Aufgefallen: Die New York Times macht vor, was Boris Becker abhanden gekommen ist.

AufgefallenDie New York Times macht vor, was Boris Becker abhanden gekommen ist. Das Vermitteln von wahren, zukunftsfähigen Werten, an die man wie frau gerade in einer solch schnelllebigen Zeit gerne glauben möchte. Zumindest was das immer wieder

AufgefallenDie New York Times macht vor, was Boris Becker abhanden gekommen ist. Das Vermitteln von wahren, zukunftsfähigen Werten, an die man wie frau gerade in einer solch schnelllebigen Zeit gerne glauben möchte. Zumindest was das immer wiederkehrende Thema Eheschliessung angeht. So produzierte die amerikanische Tageszeitung für ihre Sonntagsausgabe vom 14. Januar ein spezielles «Advertising Supplement» mit dem hollywoodreifen Titel «Getting Married on Long Island» (wo denn sonst, wenn nicht dort?). Darin werben auf 24 Seiten Hotels, Schlösser, Resorts, Juweliere, Kleiderfirmen und wen man noch so braucht für den angeblich schönsten Tag im Leben. Und der muss ja schliesslich teuer sein, da man ihn nur einmal feiert. Oder feiert man ihn nur einmal, weil er so teuer ist? Koste es, was es wolle: Ganz kreativ präsentieren sich die Slogans der einzelnen Anzeigen. Sie steigern sich von «Honey, now we can relax … that was the wedding of a lifetime» bis zu «Private Sunsets for Future Horizons». Das tönt alles verdammt romantisch und ist ganz bestimmt von eheverwöhnten Kreativen entworfen worden, die sich wohl nichts anderes wünschen, als nochmals zu heiraten. Alles in allem wirkt die ganze Beilage jedoch absolut provinziell und steif. Das Inserat eines Scheidungsanwaltes oder des Barbara-Cartland-Verlegers hätte dieser inszenierten, virtuellen Welt zumindest den Boden der Realität gegeben. Da lob ich mir die Italiener. Die verplempern an ihrer Hochzeit so viel Geld auf Pump, dass sie ihr Leben lang mit Abzahlen der Hochzeitsfeier beschäftigt sind – auch ein Grund, warum die Scheidungsraten in Italien so tief sind und die Hochzeitsfeiern alles andere als provinziell.
Chandra Kurt
Kolumne

Wahr oder unwahr?
Von Anna Esposito
Korrigenda: Das Nachrichtenmagazin Facts (englisch für Fakten) entschuldigt sich bei der gesamten Werbewelt für den Fauxpas von vergangener Woche. Und fordert vorsorglich für nächstes Jahr alle Werberinnen und Werber auf, ihren Lebenslauf und die Liste der gesammelten Preise und Auszeichnungen an hannes.britsch [email protected] einzusenden. So kann im Januar 2002 bei Redaktionsschluss der WerbeWoche am Dienstagabend doch schon mal eine vollständige Namenliste publiziert werden, auf der sich mit hundertprozentiger Sicherheit der Sieger/ die Siegerin des darauf folgenden Donnerstags befindet.
Die diesjährige Kommunikationspanne und die daraus folgende Botschaft an die Aussenwelt rund um den Werber des Jahres hat ja neben der Komik unfreiwillig auch etwas Wahres an den Tag gebracht: Oft stecken zwei (oder mehr) Werber hinter einer Idee. Die genannte Primeur-Prophylaxe wird also auch einen netten Nebeneffekt haben: Sie rückt den Fact in unser aller Bewusstsein zurück, dass Werbung, trotz grassierenden Gewinnerkults, ganz am Rande doch etwas mit Teamarbeit zu tun hat. Sonnenklar, das Copyright für Geniestreiche teilt sich die kreative Korona, daran gibts nichts zu würfeln. Doch hie und da befällt einen intern die Einsicht, dass der Einfall (Heureka!) eingebettet in allerlei Firlefanz geboren wurde (Stichwort Analyse, Briefing, Gespräche, Ausbeuten von Juniortextern). Und in der Realisation auch das eine oder andere ausgerissene Bein gekostet hat (siehe Mediaplanung, Produktion, Lunchen mit der Presse).
Das Schöne, wenn sich nächstes Jahr alle Werbetreibenden auf der Bühne einfinden und von der dann amtierenden Miss Schweiz angestrahlt werden: Der alles vergiftende Neid fällt weg, und wir können getrost zusammen ein Bier kippen. Was für die Werber unterm Jahr schon immer das offene Erfolgsgeheimnis war.
Sprachbeobachter

