Im Kanton Zürich sollen die amtlichen Publikationen künftig in erster Linie elektronisch veröffentlicht werden. Für Print-Produkte bedeutet dies jedoch nicht das sofortige Aus.
Redaktion
-
6. November 2014
Solange eine genügend grosse Nachfrage nach geduckten Fassungen besteht, werden diese auch weiterhin herausgegeben. Der Regierungsrat hat eine Totalrevision des Publikationsgesetzes beschlossen und dem Kantonsrat einen entsprechenden Antrag unterbreitet, wie er am Donnerstag mitteilte. Mit der Revision reagiere er auf die gesellschaftliche Entwicklung, dass Medien zunehmend in digitaler Form genutzt werden, heisst es weiter. Deshalb sollen die amtlichen Publikationen, beispielsweise das Amtsblatt, die Offizielle Gesetzessammlung und die Loseblattsammlung, künftig primär elektronisch publiziert werden. Bereits heute sind die Gesetzessammlungen und das Amtsblatt online zugänglich.
Die Neuregelung würde dazu führen, dass künftig nicht mehr die gedruckte Version der amtlichen Veröffentlichung massgebend ist, sondern die elektronische Fassung. Wirtinnen und Wirte wären nicht mehr verpflichtet, das Amtsblatt aufzulegen. (SDA)
Edi.14: Die Gewinner
Am Freitag, 6. November ging im Zürcher Schiffbau die Preisverleihung des Edi.14 über die Bühne. Rund 290 Filme wurden für den Wettbewerb der Swissfilm Association eingereicht. Das sind die Sieger.
Redaktion
-
6. November 2014
Vier Jury-Teams mit 40 Fachleuten haben eine Woche lang rund 290 Filme angeschaut und die Arbeiten nach den Kriterien Drehbuch, Konzept, Regie, Kamera, Production Design, Schnitt, Visuelle Effekte, Sounddesign & Musik bewertet. Als «Zauberformel» galt für die Jury in diesem Jahr: «20 Prozent in die Shortlist und davon 20 Prozent Auszeichnungen». In diesem Sinn «ist die Nomination für die Shortlist bereits eine hervorragende Leistung, denn die Qualität der Filme ist generell hoch», kommentiert Rita Kovacs, die Geschäftsführerin der Swissfilm Association.
Auffallend war, dass es in diesem Jahr sehr viele «gute Geschichten» gab, die handwerklich einwandfrei umgesetzt wurden. Der Trend geht auch weiter Richtung Internet und multimediale Anwendungen. In dieser Kategorie gab es den grössten Zuwachs an Einreichungen.
Fotos: Werbewoche/uma
Aus der Shortlist wurden am 6. November im Zürcher Schiffbau im Rahmen der Edi.14-Verleihung die Sieger prämiert. Im Folgenden werden alle ausgezeichneten Arbeiten gezeigt. Die Fotos zum Event finden Sie wie gewohnt in der Printausgabe der Werbewoche (21/2014). (hae)
Rote Karte: Spezial Edi. für Drehbuch und Konzept an Volker Wienecke
Junger Mann im Gasthof freut sich aufs Bier. Als er anhebt: Gejohle vom Stammtisch. Er verschluckt sich. Das geht drei Mal so, dann reicht's, er will wissen, was los ist: Vier Männer beim Spiel übertrumpfen sich mit bösen, schwarzen Karten: Pöbelei, Mobbing, Vandalismus, sexuelle Belästigung, Rassismus, brutale Gewalt. Der Junge geht beherzt dazwischen mit guten, roten Karten: Respekt, Toleranz, Zivilcourage. Letztere ist übergross, pustet die bösen Karten vom Tisch, die Männer von den Stühlen. Link zum Film.
Auftraggeber
Schweizerische Kriminalprävention SKP, Martin Boess
Produktionsfirma
Imotions
Werbeagentur
Weber & Partner Büro für Kommunikation, Volker Wienecke
Produzent
Patrick Kappeler
Konzept, Drehbuch
Volker Wienecke
Regie
Patrick Kappeler, Marianne Eggenberger
Kamera
Simon Huber, Christian Anderegg
Schnitt
Patrick Kappeler
Musik & Sounddesign
Rolf Büttikofer; Musik: Mario Batkovic
Jury: «Keiner ist Perfekt. Mit visueller Kraft wird der Zuschauer ans Thema herangeführt. Plakativ und gut kombiniert mit einer Prise Humor und dem Mut sich selber in Frage zu stellen.»
Quant e-Sportslimousine: Spezial Edi. für Kamera an Pascal Walder
Der Film beschreibt eine visionäre Erfindung in Metaphern. Der Protagonist, Erfinder und Designer Nunzio La Vecchia bringt das Auto vom Meer ans Festland. In den Fahrszenen durch beeindruckende Landschaften werden Performance und technische Spezifikationen eingeblendet. Szene für Szene werden visuell ungewöhnliche Elemente eingesetzt. In der Schlussszene wird aufgelöst, dass es sich um kein gewöhnliches Auto handelt, sondern um eine neue Technologie, über die man mehr Erfahren möchte. Link zum Film.
Auftraggeber
Nano Flowcell, Nunzio La Vecchia, Arturo La Vecchia
Produktionsfirma
Feit Film
Produzent
Wiebke Feit, Claus Feit
Konzept, Drehbuch
Marco Lutz
Regie
Marco Lutz
Kamera
Pascal Walder
Production Design
Stephan Hingst
Schnitt
Jessica Fischer
Visuelle Effekte
Chimney Berlin, Ralf Drechsler
Musik & Sounddesign
German Wahnsinn Team, Ralf Lippmann, Philipp Feit, Eduardo Garcia
Jury: «Eine visionäre Erfindung, verpackt in einen beeindruckenden Automobilfilm. Nicht die Story oder die hochwertigen 3D Animationen sondern die Gesamtwirkung der schönen Bilder überzeugte die Jury.»
Pink Berrys vs. Fruchtkreis 3000: Spezial Edi. für Musik an Roman Camenzind
Battle of Tastes | Zwei Bands treten in einem Musikvideo mit zwei Musikrichtungen gegeneinander an. Der Zuschauer entscheidet per Online-Voting, welche der beiden als Sieger hervorgeht. Mit dem Musikereignis verbindet sich auch die Markenbotschaft: Denn die Bands repräsentieren jeweils ein Migros Produkt. Welches bleibt und welches verschwindet entscheidet der Konsument. Let the battle begin! Link zum Film
Hitmill, Roman Camenzind Fred Herrmann, Georg Schlunegger
Jury:
Das Leben braucht Mut: Spezial Edi. für Regie an Tobias Fueter
Die vier Grundpfeiler der Suva: Die Suva ist mehr als eine Versicherung: sie vereint Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Die Suva wird von den Sozialpartnern geführt. Die ausgewogene Zusammensetzung des Verwaltungsrats aus Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Bundesvertretern ermöglicht breit abgestützte, tragfähige Lösungen. Gewinne gibt die Suva in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Die Suva ist selbsttragend, sie erhält keine öffentlichen Gelder. Link zum Film
Auftraggeber
Suva Unfallversicherung, Jan Mühlethaler
Produktionsfirma
Stories
Produzent
Yves Bollag, Nicole Spring
Konzept, Drehbuch
Tobias Fueter
Regie
Tobias Fueter
Kamera
Fabian Kimoto
Production Design
Peter Scherz
Schnitt
Benjamin Fueter, Fabian Kimoto
Visuelle Effekte
Tamas Fiedler
Musik & Sounddesign
Sounddesign: Gian Dolder, Fabian Sturzenegger, Musik: Adrian Frutiger
Jury:
Kategorie Commercials: Fernseh- und Kinospots:
Vom Glück verlassen: Bronze für Gesamtleistung
In weniger als einer Minute verwandelt sich ein erfolgreicher Geschäftsmann in einen abgehalfterten Alkoholiker. Link zum Film
Auftraggeber
Heilsarmee, Christoph Bitter, Holger Steffe
Produktionsfirma
Markenfilm Schweiz
Werbeagentur
Spinas Civil Voices
Produzent
Stefan Schorer
Konzept, Drehbuch
Matthias Freuler, Stephan Huwiler
Regie
Navid Abri
Jury: «Die einfache Kamerafahrt und der Verzicht auf Schnitte reduzieren auf das Wesentliche. Ton und Bild ergänzen sich optimal und dramatisieren die Botschaft auf eindrückliche Art und Weise. Ein berührender Film, der durch seine Kompaktheit besticht.»
