stellt sich die Frage, was Advergames leisten können. Bieten sie Werbetreibenden – stand-alone oder als interaktive Spotverlängerung – einen höheren Impact als klassische TV-Spots? Um diese Frage beantworten zu können, führte das Forscherteam der Murdoch University ein Experiment mit 233 australischen Konsumenten durch. Die Teilnehmer wurden dabei in drei Gruppen aufgeteilt. Die TV-Gruppe sah eine Sitcom, in die klassische TV-Spots für vier Marken – von Schokolade bis zu Zahnpaste – eingebettet waren. Die Konsumenten der PC-Gruppe wurden gebeten, zu jeder Marke ein einfaches Werbespiel (z. B. ein Quiz) zu spielen. Den Teilnehmern der Smart-TV-Gruppe schliesslich wurden beide Werbeformen dargeboten. Ihnen wurde ebenfalls die Sitcom inklusive TV-Spots gezeigt, die Spots wurden hier jedoch interaktiv verlängert. Die Probanden hatten die Möglichkeit, über den Red Button der Fernbedienung das zum jeweiligen Spot passende Werbespiel aufzurufen.

Das durchaus überraschende Ergebnis: Interaktivität bietet nicht zwangsläufig Vorteile. Dem Experiment zufolge erzielen interaktive Advergames weder alleinstehend noch integriert in TV-Spots eine höhere Werbewirkung als normale Spots. Im Detail zeigt sich, dass die klassischen 30-Sekünder sogar zu einer etwas positiveren Einstellung zu den beworbenen Marken führen als die interaktiven Alternativen. Die Probanden der TV-Gruppe haben ein besseres Bild der Brands (Ø=5.56 auf einer 7er- Skala) als die Konsumenten der PC-Gruppe (5.32) und der Smart-TV-Gruppe (5.43). Mit entscheidend für dieses Ergebnis sind die so genannten «Telepräsenz»-Effekte, die die drei untersuchten Werbeumfelder generieren. Telepräsenz meint dabei, inwiefern es der jeweiligen Werbeform gelingt, die Konsumenten in ihren Bann zu ziehen und sie in Handlung und Umfeld eintauchen zu lassen. Frühere Studien haben gezeigt, dass eine höhere Telepräsenz die Werbewirkung beflügelt, und auch in der vorliegenden Untersuchung zeigt sich ein positiver Effekt der Telepräsenz auf die Wahrnehmung der beworbenen Marken. Die Telepräsenz ist daher ein wichtiger Indikator für die Werbewirkung. Die Forscher stellten in diesem Zusammenhang entgegen ihrer ursprünglichen Vermutung allerdings fest, dass die Interaktivität der Advergames die Konsumenten nicht stärker in ihren Bann zieht, als es TV-Spots vermögen. Die Telepräsenz ist in der TV-Gruppe sogar noch etwas stärker ausgeprägt (Ø=3,27 auf einer 7er-Skala) als in der Smart-TVGruppe (3,14) und der PC-Gruppe (3,05). Klassischen TV-Spots gelingt es also sehr gut, die Konsumenten in andere, für sie spannende Welten zu «entführen», während Advergames ihre Interaktivität nicht in höhere Telepräsenz ummünzen können.

Clemens Koob

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KEY FACTS
_ Advergames, die Konsumenten spielerisch Werbebotschaften vermitteln, können nicht nur stand-alone im Internet eingesetzt werden, sondern auch am Smart-TV als interaktive Verlängerung von TV-Spots.
_ Die Interaktivität der Advergames schlägt sich aber nicht in Wirkungsvorteilen im Vergleich zu klassischen TV-Spots nieder.
_ Klassische TV-Spots führen sogar zu einer etwas positiveren Einstellung zu beworbenen Marken (TV: Ø=5,56 auf einer 7er-Skala, Advergames stand-alone: 5,32, Advergames als
Spotverlängerung: 5,43).
_ Ein Grund: TV-Spots schaffen eine höhere Telepräsenz (Ø=3,27auf einer 7er-Skala) als interaktive Advergames (stand-alone: 3,05, als Spotverlängerung: 3,14) – d. h. sie erlauben es eher, in eine andere Welt einzutauchen.
 

Kampagne des Jahres: Jetzt abstimmen!

Welche Kampagne hat dem Publikum am besten gefallen und ist auch «nachhaltig» in Erinnerung geblieben? Stimmen Sie jetzt ab auf Werbewoche.ch!

