Déformation professionelle – Berufskrankheiten in Werbung und Marketing

Axel Eckstein, Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz, schreibt in der Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing. In der zweiten Folge: Visueller Fetischismus (stimulus best practice).

Beschreibung
Als visueller Fetischismus wird ein Verhalten verstanden, bei dem ein Objekt, der so genannte Fetisch (Joghurt, Auto, Pullover), in schematischer Weise werblich so dargestellt werden soll, dass es zu einer Erregung kommt. Erscheint der Reiz ohne den Fetisch unmöglich, gilt das Verhalten als behandlungsbedürftig.

Formen
Kennzeichnend ist die genau festgelegte Art, mit der ein Fetisch fotografiert oder gefilmt werden muss. Bei Lebensmittel-Fetischismus etwa fallen künstliche Himbeeren mit 360 Bildern pro Sekunde in Rahmjoghurt. Automobil-Fetischisten (Lack-Erotiker) sprechen auf Spiegelungen und Spaltmasse an. Mode-Fetischisten lassen den Faltenwurf von Kleidungsstücken so lange retuschieren, bis sie visuelle Befriedigung erfahren.

Ursachen
Die Motivlage ist bis heute ungeklärt. Nach einer Theorie Freuds symbolisiert die immer gleiche Präsentation des Fetischs ritualisierte Handlungen der eigenen Mutter, sprich Sicherheit. Skinner hingegen vermutet, dass der Fetischist einfach auf den Konformitätsdruck seiner Berufsgruppe reagiert, statt auf das Bedürfnis der Zielgruppe, Angebote unterscheiden zu können.

Verbreitung
Der visuelle Fetischismus tritt fast ausschliesslich in Dreiecksbeziehungen zwischen Kunde, Agentur und Produktionsfirma auf. Der Konsument bleibt aussen vor, da der Fetisch zum vollständigen Ersatz für den echten kommunikativen Akt mit ihm geworden ist.

Aus der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

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Fachkräfte für Digital Marketing gesucht!

Technologietrends, neue Business-Modelle, verändertes Konsumentenverhalten – all diese Faktoren müssen in heutigen (Marketing-)Strategien berücksichtigt werden. Grosse Aufmerksamkeit sollte angesichts der Zukunftsprognosen dem Digital Marketing zuteil werden, allerdings sieht die Realität häufig anders aus.

Ein Mangel an Kenntnis und zu hohe Erwartungen an sofortige (monetäre) Erfolge sind eine Erklärung. Digital Marketing muss jedoch auch als Investition in die Zukunft gesehen werden, und ein Hebel sollte bei der Ausbildung ansetzen. Deshalb bietet der Digital Marketing Branchenverband IAB Switzerland eine Grundausbildung in der Schweiz an.

Digital Marketing bleibt auf dem Vormarsch und ist aus dem heutigen Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken. Allerdings kommt dem digitalen Bereich nicht das Budget zu, das er angesichts der hohen Aufmerksamkeit seitens der Endverbraucher verdienen würde. Sicherlich ist es eine grössere Herausforderung, Aufmerksamkeit in den digitalen Medien zu erzielen (insbesondere auf kleinen Mobil-Bildschirmen) als in den so genannten klassischen Medien. Ein wesentliches Problem ist jedoch, dass die Skepsis gegenüber diesem nach wie vor eher neuen Teilbereich des Marketings hoch und der Kenntnisstand bei Entscheidungsträgern verhältnismässig gering ist. Fachkräfte werden deshalb in vielen Unternehmen händeringend gesucht.

Der Branchenverband IAB Switzerland hat sich deshalb die Grundausbildung im Digital Marketing zur Aufgabe gemacht und die IAB Academy gegründet. Dank des gebündelten Fachwissens und des Engagements einer stets wachsenden Anzahl an Partnerunternehmen kann die IAB Academy eine spezielle Grundausbildung in der Schweiz anbieten. In einem Grund- und einem Aufbaukurs können Neueinsteiger und Fortgeschrittene in einem überschaubaren Zeitraum von sechs Wochen berufsbegleitend Grundwissen in allen Teilbereichen des Digital Marketing erwerben und vertiefen. Die Referenten sind Spezialisten ihres jeweiligen Fachgebietes und vermitteln in praxisbezogenen Modulen ihr Wissen. Ziel ist es, möglichst flächendeckend ein Basiswissen im Digital Marketing verfügbar zu machen. Und davon profitiert die Zukunftsfähigkeit jeder Branche in der Schweiz.

Das Kursprogramm der IAB Academy richtet sich an Neueinsteiger, Fortgeschrittene und Führungskräfte mit einem geringen Zeitbudget. Denn auch wer gelegentlich einen Vortrag zu einem Thema aus dem Bereich des Digital Marketing hört, tut gut daran, sein Wissen stets auf den neuesten Stand zu bringen. Deshalb lautet unser Motto: Die Zukunft ist digital! Sind Sie dafür gerüstet? (iab)

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Tweetbares über Content Marketing

Die Werbewoche präsentiert ein kleines Regelwerk zum Content Marketing für Werber in Tweets. Auch führende Experten tweeten mit.

Wann haben Sie letztmals Ihrer Partnerin die passive Abseitsregel erklärt? Freuen Sie sich, es geht noch etwas anspruchsvoller: Wann haben Sie Ihrer Kundin letztmals das Content Marketing erklärt? Fussball ist ein Spiel mit Regeln. Social Media ist eine Disziplin auf Regelsuche. Die bislang aus meiner Sicht anerkannteste ist jene des Content Marketing. Sie regelt die Qualität des Inhalts. Und diese ist massgebend. Content Marketing ist also eine Regel, die neue Massstäbe setzt, damit Werbeund Marketingbotschaften auch im Zeitalter des Social- und Mobile-Webs weiterhin realistische Wirkungschancen besitzen. Es folgt eine Auslegeordnung mit auf Twitterlänge komprimierten Aussagen übers Content Marketing (CM). Es sind Anstösse mit Wegweisern in spannende Handlungsfelder der Marketing-Kommunikation.