Sirenentest: Bronze für Gesamtleistung
Jedes Jahr findet in der ganzen Schweiz am ersten Mittwoch im Februar der Sirenentest statt. Um die Bevölkerung auf den Test aufmerksam zu machen, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS den vorliegenden Spot produziert. Link zum Film
Auftraggeber
Kommunikation Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS, Kurt Münger, Christoph Flury Zentrum elektronische Medien ZEM/VBS, Markus Lengen, Mike Lüscher
Produktionsfirma
Elefant Studios
Produzent
Pica Cubello
Konzept, Drehbuch
Fabian Gasser
Regie
Fabian Gasser
Kamera
Tobias Dengler
Production Design
Fabian Gasser
Schnitt
Christine Rüfenacht
Visuelle Effekte
Daniel Guimard, Patrick Graf, Miklos Kozary
Musik & Sounddesign
Tonstudios Z, Tom Wenger, Jan Rieder
Jury: «Schon von klein auf haben wir uns über dieses beängstigende Geräusch gewundert. Endlich erfahren wir, in diesem eigenständigen und mit überraschenden Wendungen gespickten Spot, die nicht ganz ernst gemeinte Wahrheit. Der Spot schafft es durch eine unerwartete Herleitung, dass wir uns am folgenden Mittwoch nicht mehr fürchten müssen. Insbesondere der Mut zum Absurden und zur Selbstironie haben wir von einem Bundesamt nicht erwartet…»
Feuerwehr: Silber für Gesamtleistung
Idee: Schnell wie die Feuerwehr. – Die Redewendung dramatisiert perfekt die neue Durchmesserlinie und den nun schnellsten Weg durch die Stadt. Story: Hauptquartier der Feuerwehr, entspannte Ruhe. Der Alarm ertönt. Feuerwehrleute springen hoch, ziehen die Stiefel an, packen ihre Ausrüstung, und sprinten los. – An den bereitstehenden Feuerwehrautos vorbei, aus der Garage, eine Treppe runter. Und setzen sich entspannt in die S-Bahn für die schnellste Fahrt zum Einsatz. Link zum Film
Auftraggeber
Zürcher Verkehrsverbund ZVV, Lukas Tenger, Peter Schilde
Produktionsfirma
Solid & Hallerfilm AG, Silvana Pellegrini
Werbeagentur
TBD.
Produzent
Rudi Haller
Konzept, Drehbuch
Tom Seinige
Regie
Reggie Pack, Rainer Binz, Benjamin Kempf
Kamera
Pascal Walder
Production Design
Gerald Damovsky
Schnitt
Benjamin Fueter
Visuelle Effekte
Rushes Ltd., Simone Grattarola
Musik & Sounddesign
Jingle Jungle Musik: Metronome: Walter Mair
Jury: «In der heutigen Zeit wo Staus und Verkehrschaos auch in Schweizer Grossstädten zur Tagesordnung gehören, wirbt dieser Spot schon fast auf eine visionäre Art für die Lösung aller Verkehrsprobleme. Mit epischen wie auch schnell geschnittenen Bildern besticht der Film durch eine dramatische Inszenierung und einer pointierten Auflösung.»
Fussballstadion: Gold für Gesamtleistung
Jedes Jahr werden in der Schweiz 45'000 Fussballerinnen und Fussballer durch Verletzungen zum Zuschauen gezwungen. Diese Tatsache dramatisiert der Suva-Spot auf grandiose Art. Da humpeln ganze Heerscharen von Verletzten die Treppe eines Fussballstadions hinauf, zwängen sich mit Krücken und Gips durch viel zu enge Drehkreuze und suchen handicapiert ihren Sitzplatz. Am Schluss ist das ganze Stadion voll mit Verletzten. Fazit: Senken Sie das Verletzungsrisiko – mit dem Fussballtest auf Suva.ch. Link zum Film
Auftraggeber
Suva Unfallversicherung, Susan Huber, Philippe Gassmann
Produktionsfirma
Stories
Werbeagentur
Ruf Lanz
Produzent
Yves Bollag
Konzept, Drehbuch
Markus Ruf, Isabelle Hauser, Maren Beck
Regie
Michael Fueter
Kamera
Michael Mieke
Production Design
Ursa Loboda
Schnitt
Marko Strihic
Visuelle Effekte
UPP
Musik & Sounddesign
Spacetrain, Gian Dolder
Jury: «Kaum ein Spiel, in dem nicht ein Spieler vom Feld humpelt oder gar getragen werden muss. Doch ist der ausgewechselte Spieler erst in die Katakomben abtransportiert, hat man ihn auch schon wieder vergessen. Und mit ihm auch die immer höher werdende Zahl verletzter Sportler. Eine Menge, mit der man ein ganzes Stadion füllen könnte. Der Film veranschaulicht dies im wahrsten Sinne des Wortes. Handwerklich hervorragend gemacht und mit viel Liebe zu unzähligen Details, bekommen wir auf eindrückliche Weise aufgezeigt, was für Fussballer noch schlimmer ist als auf der Bank sitzen.»
TV-Eigenwerbung für TV-Stationen & Sendungen:
Serie: Hipster / Punks: Silber für Gesamtleistung
Ein Taxifahrer überrascht seine Fahrgäste mit Wissen zu aktuellen Kultur- und Gesellschaftsthemen, die er auf Radio SRF 2 Kultur gehört hat. Für das neue Vorabendprogramm von Radio SRF 2 Kultur kreierte und produzierte Shortcuts beauftragt vom Bereich G&M von SRF eine Kampagne. Radio SRF 2 Kultur verbindet man oft mit Hochkultur. Mit der neuen Positionierung des Vorabendprogrammes wird mit Themen wie Film, Kunst, Musik etc. ein breites, jüngeres kulturinteressiertes Publikum angesprochen. Link zum Film
Auftraggeber
SRF, Alex Hefter, David Angehrn
Werbeagentur
Shortcuts, Patrick Müller, Bene Abegglen
Produzent
Peter Lehner
Konzept, Drehbuch
Patrick Karpiczenko, Markus Tränkle
Regie
Patrick Karpiczenko
Kamera
Hans Meier
Production Design
Catharina Strebel
Schnitt
Patrick Karpiczenko
Visuelle Effekte
Cloudscape, Patrick Baumann, Daniel Müri
Musik & Sounddesign
SRF
Jury: «Humorvolle Stories, gut gespielt, simpel aber effizient inszeniert. Zwei Variationen einer Situation des klassischen Erzählkinos. Die Clips sind sympathisch und bringen ihre Message auf den Punkt.»
Corporate: Imagefilme
Wir betonen die Welt: Silber für Gesamtleistung
Die Müller-Steinag Gruppe «betont» die Schweiz. Im wahrsten Sinne des Wortes, hier Wort für Wort. Der Film zeigt, wie der Schweizer Marktführer für Betonwaren, Naturbaustoffe, Vorfabrikation, Recycling, Entsorgung und Wassertechnik unsere Umwelt und unser Leben formt. Aus Beton. Die Animation ist ebenso eine Hommage an den grauen Baustoff wie die eindrückliche, kompakte Präsentation sämtlicher Unternehmensbereiche, der Historie, Produkte, (Dienst)Leistungen und Kompetenzen des Betonproduzenten. Link zum Film
Auftraggeber
Müller-Steinag Gruppe, Bruno Ruesch
Produktionsfirma
Encore Pictures GmbH
Werbeagentur
Walder, Werber, Sandro Walder, Stefan Moeschlin
Produzent
Jürg Steudler, Anna-Lena Carl
Konzept, Drehbuch
Sandro Walder, Stefan Moeschlin
Regie
LeMob Motion Design Studio, Bart Wasem
Kamera
Anna-Lena Carl, Bart Wasem
Production Design
Christian Roggy, Bart Wasem
Schnitt
Bart Wasem
Visuelle Effekte
Christian Roggy, Bart Wasem
Musik & Sounddesign
Jingle Jungle, Gregor Rosenberger Musik: Michael Ricar
Jury: «Durch das innovative Konzept entsteht eine neue Sichtweise auf etwas das nur selten bewusst wahrgenommen wird. Der rhythmische Film vereint Bild, Text, Sprache und Musik auf einzigartige, überzeugende Weise und schafft es so in kurzer Zeit vielfältige Informationen zu vermitteln. Die strenge grafische Umsetzung unterstreicht den Charakter des Produkts.»