Die Redaktion der Werbewoche hat 20 Kampagnen aus dem vergangenen Jahr noch einmal ausgegraben und damit eine Shortlist zusammengestellt. Die «Kampagne des Jahres» wird am 5. Juni im Rahmen einer Gala im «Dolder Grand» bekannt gegeben. Am gleichen Abend Abschluss vom «Schweizer Markenkongress» wird auch der «Werber des Jahres» gekürt. Abstimmen für die beste Kampagne kann man auf unter Werbewoche.ch/voting-kampagne-des-jahres. Dort können alle 20 Spots mit einem Klick zum Laufen gebracht werden und es findet sich auch der elektronische «Stimmzettel».

Viel Spass beim nochmaligen Betrachten der besten Spots.

 

Zu guter Letzt: Coca Cola piepst dich glücklich

In Brasilien piepst Coca Cola anders. Wer sich das Getränk kauft, wird möglicherweise überrascht…

An den Kassen einer grossen brasilianischen Supermarkt-Kette haben Cola-Fans eine Überraschung erlebt. Ihr Getränk piepst nicht normal. Ogilvy Brazil hat unter dem Slogan «Coke opens happiness everywhere» eine Kampagne gestartet, um den Konsumenten ein Lächeln zu entlocken, noch bevor sie eine Cola öffnen:

//www.youtube.com/watch?v=Hp9c4M75pyU

Nicht gerade spannend, Coca-Colas Happy Beep. Da fragt man sich doch: Gab’s keine interessantere Piep-Kombination? Diese hier klingt eher nach Coca-Cola Zero, ohne Kohlensäure. (uma)

 

Neuer Präsident bei IAB Switzerland

Die Interactive Advertising Bureau (IAB) Switzerland Association, Branchenverband der Schweizer Digitalwerbung, stellte an der Generalversammlung vom Donnerstag, 22. Mai 2014, in Zürich die geänderte Organisationsstruktur des Verbandes und das neuen Präsidium vor.

Die Generalversammlung der IAB Switzerland im Pressehaus der Ringier erteilte dem gesamten Vorstand Décharge. Der bisherige Präsident, Ueli Weber, gab nach fünf Jahren als Präsident seinen Rücktritt vom Amt bekannt. Roger Baur, Geschäftsführer der IAB Switzerland, bedankte sich herzlich für Ueli Webers tatkräftigen Einsatz bei Gründung und Aufbau der IAB Switzerland. Als Nachfolger wählte die Generalversammlung Stephan Obwegeser, Head of Digital Advertising & Services bei der Tamedia.

Der Verband blicke indessen auf zahlreiche Events, Publikationen und stabile Finanzen zurück, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der «Digital Marketing Award» und der neu lancierte «Digital Marketing Summit» lockten gemeinsam knapp 500 Gäste ins Kaufleuten und gelten daher nach wie vor als zentraler Branchenevent.

Neuorganisation der IAB Switzerland

Die IAB Switzerland wird ab Mai 2015 in einer Matrixorganisation geführt. Zentral sei hierbei, dass die neue Organisation die Interessen der Publisher, Kunden und Agenturen besser vereine, heisst es in der Mitteilung weiter. In diesem Sinne setze sich auch das neue Präsidium zusammen: Stephan Obwegeser führt als neuer Präsident den Fachkreis Vermarkter. Unterstütztung bekommt er dabei von seinem Co-Präsidenten Claus Bornholt, Head of Consulting bei Futurecom Interactive und Leiter des Fachkreises Agenturen sowie von David Burst, Projektleiter Media beim Migros-Genossenschafts-Bund und Leiter des Fachkreises Kunden. Das künftige Präsidium stimmt sich mit den neu organisierten Ressorts (Marketing, Forschung, Recht, Standards, Ausbildung) und Fokusgruppen (Performance, Mobile, Social Media, RTA, Bewegtbild) ab. Das alles soll einen noch effektiveren Einsatz der IAB gewährleisten. Ziel ist die Bündelung der Interessen aller Marktteilnehmer in der IAB.
 

Am europäischen Röstigraben

Medienschelte einer Medienministerin: Die Westschweizer Zeitungen sind nicht mehr europäischer. Aber wirklich besser?

