Chronik eines Abgangs

Ludivine Ribeiro, Ex-Chefin von Edelweiss, wurde in den langen Urlaub geschickt

Ludivine Ribeiro, Ex-Chefin von Edelweiss, wurde in den langen Urlaub geschicktVon Anita Vaucher Während ihres Urlaubs wurde die Chefredaktorin des Westschweizer Frauenmagazins Edelweiss aus dem Hause Ringier Romandie, Ludivine Ribeiro, durch ihre Stellvertreterin ersetzt. Die wahren Gründe für diesen Coup bleiben wohl für immer ein Geheimnis.
Wer im Editorial der September-Ausgabe des Westschweizer Frauenmagazins Edelweiss zwischen den Zeilen zu lesen verstand, wusste sofort, dass die angekündigten «longues vacances» von Ludivine Ribeiro mehr bedeuteten als eine begrenzte Auszeit für die Chefredaktorin.
Immerhin hatte Ringier Romandie mit der 45-jährigen Französin Marie-France Vigor, ohne grosse Vorankündigung und Begründung während der Sommerpause eine erfahrene Journalistin als stellvertretende Chefredaktorin ins Haus geholt.
Diese hatte bereits in leitender Funktion für verschiedene französische Frauenzeitschriften gearbeitet. Und bald schon brodelte die Gerüchteküche, dass die junge Chefredaktorin und die gestandene Dame aus Frankreich ihre Parfumflacons nicht auf dem gleichen Tablar hatten.
Was Ringier Romandie dann Anfang November in einem trockenen Pressecommuniqué zum Ausscheiden von Ludivine Ribeiro mitteilte, kann nur als schlechte Informationspolitik bezeichnet werden. Erst im Nachhinein habe man festgestellt, dass eine Chefredaktorin, die sich für längere Zeit im Urlaub befinde, für die Zeitschrift unvorteilhaft sei, hiess es. Darum habe man eben kurzerhand die stellvertretende Chefredaktorin zur neuen Chefin gewählt. So entledigte sich der Verlag auf elegante Weise einer Mitarbeiterin, die möglicherweise den Anforderungen einer Chefredaktorin nicht voll genügte oder einfach zunehmend unbequem wurde.
Diese Frau hatte einige
Geheimnisse zuviel
Daran ist Ludivine Ribeiro nicht ganz unschuldig. Sie hat es stets verstanden, aus sich selber ein Geheimnis zu machen. So wollte die junge Frau nie ihr Alter verraten. Sie begründete die Geheimniskrämerei in einem Interview mit Le Temps damit, ihr Alter könnte zu Missverständnissen führen. Auch über ihre berufliche Vergangenheit schwiegen Chefredaktorin und Verlag hartnäckig.
Den immer extrem kurzen Editorials von Ludivine Ribeiro fehlte Tiefgang. Ihre Beiträge über Kosmetika, verpackt in eher kindlich anmutende Beziehungsstorys sowie einige Kurzkommentare zu Modereportagen trugen kaum zur Profilierung bei.
Sehr weit hinausgelehnt hat sich Ludivine Ribeiro als Chefredaktorin einer Frauenzeitschrift, die die moderne, weltoffene und gut verdienende Leserin ansprechen will, mit ihren gewagten und eigenwilligen Äusserungen zu Themen wie Schönheitschirurgie und dem Tragen von Pelzen.
So weigerte sie sich, in ihrer Zeitschrift über Themen wie Schönheitschirurgie und Abmagerungskuren zu berichten. In einer Kurzreportage über den Besuch einer Pariser Modeschau äusserte sie sich entsetzt über all die Damen im Publikum mit den künstlich aufgeblasenen und Silikon gefüllten Lippen.
Auf etwas unbeholfene Weise wollte sie wohl den Leserinnen zu verstehen geben, dass man im Leben auch glücklich sein konnte, wenn man ein paar Pfunde und einige Falten zuviel hatte. Vielleicht betrachtete Ludivine Ribeiro das Frauenmagazin zu sehr als Spielwiese für ihre persönlichen Überzeugungen und Ansichten und vergass darob die Bedürfnisse ihrer Leserinnen.
Ihr Lebenspartner müsse sie immer wieder daran erinnern, sich nicht wie eine Göre zu benehmen, verriet Ludivine Ribeiro der Zeitschrift Illustré ganz zu Beginn ihrer Chefredaktorinnenkarriere. Damit hatte sie, ohne es zu ahnen, mehr von sich preisgegeben als ihr wohl lieb gewesen war.

«Die Massenseele reagiert langsam»

Gemäss Brand Asset Valuator Studie 2000 sind Schweizer Marken weiter im Vormarsch

Gemäss Brand Asset Valuator Studie 2000 sind Schweizer Marken weiter im VormarschVon Samuel HelblingDie Schweizer Marken gewinnen weiter an Bedeutung: Von den Top-20-Powermarken stammen 14 aus der Schweiz. Wichtiger als Qualität und Kundenorientierung werden Eigenständigkeit und Originalität, um eine Marke zu profilieren. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Markenstudie Brand Asset Valuator 2000 von Advico Young & Rubicam.
Trotz Globalisierung und New-Economy-Hype sind die Schweizer vernarrter denn je in ihre eigenen Marken: Unter den stärksten der Welt befinden sich nicht weniger als 14 einheimische Marken. Dazu gehören unter anderen Migros, Toblerone, Rivella, Ovomaltine, Greyerzer und Swatch. Zwei weitere Schweizer Traditionsmarken sind neu dazu gestossen: Si- nalco und SBB. Sie verdrängten namhafte globale Brands wie Chiquita oder Levi’s aus den Top 20.
Um das Geheimnis der erfolgreichen Marken zu ergründen, hat Advico Young & Rubicam (AY&R) im Rahmen der weltweit angelegten Markenstudie Brand Asset Valuator Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten zu über 1000 Marken befragt. Nach 1995 und 1998 wurde diese Untersuchung nun bereits zum dritten Mal durchgeführt. Am meisten erstaunt hat Peter Felser, CEO von AY&R, die Konstanz der Powermarken: «Die Massenseele reagiert weniger schnell, als viele glauben.» So zählte die Mehrheit der Marken vor drei wie schon vor fünf Jahren zu den Top 20.
Dotcomfirmen müssen sich deutlicher differenzieren
Unter den aktuellen Powermarken in der Schweiz befinden sich sowohl ältere als auch relativ junge Marken. Für Felser ist dies ein starker Hinweis darauf, dass die Aufrechterhaltung der Markenführerschaft keine Funktion des Alters ist, sondern vielmehr Vitalität und Statur widerspiegelt: «Marken können – im Gegensatz zu Produkten – praktisch ewig eine mächtige Stellung behalten, wenn sie richtig gemanagt werden.» Keinesfalls gäbe es eine Zwangsläufigkeit des Markenverfalls, wie Felser betont.
Einen erfolgreichen Entwicklungsverlauf weisen laut Studie Eschenmoser, Smirnoff, M-Budget, Media Markt, Red Bull, Schiesser und Sega auf. Während sich Bluewin, Diax, Motorola und Sunrise gefährlich «flach» entwickeln, folgen Red Bull und Sega der idealtypischen Entwicklung von erfolgreichen Marken. Eine stürmische Entwicklung erlebten Nokia, Media Markt und Smart, die in kurzer Zeit den Sprung zur Powermarke geschafft haben.
Noch einen langen Weg vor sich haben die New-Economy-Marken: Keine von ihnen schaffte den Sprung in die vordersten Ränge. Dies hängt laut Rolf Zimmermann, Chef strategische Planung bei AY&R und Mitverfasser der Studie, damit zusammen, dass sich die Werbung der meisten Dotcomfirmen stark gleicht. Er rät diesen eindringlich, sich klarer zu differenzieren und nicht wie bisher fast nur in die Bekanntheit ihrer Marke zu investieren: «Auch für die Dotcomfirmen gelten die gleichen Gesetze des Markenaufbaus wie für die übrigen Marken.»
Kundenorientierung allein reicht heute nicht mehr
Die Art und Weise, wie Konsumenten eine Marke erleben, hat sich laut Peter Felser in einem entscheidenden Punkt grundlegend geändert: «Die oft geforderten Aspekte wie Qualität, Kundenorientierung und Kundenbindung genügen heute nicht mehr, um eine Marke zu profilieren.» Sie stellten für den Schweizer Konsumenten keine Differenzierungsstrategie mehr dar. Sie würden schlichtweg vorausgesetzt, seien heute ein Must und demzufolge Standard, um überhaupt im Geschäft zu bleiben. Dagegen würde die Vitalität einer Marke sehr stark durch Eigenständigkeit, Authentizität, Originalität und Wertschätzung bewegt. Hier lägen die grossen Herausforderungen für Powerbrands.
Völlig in die Irre führe in diesem Zusammenhang laut Felser das falsch verstandene Customer Relationship Management, das heute in aller Munde sei. Der Ausdruck suggeriere, dass die Kunden nach einem bestimmten Schema zu führen seien. «Völlig falsch», findet der CEO von AY&R, «denn die Manager sollen ihr Unternehmen dirigieren und nicht versuchen, die Kunden zu führen.»
Brand Asset Valuator