Corporate: Marketingfilme
Craftsmanship: Bronze für Gesamtleistung
Eine Reise durch das Kunst- und Uhrenatelier von Bucherer bringt das Geheimnis von Bucherers Handwerk näher. Bucherer als eines der traditionsreichsten Uhren- und Schmuckfachgeschäfte Europas steht für Handwerkskunst, Präzision, Liebe zum Detail und Kreativität auf höchstem Niveau. Ein Blick hinter die Kulissen. Link zum Film
Auftraggeber
Bucherer, Jörg Baumann, Claudia Jenni
Produktionsfirma
Seed Audio-Visual Communication
Werbeagentur
Station, Patrick Stoll, Annina Berweger, Florence Ritter
Produzent
Felix Courvoisier, Claudio Garovi
Konzept, Drehbuch
Damien Krisl
Regie
Damien Krisl
Kamera
Damien Krisl
Production Design
Noemi Stoll
Schnitt
Damien Krisl
Musik & Sounddesign
Triplet Studios, Christian Schlumpf
Jury: «Die Liebe zum Detail, die prägend ist für diese Marke, widerspiegelt sich in der Machart des Films. Das Zusammenspiel von Kameraführung, Licht, subtilem Sounddesign und sorgfältig ausgewählter Instrumentalisierung funktioniert präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Ein handwerklich auf höchstem Niveau realisierter Film.»
Corporate: IK- und Schulungsfilme
Das Leben braucht Mut: Gold für Gesamtleistung
Auftraggeber
Suva Unfallversicherung, Jan Mühlethaler
Produktionsfirma
Stories
Produzent
Yves Bollag, Nicole Spring
Konzept, Drehbuch
Tobias Fueter
Regie
Tobias Fueter
Kamera
Fabian Kimoto
Production Design
Peter Scherz
Schnitt
Benjamin Fueter, Fabian Kimoto
Visuelle Effekte
Tamas Fiedler
Musik & Sounddesign
Sounddesign: Gian Dolder, Fabian Sturzenegger, Musik: Adrian Frutiger
Jury: «Der Film ist hochemotional, handwrklich sehr gut umgesetzt und kommuniziert die Message auf allen filmischen Ebenen. Das Drehbuch ist ausserordentlich, die Story nimmt mehrmals überraschende Wendungen.»
Online & Multimedia: Internet Virals & Clips
Putzwägeli: Silber für Gesamtleistung
Zürich bietet auf kompakten Raum eine faszinierende Vielfalt an Erlebnissen: Natur und Urbanität, Kultur und Nightlife, Historie und Modernität, Wasser und Berge, Swissness und Internationalität. Das zeigen wir in einem Film, indem wir einen echten Putzwägelifahrer bei der Arbeit durch seine Stadt begleiten. Der Film wurde seinem Protagonisten auf den Leib geschrieben, selbst seine Frau ist dabei. Gedreht wurde nach losem Script dokumentarisch. Schöne Bilder, aber bewusst nicht nur Postkarten. Link zum Film
Auftraggeber
Zürich Tourismus, Martin Sturzenegger
Produktionsfirma
Stories
Werbeagentur
Wirz Werbung, Livio Dainese, Fernando Perez, Lucia Burtscher
Produzent
Yves Bollag, Nicole Spring
Konzept, Drehbuch
Tobias Fueter
Regie
Tobias Fueter
Kamera
Fabian Kimoto, Raphael Beinder
Production Design
Emilie Fischer
Schnitt
Tobias Fueter, Benjamin Fueter, Fabian Kimoto
Visuelle Effekte
Tamas Fiedler, Dany Bittel
Musik & Sounddesign
Musik: Fabian Sturzenegger Sounddesign: Peter Bräker
Jury: «Der Titel hört sich erst mal unspektakulär an. Doch schon bei der ersten Betrachtung bezaubert die Zusammensetzung von charmant witzigem Hauptdarsteller, der richtig eingesetzten Musik, dem präzisen Schnitt und der Bildkomposition. Es wird schnell klar, dass hinter dem Titel viel Enthusiasmus und Liebe zur Stadt steckt: Aus Sicht eines nicht oft dargestellten Berufes, wird unsere Wirtschaftsmetropole von morgen früh bis Abends spät in all seinen Facetten.»
Noxana vs. Blanche: Gold für Gesamtleistung
Battle of Tastes | Hard Rock vs. Chanson: Zwei Musikrichtungen treffen sich zum epischen Battle in diesem actionreichen Musikvideo. Der Zuschauer entscheidet per Online-Voting, welche der beiden als Sieger hervorgeht. Mit dem Musikereignis verbindet sich auch eine Markenbotschaft, denn die Bands repräsentieren jeweils ein Migros Produkt. Welches bleibt und welches verschwindet entscheidet der Konsument. Let the battle begin! Link zum Film
Hitmill, Roman Camenzind Fred Herrmann, Georg Schlunegger
Jury: «Keine andere Arbeit in dieser Kategorie kombinierte Strategie, Konzept und Umsetzung so zielführend für das Medium Internet. Die beispielhaft nahtlose Verzahnung von Produktentwicklung und Marketing verdient Bestnoten: Crowdsourcing mit Unterhaltungswert. Genre-Cliches werden lustvoll zitiert und prallen aufeinander im wahrsten Sinne des Wortes. Der Webviral stellt die Frage mit oder ohne Nuts. Er tut dies mit Humor und Ironie, vom Storytelling, über Acting, Kameraführung und Musik unterhaltend und hinreissend zugleich.»
Transmedia & Entertainment
World of Swiss: Silber für Gesamtleistung
In acht Kurzfilmen zeigen wir die ganze Welt der Swiss. Ein dokumentarischer Blick hinter die Kulissen. Ein Tag mit der Cabin Crew, in der Schokoladenfabrik oder im Morgengrauen auf dem Bauernhof – wir zeigen, wie viel Arbeit Mitarbeiter und Zulieferer leisten, ihre Liebe zu jedem Detail und wie viel Schweiz in der Swiss steckt. Die aufwendigen, hochwertigen Filme entsprechen den Markenwerten der Swiss und sind eingebettet in die online Plattform World of Swiss. Link zum Film
Auftraggeber
Swiss International Air Lines Ltd., Marcel Benz
Produktionsfirma
Lauschsicht
Werbeagentur
Hinderling Volkart AG, Michael Hinderling
Produzent
Kevin Blanc, Muriel Droz
Konzept, Drehbuch
Michael Hinderling, Kevin Blanc
Regie
Kevin Blanc Creative Direction: Michael Hinderling
Kamera
Kevin Blanc, Alain Renold
Production Design
Interaction Design: Milo Peter, Julia Ritter
Compositing
Technische Umsetzung: Hinderling Volkart, Severin Klaus, Michael Bischof, Dario Merz
Schnitt
Alain Renold
Visuelle Effekte
Kevin Blanc
Musik & Sounddesign
Michael Ricar
Jury: «Qualitativ und technologisch hochwertig umgesetzte Online-Plattform für Brand Building und multimediale Hintergrundinformationen. Clevere Navigation durch rationale sowie spielerische Zugänge zu den Inhalten. Intelligente Lösung zur Vermittlung und Verknüpfung von Informationen und Services.»
Vielseitiger Hürdenläufer
Compresso hat sich neu aufgestellt. Andreas Schelbert, der bisherige Leiter Events, hat in dieser Rochade jetzt die operative Leitung des Unternehmens mit 5 Bereichen und 30 Mitarbeitenden übernommen.
Redaktion
-
6. November 2014
«Ich glaube sehr stark daran, dass in der Belowthe- Line-Kommunikation die Zukunft abgeht. Es sind alles Dialog-Disziplinen. Die Public Relations stehen im Dialog mit Journalisten und Kunden. In der Promotion gibt man etwas an potenzielle Kunden ab. Beim Event kommen schnell die Rückmeldungen, ob es den Gästen gefallen hat oder nicht. Das ist lebendig und interaktiv.»
Diese Einschätzung von Andreas Schelbert zum Thema «Below the Line» ist optimistisch, aber wohl richtig. Das zeigen auch aktuelle Tendenzen, wenn man die Budgets der Schweizer Werbung betrachtet. «Wir spüren beim Kunden das Bedürfnis. Diese wollen einen Sparring-Partner, mit dem sie ihre Marketingkommunikation neu angehen können. Dieser neue Ansatz verkörpert die Idee, mit der entsprechenden Community in einen direkten Austausch zu treten. Begriffe wie Szenenmarketing, Community-Management oder eben Below the Line greifen diese Ansätze auf. Hier wird eine Kampagne umfassender angepackt. Man nimmt das Briefing von einer anderen Warte wahr. Die Wahl das Kommunikationskanals bleibt für uns in einem ersten Schritt immer offen – nicht selten kehren wir dabei sogar das ursprüngliche Briefing. Schliesslich verlangt heute die entsprechende Community, über welchen Kanal sie kommunizieren will, und nicht der Kunde oder die Agentur», hat Andreas Schelbert festgestellt.
