Der Hallwag Verlag hört auf

Die Berner Tagblatt Medien AG kauft die Automobil-Revue-Gruppe

Die Berner Tagblatt Medien AG kauft die Automobil-Revue-GruppeVon Markus KnöpfliDie Hallwag AG in Bern wird aufgelöst. Ein Teil davon, die Automobil-Revue-Gruppe, wurde bereits per 1. Januar 2001 an die BTM-Tochter Büchler Grafino verkauft. Für den Buch- und Landkartenverlag werden noch Käufer gesucht.
Zur Automobil-Revue-Gruppe gehören die Automobil Revue und die Revue Automobile mit wöchentlich 45000 beziehungsweise 20000 Exemplaren, Moto Sport Schweiz (wöchentlich 14000 Exemplare) und Moto Sport Suisse (14-täglich 3500 Exemplare). Büchler Grafino, eine 100-prozentige Tochter der Berner Tagblatt Medien (BTM), übernimmt sämtliche Angestellten der AR-Gruppen, die Arbeitsplätze verbleiben im Hallwag-Gebäude.
Die Hallwag AG sucht schon seit einigen Monaten Käufer für ihre Produkte. Wie Maili Wolf, Geschäfsleiterin der Hallwag AG, der WerbeWoche erklärte, soll der Verlag nach Möglichkeit aufgelöst werden. Weder die Aktionärsfamilien Wagner und Thoenen noch Meyer’s geographisches Unternehmen, Stuttgart, ein weiterer Teilhaber, seien bereit, die Geschäfte längere Zeit weiterzuführen.
Deshalb hatte die Hallwag AG bereits im Oktober 2000 die Verlagsrechte der Zeitschrift Landfreund an die Landwirtschaftsverlag GmbH in Münster-Hiltrup, Deutschland, verkauft. Für die Hallwag-Landkarten und die Bücher (Weinliteratur) sucht Wolf noch nach Lösungen. Voraussichtlich würden die Bereiche Buch und Landkarte getrennt verkauft. Ziel sei es, so Wolf, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Fortbestand der Titel zu sichern.
Derzeit werden für den Buchverlag Verhandlungen mit dem deutschen Verlag Gräfe & Unzer (GU) in München geführt, der die Hallwag-Bücher bereits in Deutschland und Österreich vertreibt. Dies bestätigt ein GU-Sprecher.
Wolf übernahm die Geschäftsführung der Hallwag AG Ende 1997 im Mandatsverhältnis, Ziel war es, den Verlag zu sanieren. Dies ist gelungen, unter anderem wurde der ganze Druckbereich an die BTM verkauft, die ihn bei Benteli integrierte, weshalb diese Firma nach wie vor Benteli Hallwag Druck AG heisst. Wolf verkaufte zudem diverse Zeitschriftentitel und konzentrierte sich auf den Motorbereich.
So übernahm Hallwag damals von der BTM mit Moto Sport einen jener Titel, der jetzt wieder an die BTM zurückverkauft wurde. Die BTM hatte sich damals von kleinen Zeitschriften trennen wollen. Auf diesen Rückkauf angesprochen, erklärt Albert P. Stäheli, Vorsitzender der BTM-Konzernleitung, dass für die BTM in erster Linie die Automobil Revue interessant sei, doch habe Hallwag nur die gesamte AR-Gruppe verkaufen wollen. Die Automobil Revue generiere einen Umsatz von rund 20 Millionen Franken und habe auch in den schwierigen Hallwag-Jahren nie in den roten Zahlen geschrieben, betont Stäheli.
Der Turnaround bei Hallwag ist gelungen. Gemäss Wolf erwirtschaftet der Verlag heute einen Umsatz von 60 Millionen Franken. Wolf, bis 1997 bei Ringier Leiterin Zeitschriften, weiss noch nicht, was sie nach Auflösung der Hallwag AG tun wird. Ihr lägen diverse Anfragen vor, sagt sie.
Druckaufträge akquirieren und Titel kaufen

Die BTM-Tochter Büchler Grafino (BG), sie übernimmt die AR-Gruppe, ist wie die BTM-unabhängigen Firmen Fischer AG, Münsingen, und Marufia AG, Langnau i. E., zu einem Drittel am Druckzentrum Bern beteiligt. Sie ist spezialisiert auf Zeitungsdruck und druckt unter anderem die Berner Zeitung, die Hotelrevue sowie den Ringier-Titel Dimanche.ch.
BG hat gemäss Geschäftsführer Paul Galli vor allem einen Auftrag: die Auftragsabwicklung für das Druckzentrum. «Doch wir akquirieren nicht nur Druckaufträge, sondern kaufen auch Titel oder bewirtschaften sie», sagt Galli. In den letzten Jahren hat sich BG deshalb auf Regionalzeitungen ausgerichtet und entsprechende Titel eingekauft, so die Solothurner Woche, den Berner Bär, den Schweizer Bauer und die Bantiger Post.
Und die Automobil Revue, eine Zeitung, ist für BG nicht nur finanziell, sondern auch drucktechnisch interessant, auch im Hinblick auf das für 2004 geplante neue Druckzentrum. Andere BTM-eigene Titel, wie das Burgdorfer Tagblatt, der Murtenbieter oder der Anzeiger von Kerzers, werden von BG als Managementaufträge bearbeitet. Ähnlich ist es mit dem Titel Landfreund, für den BG mit der Landwirtschaftsverlag GmbH in Stuttgart einen Nutzungsvertrag abgeschlossen hat. (mk)

Denner AG boykottiert Blick

Die Denner AG hat am 8. Januar alle gebuchten Inserate im Blick sistiert.