Drei Jahre vor der EWR-Abstimmung war Jean Ziegler einer der wenigen Intellektuellen und Politiker, die sich für die erste Direktwahl in das supranationale Europa-Parlament interessierten: «Ich verfolge die europäischen Parlamentswahlen voller Wut im Bauch. Vor meinen Augen nimmt Europa Gestalt an, langsam, unter vielen Geburtswehen, aber unausweichlich. Aber die Schweiz, die Heimat Rousseaus, nimmt nicht daran teil. Ich fühle mich wie ein frisch gefangener Neger auf dem Sklavenmarkt.» Am 25. Mai wird das Europa-Parlament erneuert. Es gibt inzwischen durchaus eine europäische Innenpolitik. Mit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit hapert es. Die Berichterstattung aus Brüssel und Strassburg ist in allen nationalen Zeitungen ungenügend. Gesamteuropäische Medien – ausser ARTE – und Intellektuellen- Debatten fehlen.

Bei uns fällt eine entsprechende Bilanz kaum besser aus. Mit ihrem merkwürdigen «Westschweizer Zeitungen sind besser»-Votum am Swiss Media Forum hat Doris Leuthard allerdings etwas anderes gemeint: mehr Tiefe, andere Gewichtung, «mehr umfassend eingebettete Hintergründe» als in den Deutschschweizer Gazetten. Die Welschen mögen sich gefreut haben – ihre Sorge ist vor allem die Abhängigkeit ihrer Zeitungen, deren Besitzer Ringier und Tamedia sind. Die Qualitätszeitung Le Temps, jetzt ganz bei Ringier, ist aus finanziellen Gründen alles andere als besser geworden. Aber immer noch erstaunlich und erfreulich gut. Als ob sie sich die Medienschelte der Medienministerin zu eigen gemacht hätte, demonstrierte die NZZ am Sonntag (die mir besser gefällt als jede Westschweizer Zeitung!) umgehend sehr viel Nähe zur Romandie. Am 11. Mai bescheinigte sie den welschen Bundesräten, eine «Klasse für sich» zu sein. Hitzfelds Assistent Michel Pont schreibt fortan eine Kolumne: «Pont heisst Brücke», erklärte der Autor selber. Die Rubrik «Grenzerfahrung», das wöchentliche welsche Alibi, hält fest: «la nati» ist auch in der Romandie das Mass aller Dinge.

So viel Brückenbauerei ist nicht an jedem Sonntag und die Berichterstattung aus den anderen Landesteilen über die Jahre hinweg nicht intensiver geworden. Die Informationsvermittlung ist von Defiziten geprägt. Der Kulturaustausch wird nur zu oft als Pflichtübung gepflegt. Und macht an den Landesgrenzen halt, die nirgendswo Sprachgrenzen sind. Mehr Europa: nach innen und nach aussen! Ich halte die Bemühungen der NZZ, in Österreich und allenfalls Deutschland eine Redaktion aufzubauen, für höchst erfreulich. Man sollte ihr die Tatsache, dass die Idee von einem Österreicher stammt, nicht allzu sehr verübeln: Es ist eine mutige Antwort auf die publizistische und politische Krise in der Schweiz.

Sie ist unter dem Druck des Auslandes und der Euro-Krise enger zusammengewachsen. In den Jahren nach 1992 hätten die Übernahmen der Zeitungen in Genf und Lausanne einen rhetorischen Bürgerkrieg gegen die kulturellen Kolonisatoren ausgelöst. Die Europa-Begeisterung ist überall geschrumpft. Umso bemerkenswerter ist das Bekenntnis, das Roger Schawinski in seiner Autobiografie formuliert. Es ist von seiner Geschichte als Kind bitterarmer jüdischer Einwanderer aus Osteuropa geprägt und hält ein historisches Bewusstsein hoch, das der Mehrheit abhanden gekommen ist. Für Schawinski bleibt die EU das «erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte». Er ist ihm so dankbar wie für das, was ihm die Schweiz ermöglicht hat. Welchen Beitrag seine verschiedenen Medien dazu leisteten und leisten, werden wir bei Gelegenheit Doris Leuthard fragen.

Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Genf.
 

«Humanising the brand»

Der Beruf der Marketer wird sich in den nächsten zwei Jahren «radikal verändern» war eine Erkenntnis am Adobe Summit in London. Dieser gilt als grösster Kongress für digitales Marketing in Europa.

