«Die ASW ist agil und forsch»

Geschäftsführer Karl Heinrich von Grote über Branchenverbände und Philosophie

Geschäftsführer Karl Heinrich von Grote über Branchenverbände und PhilosophieNach langjähriger Tätigkeit für den Branchenverband tritt ASW-Geschäftsführer Erik Sörensen auf die kommende GV zurück. Sein Nachfolger heisst Karl Heinrich von Grote, ist promovierter Physiker und diplomierter PR-Berater. Er setzte sich gegen rund 70 (!) Mitbewerber durch und will die ASW weiter vorwärts bringen.Herr von Grote, haben Sie vor, die Politik Ihres Vorgängers, Erik Sörensen, in wesentlichen Punkten zu ändern?
Karl Heinrich von Grote: Nach vier Monaten an Bord kann ich nicht sagen, ich würde die ASW in allen wesentlichen Aspekten kennen. Meine Sicht der Dinge ist durch die Einführung von Erik Sörensen geprägt. Mit der Zeit wird sie an Eigenständigkeit gewinnen. Dabei werden sich die Schwerpunkte gegenüber den vorhergehenden Jahren sicher verschieben. Die Grundstruktur der ASW-Geschäftsführung sind aber nach wie vor das Erkennen und Befriedigen der Mitgliederbedürfnisse, die Beziehungspflege zu befreundeten Branchenverbänden und das Herausheben der eigenen Identität und der Stärken der ASW.
Was hat Sie dazu bewogen, sich um den Job des ASW-Geschäftsführers zu bewerben?
von Grote: Im Wechsel der Managementtrends in Grossfirmen wurde einmal mehr die Forschungsabteilung aufgelöst, deren PR-Mann ich war. Frühzeitige Pensionierung hiess das Verdikt. Gleichzeitig fahndete die ASW für ihre Geschäftsführung nach einer Person mit Erfahrung, Elan und realistischen Ansprüchen. Das erste Gespräch mit dem Präsidium zeigte eine herausfordernde Aufgabe, mit der ich mich identifizieren konnte und wollte: Profilierung durch persönlichen Einsatz und konsequentes Agieren. Jetzt, da ich die Aufgaben hier näher kenne, sehe ich, es stimmt: Ich habe eine fantastische Chance und anspruchsvolle Aufgabe hier. Und die Menschen der zugehörigen Umgebung sind prima. Die Chemie stimmt, und es stehen zweckdienliche Erwartungen im Raum.
Sie haben sich also mit den Stimmführern der ASW zusammengefunden – aber hoffentlich nicht, um sich als stiller Funktionär auf fremde Kosten einen bequemen Lebensabend zu gönnen…
von Grote: Nun, beim Ritt auf dem Tiger darf man nicht hinunterfallen. Dieses Vergnügen ist nichts für Bequeme. Lebensabend ist willentliche Gestaltung, neuer Aufbruch aus alten Zwängen, kreatives Sehen, wo das Leben geschieht, sich Unbequemes und Neues zumuten. Das finde ich beim Hochseesegeln und bei der ASW.
Wo sehen Sie die Rolle eines Branchenverbandes wie der ASW, also eines Verbandes von KMU, neben dem BSW, dem SDV, dem SWA, der IGMA, dem Sawi, der IGEM, der SUISA, aber auch innerhalb der SW? Können Sie alle diese Abkürzungen dechiffrieren, ohne nachzudenken?
von Grote: Nein, noch nicht alle! Das Gedächtnis braucht Ankerpunkte, also Erlebnisse, Vernetzungen, Affekte. Das Sawi kenne ich als Gastgeber der PR-Ausbildung des SPRI in Biel. Beim BSW, der SW und dem SWA kenne ich bereits die Geschäftsleiter beziehungsweise die Geschäftsleiterin und beginne, die Gemeinsamkeiten und die Differenzen zu erkennen. Zur Rolle der ASW: Sie will nicht ein klassischer Brachenverband sein, sondern eben eine Allianz. Die Differenzierung gegenüber dem BSW ist nicht mit «klein und mittel» erledigt. Das Ranking der Agenturgrössen von BSW und ASW zeigt einen breiten Überlappungsbereich. Die ASW stellt das spezifische Engagement der von ihren Inhabern selbst geführten Agenturen in den Vordergrund. Das macht die KMU-Qualität aus und die ASW-Agenturen für KMUs wiederum besonders attraktiv. Die ASW hat nicht die Beschwerlichkeit der Würde, sondern ist agil, forsch, risikobereit und sehr aufmerksam nach innen und nach aussen. Sie hat einen Part im Konzert der Verbände, aber nicht denjenigen der Pauke.
Was könnte die ASW durch ihre Tätigkeit bewegen, im Schweizer Werbebusiness oder in der Politik?
von Grote: Warum der Konditional in Ihrer Frage? Die ASW bewegt bereits eine Menge. Viele gemeinsame Arbeitspapiere des BSW, SWA und der ASW tragen die Handschrift auch der ASW. Die ASW puscht durch beispielhaftes Vorreiten etwa die Internetauftritte von Verbänden. Die ASW hat mitgezogen bei den Kampagnen gegen unnötige Werbeeinschränkungen. Die ASW ist bei Ausbildungsinstitutionen der Branche personell beteiligt, namentlich beim Sawi.
In Ihrem Curriculum ist eine Karriere in Industrie- und Hightech-Betrieben aufgeführt. Sie hatten hoffentlich nichts mit Gentechnologie oder verwandten Anwendungen zu tun?
von Grote: Ich sehe das differenziert: Jetzt ist Gentechnologie der Inbegriff des Bösen. Zuvor war es die Atomtechnik, und noch früher waren es die Erkenntnisse Galileis. Warten wir ab, was daraus wird. In jedem Fall ist der Mensch sein eigenes Projekt, in der Erziehung, der persönlichen Entwicklung, in Philosophie, Soziologie und Politik, in Wissenschaft und technischer Anwendung. Wenn es nicht mehr um den Menschen und die ihn hervorbringende Natur geht, dann ist das Böse nicht fern. Meine Karriere: Elektronen- und Laserstrahlen für Materialbearbeitung und Laser für die Ophthalmologie waren mein Thema, bevor ich mich neu ausrichtete und in die Telekommunikation wechselte.
In welchem Alter machten Sie Ihre Ausbildung zum PR-Berater? Was bewog Sie dazu, nachdem Sie schon einen Doktortitel in Physik Ihr Eigen nannten?
von Grote: Erik Herzog war gerade dabei, das SPRI zu übernehmen, als ich den PR-Berater machte. Ich war so gegen Mitte 50, zehn Jahre älter als der Nächstälteste in der Klasse und fast eine Generation älter als der Schnitt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ich war durchaus nicht der einzige mit Studium und Doktortitel in der Klasse. Jetzt ist Erik Herzog Kollege in der Bürogemeinschaft SPRI-ASW. Zu meiner Motivation: Das Leben ist Lernen, und die Halbwertszeit der Aktualität meiner Physikkenntnisse war längstens überschritten.
Geben Sie mir ein Beispiel, wie Sie ihre Losung «Kultur heisst Hege und Pflege im Gegensatz zu Macht und Gewalt» umgesetzt haben wollen.
von Grote: «Kultur ist Hege und Pflege» ist eine Tautologie. Nur hat das Wort Kultur heute eine andere Konnotation. Ich will damit auf die ursprüngliche Bedeutung durch die Abgrenzung gegenüber Macht und Gewalt hinweisen. Kultur ist nicht immer nett und empathisch. Sie soll bestimmt sein. Ein Beispiel: Einen Markt mitsamt seiner Vielfalt und Konkurrenz hegen und pflegen heisst, ihn nicht mit zig Werbemillionen oder Fusionen zu monopolisieren und zu vereinheitlichen. Oder Wirtschaftsstandorte mit deren Lebensqualität nicht durch Abbau der Kaufkraft, der Karrieremöglichkeiten, der Ausbildungs- und Kulturangebote veröden zu lassen. Interview: Beat Fritsch