Die Denner AG hat am 8. Januar alle gebuchten Inserate im Blick sistiert.Die Denner AG, die darin jährlich Inserate für über eine Million Franken schaltet, reagierte auf einen Artikel im SonntagsBlick vom 31. Dezember über ihren Chef Karl Schweri. Im Bericht wird Schweris Suche nach einer Bank mit einer möglichen Alzheimererkrankung in Verbindung gebracht. Denner hat von 1993 bis 1995 bereits Cash boykottiert.

Epica 2000 bringt Ruhm und Ehre

Schweizer Agenturen siegen an den Epica Awards in drei Kategorien

Schweizer Agenturen siegen an den Epica Awards in drei KategorienVon Carole KochAdvico Young & Rubicam, Publicis und Wirz heissen die stolzen Kategoriengewinner der Epica Awards. Insgesamt haben sich nur 27 Schweizer Werbeagenturen mit 312 Einreichungen um Preise beworben. 1999 nahmen noch 33 Agenturen mit 331 Arbeiten am Wettbewerb teil.
Im Jahr 2000 wurden an den Epica Awards 58 Gewinner ausgezeichnet. Im Rennen waren 6268 Arbeiten von 771 Agenturen, von denen 27 aus der Schweiz stammten. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich weniger Agenturen beworben – trotzdem werden die Schweizer Kreativen bei der Epica-Verleihung am 26. Januar in Helsinki etwas zu feiern haben, nämlich drei Kategoriensiege und elf Finalplätze.
Aufs Siegerpodest schaffte es wiederum Advico Young & Rubicam (AY&R). Diesmal gewann die Agentur in der Kategorie Print/Transport & Tourismus mit ihrer Kampagne für Kuoni-Reisen. Ebenfalls an der Spitze stehen die Publicis-Print-Kampagne für die Mobiliar-Versicherung sowie die Callino-Kampagne von Wirz in der Kategorie Print/Communication Services.
Somit gab es deutlich mehr Kategoriensiege als 1999. Auf die Shortlist hingegen schafften es weniger Schweizer Einreichungen – im Vorjahr wurden 19 Finalplätze belegt, 2000 waren es nur noch 11, aufgeteilt unter grösseren CH-Agenturen wie Publicis, McCann-Erickson, Lesch + Frei, Honegger von Matt sowie Seiler DDB.
Mit dieser Bilanz ist die Schweiz in der Rangliste der erfolgreichsten europäischen Länder – Gewinner und Finalisten zusammengezählt – von Platz acht auf zehn zurückgefallen. An der Spitze steht diesmal Schweden mit insgesamt 72 Awards, gefolgt von Deutschland und England. Die Stockholmer Agentur Lowe Brindfors ist mit drei Siegen und neun Finalplätzen die erfolgreichste Agentur, und mit elf Kategoriensiegen geht BBDO eindeutig als erfolgreichstes Netzwerk aus dem Wettbewerb hervor. Den Hauptpreis «Epica d’Or» erhielt die Amsterdamer Agentur 180 Communications für den Spot «Adidas makes you better».

Zwei neue Zeitungen in Mostindien

Im Thurgau kämpfen ein einheimischer und ein St. Galler Verleger um Leser und Abonnenten

Im Thurgau kämpfen ein einheimischer und ein St. Galler Verleger um Leser und AbonnentenVon Markus KnöpfliAm 3. Januar erschien erstmals die Neue Thurgauer Zeitung, die sechs bisherige Thurgauer Titel ersetzt. Gleichentags reagierte das St. Galler Tagblatt, wie angekündigt, mit der Lancierung seines zweiten Thurgauersplits – dem Mittelthurgauer Tagblatt.
Eigentlich hätte das Mittelthurgauer Tagblatt (MTT) den Namen Neues Thurgauer Tagblatt tragen sollen. Dieser Name stand auch auf den Unterlagen der Publicitas St. Gallen, die sie potenziellen Kunden verschickt hatte. Wegen einer superprovisorischen Verfügung, vom Handelsgericht St. Gallen vor Weihnachten erlassen, musste das St. Galler Tagblatt (SGT) aber umdisponieren und seine neue Splitausgabe umbenennen.
Das Verbot war von der Thurgauer Medien AG, Herausgeberin der Neuen Thurgauer Zeitung (NTZ), angestrengt worden. Sie hatte den urspünglich vorgesehenen Namen als unfreundlichen Akt aus St. Gallen und als «klar irreführend» empfunden, weil einer der sechs durch die NTZ ersetzten Titel Thurgauer Tagblatt geheissen hatte.
Auftakt zu einem
Verdrängungswettbewerb
Den Vorwurf der Irreführung weist man in St. Gallen von sich. «Wir waren weit davon entfernt, jemanden verwirren zu wollen», erklärt SGT-Verlags- und Marketingleiter Daniel Ehrat. Er stellt aber klar, dass das SGT an den
so genannten Ruckstuhl-Titeln Thurgauer Tagblatt, Thurgauer Volkszeitung, Thurgauer Volksfreund und Bischofszeller Nachrichten, die jetzt in der NTZ aufgegangen sind, interessiert gewesen sei. «Wir waren aber auch mit Urs Lüdi von Huber & Co. in Frauenfeld in Kontakt im Blick auf mögliche Kooperationen in diesen Gebieten», sagt Ehrat. Als der Zusammenschluss «einseitig und ohne Rücksprache» erfolgte, war man überrascht. Das MTT habe man aber nicht aus Ärger lanciert, sondern um «nahe liegende Wachstumsziele» in Bezirken zu realisieren, die an das Verbreitungsgebiet des Bodensee Tagblatts (BT) grenzen. Das BT ist der bereits existierende SGT-Split im Oberthurgau (14000 Exemplare).
Nun sind also beide Zeitungen am 3. Januar erschienen, die NTZ mit 42000 Exemplaren und das MTT in den Bezirken Weinfelden und Kreuzlingen mit einer Streuauflage von 10000 Exemplaren.
Dass es nun zu einem Verdrängungswettbewerb kommt, dessen ist man sich auf beiden Seiten bewusst. So will das MTT in einem Markt, in dem bisher 20000 von 25000 Haushalten eine Zeitung abonniert hatten, in den nächsten zwei Jahren 6000 bis 8000 Abonnenten gewinnen, bis in vier Jahren sollen es gar 10000 sein.
Lüdi gibt sich zuversichtlich: «Die NZZ hinter dem SGT ist zwar eine starke Kraft, aber wir haben eine gute Ausgangslage.» So macht die NTZ den Inseratekunden kein Einführungsangebot und verlangt 1.31 Franken pro Millimeter. Zum Vergleich: Die Thurgauer Zeitung (32000 Exemplare) kostete 1.17 Franken. Dagegen verlangt das MTT 0.76 Franken pro Millimeter, kombiniert mit dem Bodensee Tagblatt 1.16 Franken. Bis März gilt die Aktion 2 für 1.
Der Verlegerstreit in der Ostschweiz führt auch zu Publicitas-interner Konkurrenz: Den lokalen und regionalen Markt bearbeitet die NTZ selbst, im nationalen Markt ist hingegen die P Winterthur zuständig (auch für Kombi 1 und Nordostschweiz-Kombi). Den MTT-Verkauf hingegen besorgt die P St. Gallen,
die in Kreuzlingen und Weinfelden je eine Filiale eröffnet hat. Deren Eröffnung wertet Ehrat als ein «gewisses Signal der P zu Gunsten des SGT».
Welche Konsequenzen hat die neue Konkurrenz im Thurgau für die Privat-TV-Projekte der Region? Immerhin ist die Thurgauer Medien AG im Radiobereich mit der Top-Gruppe von Günter Heuberger liiert, gleichzeitig versuchten SGT und NZZ letztes Jahr, Lüdi in ein gemeinsames Ostschweizer TV- sowie Portal-Projekt einzubinden. «Wir haben seit einiger Zeit keine Kontakte mehr», meint Lüdi kühl. Zu Tele Top sagt er hingegen: «Mit Top sind wir immer im Gespräch.»
Das Signal ist deutlich. In
St. Gallen hingegen scheint man sich noch in Schadensbegrenzung zu versuchen. Ehrat betont, dass die Projekte im Portal- oder TV-Bereich trotz neuer Print-Konkurrenz funktionieren könnten. «Darüber kann man weiterhin vernünftig reden.»

