Swisscom übernimmt Publigroupe definitiv

Die Ära der Publigroupe als selbstständiges Unternehmen geht nach fast 125 Jahren zu Ende. Der Werbevermarkter geht nächste Woche definitiv in die Hände der Swisscom über. Diese bezahlt dafür 475 Millionen Franken.

Damit ist auch der Schlusspunkt gesetzt unter einen Bieterkampf, bei dem sich die Rivalen dann doch noch zu Partner machten. Ursprünglich wollte auch das Medienunternehmen Tamedia die Publigroupe kaufen. Beide, Swisscom und Tamedia, waren vor allem am Filetstück der Publigroupe, der Verzeichnisplattform local.ch, interessiert. Sie haben sich dann aber geeinigt, dass sie beim Geschäft mit der Verzeichnisplattformen zusammen arbeiten wollen und ihre Informationsplattformen darum zusammenlegen werden. Auf die Führung und Organisation von local.ch haben die neuen Besitzverhältnisse keinen Einfluss, heisst es in der Mitteilung der Swisscom vom Freitag. Die angestrebte Partnerschaft bei den Verzeichnissen muss aber noch von den Wettbewerbsbehörden gutgeheissen werden. Indes gibt es für den Kauf der Publigroupe durch Swisscom keine Vorbehalte. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat grünes Licht erteilt.

214 Franken pro Aktie

Der Swisscom wurden per 25. August 97,11 Prozent aller Aktien, auf die sich das Angebot bezog, angedient. Insgesamt besitzt Swisscom 98,37 Prozent. Wegen der hohen Beteiligungsquote wird Swisscom die ihr nicht angedienten Aktien als kraftlos erklären und die Aktionäre mit 214 Franken pro Aktie entschädigen. Die Medienbeteiligungen, welche die Publigroupe noch hält, wird die Swisscom verkaufen. Die Beteiligung der FPH Freie Presse etwa wird voraussichtlich im Herbst an die NZZ-Gruppe gehen. Bereits vor dem Angebot der Swisscom hat Publigroupe ihre Problemtochter  Publicitas verkauft. Käuferin war die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Der Verkauf wurde Ende Juni vollzogen und führt im ebenfalls am  Freitag publizierten Halbjahresabschluss von Publigroupe denn auch zu einem Riesenverlust. Unter dem Strich klafft ein Loch von 46,4 Millionen Franken. Im Vorjahreszeitraum betrug das Minus noch 9,5 Millionen Franken. Auf operativer Ebene hingegen ist Publigroupe mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Franken in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im Vorjahreszeitraum stand an dieser Stelle ein Verlust von fast 10 Millionen Franken.

Auf operativer Ebene hingegen ist Publigroupe mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Franken in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im Vorjahreszeitraum stand an dieser Stelle ein Verlust von fast 10 Millionen Franken. Das Segment Search & Find, das auch die Verzeichnisplattform local.ch beinhaltet, steigerte den Umsatz um sieben Prozent auf 51,4 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) hat sich auf 9,4 Millionen Franken verdoppelt. Für das Gesamtjahr rechnet die Gruppe (ohne Media Sales, also ohne Publicitas) mit einem konsolidierten Nettoumsatz von rund 150 Millionen Franken und einem Betriebsergebnis von rund 15 bis 20 Millionen Franken. (SDA)

Vizner Borel inszeniert neue Winkelwiese-Spielzeit

Seit zehn Jahren steht Vizner Borel mit dem Theater Winkelwiese auf der Bühne, wenn es um die Kommunikation geht. So auch für die neue Spielzeit, die mit dem Stück «Der verreckte Hof» startet.

Die Zürcher Kommunikationsagentur hat dafür ein auffälliges Visual kreiert, welches auf Plakaten, Anzeigen und Postkarten zu Einsatz kommt. Ausserdem soll das Spielzeitmagazin Winkel, ebenfalls von Vizner Borel gestaltet, für volle Zuschauerränge sorgen.

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Verantwortlich beim Theater Winkelwiese: Stephan Roppel (Gesamtverantwortung), Andrea Schmid (Dramaturgie). Verantwortlich bei Vizner Borel: Lajos Vizner, Guillaume Borel (Gesamtverantwortung), Florian Steiner (Art Direction), Martina Glaser (Beratung). Fotografie: Linn Schröder/Ostkreuz (Winkel), Jonas Kuhn (Plakat, Anzeigen, Postkarten).

 

Neue internationale Kampagne für Motorex

Für das Langenthaler Frischöl-Veredelungsunternehmen Motorex hat die Agentur Matter Gretener Lesch eine neue internationale Kampagne lanciert.

