Wird Werbetechnik als Suchwort auf Local.ch und Search.ch eingegeben, werden 250 bis 278 Einträge für die Schweiz gefunden. Obwohl die zusätzlichen Stichworte wie Beschriftungen, Schriftgestaltung, Druckerei, Druckvorstufe, Siebdruck, Grafiker den Suchenden eine Hilfestellung bei der Wahl sein können, ist die Auswahl gross und zusätzliche Kriterien zur Bestimmung des richtigen Partners sind notwendig.
Erfahrene Handfertigkeit kombiniert mit modernster Technik, und die Umsetzung gelingt, wie hier beim Mini, Design des Car Wrapping by Adam Brody.
Mehr Mut zu neuen Materialen
Vor Auftragsvergabe soll Klarheit herrschen. In diesem Punkt sind sich alle einig und empfehlen, auf seriöse Beratungen zu setzen und die Offerten auf Vollständigkeit zu prüfen, damit sämtliche Leistungen aufgeführt sind und nicht nur ein Teil davon. Werden Vergleichsofferten eingefordert, so ist auf die Vergleichbarkeit der Qualität der Produkte und die der Leistungen besonders zu achten. Auch hier gilt, die billigste ist nicht zwingend die günstigste Lösung. Wer sich die Qualität der offerierten Produkte zudem bestätigen lässt und auf erfahrene Lieferanten mit langen Garantiezeiten setzt, dürfte längerfristig weniger mit Wartungskosten überrascht werden. Es muss nicht immer das langlebigste und teuerste Material sein. Für die richtige Materialwahl sind Fragen zu Nachhaltigkeit und Ökologie unter Berücksichtigung der Aspekte, wofür und wie lang und wo eine Folie zum Beispiel im Einsatz sein wird, zu beantworten. Mit der Optimierung der Lebensdauer von PVC-freien und sogar organischen Folien leisten die Hersteller bereits einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und investieren in die Weiterentwicklung neuer Trägermaterialien. Wie schnell sich diese im Markt durchsetzen, steht auch in Abhängigkeit mit den Kundenwünschen.
Ideal ist, wenn der Kunde sehr früh mit uns Kontakt aufnimmt
Durch das frühe Involvement der Werbetechniker in das Projekt können wertvolle Informationen für Produktion und Umsetzung in die Kreation einfliessen. Die gemeinsame Planung birgt zusätzliche Vorteile, weil sie Umsetzungsmöglichkeiten an den effektiven Gegebenheit überprüft, die richtigen Materialien bestimmt, und der Ablauf, die Datenaufbereitung für die Produktion und alle weiteren Schritte sauber geplant werden können. Dies alles mit dem Ziel, dass die Umsetzung schlussendlich am besten gelingt.
Es zahlt sich aus, frühzeitig mit dem Werbetechniker Kontakt aufzunehmen und seine Erfahrungen, Material- und Produktekenntnisse ins Projekt einfliessen zu lassen. Bedingt durch die zunehmende Komplexität der Aufgabenstellungen sind wir heute vermehrt mit den Aspekten des Crossover- Brandings und technischen Fragen konfrontiert, was die Werbetechniker vielmehr zu Gestaltern und Beratern für Auftritte im Raum mit dem speziellen Know-how und den Fertigkeiten für die Umsetzung macht. Als Auftraggeber darf deshalb auch die Frage nach vorhandener Infrastruktur für Konzept und Realisation gestellt werden.
Wir haben laufend Neuheiten
Digital Signage, digitale Werbe- und Informationssysteme, magnetisch haftende und leicht austauschbare Digitaldruckträger, LED für die Lichtwerbung mit gebogenen Linsen für eine homogene Ausleuchtung, Grossformat-Digitaldruck für Objekt- und Fassadenverkleidungen, Latexdruck für das geruchsneutrale Bedrucken von Werbeplanen und Folien, Print & Cut, Flachbettdruck in Kombination mit dem Schneidebereich, Veredelung von Holz, Stein, Metall und hochwertigen Digitaldrucken mit Glas ergänzen als Neuheiten die Angebotspalette der klassischen Werbetechnik. Auch die Entwicklung bei den Folien ist nicht stehen geblieben. Mit Oberflächen- oder Glasdesign- Folien lassen sich heute neue Akzente setzen. Die Verschmelzung digitaler und analoger Medien geht an der Werbetechnik nicht spurlos vorbei. Mit der Digital Signage und für die Steuerung derselben nimmt die IT bei der Konzeption und Realisation eine immer wichtigere Rolle ein.
Nach dem Übergang vom Sieb- zum Digitaldruck eröffnet nun die Technik des UV-Direktdrucks die Möglichkeit, inklusive Weiss und Lack auf flexible und starre Materialien unterschiedlicher Art zu drucken. All diese Entwicklungen und Neuheiten tragen dazu bei, dass der Werbetechniker immer mehr zum Generalisten und somit zum Generalunternehmer wird.