Hundert Fragen ans neue Jahr (51–75)
51. Würden Sie lieber anders heissen? Wie?
52. Hat Ihr Leben einen Sinn? Und das Ihrer Mitmenschen?
53. Glauben Sie, dass das Internet die Welt verbessert?
54. Pflegen Sie Ihren Körper?
55. Denken Sie mit dem Kopf, mit dem Bauch oder von Hand?
56. Wollen Sie IhreN Ex-PartnerIn nie mehr sehen, oder möchten Sie Freunde bleiben?
57. Lügen Sie ab und zu? Wie fühlen Sie sich dabei?
58. Sind Sie schon einmal verhaftet worden?
59. Haben Sie schon einen Menschen getötet?
60. Wären Sie froh, wenn bestimmte Leute umgebracht würden. Wie viele wären das ungefähr?
61. Überlegen Sie erst, bevor Sie antworten?
62. Erinnern Sie sich an den peinlichsten Moment in Ihrem Leben?
63. Staunen Sie ab und zu über sich selbst?
64. Wofür bekommen Sie Komplimente? Wofür würden Sie gern welche bekommen?
65. Können zwei Menschen für den Rest ihres Lebens zusammenbleiben?
66. Was denken Sie über ein Ehepaar, das sich mit Mutti und Vati anspricht?
67. Haben Ihre Eltern Sie gewollt, gestillt, geliebt, getragen?
68. Wenn Sie nur etwas aus Ihrem brennenden Haus retten könnten, was wäre das?
69. Wie weit denken Sie voraus?
70. Möchten Sie in die Zukunft schauen können? Würden Sie es tun?
71. Macht Alleinsein stark oder schwach?
72. Sind Sie stark? Wozu?
73. Mögen Sie Betrieb oder haben Sie lieber Ihre Ruhe?
74.Wie soll man leben?
75. Welche Stimme hören Sie, wenn Sie diese Fragen lesen?
Beat Gloor, www.textcontrol.ch

Eva hat auch ein Flair für Service

Der neu gestaltete Tages-Anzeiger belebt das Leseerlebnis und puscht die Servicethemen

Der neu gestaltete Tages-Anzeiger belebt das Leseerlebnis und puscht die ServicethemenVon Daniel SchifferleDer neu gestaltete Tages-Anzeiger puscht die Servicethemen und verknüpft sie mit dem Publikumsmagneten TV-Programm. Zwar sind die Änderungen bei Seitenarchitektur und Typografie nur geringfügig, doch sie beleben das Leseerlebnis markant.
Kontrastreicher, bunter, boulevardiger, so kommt der Tages-Anzeiger seit vergangenem Montag daher. Doch sind es eigentlich nur einige wenige Änderungen, die eine grosse Wirkung entfalten. Eine davon ist das neue Inhaltsverzeichnis, das als waagrechter Streifen oben auf der Front und auf jedem Bund-Auftakt Leserführung vermittelt.
Keine optische Annäherung an die SonntagsZeitung
Ein zweites Inhaltsverzeichnis im linken unteren Viertel der Frontseite liefert ausführliche Anrisse, die den Kern der Story bereits wiedergeben. Damit mausert sich die erste Seite noch mehr als bisher zur Fundgrube für das schnelle Leseerlebnis. Und lernt dabei von den Pendlerzeitungen, die Meister darin sind, Themen knapp auf den Punkt zu bringen.
Einen ganz neuen Groove bewirken ebenfalls die nur geringfügigen Änderungen bei der Typografie. Der Schrifttyp bleibt derselbe, hingegen wurde das frühere Wirrwarr bei den Schriftgrössen vereinheitlicht. «Elegant, nobel, fein», charakterisiert Chefredaktor Philipp Löpfe die völlig neue Wirkung, die davon ausgeht. Eines aber ist offensichtlich: Der neue Tages-Anzeiger ist im Erscheinungsbild unverkennbar einen grossen Schritt näher zur SonntagsZeitung gerückt.
Löpfe dementiert jedoch, dass eine Annäherung der beiden Marken beabsichtigt sei. «Wir wollen weder peppig noch boulevardig daherkommen, und wir werden im Unterschied zur SonntagsZeitung sehr zurückhaltend umgehen mit dem Freistellen von inhaltlichen Elementen».
Die auffälligste Neuerung des umgestalteten Tages-Anzeigers passiert im sechsten Bund. Dort sind jetzt nämlich neu die Servicethemen untergebracht: Am Montag «Computer», am Dienstag «Auto & Technik», am Mittwoch «Reisen», am Donnerstag «Medien», am Freitag «Akonto» und am Samstag «Savoir-vivre».
Mit dieser prominenten Positionierung wertet der Tages-Anzeiger die Bedeutung der Servicethemen ganz klar auf. «Die Marktforschung stellt ein steigendes Bedürfnis nach Magazin- und Servicethemen fest, und darauf reagieren wir», sagt Löpfe. Der erhöhte Stellenwert der Servicethemen wird auch damit unterstrichen, dass es sie jetzt das ganze Jahr gibt und die bisher insgesamt elfwöchige Erscheinungspause im Sommer künftig entfällt.
Jetzt kommt auch die
Kassiererin im Tagi zu Wort
Und dass die Leser die Servicethemen nicht mehr einfach unbeachtet beiseite legen, dafür sorgt ein ganz besonderer Trick. Denn neu ist das Fernseh- und Radioprogramm an dieser Stelle untergebracht – ein Zugpferd für den zu profilierenden sechsten Bund, der damit elegant in die Zeitung integriert worden ist. Aber auch sonst steckt dieser voller Neuigkeiten.
Da ist zum Beispiel der tägliche Ausgehkalender oder der Comic «Eva» von Jaermann/Schaad, den man täglich auf der letzten Seite findet. Im Unterschied zu den eingekauften Comics wie «Garfield» oder «Hägar», die früher den Tages-Anzeiger bevölkerten, ist «Eva» eine Eigenproduktion. Träfe und bauernschlaue Erkenntnisse wird die schräge Supermarktkassiererin künftig zu aktuellen Themen liefern.
Konzipiert wurde das neue Layout von Michael Jones in Zusammenarbeit mit Tagi-AD Markus Roesch und Toni Lienhard. Jones ist für den Tagi bereits ein alter Bekannter, war er doch bereits beim letzten Relaunch vom Spätsommer 1997 mit dabei. Damals allerdings noch als Mitarbeiter des renommierten Zeitungsdesigners Roger Black. Inzwischen hat sich Jones selbstständig gemacht.