Ob in der Landwirtschaft oder auf dem Bau, ob in einer Autowerkstatt oder bei einer Bergbahn: Alles wird immer leistungsorientierter, ist bis ins Detail auf Effizienz getrimmt. Entsprechend wichtig ist es, dass Fahrzeuge gleich welcher Art stets zu 100 Prozent einsatzbereit sind. Das Langenthaler Frischöl-Veredelungsunternehmen Motorex sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass einem die Technik nie im Stich lässt. Dazu tragen nicht nur innovative Schmierstoffe bei, sondern auch Mitarbeiter, die immer vollen Einsatz leisten, damit die Kunden von Motorex ihr Bestes geben können. Genau dies dramatisiert die neue internationale Imagekampagne, die Matter Gretener Lesch für Motorex entwickelt hat. Sie zeigt jeweils einen aus der Formel 1 bekannten Boxenstopp. Allerdings optimieren die unzähligen Motorex-Mitarbeiter nicht die Leistung eines Rennwagens, sondern die eines Traktors, eines Baggers oder eines Pistenfahrzeugs. Ganz im Sinne des neuen Kampagnenclaims: «Motorex. Und es läuft wie geschmiert.»

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Verantwortlich bei Motorex: Manuel Gerber (Leiter Marketing). Verantwortlich bei Matter Gretener Lesch: Daniel Matter (Creative Direction), Dominik Imseng (Text), Caroline Jordan (Art Direction), Laura Haas (Grafik), Marcus Gretener, Ulrich Stauffacher (Beratung). Photographie: Jonas Kuhn.

Diego Quintarelli wechselt zu Clear Channel

Nach über zehnjähriger Tätigkeit bei der Mediengruppe Tamedia tritt Diego Quintarelli eine neue Herausforderung als Sales Director und Mitglied der Geschäftsleitung beim Aussenwerbungs-Anbieter Clear Channel an.

Zuletzt war Diego Quintarelli bei Tamedia verantwortlich für den Werbemarkt Regionalmedien Deutschschweiz und damit für den nationalen Verkauf von BZ Berner Zeitung, Der Bund, Sonntagszeitung, Tages-Anzeiger, Zürcher Regionalzeitungen und Newsnet sowie für das lokale Verkaufsteam in Zürich. Zuvor war der heute 48-Jährige während vieler Jahre für die Sonntagszeitung tätig, ab 2004 als Leiter Anzeigenmarkt und ab 2007 als Verlagsleiter. Über die Nachfolge von Diego Quintarelli wird laut Mitteilung zu gegebener Zeit informiert.

Diego Quintarelli wird spätestens per 1. März 2015 Sales Director und Mitglied der Geschäftsleitung von Clear Channel Schweiz. Er wird Thorsten Weber ablösen, der zurzeit das Verkaufsteam zusätzlich zu seinen Aufgaben als Product & Infrastructure Director interimistisch leitet.

Jürg Rötheli, CEO Clear Channel Schweiz: «Ich freue ich mich sehr, dass Diego Quintarelli im Verlauf der nächsten Monate zu Clear Channel stossen wird und wir mit ihm einen so erfahrenen Sales Director an Bord haben werden. Ich bin mir sicher, dass er uns als ausgewiesener Werbe- und Medienprofi optimal in unseren Bestrebungen unterstützen wird, unseren Geschäftspartnern zielgruppenspezifische Werbelösungen anzubieten. Gleichzeitig danke ich Thorsten Weber bereits jetzt herzlich für sein Engagement.»

Diego Quintarelli: «Ich bin überzeugt, dass Out-of-Home in Zeiten, in denen viele Kunden ihre Marken emotionaler positionieren möchten, grosses Potenzial hat. Zudem hat Clear Channel ein Team, das in der Branche als sehr dienstleistungsorientiert und dynamisch wahrgenommen wird und ich freue mich sehr darauf, Teil dieser Crew zu werden.»
 

Zappen erwünscht

Die Filmer von DOCMINE haben mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Goldmine entdeckt. Unter «Videobooks» läuft ihr neues Medium. Als Rohstoff für die interaktiven Apps werden nicht nur neue Filminhalte realisiert. DOCMINE schürft auch erfolgreich in alten Archiven. Zum Beispiel rund um den Film «Carl Lutz – Der vergessene Held».

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Ein neues Medium wird langsam aber garantiert populär: Videobooks. Am 28. August ist der Dokumentarfilm «Carl Lutz – Der vergessene Held» über den Kanal von SRF 1 ausgestrahlt worden. Am gleichen Tag wurde auch das ergänzende Videobook auf der Website von SRF und über die App Stores zum Download angeboten. Dieses Videobook ist «kein Second Screen», sondern ein eigenständiges Format, welches nach dem Dokufilm noch einmal eine ganz neue Dimension des Umgangs mit einem Stoff möglich macht.

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Ein Videobook ist die Plattform für transmediales Storytelling. Dieses bedient mehrere Ebenen, ein ganzes Universum, das man rund um eine Geschichte herum bauen kann. «Wir können Elemente bearbeiten mit Inhalten, die im Film gar nicht erzählt werden können. Vielleicht musste eine Szene aus dramaturgischen Gründen gestrichen werden. Diese kann dann im Videobook im passenden Kästchen wieder eingebaut werden. Wir können im Book auch weitere Inhalte anders aufnehmen, integrieren und vertiefen», erklären Patrick Müller und Robin Burgauer das Konzept.