Zahn oder Zimmermann oder Fankhauser

Die seit zwei Jahren bestehende Werbegemeinschaft Zahn oder Zimmermann erbt drei Kunden aus dem Nachlass der Zolliker Agentur Bosch & Butz.

Die seit zwei Jahren bestehende Werbegemeinschaft Zahn oder Zimmermann erbt drei Kunden aus dem Nachlass der Zolliker Agentur Bosch & Butz.Victor Zahn und Marcus Zimmermann lernten sich bei Hermann Strittmatter kennen, wo Zimmermann Zahns Assistent war. Nachdem sich die beiden Basler selbstständig gemacht hatten, holte Theophil Butz Victor Zahn als freien Creative Director in seine Agentur. Die im ehemaligen Gebäude des Schweizerischen Elektrotechnischen Verbandes (SEV) im Zürcher Seefeld eingemietete Arbeitsgemeinschaft blieb jedoch bestehen. Im Übrigen arbeitete der 36-jährige Marcus Zimmermann als Freelance-Art-Director für verschiedene Agenturen, darunter auch für Bosch & Butz.
Nach der Auflösung von Bosch & Butz Ende Mai kehrt Zahn Anfang Juni ganz ins Seefeld zurück. Nicht mit leeren Händen: Aus Zollikon bringt der 43-jährige CD neben drei Kunden auch einen bis drei Mitarbeitende und als dritten Partner den 35-jährigen Berater Marcel Fankhauser mit. «Wir haben uns nicht vorgedrängt», sagt Zahn, «sondern nur erwähnt, dass wir uns selbstständig machen. Darauf äusserten drei Kunden den Wunsch, weiterhin von uns betreut zu werden.»
Namen will Zahn noch keine nennen. Weitere Büros hat er aber bereits dazugemietet, und die Arbeitskollegen aus Zollikon werden angestellt von – oder wie die Agentur dann auch immer heissen wird. (ew)

Werber zeigen dem Plakat die kalte Schulter

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) zeichnet die besten Schweizer Plakate des Jahres 1999 aus und will den Wettbewerb neu überdenken