Kopf der Woche: «Dialog ist wichtigerals Einwegkommunikation»

Myrta Bugini leitet seit Anfang Januar die Kommunikationsabteilung von Ringier

Myrta Bugini leitet seit Anfang Januar die Kommunikationsabteilung von Ringier«Dialog ist wichtiger als Einwegkommunikation»Kommunikation bedeutet für Myrta Bugini, Brücken zu schlagen, Leute zusammenzuführen, Dialoge zu ermöglichen. Neu ist dieses Aufgabengebiet für sie nicht. Zwar amtet sie seit Anfang Januar als frisch gebackene Kommunikationschefin bei Ringier, doch als langjährige Stellvertreterin von Fridolin Luchsinger kennt sie die Abteilung bereits wie ihre Jackentasche. Ausserdem wird Luchsinger als Generalsekretär der Konzernleitung weiterhin Buginis Vorgesetzter bleiben. «Die neue Herausforderung besteht für mich darin, die ganze Verantwortung zu tragen», befindet die Kommunikationsleiterin, «die Arbeit an sich gehört seit längerem zu meinem Alltag.»
Über Beschäftigungsmangel wird sich Myrta Bugini in den kommenden Monaten nicht beklagen können. Die Präsentation des Geschäfts- und des Umweltberichts steht ins Haus, ausserdem lanciert Ringier ein Intranet und einen neuen Internetauftritt. In der Kommunikationsabteilung laufen die Fäden der Koordination dieser Projekte zusammen. Dazu kommen die Organisation von Anlässen und die Betreuung der Kunden-PR, zusätzlich soll die Auswertung einer Mitarbeiterbefragung die Informationsflüsse im ganzen Unternehmen offen legen.
Seit zehn Jahren arbeitet Bugini für Ringier. In dieser Zeit hat sie viele persönliche Kontakte geknüpft, von den Druckereien bis zur Konzernspitze. «Diese Kontakte helfen mir, die internen Kommunikationsmittel immer wieder zu überdenken», so die 46-Jährige und ergänzt: «Das ist auch nötig, denn in unserem Haus treffen viele Berufskulturen aufeinander.» Unabhängig vom Medium setzt Bugini aber eine Priorität: Dialog ist ihr wichtiger als Einwegkommunikation.
Sie habe in ihrer Laufbahn stets das Glück gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, resümiert die Kommunikationschefin. Nach einer kaufmännischen Ausbildung bei der damaligen SBG und der Arbeit in diversen Filialen schnupperte sie als Werbesekretärin und PR-Assistentin in einem amerikanischen Unternehmen in Zug zum ersten Mal PR-Luft. 1982 stiess Bugini zu Farner PR, um das Handwerk von der Pike auf zu erlernen.
Nach sieben Lehrjahren war der Entschluss gereift, ihr Wissen in der internen Kommunikation eines Grossunternehmens umzusetzen. Allerdings nicht irgendeines Grossunternehmens: NZZ oder Ringier sollten es sein. Nach Tätigkeiten im Bereich Marketing und Kommunikation für Ringier Print trat Bugini 1996 als PR-Assistentin unter Jacqueline Moeri in die Kommunikationsabteilung ein. «Karriere wollte ich nie bewusst machen», betont Bugini, «aber ich bin neugierig, reisse gerne neue Sachen an und ziehe sie dann möglichst effizient durch.» Bruno Amstutz

WHS Berlin gerettet

WHS Berlin mergt mit der Berliner Agentur Melle Pufe und zieht an deren Domizil.

WHS Berlin mergt mit der Berliner Agentur Melle Pufe und zieht an deren Domizil.Die Beteiligungsverhältnisse seien noch nicht festgelegt, sagte Rainer Kunst. Alles sei noch offen, auch die Frage, ob sich Melle Pufe an der WHS Holding beteilige. «Wir sind kreativ auf einer Wellenlänge», meint Stefan Pufe, dessen Agentur im vergangenen Jahr mit 40 Mitarbeitenden Billings von rund 48 Millionen DM betreute. (ew)