#DefVol1. Content Marketing antizipiert Bedürfnisse haargenau und führt zu Botschaften, die geliebt und willkommen geheissen werden. #Def- Vol2. Content Marketing ist der herbeigesehnte Gegenentwurf zum unliebsamen Bombardement durch Unterbrechermarketing. #DefVol3. CM ist ein Prozess zur Kreation und Distribution von Inhalten mit Ziel, User zu verstehen, zu gewinnen und zu profitablen Handlungen zu bewegen. 2 x Aldo Gnocchi, führender Schweizer CM-Spezialist auf Anfrage: #Content Marketing wurde dann verstanden, wenn man seinen Zielgruppen im Kaufprozess hilft, gute Entscheidungen zu treffen. #Content Marketing ist keine Disziplin, sondern eine Denkweise mit Fokus auf mehrwertige Inhalte für dezidierte Zielgruppen. 2 x Michael Stelzner, Gründer Social Media Examiner auf Anfrage: #SocialMedia – Great content without social media is like burying treasure in your backyard. It might be valuable but no one sees it. #SocialMedia – Great content with social media is like providing an endless supply of water to weary desert travelers. Der gratis #GuideMichelin wies schon 1900 Autofahrern den Weg, später auch zu Restaurants. Michelin, ein Pionier des Content Marketing. #Smarter- CitiesChallenge ist ein CM-Programm. IBMTeams halfen bislang 100 Städten während jeweils 3 Wochen, Lösungen für Probleme zu finden. #MissionStatement – Zur Kreation eines solchen fürs Content Marketing rät Joe Pulizzi. «Eltern mehr Zeit mit der Familie ermöglichen.» #Subscriber – Alle User-Pfade des Content Marketing sollten nach Hause auf Owned Media führen. Masse sind Subscriber und ihre Verweildauer. #Beeinflusser – Ihre Autorität ist beim Aufbau nachhaltiger Netzwerke unverzichtbar. Sie zu gewinnen, ist Startpunkt im Content Marketing. #Budget – Open your Wallet, schreibt J. Pulizzi. Gutes Content Marketing steigert die Marketing-Effizienz. Zeit, Budgets neu zu vergeben. #ROI – Content Marketing bringt gemäss Eloqua.com 3x mehr Leads als traditionelles Marketing und kostet gemäss Demandmetric.com 62 Prozent weniger. #Journalisten von Forbes werden von General Electric fürs Content Marketing abgeworben. Talentströme, die den Wandel belegen. #DirectorOf- Content – Unter diesem Titel werden bald reihenweise Firmen Spezialisten zum Aufbau des Content Marketing anheuern. #Kulturwandel – CMO.com ist die Content-Seite von Adobe und beliebte News- Quelle für die Branche. Mit Content Marketing werden Firmen zu Publishern – mit Folgen. #Engagement – Consumer sind scharf auf Inhalte. 2010 beschäftigten sie sich mit 5, 2011 bereits mit 10 Inhalten auf dem Weg zum Kaufentscheid. Quelle: Google ZMOT-Studie. #Infotainment ist bei Millennials hoch im Kurs. 80 Prozent der 19- bis 34-Jährigen erwarten massgeschneiderte und unterhaltende Marketing-Inhalte. Quelle: Edelman- Millennial-Studie. #Markenbindung ist ein wichtiger Effekt des CM. 70 Prozent fühlen sich gemäss einer Umfrage dank CM stärker mit entsprechenden Marken verbunden. #IchMöchteDasNichtSehen kann man bei Facebook anklicken. Regeln Sie Ihr Aufmerksamkeitsspiel neu. Unpassenden Inhalten droht die Rote Karte. #Longformbeiträge bringen bessere Ergebnisse. Beim Content Marketing erwarten User Themen mit Tiefgang. 2000 Wörter durchschnittlich umfassen die Top-Beiträge im Google-Ranking. #Beitragshäufigkeit – Mashable empfiehlt fürs Content Marketing pro Woche 3 Qualitätsbeiträge mit je 700 Worten. #Snackables – Im Zweifel häufiger kurze als selten lange Beiträge publizieren. Mit hoher Frequenz bleibt man im Gespräch und erfreut die SEO. #Debatten – Schon daran gedacht, Themen von Mitarbeitern oder Kunden debattieren zu lassen? Hubspot nutzt diese Form im Rahmen seines Content Marketing. #Podcasts eignen sich bei Content Marketing, das besonders auf beschäftigte und mobile Personen ausgerichtet ist. Es ist eine rasch wachsende Form. #Gifs&Slideshares – Dieses ungleiche, aber erfolgreiche Doppel empfiehlt das SEO-Journal zum Einsatz fürs Con-tent Marketing. Ausprobieren! #Tumblr ist eine, was Interaktionen, Updates und Darstellungsformen anbelangt, sehr einfach zu bedienende Blogging-Plattform. Ausprobieren! #Embedding – Integrieren Sie Slideshare-Präsis, Storify-Reportagen und YouTube-Videos via Embedding-Code in ihre Blogs und Webseiten. #Recycling – CM Pionier Pulizzi rät zum Content Recycling. Etwa bestehende PPPräsis hochladen auf Slideshare. Längere Beiträge wirken besser. Joe Pulizzi, auf anstehende Budgetkonflikte angesprochen: #ContentPromotion – Not sure of the conflict… I think (in the future) smart companies will leverage more paid to promote their content. Wir schliessen mit Brian Solis und seiner Frage: #Mediumism – Marketers suffer from mediumism, caring more about the medium than the content that goes into it. What if we thought more about engagement?

Beat Hürlimann

Vertiefende Links und mehr Tweetbares übers Content Marketing gibts auf Huerlimanncc.com

Gezieltes Fischen im Datenmeer

Das in Zürich und Berlin domizilierte Medienbeobachtungsunternehmen Cognita AG hat die Plattform BlueReport entwickelt, mit welcher sich im Internet und auf traditionellen Medienkanälen beobachten lässt, was zu bestimmten Themen oder Stichwörtern über ein Unternehmen geschrieben oder gesagt wird.