Mit dem Ziel, die Markenlandschaft subtil zu erfassen, be-fragte die international tätige Young&Rubicam-Gruppe weltweit 120000 Personen in 40 Ländern zu über 16000 Marken. In der Schweiz wurde die Studie nach 1995 und 1998 heuer zum dritten Male im Auftrag von AY&R durchgeführt. Es handelt sich um eine repräsentative Untersuchung, die auf der Basis von persönlichen und schriftlichen Interviews in der Deutsch- und in der Westschweiz erhoben wurde. Das Studiendesign basiert auf den folgenden vier Dimensionen einer Marke: Differenzierung, Relevanz, Wertschätzung und Vertrautheit. Aus der Kombination von Wertschätzung und Vertrautheit lässt sich die ak- tuelle Stärke (Markenstatur) einer Marke beurteilen. Die Relevanz und Differenzierung einer Marke bilden zusammen die Markenvitalität, die Aufschluss die künftige Leistungsfähigkeit einer Marke gibt.
Was bewegt die Vitalität einer Marke?

Starken Einfluss:
Eigenständiges Image (0.91)
Einzigartige Angebotsleistungen (0.86)
Als Originale empfunden (0.79)
Echtheit/Authentizität ausstrahlen (0.78)
Anders sein (0.70)
Kaum Einfluss:
Hohe Qualität (0.48)
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (0.31)
Vertrauenswürdig (0.31)
Hilfsbereit (0.12)
Kundenorientiert (0.12)
©Advico Young & Rubicam
Die top-20-Power-Marken der Dchweiz

Barilla Ovomaltine
Coca-Cola Rivella
Caran d’Ache SBB
Emmentaler Sinalco
Greyerzer Swatch
Kellogg’s Thomy
Lego Tilsiter
Lindt Toblerone
Migros Uncle Ben’s
Nivea Zweifel
Quelle: BrandAssetTM Valuator, ©Advico Young & Rubicam

Fax: BAK rechtfertigt La Quotidiana-Nein

Das Bundesamt für Kultur (BAK) rechtfertigt das Verbot für die Lia Rumantscha, Geld für die romanische Tageszeitung La Quotidiana zur Verfügung zu stellen.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) rechtfertigt das Verbot für die Lia Rumantscha, Geld für die romanische Tageszeitung La Quotidiana zur Verfügung zu stellen.Fax BAK rechtfertigt La Quotidiana-Nein
Dies sei als direkte Presseförderung und Bevorzugung eines einzelnen Angebots zu qualifizieren. Der Bund fördere die romanische Sprache durch die Agentura da Novitads Rumantscha, die allen rätoromanischen Medien gratis zur Verfügung steht. Die Verlegerin Südostschweiz Medien hatte das BAK-Verbot dafür verantwortlich gemacht, dass die gesamte Engadiner Redaktion von La Quotidiana entlassen werden musste.
srg kauft weitere teletext-aktien Der Verein Videopress verkauft seinen Anteil von 25 Prozent an der Schweizerischen Teletext AG der SRG. Sie hält nun 97 Prozent der Aktien. Die restlichen drei Prozent gehören der Cablecom-Holding. Die an Videopress beteiligten Medienhäuser – Ringier, Tamedia, Basler Zeitung, Edipresse und Thurgauer Zeitung – investieren heute in Internet und Fernsehen und haben sich von Teletext getrennt.
AZ Medien mit neuen Online-Partnern Für das regionale Internetportal www.azonline.ch hat die AZ Medien Gruppe drei Partner für Onlineservices gewonnen: Die Aargauische Kantonalbank gestaltet zusammen mit der Gruppe einen Finanzchannel. Die Travelgruppe Knecht-Reisen/Eurobus wird an einem Travelchannel mitarbeiten, und die Firma Lagerhäuser wird Partner in den Bereichen Logistik, Brenn- und Treibstoffe. Das Portal nimmt Ende November den Testbetrieb auf.
IP Top Awards in Zürich verliehen Die IP Top Awards belohnen herausragende Auftritte im Internet in den Kategorien Finance, News, Wireless, Sports und Corporate. Der Wettbewerb wurde dieses Jahr zum dritten Mal durchgeführt, mit Ringier als Hauptsponsorin. Beiträge wurden nach den Kriterien Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Design bewertet. Die Gewinner sind unter www.iptop.com zu finden.