Fernsehtraumland Romandie

Eine positive Imagestudie versüsst den Abgang von TSR-Chef Guillaume Chenevière

Eine positive Imagestudie versüsst den Abgang von TSR-Chef Guillaume ChenevièreVon Anita VaucherDie Treue des Westschweizer Publikums zu ihrem Fernsehen ist legendär. Trotzdem ist der Marktanteil der Télévision Suisse Romande (TSR) im vergangenen Jahr leicht geschrumpft. Im Gegenzug konnte der französische Privatsender TF 1 erstmals seit Jahren wieder zulegen.
Zum letzten Mal präsentierte TSR-Chef Guillaume Chenevière in seiner gewohnt optimistischen Manier die Zuschauerzahlen des vergangenen Jahres. Bereits hat Nachfolger Gilles Marchand die Arbeit aufgenommen. Chenevière wird das Unternehmen aber stolz verlassen. Die TSR hat ihr Image gemäss einer Studie in den letzten elf Jahren verbessern können.
In den Augen der Öffentlichkeit ist das welsche Fernsehen vom schwerfälligen, monopolistischen, passiven und wenig transparenten Unternehmen zum dynamischen, modernen und publikumsnahen Sender mutiert.
Wohl etwas aufgeschreckt durch den Vormarsch von TF 1, appellierte Chenevière an das einheimische Schaffen. Zwar hatte der französische Privatsender in der Westschweiz seit 1995 stetig Marktanteil verloren. Vergangenes Jahr ging es aber wieder aufwärts, und dies um mehr als einen Prozentpunkt von 14,4 auf 15,5 Prozent.
Erfolgreiches TSR 2 ist mal Sparten- und mal Sportkanal
Der Mensch habe in seinem Leben zwei Domizile, meinte Chenevière: seinen Wohnsitz und seinen Fernsehapparat. Deshalb sei es unabdingbar, bei der künftigen Programmgestaltung die Eigenproduktionen zu stärken. Dies ist laut Chenevière das beste Rezept, um den Appetit auf den einheimischen Sender weiter anzuregen.
Der Erfolg von TF 1 verweise andererseits auch auf die Attraktivität des breit gestreuten Themenangebots, wie es der Sender biete. Dieser Mix sei nach wie vor ein wichtiger Vorteil gegenüber Spartenprogrammen und Internet. Ausserordentlich glücklich ist der TSR-Direktor auch über die Entwicklung von TSR 2, das mal als Spartenfernsehen und mal als Sportkanal funktioniere.
Über einen Umstand freut sich Chenevière ganz besonders: Im Spielfilmangebot von TSR haben einheimische Produktionen markant zugelegt. So kamen von den im Jahr 2000 gezeigten Spielfilmen 12,1 Prozent aus Schweizer Produktionen, vor zehn Jahren waren es bloss 5,3 Prozent gewesen. Hier sieht er eine Chance für das Fernsehen, denn im Kino hätten die Schweizer Filme einen sehr schweren Stand.
Marktanteil im Krebsgang, trotz höherem TV-Konsum
Bei aller Liebe zur «Télévision de proximité» könnte sich Chenevière kein «Big Brother»-Spektakel auf TSR vorstellen. «Diese Art Unterhaltung ist nicht nach dem Geschmack der frankofonen Mentalität», stellte er trocken fest. In der frankofonen Medienkultur gebe es praktisch keine Sensations- und Klatschpresse und auch keine entsprechenden Fernsehsendungen, doppelte er nach.
Der Gesamtmarktanteil von TSR sank im vergangenen Jahr um 0,7 auf 32,2 Prozent. Insgesamt hat der Fernsehkonsum von 159 auf 161 Minuten zugenommen. Erfolge konnte TSR bei den jugendlichen Zuschauern zwischen 3 und 14 Jahren verbuchen. Der Marktanteil in dieser Zielgruppe stieg von 25 Prozent im Jahr 1999 auf 26,3 Prozent im Jahr 2000. Der Marktanteil in der Altersgruppe der über 50-Jährigen sank hingegen von 37,9 auf 35,9 Prozent.
Als katastrophal bezeichnete Raymond Vouillamoz, Programmdirektor TSR, den Zuschauereinbruch während der Sommermonate im vergangenen Jahr. Dies sei aber auf mangelnde finanzielle Mittel zurückzuführen, die ein attraktiveres Angebot verunmöglicht hätten.

Vier Engel machen jetzt Power-PR für Farner

Das Beratungsteam von Farner PR in Zürich erhält Verstärkung.

Das Beratungsteam von Farner PR in Zürich erhält Verstärkung.Die 44-jährige Rosmarie Widmer Gysel löst den bisherigen Chef Finanzen und Administration ab. Am 1. Februar 2001 tritt die Ökonomin Barbla C. Schaerer (32) als Gruppenchefin ein und wird zugleich Mitglied der Geschäftsleitung. Schaerer war zuletzt Partnerin bei der F&Partner Communications AG. Seit Ende 2000 sind Nanni Hürlimann (35) und Sandra Jost (30) als Senior Consultant schon aktiv dabei, ihr Beratungsteam auf- und auszubauen.«Dass so viele Frauen auf einen Schlag bei uns eintreten, ist Zufall», sagt Christian König, VR-Delegierter von Farner PR. «Generell sind aber Frauen für Führungsaufgaben im Kommunikationsbereich bestens geeignet», so König. Eine Erfahrung, die er im Team nicht zuletzt mit Jacqueline Moeri gemacht hat, die in unveränderter Position für Farner tätig bleibt. (ba)