Seit mehr als vier Jahren leitet der vielseitig erfahrene Marketing-Spezialist mit viel Engagement den Bereich Compresso-Event. Nun überträgt Andreas Schelbert diese Aufgabe Eveline Hofstetter. Schelbert selber übernimmt die operative Führung des gesamten Unternehmens Compresso vom bisherigen Geschäftsleiter Fridolin Stauffacher. Dieser hat Compresso mit gegründet und erfolgreich aufgebaut. Stauffacher agiert weiterhin als Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitglied und führt wie bis anhin Compresso-Promotion.
Foto: Andreas Panzeri
Seit der Gründung des Compresso-Agentur- Netzwerks im Jahr 2004 und dem 2010 erfolgten Zusammenschluss der einzelnen Teilagenturen zur Compresso AG verzeichnet die bekannte Below-the-Line- Agentur ein stetiges Unternehmenswachstum. Mit einem breiten Portfolio an namhaften Kunden und unterschiedlichsten Projekten agieren die fünf Bereiche Compresso-Promotion, Compresso-PR, Compresso-Online, Compresso-Event sowie Compresso- Szenenmarketing heute, aber weiterhin als eigenständige und konkurrenzfähige Agenturbereiche. Andererseits liegt genau im Zusammenspiel der einzelnen Agenturbereiche und dem Verständnis einer 360°-Kommunikation das Besondere dieser Below-the-Line-Agentur: «Die Entwicklung von Compresso zeigt, dass wir ein starker Partner für unsere Kunden und ihre Kommunikationsprojekte sind», ist Schelbert überzeugt.
Nach der jetzt erfolgten Neupositionierung setzt sich die Compresso-Geschäftsleitung neu aus Karin Gut, Eveline Hofstetter, Suzanne Nievergelt, Sabine Spengler, Andreas Schelbert und Fridolin Stauffacher zusammen.
Der Mix macht es aus
Würde man den frisch gekürten Geschäftsleiter in einer virtuellen Realität als Wunschkandidat nach Lust und Bedürfnis zusammenbauen, wäre das Resultat wohl nicht anders als der echte Auftritt von Andreas Schelbert. Dieser hat bei einer Grossbank mit einer kaufmännischen Ausbildung begonnen. Dort schaffte er es bald ins Sportsponsoring der UBS. «Ich habe da realisiert, dass es eher diese Marketingwelt ist, die mich interessiert – und weniger Geld zählen oder Bankprodukte verkaufen», erinnert er sich. Zwar habe er in der Schule «immer gerne gerechnet» und sei auch heute noch froh, dass er sich «im Bereich Finanzen gut auskennt».
Drei Jahre lang hat Schelbert nach seiner Lehre noch weiter die Chance genutzt, in einem attraktiven Ausbildungsgefäss für den Nachwuchs bei der UBS Erfahrungen zu sammeln. In dieser Zeit hat Radio Z neue Sportreporter gesucht. Andreas Schelbert hat sich mit einer Kassette beworben. Mike Gut und Adrian Fetscherin fanden die Tonproben witzig und haben das junge Talent unter ihre Fittiche genommen. So hat Andreas Schelbert neben seinem Job bei der Bank regelmässig die Spiele der Fussballclubs GC und FCZ oder auch Eishockey mit dem ZSC oder Kloten kommentiert. Gleichzeitig hat er nebenbei auch noch Zeit für die Berufsmatura gefunden. Als auch diese Prüfung im Trockenen war, kam es zum Switch, dass der inzwischen von den Medien ziemlich angefixte Jungreporter nur noch Radio machen wollte. Schelbert quittierte bei der Bank und wurde Redaktor, Reporter und Nachrichtensprecher bei Radio Z. «In dieser Phase habe ich auch den Relaunch zu Hitradio Z miterlebt. Ein beruflicher Abschnitt, der nicht nur immer einfach war.» Abschalten von diesem Alltag konnte Andreas Schelbert beim Sport. Leichtathletik ist seine Sportart. Über 400 Meter Hürden hat er es auch zu Meriten gebracht. Allerdings nicht so weit wie seine heutige Lebenspartnerin. Diese stand mit der Schweizer 4×-100-m-Staffel an den Olympischen Spielen in London am Start.
Dafür wurde Schelbert hinter den Kulissen zu einem Crack. Sein nächster Job war administrativer Leiter beim Leichtathletikclub Zürich. Zusammen mit dem Sportchef hat er dort die Geschicke des Vereins geleitet. Dadurch ist Andreas Schelbert unweigerlich auch mit dem grossen Meeting «Weltklasse Zürich» in Kontakt gekommen. Er wurde in das OK gewählt, verantwortlich für den Bereich Event-Presentation. Zudem wirkte er ein paar Jahre als Stadionspeaker bei diesem «besten Meeting der Welt» und internationalen Treffen der Superstars. Über dieses Engagement hat der neue Geschäftsführer von Compresso auch Fridolin Stauffacher kennen gelernt, der mit seiner damaligen Agentur seit Jahren die Eröffnung sowie die Abschlusszeremonien organisierte. Über diesen Kontakt ist Schelbert schliesslich vor sieben Jahren zu Compresso gekommen. Seit 2010 leitete er den Bereich Events. In der Phase des Übergangs vom LCZ zu Compresso hat Schelbert auch ein berufsbegleitendes Studium als Betriebsökonom abgeschlossen, mit Unternehmenskommunikation als Hauptfach, sowie ein CAS in Sportmanagement erworben. In Sachen Radio ist Schelbert später in das Team der Sportreporter von SRF berufen worden. Dieses Engagement wollte er jetzt aus zeitlichen Gründen herunterfahren. «Die Türen beim Schweizer Radio sind aber weiterhin offen.»
Mit all diesen Erfahrungen kann der neue Geschäftsleiter tatsächlich den idealen Rucksack für seine neue Verantwortung vorweisen: Ökonomie, Medien, Sport, Events, Kommunikation. «Ich habe das Gefühl, ich bin am richtigen Ort angekommen, mit all den Themen, mit denen wir uns bei Compresso beschäftigen», konstatiert Andreas Schelbert und freut sich: «Ich bin stolz, das hoch kompetente und engagierte Compresso-Team in meiner neuen Funktion in die Zukunft begleiten zu dürfen.»
Alles aus einer Hand
Compresso ist eine Below-the-Line-Agentur mit fünf Bereichen, die alle auch in sich selbst funktionieren. Das Spezielle daran: «Falls ein Kunde das wünscht, können wir ihm auch die ganze Palette für eine Kampagne zur Verfügung stellen.» Schliesslich ist es schon lange nicht mehr so, dass ein Event einfach ein Event ist. Der Kunde muss wissen: Wie funktioniert ein Event auf den sozialen Medien? Was gilt es zu beachten, wenn Journalisten kommen? Gibt es beim Anmeldeprozess Online-Komponenten? Was läuft im Bereich Promotion? «Alles spielt zusammen in der Kommunikation. Da entwickeln sich viele Vorteile, wenn alles aus einer Hand kommt, damit der rote Faden auch durchgezogen werden kann.» Zu den aktuellen Projekten zählen in der Sparte PR ein grosses Mandat für Samsung im Bereich Consumer-Electronics. Online schaut Andreas Schelbert immer wieder gerne «die Schokoladensite von Cailler» an. Für dieses Portal hat Compresso neben dem Design auch die Technologie für einen Webshop entwickelt. Im Bereich Szenenmarketing ist eine landesweite Aktion mit Knorrli am Laufen. Compresso-Promotion sorgt mit einem innovativen Auftritt für Candida für Aufsehen.
Bei den Events schlägt das Herz des neuen Geschäftsführers nach wie vor für die Leichtathletik. Auch für die Europameisterschaft in diesem August hat Compresso die Eröffnungszeremonie verantwortet und inszeniert, zusammen mit den «Three Friends» Simon Ackermann, TV-Regisseur Max Sieber und Nadine Imboden. Schelbert ist an der EM ebenfalls als Platzspeaker in Erscheinung getreten. Insgesamt arbeiten bei Compresso aktuell 30 Leute. Ein quantitatives Wachstum ist nicht primär vorgesehen. «Selbst als ökonomiestudierter Mensch ist für mich die Auffassung, dass alles nur auf Wachstum aufbaut, ein weit verbreiteter Irrtum unserer Gesellschaft», philosophiert Schelbert. «Wachstum geht immer auf Kosten von irgendetwas, Ressourcen, anderen. Deshalb muss die Gesellschaft ein neues Prinzip erfinden. Ich kenne es nicht. Runtergebrochen auf Compresso heisst dies für mich, dass wir nicht in erster Linie wachsen müssen, damit wir uns in zehn Jahren mit anderen zusammenschliessen und sagen können: Wir sind die Grössten. Wir müssen so gross sein, damit wir dem Kunden diese Dienstleistungen erfüllen können, die er braucht. Damit es am Schluss für den Kunden wie auch den Endkonsumenten interessant ist. Quantitatives Wachstum kann dabei eine Begleiterscheinung sein», hat Andreas Schelbert eine klare Meinung vom zukünftigen Weg. Und überzeugt ist er auch, «dass die Kunden in Zukunft einen Below-the-Line-Spezialisten benötigen, der alle Kommunikationsmassnahmen inhouse orchestriert und der mit der Agentur im direkten Dialog steht».