Die beiden wirken als Geschäftsführer bei DOCMINE, einem Spin-off, der 2008 von Thomas Sterchi aus dem Konglomerat von Condor Films herausgelöst wurde und seither zu einem Unternehmen mit zehn Mitarbeitenden herangewachsen ist. Beim neuesten Projekt ist nun der Regisseur Daniel Von Aarburg mit der Geschichte von Carl Lutz zu DOCMINE gepilgert. Bald hat man dort gesehen, dass dieser Stoff über einen bisher wenig bekannten Flüchtlingshelfer viel mehr hergibt als ein genormter Dokumentarfilm. Das Thema sowie die Fülle des Materials entpuppten sich als idealer Inhalt für ein weiteres Videobook.

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Dramaturgie neu angerichtet

«Bei einem Film muss man sich fragen: Was erzählen wir in 50 Minuten? Da muss das Drehbuch wahnsinnig viel reduzieren, verdichten und weglassen. In einem Videobook haben wir hingegen die Möglichkeit, der Biografie von Carl Lutz und allen Menschen rund um ihn herum gerecht zu werden. Wir können die Story in einen gesamthistorischen Kontext einbinden », erklärt Robin Burgauer.

Muss bei einem Film im Fernsehen die Dramaturgie das Publikum möglichst vom Zappen abhalten, so darf im Videobook hingegen die Lust des Publikums jederzeit auf Umschalten zu weiterem Vertiefen und «interaktivem Schmökern» geweckt werden – in Bildern, Texten, Filmclips, ergänzenden Interviews, historischen Zeitdokumenten oder sogar Musik.

Ein herkömmlicher Film ist linear. Das Videobook zu Carl Lutz ist ebenfalls linear aufgebaut wie ein Zeitstrahl, denn die gängigste Anordnung der Inhalte ist auch beim Videobook die «Wäscheleine ».

All die dort aufgehängten Elemente können aber auch non linear konsumiert werden. Die einzelnen Filmabschnitte sind im Idealfall zwischen 45 Sekunden und 3 Minuten lang. «Carl Lutz» ist bereits das zweite Videobook, das DOCMINE als Ergänzung zu einer Sendung im Schweizer Fernsehen realisieren konnte. Die Premiere war eine Sammlung mit viel Zusatzmaterial rund um den Themenmonat «Die Schweizer». Aber auch für Museen, kommerzielle Unternehmen oder Organisationen haben die Spezialisten von DOCMINE die neu verpackten Bilder zum Laufen gebracht. «Wir haben die Vision, dass wir das Genre etablieren können», sind Patrick Müller und Robin Burgauer bei DOCMINE überzeugt. Verlage, bei denen viel Content in den Archiven schlummert, könnten das neue Medium nutzen. Ebenso die herkömmliche Filmszene kann für die Zukunft im Videobook eine zeitgemässe Interaktion mit dem Publikum finden.

Unter dem Dach von Tom Talent

Patrick Müller ist über die im Kunstbereich führende Filmhochschule München ins Business gekommen. Vorher studierte er in Fribourg und arbeitete für Radio Argovia. Sein erster Filmjob war bei der Zürcher Condor im Bereich Corporate. 2002 war Müller Mitbegründer der ican films. 2005 kehrte er zur Condor zurück als Leiter der Dokumentarfilmabteilung. Hier stellte er den Dokufilm «Roger Federer – Replay» fertig . Um dieses Prestigeprojekt richtig «auswerten und begleiten» zu können, engagierte Müller projektbezogen Robin Burgauer. Dieser hat ebenfalls in Fribourg Medien- und Kommunikationswissenschaft studiert, mit Journalismus und BWL im Nebenfach. Später ist Robin Burgauer über den praktischen Weg zum Film gekommen. Bereits während der Studienzeit drehte er einen TV-Dokumentarfilm, später hat er beim Privatsender VIVA als Redaktor und einige Jahre in einer anderen Filmproduktion gearbeitet. Nach dem Federer-Projekt trennten sich die Wege von Burgauer und Müller für kurze Zeit, um dann später beim Neustart von DOCMINE wieder zusammenzufinden. Das war in der Phase, nachdem Thomas Sterchi Jobs.ch verkaufte und kurz darauf sein rund dreijähriges Engagement bei Condor beendete. Bei seinem Rückzug aus dem Aktionariat des traditionsreichen Filmhauses löste Sterchi die Condor Documentaries aus dem Unternehmen als Spinoff heraus und nahm eine Umfirmierung zu DOCMINE vor.

Tom Talent heisst seither Thomas Sterchis innovative «Talent Förderung» mit Ausstrahlung über Berlin bis Hollywood. Unter dieses Dach mit inzwischen zahlreichen Firmen sind ihm gleich mit der Neugründung auch Müller und später Burgauer gefolgt. Heute wirken die beiden als Geschäftsführer bei DOCMINE. Patrick Müller an der Seestrasse in Zürich. Robin Burgauer bei einem Ableger in München. Dort verantwortet Burgauer die «Content Factory» mit sechs Mitarbeitenden. In Zürich leitet Müller mit vier Leuten zusammen die Produktion sowie den Kundenaufbau. Dazu wird für jedes Projekt ein «Filmzelt mit Freelancern» individuell errichtet und wieder abgebaut.