Tony, bring noch Mehl nach Hause

Der Ex-Radrennfahrer strampelt in einer Kampagne von McCann-Erickson für Diax

Der Ex-Radrennfahrer strampelt in einer Kampagne von McCann-Erickson für DiaxUm den minimalen Abdeckungsvorsprung ihres Mobilnetzes zu kommunizieren, spielte im vergangenen Jahr ein Auftritt der Swisscom auf die niedrigeren Werte ihrer Mitbewerber an. Nun kontert Diax sportlich: Zur Bewerbung der fast lückenlosen Abdeckung ihres Mobilnetzes (über 95 Prozent) schickte die Telecomgesellschaft den Schweizer Ex-Radprofi Tony Rominger, mit einem Handy ausgestattet, auf eine Tour de Suisse. Die Idee zu dieser dokumentarisch inszenierten Produktekampagne, die aus Kino- und TV-Spots, Inseraten und Plakaten besteht, stammt von McCann-
Erickson, Zürich. Die Umsetzung knüpft an das vor einem Jahr lancierte Dachmarkenkonzept an, in dem sich Schweizer Prominente für die Vorzüge des Telecomanbieters stark machen.
Tony, bring doch noch etwas Brot und Mehl nach Hause
Die schräg-witzigen Filme sind als fingierte Etappenberichte aufgemacht. Sie zeigen einen gut aufgelegten Tony Rominger, der es offenbar nicht sehr eilig hat, das jeweilige Etappenziel zu erreichen. Sehr zum Ärger seines entnervten Coaches, der ihn aus einem Begleitfahrzeug vergeblich anzutreiben versucht, unterbricht der Radprofi etwa auf der Strecke Schaffhausen–Einsiedeln während eines Anstiegs die Fahrt, um einen Anruf seiner Frau entgegenzunehmen, die ihn bittet, unterwegs Brot und Mehl einzukaufen. Auf der Etappe von Moutier nach Bulle greift er sogar selbst zum Telefon: Aus einer Bäckerei ruft er seinen medizinischen Berater an, um zu klären, ob er gegen Dopinggesetze verstosse, wenn er zur Stärkung ein Vanillebrötchen verzehre.
Die TV-Filme wurden mit der Wiener Produktionsgesellschaft Propeller Film realisiert, das Inseratemotiv und Plakatsujet fotografierte Michel Comte, Cousin von Daniel Comte, dem CD Art bei McCann-Erickson, Zürich. Die Headline des Printmotivs «Ich fahre gerade quer durch die Schweiz, du erreichst mich überall», legte Claude Catsky, CD Text, dem ehemaligen Vorzeigesportler in den Mund.
Ein Markt mit traumhaften Wachstumsraten
Mobiltelefonie ist ein Wachstumsmarkt: Laut NZZ stieg die Zahl der Mobilteilnehmer bei den Anbietern Swisscom, Orange und Diax um 50 Prozent auf 4,6 Millionen Kunden an. Marktführerin ist mit 3,17 Millionen Handykunden die Swisscom, die letztes Jahr 886000 Teilnehmer dazugewann. 500000 Handykunden stiessen neu zu Orange, die nun 800000 Kunden zählt. Diax steigerte sich von 465000 auf 650000 Kunden. Ernst Weber

Ausserdem: Neuer Direktor von Ringier Romandie ist Gérard Geiger. Er löst Gilles Marchand ab, der zum Direktor des Westschweizer Fernsehens gewählt worden war.

AusserdemNeuer Direktor von Ringier Romandie ist Gérard Geiger. Er löst Gilles Marchand ab, der zum Direktor des Westschweizer Fernsehens gewählt worden war. Geiger leitete den Bereich Zeitschriften von Edipresse.Die Account Directors (A

AusserdemNeuer Direktor von Ringier Romandie ist Gérard Geiger. Er löst Gilles Marchand ab, der zum Direktor des Westschweizer Fernsehens gewählt worden war. Geiger leitete den Bereich Zeitschriften von Edipresse.
Die Account Directors (AD) der Publimedia haben ihre Aufgabengebiete neu organisiert. Markus Ehrle ist neben seiner Kundenverantwortung für strategische Planung und E-Business zuständig. Als Beratungsgruppenleiter (BGL) ist ihm Markus Bien zugeteilt. Er ersetzt Urs Kaufmann, der Einkauf und Qualität/Verlagsbeziehungen übernimmt. AD Moreno Cavaliere übernimmt die Koordination Verlegermarkt; ihm unterstellt ist BGL Astrid Gartenmann, die Jan Vonderlinn ablöst. AD Daniel Strobel ist zuständig für die Koordination Kundenmarkt und führt drei Beratungsgruppen unter Giovanni Trümpi, Beat Leuenberger und Bruno Holenweger, der Sandro Prezzi ersetzt.
Bei der Medienberatungsagentur Publicom, Kilchberg, ergänzt Jadwiga Gabrys das Team im Bereich Consulting + Research als Projektleiterin und Media Research Consultant.

Kathrin Siegenthaler ist neu persönliche Assistentin von Herbert Seiler bei Seiler Com Holding AG. Zuvor war sie GL-Assistentin für Remy Fabrikant.
Der Onlinevermarkter Ad Pepper Schweiz hat Otto Kunz als Sales Director, Josephina Giger und Steven Rafferty als Sales Representatives, Ariane Stauffer als Traffic Managerin sowie Yvonne Fehr als Office Managerin eingestellt.
Die Metro Publication (Schweiz) AG hat Wolfram Meister per 1. März zum neuen Chefredaktor von Metropol bestellt.