Andreas Panzeri
Swisscable: Kabelnetze legen zu
Per Ende September 2014 nutzten in der Schweiz 1'145'300 Kunden Kabelinternet, so die neusten Zahlen von Swisscable. Damit konnten die Kabelnetze innert Jahresfrist 112'700 Kunden (plus 10.9 Prozent) für ihre Internetangebote gewinnen.
Redaktion
-
6. November 2014
Daneben hat die Kabeltelefonie um 31'500 (plus 5 Prozent) auf 660'700 Kunden zugelegt. Der Trend zum Kabelinternet ist ungebrochen. Dies zeigen die Branchenzahlen von Swisscable zum dritten Quartal 2014. So haben die Schweizer Kabelnetze im Vergleich zum Vorjahr 112'700 Internetkunden gewonnen, was einem Wachstum von 10.9 Prozent entspricht. Per Ende September 2014 nutzten insgesamt 1'145'300 Kunden einen Internetzugang via Kabeldose. Damit ist Kabelinternet in den letzten drei Jahren um rund 34 Prozent (+288'200 Abonnenten) gewachsen.
Immer mehr Menschen nutzen Streaming-Angebote
Hintergrund für dieses Wachstums ist einerseits die Tatsache, dass immer mehr Menschen in der Schweiz das Internet für Streaming-Aktivitäten wie Videos schauen und Radio hören nutzen. Waren es 2011 noch 3 Millionen Streaming-User, zählt diese Nutzergruppe im Jahr 2014 bereits 3.8 Millionen.
112'400 neue Abonnenten
Die neusten Zahlen von Swisscable weisen auch ein Wachstum in der Kabeltelefonie aus. So nutzten per Ende September 660'700 Kunden die Festnetztelefonie via Kabelnetz, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 30'900 (+5 Prozent) entspricht. Die Kundenzahl im Bereich Kabelfernsehen war leicht rückläufig (-1.2 Prozent). Insgesamt konnten die Kabelnetze für ihre Dienste 112'400 neue Abonnenten gewinnen (+2.6 Prozent).
Kundenzahlen drittes Quartal:
Verborgenes Glück
Erdmannpeisker hat für Swisslos eine erste Dachkampagne für die Rubbellose realisiert. Ein wichtiger Bestandteil ist auch ein Song von Roman Camenzind sowie ein Musikclip von Markenfilm Schweiz.
Redaktion
-
6. November 2014
Viermal pro Woche locken in der Schweiz die Millionen, wenn am Dienstag und am Freitag die Euromillions gespielt werden sowie am Mittwoch und am Samstag das Schweizer Zahlenlotto. Etwas im Hintergrund, dafür 7 Tage pro Woche, wartet das Glück mit den Rubbellosen. Sowohl die beiden Zahlenlottos wie die Rubbellose werden unter dem Dach von Swisslos vermarktet und kommunikativ betreut.
Während für das Zahlenlotto «Heini Sutter» zu einer national bekannten Persönlichkeit avancieren konnte, sind aus dem Rubbelbereich in den letzten drei Jahren nur die Lose für «Happy Day» sowie alle Jahre vor Weihnachten das «Millionenlos» mit einer grösseren Kampagne beworben worden. Im Unterschied zum bekannten Zahlenlotto besteht der Bereich Rubbellose aus einer Vielzahl wechselnder Produkte. Dieser Wechsel sorgt zwar für Neugier und immer wieder frischen Wind, ein klares Profil im Bereich Rubbellose ging aber über die Jahre verloren und die ATL-Kommunikation der einzelnen Lose wurde sehr kostspielig. Mit der eben lancierten Kampagne sollen jetzt aber auch diese kleinen Lose zu ihrem verdienten Glück kommen.
Die Macher der Rubbellos-Kampagne: Heinrich Reinacher (Markenfilm), Bettina Dürrenberger (Swisslos), Gabriel Peisker (Erdmannpeisker), Roman Camenzind (Hitmill).
«Wir hatten das Gefühl, das Image der Rubbellose sei etwas altbacken, obwohl sie das gar nicht verdienen. Wir haben sehr viele und abwechslungsreiche Produkte. Diese Lose sind spannend und schnell zum Spielen. Das wollen wir jetzt vermehrt hervorheben», erklärt Bettina Dürrenberger, Leiterin Produkt-Management Lose bei Swisslos, Interkantonale Landeslotterie. Sie sieht eine Stärke des Produkts im sehr breit gestreuten Zielpublikum. «Die Rubbellose werden von Leuten aus allen Schichten und Altersgruppen gekauft.» Das soll jetzt auch in die Kampagne einfliessen.
Das richtige Momentum finden
Swisslos wollte für diese Aufgabe bewusst keine Gross-Agentur betrauen und hat deshalb auch keinen Pitch lanciert. «Wir suchten eine Agentur mit mehr persönlichem Kontakt zu Kreation und Beratung. Hier bekommen wir auch für ein kleineres Produkt die notwendige Aufmerksamkeit», meint Bettina Dürrenberger. So wurde nach einer Agentur-Evaluation Erdmannpeisker mit einer übergreifenden Imagekampagne für Rubbellose beauftragt. Das Briefing: «Alle Rubbellose sollen auf sympathische Weise hochwertiger positioniert und damit auch für neue Zielgruppen erschlossen werden.» Creative Director Gabriel Peisker meint zu diesem Auftrag: «Die routinierten Käufer müssen wir nicht gross abholen. Diese dürfen wir einfach nicht verschrecken. Bei Neukäufern geht es darum, ein Momentum für den Loskauf zu finden, das jeder nachvollziehen kann.»
Impressionen vom Dreh in Berlin. Der rote Mann im Kiosk (oben) ist Jungregisseur Rogier Hesp. Aufgenommen von CD Gabriel Peisker.
In der Positionierung wurde zusammen mit dem Kunden einerseits nach dem wichtigsten Customer- Insight und stärksten Treiber für den Kauf des Produktes und andererseits auch eine Differenzierung zum Zahlenlotto gesucht. Weil dort der Gewinn mit oft mehreren Millionen höher ist, arbeitet Swisslos beim Lotto mit der Inszenierung des Gewinns. Der Moment des Kaufs ergibt für die Werbung kein Thema – im Gegensatz zum Rubbellos.
Um diesem Momentum auf die Schliche zu kommen, hat Sybille Erdmann als Erstes am Kiosk alle möglichen Lose gekauft und diese in der Agentur in Biel verteilt. Und siehe da: Ob erfahrener Rubbler oder Einsteiger, im Moment des Rubbelns kann sich keiner der Spannung auf einen möglichen Gewinn entziehen. «Kaum beginnt man mit Rubbeln, hat man das Gefühl, es könnte möglich sein. Für einen kurzen Moment scheint plötzlich alles offen. Der Traum vom neuen Motorrad oder eine Weltreise.» Und spätestens wenn beim «Win for Life» zweimal das Wort «win» beim Rubbeln zum Vorschein kommt, glaubt auch der grösste Pessimist, es könnte doch möglich sein, dass diesmal noch ein drittes «win» kommt. Dann würde es 20 Jahre lang jeden Monat 4000 Franken schütten. Dieser Kick kumuliert im neuen Claim: «Ist heute dein Glückstag?» Für die Umsetzung dieses Insights wurde zusammen mit dem Kunden entschieden, nahe am Produkt zu bleiben und das Rubbeln sympathisch und mit Witz zu inszenieren.
Glück ist ein flüchtiges Gut. Wenns um Glück geht, hat fast jeder seinen ganz eigenen Umgang damit und nicht wenige wollen dem Glück auf die Sprünge helfen. Ob mit klassischen Glücksbringern oder speziellen Marotten – die Methoden sind so vielfältig wie die Menschen. Eins ist aber bei allen gleich: Loserubbeln ist immer ein kleiner Krimi, ein Kick im Alltag – und wenn’s einschlägt, ist der Moment unvergesslich.