Designer erfinden die Welt neu

Manuela Pfrunder ergänzt die Schöpfung und gewinnt den Förderpreis 2000 des Schweizer Grafiker Verbandes

Manuela Pfrunder ergänzt die Schöpfung und gewinnt den Förderpreis 2000 des Schweizer Grafiker VerbandesVon Ernst Weber Im Bourbaki-Panorama zu Luzern fand am 17. November zum zehnten Mal die Verleihung des mit 12000 Franken dotierten Förderpreises des Schweizer Grafiker Verbandes (SGV) statt. Gleichzeitig eröffnete der SGV eine Vortragsreihe, die unter dem Titel «Design und…» eine ganzheitliche Auffassung des Designbegriffs zu entwickeln versucht.
Mit dem Förderpreis zeichnet der SGV die beste Abschlussarbeit eines Prüfungsjahrganges aus. Für den Förderpreis sind jeweils jene Abschlussarbeiten nominiert, die in ihrer Prüfungsregion die höchste Note erzielt haben. So nahmen denn am diesjährigen Jubiläumswettbewerb acht von insgesamt zehn Prüfungsregionen teil. Nicht vertreten waren die Regionen Jura und Lausanne. Das Niveau sei zu hoch, habe deren Begründung für die Abwesenheit gelautet, sagte Jacques Plancherel, bevor er den Förderpreis 2000 Manuela Pfrunder aus Eschenbach LU überreichte.
Die frisch gebackene Gestalterin erhielt die Auszeichnung für eine aufwändige Umsetzung, die sie zum Thema Uniform gestaltete. «Die Projektarbeit besticht durch Originalität, wissenschaftliches, analytisches Vorgehen, beispielhafte Gestaltungsqualität und inhaltliche Innovation», begründete eine aus Vertretern der Prüfungsregionen Basel, Bern, Biel, Genf, Luzern, St.Gallen, Tessin und Zürich und aus einem Vorstandsmitglied des SGV bestehende Jury ihren einstimmigen Entscheid.
Genesis einer uniformen Welt, in der alle gleich gestellt sind
Manuela Pfrunders Ansatz fasst den Begriff Uniform in einer weitest möglichen und für einen jungen Menschen überraschend tiefgründigen Weise: Unter dem Titel «Die Fortsetzung der Schöpfung» visualisierte die 21-jährige Preisträgerin eine durch die fortschreitende Vernetzung und Globalisierung hervorgerufene monokulturelle «Vision der Erde, die darin besteht, dass jeder Person die gleichen Voraussetzungen und Gegebenheiten bereitstehen».
In einer ihrem Entwurf entsprechenden uniformen, fairen Welt möchte Manuela Pfrunder freilich nicht leben, «weil es gerade Unfairness und Ungleichheit sind, die das Leben lebendig machen.» Weiter sagte die Gewinnerin, dass sie verwirrt gewesen sei, als sie im Zuge ihrer Arbeit erkannt habe, dass die Welt wohl so unfair eingerichtet sein müsse, wie sie ist.
Ursprünglich hatte der Förderpreis die Funktion, das Gefälle auszugleichen, das zwischen den Ausbildungsstandards in Zürich und anderen Prüfungsregionen bestand. «Dieses Ziel ist weitestgehend erreicht. Deshalb und auf Grund der neuen Ausbildungslandschaft und Ausbildungssituation müssen wir die Rolle des Förderpreises nun neu überdenken und definieren», sagte Ver-bandspräsident Peter Vetter.
Der Verleihung, die erstmals öffentlich stattfand, ging ein Vortragsnachmittag im Kino Pix 1 voraus, das sich im Untergeschoss des Bourbaki-Panoramas befindet. Mit dieser Veranstaltung eröffnete der SGV einen Zyklus, der den interdisziplinären Diskurs schüren und den Austausch zwischen Pionieren und jungen Berufsleuten eines Faches fördern soll, das heute zahlreiche Gebiete umfasst, deren Grenzen zunehmend verwischen.
«Wir sind an allen Ecken und Enden gefordert, weil unser Gewerbe derart im Aufbruch und die Ausbildung permanent im Fluss ist», erläuterte der Verbandspräsident den Sinn dieser Veranstaltungsreihe, bei der er zum Thema «Design und Innovation» referierte.
Eins ist alles, alles ist eins: nämlich Design
Eröffnet wurde der Vortragszyklus von André Vladimir Heiz. Der Semiotiker und Designtheoretiker mit Lehraufträgen an der Hochschule für Kunst in Zürich und an der Schule für Gestaltung in Biel missionierte im Namen der Designforschung.
Seine im Vortrag dargelegte Theorie geht davon aus, dass der Anfang allen Designs die Forschung ist, Design aber die Folge einer bestimmten Wahrnehmung, die sich zum Objekt ihrer Beobachtung macht. André Vladimir Heiz vergegenwärtigte, dass eine subjektive Vorstellung von Design keinen Wahrheitsbegriff vertreten, sondern nur im Plural und der Mehrheitlichkeit existieren kann.
«Es gäbe gar kein Design, wenn es nicht verschiedene Sichtweisen gäbe», sagte der Referent. Ferner deklarierte der Wissenschafter die Tätigkeit des Designens als die Lust, die Welt, wie sie ist, in etwas anderes zu verwandeln. Diese Lust sieht Heiz aus einer Un- zufriedenheit des Designers entstehen, der immer dann ins Weltganze eingreift, wenn er eine Unvollkommenheit der Gegenwart konstatiert.
«Es kommt kein Student auf die Idee, einen Tisch zu designen, wenn er mit allen vorhandenen Tischen zufrieden ist. Er muss eine Lücke, einen Fehler wahrnehmen, ein Bedürfnis oder einen Bedarf diagnostizieren können», sagte Heiz. Schade war nur, dass der Designtheoretiker für seinen interessanten Vortrag eine zu intellektuelle Terminologie wählte, der die junge Zuhörerschaft teilweise nicht zu folgen vermochte.
Den gesellschaftlichen Kontext nicht aus den Augen verlieren
Einen Kontrapunkt zu Heiz’ theoretischem Exkurs setzte Lars Müller, der zum Thema «Design und Kultur» sprach. Der Grafiker und Verleger, der vorwiegend im kulturellen Umfeld tätig ist und eine Professur für Grafik an der staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe innehat, versuchte die jungen Grafikerinnen und Grafiker zu einem «alten» Berufsverständnis hinzuführen, in dem der Kommunikator eine beratende, planerische und konzipierende statt nur eine formal gestaltende Funktion einnimmt.
«Durch die Technologielastigkeit ist Design zu einer formalen Disziplin geworden, die Gefahr läuft, an Marktwert zu verlieren», sagte Lars Müller, dem es wichtig ist, Schulabgängern einen gewissen Idealismus zwar zu erhalten, ihnen aber gleichzeitig eine sanfte Landung in der Praxis zu ermöglichen.
Müller spricht dem Graphic Designer eine Mitverantwortung an der Gestaltung der kulturellen Gegenwart so lange ab, als dieser auf Grund der Konzentration auf die Technik die Aufmerksamkeit für den gesellschaftlichen Gesamtkontext aus den Augen verliert. «Erst wenn man den Designprozess als einen schöpferischen, fortwährend verändernden Prozess begreift, ist die Gestaltung von Kultur, Politik, Architektur, Produkten und Grafik gleich- zusetzen», meinte der Design-professor.
Im Anschluss an die Preisverleihung hatte man beim Apéro schliesslich Gelegenheit, sich im Designen zwischenmenschlicher Beziehungen zu üben.

Tanz, Eichhörnchen, tanz.

Graziler und luftiger könnte eine Ballerina nicht sein, so formvollendet schwingt das Eichhörnchen seine kurzen Läufe und den buschigen Schwanz in die Höhe.