Sawi und Spri arbeiten verstärkt zusammen.

Die Partnerinstitutionen Sawi und Spri planen gemäss einem Letter of Intent den Aufbau eines national und international anerkannten Zentrums für Ausbildung und Kompetenz im Bereich Kommunikation und Marketing.

Die Partnerinstitutionen Sawi und Spri planen gemäss einem Letter of Intent den Aufbau eines national und international anerkannten Zentrums für Ausbildung und Kompetenz im Bereich Kommunikation und Marketing. Eine Projektgruppe wurde mit der Erarbeitung eines Konzepts für die Verwirklichung dieses Kompetenzzentrums beauftragt. Spätestens zum In-Kraft-Treten des neuen Berufsbildungsgesetzes wollen Sawi und Spri das Fundament des neuen Kompetenzzentrums für Kommunikation und Marketing gelegt haben.OMD und Target Group neu im BSW. Der Bund Schweizer Werbeagenturen (BSW) hat zwei neue Mitglieder aufgenommen. Mit OMD Schweiz stösst die dritte Mediaagentur nach Optimedia und The Media Edge zum BSW. Target Group, das zweite Neumitglied, verstärkt die Reihen der Dialogmarketingfirmen. Im vergangenen Jahr hatte der BSW beschlossen, sich auch für nicht klassische Agenturen zu öffnen.
BONAPARTE ZEIGT SINN FÜR KULTUR. Das Zürcher Theater an der Winkelwiese ist eine Kleinbühne in reizender Umgebung, die sich nur selten Werbung leisten kann. Im Sinne eines kulturellen Engagements wird es von der Zürcher Agentur Bonaparte honorarfrei betreut. Deren jüngste Kreation, ein B4-Plakat für eine Inszenierung des Märchens «Blaubart», das vom 12. Januar bis zum
7. Februar aufgeführt wird, zeigt einen blauen Rasierpinsel. «Wir wollten den Titel des Theaterstückes und die Unscheinbarkeit Blaubarts in einem Schritt umsetzen», sagt Berater Roland Trabadelo. Dea Loher hat die Handlung des Märchens, das 1697 durch Charles Perrault Eingang in die neuere Kunstliteratur fand, in die Gegenwart verlegt: Einem bescheidenen Mann ohne Ambitionen sind die Frauen derart verfallen, dass sie sich sogar von ihm umbringen lassen, wenn er sie nur begehrt. Das Plakat klebt auf städtischen Plakatstellen.
Guerillakleber für die Gelben Seiten. Nach der letztjährigen Printkampagne meldet sich Publicis für die Gelben Vielseitigen mit der ebenso ironischen bis sarkastischen Fortsetzung zurück. Dabei kommt jetzt das Kernstück des Werbeauftritts in physischer Form zum Zug: kleine gelbe Kleber, deren knappe Fragen auf die Situation des Betrachters eingehen und hinterfragen. Wer also demnächst in öffentlichen Toiletten die Nase zuhält und dabei auf den Kleber «Gasmasken?» trifft oder nach verrichteter Arbeit sich vor dem Spiegel die Frisur mit den feuchten Händen stylt und hierbei den Kleber «Stylist?» auf dem Spiegel erspäht, der hat sich den Nutzen des Branchenverzeichnisses deutlich vor Augen geführt.
KRÄFTIG ZUGEPACKT ist schon halb abgespeckt. Wer über die Festtage opulent zugelangt und ein bisschen gesündigt hat, kann seine zu viel angesammelten Pfunde jetzt mit einer ziemlich schrägen Idee wieder loswerden. Mit einer «Guerilla-Aktion» wirbt McCann-Erickson für die Wellness-Oase Ladyfit. «Aus einem Lowest Budget das Maximum herausholen», war dabei der Gag für CD Claude Catsky. Die Plakate wurden gebogen und «mobil» im Millionen-Zürich aufgestellt, bis die Ordnungshüter eingegriffen haben. Ansonsten sollen die Plakate dramatisieren, dass auch Frauen mehr Power im Alltag haben könnten – sofern sie im Fitness-Center Ladyfit ein Krafttraining absolvieren.
Markus Gislers Finanzportal heisst Moneycab. Das geplante Finanzportal von Bluewin, Credit Suisse und Tamedia startet im Frühjahr 2001 unter dem Namen Moneycab.com. Chefredaktorin wird Franziska Hügli, bisherige Leiterin Geld und Kapital bei dem Monatsmagazin Bilanz. Ihr Stellvertreter in der 15- bis 20-köpfigen Redaktion wird Beat Römer, derzeit Mitglied der Redaktionsleitung von Cash. Die Leitung von Marketing und Verkauf übernimmt Werner Krüdewagen, bisher Marketingleiter bei Borsalino. Für die Vermarktung der Werbeflächen auf der Homepage wird die Webagentur Adlink zuständig sein.