Wir helfen unsern Kunden, genau zu sehen, wer was über sie sagt», erklärt Marco Hiestand, Key Account Manager bei Cognita AG. «Wir erfassen alle wichtigen Kanäle in den Bereichen Print und Online, in Blogs und Foren, in Social Media, Fernsehen und Radio weltweit.» Das in Zürich und Berlin domizilierte Medienbeobachtungsunternehmen hat eine Plattform entwickelt, mit welcher sich im Internet und auf traditionellen Medienkanälen beobachten lässt, was zu bestimmten Themen oder Stichwörtern über ein Unternehmen geschrieben oder gesagt wird. Angefangen hat alles im Jahr 2008 , als das ETH-Spin-off vom Schweizer Physiker Denis Nordmann und dem deutschen Journalisten Christian Beilborn gegründet wurde. Für Jahrzehnte beherrschte hierzulande das Traditionsunternehmen Argus das Feld, seit Jahrzehnten der Platzhirsch in der Schweizer Medienbeobachtung. Seine Mitarbeiter schnitten Zeitungsberichte für Firmen und Verbände aus Stössen von Zeitungen heraus, versahen sie mit dem Argus- Stempel und schickten sie per Post an die Auftraggeber. Tempi passati, übrigens auch für diese Pionierfirma, die sich dem digitalen Zeitalter ebenfalls angepasst hat. Dass sich Unternehmen, Verbände oder auch staatliche Stellen über die öffentliche Resonanz ihre Tuns informieren, hat eine lange Tradition, doch mit dem Internet eröffneten sich komplett neue Echoräume mit ungeahnten Möglichkeiten und Gefahren.

Start ohne Altlasten

Cognita hatte den Vorteil, mit innovativen Gründern und gut ausgebildeten Mitarbeitern, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, ohne Altlasten starten zu können. Marco Hiestand, 34, studierte Medien und Kommunikationswissenschaften an der Universität Zürich, war mehrere Jahre in der Forschung tätig und erstellte Medienanalysen für Grosskonzerne sowie Universitäten. Nach einem Zwischenspiel in einer PR-Agentur wechselte er 2013 zu Cognita über. Ihn faszinierte die Idee, im Datenmeer des Internets gezielt und effizient nach den gewünschten Fischen zu suchen. Wer mit gängigen Suchmaschinen fahndet, kann zu einem Stichwort zigtausend «Treffer» verzeichnen, ein oft schwer verdaulicher Wust von Informationen jeglicher Qualität. Die von Cognita entwickelte Suchmaschine BlueReport dagegen fokussiert und sortiert exakt nach den Wünschen der Kunden. Am Anfang stand ein Prototyp, den man zügig im Dialog mit den ersten Kunden weiter entwickelte. Das Unternehmen brilliert mit überzeugendem Know-how in den Bereichen News-Aggregation und intelligente Suchtechnologien. Die zielgerichteten Netzrecherchen basieren im Wesentlichen auf einer Mediendatenbank, die heute Zehntausende ausgewählte Websites und Online- Medien, Blogs, Foren und Social-Media Kanäle umfasst. Dazu kommen Inhalte aller wichtigen Printmedien, TV- und Radiostationen, welche in digitaler Form zugänglich sind, aber auch Websites von Unternehmen, Verbänden etc. «Wir modifizieren und erweitern diese Datenbank ständig», erklärt Hiestand. «Ein Kunde plant zum Beispiel eine Niederlassung in Albanien, worauf wir dortige Medien sichten und in unsere Datenbank aufnehmen.» Cognita beobachtet weltweit redaktionelle Inhalte, bis hin zum Leserbrief und stellt sie für Hunderte Kunden zusammen; darunter so unterschiedliche Klienten wie zum Beispiel Airlines oder international tätige Hilfsorganisationen.

Neue «Crawler»-Technologie

Im Zürcher Geschäftssitz an der Schifflände 6 nahe Bellevue ist ein Entwickler gerade daran, die Suchmaschine mit neuen Tools den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Die hocheffizienten, vom Unternehmen selbst entwickelten Crawler, wie man die feinmaschigen Netze im Datenmeer nennt, fischen gezielt die relevanten Informationen und registrieren die für den Auftraggeber relevanten Publikationen in Echtzeit. Hiestand: «Mit dieser neuartigen, kontinuierlich weiter entwickelten Crawler-Technologie garantiert BlueReport eine bisher unerreichte Datenqualität.» Fein justierte, elektronische Filter sortieren automatisch unerwünschte Meldungen aus, falls der Kunde beispielsweise nur Publikationen zu einer bestimmten Entwicklung, einem Produkt oder einem die Firma betreffenden, besonderen Problem will. Diese Filter lassen sich auch auf einzelne Länder oder Weltregionen einstellen. «Ein Kunde kann uns zum Beispiel den Auftrag geben, die je zehn wichtigsten Medientitel in den USA, in China und im arabischen Raum zu beobachten», erläutert Hiestand. «Sind diese Vorgaben elektronisch eingestellt, läuft alles automatisch ab, und der Kunde kann die Ergebnisse in Echtzeit in seiner personalisierten Web App abrufen.»

Massgeschneiderte Angebote

Die Cognita-Dienstleistungen basieren auf Paketlösungen zu Festpreisen, welche mit massgeschneiderten redaktionellen Zusatzdiensten ergänzt werden können. Am günstigsten ist das einfache Reporting mit einem Medienspiegel als PDF mit allen Links zu den Printartikeln. In der teureren Reputationsanalyse wird der aktuelle Stand der Reputation des Unternehmens im Echoraum der Medien eruiert, indem man Begriffe und Themen in Verbindung zum Auftraggeber bringt. Ein Imageverlust zeichnet sich im Medienspiegel sofort ab, und Gegenmassnahmen können vom Management umgehend ergriffen werden. Mit wenigen Klicks kann der Kunde detaillierte Auswertungen auch in grafischer Form abfragen. In der Marktanalyse wird dargestellt, wie Produkte und Dienstleistungen des Auftraggebers auf dem Markt positioniert sind. Generell arbeitet Blue- Report aktuell und speichert die Ergebnisse für die Zukunft; bei Marktanalysen sind jedoch auch rückwärtige Recherchen in der Vergangenheit möglich. Bei Resonanz-Analysen erfasst die Suchmaschine das Echo und die Reichweite beispielsweise von Marketingaktionen, eruiert Zielgruppen und Meinungsführer, wobei Social Media wie Twitter und Facebook speziell analysiert und differenziert ausgewertet werden. Die gesamten Ergebnisse kann der Kunde auf seinem Computer, Smartphone oder Tablet abfragen, sämtliche Daten werden von Cognita in einer verschlüsselten Cloud gespeichert und sind für die Kunden jederzeit abrufbar. Die mediale Marktbeobachtung ist zum differenzierten Instrument für wichtige Abteilungen einer Firma geworden, so zum Beispiel für Product Manager, Marketing und für die Geschäftsleitung, die mit strategisch wichtigen Informationen und Meinungen versorgt wird. Dabei werden den richtigen Personen automatisch die gewünschten Berichte zugestellt. Einen Teil der generierten Inhalte teilen die Unternehmen oft mit ihren Mitarbeitern und Kunden; diese einzelnen Beiträge werden von BlueReport automatisch auf die entsprechenden Websites oder im Intranet platziert. Man spricht bei dieser individualisierten Erfassung und Verarbeitung denn auch nicht mehr von Medienbeobachtung, sondern von Media Intelligence.