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) zeichnet die besten Schweizer Plakate des Jahres 1999 aus und will den Wettbewerb neu überdenkenDas Eidgenössische Departement des Innern (EDI) zeichnet die besten Schweizer Plakate des Jahres 1999 aus und will den Wettbewerb neu überdenken Von Luca Aloisi
Auch im Internetzeitalter hat das Plakat mit rund zehn Prozent Anteil am Markt der Werbeträger nichts an Attraktivität eingebüsst. Doch im Gegensatz dazu sinkt das Interesse am Gestalterwettbewerb des EDI merklich. Bereits denken das Bundesamt für Kultur (BAK) und Sponsor APG über eine Neugestaltung der Wettbewerbsbedingungen nach.
Während die vierköpfige Jury bei den kulturellen Plakaten, und dort insbesondere im Weltformat B4, immer wieder neue Lösungsansätze feststellt und das Interesse an der Wettbewerbsbeteiligung steigt, sinkt es bei den Gestaltern von kommerziellen Plakaten.
1999 ging der Anteil der Kommerziellen von etwa der Hälfte auf rund einen Fünftel zurück. «Das Desinteresse am Wettbewerb wird immer grösser», bedauert Othmar Casutt, Direktor der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) und Jurymitglied beim 59. Wettbewerb Schweizer Plakate des Jahres 1999. Den Grund dafür sieht Casutt bei den Beurteilungskriterien, die die Arbeiten ausschliesslich daran messen, wie sie gestaltet worden sind und welche grafischen Qualitäten sie ausweisen. Mitberücksichtigt werden auch Neuartigkeit und Originalität einer Idee sowie die Fähigkeit, eine Botschaft zu vermitteln. Andere Kriterien bleiben indessen ausgeschlossen, wie etwa der Aufmerksamkeitsgrad, den ein Plakat erreicht hat.
Zudem sind die Leitplanken für Plakatgestalter aus dem Kommerzsektor viel schmäler geworden, da sie immer häufiger Umsetzungen, die meist für elektronische Medien kreiert wurden, auf das Werbemittel Plakat herunterbrechen müssen. In solchen Fällen stellen sich die Erfordernisse anders dar, als wenn das Plakat als Hauptmedium einer Kampagne zum Zug kommt. Deshalb geniesse die EDI-Auszeichnung auch keinen so hohen Stellenwert wie eine ADC-Auszeichnung oder ein Effie-Preis, wo diesen Bedingungen eher Rechnung getragen werde, meint Casutt.
Mehr Prämierungen trotz Teinehmerschwund
Die zweite bittere Pille, die die Jury unter dem Vorsitz von Präsident Pierre Keller, Direktor der Kantonalen Kunstschule, Lausanne, schlucken musste, war der Rückgang der Arbeiten. Im Februar wurden in den Hallen der BEAexpo 711 Plakate (1999: 758) beurteilt, was aber immer noch eine bessere Ausbeute als die 646 Einreichungen aus dem Jahr 1998 darstellt. Spürbar war die Schrumpfung ausgerechnet beim Weltformat, das es nur in der Schweiz gibt. In dieser von den Plakatgestaltern sehr beliebten Kategorie wurden mit 309 fast 50 Arbeiten weniger eingereicht als 1998.
Die stagnierende Resonanz entspricht aber weder der wirtschaftlichen noch der kulturellen Bedeutung des Schweizer Plakats. Dieser Widerspruch schlug sich denn in der Anzahl prämierter Plakate nieder. Mit 27 Arbeiten wurden 1999 trotz Teilnehmerschwund drei Plakate mehr ausgezeichnet als im Vorjahr.
Dem stagnierenden Interesse wollen die Wettbewerbsverantwortlichen – der Organisator und Geldgeber APG sowie der Patronathalter Bundesamt für Kultur – mit einem Massnahmenbündel entgegenwirken. «Im Grundsatz wird man den Wettbewerb, so wie er jetzt formal und inhaltlich ist, überdenken, weil er den Anforderungen der Zeit nicht mehr entspricht», erklärt Casutt. Die 1941 geborene jährliche Veranstaltung mit anschliessender Schweiz-Tournee (Infotelefon: 031 991 37 37) soll neue Impulse erhalten.
Am ehesten knüpfen heute Plakate aus dem Kultursektor an die Visualisierungskunst der grossen Plakatkünstler wie Herbert Leupin, Celestino Piatti oder Donald Brun an. Zu den zeitgenössischen Grafikern, die mit ihren verblüffenden Umsetzungen fast jährlich in die Gruppe der besten Plakate gewählt werden, gehörten auch 1999 Niklaus Troxler sowie Ralph Schraivogel.
Hoffnungsträger hoher Plakatkultur finden sich in den Hochschulen für Gestaltung, wo die Studenten meist für Eigenausstellungen und für ausserschulische Auftraggeber Plakate entwickeln. Mit zwei Auszeichnungen brillierte heuer die Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern.
Neu durfte festgestellt werden, dass im Kulturbereich die Gestaltung ganzer Plakatserien zu einem einzigen Thema Einzug gehalten hat. So gewann Gerhard Blättlers vierteiliger Aushang für die Wiedereröffnung des Kunstmuseum Bern das Interesse der Museumsgänge und die Gunst der Jury. Auch der Aushang für das Luzerner Theater, der aus der Luzerner Agentur Velvet stammt, beruht auf dem Seriegedanken.

«Wunschwelten der Kommunikation.»

Wie stellte man sich 1850 die Zukunft vor?