Marotten und Rituale
In der Folge suchte Erdmannpeisker für die Umsetzung eine möglichst eingängige Form des Storytellings rund um den Ansatz: «Was mache ich alles, um das Glück zu unterstützen?» Das Fernsehen war als Leadmedium gesetzt. Mit zwei Spots wollte man «die unterschiedlichsten Marotten und kleinen Aberglauben der Zielgruppe in unterhaltender Weise in Szene setzen». Zudem sollte jeder Commercial «ein echter Feelgood-Spot werden, den man gerne ein zweites und drittes Mal sehen will». Die Agentur Erdmannpeisker suchte deshalb die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Hitproduzenten Roman Camenzind. Zusammen mit seiner Hitmill entstand ein «Ohrwurm-Song mit Drive, der schon nach dem ersten Hören ein gefährliches Suchtpotenzial aufweist», wie Swisslos überzeugt ist. Dieser Song wurde zusammen mit Markenfilm Schweiz und dem erfolgreichen Jungregisseur Rogier Hesp aus Holland in Szene gesetzt.
Gedreht wurden die Filme in Berlin. «Für diesen Ort haben die grossen Auswahlmöglichkeiten bei Cast sowie Locations gesprochen», verrät Heinrich Reinacher. Für den Zürcher Produzenten waren das ideale Voraussetzungen, um die Commercials «mit schrägem Witz und viel Wärme» zu inszenieren. Nebst den TV-Spots wurden auch vier Plakatmotive erstellt. «Auch diese zeigen die Spielerinnen und Spieler beim Rubbeln der Lose. Die Sujets sollen überraschen durch die unterschiedlichen Charaktere und ihre leicht verschrobenen Marotten, auf die wir in der Headline eingehen», präzisiert Peisker. Die Plakate wurden in Berlin synchron zu den Filmaufnahmen von Jonathan Heyer fotografiert. Zusätzlich zu den zwei Commercials wurde mit dem Filmmaterial ein Musikvideo geschnitten, um den Song zu pushen. Diese Phase ist für das Jahr 2015 geplant, wenn die bald anlaufende grosse Werbeoffensive für das «Millionenlos» rund um Weihnachten wieder abgeflaut ist. Mit dem breiteren Schalten der Rubbellos-Kampagne soll dann der Song auch als Download auf iTunes verfügbar sein.
Sag es mit einem Hit
Roman Camenzind hat die Musik bereits vor dem Dreh komponiert und produziert. Dabei sind ihm aber «sehr präzise Storyboards zur Verfügung gestanden ». Für Hitmill war dieser Job ein sehr komplexer musikalischer Auftrag. Es ging nicht nur um eine kurze Mood-Musik, sondern um einen kompletten Song in voller Länge. In diesem Sinne wurden die Bilder «wie nachträglich zugefügt, so wie bei einem Musikclip», meint Peisker. Roman Camenzind fand es interessant, wenn man den Song aus der Sicht der Gewinner singen lässt. «Das gibt dem Film eine zusätzliche Ebene.» Die Botschaft: «Mir ist es gelungen, dir kann es also auch gelingen.» Mit dem musikalischen Stil will Camenzind bewusst in die Breite gehen. Das hat bei Hitmill schon mehrmals funktioniert. «Welcome Home» für die SBB wurde zu einem Hit. Der Song «Love» für Coop Naturaplan in diesem Frühling schaffte es auf Platz 2 in den Charts und erreichte Goldstatus. Als in einer zweiten Welle die Kampagne im Herbst noch einmal geschaltet wurde, hat das auch den Song sofort wieder in die Top Ten katapultiert. «Das zeigt auch, wie wichtig nach wie vor das Fernsehen ist, trotz allem Social Media», analysiert Camenzind. Trotzdem darf er sich freuen, dass der «Bio Song» bereits über 2 Millionen Views auf YouTube hat.
Man darf gespannt sein, welche Glückszahlen vom Audio-Branding der Rubbellose demnächst zu vermelden sind.
Andreas Panzeri
Webauftritte – wo bleibt der Groove?
Die Ratio prägt den Entwicklungsprozess von Websites und Applikationen. Als Konsequenz des kopflastigen Denkens sind die Besucheranforderungen wohl erfüllt, der Webauftritt bleibt jedoch blutleer und ohne Groove.
Redaktion
-
6. November 2014
Die emotionale Differenzierung von Webauftritten gegenüber dem Wettbewerb fehlt, das Angebot geht in der Masse unter. Es geht auch anders, ohne den Prozess umzustellen: User centred und InteractionDesign prägen Inhalte und Aussagen von Websites; Templates, Flat Design und das Responsive Grid beeinflussen die Optik. Mit dem rationellen Denken bei der Website-Entwicklung werden die Bedürfnisse des Kunden aufgedeckt, um ihn direkt zu den gesuchten Informationen und damit zu einem Interaktionspunkt zu führen. Die ganze Arbeit zielt darauf ab, dass der Besucher eine Anfrage absendet, sich in einem Netzwerk registriert, ein Produkt bestellt oder eine Broschüre herunterlädt. Bei soviel Ratio gehen die emotionalen Differenzierungspunkte gerne vergessen, den Websites und Applikationen fehlt das gewisse Etwas. Wie einfach es ist, dem Website-Besucher bei Interaktionen ein Lächeln zu entlocken, dokumentiert Kevin Hale in einer sehenswerten Episode der Start-up-Referate der Standford University: Startupclass. samaltman.com/courses/lec07/.
Sympathien gewinnen
Kevin Hale zeigt, wie mit einfachen Mitteln die Sympathie der Besucher gewonnen wird, ohne die Anforderungen des substanziellen User centred und Interaction Design umzustossen: Tool Tips überraschen den Besucher, witzige Zusatzinformationen überblenden die Langweile beim Ergänzen eines Formulars, oder die Nachfrage nach dem Gemütszustand des Kunden nimmt dem Frust bei einer Support- Anfrage etwas Wind aus den Segeln. In dieses Kapitel gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Magic Moment: Bei der Entwicklung von Websites und Applikationen werden folgende Fragen kaum gestellt: Was erlebt der Besucher, wenn er eine Software oder App zum ersten Mal startet, eine Bestellung platziert hat oder einem Netzwerk beitritt? Langeweile oder einen Magic Moment? So zum Beispiel bei Amazon, wo mir nach Abschluss einer Buchbestellung ein Buchauszug online zur Verfügung gestellt wird, damit ich die Zeit bis zum Eintreffen des Buchs überbrücken kann.
Die Beispiele von Kevin Hale zeigen u. a., wie einfache Mittel Sympathiepunkte schaffen, welche die Beziehung zwischen dem Unternehmen und dem Besucher auch auf einer emotionalen Ebene stützen. Um ein differenziertes Markenbild zu prägen, ist bei der Entwicklung von Websites und Applikationen der Fokus nicht allein auf Ratio und Technik zu setzen. Emotionen, welche auf dem rationalen Fundament aufbauen, werden zu Differenzierungspunkten, welche das Markenbild mitprägen.
Imre Sinka
Die ganze Wahrheit
Die am Medienforschungstag der WEMF präsentierten Ergebnisse der Teststudie zur Nutzung digitaler Kanäle zeigen, dass Tausende von Medianutzern mit der aktuellen Print-only-Erfassung durch die Maschen fallen. Die WEMF kündigt eine Line Extension bei der MACH Basic an.
Redaktion
-
6. November 2014
Am Medienforschungstag vom 24. September 2014 hat die WEMF angekündigt, die bisherige Printonly- Währung mit der Nutzung von elektronischen Endgeräten zu ergänzen. Nun ist es allerdings nicht so, dass bis anhin nichts geschehen wäre. Seit drei Jahren publiziert die WEMF, in Zusammenarbeit mit NET-Metrix, die Studie Total Audience. Sie gilt nach wie vor als Pilotstudie und zeigt die kombinierten Reichweiten einer gedruckten Medienmarke und der jeweils entsprechenden Website. Damit informiert sie über die Gesamtnutzerschaft von Medienmarken. Allerdings hat die aktuelle Total-Audience-Studie zwei Nachteile. Erstens gibt es innerhalb der elektronischen Medianutzung keine Differenzierung nach Kanälen. Es kann also nicht unterschieden werden, ob die Nutzer von Websites, mobilen Angeboten oder E-Paper kommen. Und zweitens beteiligen sich bei der Total-Audience-Studie nicht einmal 10 Prozent der Titel, die in der MACH Basic enthalten sind.