Ein kleiner Selbstversuch

Der Schreibende machte mit Hilfe seines Gesprächspartners Marco Hiestand die Probe aufs Exempel. Da er nach einer Pressereise an einer Reportage zum Thema «Tourismus in Tunesien» arbeitete, gaben wir: diese zwei Stichworte ins System ein; die einfachste, allgemeinste Form der Abfrage, für Kunden fakturiert im Rahmen der günstigsten Flatrate. Nach kurzer Zeit kamen 20 Treffer mit einem breiten Informationsspektrum aus verschiedensten Quellen, die wir so über Google nicht hätten finden können. Die herausgefilterten Quellen reichen von «Yahoo! Actualités France» über «Travel weekly» bis «Punch on the Web» (Nigeria), darunter allerdings auch ein Bericht des St. Galler Tagblatts zum Thema Negativzinsen in der Schweiz mit dem Titel «Sparer können ruhig schlafen»…. Offensichtlich vermag auch die ausgeklügeltste Fischfangtechnologie im Datenmeer derartigen Beifang nicht vollständig zu verhindern.

Stetige Weiterentwicklung

Die Kunden kaufen die BlueReport Software als Service ein, die Weiterentwicklungen werden automatisch und kostenlos geladen. Die Suchverträge sind massgeschneidert, der Kunde wählt Suchwörter, Funktionalität und individuelle Differenzierung und bezahlt einen monatlichen Festpreis auf das Gesamtpaket mit 24-Stunden-Zugriff an sieben Tagen in der Woche. Die Preise reichen je nach Komplexität und Datenvolumen von 298 Fr bis 1798 Fr pro Monat, aufwendige Speziallösungen können teurer sein. BlueReport ermöglicht es zum Beispiel, die Daten mit Hilfe von Excel auszuwerten oder Newsletters direkt vom Tool aus zu verschicken. Cognita hat mit der Plattform BlueReport Pionierarbeit geleistet. Inzwischen entwickelten auch andere Wettbewerber ähnliche Tools, aber das Unternehmen ist entschlossen, den Vorsprung durch immer differenziertere Anwendungen und Innovationen zu halten. Das von den beiden Pionieren als ETH-Spin-off gestartete Unternehmen beschäftigt heute in Zürich und Berlin 25 Personen – Techniker, Kundenberater und mitarbeitende Monitoring Consultants im Back Office in Berlin – und es wächst weiter. «Heute muss kein Mensch mehr Zeitungen durchforsten und Berichte für Kunden ausschnipseln », erklärt Marco Hiestand. «Das automatische Monitoring hat die Medienbeobachtung stark verändert. Die neuen Tools bieten viele neue Möglichkeiten, dennoch ist der Service dank Automatisierung günstiger geworden.»

Werner Catrina

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Marco Hiestand, Key Account Manager, Cognita AG.

Newsnet lanciert Blog zu Schönheit & Gesundheit

Am Sonntag, den 1. Februar 2015, lanciert Tagesanzeiger.ch/Newsnet den Blog «Von Kopf bis Fuss».    

Die langjährige Journalistin Silvia Aeschbach bloggt zu den Themen Gesundheit, Schönheit, Ernährung und Wellness. News, Selbsttests und Trends kommen dabei zur Sprache – wie auch etwa die Frage nach einer guten oder sinnvollen Diät. 

Die bekannte Lifestyle-Journalistin kann dabei aus dem Vollen schöpfen: Beruflich widmet sie sich schon seit Jahren diesen Themen. Sie schrieb unter anderem für Annabelle, Meyer’s und die Sonntagszeitung.  Nebst dem Blog «Von Kopf bis Fuss» ist Aeschbach Chefredaktorin der deutschsprachigen Ausgabe der Lifestyle-Beilage Encore.

Silvia Aeschbach freut sich auf ihre neue Aufgabe. Sie möchte mit ihren Postings unter anderem auch an der Oberfläche von Schönheit und Wellness kratzen. «Mir geht es um den Menschen an sich: seine Wünsche, Vorstellungen, Bedürfnisse und Ängste. Deshalb spielt auch der psychologische Aspekt von Schönheit eine Rolle in meinem Blog», so Aeschbach.

Im ersten Posting geht Silvia Aeschbach der Frage nach, ob Schlanksein glücklich macht. Der Blog «Von Kopf bis Fuss» erscheint jeweils sonntags und mittwochs und später auch freitags auf allen deutschsprachigen Newsnet-Seiten.     

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Silvia Aeschbach

Aufgespiesst Wie die Karnickel

Klar, den Papst nicht ernst zu nehmen, könnte als Frevel gelten. Aber bierernst muss doch nun auch nicht sein. Der oberste Katholik hatte vergangene Woche darauf hingewiesen, dass «Katholiken sich nicht wie Karnickel vermehren müssten», womit er ja Recht hat.

Doch das ging Deutschlands oberstem Kaninchenzüchter entschieden zu weit. Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, echauffierte sich Erwin Leowsky, Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Die sexuellen Ausschweifungen träfen nur auf die freilebenden Tiere zu. Die Fortpflanzung bei Zuchtkaninchen verlaufe hingegen in geordneten Bahnen. Ha! Schade, dass Loriot das nicht mehr mitbekommt. Manchmal ist das Leben wie einer seiner Sketche. Doch nun wirft der Disput natürlich auch ernste Fragen auf: Wenn sich nur freilebende Kaninchen der sexuellen Ausschweifung hingeben, wie ist es dann mit freilebenden Katholiken? Anders gefragt: Wenn Zuchtkaninchen in geordneten Bahnen … na, Sie wissen schon, wie machen es dann züchtige Katholiken? Und was genau ist eigentlich «erhöhtes Sexualverhalten »? Isst der Papst ab und zu Kaninchen? Lieber Gott, hast Du Humor! Und wir merken es nicht einmal. (afh)

Zu guter Letzt: Zwischen den Zeilen

Eine Frau ruft die Notfallnummer an und gibt vor, Pizza bestellen zu wollen: Damit sensibilisiert ein Clip während dem Super Bowl für häusliche Gewalt.