Graziler und luftiger könnte eine Ballerina nicht sein, so formvollendet schwingt das Eichhörnchen seine kurzen Läufe und den buschigen Schwanz in die Höhe. «Der Nussknacker» in Wort und Bild ist die neuste Inszenierung von McCann-Erickson, Genf, für das Zürcher Ballett. Bereits das erste Plakat zu Heinz Spoerlis Inszenierung «Approaching Clouds», unter der Regie von CD Frank Bodin, hat gezeigt, dass Kulturwerbung durchaus unterhaltsam sein kann. Mit dem neusten Sujet tanzt die Genfer Agentur ebenfalls ziemlich aus der Reihe. Aber schön.Cablecom erster Money-24-partner. Die Cablecom-Tochter Swissonline erhält das exklusive Recht, Money24, das Börsen-TV-Projekt von Roger Schawinski, auch über Internet zu verbreiten. Dies bestätigte Schawinski auf Anfrage. Gleichzeitig sagte er, dass er nach wie vor einen Bankpartner, einen Mobile/UMTS-Partner sowie einen Partner mit einem Finanzportal suche. Das Börsen- und Finanz-TV Money24 soll im Herbst 2001 starten, eine Konzession liegt noch nicht vor. Cablecom, eine Tochter des amerikanisch-britischen Kommunikationskonzerns NTL, ist mit 1,38 Millionen vernetzten Haushalten der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz.
PUBLICIS CONSULTANTS BAUT AUS. Die national und international tätige Managementberatungsfirma für Marketing und Kommunikation, Publicis Consultants Richterich & Rohr AG, stockt personell auf und ist auch in Bern präsent. Die bisher im Zweierteam geführte Firma wird seit September dieses Jahres von Christoph Richterich geleitet. Denn bereits seit zwei Monaten bietet Daniel Rohr unter dem Namen Rohr Communications Managementberatung für Public Affairs im Partnerunternehmen in Bern an. Seit 1. November verstärkt mit Jörg Röthlisberger ein weiterer Consultant das Team.
Schweizerischer Texterverband wird «Script». Der Schweizerische Texterverband will mit dem neuen Namen Script auf Veränderungen im Berufsfeld reagieren und sich für Romandie und Tessin öffnen. Auf Anfang 2001 soll eine viersprachige Website online gehen, die als Vermittlungsplattform zwischen Auftraggebern und Textern fungieren wird. Am 27. November präsentiert Script seine neuen Strukturen an einem Apéro in Zürich. Weitere Informationen unter Tel. 0878 878 326.
GRÖSSTE B-2-B-REBRANDING-KAMPAGNE. Unter dem neuen Namen Accenture startet Andersen Consulting die bisher grösste B-2-B-Rebranding-Kampagne. Andersen Consulting, die am 1.1.2001 in Accenture umbenannt wird, stellt damit ein neues Markenwort und ein neues System der visuellen Identität vor. Für die Business-to-Business-Rebranding-Kampagne sind globale Werbeausgaben in der Höhe von 175 Millionen Dollar geplant. Die Accenture-Kampagne wird Offline- und Onlinemarketingdisziplinen in 48 Ländern gleichzeitig abdecken. Zwischen Januar und März 2001 soll die Werbung in den besten Zeitungen und Businessmagazinen auf allen Kontinenten geschaltet werden. In acht Ländern werden mehr als 6000 Fernsehspots geschaltet.
Cannes-Teilnehmer «Press & Poster» auf CD-ROM. Publimedia präsentiert zum zweiten Mal die Schweizer Gewinner und Finalisten der Kategorie «Press & Poster» am internationalen Werbefestival in Cannes auf CD-ROM. Neu finden sich auch über 150 der weniger glücklichen Schweizer Einreichungen auf der Silberscheibe sowie die Arbeiten des Young Creatives Contest Switzerland. Die CD-ROM ist für 50 Franken bei Publimedia unter Tel. 01 257 81 11 oder contact@ publi media.ch zu bestellen. Für 85 Franken sind die CD-ROMs 1999 und 2000 im Doppelpack zu haben.
SWISSAIR UND CROSSAIR BREMSEN ihren IMAGESINKFLUG IN DER ROMANDIE. Die Romands sind nicht sonderlich gut auf die Schweizer Vorzeigeairlines zu sprechen. «Die Skepsis keimte wahrscheinlich vor fünf Jahren auf, als man die Langstreckenflüge ab Genf zu reduzieren begann», vermutet Andy Wild, Market Communication & Product PR Schweiz. Um die Romands umzustimmen, entwickelte die Zürcher Agentur Impiric im Rahmen eines Joint-Communication-Programmes nun unter anderem B12-Textsujets. Diese zeigen in den Logoschriften der Airlines gesetzte Konstrukte, die aus dem Wort Air und dem Namen einer Westschweizer Ortschaft oder Stadt gebildet sind, wie etwa lausannair oder genevair. In insgesamt 170 Ortschaften und Städten kam wenigstens je ein Sujet der Swissair und der Crossair zum Einsatz. Auf einem davon klebte ein Flugschein, der abgerissen und eingelöst werden konnte.
fabia, bitte melde dich. Die Eltern des ersten Mädchens, das nach dem 17. November 2000 zur Welt gekommen ist und den Namen Fabia bekommen hat, gewinnen – praktisch für den Windeltransport – einen Skoda Fabia Combi. Dieser Wettbewerb begleitet die Markteinführung des neuen Lifestyle-Kombis. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern bis spätestens 10. Januar 2001 einen beglaubigten Auszug aus dem Geburtsregister vorweisen können.
125 neue Plakatstellen für Plakanda. Die Plakanda AG übernimmt von der Familie Klaus in Bern die Firma Interpubli Werbe AG und gewinnt auf diese Weise 125 Plakatstellen. Diese bedeuten für das Unternehmen vor allem in der Stadt Bern eine willkommene Verstärkung. Die Plakanda war schon vor der Übernahme mit 21 Prozent an der Interpubli Werbe AG beteiligt.
halber hühnerstall für Weber Hodel Schmid, Wien. Anlässlich der Radionight 2000 vergaben Hitradio Ö3 und ORF-Enterprise goldene, silberne und bronzene Werbehähne und zeichneten damit gute Radiowerbung aus. Gold und Silber gingen an Weber Hodel Schmid, Wien, für ihre Spots im Auftrag von Netway AG beziehungsweise Gaulhofer GmbH.
Editorial

Die Marke lebt – trotz New Economy
Nach 1995 und 1998 ist die weltweit tätige Young&Rubicam-Gruppe wieder zum Monsterreport angetreten und hat die Einstellungen von Konsumenten zu Marken des täglichen Lebens untersucht. 120000 Personen in 40 Ländern wurden zu über 16000 Marken befragt. Damit ist nach Aussagen der Agentur die weltweit grösste, empirisch abgesicherte Studie über Markenaufbau und -management entstanden. Der Brand Asset Valuator widerlegt einmal mehr die These, wonach die Marke tot sei. Markenskeptiker begründen ihren Pessimismus mit der Vielfalt an Marken, von denen viele austauschbar seien. Sie argumentieren mit der Macht des Einzelhandels und den immer preisbewussteren Kunden.
Sie irren einmal mehr. Der Lebenssaft dieser Marken ist laut Brand Asset Valuator die relevante Differenzierung und die Markenvitalität. Zu den Powermarken darf sich zählen, wer als Original empfunden wird und Authentizität ausstrahlt. Geprägt werden diese Eigenschaften von ihrer Kernidee, ihrer Geschichte und Herkunft.
Qualität und Kundenorientierung werden vorausgesetzt – sie stellen laut Studie keine Differenzierungsstrategie mehr dar. Was zählt, sind gute Geschichten. Gute Werbung ist nicht auf einen billigen Gag oder eine gesuchte Pointe aus. Sie versteht es, Produkte in spannende Kurzgeschichten einzubetten und damit für den Kunden begehrenswert zu machen.
Kein Wunder, dass gerade die New-Economy-Marken laut Brand Asset Valuator bei den Konsumenten schlecht verankert sind. Ihre Werbung ist meist beliebig und hat mit dem Produkt wenig zu tun. Die Product Manager dieser Firmen bolzen Bekanntheit und vergessen den Markenaufbau. Sie erzeugen vor allem Lärm und kaum Nachhaltigkeit.
Die Geschäftsprozesse mögen in der New Economy anders verlaufen, der Weg der Markenbildung ändert sich jedoch nicht. Das scheinen die Manager der
Start-ups vergessen zu haben. Vertrauen und Wertschätzung gewinnt man nicht über Nacht. Die Internetuhren mögen zwar schneller ticken, doch der Mensch, in dessen Kopf die Marken verankert werden müssen, bestimmt nach wie vor sein eigenes Tempo. Samuel Helbling

Bücher! Kauft frische Bücher!