DOCMINE entwickelt und produziert nationale und internationale Dokumentarfilme für alle Formate und Formen – vom Kino-Dokumentarfilm über TV-Reihen bis zu dokufiktionalen Projekten. «DOCMINE forscht nach Themen, die relevant, inspirierend, universell und packend sind», definieren die beiden Filmenthusiasten – die ihre Projekte aber schon längst nicht mehr nur für die Kinoleinwand und den TV-Bildschirm konzipieren. «Wir mussten realisieren: Es ist hart, nur mit Dokumentarfilmen eine Firma aufbauen zu können», sinniert Patrick Müller. «Unser Markt musste deshalb grösser werden, denn in der Schweiz allein wird zu wenig Programm produziert.» Im Zuge dieser Einsicht wurde Robin Burgauer nach München geschickt, um dort eine Filiale in Deutschland aufzubauen. «Das war genau zur richtigen Zeit, als das Tablet auf den Markt kam und die ersten E-Books populär wurden», erinnert sich Burgauer. Und mit diesen beiden Errungenschaften fiel es den beiden wie Schuppen von den Augen: «Unser Markt wächst nicht unbedingt geografisch – aber unser Markt wächst im Medium, in der Breite der Inhalte.»

Neue Märkte erschliessen

«Gängige Dokumentarfilme sind limitiert auf 52 oder 90 Minuten. Nun haben wir mit dem Videobook plötzlich ein Medium entdeckt, wo wir den Inhalt vertiefen können. Das Abspielmedium kann dabei auch ein Tablet oder ein Smartphone sein.» Vor zwei Jahren nach der Rückkehr aus den Sommerferien wurde deshalb beschlossen: «Jetzt setzen wir voll auf die Karte Videobook. Seither rennen wir viele offene Türen ein», resümieren Müller und Burgauer. Die Firma ist schnell gewachsen. Namhafte Kunden in der Schweiz und Deutschland wollen das neue Medium bereits mit DOCMINE entdecken. «Es ist, wie wenn wir genau den richtigen Moment getroffen hätten.»

Zu den Referenz-Kunden zählt zum Beispiel ein Schweizer TV-Vermarkter. Für diesen hat DOCMINE eine Verkaufs-App realisiert. Diese ersetzt die gute alte PowerPoint-Präsentation. Das Videobook ist nur einem eng gehaltenen Kreis des Salesteams zugänglich. Möglichst breit gestreut wird hingegen ein Videobook für den Rückversicherer Swiss Re. Diese App ist im Bereich Corporate Publishing angesiedelt, ähnlich wie ein Projekt für das renommierte Goethe-Institut. Für das Swiss Finance Institute wurde ein E-Learning-Book entwickelt. Dankbar ist das neue Medium natürlich für Museen. DOCMINE hat für die Pinakothek der Moderne in München das digitale, interaktive Programm für Tablets konzipiert und betreut die App mittlerweile seit einem Jahr. Eine Adaption für Smartphones ist bereits in Planung. Solche Videobooks können sich die Besucher im Vorfeld downloaden, um sich auf die Ausstellung zu freuen. Vor Ort gibt das interaktive Book weitere Hintergrund-Infos zu den ausgestellten Objekten. Im Nachhinein wird es zum attraktiven Souvenir. Was natürlich bedingt, dass die vielschichtigen Inhalte für die jeweilige Nutzung nicht nur kreativ attraktiv gestaltet, sondern auch entsprechend sinnvoll programmiert und interaktiv verknüpft sind.

Synchron mit solchen Produktionen haben sich bei DOCMINE deshalb auch völlig neue Jobprofile herausgeschält. «Wir mussten als Filmemacher viele neue Wege gehen, um all die Möglichkeiten dieses Mediums voll ausnützen zu können.» Bei DOCMINE sind es die gleichen Spezialisten, die für Auftragsproduktionen wie für eigene Projekte zum Einsatz kommen. «Bei kommerziellen Aufträgen realisieren wir eher Individuallösungen als Videobooks. Man könnte es auch interaktives Corporate Publishing nennen.» Bei allen Produktionen gilt: einen roten Faden für den Content finden. «Alles braucht eine gute Geschichte und einen Aufbau. Mit dem Videobook ist es einfach vielschichtiger geworden.» Das formelle Dach über allem ist Visual Storytelling. «Wir kommen aus dem Inhalt und wir überlegen uns: Wie kann man das sinnvoll zusammenbringen – sei es für eine Kunden-App oder für ein Videobook. Die Geschichte oder Botschaft soll optimal vermittelt werden. Mit allen Medien, die wir zur Verfügung haben.»