Der Mann am anderem Ende der Leitung versteht, dass die Anruferin bei sich zuhause nicht offen sprechen kann. Während dem kurzen Gespräch schwenkt die Kamera durchs die im Haus entstandene Zerstörung und das eingerahmte Bild einer Frau, welches von der Wand gerissen wurde. Der Clip – gesponsert durch die NLF und produziert von der New Yorker Agentur Grey – endet mit dem Satz «When it's hard to talk, it's up to us to listen.» Er fängt ein Bild der Gewalt ein, ohne sie zu zeigen. (sis)
 

Neue Stimmen bei Radio Bern 1

Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle TV-Spots bei den Konsumenten abschneiden.

Schon länger testet Marketagent.com für die Werbewoche einmal im Monat ausgewählte Plakate und Anzeigen. Neu wollen wir alternierend auch TVSpots von den Meinungsforschern untersuchen lassen. Die Redaktion hat fünf Filme ausgewählt, die in den letzten Wochen häufig am Bildschirm zu sehen waren. Vorgespielt wurden die Spots 502 webaktiven Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 65 Jahren. Bei den Netto-Interviews wurden Fragen gestellt und Statements generiert wie «Gefällt mir», «Hebt sich von anderen TV-Werbungen ab», «Ist glaubwürdig», «Passt zu meinem Bild von diesem Absender », «Spricht mich persönlich an».

Die Filme der Migros kommen weiterhin gut an

Beim gemeinsamen Spot von UBS und Schweiz Tourismus mit Sebi und Paul ist aufgefallen, dass die gestützte Erinnerung für die UBS 54,9 Prozent erreichen konnte, während es für Schweiz Tourismus bei 29 Prozent bleiben musste. Der Spot mit dem Skilift hat aber mit 17,2 Prozent am besten gefallen. Der Film für die Migros hat bei der gestützten Erinnerung am besten abgeschnitten mit 81,6 Prozent für Sélection. 20,2 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dieser Film sich von anderer TV-Werbung abheben kann. Ebenfalls im Bereich «unterhaltsam» ist Sélection mit 19,7 Prozent führend. Der Film passt gut zum Absender und spricht am meisten Leute «persönlich an». Swisslos ist dafür mit 17,5 Prozent am leichtesten verständlich. Interviewt wurden die Mitglieder des rund 628 000 Personen umfassenden Marketagent.com-Online-Access-Panels mittels Computer-Assisted Web-Interviews (CAWI). Die Feldzeit betrug 7 Tage. Die Online-Befragung als Methode gewährleistet Anonymität und Objektivität und steht mit dem Befragungsthema im Einklang. (pan)

IP Suisse /Wapico

//vimeo.com/110456231

//vimeo.com/110467936

//vimeo.com/110467935

Awareness 10,9 %
Uniqueness 12,9 %
Brand Fit 9,3 %
Likeability 7,0 %

Swisslos /Erdmannpeisker

https://www.youtube.com/watch?v=n4aWcIMFZxs

Awareness 12,2 %
Uniqueness 8,6 %
Brand Fit 11,3 %
Likeability 7,0 %

Migros Sélection /Advico Young & Rubicam

Awareness 15,9 %
Uniqueness 20,2 %
Brand Fit 15,4 %
Likeability 10,0 %

St. Moritz/Engadin /Scholz & Friends Zürich

Awareness 9,3 %
Uniqueness 8,6 %
Brand Fit 7,0 %
Likeability 6,8 %

Schweiz Tourismus/UBS /Leo Burnett Schweiz

Awareness 17,2 %
Uniqueness 11,6 %
Brand Fit 11,8 %
Likeability 9,5 %

Wohin die Bilder laufen werden

Das Unternehmen WebComTV in Winterthur ist spezialisiert auf das digitale Bewegtbild. Zum breiten Angebot gehört auch «VLOG», ein Szene-Videoblog rund um Lifestyle, Fashion, Musik, Festivals und mehr.

Dem Fernsehen im Netz kann man schon heute mit Sicherheit eine sehr grosse Zukunft voraussagen. Web-TV hat sich zu einer eigenen Medienformentwickelt. Videoblogs zum Beispiel sind auch ohne grosse Verlagshäuser im Rücken von einfallsreichen Autoren mit einfachen Mitteln realisierbar. In den USA und auf unserem Kontinent auch in Deutschland ist die Branche am Boomen. In der Schweiz gehört die Firma WebComTV in Winterthur zu den wichtigen Pionieren. Über das hauseigene Sport Szene fernsehen (SSf) flimmert zweimal pro Monat «VLOG» über den Sender. Diesen Videoblog könnte man auf den ersten Blick auch als eine Weiterführung von TV-Sendungen wie «Neu im Kino» in der Welt von YouTube sehen. Das Magazin wird mit einem «Best-of» der aktuell im weltweiten Netz überdurchschnittlich angeklickten YouTube-Filme eingeleitet. Dann folgen Beiträge von unabhängigen Schweizer Videoproduzenten. «Stimmt ein bisschen, ist aber nicht die Grundidee. Wir wollen mehr als ein Sammelbecken für Perlen aus dem gigantischen Angebot von You-Tube sein», meint Julian Kirchner. Der Leiter Produktion und Regie bei WebComTV sieht den von ihm lancierten Blog vor allem als eine Plattform für Schweizer YouTuber, die sich mit dem neuen Medium professionell auseinandersetzen wollen. Am Anfang stand die Idee, Videos von ambitionierten Bloggern und freien Produzenten zu einer24-minütigen Sendung zusammenzustellen. Diese wird im Rhythmus von 14 Tagen jeweils am Donnerstagabend um 19.35 und20.35 Uhr über den TV-Kanal SSf ausgestrahlt oder kann im Netz überwww.vlogspot.ch natürlich auch zeitverschoben angeschaut werden. In nur etwas mehr als einem Jahr ist aus der Idee eine eigene Community gewachsen. Inzwischen finden sich bereits 31 Sendungen im Archiv. Moderiert wird VLOG von Adrian von Sparr, der auch selber als Cutter und Spezialist für Animation beim Magazin arbeitet. Das Konzept der Beiträge ist einfach und effizient: Jeder Video-Blogger – kurz Vlogger – ist in seiner Themenauswahl frei und kann sich in seinem persönlichen Erzählstil voll ausleben. Zu sehen sind kurze Videoporträts, Interviews, Sketches oder witzigePranks, aber auch Erfahrungsberichte, Selbstversuchemit der Kamera, Bewegtbildcollagen oderMusikvideos. Mit dem VLOG hat WebComTV auch ein Formatrealisiert, das Julian Kirchner selber während seiner Ausbildungszeit zum Filmrealisator noch gefehlt hat. «Als ich angefangen habe, war es im Filmbusiness nicht einfach, einen Fuss in die Tür zu bekommen. Mir ist diese an der Filmakademie vor der Nase zugeschlagen worden. Da musste ich einen eigenen Weg finden. Aber es hat trotzdem irgendwie funktioniert.»