In London hat am 15. und 16. Mai das Fachtreffen Adobe Summit EMEA stattgefunden. Der Kongress in der ExCel-Arena in den Docklands gilt als führende Fachmesse in Europa für digitales Marketing und webbasierte Innovationen in dieser Branche. 3800 Marketingexperten und Werber, davon 136 aus der Schweiz, haben die Referate von über 100 Spezialisten aus aller Welt verfolgt. Als eine der provokanten Thesen war zu hören: «Das Wertvollste für ein Markenunternehmen ist nicht mehr das Produkt – es sind die eigenen Kunden.» Wie diese in einer immer digitaler werdenden Welt gepflegt werden können, war der rote Faden in den meisten Diskussionen. Unter dem Motto «Reinventing Digital Marketing» wollte Adobe vor allem Trends und Praxisbeispiele im Bereich Digital Marketing aufzeigen. Zu den Keynote-Speakern gehörten neben hochrangigen Adobe-Managern Jez Frampton, Group-CEO von Interbrand, Michael Aidan, Head of Digital von Danone, Gaston Legorburu, Worldwide Chief Creative Officer von Sapient Nitro, sowie Schauspieler Kurt Yaeger. Auch ein Vertreter aus dem Vatikan wurde im Auditorium als Gast begrüsst. Monsignore Lucia Adrian Ruiz verblüffte mit der Beichte, dass der Papst schon 1995 seine erste Website erschaffen hat und heute 46 verschiedene Portale betreibt. Aber auch wenn sich die Technik seither radikal verändert hat: «Unser Content ist seit 2000 Jahren der gleiche», erntete der Gottesmann viele Lacher für seine Pointe und auch Applaus für seine Feststellung: «Der Content steht über allem.» Das war nämlich auch das Credo bei vielen anderen Referaten, die sich im Takt von 45 Minuten zwei Tage lang in über 20 Sälen folgten.

Kreation und Distribution

Klar, dass die Inhalte dieser Panels auf Twitter eifrig weiterdiskutiert werden konnten. Ein Live-Streaming hat die Erkenntnisse des Summits nicht nur inhouse, sondern auch weltweit im Netz artgerecht weiterverbreitet. Wer nachträglich «dabei sein» will, findet weiterhin spannende Insights und wertvolle Links im www.adobe-newsroom.de. Das Marketing befindet sich heutzutage «im Zeitalter des Kunden». Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Kunden dort abholen müssen, wo sie sind. Etwa indem personalisierte und nahtlose Nutzererlebnisse für die gesamte Bandbreite mobiler Endgeräte und sozialer Netzwerke geliefert werden. «Daten waren niemals so wichtig wie jetzt, um unseren Kunden eben genau das bieten zu können, was sie von uns erwarten», meinten die Trendforscher von Adobe. In London haben sie zum Beispiel ihren «Adobe Digital Marketing Think Tank» vorgestellt. Diese europaweit aufgestellte Expertengruppe besteht aus fünf Mitgliedern, die jeweils Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Skandinavien und die Beneluxstaaten vertreten. Sie kommen mehrmals im Jahr zusammen, um neue Erkenntnisse und Perspektiven des Digital Marketings zu behandeln.

Das neue Geschäftsmodell von Adobe

In der Vergangenheit hat Adobe sein Business vor allem im Bereich der grafischen Tools aufgebaut. Heute geht von den jährlich über 4 Milliarden Dollar Umsatz bereits eine Milliarde auf das Konto der Marketing-Tools. Adobe Analytics bildet das Herzstück der Adobe Marketing Cloud. Diese bietet eine Vielzahl integrierter Lösungen für das digitale Marketing. Mit einer in London präsentierten neuen Version des Adobe Media Optimizer will das Unternehmen neue Massstäbe dank neuer Prognose- Funktionen in der Kampagnenperformance erreichen. Eine weitere Neuerung sind Life-Analysen von Kundenaktionen, die in Adobe Analytics eingespeist werden, inklusive der Daten aus weiteren Modulen wie Adobe Target oder Adobe Social mit all ihren futuristischen Spielereien.

Andreas Panzeri

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Swiss Marketing verlegt Geschäftsstelle nach Zürich

Der Fachverband Swiss Marketing verlegt seinen Standort von Olten nach Zürich. Die neue Geschäftsstelle befindet sich im Kaufleuten und wird ab 4. August 2014 operativ sein.

Im Kaufleuten-Gebäude sind neben dem Restaurant und dem Eventsaal auch der Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen (VEB) und der Kaufmännische Verband Zürich (KVZ) untergebracht. Mit dem Bezug der Geschäftsräume im Kaufleuten integriere sich Swiss Marketing auch geografisch in die führende Wirtschaftsmetropole der Schweiz und suche bewusst die Nähe zu wichtigen Entscheidungsträgern in den Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Verbänden, schriebt der Fachverband in einer Mitteilung vom Donnerstag. «Wir sind überzeugt, dass ein moderner Branchenverband am Puls des wirtschaftlichen Geschehens sein muss und dass wir im Kaufleuten eine der schweizweit besten Adressen gefunden haben», erklärt Uwe Tännler, Präsident Swiss Marketing.
 

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