Werbung muss nicht teuer zu Buche schlagen: Nur zwei bis drei Prozent des Umsatzes setzen Buchhändler für Werbung ein.

Werbung muss nicht teuer zu Buche schlagen: Nur zwei bis drei Prozent des Umsatzes setzen Buchhändler für Werbung ein.Trotz schmaler Gewinne reichen die kreativen Lösungen vom originellen Buchzeichen übers freche Tramplakat bis zur Bannerwerbung. Wie ideenreiche Tugenden, aus finanzieller Not geboren, aussehen, steht auf Seite 17

Verstärkung im Schweizer PR-Markt

Die sda-Tochter News aktuell hat Zürcher Geschäftsräume bezogen

Die sda-Tochter News aktuell hat Zürcher Geschäftsräume bezogenVergangene Woche hat die sda-Tochter News aktuell Schweiz ihre Räume in Zürich offiziell eingeweiht. Damit steht dem Schweizer PR-Markt ein neues Vertriebssystem für den Versand von Texten, Bildern und Grafiken an die Medien zur Verfügung. Hervorgegangen ist News aktuell aus dem Originaltextservice (OTS), der um den Originalbildservice (OBS) und den Originalgrafikservice (OGS) erweitert wurde. Kunden und Nutzern verspricht das neue System Komfort, denn ab sofort sind sämtliche vorhandenen Texte, Bilder und Grafiken zentral archiviert und können auf der Website www.newsaktu ell.ch mit Suchsystem schnell abgerufen werden. Neu im Angebot sind auch so genannte Fachpresse- und Regionalpressepakete, mit denen Texte und Bilder themen- oder regionenspezifisch weitergeleitet werden können.
News aktuell Schweiz wurde als Gemeinschaftsunternehmen der sda und der dpa-Tochter News aktuell gegründet und beschäftigt heute sechs Vollzeitangestellte. Die sda hält mit 70 Prozent die Mehrheit, 30 Prozent der Anteile sind bei News aktuell Deutschland.
Von der Zusammenarbeit mit News aktuell Deutschland profitiert die sda-Tochter auf technischer Seite: Sowohl Aufbau als auch Wartung des Systems und der Betrieb der Website liegen in den Händen des deutschen Partners. Natürlich können die Partner die Distributionssysteme des anderen mitbenutzen.
Für die Schweizer wird das darum interessant, weil der deutsche Partner auch mit News aktuell Belgien zusammenarbeitet. Damit wird das Angebot um ein Paket für den französischen Sprachraum erweitert. Daniel Schifferle

Futterlieferanten

Thema des Content Summits 2000 war der Contentdeal im Web

Thema des Content Summits 2000 war der Contentdeal im WebVon Thomas Brenzikofer Eine offenbar lukrative Marktnische haben Contentbroker entdeckt: Sie kaufen und verkaufen Online-Inhalte jeglicher Art an Portale und vermehrt auch an Websites von grossen Unternehmen. Der Inhalt stammt zum grossen Teil von Medienhäusern. Die Frage stellt sich, ob sich diese Contentprovider nicht ins eigene Fleisch schneiden.
Sie aggregieren Inhalte von verschiedenen Contentprovidern, schnüren diese zu individuellen Paketen, «Feeds» genannt, und verkaufen diese an ihre Abnehmer. Die Rede ist von so genannten Contentbrokern wie iSyndicate, ScreamingMedia, YourNews oder 4Content.
Dass sich ihr Geschäft zumindest in Zukunft lohnen könnte, zeigt das Contentunternehmen Screaming Media. Die US-Firma, von Werbealtmeister Jay Chiat gegründet, erzielte in den ersten neun Monaten dieses Geschäftsjahres einen Umsatz von 14 Millionen Dollar. Gleichzeitig kumulierte man einen Verlust von 81,2 Millionen Dollar.
Dank Börsengang und Privatinvestoren verfügt Screaming Media aber über 102 Millionen Dollar in der Kriegskasse. Und man ist zuversichtlich, bald Geld zu verdienen: Denn laut Grant Slinger, Senior Vice President bei Screaming Media, sind grosse Kunden wie IBM durchaus bereit, über 20000 Dollar im Monat für ihre Contentfeeds auf den Tisch zu blättern.
Die Preise sind so hoch wie die Nachfrage
Auch Steve Outing, CEO der amerikanischen Firma Content-Exchange, stellte am Content Summit 2000 in Zürich fest: «Der Bedarf ist gross, und die Preise sind dementsprechend hoch.» Laut Steve Outing wird in den USA für Onlinecontent derzeit dreimal mehr bezahlt als für Printinhalt. Die besten Preise kann man für einen Content verlangen, der eine starke Medienmarke als Absender hat.
Die Contentpreise werden dabei von Angebot und Nachfrage geregelt. «Normalerweise verlangen wir für unsere Vermittlertätigkeit 50 Prozent des Erlöses, aber das kann je nach Attraktivität des Inhalts stark variieren», meint Allison Hartsoe, Mitgründerin von iSyndicate, die auf dem europäischen Markt über ein Joint Venture mit Bertelsmann präsent ist.
Zusätzliche Einnahmequelle für Medienunternehmen
Für Medienunternehmen bedeuten Contentbroker eine zusätzliche Einnahmequelle. Dass dabei mehr abfällt als nur Brosamen, weiss Jupiter Communications: So soll in diesem Jahr bereits Content für rund 343 Millionen Dollar vermittelt worden sein. Im Jahr 2004 dürfte der Markt voraussichtlich auf 1,4 Milliarden Dollar ansteigen. Content spielt in der Wertschöpfungskette der neuen Medien mehr und mehr eine Schlüsselrolle.
Doch weshalb sollen die Medienunternehmen rund die Hälfte der Contentmilliarden den Syndikatoren abliefern, statt das Geschäft selber an die Hand zu nehmen? «Weil es für die Medienunternehmen schlicht zu mühsam ist, mit Hunderten von möglichen Abnehmern einzeln zu verhandeln. Zudem ist es auch technisch sehr aufwändig, die Lieferungen zu betreuen», meint Hartsoe.
Neutrale Programmdirektoren stellen Inhaltsmix zusammen
Für Marcus Oltmanns, COO und Mitbegründer der Hamburger 4Content, gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb es künftig ohne Vermittler nicht mehr gehen wird: «Wir fungieren gewissermassen als neutrale Programmdirektoren und stellen für unsere Kunden einen Mix von Inhalten aus unterschiedlichen Quellen in ganz unterschiedlichen Formaten zusammen. Durch diese Beratungsleistung entsteht ein Mehrwert, den ein einzelnes Verlagshaus so nicht bieten kann.»
Trotzdem werden es sich die Medienunternehmen gut über- legen müssen, ob sich das Brokering ihres Contents lohnt. Die Frage stellt sich insbesondere, ob der Zusatzverdienst die Tatsache aufwiegen kann, dass der Wieder- und Wiederverkauf des Inhalts zu einer inflationären Wertverminderung des Contents führt, worunter letztlich auch die Marke leidet. Grant Slinger von ScreamingMedia sieht dies eher gelassen: «Es gibt über 55 Millionen Websites. Nicht die Erstellung des Contents ist also das Problem, sondern dessen Distribution. Denn wertvoll werden Inhalte erst dann, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtige Person erreichen.»
Contentbrokers in der SchweizIn der Schweiz ist das Contentbroking bislang noch wenig ausgereift. Zwei Anbieter sind bisher zumindest ansatzweise in diesem Geschäft tätig: Die Swisscontent von Beat Curti und die Internetmedien AG des ehe- maligen Blick-Reporters Beat Alder. Letztere beliefert vor allem Portalsites mit News; Swisscontent ist über das Joint Ven- ture mit der Post, Yellowcontent, für den Inhalt des Postportals Yellowworld verantwortlich. Kürzlich hat auch die Onlinenewsagentur Pressetext.ch mit Newsfox (www.newsfox.ch) eine Drehscheibe zwischen Contentanbietern und Contentbeziehern lanciert. Newsfox syndiziert neben News auch Magazininhalte, Fotos, Audioinhalte und Videos. Die Inhalte stammen aus eigener Produktion sowie von Partnern. Auch die deutsche Firma 4Content (www.4content.de) hat ein Auge auf den Schweizer Contentmarkt geworfen und hegt laut COO Marcus Oltmanns konkrete Pläne für die Gründung einer Niederlassung in der Schweiz.