Wie stellte man sich 1850 die Zukunft vor? Was erhoffte man sich um 1900 von der «telefonischen Korrespondenz»? Welche Ängste und Träume weckten die Massenmedien Radio und TV in den 50er Jahren? Wie verändert die Telematik mit ihren schnellen Rechnern und globalen Netzwerken unser Leben heute? Antworten darauf gibt vom 5. Mai bis 30. Juli die Ausstellung «Wunschwelten der Kommunikation» im Kornhaus in Bern. Zusätzliche Bereicherung erfährt die von Veranstaltungen umrahmte Ausstellung durch ein Referat, das der bekannte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx an der Vernissage am 4. Mai hält. Die Ausstellung ist eine Co-Produktion des Museums für Kommunikation Bern und des Forums für Medien und Gestaltung in Bern.Orbit/Comdex startet PR-Offensive. Die Basler Computermesse Orbit/Comdex hat drei europäische PR-Agenturen mit ihrer Öffentlichkeits- und Medienarbeit beauftragt. In Deutschland wählte die Messe Fink und Fuchs, Wiesbaden, in Frankreich Harvard, Paris, und in Italien Fleischmann Hillert in Mailand. Bei allen dreien handle es sich um IT-Spezialisten, erklärte Bernd Schuster, Kommunikationsleiter der Messe Basel, der WerbeWoche. In der Schweiz und in Österreich übernehme die Messe Basel selbst die PR-Arbeit.
Einheit im Zahlenwirrwarr. Die drei Zürcher Pendlerzeitungen ZürichExpress, Metropol und 20 Minuten haben sich auf Initiative von Metropol-Geschäftsführer Urs Zeier endlich darauf geeinigt, die Leserschaftsdaten einheitlich und gemeinsam zu erheben. Weil Metropol und 20 Minuten in der Mach 2000 noch gar nicht erhoben werden, wollen die drei Verlage nun die ersten drei Monate der Mach-2001-Erhebung vor-auswerten und im Herbst mit der Mach 2000 veröffentlichen lassen. Einen entsprechenden Auftrag haben sie der Wemf in diesen Tagen zugestellt. Bis dahin werden die drei Zeitungen aber weiterhin mit ihren eigenen Datenwährungen jonglieren.
Um die Ecke kommuniziert. Den Umbau ihres Hauptsitzes am Bleicherweg in Zürich nutzt die Elvia Versicherung, um vorbeieilenden Passanten grossflächig zu kommunizieren, dass sie bei der Erledigung von Schadenfällen prompt zu Werke gehen. Ein beinahe hundert Quadratmeter messendes Baufassadenplakat, das übers Eck an das Baugerüst gehängt wurde, nimmt thematisch auch auf die Renovation Bezug. Das Unikatplakat ist eine Kreation der Zürcher Agentur Rüegg Werbung, die die Versicherungsgesellschaft werblich seit 1998 betreut.
Boy George left bei 105 auf. Einen besonderen Coup will das Jugendradio 105 nach eigenen Angaben gelandet haben: Ab dem 29. April legt Boy George, von Teenies heiss umjubelter, androgyner Popstar der frühen Achtzigerjahre (Culture Club), jeden Samstagabend zwei Stunden lang House, Garage und Trance aus England auf. Boy George wird die Sendung «105 Clubversive» auch moderieren und aus der britischen Szene berichten.
Schüsse auf den Ballon. Schon vor dem Schliessen des Schweizer Fensters von RTL/Pro 7 ist der WerbeWoche zu Ohren gekommen, dass die auf Eis gelegte Konzession von Hasli TV wieder aktiviert werden soll. «Wir sind momentan mit dem entsprechenden Papierkrieg beschäftigt», hat René Isler, Gründungsmitglied und Geschäftsführer von Hasli TV, schon Ende März bestätigt, bat aber darum, «im Dienst der Sache» bei der Veröffentlichung dieser News zuzuwarten. Was die SonntagsZeitung an Ostern nicht daran hinderte, im «Politohr» zu melden, dass Hasli TV mit Beat Curti im Gespräch sei. Der Lebensmittelhändler und über seine Medien Z AG auch wichtigste Partner von RTL/Pro 7 Schweiz soll gemäss einem zweiten Gerücht in der Weltwoche schon bei der Schliessung des Schweizer Fensters «hinter verschlossenen Türen» ein Angebot gemacht haben, das Programmfenster von RTL/Pro7 aus eigener Tasche weiter zu finanzieren. «Das ist ein typischer Luftballon der SonntagsZeitung. Man lässt ihn steigen und wartet dann, bis jemand darauf schiesst, um eventuelle Dementis zu bekommen», kommentiert René Isler dieses neuste Gerücht von seiner «Hochzeit» mit Curti.
Michel Comte startet Kampagne fürs IKRK in Zürich. «People And Places With No Name» heisst ein über 300 Seiten starker Bildband, den der 46-jährige Schweizer Fotograf Michel Comte im Rahmen der gleichnamigen, gross angelegten Fundraising-Kampagne des IKRK herausgegeben hat. Das aufwühlende Werk, das Aufnahmen von kriegsverletzten und notleidenden Menschen enthält, wurde kürzlich in Anwesenheit Comtes anlässlich einer Vernissage in der Zürcher Galerie zur Stockeregg vorgestellt. Der Verkaufserlös – fünf Franken pro Buch – wird zur Unterstützung von Aktivitäten des IKRK in Afghanistan, Kolumbien und im Südsudan eingesetzt. Ferner brachte eine im Zürcher Nobelrestaurant Kronenhalle zum Auftakt der Kampagne durchgeführte Versteigerung von Bildern des Starfotografen der Aktion «People And Places With No Name» insgesamt eine halbe Million Franken ein.
BOL verlässt die Schweiz. Bertelsmann Online (BOL) will im Sommer nach dem Going Public des Online-Buchshops am Frankfurter Neuen Markt seinen Firmensitz von Baar ZG nach München verlegen. München biete als Zentrum der Verlage und der Musikbranche einen entscheidenden Standortvorteil, sagte Heinz B. Wermelinger, CEO von BOL und designierter Vorstandsvorsitzender der neuen Aktiengesellschaft bol.com AG. BOL Schweiz bleibt indessen in der Zuger Vorstadt.
Werbal gewinnt Web-Award. Die Berner Werbe- und Internet-Agentur Werbal gewann am Gründonnerstag den Webpage-Award in der Kategorie Kunst für den Auftritt des Paul-Klee-Zentrums. Die Webpage-Awards sind gemäss Wired eine der fünf wichtigsten Internet-Auszeichnungen der Welt. Von über 600 Einsendungen aus 21 Ländern wurden 137 Arbeiten für die Hauptpreise nominiert.
Editorial

Schlechte Zeiten für Neil Postman & Co.
Unentwegt müssen wir in einer Flut von Informationen entscheiden: Was ist wichtig? Was kann ich wieder löschen? Was muss ich behalten? Die Welt der elektronischen Daten beunruhigt uns ob ihrer Perfektion und ihrem Tempo. Tröstliche Überschaubarkeit und Geruhsamkeit bieten dagegen die Bücher. Je komplexer die Welt, desto wichtiger werden sie für uns mit ihrer klaren Gliederung – Anfang und Ende –, mit einer strukturierten Handlung, mit Protagonisten und Autoren. Am Ende der Gutenberg-Galaxis, und auch wenn der Kontext ändert: Bücher bieten zuverlässig und seit über 500 Jahren Orientierung im Informationsdschungel.
Dies hat auch American Airlines (AA) erkannt: Zur Feier des National Poetry Month verteilte sie auf internationalen Flügen Gedichtbände an ihre Passagiere. Obwohl Lyrik nicht gerade die einfachste Literaturgattung ist, finden jene Bände reissenden Absatz. Herausgegeben werden die Bücher von der Organisation American Poetry and Literacy Project in Washington, die vom 1996 verstorbenen Nobelpreisträger Joseph Brodsky gegründet wurde. AA ist nicht die erste Firma, die Poesie als Marketingstrategie einsetzt. Amtrak, VW oder Daimler Chrysler haben es ihr vorgemacht (siehe Artikel Seite 36).
Schreiben, so stellte kürzlich Die Zeit mit gewohnt nörglerischem Unterton fest, gelte wieder als jung, fröhlich und sexy. Eine Studie im Auftrag von Bertelsmann, die vom Forschungsinstitut Infas in Deutschland durchgeführt wurde, kam zum Schluss, dass Lesen wieder im Trend ist: Seit 1996 sei die Zahl der Lesebegeisterten um drei Punkte auf 25 Prozent angestiegen. Gleichzeitig hätte sich der Anteil der Büchermuffel unter Jugendlichen und Erwachsenen von 20 auf 15 Prozent reduziert.
Schlechte Zeiten für Neil Postman & Co. Trotz Datenhighway, Internet und Reality-TV: Die Welt der Medien ist keine Einbahnstrasse, sie bleibt vielgestaltig und verläuft nicht linear, auch wenn niemand sagen kann, wohin die Reise geht. Samuel Helbling

Die Wahrheit ist die Marke

Neun Agenturen teilen sich die Antiraucherkampagne mit 185-Millionen-Dollar-Budget