MIGROS LUZERN FÜR MARKETING TROPHY 2001 NOMINIERT. Unter dem Motto «Aus der Region. Für die Region» bieten seit November 1999 die Filialen der Genossenschaft Migros Luzern Produkte an, die allesamt in der Zentralschweiz produziert worden sind. Vier Monate nach der Einführung erreichte die Aktion bereits einen Bekanntheitsgrad von 69 Prozent. In den vergangenen Monaten betrug der Anteil regionaler Landwirtschaftsprodukte am gesamten Nahrungsmittelumsatz der Migros-Genossenschaft durchschnittlich neun Millionen Franken, das entspricht einem Anteil von etwa
13 Prozent. Dieser Erfolg veranlasste den Schweizerischen Marketingclub, die Aktion für die Marketing Trophy 2001 zu nominieren.
RMB übernimmt auch CineCom Österreich. Die belgische Werbevermarkterin RMB International übernimmt 75 Prozent an der österreichischen CineCom & Media GmbH in Wien. RMB ist bereits Mehrheitseignerin der CineCom-Schwestergesellschaften in der Schweiz und Deutschland. Als RMB-Area-Manager für den deutschsprachigen Raum wird Matthias Luchsinger auch für CineCom Österreich zuständig sein. Das operationelle Geschäft bleibt aber beim eingesessenen Management. Luchsinger beschrieb seine Aufgabe gegenüber der WerbeWoche als «der verlängerte Arm der Aktionäre». CineCom Österreich vermarktet das Werbefenster von Sat 1 sowie die internationalen Filmanbieter United Cinemas International und Loews. Als Kinovermarkter betreut CineCom 95 Prozent der Leinwände in Österreich.
Editorial

Das Umfeld ist nicht die Message
Vor zwei Jahren veröffentlichte die Weltwoche einen Test. Er prüfte die Unbestechlichkeit von Redaktionen gegenüber den Wünschen von Inserenten. Die Versuchsanordnung sah folgendermassen aus: Eine Weinhandelsfirma bot zwölf Medien an, Inserate in der Höhe von 10000 Franken zu platzieren, wenn diese gleichzeitig bereit wären, einen PR-Text im redaktionellen Teil zu publizieren. Das Ergebnis bestätigte, was viele schon immer vermuteten: Die Hälfte der angefragten Medien reagierte willfährig.
Auch wenn mit diesem Test die Beweisführung lückenhaft gewesen war – da es sich um verdeckte Recherchen handelte und nur die entsprechende Absicht zur Publikation des PR-Textes bekundet wurde –, warf er ein Scheinwerferlicht auf die labile Machtbalance zwischen PR und Journalismus. Wie weit können Journalisten Themen und Timing selber bestimmen? Wie gross ist auf der andern Seite der Einfluss der PR-Leute, die Medien mit Nachrichtenstoff versehen
und immer häufiger Ereignisse inszenieren, um zur Berichterstattung
zu animieren? Letztlich handelt es sich
um ein Tauschgeschäft von Information gegen Aufmerksamkeit, bei dem das Medium seine Glaubwürdigkeit zu verteidigen hat.
Ähnlich verlaufen die Konfliktlinien, wenn es um die Platzierung von Inseraten geht. Am liebsten haben Mediaplaner und ihre Auftraggeber einen Spot oder eine Anzeige in einem «passenden Umfeld». Hartnäckig hält sich die Vorstellung, dass vom Umfeld, in dem eine Anzeige steht oder ein Werbespot gezeigt wird, ein Einfluss auf die Werbewirkung ausgehe. Man platziert Werbung für edle Parfüms im Umfeld von Lifestyleartikeln, Anzeigen für Bücher neben Bestsellerlisten und Tourismuswerbung in Reisebeilagen.
Nicht selten werden daher Redaktionen und Programmmacher aufgefordert, den redaktionellen Inhalt auf die umgebende Werbung abzustimmen. Medienanalytiker geben sich diesbezüglich skeptischer und bezeichnen die medienbezogene Werbewirkung als Wunschdenken. Wolfgang J. Koschnick zeigt in seinem Beitrag in unserer Artikelreihe «Wie Werbung wirklich wirkt» die Ergebnisse der neuesten Forschung auf. Samuel Helbling