Ein Beispiel, wo DOCMINE diese «neue Erzählkunst » optimal einsetzen konnte, war im November letzten Jahres «Die Schweizer». Ergänzend zu den vier historischen Spielfilmen, welche Triluna für SRF produziert hat, konnte DOCMINE ein Videobook mit Hintergründen zum Themenmonat beisteuern. Die Idee für diese Ergänzung haben Patrick Müller und Robin Burgauer gemeinsam mit Reto Hufenus von der Publisuisse entwickelt und den Verantwortlichen bei SRF präsentiert. Mit dem «Weiterspinnen» des Fernsehabends konnten dem Zuschauer nicht nur viele zusätzliche Hintergründe zur Schweizer Geschichte vermittelt werden. Auch die beiden Hauptsponsoren AMAG und Groupe Mutuel finden im Videobook noch einmal eine dankbare und weiter nachhaltige Plattform für ihr kulturelles Engagement. Bis jetzt wurden «mehrere Tausend» Videobooks «Die Schweizer» aus dem Netz geladen. Das Videobook zu «Carl Lutz» ist ab sofort über die Seiten von SRF und über die App Stores zu bestellen. Um das neue Medium bei einem möglichst breiten Publikum populär zu machen, ist der Download für die ersten vierzehn Tage über die Webseiten der SRG noch gratis. Auch auf Werbewoche.ch findet sich ein Link, wie das ansonsten kostenpflichtige Videobook über Carl Lutz auf das Tablet geladen werden kann .

Andreas Panzeri

Der neu entdeckte Held Carl Lutz hat während des 2. Weltkriegs eine der grössten humanitären Rettungsaktion verantwortet. Als Vizekonsul rettete er in einer beispiellosen Rettungsaktion Zehntausende vor dem Holocaust. Das interaktive Videobook zum Dokumentarfilm «Carl Lutz – Der vergessene Held» (SRF) zeichnet den Lebensweg dieser aussergewöhnlichen Biografie nach. Das Videobook beleuchtet das bewegte Leben von Carl Lutz und räumt denjenigen Raum und Zeit ein, die Lutz ihr Leben zu verdanken haben. Überlebende auf der ganzen Welt erinnern sich an die Rettungsaktion von Carl Lutz und die turbulenten Ereignisse. Interaktive Grafiken zeigen Zusammenhänge auf, vertiefende Texte liefern Hintergründe und Bildergalerien würdigen den Hobby-Fotografen Carl Lutz. Das Videobook beinhalte zudem den TV-Dokumentarfilm in ganzer Länge und kann mit dem Webcode rechts über die Website der Werbewoche kostenlos bestellt werden.

Kostenloser Download des Videobook «Carl Lutz – Der vergessene Held» für Leserinnen und Leser der Werbewoche

//www.youtube.com/watch?v=wMrTNhZ0jnI

Bis zum 15. September können Sie über www.werbewoche.ch das Videobook über Carl Lutz kostenlos auf Ihr Tablet laden. Regulär kostet das Videobook CHF 15.00.

Dies ist wie folgt möglich:

1. Über diesen Link kostenlos ein Passwort anfordern.

2. App im App Store herunterladen und mit zugesendetem Passwort einloggen.

3. Das Videobook steht nach erfolgreichem Login zum kostenlosen Download bereit. Aufgrund der vielen multimedialen Inhalten dauert der Download einige Minuten.

 

Goldbach Mobile Network: Relaunch

Relaunch des Goldbach Mobile Networks: Eine neue Struktur, zusätzliche Qualitätsumfelder sowie eine erweiterte Vielfalt an buchbaren Formaten führen zu einer markanten Reichweitensteigerung bei Mobile Branding-Kampagnen.

Das Ziel des Relaunches war, durch eine Neustrukturierung des Goldbach Mobile Networks die Attraktivität für Mobile Branding-Kampagnen zusätzlich zu steigern. Bei der Überarbeitung wurde darauf geachtet, dass die Netzwerkeigenschaften weiter Bestand haben und ausschliesslich Plattformen mit einer direkten Adserver-Anbindung als Teilnehmer gelistet werden. Zusätzlich konnten namhafte Schweizer Qualitätsumfelder wie 20min.ch, Bluewin.ch, Watson.ch, Sport.ch oder auch Anibis.ch als neue Partner für Mobile gewonnen werden. Dadurch wurde die Reichweite in den drei Landesteilen Deutsch, Französisch und Italienisch sowohl auf Smartphones als auch auf Tablets markant gesteigert. Somit ist Goldbach Audience in der Lage monatlich über 95 Millionen Ad Impressions mobil auszuliefern.

Mehr Aufmerksamkeit dank neuer Formate

Neben dem Ausbau der Netzwerk-Grösse wurde auch die Vielfalt der buchbaren Formate erweitert. Im Bereich der Standardgrössen wurde das Rectangle neu eingeführt. Damit soll Kunden, welche bisher nur Desktop Werbemittel produziert haben, der Einstieg in das Mobile Advertising erleichtert werden. Neu können zusätzlich auch innovative und einfach buchbare Impact Werbeformate wie «Swipe Cube Ad», «Video Rectangle» und «Billboard Cube Ad» die Botschaft der Werbekunden mit einer erhöhten Aufmerksamkeit ausspielen.