Neun Agenturen teilen sich die Antiraucherkampagne mit 185-Millionen-Dollar-BudgetVon Thérèse Balduzzi Vergangenen Herbst rangen amerikanische Agenturen um den Auftrag für eine landesweite Antiraucherkampagne der American Legacy Foundation, die durch den Vergleich von 46 Staatsanwälten gegen die Tabakindustrie in der Höhe von 206 Milliarden Dollar ermöglicht wurde. Das Resultat heisst «Truth» und ist die grösste nationale Antiraucherkampagne.
Für das erste Jahr verfügt die «Truth»-Kampagne über ein Budget von 185 Millionen Dollar. Sie wurde von einem Konsortium aus diversen Agenturen in Zusammenarbeit mit Teenagern gestaltet und beinhaltet TV-Spots, Printanzeigen, Radiospots und die interaktive Website www.thetruth.com.
Die grundlegende Idee besteht darin, für «Truth», zu Deutsch die Wahrheit, wie ein Markenprodukt zu werben. Ein Werbespot zeigt beispielsweise drei weibliche Teenager, die in einem Badezimmer die neueste Wundersalbe gegen Pickel ausprobieren. Was als harmlose Mädchenrunde beginnt, endet tragisch: Nachdem sie die Creme aufs Gesicht gestrichen haben, fällt eine der drei jungen Frauen tot um. Darauf eine Off-Stimme: «Nur Zigarettenrauchen bewirkt, dass eine von drei Personen daran stirbt.» Ein weiterer Spot erzählt eine ähnliche Geschichte mit Bungeejumping als Motiv.
Auf der Website äussern Jugendliche Meinungen zur Antiraucherkampagne, etwa zur Frage «Bringt Werbung Menschen zum Rauchen oder nicht?»: «Total. Werbung ist wirkungsvoll, sonst würden Tabakfirmen nicht Millionen von Dollar darin investieren», sagt der 16 Jahre junge Marin aus Utah.
Anderer Meinung ist der 17-jährige Eric aus Kalifornien: «Meist fangen Junge an zu rauchen, weil alle um sie herum rauchen.» Auf der Website werden Jugendliche dazu eingeladen, Musik- oder Videobeiträge und Texte einzureichen, die von der Wahrheit handeln.
Ebenfalls Teil der Kampagne ist eine «Truth Truck Tour», die durch das ganze Land reisen und im August an der World Tobacco Conference in Chicago enden wird.
Eine multiethnische Kampagne für den Melting Pot USA
Die Kampagne will auf die Taktiken der Zigarettenwerbung entgegnen. Deshalb wird für «Truth» wie für ein Markenprodukt geworben. Das Konzept basiert auf einer Kampagne, die die Agentur Crispin Porter & Bogusky aus Miami für das Departement für öffentliche Gesundheit in Florida vor drei Jahren kreiert hat.
Die Agentur ist eine von neun, aus denen sich das Konsortium bildet. Weitere Agenturen sind unter anderen Bromley Communications aus San Antonio für die hispanische Bevölkerung, Burell Communications Group aus Chicago für das afroamerikanische Publikum. Um sicherzustellen, dass der richtige Ton getroffen und die Werbung in den richtigen Sendungen platziert wird, wurden zahlreiche Teenager in die Entwicklung der Kampagne einbezogen.

«Vielzahl bringt nicht unbedingt Vielfalt»

Für Tele Ostschweiz stehen trotz Gebietserweiterung Kooperationen mit andern Anbietern nach wie vor auf der Traktandenliste. Dies sagt Wolfgang Frei, Leiter Neue Medien bei der NZZ.

Für Tele Ostschweiz stehen trotz Gebietserweiterung Kooperationen mit andern Anbietern nach wie vor auf der Traktandenliste. Dies sagt Wolfgang Frei, Leiter Neue Medien bei der NZZ.Bleibt für Tele Ostschweiz ein Zusammenschluss mit Tele Top ein Thema?Wolfgang Frei: Ein Zusammenschluss war nie ein Thema, höchstens Kooperationen.
Das St. Galler Tagblatt hat aber am 6. März deutlich von Programm- oder Firmenzusammenlegung gesprochen.
Frei: Firmenzusammenlegung ist falsch. Sollten wir etwa Tele Top kaufen?
Das wollte ich Sie fragen.
Frei: Kooperationsgespräche sind im Gang, aber primär für den Bereich Werbung. Dort muss es Kooperationen geben, sonst ist man zu klein.
Denken Sie an einen Werbepool?
Frei: Es gibt viele Möglichkeiten: Fensterlösungen, Pool, gemeinsame Vermarktung, gemeinsame Sendungen. Das wird jetzt bis etwa Sommer diskutiert – nicht nur zwischen Tele Ostschweiz und Tele Top, sondern auch mit andern Anbietern in der Ostschweiz.
Sie reden also auch mit Schaffhauser TV und Tele Südostschweiz?
Frei: Vor allem mit den Schaffhausern. Denn dahinter steht auch ein Medienhaus, was im Bereich TV nicht unwichtig ist.
Das Uvek hält zwei Sender im Raum St. Gallen für wirtschaftlich möglich. Sie offenbar nicht.
Frei: Das Kerngebiet von Tele Top bleibt Winterthur. Unser Kerngebiet St. Gallen bleibt für sie deshalb vermutlich eher ein Randgebiet. Deshalb hängt unser Überleben oder dasjenige von Tele Top tatsächlich nicht von deren Präsenz in St. Gallen ab. Mit St. Gallen kann Tele Top zwar sein Potenzial erhöhen, was aber noch nichts über die effektiven Zuschauerzahlen aussagt.
Gemäss Uvek soll mit der Gebietserweiterung für Tele Top die St. Galler Monopolsituation aufgebrochen werden. Kooperationen sind also nicht erwünscht.
Frei: Eine Kooperation im Werbebereich ist sicher etwas anderes als eine im Newsbereich. Zudem ist Tele Ostschweiz seriös gemacht und für andere Meinungen sehr offen. Dennoch: Wer Konkurrenz wünscht, will einen Pluralismus von Inhalten. Doch das ist – ähnlich wie bei den Zeitungen – wohl eine blauäugige Vorstellung: Vielzahl bringt nicht unbedingt Vielfalt. Mehrere Schwache, die ähnlich oder gleich sind, fördern den Pluralismus nicht gerade. Interview: Markus Knöpfli