Kopf der Woche: «Aktienbesitz ist für mich kein Thema»

Hannes Britschgi ist ab 15. Januarder neue Chefredaktor von Facts

Hannes Britschgi ist ab 15. Januarder neue Chefredaktor von FactsHannes Britschgi ist ab 15. Januarder neue Chefredaktor von Facts«Aktienbesitz ist für mich kein Thema»
Von der über Gebühren finanzierten Service-public-Firma zum börsenkotierten Unternehmen: Grösser könnten die Unterschiede in den Unternehmenskulturen gar nicht sein, denen Hannes Britschgi mit dem Wechsel von SF DRS zur Tamedia begegnet. Seine ersten Erfahrungen mit der neuen Firmenkultur waren indes vor allem von der amüsanten Art. «Zum Beispiel habe ich über das ausgeklügelte Timing geschmunzelt, als meine Ernennung zum Facts-Chefredaktor kommuniziert wurde», erinnert er sich. Das habe man nicht wie üblich nach Vertragsunterzeichnung geplant, sondern an einem speziell auf die Börse abgestimmten Termin.
Solche Zwänge will der 45-Jährige sich aber für seine journalistische Arbeit möglichst vom Leibe halten. Deshalb ist er strikt abstinent, was Aktienbesitz betrifft. Und er ist auch überhaupt nicht unglücklich darüber, erst ein paar Monate nach dem IPO zu Tamedia zu stossen. Damit sei er gerade noch knapp an der Aktien-Sonderaktion für Mitarbeiter vorbeigekommen, lacht er. Doch solche Dinge können seine Lust auf Neues nicht trüben. Denn nach 15 Jahren SF DRS ist der Hunger auf ein neues Umfeld und neue Herausforderungen gross.
Trotzdem ist ihm der Abschied vom Schweizer Fernsehen nicht leicht gefallen. Der Jurist und Anwalt hat dort seine gesamte Karriere als Journalist durchlebt. Zwei Jahre «Karussell», ein Intermezzo mit «Max», vier Jahre «Kassensturz» hinter den Kulissen. Und als Höhepunkt die «Rundschau», zu der Britschgi 1994 stiess und die er ab Januar 1999 leitete.
Dem aggressiven Interviewer gelang es, die Quote des Politik- und Wirtschaftsmagazins weiter nach oben zu treiben. So verfolgten in den letzten Monaten jeweils bis zu 600000 Zuschauer und vereinzelt noch mehr, wenn Britschgi die Wirtschaftsbosse auseinander nahm.
Diesen zupackenden Stil wird er auch bei Facts nicht aufgeben. Zwar möchte er noch keine Details über die künftige Ausrichtung des Nachrichtenmagazins verraten. Sicher ist aber: Das Erfolgsrezept der «Rundschau» wird er auch am neuen Ort pflegen.
Doch wer ist eigentlich dieser knallharte TV-Profi, den die meisten nur von der «Rundschau» kennen? «Sicher nicht jener ‹eklige und unmögliche Typ› aus der Sendung.» Aber das Temperament ist dasselbe, denn Britschgi mag die engagierte Auseinandersetzung im Team. «Wenn man sich aneinander reibt, streitet, wenn die Leute explodieren – das führt zu guten Resultaten im Journalismus.»
Diese anregende Atmosphäre, wie er sie malt, erlebt Britschgi auch zu Hause in Zürich. Partnerin Lucia und die drei Töchter halten ihn körperlich und geistig fit. Vor allem die Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren inspirieren ihn. «Die gehen mit einer unglaublichen Offenheit ins Leben.» Genau so werde er dem neuen Arbeitsumfeld begegnen: «Mit ganz grossen Augen in diese neue Konzernwelt eintreten.»
Daniel Schifferle

«Klassische Regieverträge sind veraltet»