Printmedien, die mit den letzten MACH-Erhebungen Leser eingebüsst haben, hegen dank der WEMF-Ankündigung berechtigte Hoffnungen, mit der Erfassung der digitalen Nutzung (E-Paper) die angelaufenen Verluste mindestens teilweise zu kompensieren. Dass wohl viele Leser durch die Print-only-Erfassung durch die Maschen fallen, zeigt sich am Beispiel der NZZ und der NZZ am Sonntag. Der Verlag hat kürzlich seine beglaubigten Print- und E-Paper-Auflagen präsentiert. Beglaubigen lassen sich nicht bloss die Printauflage, sondern ebenso die digitalen Abos. Dabei handelt es sich aber nur um die so genannten Replicas. Unter Replica versteht man die digitale Einszu- eins-Übernahme der gedruckten Zeitung. Aufmachung und Inhalt entsprechen dem Printprodukt. Damit sind auch alle Inserate enthalten. Die Gesamtauflage entspricht also dem effektiven Werbewert des Mediums. Ein Blick auf die Auflagenstruktur zeigt, dass die NZZ zwischenzeitlich mehr als 18 000 E-Paper-Auflage hat. Das sind rund 16 Prozent der Totalauflage oder 19 Prozent der Print-Auflage. Da die MACH bis heute nur die Leser der gedruckten Ausgabe erfasst, fehlen die Leserinnen und Leser des EPaper- Angebots. Wenn keine Systemänderung vorgenommen wird, läuft der Titel Gefahr, forschungsbedingt weiter Leser zu verlieren, weil immer mehr auf das Digital-Angebot zurückgreifen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die verbreitete Replica-Auflage der NZZ und NZZ am Sonntag zusammen auf 34 002 verdoppelt. Die 34 000 Digital-Abos generieren Leserinnen und Leser, die mit der aktuellen MACH Basic nicht erfasst sind. Allerdings ist davon auszugehen, dass aus E-Paper-Auflagen weniger Leser erwachsen als aus den gedruckten Exemplaren. Gedruckte Auflagen von abonnierten Zeitungen generieren zwei bis drei Leser pro Exemplar.
WEMF-Teststudie strebt die ganze Wahrheit an
Die seitens der WEMF im Rahmen des Medienforschungstages vorgestellten Neuerungen erfüllen die Anforderungen der digitalen Nutzung – soweit als heute möglich. Harald Amschler, Forschungsleiter der WEMF, spricht von «good enough» und meint damit, dass die Forschungskonzepte natürlich immer verbessert werden können. Aber letztlich geht es darum, vorläufig den Spatz in der Hand zu haben! Die Branche freut sich.
Die Teststudie zeigt die Nutzer nach Medienmarken. Innerhalb der Medienmarke kann zwischen folgenden Nutzergruppen unterschieden werden: Printprodukt, PC, Smartphone, Tablet und E-Paper. Daraus lassen sich sowohl Brutto- als auch Nettoreichweiten ableiten. Die Publikation der Teststudie ist für den November 2014 angesagt. Falls die Teststudie plausible Ergebnisse bringt, erfolgt der Einbau ihrer Elemente in die MACH Basic und in die Total-Audience- Studie.
Otto Meier
Der Abwärtstrend gefährdet die Demorkatie
Es ist inzwischen fast schon wie bei James und Miss Sophie im Dinner for One: Die Truppe um Kurt Imhof vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft präsentiert ihr Jahrbuch zur Qualität der Medien und konstatiert bei den journalistischen Leistungen einmal mehr einen rasanten Abwärtstrend für die Schweiz.
Redaktion
-
6. November 2014
Die Medien selbst reagieren, bis auf wenige rühmliche Ausnahmen wie die Neue Zürcher Zeitung, verhalten, gar nicht oder abwehrend. Verleger wie Pietro Supino reisen durch die Welt und erklären, wie jüngst beim Kongress der deutschen Zeitungsverleger in Berlin, die Qualität des Medienangebots sei noch nie so gut und vielfältig gewesen wie heute – und seine Journalisten stimmen, wie etwa Christian Lüscher in seinem Blog im Tages-Anzeiger, ein in diesen Lobgesang wider die empirische Evidenz. The same procedure as every year.
Dass Billig- und Gratisangebote den kostenpflichtigen, qualitätsvollen News-Angeboten stark zusetzen und sie allmählich vom Markt verdrängen, ist allerdings nicht nur in der Schweiz, sondern in grossen Teilen der Welt eine unbestreitbare Tatsache. Ebenso unbestreitbar ist, dass die Medienkon- zentration in unserem Land ein gefährliches Ausmass angenommen hat und neben den Platzhirschen Tamedia und Ringier inzwischen auch Medienunternehmer in den Markt drängen, die klare politische Ziele verfolgen.
Kurt Imhof und sein Forscherteam erzählen keine Märchen. Das belegt nicht zuletzt der internationale Forschungsstand. Vom Pew Center erreichen uns Jahr für Jahr aus den USA ähnliche Analysen zum Niedergang des Journalismus. In Italien beobachtet Gianpietro Mazzoleni seit langem, wie «Pop Politics» und «Pop Medien» einander in die Hände spielen: Die mehrheitlich populistischen Medien, und zwar nicht nur die Berlusconis, verhelfen den populistischen Politikern wie Berlusconi und Renzi zu Popularität – und sogar solchen wie Grillo, die sie zunächst totgeschwiegen haben. Für Deutschland hat Wolfgang Donsbach soeben in einer fulminanten Zusammenschau jüngster wissenschaftlicher Studien für die Stiftervereinigung der Presse gezeigt, wie sich zum einen die medialen Angebote journalistisch «deprofessionalisieren», also immer mehr PR, versteckte Werbung, aber auch nicht-kommerzielle Blödelei die seriösen Informationsangebote verdrängen. Kombiniert mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten einer nachwachsenden «digital sozialisierten Generation», die sich nur noch zufällig statt regelmässig professioneller Nachrichtenquellen bediene, um sich über das Tagesgeschehen und den gesellschaftlichen Prozess zu informieren, gehe das «Weltwissen» in der Bevölkerung nachweisbar immer mehr zurück. Doch nicht nur politische Ignoranz und politisches Desinteresse breiteten sich aus und würden zu einer Gefahr für die Demokratie. Den Bürgern komme auch die Fähigkeit zur Distinktion abhanden: Sie können nicht mehr zwischen professionell-journalistischen und nichtprofessionellen Medienangeboten unterscheiden und wissen diesen Unterschied folglich auch nicht mehr zu schätzen. In einer von Donsbach verantworteten Repräsentativbefragung rechneten vier von zehn Deutschen Pressesprecher, Leser-Reporter und Redakteure von Kundenzeitschriften zu den Journalisten.
Und wie kommt der öffentliche Rundfunk ins Spiel? Ist er ein «Auslaufmodell», wie die SRG soeben keck im SRF-Medienclub selbst suggerierte? Oder könnten mehr öffentlich finanzierte journalistische Angebote womöglich doch den Niedergang aufhalten? Zumindest die Inszenierung dieser langweiligen und verwirrenden Talkrunde, bei der einzig und allein der SRG-Generaldirektor Roger de Weck mit konzisen, fernsehgerecht vorgetragenen Argumenten brillierte, versprach diesbezüglich keine Wende. Gefordert sind letztlich wohl die Schulen – und die Qualitätsmedien selbst. Distinktionsfähigkeit wird durch Bildung und Erziehung generiert, und ohne sie wird es beim Publikum eben kaum noch Nachfrage nach hochwertigem Journalismus geben. Auch nicht, wenn dieser vermehrt aus Steuern oder Gebühren zwangsfinanziert werden sollte.
Stephan Russ-Mohl leitet das Europäische Journalismus-Observatorium an der Universität Lugano.
SW: Der neue Kommunikationsleiter-Jahrgang
Einmal mehr hatten die Frauen bei der Höheren Fachprüfung Kommunikationsleiter/in die Nase vorn. Bei einer Erfolgsquote von insgesamt über 85 Prozent stellten sie nicht nur die Mehrheit der Prüfungsteilnehmenden, sondern auch gleich die drei Jahrgangsbesten.
Redaktion
-
6. November 2014
An der diesjährigen Höheren Fachprüfung Kommunikationsleiter/-leiterin in den Räumlichkeiten von Digicomp in Zürich hatten die Kandidatinnen und Kandidaten wiederum die Gelegenheit, die schriftliche Prüfung entweder am PC oder handschriftlich abzulegen. Nachdem 2013 immerhin noch 9 von 21 Prüfungsteilnehmenden dieses zeitgemässe Angebot nutzten, waren es in diesem Jahr gerade noch 2 von 14. Das ist umso erstaunlicher, als der Ruf nach einem praxisnahen Prüfungsdesign immer wieder vorgebracht wird.