Cannes 2000 – wir kommen

Zwei Schweizer am Young Creatives Contest in Cannes

Zwei Schweizer am Young Creatives Contest in CannesVon Carole Koch Alle Jahre wieder trifft sich in Cannes die Crème de la Crème der internationalen Werbebranche. Mit dem Young Creatives Contest bietet das Festival aber auch talentierten No-Names aus aller Welt eine kreative Plattform.
Jung, kreativ und Englisch sprechend müssen sie sein, die Nachwuchswerber, die die Schweiz am Young Creatives Contest im französischen Cannes vertreten. Doch nicht nur das: Um die Spreu vom Weizen zu trennen, haben die ADC/BSW-Kreativschule und die WerbeWoche gemeinsam einen Wettbewerb durchgeführt. Es galt, in Zweierteams, bestehend aus je einem Junior Texter und -AD, eine treffende Anzeige für die Kreativschule zu entwerfen und zu gestalten.
Kein Ferienlager, sondern harte Arbeit
«Von den 14 eingegangenen Arbeiten haben wir nun die fünf besten ausgewählt», sagt Walter Merz, Geschäftsleiter des BSW. Im Juni dürfen somit zehn Schweizer Jungtalente die Koffer für die französische Riviera packen und am Festival den Duft der grossen, weiten Werbewelt schnuppern. «Unsere Gruppe soll dort die Festivalatmosphäre kennen lernen, tolle Arbeiten sehen und Kontakte knüpfen», fügt Merz hinzu.
Nur jedes zweite Jahr werden die Teilnehmer des Programms über einen Kreativwettbewerb gesucht. Sonst darf jeweils die ganze Klasse der Kreativschule für drei Tage gratis und franko an die Côte d’Azur fliegen. Berappt wird das Ganze von den Sponsoren Cinecom & Media AG, Publimedia, SAir Group sowie von der WerbeWoche und der Kreativschule.
Kein Ferienlager, sondern harte Arbeit erwartet in Cannes das beste Schweizer Duo – nämlich AD Grischa B. Rubinick, JWT + Hostettler + Fabrikant, und Texter Marc Rinderknecht der Zürcher Agentur Netvertising. Während sich ihre Mitstreiter am Festival von den optischen Reizen der eingereichten Werbefilme, Anzeigen und Plakate berieseln lassen dürfen, werden sie am Young Creatives Contest gegen die internationale Konkurrenz antreten. Kein leichtes Spiel, denn mittlerweile nehmen rund 30 Delegationen am Wettbewerb teil. Aufs Podest hats bis anhin noch kein eidgenössisches Team geschafft – den ersten Preis hat in den letzten zwei Jahren Portugal mit nach Hause genommen.
Das Ticket nach Cannes mussten sich die zehn Nachwuchswerber hart erkämpfen, denn die Arbeiten wurden von einer sechsköpfigen ADC-Jury auf Herz und Nieren geprüft. Ihre Kriterien: «Eine treffende Idee, die dazu möglichst passend visualisiert wird», definiert Hans Tanner, Mitglied des ADC-Vorstands, die Vorgabe.
Aus den vorliegenden Arbeiten einen Gewinner zu bestimmen habe zwar einige Diskussionen gegeben, die beste Anzeige sei schlussendlich aber einstimmig klar gewesen. «Eine schöne Idee, die sehr klassisch umgesetzt wurde», kommentiert die Jurorin Barbara Strahm, AD bei Wirz Werbeberatung, das Siegersujet von Rubinick und Rinderknecht.
Ebenfalls gut gefallen hat der Jury auch die Anzeige, die mit Werbegrössen am Angelhaken auf Talentfang geht. «Hier fehlte uns jedoch die präzisierende Schlagzeile», bemängelt der selbstständig erwerbende Kreativdirektor André Benker.
Gleich gute bis gleich schlechte Ideen
Im Grossen und Ganzen lösten die Arbeiten der Jungwerber bei der Jury keine riesigen Begeisterungsstürme aus: «Die Ideen sind immer etwa gleich schlecht bis gleich gut», sagt Benker. Auch für Barbara Strahm war unter den eingereichten Arbeiten «nichts wirklich Überragendes dabei». Trotzdem: Was das Gewinnerteam und deren Teilnahme am Young Creatives Contest in Cannes betrifft, sind alle drei befragten Jurymitglieder zuversichtlich. Auf genauere Prognosen möchte sich jedoch keiner von ihnen einlassen.
Am Young Creatives programm werden dabei sein:

Grischa B. Rubinick (JWT + Hostettler + Fabrikant, Zürich)
Marc Rinderknecht (Netvertising, Zürich)
Denise Moll (Lesch + Frei, Zürich) Lukas Schmid (Lowe|GGK, Zürich)
Sebastian Hugelshofer (Bosch & Butz, Zollikon) Stefan Vetsch (Bosch & Butz, Zollikon)
Philippe Schwaar (FCB Leutenegger Krüll, Zürich) Antonio Lopez (FCB Leutenegger Krüll, Zürich)
Jürg Ernst (Lowe|GGK, Zürich) Marc Koller (Lowe|GGK, Zürich)

Ausserdem: Publisuisse hat Richard Blatter per 1. März zum neuen Leiter Marketing Services ernannt.