Miese Tricks in Las Vegas

Ein Spaziergang durch die Hölle, wo die Münzen himmlisch klingeln

Ein Spaziergang durch die Hölle, wo die Münzen himmlisch klingelnvon David H. Guggenbühl-Meile und Martin R. Bloch*
Las Vegas ist eine künstliche Oase in der Wüste Nevadas. Die von Menschen geschaffene Vergnügungswelt lullt den Besucher ein: Rasch verliert er das Gefühl für Zeit und Raum, Licht und Schatten. Das hat System, denn in Las Vegas geht es nur um eines: ums Geld.
Zeit spielt in Las Vegas keine Rolle; im Gegenteil. Je mehr davon vorhanden ist, desto besser. Wer die riesigen Katakomben von Las Vegas betritt, diese überdimensionierten Spielhöllen, der wird eines kaum zu Gesicht bekommen: eine öffentliche Uhr.
Auf tagelangen Streifzügen durch Las Vegas entdeckt man gerade eine einzige Zeitmesserin – eine grosse Rolex vor dem Schaufenster eines Juweliers. Wie der Teufel das Weihwasser fürchtet Las Vegas die Uhren. Nichts, aber auch gar nichts soll den Spieler an die Zeit erinnern. Las Vegas ist nicht auf Zeit eingestellt, dafür aber aufs Spielen.
Wenn der Spieler am Black-Jack-Tisch sitzt oder vor einem der unzähligen einarmigen Banditen, darf er nicht an die Zeit denken, die wie die Dollars durch seine Finger rinnt. In Las Vegas ist sie tabu wie Sex in einer Klosterschule. Der Spieler soll sich im zeitlosen Raum verlieren, nur mit dem beschäftigt, was den Kasinos Geld bringt: dem Spiel.
Und weil es Zeit nicht geben darf, fürchten Kasinos nebst den Uhren das Tageslicht. Kein Glimmern, kein Schatten, kein Strahl dringt von draussen in die grossen Hallen. Die Spielhallen zeigen sich vielmehr in einem seltsamen Dämmerlicht, nicht Morgen und nicht Abend, schon gar nicht Mittag und sicher niemals dunkle Nacht, Schlafenszeit. Zeitlos eben.
Viele Wege führen hinein,
aber keiner raus
Zum Beispiel das Hotel Paris. Ein Hotel wie jedes andere. Riesig, riesig, riesig; 3000 Zimmer, vielleicht auch 4000. Und im Zentrum eine gigantische Spielhalle hinter einem nachgebauten Eiffelturm im Massstab 1:2, im Dämmerlicht natürlich und selbstverständlich ganz ohne jede Uhr.
Aber auch ohne jeden Ausgang. Denn das ist gleichwohl verpönt in der Spielerstadt: der Ausgang. Alle Wege führen nach Las Vegas, aber kein Weg führt wieder hinaus. Ausgänge sind grundsätzlich nicht gekennzeichnet und eigentlich kaum zu finden. So bleibt dem Hotelgast nichts anderes übrig, als tapfer durch die Hallen zu marschieren, einmal links und einmal rechts, einmal nach oben einmal nach unten, vorbei an diesen matten Gestalten, die vor den Automaten sitzen, mit einem Popcornbecher voller Kleingeld in der Hand, apathisch das Gerät fütternd, durch die endlosen Schluchten von Spielautomaten, mit dem einen Ziel vor Augen: Es werde Tageslicht.
Doch nicht nur die Ausgänge sind fast unauffindbar: Die Réception hält sich versteckt, die Toiletten sind in der entferntesten Ecke, die Lifts kaum und die Bar nur schwach im Hintergrund zu erkennen.
Ein Klingeln, als würden
Engelein singen
Doch man höre und staune: In den Katakomben von Las Vegas erklingt ein himmlisches Bimmeln ohne Unterlass.
Da sind einmal die Automaten, die Geld ausgeben und Gewinne auszahlen. Sie klingeln oder rasseln ab und an im Chor mit dem johlenden Jubilieren der glücklichen Gewinner. Manche sitzen aber auch einfach da und nehmen die Auszahlung hin wie die Schelte der Gattin nach zwanzig Jahren Ehe: emotionslos, gelassen, abgebrüht. So schnell haut sie nichts mehr um.
Manche Automaten setzen gar eine Sirene in Betrieb, schriller als jeder Alarm und so laut, dass sie keiner in der riesigen Halle überhört und jeder weiss: Da, jetzt gerade, in diesem Augenblick, gewinnt wieder einer! Und weil das jedermann sein könnte, auch das ärmste Schwein, sollte man, diese Botschaft will die Sirene wohl vermitteln, hoffnungsfroh weiterspielen. Bis kein Geld mehr im Portemonnaie ist.
Und all dieses Gebimmel, Geläut und Gejohle, all diese Sirenen verweben sich zu einer wunderbaren Einheit: zu einem endlosen, zeitlosen Grundton, der nach dem grossen Geld klingt. Diskret meist, zwischendurch schrill, aber immer gerade laut genug, dass es jeder hört, klimpert also der Zaster im Hintergrund. Und jeder denkt sich: Hier gibt es etwas zu gewinnen.
In Las Vegas riechen die
Träume nach WC-Ente
Wohin man auch geht, der Geruch ist schon da, überall in Las Vegas. Ob im Hotelzimmer, in den Gängen, in den Hallen, an der Réception – sogar bis in die Toiletten verfolgen sie die Besucher; diese süsslichen Duftschwaden, eine Mischung von Kaugummi und Bodenwichse, WC-Ente und Himbeersirup.
Und weil er überall ist und überall gleich, gibts dafür nur eine Erklärung. Es muss sich um den süsslichen Duft des Geldes handeln, der den Gast in Las Vegas auf Schritt und Tritt begleitet und ihn ständig daran erinnert, dass er viel gewinnen kann und wo er sein Glück in die Wege leiten soll. Sweet dreams.
Hier wollen alle nur das eine: Geld und nochmals Geld
Kennen Sie die Einrichtung der Minibar in den Hotelzimmern? Aus der man sich abends auf dem Zimmer noch etwas gönnt und sich dann entspannt noch irgendeinen belanglosen Film aus dem Fernseher reinzieht?
In den riesigen Hotels von Las Vegas gibt es grandiose Hotelzimmer. Sie sind dermassen gross, dass sich jeder Bewohner wie ein kleiner Fürst vorkommt. Ist auch gut so, denn ein Fürst gibt fürstliches Trinkgeld und findet für sein Geld wahrscheinlich auch sonst grosszügige Verwendungszwecke. Eine Minibar aber findet sich in keinem Hotelzimmer von Las Vegas. Einzig eine Flasche miesen Trinkwassers steht im Badezimmer.
Und das Fernsehprogramm ist so lausig, dass man sich im Hotel Garni in Oberglatt wähnt. Wer Unterhaltung will, soll nicht fernsehen, sondern gefälligst in die Katakomben hinunter, in die klingelnde Dämmerung, er soll bitteschön durch die Gänge wandeln und spielen, bis er kein Geld mehr hat.
Und wer Durst hat, der soll ebenfalls in die Halle runter, in irgendeine Bar, die man nur schwach im Hintergrund erkennt, soll durch die Gänge wandeln, zu den Automaten und spielen, bis auch ihm das Geld ausgeht.
Aber auch in einem solchen Fall ists noch nicht vorbei, gibt es noch Hoffnung, denn das freundliche Hotelmanagement informiert den Gast im Hotelprospekt über die vielen Möglichkeiten der Kreditvergabe. Give me cash, honey.
Das ist Las Vegas, eine Stadt mitten in der Wüste, die gelernt hat, mit der Künstlichkeit zu leben, und die es besser als jede Stadt auf dieser Welt versteht, dem Besucher das Geld aus der Tasche zu ziehen.
*David H. Guggenbühl-Meile und Martin R. Bloch sind Partner der Agentur Bloch Guggenbühl Associates AG in Zürich.