Erwin Bachmann über die neue Kooperationsform von Neuer LZ und Publicitas

Erwin Bachmann über die neue Kooperationsform von Neuer LZ und PublicitasNach zweijährigen Verhandlungen zwischen Neuer Luzerner Zeitung (Neue LZ) und Publicitas (P) ist ein Modell entstanden, das dem Verlag die Leitung im Anzeigengeschäft überträgt. Erwin Bachmann, VR-Delegierter der LZ Medien Holding, erklärt, weshalb dies von seinem Unternehmen so gewünscht wurde.Warum wünschte die Neue LZ ein neues Zusammenarbeitsmodell mit der P?
Erwin Bachmann: Das Anzeigengeschäft ist generell das Wichtigste, was wir und auch andere Verlage betreiben, denn zwei Drittel unserer Einnahmen stammen aus diesem Geschäft. Deshalb war es schon länger unsere Absicht, näher an dieses Geschäft heranzukommen.
Aber warum dieser radikale Wechsel vom Outsourcing zur Inhouse-Bearbeitung?
Bachmann: Ich glaube, dass der klassische Regievertrag veraltet ist, mit dem man ein solches Geschäft praktisch über ein Papier weitergibt. Wir müssen auf dieses Schlüsselgeschäft viel stärker Einfluss nehmen und viel mehr einwirken können, das gilt sowohl für den Kundenkontakt als auch bei den entsprechenden strategischen und operativen Entscheiden.
Die Rede ist von einer paritätischen Kooperationsform. Was heisst das?
Bachmann: Paritätisch heisst, dass wir in zwei verschiedenen Gremien gleichberechtigt zusammenarbeiten: Auf der Stufe Strategie haben wir so etwas wie einen Verwaltungsrat, auf der operativen Ebene so etwas wie eine Geschäftsleitung. Das Modell ist so aufgebaut, dass wir die Grundkosten, die etwa für die Bearbeitung, für die Abrechnungssysteme und anderes entstehen, gemeinsam tragen. Wir haben direkt Einfluss auf diese Kosten. So entscheiden wir mit, wie wir ein Problem lösen und welche Leistungen wir einkaufen wollen. Für die Publicitas hingegen läuft das Modell nach Abgeltung ihrer Leistungen auf eine Gewinnbeteiligung hinaus.
Werden Sie eine gemeinsame Firma gründen?
Bachmann: Nein, es gibt keine Firma im rechtlichen Sinn. Nur die Konstruktion ist ähnlich wie bei einer Firma. Aber die Rechtsform bleibt: zwei verschiedene Firmen, die aber viel enger zusammenarbeiten. Für uns ist entscheidend, dass die P Luzern ihren Standort an den Standort der LZ Medien verlegen wird, sodass die Wege zwischen Inserat und Verlag, zwischen Inserat und Technik und teilweise auch zwischen Inserat und Redaktion sehr kurz sind. Das wird schliesslich auch den Kunden sehr entgegenkommen.
Wie werden der Quasi-VR und die Quasi-GL personell zusammengesetzt sein?
Bachmann: Auf der strategischen Ebene haben wir ein Viererteam, bei dem ich den Vorsitz mit Stichentscheid habe. Mit dabei sind unser Geschäftsleiter Jürg Weber und Bruno Hegglin, der Direktor der P Luzern, sowie ein Vertreter der P Schweiz. Auf der operativen Ebene ist ein Sechserteam vorgesehen. Dort wird der Geschäftsleiter Neue LZ federführend sein, seitens der Publicitas werden der Anzeigenleiter und der Key-Account-Chef dabei sein. Doch das ist personell noch nicht definitiv.
Dass die Führung bei der Neuen LZ sein wird, erweckt den Eindruck, dass Sie der Publicitas nicht ganz trauen. Gab es in der Vergangenheit Probleme?
Bachmann: Nein, sonst würden wir nicht mit der P zusammenarbeiten, sondern in die Eigenregie gehen. Ziel war, ein vorteilhafteres Modell zu finden. Die P ist eine sehr gute Inserategesellschaft. Diese soll mit dem Verlagsgeschäft zu einer sinnvollen Kombination gebündelt werden, eigentlich ähnlich, wie dies bei Eigenregiezeitungen möglich ist. Von Misstrauen gegenüber der P kann überhaupt nicht die Rede sein. Die Tatsache, dass der Vorsitz bei uns ist, zeigt lediglich, dass wir uns wirklich ernsthaft um dieses Geschäft kümmern wollen.
Damit hatten Sie es aber eilig. Immerhin wurde der bisherige Pachtvertrag vorzeitig aufgelöst.
Bachmann: Er wurde lediglich ein Jahr vor Ablauf durch das neue Modell abgelöst, um sofort die bessere Lösung einzuführen.
Wird es mit dem neuen Modell künftig für die Inserenten einfacher, auf die Redaktion Einfluss zu nehmen?
Bachmann: Weder einfacher noch schwieriger, denn wir haben eine klare Trennung zwischen Inserateraum und redaktionellem Raum. Aber wenn es um das Platzieren von Inseraten geht, wird unser engeres – auch örtliches – Zusammenkommen die Wege zwischen Anzeigenverkauf und Redaktion verkürzen. Das wird den Kunden zugute kommen, hat aber keinen Einfluss auf den Inhalt der Zeitung. Ich glaube übrigens, dass wir bezüglich Inserateplatzierung schon heute ein hervorragendes Angebot und ein sehr gutes Zusammenwirken mit unserer Redaktion haben.
Ist es für die Neue LZ als marktbeherrschende Zeitung in der Zentralschweiz imagemässig geschickt, mit dem marktbeherrschenden Anzeigenverkäufer künftig noch enger liiert zu sein?
Bachmann: Darin sehen wir überhaupt kein Problem, es ändert sich ja nichts für die anderen Mitbewerber. Die Zusammenarbeit zwischen Neuer LZ und P bestand ja schon bisher, nur in anderer Form.
Wie unterscheidet sich Ihr Zusammenarbeitsmodell von dem, was in Chur mit der Südostschweiz Publicitas AG seit einiger Zeit existiert?
Bachmann: Im Wesentlichen ist nur die Rechtsform anders.
Und warum wählten Neue LZ und P Luzern eine weniger klare Rechtsform?
Bachmann: Wir sind zwar mit Abstand grösster Kunde der P Luzern, aber diese bedient auch noch andere Zentralschweizer Anbieter. Deshalb wäre es für sie problematisch, über eine auch rechtlich gemeinsame Gesellschaft gleichzeitig Anzeigenverkäufer für Dritte im selben Raum zu sein.
Interview: Markus Knöpfli

SPOK: Neue Führung, neue Kurse

Die SPOK geht das neue Jahr mit Elan an: Ronny Schmid übernimmt ab 1. Februar die Geschäftsführung, und das Kursangebot wird erweitert.

Die SPOK geht das neue Jahr mit Elan an: Ronny Schmid übernimmt ab 1. Februar die Geschäftsführung, und das Kursangebot wird erweitert.Die SPOK geht das neue Jahr mit Elan an: Ronny Schmid übernimmt ab 1. Februar die Geschäftsführung, und das Kursangebot wird erweitert. Schmid, Geschäftsführer bei Universal McCann und Gründungsmitglied der Schule, wird zusammen mit Peter Döbeli, Röné Bertschi, Christoph Bürge und Peter Bächtiger den Verwaltungsrat bilden. Die Kursleitung bleibt bei Ursula Krebs, Jacqueline Weber und Monika Klingler.
Zusätzlich zu den Ausbildungsangeboten Planer/in Marketingkommunikation, Leiter/in Marketingkommunikation (Start Januar 2002) und dem SPOK-Media-Academy-Lehrgang Media Basic sind ein Lehrgang Media Expert und diverse Workshops geplant. Unter Media Expert soll man sich gemäss Monika Klingler eine Art Medialeiter, analog zum Werbeleiter, vorstellen. Genaue Startdaten für den neuen Lehrgang sind noch nicht bekannt. (ba)