Publisuisse hat Richard Blatter per 1. März zum neuen Leiter Marketing Services ernannt. Der 31-Jährige ist in seiner Funktion für den gesamten Bereich der Zuschauerforschung sowie für die Erarbeitung von Studien im Bereich der Mediaforschung verantw

Publisuisse hat Richard Blatter per 1. März zum neuen Leiter Marketing Services ernannt. Der 31-Jährige ist in seiner Funktion für den gesamten Bereich der Zuschauerforschung sowie für die Erarbeitung von Studien im Bereich der Mediaforschung verantwortlich. Der frühere Marketingchef des Migros-Genossenschafts-Bundes, Hermann Hasen, ist auf den 10. April in den Verwaltungsrat der Climax Werbeagentur berufen worden.
Zwei Exilbasler verstärken die Führung von Ckdt: Jürg Siegrist wird ab dem 1. Juni als Managing Director in den Bereichen Marketing, Corporate und Logistik tätig sein. Guillermo Garcia tritt sein Amt als CD per 1. Juli an. Die zwei werden zusammen mit Ellen Heitlinger die Agentur führen.
Als fünfter Partner ist Axel Rienitz in die Com.factory eingetreten. Bisher war der gelernte Biochemiker und Journalist Leiter Kommunikation bei Novartis Crop Protection. Rienitz wird sich vor allem um Beratungsmandate und die Leitung von Entwicklungsprojekten kümmern.
Sticher Printing verstärkt seine Präsenz in Zürich: Patrick Bovay betreut ab 1. Mai als erfahrener Drucksachenberater neu die Kunden im Raum Zürich.
Publicom wächst und stellt zwei neue Mitarbeiter ein: Christian Möller ergänzt das Research- Team. Thomas Forsberg wird im Geschäftsfeld Corporate Publishing und im Research-Bereich Aufgaben übernehmen.
Die Klaus J. Stöhlker AG, Unternehmensberatung für Öffentlichkeitsarbeit, hat Jörg Naumann als Senior Consultant gewonnen.

Fax: Presse-TV macht Schwulen-Sendung

Laut einem Bericht des Blicks plant Presse-TV (PTV) am Samstagabend auf SF 2 ein 30-minütiges Schwulen- und Lesbenmagazin mit dem Titel «Felix».

Laut einem Bericht des Blicks plant Presse-TV (PTV) am Samstagabend auf SF 2 ein 30-minütiges Schwulen- und Lesbenmagazin mit dem Titel «Felix».Fax Presse-TV macht Schwulen-Sendung Moderator ist Andrin Schweizer. Am 27. Mai ist «Felix» erstmals im Programm. Stösst die Pilotsendung auf genügend Zuschauerinteresse, ist ab Herbst regelmässig eine Ausgabe pro Monat geplant. «Felix» berichtet über Themen wie Lifestyle, Outfit, Reisen, Sport und Freizeit. Ort des Geschehens ist die Zürcher Bar Cranberry. Produziert wird die Sendung von der Basilea-Film, einer Tochtergesellschaft von PTV-Mitglied Basler Zeitung.
Computerworld und PCTip ganz vorn Die Wemf hat im Auftrag der IDG Communications die Reichweite verschiedener Informatikblätter in Schweizer Unternehmen untersucht. Dabei reihen sich die beiden IDG-Titel Computerworld und PCTip bei den Informatikverantwortlichen unter den meistgenutzten gedruckten Informationsquellen ein. Über alle Betriebsgrössen belegt Computerworld den ersten Platz, PCTip den zweiten. Bei den Grossbetrieben ist ebenfalls Computerworld eindeutige Siegerin, vor C’T Computertechnik, Chip und PC Guide. Der PCTip wird in Grossbetrieben an fünfter Stelle genannt. Um im IT-Bereich auf dem Laufenden zu bleiben, hat aber ganz allgemein das Gespräch mit anderen Fachleuten nach wie vor eine besondere Bedeutung. Insgesamt ist die Informatikfachpresse lediglich die sechstwichtigste Infoquelle.

Blutspuren ohne Fingerabdrücke

Wie ansteckende Freude an der Arbeit zu einem Kultursponsoring führte

Wie ansteckende Freude an der Arbeit zu einem Kultursponsoring führteEigentlich wollte Reinhard Palm nur einige Postkarten für seinen Theaterkiosk drucken lassen. Doch am Ende hielt er ein luxuriös gestaltetes Buch in der Hand: eine opulente Dokumentation über sein Lieblingsprojekt, «Blutspuren 1 bis 5».Der Theatermann, in dieser Saison am Zürcher Schauspielhaus Übergangsdirektor, war im Besitz einer ganzen Schachtel mit Fotos der Produktion, in der Regisseur Rüdiger Burbach acht Historiendramen Shakespeares zu fünf neuen Stücken im Reader’s-Digest-Stil zusammengefasst hat. Es war ein dankbares Sujet für Fotograf Rainer Steinhart, der die Produktion mit der Kamera dokumentiert hat.
«Das gäbe doch ein schönes Buch», meinte Rolf Weiersmüller vom Zürcher Grafikatelier Weiersmüller Bosshard Grüninger WBG AG. «Da müssen wir etwas Schönes daraus machen», meinte auch seine Grafikerin Maria Jehle. Und weil sie gratis und aus purer Lust an der Arbeit das Buch gestaltet haben, wollte auch der Lithograf Jürg Trösch von der Zürcher Typolitho AG seinen Beitrag an «Blutspuren» leisten. Der ansteckende Sponsoring-Virus übertrug sich schliesslich auch auf Otto Kern von der Swiss Re. Die Rückversicherer haben das Geld für den Druck beigesteuert.
Bei so viel Lust an einem schönen Buch durfte natürlich nur das Beste gut genug sein. «Keine Fingerabdrücke, wie man sie sonst immer auf diesen schwarzen Fotodrucken hinterlässt», meinte der Lithograf. Die Seiten wurden aus diesem Grund laminiert.
Bleibenden Eindruck hinterlassen hat der Shakespeare-Verschnitt im 13-Stunden-Marathon. Auch GGK-Mitbegründer Paul Gredinger war von der Aufführung begeistert. Er meinte: «Ich sehe mir am liebsten ganz lange Sachen an. Bei einem solchen Überblick lässt sich die wahre Kunst entdecken, und man vergisst mit der Zeit sogar das Nörgeln.»
Das Buch «Blutspuren» aus dem Verlag Schauspielhaus ist erhältlich in der Foyer-Buchhandlung im Theater. Andreas Panzeri