Muse & Musse: Marianne Weibel

Muse & Musse Marianne Weibel Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?Marianne Weibel: Die Armani-Ausstellung im Guggenheim-Museum in New York, um zu sehen, in welchen Klamotten sich die heutigen St

Muse & Musse Marianne Weibel
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?
Marianne Weibel: Die Armani-Ausstellung im Guggenheim-Museum in New York, um zu sehen, in welchen Klamotten sich die heutigen Stars präsentieren.
Was lesen Sie gerade und warum?
Weibel: Der Barführer von Facts. Damit ich weiss, wo was abgeht.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Weibel: «Walliselle» von Stiller Has. Damit ich das Berndeutsch hier in Zürich nicht verlerne!
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen und warum?
Weibel: «La lista de espera.» Weil das Warten ganz amüsant sein kann.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Weibel: Stefan total.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Weibel: www.eleven-snowboar ding.ch
Liebe ist…?
Weibel:…Minze, Havanna Club und ein Schuss Wasser.

«Keine Kritik, sondern Unterhaltung»

Mona Vetsch moderiert auf SF 1 die verblüffendsten Werbespots aus aller Welt

Mona Vetsch moderiert auf SF 1 die verblüffendsten Werbespots aus aller WeltAm vergangenen Mittwoch startete auf SF 1 die neue Sendung «Top Spots». Auf dem ehemaligen «Ventil»-Programmplatz präsentiert DRS-3-, «Oops!»- und bis vor kurzem «Weekend-Music»-Moderatorin Mona Vetsch (25) in zwölf Folgen die ausgefallensten Werbespots aus der ganzen Welt. Über 250 schräge Kurzgeschichten sollen dem lahmen TV-Mittwoch bessere Ratings bescheren. Mona Vetsch, wie kamen Sie zu dieser Sendung? Haben Sie sich für die Nach-«Oops!»-Ära vorsorglich nach neuen Formaten umgeschaut?
Mona Vetsch: Nein, das war eher ein Zufall. Wer mich kennt, weiss, dass ich momentan eher zu viel als zu wenig arbeite. Nach der Sommerpause setzte ich mir eine Limite: Ich wollte nicht mehr drei Jobs nebeneinander haben und entschied mich gegen «Weekend-Music», weil sich die anderen beiden besser kombinieren lassen. Meine Chefin und Produzentin Yvonne Söhner machte mir das Angebot, das Werbeformat zu moderieren, was mir entgegenkommt, weil vorerst nur 12 Sendungen geplant sind. Und das beansprucht mich nicht so sehr, weil wir sie blockweise aufzeichnen.
Was fasziniert Sie an Werbung?
Vetsch: Besonders die Codierung der Botschaft von ‹Ich will dir etwas sagen› in ‹Du solltest aber nicht bemerken, dass ich dir etwas so direkt sagen will›. Aus meiner Perspektive geht es bei der Werbung nicht darum, etwas verkaufen zu wollen, sondern um Kommunikation. Und das ist auch mein Job. Ich mache eigentlich den ganzen Tag nichts anderes als Werbung (lacht), für DRS 3, für «Oops!» und für alle Sendungen unseres Senders. Schon während des HSG-Studiums hatte ich vor, Richtung Staatswissenschaften oder Marketing zu gehen.
Stört es Sie als kritische Journalistin nicht, sich von der kommerziellen Kommunikation einspannen zu lassen?
Vetsch: In «Top Spots» geht es gar nicht um diesen Aspekt. Wir fragen nie, wie erfolgreich eine Kampagne, wie gross das Budget war und für welche Marke geworben wurde. Es geht nur um Unterhaltung. Da ist der kritische Aspekt wieder gewahrt, indem wirklich nur die besten Spots dabei sind.
Das klingt nach einem leichten redaktionellen Korsett, das die Sendung tragen wird.
Vetsch: Das ist auch so. Was man klar sagen muss: Es ist kein Sendeformat, das SF DRS neu erfunden hat und das lange Bestand haben wird. Es wurde von einer englischen Sendung übernommen. Realistisch gesehen wäre es für die 25-minütige Sendung Verhältnisblödsinn, wenn wir Themen überarbeiten, Making-ofs zeigen oder Gäste einladen würden. «Top Spots» funktioniert für uns auch so, weil sie sehr gute Unterhaltung anbietet.
Werber und Kreative haben in Sachen Werbung schon vieles, wenn nicht alles gesehen. Kommen Cannes-Rolle-Habitués in Ihrer Sendung trotzdem auf ihre Rechnung?
Vetsch: Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung, weil ich weder selber so eine Habituée bin, noch solche Leute kenne.
Wo sehen Sie das Zielpublikum von «Top Spots»?
Vetsch: Wir machen keine Sendung für Werber und Fachleute, sondern eine für das breite Publikum, das täglich mit Werbespots bombardiert wird und eigentlich genug davon hat, aber feststellen wird, dass Spots auch anders aussehen könnten. Wir sprechen Jüngere an, die kurzweilige Unterhaltung mögen wie «Ventil» oder «Viktors Spätprogramm».
Schweizer Werbung kommt bei «Top Spots» also schlecht weg. Welchen Anteil hat sie in der Sendung?
Vetsch: In den ersten drei Sendungen sind Schweizer Spots nicht vertreten. Das liegt aber nicht nur an ihrer Qualität, sondern auch daran, dass es sich um ein englisches Format mit internationalen Spots handelt.