Die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen stetig
Die Nanotechnologie bei Fahrzeugscheiben und Lacken und integriert in Untergründe und Oberflächen verlangen hervorragende Produktkenntnisse und umfassende Abklärungen vom Werbetechniker. Das Berufsbild und die Berufsbildung der Gestalter/ innen Werbetechnik haben sich in den vergangenen Jahren entsprechend verändert. Innovative und kreative Lösungen zu erarbeiten, während die geforderten Produktionszeiten immer kürzer werden, ist eine der Herausforderungen, die weiteren grossen für die Werbetechniker sind das Mithalten-Können mit dem rasanten technischen Wandel, neue europäische Umweltvorschriften, Bewilligungsverfahren, Verordnungen, Richtlinien, Materialzertifizierungen und die auf kantonaler und lokaler Ebene unterschiedlichen Regelungen. Die grössten Herausforderungen bleiben der Termin- und Preisdruck.
Die Branche ist sich klar: Das wird sich auch in Zukunft nicht gross ändern, eher noch verschärfen, ist die am meisten genannte Annahme der befragten Werbetechniker. Spannend wird es in jedem Fall bleiben. Die Optimierung der Druck- und Produktionsverfahren wird weitergehen. Auf das handwerkliche Geschick der Gestalter und Gestalterinnen Werbetechnik wird auch in Zukunft nicht verzichtet und es wird weiter gefragt bleiben. Was sich mit Sicherheit ändern wird, sind die Materialien, mit welchen der Werbetechniker arbeitet. Es ist damit zu rechnen, dass auf die heutige Generation 3D-Drucker Geräte folgen, mit welchen auch grossformatige 3D-Elemente am Stück hergestellt werden können. Auch sei es eine Frage der Zeit, bis Folien als Touchscreen und als Projektor eingesetzt werden können. Es wird davon ausgegangen, dass sich die LEDTechnik auf der ganzen Linie durchsetzen wird und weitere Screens an den überraschendsten Orten verbaut werden. Es sei denn, die Thematik Lichtemission verschärft sich.
Der VWP Verband Werbetechnik+Print vertritt rund 280 Mitglieder und verbindet die Betriebe der Branchen Werbetechnik, Siebdruck und Leuchtwerbung in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Die Verantwortung in den einzelnen vier Ressorts Bildung, Marketing, Dienste, Technik liegt jeweils bei den einzelnen Vorstandsmitgliedern. Das oberste Organ des VWP ist die jährliche Hauptversammlung, welche über die Aufnahme neuer Mitglieder als letzte Instanz entscheidet. Als Mitglied des europäischen Dachverbandes FESPA (Federation of Screen and Digital Printers Associations) und des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv findet der Austausch und die Interessensvertretung der Mitglieder auf internationaler und nationaler Ebene statt. Der Verband ist mehr als ein Sprachrohr der Branche und nimmt sich primär der Themen an, welche für die Weiterentwicklung und das Meistern der zukünftigen Herausforderungen beeinflusst werden können. Für die Durchführung der eidgenössischen höheren Fachprüfungen für Werbetechniker/innen ist der VWP verantwortlich.
Das Ressort Bildung organisiert die überbetrieblichen Kurse der Berufsbilder Gestalter/in Werbetechnik EFZ und Drucktechnologe/-technologin Fachrichtung Siebduck, bereitet die Qualifikationsverfahren und die Bildungsverordnung (BiVo) der Gestalter/innen Werbetechnik vor und führt diese auch durch. Aktuelle Themen im Ressort Bildung sind die per 1. Oktober in Kraft gesetzte Teilrevision des Bildungsplans und Verordnung über die berufliche Grundbildung für die Lehre als Gestalter/in Werbetechnik EFZ und die Weiterbildung als Werbetechniker/ in ED. Der Lehrgang zur Vorbereitung auf das eidgenössische Diplom Werbetechniker/in wird jetzt gerade zum dritten Mal durchgeführt und dauert bis Juli 2016. Die Thematik Lichtemission (Lichtverschmutzung) ist ein weiteres Anliegen, welches die ganze Branche direkt betrifft. Der VWP ist zusammen mit Spezialisten an der Entwicklung einer Messmethode für die Lichtemission, mit welcher verbindliche Normierungen für die Bewilligung von Lichtreklamen festgelegt werden sollen. Ein weiteres Thema im Lichtbereich ist die Sicherheit der Leuchtwerbe- Anlagen. Das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI und der VWP erstellen aktuell die Anlagedokumentation als Vorarbeit für die Definition der Rahmenbedingungen für die Sicherheit der Leuchtwerbe- Anlagen.
Sie sind Dienstleister, beraten, gestalten, zeichnen, drucken, plotten, schneiden, verkleben, lagern ein, transportieren und montieren. Präzise Handarbeit und der Umgang mit teuren Druckern und den unterschiedlichsten Materialien ist für sie Alltag. Sie stehen in direktem Kontakt mit Kunden aus allen Branchen und sind fast immer unter Zeitdruck. Je früher sie von Kunden und Werbeagenturen in die Konzeptphase eingebunden werden, umso besser ist dies für das Budget und die Ergebnisse. Ihr spezifisches Know-how und Kenntnisse der aktuellen rechtlichen Grundlagen für Werbung im Innenund Aussenbereich helfen bei der Umsetzung und sind Garantie für Qualität. Sie erwecken kreative Ideen zum Leben, machen sie sichtbar im Innenund Aussenbereich, mobil und fix montiert. Die Gestalterinnen und Gestalter Werbetechnik.
Thomas Stuckert