Die Neue LZ nimmt mehr Einfluss

Neue LZ und Publicitas vereinbaren ein neues Kooperationsmodell für das Inserategeschäft

Neue LZ und Publicitas vereinbaren ein neues Kooperationsmodell für das InserategeschäftDie Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ) und die Publicitas (P) haben ihren Regievertrag ein Jahr vor dessen Ablauf aufgelöst und ein neues Zusammenarbeitsmodell vereinbart, das ab sofort gilt. Danach betreut die P das Anzeigengeschäft zwar weiterhin, dieses steht jedoch nun unter der Führung der Neuen LZ. Der neuen Vereinbarung gingen zweijährige Verhandlungen voraus.Beim neuen Modell wird sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene je ein gemeinsames, paritätisch zusammengesetztes Führungsgremium eingerichtet. Bemerkenswert daran ist, dass beide Gremien unter der Leitung der Neuen LZ (siehe auch Seite 5) stehen. Ansprechpartner für Inserenten bleibt weiterhin Karl Angst.
Die Neue LZ übernimmt somit die Verantwortung für das Anzeigengeschäft, dieses wird für sie transparenter, und nicht zuletzt dürfte der neue Vertrag für die Neue LZ auch finanziell interessanter werden.
Die neue Regelung läuft auf eine Gewinnbeteiligung hinaus
Aus P-Sicht hingegen hat der neue Vertrag gemäss P-Generaldirektor Ernst Grab vor allem zwei Vorteile: Erstens kann die Publicitas ihre Zusammenarbeit mit dem grössten Anbieter der Zentralschweiz längerfristig absichern (wobei Grab keine Vertragsdauer angeben will), zweitens können die Strategien im Anzeigengeschäft und im Verlagsmarketing künftig besser aufeinander abgestimmt werden. «Das lief in der Vergangenheit auf beiden Seiten nicht immer optimal», sagt Grab. Mittelfristig werde deshalb die P Luzern ihre Aktivitäten an den Standort der LZ Medien Holding verlegen.
Aus finanzieller Sicht schätzt Grab die neue Situation für die Publicitas «in etwa gleich wie bisher» ein. Kein Wunder: Für die P läuft das neue Modell nach Abgeltung ihrer Leistungen auf eine Art Gewinnbeteiligung hinaus. Sie sieht also nur mehr Geld, wenn die bessere Strategiekoordination auch zu mehr Einnahmen führt.
Das LZ-Modell hat Ähnlichkeiten mit den Kooperationsformen, die die P mit Edipresse oder Le Temps unterhält. Bezüglich Parität geht es aber doch am weitesten. «Es bedeutet für uns sicher eine Öffnung in Richtung partnerschaftliche Zusammenarbeit», sagt Grab. Deshalb werde das LZ-Modell wohl auch anderswo die Basis für Kooperationen werden – etwa in St. Gallen.
Markus Knöpfli
Neue LZ beteiligt sich an Swissclick

Der Onlineanzeigenbetreiber Swissclick AG erweitert sein Aktionariat. Neben der Basler Mediengruppe, Edipresse, der NZZ und Publicitas wird sich im ersten Quartal 2001 auch die Neue Luzerner Zeitung AG an Swissclick beteiligen, und zwar mit 20 Prozent. Die Beteiligung erfolgt mittels Kapitalerhöhung. Swissclick will seine Plattform in den wichtigsten Schweizer Wirtschaftsräumen verankern. Darum wird Edipresse in Kooperation mit Swissclick in der Westschweiz ein eigenes Portal eröffnen. Zudem sind Kooperationsgespräche mit weiteren Verlagshäusern im Gang.

Zehn Jahre lang geschlafen

Urs Rohner über Schwierigkeiten, in der Schweiz sprachregionales Privat-TV zu machen