Sat 1 und RTL 2 haben ähnliche Formate an ähnlich schwachen Programmplätzen. Weshalb zieht nun der öffentlich-rechtliche Sender SF 1 mit einem Plagiat nach?
Vetsch: SF DRS hat schon früher Werbefilme als Füller gezeigt. Neu ist natürlich, dass SF DRS dieses Format mit Schweizer Moderation und eigenem Studio präsentiert. Wir erhalten für dieses Format den gleich guten Sendeplatz wie «Viktors Spätprogramm». Davor füllte man diese Plätze mit eingekauften Serien. Von daher ist «Top Spots» in meinen Augen die bessere Lösung.
Sie fühlen sich nicht als Lückenbüsserin?
Vetsch: Es ist mein Job, mit dieser Sendung eine Lücke zu füllen. Aber das ist nicht das Gleiche wie Lückenbüssen. Ich finde es nicht schlimm, eine Sendung zu moderieren, die nicht für drei Jahre angesetzt ist. Im Gegenteil, ich hätte sie gar nicht annehmen können.
Kürzlich machten Sie in einem Interview selbst Werbung für «Top Spots». Mit Ihrem Lieblingsstreifen, in dem ein nackter junger Mann Liegestützen mit seinem Penis macht. Nach welchen Kriterien werden die Spots ausgewählt?
Vetsch: Als ich in dem Interview auf den erwähnten Spot angesprochen wurde, sagte ich nur, dass ich ihn lustig fand. Nicht mehr. (lacht) Von den englischen Blöcken, die wir erhalten, suchen wir Spots danach aus, ob sie auch als einzelnes Mittel einer Kampagne funktionieren und originell sind. Sonst werden sie nach Inhalts- oder Darstellungskategorien gruppiert.
Auffällige Werbespots durchbrechen gerne und oft ethische oder moralische Tabugrenzen. Gibt es Spots, die man in Ihrer Sendung nie sehen wird?
Vetsch: Ich denke nicht, dass wir eine Schmerzgrenze überschreiten werden. Auch, weil das nicht das Ziel von Werbung an sich ist. Alle gezeigten Spots sind sehr ironisch und witzig, und es geht nicht darum, auf blödsinnige Art etwas auszulösen. Wir haben beispielsweise einen kontroversen Kondom-Spot, in dem der Papst die Packung nicht aufreissen kann. Es gibt bestimmt Leute, die damit Mühe haben, aber nur wenige, die daraus eine Weltanschauung machen. Aber unser Format ist nicht darauf angelegt, jemanden zu verletzen, sondern humorvoll zu unterhalten.
Welche Schweizer Kampagne ist Ihnen kürzlich positiv aufgefallen?
Vetsch: Mir gefällt die hintergründige Schlagzeilenkampagne des Tages-Anzeiger gut. Ich habe festgestellt, dass ich auf Kampagnen, die sich entwickeln, gut anspreche. Sonst gefällt mir vom coolen Ansatz und der Umsetzung her, leider keine Schweizer Kreation, die Sprite-Kampagne.
Wie viele Werbeagenturen haben Sie schon mal von innen gesehen?
Vetsch: Ich bekenne: keine einzige. Es ist aber auch gut, dass ich nicht vom Fach bin und so die Spots aus einer unvoreingenommenen Perspektive anschaue.
Wofür würden Sie nie Werbung machen?
Vetsch: Ich wäre froh, wenn jemand endlich gute Werbung für Tampons, Spülmittel oder andere «frauenspezifische» Güter machen würde, weil hier immer noch überholte Klischees angestrengt werden. Interview: Luca Aloisi

Erst auf den zweiten Blick sichtbar

Ein Fotograf macht Plakatstellen zur Galerie für seine Bilder

Ein Fotograf macht Plakatstellen zur Galerie für seine BilderWerbeplakate, deren Botschaft nicht auf den ersten Blick erfassbar ist, gehen in der Informationsflut unter. Dennoch wagt der Fotograf David Meyle, in Basel Plakate aufzuhängen, «für die es den zweiten Blick braucht».Meyles Plakate zeigen Landschaften. Da er beim Fotografieren nicht an eine Plakataktion dachte, «muss sich das B4-Format den Proportionen der Bilder unterordnen». Der restliche Raum ist schwarz. «-scape david meyle», steht darunter, ebenso das Logo der Basler Werbeagentur Lucky Lack, Sponsorin der Plakate.
Angaben über das Woher oder Warum sucht man umsonst. «Das ist nicht wichtig», sagt der 32-jährige Meyle. «Die Fotos sollen die Aufmerksamkeit darauf richten, was sie zeigen und nicht, wie sie es zeigen», sagt er.
«-scape» ist eine Ausstellung in drei Wellen auf Basels Plakatwänden. Die erste Welle startete am 10. August, die zweite folgt am 27. November, eine dritte im Januar. Von jedem Motiv liess Meyle 40 Plakate drucken. Die Platzierung überliess er der APG, die mit einem Streuaushang beauftragt wurde – und gratis auch einige Plakate mehr aufhängt. «Ich habe meine Landschaftsbilder bewusst dem Dschungel der knalligen Konkurrenz ausgesetzt», sagt Meyle, der auch als Werbefotograf arbeitet.
Still sind sie, die Bilder. Die meisten Leute sehen daran vorbei. Aber in einigen Köpfen blieben sie doch hängen. Auch zehn Wochen nach der ersten Serie wird Meyle immer wieder darauf angesprochen. «Die Bilder sind schlicht präsent, eine Ansicht als Statement im Stadtbild, welche für das Sehen wirbt», sagt er. Markus Knöpfli

«Für die Kleinen ist nicht nur Cash wichtig»