Leistungsbezogene Abrechnungsmodelle für performanceorientierte Kunden

Neben dem Goldbach Mobile Network können ab sofort auch Produkte, welche nach Click oder Download abgerechnet werden bei Goldbach Audience gebucht werden. Location Based Advertising Kampagnen, bei denen auf GPS Daten der Smartphones zugegriffen wird, erweitern das Mobile Performance Produktportfolio, welches durch ein Second Screen Angebot komplettiert wird. «Mit dieser breiten und marktorientierten Produktpalette, können wir sowohl anspruchsvollen Mobile Kunden als auch Mobile Einsteigern eine attraktive und leicht buchbare Auswahl an unterschiedlichen Möglichkeiten bieten.» erklärt Alexander Horrolt, Managing Director Goldbach Audience Switzerland, die Vorteile, welche sich durch den Relaunch für bestehende und neue Kunden ergeben.
 

«Arena»: Jonas Projer wird neuer Redaktionsleiter

Nachdem Jonas Projer bereits Anfang Jahr als neuer Moderator der «Arena» vorgestellt wurde, übernimmt er nun auf Anfang November 2014 auch die Redaktionsleitung. Er folgt auf Marianne Gilgen.

Sie wird für die SRG SSR die Berichterstattung zu den Eidgenössischen Parlamentswahlen 2015 leiten (Werbewoche.ch berichtete). Jonas Projer ist seit 2006 beim Schweizer Fernsehen tätig. Er absolvierte das SRF-Stage bei «Schweiz aktuell» und arbeitete unter anderem bei «10vor10», «Eco» und der «Tagesschau». 2009 übernahm der 33-Jährige die Stelle als TV-Inlandkorrespondent für Zürich und Schaffhausen. Im Frühling 2011 wurde Projer Auslandkorrespondent in Brüssel und berichtete über Nato, EU und die Benelux-Staaten; seine journalistischen Schwerpunkte waren die Eurokrise und die bilateralen Beziehungen der Schweiz.

Am Freitag moderiert Jonas Projer erstmals die «Arena», im November übernimmt er zusätzlich die Redaktionsleitung der Diskussionssendung. Marianne Gilgen gibt die Redaktionsleitung ab, da sie die für die SRG die Gesamtleitung der Berichterstattung zu den Eidgenössischen Parlamentswahlen vom 18. Oktober 2015 übernimmt.

Jonas Projer: «Ich freue mich sehr darauf, bei der ‘Arena‘ mit einem ebenso klugen wie kreativen Team zu arbeiten. In den nächsten Monaten werden wir – neben der wöchentlichen Sendung – auch am geplanten Relaunch des Formats tüfteln. Unser Ziel bleibt dasselbe wie bisher: eine faire, spannende, informative und überraschende Diskussionssendung, welche unseren Zuschauerinnen und Zuschauern bei der politischen Meinungsbildung hilft. Dieser Aufgabe sehe ich mit Vorfreude, aber auch grossem Respekt entgegen.»

Tristan Brenn, Chefredaktor TV: «Jonas Projer wird einer der jüngsten Redaktionsleiter in der Geschichte von SRF. Ich bin überzeugt, dass er nicht nur als Moderator, sondern auch als Redaktionsleiter der ‘Arena‘ die besten Voraussetzungen mitbringt, um der Sendung auch im Hinblick auf den geplanten Relaunch ein modernes, glaubwürdiges Gesicht zu geben.»

Medien: Carl Hirschmann geht vors Bundesgericht

Carl Hirschmann will zahlreiche angeblich verletzende Artikel in Schweizer Medien nicht auf sich sitzen lassen. Er zieht ein Urteil des Zürcher Handelsgerichtes, das seine Klage im Juli grösstenteils abgelehnt hatte, ans Bundesgericht weiter.

Hirschmann stufte über 140 Beiträge aus 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Radio 24, Sonntagszeitung, Tages-Anzeiger und Tele Züri als persönlichkeitsverletzend ein und forderte vor dem Zürcher Handelsgericht deren Löschung im Internet und in elektronischen Archiven. Ausserdem verlangte er von den Medienunternehmen ganzseitige Entschuldigungen sowie Schadenersatz und die Herausgabe des Gewinns, der ihnen durch diese Beiträge entstanden sein soll. Das Handelsgericht liess ihn jedoch grösstenteils abblitzen: Es gab Hirschmann nur bei drei Artikeln Recht. In allen anderen Punkten lehnte es die Klage des gefallenen Jetsetters ab. Dieses Urteil zieht er nun weiter, wie das Bundesgericht am Freitag bekanntgab. Das Medienhaus Ringier wurde zu einem früheren Zeitpunkt zwar ebenfalls eingeklagt, lenkte aber im Jahr 2012 ein. Es löschte alle Artikel und druckte Entschuldigungen ab. Im Gegenzug verzichtete Hirschmann auf finanzielle Forderungen.