«Generation Praktikum»: wie weiter?

Nach einem «Schlenker» an der Uni in den Fächern Germanistik und Kunstgeschichte sowie später noch Medientechnik hat Kirchner als Angehöriger der Generation Praktikum «viel gelernt, aber nichts verdient» bei Unternehmen wie RTL, NDR oder diversen Werbefilmproduktionen. Schliesslich hat ihn ein Job für «Bauer, ledig, sucht …» über 3+ in die Schweiz gebracht. Diese Kontakte haben schliesslich zu Web-ComTV geführt, wo er heute Mitglied der Geschäftsleitung ist. Aber auch in dieser Position hat Kirchner noch nicht vergessen, dass ein Neuling im Filmbusiness zuerst einmal eine Chance braucht, um sein Können auch vor ein Publikum bringen zu können. Und genau zu diesem Zweck hat er seinen VLOG gegründet. Vor allem im Bereich Musikkann Julian Kirchner in der Schweiz viele noch brachliegende Talente feststellen. «Hier werden mit einfachsten Mitteln Musikvideos mit einem sehr hohen Anspruch realisiert.» Einige der Vlogger haben sich mit ihren Arbeiten denn auch schon für Jobs im Bereich Werbefilm empfehlen können. Auf der anderen Seite bietet die Sendung «VLOG» für Werbefilmer auch eine Möglichkeit, ihre Produktionen direkt bei einembreiten Publikum testen zu können. Genaue Zahlen werden beim SSf nicht mehr gemessen. Geschäftsführer Jean-Claude Bruhin kann aber bestätigen: «Die Kunden unserer im Tagesplan integrierten Verkaufssendungen wären schon lange abgesprungen, wenn wir zu wenig Zuschauer hätten. »

Die Boomjahre haben erst angefangen

«Die YouTube-Gemeinde wächst enorm und die Leutemerken, was das für ein Potenzial hat», meint Bruhin. Die Prosumer entdecken die Plattform, um eigene Filme hochladen zu können. Im professionellen Stil wird das neue Medium immer mehr auch von der Werbung genutzt. Im Bereich Marketing haben sich YouTube-Filme – auch in Kombination mit Social Media – zum Buzzword entwickelt. Unter den schon 2012 auf mindestens 1500 geschätzten Web-TV-Sendern in Deutschland findet sich eine rasant wachsende Anzahl von Bloggern für alle erdenklichen Themen von Fashion über Food bis Satire und Tiere. Weltweit gibt es rund 45 000 Kanäle, die in Videoblogs verpackte Werbung allein für Kosmetikprodukte streamen. Mit gut 750 000Abonnenten gehört Sami Slimani zum Beispiel zu den erfolgreichsten Beauty-Bloggern in Deutschland, deren Empfehlungen und Verrisse beim Kundensehr viel Gewicht haben. In der Schweiz ist die Szene der Vlogger noch überblickbar. Neben WebComTV finden diese ihr Publikum über ihre eigenen Blogs oder auf Videoplattformenwie zum Beispiel Vimeo.

Vielseitiges Konglomerat

WebComTV gibt es seit 2009. Das Unternehmen ist eine von drei Firmen unter dem Dach der von Tom Mörker gegründeten «Die Marketing-Manufaktur AG» – DMMAG in Winterthur. Unter verschiedenen Kunden hat WebComTV auch Content für das Schweizer Sportfernsehen (SSF) betreut. Als dieser Sender «ein paar schmerzhafte Erfahrungen» machen musste, ist er 2013 mit seinem Dienstleisterfusioniert worden. SSf-Programmleiter Jean-Claude Bruhin war ursprünglichfür die Vermarktung aller Aktivitäten der drei Unternehmen eins1, Fair Meetings undWebComTV unter dem Dach der DMMAG angestellt worden. Seit der Übernahme von SSF ist er nun seit zwei Jahren verantwortlich als Geschäftsführer von WebComTV. Das Kompetenzzentrum für digitale Medien beschäftigt fünfzehn Leute, drei davon in der Video und Filmproduktion, vier im Bereich Web und IT, drei arbeiten nach wie vor hauptsächlich für den Sender SSf. Der Rest ist im Backoffice beschäftigt. Jean-Claude Bruhin sieht eine Qualität bei der Zusammensetzungseiner Crew, dass alle Spezialisten im Firmenkonglomerat der Marketing-Agentur «teamübergreifend für alle Aufgaben und Kundeneinsetzbar sind». Unter dem Portfolio von WebComTV findet sich neben dem Videoblog VLOG auch die Satiresendung «Bild mit Ton» von Lara Stoll. Die Schauspielerin und Autorin wurde vor zwei Jahren von der Marketing-Manufaktur angefragt, ob sie «Lust für eine solche Sendung» hätte. Seither hat Lara Stoll «carteblanche» und soeben unter viel positivem Medienecho die zweite Staffel ihrer schrägen Satiresendung präsentiert. Diese ist auf SSf zu sehen sowie auch im Internet. Eine «wachsende Nachfrage und viel kreatives Potenzial» sieht Jean-Claude Bruhin bei der Gattung «Webazine». Die Namensgebung ist eine eigene Schöpfung von WebComTV. Umschreiben kann man das Format im Bereich Corporate Publishing als «digitale Kundenzeitschrift mit Bewegtbild». Aktuelle Beispiele sind ein Webazine für das ZAG (Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen Kanton Zürich) oder Nano Frazor für Swiss Litho AG.