Von den insgesamt 14 Kandidatinnen und Kandidaten bestanden 12 die Prüfung. Die Frauen waren mit 9 Prüfungsteilnehmerinnen deutlich in der Mehrheit. Zudem erzielten sie klar die besten Abschlüsse und stellten gleich die drei Jahrgangsbesten mit einem Durchschnitt von jeweils 4,9. Bei diesem «rauen Gegenwind» müssen sich die Kommunikationsmänner wohl langsam «warm anziehen», so der Dachverband Schweizer Werbung SW zum Ergebnis.
Der Motz von Butz: Der Trachten-Look als Image-Killer
Worum es mir geht: Altmodische Produkte werden meiner Meinung nach nicht den Markt erobern. Denn Berlitz gleich bünzlig ist keine gute Botschaft.
Redaktion
-
6. November 2014
Der erste Eindruck ist der bleibende. Speziell in der Werbung, wo eine Botschaft in Sekunden begriffen oder eben nicht begriffen werden muss, ist es fatal, wenn sie den falschen Eindruck hinterlässt.
Ein Beispiel: Wenn ein Senn sich durch eine Hawaii- Muschel mit den Eingeborenen unterhalten kann, weil der die Berlitz-Sprachschule besucht hat, ist das prima vista eine lustige Umsetzungsidee. Beim oberflächlichen Betrachten dieses Tramplakats wirkt das Ganze aber eher ländlich, also Berlitz gleich bünzlig.
Das Geheimrezept vom Tilsiter oder doch Appenzeller hat im Ranking meiner Käsesorten eher einen hinteren Platz erreicht. Die Kampagne mit diesen sturen Trachtenbuben ist wenigstens konsequent durchgezogen. Aber am Schluss bleibt dieses Landei- Image hängen. Ramseier Apfelsaft verursacht bei mir dasselbe Problem. Die zwei Alp-Öhis, die für Schweiz Tourismus werben, sind sehr beliebt und berühmt, aber insgeheim geben sie der Schweiz auch ein Kuhfladen-Image. Ich weiss gar nicht, warum man die Spots im SRF ausstrahlt. Die sollten doch in China oder Japan laufen. Vielleicht tun sie das ja auch. Aber da käme bei mir dieser Kuhfladen-Eindruck nicht auf.
Meine Theorie: Wenn ein altes Unternehmen zu häufig mit seinem Alter oder mit seiner Tradition herum artikuliert, dann sind schon 50-jährige Unternehmen alt. Und alt gilt in der Werbung nicht als modern, nicht mal schick kann alt sein. Nehmen wir mal das Familienunternehmen Hermès Paris unter die Lupe. Hermès (gegründet 1837) zählt heute zu den top modernen Labels im Fashion Business. Sie müssen unbedingt auf www.hermes.com mal rumzappen. Das ist frisch, frech und jung, keinesfalls verstaubt. Zurück zu meiner Theorie: So wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück. Die Leichtigkeit, eine originelle Idee zu entwickeln, kennen wir. Aber die Schwierigkeit herauszufinden, ob sie auch die gewünschte Tonality trifft, ist Kunst. Darum ist der Senn mit der Hawaii-Muschel eine originelle Idee, trifft aber die völlig falsche Tonalität. Nespresso ist eine gute Produktidee, wäre aber ohne die mutige und obergestylte Distributionsidee und die geniale unwichtige Werbefigur George, der exakt die richtige Tonality trifft, nicht so erfolgreich.
Was lernen wir daraus? Der Grat zwischen Abstürzen oder Falschverstandenwerden und dem Ziel, möglichst den Gipfel zu erreichen, ist sehr schmal. 90 Prozent der Werbung, der ich begegne, wird diesen Gipfel nie erreichen. Mehrere Leser meiner Kolumne wünschen, dass ich viel härter gegen Werbedilettantismus motzen soll. Motz. Motz. Motz.
Der Aufsteller der Woche hat bis Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden.
Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit mehr als drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
Best of Swiss Web: Call for entries
Zum fünfzehnten Mal werden am 26. März 2015 die besten Webprojekte und –Kampagnen der Schweiz prämiert. Dieses Jahr rücken E-Commerce-Projekte besonders in den Fokus. Ab sofort läuft die Einreichefrist. Die Projekte können bis zum 19. Januar 2015 eingereicht werden.
Redaktion
-
5. November 2014
Alle Siegerprojekte werden an der grossen Award-Nacht vom 26. März 2015 im Zürcher Kongresshaus vor über 700 Gästen prämiert. Es winken Auszeichnungen in elf Teilnahmekategorien.
Die Kategorien
Die 100-köpfige Fachjury von «Best of Swiss Web» vergibt Awards in elf «klassischen» sowie weiteren Sonderkategorien. Die Kategorien für den Wettbewerb 2015 sind:
1. Business 2. Public Affairs 3. Technology 4. Creation 5. Usability 6. Marketing 7. Digital Performance Campaigns 8. Digital Branding Campaigns 9. Innovation 10. Mobile 11. Video
Jahresthema E-Commerce
Die Award-Night 2015 steht im Zeichen von E- und M-Commerce. (Electronic Commerce, Mobile Commerce). Experten werfen anhand der in allen Kategorien eingereichten Projekte einen Blick auf den aktuellen E-Commerce in der Schweiz.
E-Commerce, das Austauschen von Werten und Gegenwerten im Web, beschreibt als Begriff mehr als einfach «Handel im Internet». Waren, Inhalte, Informationen und Daten sind im Web gleichzeitig sowohl Gehandeltes aber als auch Analyseinstrument, womit dem man das Verhalten der Kundschaft zu verstehen und zu bedienen versucht. E-Commerce beschreibt also alle Ziele, Handlungen und digitalen Instrumente, die ein Unternehmergeist braucht, um effektiv und effizient am Markt vertreten zu sein. Und M-Commerce wäre dann alsoist nicht einfach E-Commerce auf dem Smartphone, sondern die Erschliessung von hoch interessantem Kundenverhalten im Alltag: Menschen zwischen Orten, zwischen Handlungen. So gesehen, betrifft das der Themenkomplex E-Commerce und M-Commerce also nahezu sämtliche Bereiche des Internets – und ist somit auch für nahezu alle Kategorien von «Best of Swiss Web» relevant.
Neue Führungskräfte für Digitalbereich der AZ Medien
Führungsteam erweitert: Marco Beccarelli (38) verantwortet ab 1.1.2015 die digitale Vermarktung bei AZ Medien, Julia Dressler (33) ist neue Leiterin Entwicklung und Webpublishing.
Redaktion
-
5. November 2014
Die AZ Medien haben ihren Unternehmensbereich Digital personell komplettiert: Ab 1. Januar 2015 zeichnet Marco Beccarelli verantwortlich für den Verkauf der digitalen Werbung, die Zusammenarbeit mit den internen Verkaufsbereichen und Vermarktungspartnern und die Entwicklung neuer Vermarktungs-modelle und –produkte. Bereits seit dem 15. Oktober ist auch die Leiterin Entwicklung und Webpublishing, Julia Dressler, an Bord bei AZ Medien. Mit ihrem Team verantwortet sie Betrieb, Weiterentwicklung, System-Architektur, Lieferantenbeziehungen und damit die technische Qualität der Portale.
Marco Beccarrelli ist seit 1999 im Werbemarkt tätig. Er war zuletzt Head of Sales Newsnet bei Tamedia. Zuvor war er unter anderem Key Account Manager Online und Crossmedia bei 20 Minuten, Gebietsverkaufsleiter National bei Punkt ch und Account Manager bei Publicitas. Er wohnt in Zürich, ist verheiratet und hat drei Kinder.
Julia Dressler hat an der HFU Furtwangen an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik das Studium zum Bachelor of Science absolviert und anschliessend an der Uni Basel den Master of Advanced Studies in Human Computer Interaction abgeschlossen. In den letzten sieben Jahren war Sie bei Unic in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Requirements Engineer in Bern.
«Wir freuen uns, mit Marco Beccarelli und Julia Dressler zwei absolute Digital-Profis mit jahrelanger Erfahrung in unserem neu geschaffenen Digitalbereich zu haben. Mit den beiden neuen Kollegen können wir den Ausbau unserer digitalen Angebote jetzt noch weiter forcieren», so Peter Neumann, Chief Digital Officer.