Was das neue TeleNewsCombi den grossen und kleinen Mitgliedern bringt

Was das neue TeleNewsCombi den grossen und kleinen Mitgliedern bringtNeun Regionalfernsehsender und Tele 24 haben sich zum neuen TeleNewsCombi (TNC) zusammengeschlossen (siehe auch WW 42/00). Die Baumeister Christian Stärkle, Geschäftsführer von Tele M1, und Bruno Oetterli, Geschäftsführer von Radiotele, sagen, wem das neue Kombi was bringt und wo es sich positionieren will.Hat der Markt auf TeleNewsCombi (TNC) gewartet?
Bruno Oetterli: Bis jetzt hiess es immer, TeleCombi decke nur die Gebiete westlich von Zürich ab. Als die Ostschweizer hinzukamen, hiess es, Zürich würde noch fehlen. Jetzt haben wir Zürich mit dabei, darum darf man sagen, dass wir uns dem Markt angepasst haben. Nun erwarten wir, dass der Markt dies auch honoriert.
Was bietet denn TNC, das weder die Werbefenster noch TV 3 noch SF DRS bieten können?
Christian Stärkle: Mehrere Sachen. Zum einen ein Umfeld im Newsbereich, das bis auf die regionale, lokale Ebene hinunter reicht. Das kann in dem Mass sonst niemand bieten. Zudem können wir garantieren, dass wir bei den Ratings praktisch keine Schwankungen haben.
Ist der Regionalbezug nicht bloss ein Mythos?
Oetterli: Nein, die Regionalen Sender erreichen ihre Performance effektiv in der ersten halben Stunde, in der die regionalen News ausgestrahlt werden.
Der TNC-Preis sei 10 bis 15 Prozent tiefer als der von SF DRS, wurde gesagt. Wenn Ihr Regionalbezug aber tatsächlich ein derart wichtiger USP wäre, müssten Sie sich doch preislich nicht so starr an SF DRS orientieren.
Stärkle: Der Preis wird natürlich differieren. Aber wir wollen im Schnitt etwa 10 bis 15 Prozent günstiger sein. Es ist nun einmal so, dass der Marktleader den Preis vorgibt. Dass er zudem noch mit Gebühren subventioniert im Markt auftaucht, tut uns unheimlich weh. Aber nach diesem Fakt müssen wir uns richten. Tun wir das nicht, sind wir out.
Nur wünschen Sie genau diese Form von Subvention auch. Ihr Verband Telesuisse hat erst vorletzte Woche einen Gebührenanteil für die Regional-TVs gefordert (WW 41/00). Werden Sie Ihre Preise senken, falls dieser Forderung dereinst entsprochen werden sollte?
Stärkle: Es ist nicht a priori die Idee, dass wir unsere Preise senken, sondern dass wir marktgerechte Preise im Markt setzen. Schliesslich sind unsere Leistungen etwas wert. Geld, das wir einnehmen, auch von der Gebührenseite her, würden wir konsequenterweise ins Programm stecken. Falls wir Gebühren erhalten sollten, will der Gebührenzahler kaum, dass wir günstige Werbung im Markt anbieten.
Klar, denn der TNC-Preis wird schon ein Dumpingpreis sein.
Oetterli: Nein, wir haben ihn auf Grund eines Vergleichs berechnet. Letztlich müssen wir uns im Markt behaupten und uns an unsere Kunden ausrichten. Nach deren Richtlinien sind wir mit dem TNC-Preis immer noch recht hochpreisig.
Normalerweise ist aber ein Kombipreis 10 bis 20 Prozent billiger als eine Einzelbelegung.
Das TNC ist aber fast 50 Prozent billiger als die einzelnen Partner zusammen.
Oetterli: Dazu kann ich im Moment nichts sagen, da ich die preislichen Details noch nicht gesehen habe.
Wie viel bekommen die einzelnen Partner?
Stärkle: Sie erhalten genau das, was sie mit ihren Ratings erreichen. Das passen wir dann quartalsweise an.
Für die kleinen TNC-Partner schaut also nicht viel heraus.
Oetterli: Ich bin der Meinung, dass für die Kleinen nicht nur der Cash wichtig ist. Die Regional-TVs leben nicht nur vom «national business», sondern vom regionalen Business. Wenn wir nun den sogenannten Kleinen die Labels von grossen Werbekunden auf den Bildschrim bringen, erleichtert dies ihnen auch die Arbeit im regionalen Bereich. Dieses Zusammenspiel muss man schon auch sehen.
Aber geht man einmal von den Einzelbelegungstarifen aus, dann ist es doch so, dass die Kleinen zu Gunsten des TNC prozentual stärker bluten müssen als etwa Tele Züri?
Oetterli: Das ist klar. Nur sind bei den Werbeeinnahmen jeweils auch die Anteile der lokal/regionalen und der nationalen Kundschaft verschieden. Heute haben die Kleinen gar keine nationalen Kunden und kämpfen im lokalen und regionalen Markt. Morgen aber werden sie nationale Kunden haben. Vielleicht schaut dabei in Cash nicht soviel heraus, aber sie habens. Das wiederum führt dann dazu, dass sie regionale Mittel generieren können, die sie effektiv ins Programm stecken können. Und wenn sie das Programm verbessern, dann partizipieren sie.
Kommen die Regionaltarife der einzelnen Regionalfernsehsender wegen des TNC nicht auch noch ins Purzeln?
Stärkle: Das glaube ich nicht. Im regionalen Markt steht ja der Preis nicht in Konkurrenz zu SF DRS, sondern zu einer Regionalzeitung oder zu einem Regionalradio. Weil also die Konkurrenzsituation völlig anders aussieht, kann auch das Preisgefüge völlig anders sein.
Tele 24 wurde primär als Lokomotive dargestellt. Tele 24 wird aber ausserhalb von Zürich immer noch relativ wenig gesehen, also profitiert es von der regionalen Abstützung.
Stärkle: Selbstverständlich. Es profitieren beide Seiten. Tele 24 profitiert durch die Abstützung in den einzelnen Regionen, gleichzeitig profitieren die Regionalen von der Menge der Zuschauer, die Tele 24 mit Tele Züri in dieses Kombi hineinbringt.
Bruno Oetterli, wird das TNC mit seinen unterschiedlichen Flöhen und den Spannungen unter den Ostschweizern bis zum Jahr 2002 Bestand haben?
Oetterli: Die Kombinationen in der Privatradioszene sind heutzutage auch stabiler als noch vor fünf Jahren, obwohl wir dort ja keinen gemeinsamen Marktgegner haben. Im TV-Bereich hingegen wird nur schon der gemeinsame Marktgegner dazu führen, dass man es sich zweimal überlegt, bevor man das TNC verlässt. Daher halte ich das Jahr 2002 für eine durchaus realistische Grösse. Interview: Markus Knöpfli
Aus TeleCombi wird TeleNewsCombiWie bereits angekündigt, erhält das TeleCombi auf Anfang 2001 kräftigen Zuwachs und wird dann als TeleNewsCombi (TNC) insgesamt neun Regionalfernsehsender und Tele 24 auf dem Werbemarkt als ein Paket anbieten. Ziel ist es, preislich etwa 10 bis 15 Prozent unter SF DRS und etwa 20 Prozent über den Werbefenstern zu liegen.
Das TNC garantiert täglich mindestens 600000 Werbekontakte im Umfeld der News. Zudem bietet es die Möglichkeit, nationale Werbung mit regionalen Spots zu schalten. Eine Belegung schliesst mindestens 15 Wiederholungen pro Sender mit ein. Die Bruttotarife für das erste Halbjahr 2001 lauten für Januar 8100 Franken, für Februar 8700 Franken, für März 9300 Franken, für April 9600 Franken, für Mai 9000 Franken und für Juni 7800 Franken. Damit wird mit dem TNC bei der Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen pro Frequenz inklusive Wiederholungen ein GRP von 3,8 erreicht (und nicht bloss 1,7, wie in der WW 42 fälschlicherweise geschrieben). Im ersten Jahr erwarten die TNC-Partner Mehreinnahmen von insgesamt zehn Millionen Franken – Geld, das sie primär bei den deutschen Werbefenstern in der Schweiz abzuholen hoffen. Ab April 2001 werden acht TNC-Partner (ohne Schawinski-Sender) an zwei Tagen ihre zweite Programmhälfte angleichen: Mittwochs ist ein regionaler Talk zu einem einheitlichen Thema vorgesehen, freitags ein Trendmagazin. Später ist noch eine Gesundheitssendung geplant.
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