Zum Thema SSf im Portfolio von WebComTV meint Jean-Claude Bruhin: «Wir betreiben einen Privatsender, der kostendeckend läuft. Worauf wir natürlich stolz sind. Aber das Projekt ruft nach einem Ausbau. Deshalb sind wir auf der Suche nach Partnern. Wir haben aber keine Not.» Als ein kommendes Highlight kann Bruhin die Übertragung des «Superbowl» am 2. Februar ankündigen. Die Rechte für den amerikanischen TV-Hit hat SSf von der SRG gekauft. «Von den Werbeeinnahmen mit den legendären Spots rund um das Finalspiel bekommen wir allerdings nichts», scherzt der Geschäftsführer von WebComTV.

Andreas Panzeri

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Drei unter einem Dach
Unter dem Dach Marketing-Manufaktur sind die drei Unternehmen eins1, Fair Meetings und WebComTV organisiert. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte vor zwölf Jahren mit der Marketing- Agentur eins1, gegründet von Tom Mörker. Die «etwas andere» Werbeagentur arbeitet nach dem Anspruch, «Marketing 360° abdecken zu können». Aus diesem Start-up heraus ist später die Event- und Messeveranstalterin Fair Meetings entstanden. Die Firma entwickelt Ideen und Projekte im Event- und Messebereich. Zum Beispiel das Projekt «tun» in Basel, Bern, Zürich und St. Gallen. In dieser «Messe in der Messe» können Kinder und Jugendliche spielerisch an Berufsbilder herangeführt werden. Ein prestigeträchtiger Event aus dem Portfolio von Fair Meetings ist auch das multikulturelle Fest «Afro-Pfingsten», das jährlich über 70000 Besucher nach Winterthur lockt. Das 1990 gegründete World-Music-Festival wird 2015 bereits zum dritten Mal von Fair Meetings organisiert. Neu wird unter Ausnützung der gleichen Infrastruktur eine Woche später das Festival «Legends on Stage» angehängt. Dieses bringt im Mai 2015 mit «Musik für ein grosses Publikum» Stars wie Barclay James Harvest, Boney M. oder The Supremes nach Winterthur. Die dritte Initiative unter dem Dach der Marketing-Manufaktur ist seit 2011 WebComTV. Diese Produktionsfirma im Onlinebereich kreiert Webseiten, konzipiert und produziert Auftragsfilme für verschiedenste Kunden aus dem Bereich Industrie, gestaltet Branded Entertainment-Content und produziert Inhalte für das Format «Webazine»: barrierefreie, digitale (Kunden-)Magazine. WebComTV hat ursprünglich Content für das Schweizer Sportfernsehen produziert. Nach der Übernahme 2012 wurde der Sender mit WebComTV fusioniert und jetzt als SSf «Sport Szene fernsehen» weitergeführt. Geschäftsführer von WebComTV ist Jean-Claude Bruhin.

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Im Archiv des Senders finden sich bereits31 «VLOG»-Magazine. Diese können angerufen werden über www.vlogspot.ch. Die Themen der Sendungen reichen von Musikvideos über Künstlerporträts bis Fashion, Lifestyle und Events. Realisiert werden die Filme von einem festen Stamm von YouTubern. Diese arbeiten völlig unabhängig. Die Redaktion zeigt sich offen für weitere Talente. Die Angebote übersteigen allerdings bereits die Sendezeiten des Magazins, was natürlich die Qualität bei der Auswahl nach oben entwickelt.

Kosten steigen schneller als Umsatz

Auf den ersten Blick ist es ein Traumergebnis. Das Online-Netzwerk Facebook legte 2014 bei Umsatz, Gewinn und Nutzerzahlen deutlich zu. Zuletzt stiegen allerdings auch die Kosten stark an. Und erstmals seit dem Börsengang stagnierte die Zahl der Vielnutzer.

Der Jahresgewinn von 2,94 Milliarden Dollar basiert auf einem Umsatzplus von 58 Prozent. Und auch die Zahlen fürs Schlussquartal lassen sich sehen: Plus 49 Prozent beim Umsatz, plus 13 Prozent bei den Nutzerzahlen und ein Mehr an Werbeeinnahmen von 53 Prozent.

Dennoch gab die Aktie nach Vorlage der Bilanz knapp drei Prozent nach. Seit Ende Oktober beträgt das Minus sogar fast acht Prozent. Die Erwartungen seien riesig und die Ausgaben seien zuletzt stärker gestiegen als gedacht, heisst es aus Analystenkreisen.

Hohe Kosten

In der Tat legen die Kosten mittlerweile stärker zu als der Umsatz. Sie erhöhten sich im abgelaufenen Quartal um 87 Prozent. Allein die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten mehr als eine Milliarde Dollar.

Durch Einstellungen und Übernahmen beschäftigte Facebook Ende 2014 rund 9200 Mitarbeiter, 45 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg der Umsatz im vierten Quartal nur um 49 Prozent. Das ist das schwächste Plus seit Anfang 2013.

An der Börse wird aber befürchtet, dass das Kostenwachstum schon bald zulasten des Gewinns gehen könnte. Auch bei Amazon sind Investoren seit längerem skeptisch, ob der Online-Händler nicht zu schnell zu viel Geld in neue Geschäftsfelder steckt.

Facebook muss Wege finden, übernommene Firmen wie den 3D-Brillen-Spezialisten Oculus VR oder Whatsapp profitabel zu machen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg verglich die teuer eingekaufte Chat-Anwendung mit Facebook im Jahr 2007, als das Online-Netzwerk noch weitgehend werbefrei war.

Dessen ungeachtet will Zuckerberg weiter investieren, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Die Investitionen dürften sich dieses Jahr auf 2,7 bis 3,2 Milliarden Dollar summieren, teilte das weltgrösste Facebook am Mittwochabend mit. 2014 waren es nur 1,83 Milliarden Dollar.