Definitiv ein Jahr Freiheitsstrafe

Der millionenschwere Spross der Jet-Aviation-Dynastie hat gegenwärtig wenig Glück: Bereits im Februar lehnte das Bundesgericht eine Beschwerde gegen seine 12-monatige Freiheitsstrafe ab. Er muss somit definitiv ein Jahr ins Gefängnis. Bei Strafen bis zu einem Jahr kann die Strafe in Halbgefangenschaft verbüsst werden. Dabei kann der Verurteilte tagsüber einer normalen Arbeit nachgehen und muss nur Abende, Nächte und Wochenenden in der Strafanstalt verbringen. Im Kanton Zürich, wo Hirschmann seine Strafe voraussichtlich antreten muss, werden Halbgefangenschaften in Winterthur verbüsst. Ob er sein Zimmer dort bereits bezogen hat, gibt das Amt für Justizvollzug aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt.

Das Zürcher Obergericht hatte Hirschmann im November 2012 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt, wovon er 12 Monate absitzen muss. Hirschmann hatte beim Prozess in Zürich zugegeben, er habe eine Frau auf einer Toilette zu Oralsex gezwungen und mehrmals Sex mit einer 15-Jährigen gehabt. (SDA)

Bild: Keystone

PC Tipp und Computerworld: Neue Chefredaktoren

Der langjährige Chefredaktor von IDG Communications, Hansjörg Honegger, wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Barbara Mooser und Sascha Zäch übernehmen per 1. Oktober die Führung der Redaktionsteams von PC Tipp und Computerworld.

Barbara Mooser wird als Chefredaktorin für die Zeitschrift Computerworld verantwortlich zeichnen. Nach diversen beruflichen Stationen (unter anderem Stellvertreterin des Chefredakteurs bei Chip, Textchefin bei Computer Reseller News) stiess Barbara Mooser als Produzentin (Stellvertretende Chefredaktorin) im Juni 2008 zur Computerworld. In der neuen Funktion nimmt Barbara Mooser Einsitz in die Geschäftsleitung von IDG Communications.

Sascha Zäch übernimmt als Chefredaktor und Produzent die redaktionelle Verantwortung über den PC Tipp, in seiner Funktion wird er Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von IDG Communications. Sascha Zäch stiess im Jahr 2002 nach seinem Studium zu IDG. Beim PC Tipp war er zunächst Redaktor. Im Jahr 2007 wurde er zum Stellvertretenden Chefredaktor und Produzenten befördert. Marcel Hauri wird weiterhin als Leiter Redaktion Online und in Absprache mit der Chefredaktion die inhaltliche Verantwortung über Pctipp.ch sowie Computerworld.ch tragen und diese thematisch weiter vorantreiben. Neu wird David Lee per 1. Oktober 2014 als Produzent für Computerworld verantwortlich zeichnen. David Lee war bereits zwischen 2005 und 2013 für IDG Communications tätig.

Hansjörg Honegger war über viele Jahre eine prägende Figur bei IDG Schweiz. Nach seinem Einstieg als Produzent für den PC Tipp im Jahr 2000 und seiner kurz darauf folgenden Beförderung zum Stv. Chefredaktor übernahm er im Jahr 2006 die Chefredaktion der monatlichen Publikation. Im Jahr 2007 wurde er zusätzlich zum Chefredaktor der Computerworld Schweiz ernannt und verantwortete so das redaktionelle Geschäft der IDG Schweiz. Honegger wagt ab Januar 2015 den Schritt in die Selbstständigkeit als Partner bei TNT-Graphics mit Sitz in Bassersdorf.

Neue Internet-Agentur Codeframe

Der Schweizer Online-Ad Operations und Consulting Anbieter Openframe begibt sich auf Ausbaukurs. Mit der neu gegründeten Internet-Agentur Codeframe.

Codeframe ist auf Web- und Applikationsentwicklung spezialisiert. Neben dem Schweizer Team wurde ein Entwicklungs-Team in Kroatien angeheuert. Diese erlauben es, schnelle und kostengünstige Projektabwicklungen für massgeschneiderte Lösungen in Bezug auf Web- und Mobileapplikationen anzubieten, heisst es in einer Mitteilung der Agentur.

Seit der Lancierung von Openframe im Jahr 2012 habe sich die Unternehmung etabliert. Neben dem Betreiben von Ad Operations für Publisher und Werbetreibende fungiert die Openframe als unabhängige Consulting Firma, bei Fragen zu technischen Umsetzungen in der Online Werbung. Das bestehende Angebot und das Produktportfolio sollen nun durch die Gründung der Codeframe ergänzt werden. «Codeframe ist die logische Erweiterung aufgrund hoher Nachfrage nach innovativen Webentwicklungen seitens unserer bestehenden Kunden. Mit Oliver Milanovic konnte ich einen erfahrenen Experten mit an Bord holen, welcher über eine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt. In Verbindung mit der openframe, können wir nun den Kunden und Publishern einen 360° Service anbieten.», erklärt Oliver Anderegg, Geschäftsführung Codeframe.

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Oliver Milanovic, war zuletzt CTO bei Instanz, einer Gesellschaft der Publigroupe. Zuvor konnte er sich in verschiedenen Funktionen einen breiten Erfahrungsschatz rund um Web-Entwicklung und Programmierung mobiler Apps erarbeiten.
 

Covermedia lanciert Spot mit Bencic

Die Schweizer Tennisspielerin Belinda Bencic spielt die Hauptrolle im aktuellen Cornèrcard TV-Spot.