Ein Mahnfinger für die NZZ

Bundesrat Moritz Leuenberger will mehr TV-Konkurrenz in der Ostschweiz

Bundesrat Moritz Leuenberger will mehr TV-Konkurrenz in der OstschweizVon Markus Knöpfli Schluss mit dem publizistischen Einheitsbrei in St. Gallen: Tele Top darf neu das Tagblatt-Monopol in Print, Radio und TV brechen. Tele Ostschweiz und Tele Südostschweiz dürfen sich zwar auch ausdehnen, bleiben aber kleiner als Tele Top.
Die Medienmitteilung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) von vergangener Woche zum Thema Ostschweizer TV-Szene muss in NZZ-Ohren Misstöne angeschlagen haben: Das Departement verspreche sich «mit der Zulassung von Tele Top eine verstärkte Medienvielfalt im Raum St. Gallen, der heute wirtschaftlich von einem Unternehmen dominiert wird». Die Tagblatt-Gruppe, zu der neben dem St. Galler Tagblatt auch Radio Aktuell und Tele Ostschweiz gehören, ist mehrheitlich im Besitz der NZZ.
Fakt ist: Das Uvek bewilligt Tele Top, sein Programm künftig auch in die Bezirke St. Gallen und Rorschach sowie in die Halbkantone Appenzell auszustrahlen, Tele Ostschweiz darf sein Sendegebiet im Raum Wil und im oberen Rheintal bis nach Sargans ausdehnen, Tele Südostschweiz erhält die Erlaubnis, das Programm im unteren Rheintal zu verbreiten.
Die Ausdehnung von Tele Südostschweiz bis St. Gallen hat das Uvek abgelehnt, weil «der Markt St. Gallen für drei Veranstalter zu klein ist». Gemäss Verfügung traut das Uvek Tele Top eher zu, eine Konkurrenzsituation in St. Gallen herbeizuführen.
Kämpferische Töne aus der Eulachstadt
Der Uvek-Entscheid ist auch in einem anderen Zusammenhang brisant: Am 6. März hat das St. Galler Tagblatt in einem gut halbseitigen Artikel verlauten lassen, ein Zusammenschluss von Tele Top und Tele Ostschweiz sei aus wirtschaftlichen Gründen nur «eine Frage des Zeitpunkts».
Zwar haben zwischen Tele Top und Tele Ostschweiz Gespräche stattgefunden, doch dürfte das Interesse von Tele Top abgenommen haben. Jedenfalls sind aus dem Top-Communiqué harte Töne zu hören. «Aufgrund der über 15-jährigen Erfahrung von Radio Top und Tele Top mit Monopolsituationen in anderen Agglomerationen» könne in St. Gallen «mit einer Bereicherung der publizistischen Inhalte gerechnet werden». Wer schon 15 Jahre kämpft, wird sich so schnell der Alten Tante nicht in die Arme werfen.
Jürg Bachmann, Geschäftsführer Tele Ostschweiz, geht davon aus, dass die Gespräche mit Tele Top fortgesetzt werden. Das denkt auch René Wehrlin vom Bundesamt für Kommunikation. Die Medienvielfalt werde mit einer Fusion in der Ostschweiz nicht erreicht, betont er. Aber: «Ich persönlich halte einen Zusammenschluss aus wirtschaftlichen Gründen für wahrscheinlich.»
Die neue TV-situation in der Ostschweiz

Tele Top TeleOstschweiz TeleSüdostschweiz Schaffhauser TV
Technische Reichweite 500000 220000 250000 36000
Telecontrol seit Februar 2000 seit März 2000 in Verhandlung nein
Jahresbudget 2,5 Mio. Fr. 4,5 Mio. Fr. 1,5 Mio. Fr. 1 Mio. Fr.
aktueller Werbetarif Fr. 40.–/Sek.* Fr. 30.–/Sek.** Fr. 25.–/Sek.* Fr. 17.–/Sek.
10 Ausstrahlungen 10 Ausstrahlungen 1 Ausstrahlung (Mo–Fr) 9 Ausstrahlungen
*Tarif bleibt trotz grösserem Sendegebiet **Tarif wird evtl. nach oben angepasst

Werden auch die Genfer bald zu Gratislesern?

Blick will vor Metropol und 20 Minuten beim Leser sein – Headline-Podium zum Thema Pendlerzeitungen

Blick will vor Metropol und 20 Minuten beim Leser sein – Headline-Podium zum Thema PendlerzeitungenDie neuen Zürcher Pendlerzeitungen rechnen mit einem Break-even in ein bis zwei Jahren, der Blick erwägt als Abwehrmassnahme die Frühzustellung in Zürich. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse aus einer Podiumsdiskussion in Olten.Auf dem vom Kommunikationsclub Headline organisierten Podium standen fünf Verlagsleiter: Rolf Bollmann, 20 Minuten, Urs Zeier, Metropol, Bruno Blaser, Blick, Ueli Eckstein, Aargauer Zeitung, und Joachim Tillessen von der Neuen Mittelland Zeitung.
Die wichtigsten News: Bollmann liess verlauten, dass 20 Minuten gemäss Businessplan bis Ende 2001 die Gewinnschwelle erreichen und in vier Jahren die Investitionen zurückbezahlt haben sollte. Vorsichtiger ist Zeier, er rechnet bei Metropol mit einem Break-even per Ende 2002.
Beim Blick denkt man an Gegenstrategien: Erwogen wird die Frühzustellung im Grossraum Zürich. Damit wäre der Blick beim Leser, bevor er eine Pendlerzeitung in Händen hält. Blaser sagte zudem, dass noch kein Rückgang im Einzelverkauf zu spüren war. Er erinnerte an die Situation in Ungarn, wo Ringier mit einem Boulevardblatt und Metro mit einer Pendlerzeitung präsent sind. «Wir hatten dort in den letzten 18 Monaten keine Einbussen im Einzelverkauf.»
Auch Eckstein und Tillessen gaben sich gelassen. Die beiden Pendlerblätter seien zwar gut gemacht, Auswirkungen in den Aargau oder den Espace Mittelland gebe es derzeit nicht, sagten sie.
Dass es hinter den Kulissen aber nicht immer so locker zugeht, zeigte Zeier auf: Die TA-Media habe drei ihrer Lieferanten mit dem Entzug des Auftrages gedroht, falls diese auch Metropol belieferten. Zudem winkte er mit dem Zaunpfahl: Metro Amsterdam habe nach vier Monaten das Konzept geändert und sei auf
eine nationale Strategie umgeschwenkt. In der Schweiz habe man diese Absicht aber nicht. In anderem Zusammenhang wurde allerdings bekannt, dass Metropol den Raum Genf–Lausanne für ein weiteres Projekt ins Auge fassen könnte… Markus Knöpfli
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