Stagnation bei Vielnutzern

Als weiteres Haar in der Suppe sehen Analysten die Zahl der Vielnutzer. Diese täglich aktiven User sind wegen ihres starken Engagements für Facebook besonders wertvoll. Doch ihre Zahl blieb über das gesamte Schlussquartal gesehen konstant. Es ist das erste Mal seit dem Börsengang vor zwei Jahren, dass hier kein Anstieg verbucht wurde.

Das Potential für Werbeeinnahmen, insbesondere aus dem Mobilbereich, bleibt allerdings hoch. Bereits im letzten Quartal steuerten die Anzeigen auf mobilen Geräten wie Smartphones 69 Prozent zu den gesamten Werbeeinnahmen bei. Analysten rechnen damit, dass Erlöse aus Video-Werbung Facebook den nächsten Geschäftsschub geben könnten. Sie sind seit vergangenem Jahr von Kunden buchbar. Finanzchef Dave Wehner sagte, es gebe grosses Interesse von Vermarktern Facebook will in grossem Stil in Forschung und Entwicklung investieren, um seine Marktstellung zu behaupten. Der Konzern muss Lösungen finden, um Töchter wie den 3D-Brillenspezialisten Oculus VR oder Whatsapp profitabel zu machen. (SDA)

Im Gesamtjahr 2014 verdiente Facebook 2,94 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent auf 12,47 Milliarden Dollar. 

Die hohe Kunst der tödlichen Umarmung

Das WEF dient auch der Medienelite längst als hypereffiziente Service-Plattform. Mit viel Prominenz, wenig Substanz und keinerlei Kritik mehr an Legitimität und Zweck dieses Jahrmarkts der Eitelkeiten. Deshalb berichtete fürs SRF auch nicht der bissige Brotz, sondern der lockere Lipp aus Davos.

Dissertationen sind dröge, weil fast immer ohne Praxisbezug oder gesellschaftspolitische Brisanz. Eine Ausnahme zu dieser Regel ist die Doktorarbeit «Wipe out WEF – oder doch nicht?», welche ein gewisser Franz Egle 2009 beim Zürcher Publizistikprofessor Kurt Imhof (ausgerechnet!) geschrieben hat. Darin schildert der Ex-Kommunikationschef des Schweizer Aussenministeriums und langjährige Top-Berater von WEF-Gründer Klaus Schwab mit wissenschaftlicher Präzision, wie er seinen Mandanten und dessen Davoser Weltverbesserungsverein auf dem Höhepunkt der globalisierungskritischen Proteste aus der Schusslinie genommen hat: «durch Öffnung des Davoser Jahrestreffens für Medienschaffende». Bis zum New Yorker WEFGastspiel 2002 hatten nämlich nur ein paar handverlesene Chefredaktoren der angelsächsischen Weltwirtschaftspresse Zutritt. Dass heute Krethi und Plethi aus dem Davoser Kongresszentrum berichten können, haben sie also dem kommunikationsstrategischen Geschick des flinken Franz zu verdanken.

Wer sich zu dieser globalen Sechsstern-Elite gesellen darf, stellt naturgemäss weniger grundsätzliche und unbequeme Fragen als das mediale Fussvolk, welches nicht «den wirtschaftspolitisch-publizistischen Gedanken-austausch pflegt» (Zeit-Herausgeber Josef Joffe), sondern drei brettharte Tage lang Spezialsendungen und Sonderseiten abfüllen muss. Doch auch bei den Podiumspendlern hat sich längst jener von Egle clever antizipierte Einlull-Effekt breit gemacht, der den eigentlichen «Spirit of Davos» ausmacht. Denn im und ums Kongresszentrum sind Prominenz- und Kameradichte so gigantisch, dass sich die bedeutungsschwangeren Kurzbotschaften der brav abgefragten Top-Shots wechselseitig neutralisieren. Journalistische Neugier sieht anders aus. Unterhaltsame Dissidenz und originelle Perspektiven aufs banale Geschehen bieten fast nur die Berichterstatter ohne Badges, wie etwa Deirde («just call me D») vom Weltwirtschaftssender CNBC.

An ihrem ersten WEF wollte sie unbedingt die letzten Protestler porträtieren und folgte mir und meinen Public-Eye-KollegInnen mit ihrer iPhone- Kamera, um «möglichst authentische Footage» zu sammeln. Dabei lästerte sie hinge-bungsvoll über die von ihren bornierten Bossen angemahnte «Amortisierung unserer Personal- und Materialkosten » durch möglichst viel unkontrovers gestaltete Sendezeit. An diese Devise fühlt sich erinnert, wer die starke Präsenz und das schwache Programm des Schweizer Radio und Fernsehens am WEF beobachtet. Statt im ordinären Medienzentrum sitzt die 15- bis 20-köpfige SRF-Crew auf dem Dach des Kongresszentrums, dort, wo auch CNN, BBC oder CNBC ihre Zeltstudios haben. Hier oben interviewt Eco-Moderator Reto Lipp fürs Spezialformat WEF live am Fliessband Wirtschafts- und Politgrössen – so herzlich wie harmlos. 33 Stunden gepflegtes Geplauder, das zwar niemandem schadet, jemandem aber sicher nützt: Die dieser Tage von Bundesbern mit einem Son-derstatus beglückte Schwatzbude von Klaus Schwab erhält so zusätzlich noch das Relevanz-Siegel der Schweizer Staatsmedien.

Disclaimer: Das Public Eye war prominenter Bestandteil der diesjährigen SRF-Berichterstattung aus Davos. Dies ironischerweise auch dank Klaus Schwabs Bitte an seine schärfsten Kritiker, künftig doch am öffentlich zugänglichen «Open Forum» des WEF mitzuwirken. Entlarvend war allerdings der Nachsatz zum grosszügigen Angebot: «…wobei es dort natürlich nicht mehr kritische Fragen verträgt». Paradox, aber wahr: Diese Einschränkung gilt seit der Öffnung des WEF auch für den Journalismus, der darin und darüber stattfindet.

Oliver Classen ist Mediensprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern und Public-Eye-Sprecher. Zuvor arbeitete er als Medienjournalist.

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