Die Cornèr Bank engagiert sich seit Jahren im Sport: Nino Schurter, Fabian Cancellara und Giulia Steingruber sind Aushängeschilder von Cornèrcard. So neu auch Belinda Bencic. «Mit Belinda haben wir einen aufwendigen TV-Spot produziert, der ab Spätsommer 2014 im TV und in sämtlichen Valora Kiosken eingesetzt wird», so Covermedia in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Realisation dieser Produktion war für alle eine rechte Herausforderung, heisst es weiter, da Drehtermine mit der Tennisspielerin, inklusive Staff kaum mehr möglich seien.

Zum Spot
 

Social-Media-Nutzung erhöht Zuschauer- Engagement

Wie wirkt sich die Nutzung sozialer Medien während des Fernsehens aus? Dieser Frage sind in jüngerer Zeit verschiedene Befragungen und Beobachtungsstudien nachgegangen. Eine aktuelle neurowissenschaftliche Studie aus Australien untersucht dies nun noch eingehender.

Forscher von Neuro-Insight, MEC Australia und Seven Network zeigen anhand der Analyse von Gehirnaktivitäten, dass die gleichzeitige Nutzung von sozialen Medien und TV dazu führt, dass sich die Zuschauer noch stärker mit den TV-Inhalten befassen – eine gute Nachricht für Programm-Macher und werbende Unternehmen.

Im Multiscreening-Zeitalter ist es für viele Konsumenten alltäglich, während des Fernsehens soziale Medien zu nutzen. Für TV-Sender und Werbetreibende ist es daher wichtig zu wissen, ob diese Parallelnutzung die Zuschauer vom TV-Programm ablenkt oder einen komplementären, positiven Einfluss nimmt. Das australische Forscherteam ist dieser Fragestellung neurowissenschaftlich fundiert nachgegangen. An der Untersuchung nahmen 36 Konsumenten zwischen 18 und 32 Jahren teil. Verteilt über vier Abende sahen die Probanden in einem alltagsnahen Setting jeweils eine 35-minütige Folge der TV-Sendung «X-Factor». Nebenbei konnten sie völlig uneingeschränkt mit ihrem Smartphone und Tablet soziale Medien nutzen. Während der Sessions wurden die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer mit Elektroden gemessen. Im Fokus standen dabei die Hirnareale, die das Engagement der Konsumenten (= persönliche Relevanz der rezipierten Inhalte) widerspiegeln. Vorangehende Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass dieses Engagement in einem engen Zusammenhang mit längerfristigen Lernprozessen und damit dem Kaufverhalten der Konsumenten steht. Zugleich wurde über eine synchronisierte Kamera die Nutzung der mobilen Geräte aufgezeichnet. Gegenüber klassischen Befragungen und Beobachtungsstudien hat diese Methode den Vorteil, dass sie erstens kognitive Aktivitäten, die unterbewusst ablaufen, erkennt, zweitens eine synchrone Analyse beider Screens in Echtzeit ermöglicht und drittens die Zuschauer in einer realitätsnahen Situation untersucht.

Die Studie zeigt zunächst einmal, dass die Konsumenten während der 35-minütigen TV-Episode im Durchschnitt 4.25 Mal zu ihren mobilen Endgeräten gegriffen haben. Im Schnitt dauerten diese Screen-2-Episoden jeweils 45 Sekunden. 76 Prozent der Episoden fanden während der TV-Sendung statt, 24 Prozent während der Werbepausen. Der Untersuchung zufolge steigt das Engagement der Konsumenten in den Screen-2-Episoden deutlich an. Während der Parallelnutzung von Social Media und TV liegt das Engagement um 35 Prozent höher als während der reinen TV-Nutzung, die der Screen-2-Episode direkt vorangeht (0.87 gegenüber 0.64). Was passiert nun, wenn die Aufmerksamkeit wieder zum TV zurückwandert? Hier zeigt sich, dass Screen-2-Episoden positiv auf das TV-Engagement abstrahlen. In den ersten 60 Sekunden nach der Parallelnutzung sinkt die gemessene persönliche Relevanz auf das Niveau ab, das im Durchschnitt vor der Parallelnutzung gegeben war (0.66). Dann aber steigt das Engagement der TV-Zuschauer um 9 Prozent (0.72).

Kurzfristig wirkt sich demnach die Nutzung sozialer Medien positiv auf das Zuschauer-Engagement aus. Doch wie verhält es sich über die gesamte TV-Episode von 35 Minuten? Vergangene Analysen von Neuro-Insight haben gezeigt, dass das Engagement von TV-Zuschauern mit zunehmender Sehdauer normalerweise sinkt – also ein Habitualisierungseffekt eintritt. In der aktuellen Untersuchung wirkt die gelegentliche Parallelnutzung von sozialen Medien und TV diesem Habitualisierungseffekt entgegen. Verglichen mit den Werten, die für Primetime- Sendungen üblich sind, wenn ausschliesslich ferngesehen wird, zeigten sich um 26 Prozent höhere Engagement-Werte.

Clemens Koob

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