«Das Sauber-Team hat einen hohen Identifikationsgrad»

Peter Kern, Head Corporate Communications CS Private Banking, über die Formel 1

Peter Kern, Head Corporate Communications CS Private Banking, über die Formel 1Die Zürich war schon im Qualifying ausgefallen. Dann nahm die UBS die Poleposition ein. Doch das Rennen machte völlig überraschend aus der Box heraus die Credit Suisse. 45 Tage vor dem WM-Start in Australien gibt die Bank bekannt, dass sie das Formel-1-Team von Peter Sauber bis zur Saison 2003 mit jährlich mindestens 25 Millionen Franken unterstützen will. 20 Millionen, oder wie das Schweizer Fernsehen meint, gar 30 Millionen Franken jährlich bis zur Saison 2003: War das für alle Beteiligten ein überraschendes Weihnachtsgeschenk oder einfach sauber geplant?
Peter Kern: Wir haben im vergangenen Jahr verschiedene Sponsoringmöglichkeiten geprüft und sind zum Schluss gekommen, dass die Formel 1 für uns am attraktivsten ist. Die Kontaktaufnahme mit Peter Sauber vor Weihnachten und die anschliessenden Verhandlungen bis hin zum Abschluss gingen in der Tat sehr schnell über die Bühne. Eine innovative und schnelle Bank passt doch hervorragend zur Formel 1?
Bei einer so grossen Summe ist anzunehmen, dass für dieses Formel-1-Engagement ein neues Sponsoringbudget eröffnet werden musste. Stimmt die Rechnung?
Kern: Wir betrachten dieses Engagement als eine Investition in die Marke Credit Suisse. Die Bank will international weiter wachsen und braucht dazu einen starken Brand, der weltweit bekannt ist. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die Formel 1 optimale Möglichkeiten.
Wird es trotzdem Abstriche geben in anderen Bereichen des CS-Sponsorings, um diese grosse Summe kompensieren zu können?
Kern: Die bestehenden Sponsoringengagements sind nicht betroffen, im Gegenteil: Die Formel 1 ist eine ideale Ergänzung dazu.
Nach welchem Schlüssel sind eigentlich die wichtigsten Sponsoringengagements der CS in Prozenten verteilt?
Kern: Es gibt keinen fixen Schlüssel, der bei Entscheiden über Sponsoringengagements zur Anwendung kommt. Entscheidend sind die Marketingzielsetzungen in Übereinstimmung mit der Geschäftsstrategie der Credit Suisse. Die Engagements der Credit Suisse werden laufend überprüft und entsprechend den neuen Bedürfnissen angepasst. Daher kann sich der Schwerpunkt immer wieder verschieben.
Die Formel 1 bietet nun der CS ein äusserst attraktives Umfeld. 300 Millionen TV-Zuschauer pro Rennen weltweit. Was erwartet man sich hier imagemässig?
Kern: Der Rennstall Sauber-Petronas ist ein international erfolgreicher Schweizer Betrieb, geprägt von Pioniergeist, Teamwork und Effizienz. Die Credit Suisse unterstützt mit diesem Engagement ein Team mit hohem Identifikationsgrad für das Schweizer und das internationale Zielpublikum. Davon möchten wir natürlich profitieren. Umgekehrt ist es sicher auch für Peter Sauber ein Gewinn, die Credit Suisse als neuen Sponsor zu haben.
Stimmt für die CS das Umfeld der Formel 1, das ja bekanntlich bei ein paar Verantwortlichen der UBS etwas mehr Probleme verursacht hat, weshalb diese Konkurrenzbank denn bei Sauber auch zu spät gekommen ist?
Kern: Die Formel 1 wird heute mit Innovation, Hightech und Professionalität in Verbindung gebracht. Dies sind Werte, mit denen sich die Credit Suisse ebenfalls stark identifiziert. Die Möglichkeiten, welche die Formel 1 einem global tätigen Unternehmen bietet, sind einmalig. Als Schweizer Grossbank war für uns zudem wichtig, dass wir mit diesem Engagement ein Schweizer Team unterstützen und damit zur Erhaltung von über 300 Arbeitsplätzen beitragen können.
Red Bull ist nicht nur Sponsor bei Sauber-Petronas, sondern auch ein massgeblicher Teilhaber. Vorderhand wenigstens noch. Formel-1-Teams sind ja bekanntlich sehr wertvoll, da nur 11 Teams bei den Rennen zugelassen werden, viel mehr Autofirmen aber gerne mitfahren möchten. Wieso hat die CS hier keine Beteiligung gesucht? Bankleute können gut rechnen?
Kern: Die Partnerschaft mit Peter Sauber ist ganz klar ein Sponsoringengagement der Credit Suisse. Wir verfolgen klare Marketingzielsetzungen und sind nicht an einer Beteiligung interessiert.
Für die Vermarktung dieses Engagements kann man sich als Formel-1-Fan viele Möglichkeiten vorstellen. Gibt es bereits erste Ideen? Wie werden die Kunden Ihrer Bank teilhaben können?
Kern: Ziel ist es natürlich, die Partnerschaft mit Peter Saubers Team für beide Seiten optimal auszuschöpfen. Erste Ideen sind in Diskussion. Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich die Möglichkeit, unseren Kunden exlusive Anlässe bieten zu können.
Ein 20-Millionen-Budget funktioniert nicht wie eine einmalige Einlage. Wird die werbewirksame Pflege dieses Engagements inhouse oder von einer spezialisierten Agentur betreut werden?
Kern: Wir werden dies inhouse abwickeln. Credit Suisse Financial Services und Credit Suisse Private Banking haben beide Erfahrung mit solchen Engagements.
Wird die CS ein Mitspracherecht bei der Wahl von weiteren Sponsoren bei Sauber haben?
Kern: Wir haben vollstes Vertrauen in Peter Saubers Fähigkeiten und werden uns nicht in seine Arbeit als Teamchef einmischen.
Was erhofft sich die CS von der kommenden Saison bei Sauber?
Kern: Wir hoffen natürlich auf eine gute Saison. Mit den beiden neuen, jungen und sehr motivierten Fahrern Nick Heidfeld und Kimi Räikkönen hat Sauber die Vorraussetzungen dafür geschaffen. Resultate sind aber bei einem Sponsoringengagement nicht das einzige Kriterium. Entscheidend ist, unseren Brand weltweit zu positionieren.
Wer in den CS-Chefetagen ist schon ein Formel-1-Spezialist, und wer könnte es bald werden?
Kern: Es hat den Entscheid sicher erleichtert, dass verschiedene Geschäftsleitungsmitglieder eine Affinität zur Formel 1 haben. Entscheidend war aber das gegenseitige Vertrauen, das zwischen Peter Sauber, Oswald Grübel, Thomas Wellauer und Peter Derendinger von Beginn an vorhanden war.
Bekommt CS dank dieses Engagements bei Red Bull Sauber in den nächsten Monaten Flügel?
Kern: Der Erfolg der CS hängt sicher nicht von einem Sponsoringengagement ab. Die Partnerschaft mit dem Sauber-Team ist eines von vielen Elementen unserer Kommunikationsstrategie.
Interview: Andreas Panzeri
CS und Sportsponsoring