Urs Rohner über Schwierigkeiten, in der Schweiz sprachregionales Privat-TV zu machenZwanzig bis vierzig Prozent Marktanteil müssten Schweizer Privatfernsehveranstalter wie TV 3 oder Tele 24 über den ganzen Tag erreichen, um überleben zu können. Zu diesem Schluss gelangte Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben Sat 1 Media AG, in Zürich auf Einladung der International Advertising Association, Swiss Chapter (IAA).Der Schweizer Fernsehmarkt ist dicht, aber klein. 2,86 Millionen TV-Haushalte ergeben eine Abdeckung von 92 Prozent. In Deutschland stehen Fernsehgeräte in 34 Millionen Haushalten.
In unserem nördlichen Nachbarland hätten sich die privaten Stationen etabliert und die Zuschauer erobert, sagte Rohner: Ihr Marktanteil betrage 53,8 Prozent, und sie dominierten in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Die öffentlichrechtlichen Sender müssten sich mit 43,3 Prozent Marktanteil begnügen. 1,5 Prozent entfielen auf Pay-TV.
Gegenteilig sind die Verhältnisse in der Schweiz: Auch wenn TV 3 mit «Big Brother» viele Zuschauer erobert hat, beträgt der Marktanteil der Privaten nur 43,8 Prozent. Mit 55,8 Prozent lägen die öffentlichrechtlichen Stationen klar vorne. Eine Dominanz, die laut Urs Rohner «politisch gewollt» ist. Die öffentlichrechtlichen Sender absorbierten denn auch an die 60 Prozent des Nettowerbemarktes.
Den Rest müssten die Privaten unter sich aufteilen. Bei jährlich rund 520 Millionen Franken für Werbung und Sponsoring blieben ihnen etwa 208 Millionen Franken. Rohner geht davon aus, dass ein sprachregionaler Privatsender wie TV 3 oder Tele 24 mindestens 100 Millionen Franken pro Jahr aufbringen muss, um ein Vollprogramm anbieten zu können. Somit müsste ein solcher Sender gemäss Rohner in der Schweiz 20 bis 40 Prozent Marktanteil über den ganzen Tag erreichen, um überleben zu können. Spartensender müssten auf etwa zehn Prozent kommen. TV 3 brachte es dank «Big Brother» gegen Ende des Jahres aber nur auf 7,8 Prozent.
Den Anbietern stelle sich keine einfache Aufgabe im Schweizer Markt, führte der TV-Manager weiter aus: Die Produktionskosten seien gleich hoch wie im Ausland, die Zahl der potenziellen Zuschauer bleibe aber relativ niedrig.
Zudem seien die Schweizer nicht einmal sonderlich fernsehfreudig. Durchschnittlich 130 Minuten täglich schauten sie in die Röhre, während Deutsche und Franzosen rund 200 Minuten pro Tag vor der Kiste verbrächten. Urs Rohner erklärt die Differenz damit, dass die Schweizer länger arbeiten als unsere Nachbarn.
Wenn die Schweizer allerdings fernsehen, dann steht ihnen ein grosses Angebot zur Verfügung. Das Senderangebot über Kabel sei hierzulande wesentlich grösser als in Deutschland. Die ausländischen Stationen deckten bereits praktisch alle Bedürfnisse ab, und auch SF DRS habe sich durch eine gewisse Boulevardisierung, so Rohner, gut positioniert.
«In der Schweiz ist das Privatfernsehen zehn Jahre zu spät gekommen», lautet Rohners Fazit. Die späte Deregulierung habe die private Fernsehwirtschaft behindert. Zum heutigen Zeitpunkt sei auch in Deutschland, wo sich der Markt durch Fusionen konsolidiert habe, die Hürde für neue Privatfernsehveranstalter hoch geworden.
Trotzdem schliesst Rohner nicht aus, mit der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe in Zukunft wieder die Fühler in die Schweiz auszustrecken. Bruno Amstutz

Eine Marke sucht ihr Ich

Külling & Partner und cR Seiler DDB, Basel, haben Coop eine neue Identität rezeptiert

Külling & Partner und cR Seiler DDB, Basel, haben Coop eine neue Identität rezeptiertNach mehrjähriger Vorbereitung setzt Coop im Blick auf die Annäherung an die EU die Vision «Coop Forte» um: Auf den 1. Januar 2001 wurden die 14 Coop-Genossenschaften zu einer Firma zusammengeführt. Zeitgleich mit dem Vollzug dieser strukturellen Neuorganisation hat das Unternehmen im Sinne eines Corporate Branding eine neu konzipierte Markenidentität lanciert, die bisher ungenutztes Profilierungspotenzial erschliessen soll. Im neuen Auftritt ist die Hausfarbe Orange ungefähr das Einzige, was noch an den «alten» Coop erinnert. Ein Strategiepapier begründet die Beibehaltung: «Wir wollen die Stärke der Tradition in den Fortschritt mitnehmen und weichen Migros nicht aus, sondern verweisen diese endgültig in die Defensive.»
Die neue Identität der Marke Coop wird durch ein neues Corporate Design der Zürcher Identityagentur Külling & Partner und einen neuen Dachmarkenauftritt von cR Seiler DDB, Basel, kommuniziert, in dem selbst Kleinkinder schon mit den Augen blinzelnd ihre Wahl treffen. Seite 14

Ausserdem: Peter Karlen wird neues Verwaltungsratsmitglied bei der Ringier Print Holding und den Gesellschaften der Ringier Druckzentren Zofingen und Adligenswil.

AusserdemPeter Karlen wird neues Verwaltungsratsmitglied bei der Ringier Print Holding und den Gesellschaften der Ringier Druckzentren Zofingen und Adligenswil. Der Inhaber und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Karlen-Consulting für Print

AusserdemPeter Karlen wird neues Verwaltungsratsmitglied bei der Ringier Print Holding und den Gesellschaften der Ringier Druckzentren Zofingen und Adligenswil. Der Inhaber und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Karlen-Consulting für Print und Neue Medien löst den zurücktretenden Marco Solari ab.
TV-3-Unterhaltungschef Christoph Bürge übernimmt zusätzlich die Funktion des Programmleiters. Die bisherige Leiterin Programmplanung, Catherine Mühlemann, hat sich selbstständig gemacht.
Roger Möschler gab die Leitung der APG Filiale Zürich per 1. Januar ab. Möschlers Nachfolge übernahm Beat Holenstein, sein bisheriger Stellvertreter.

Bei der jüngsten Generalversammlung der Wirz Partner Holding AG wurden drei zusätzliche Verwaltungsräte gewählt. Achim Wirtz, Vorsitzender der GL und Miteigentümer der Wirz Identity AG, Urs Lauffer, Unternehmensberater und VR-Mitglied bei diversen Firmen, sowie Christian Steinmann, Rechtsanwalt und Senior Partner in der Zürcher Anwaltskanzlei Bär & Karrer. Sie ergänzen das bisherige Gremium, bestehend aus Jost Wirz, Präsident, Jürg Gulich, Vizepräsident, Felix Kreyenbühl, Hans Ulrich Schweizer und Andreas Thommen.
Seit 1. Januar ist Myrta Bugini Leiterin der Kommunikationsabteilung bei Ringier. Sie löst Fridolin Luchsinger ab, der sich auf seine Aufgaben als Generalsekretär der Konzernleitung und Leiter der Journalistenschule konzentrieren wird. Luchsinger bleibt aber Unternehmenssprecher und direkter Vorgesetzter von Bugini.

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