International Formel 1, Ski-Weltcup (zusammen mit Winterthur): total rund 30 Millionen Franken.
NationalFussball (Nationalmannschaft, Verband), Golf (Verband und ausgewählte Events), Reiten (Verband, Events), Triathlon, Engadin Skimarathon, Orientierungslauf: total rund 15 Millionen Franken.

Kontrollierter Aus- statt Abbau

Der Entlassungssturm in amerikanischen und europäischen Onlineredaktionen zieht an der Schweiz vorbei

Der Entlassungssturm in amerikanischen und europäischen Onlineredaktionen zieht an der Schweiz vorbeiVon Clemens Hörler Über viele amerikanische und auch europäische Onlineredaktionen rollen unterbittlich die Entlassungswellen hinweg. Keine Panik herrscht hingegen in der Schweiz: Die meisten Onlineredaktionen wurden so bedächtig aufgebaut und sind noch so klein, dass man fast nichts abbauen könnte. Eine der wenigen Ausnahmen: Swisscontent.
NBCi, ein Joint Venture von NBC und CNET, hat kürzlich angekündigt, über 100 Mitarbeiter zu entlassen. Auch bei Time Warner und Murdochs News Corp. wird in den Onlineredaktionen kräftig geholzt. Das Onlineunternehmen der New York Times will einem Sechstel der Beschäftigten den blauen Brief geben, um schneller in die Gewinnzone zu gelangen. Einige neu gegründete Internetcontentprovider sind ganz von der Bildfläche verschwunden. Auch in Deutschland sind erste Entlassungen zu beklagen.
Ist in der Schweiz bald Ähnliches zu befürchten? Wohl kaum, denn hierzulande gibt es praktisch kaum Unternehmen, die massiv in den Aufbau von Onlineredaktionen investiert haben. Und so können die hiesigen Medienunternehmen bei ihren künftigen Internetabenteuern wieder einmal von den Erfahrungen des viel reiferen und risikofreudigeren amerikanischen Marktes profitieren.
Die alte Schweizer (Un-)
Tugend: Nur nichts überstürzen
Peter Wyss, Leiter Neue Medien beim Bund Verlag: «Das Problem von Pionieren ist, dass sie sehr oft Redundanz und unnötige Dienste aufbauen, die dann wieder beseitigt werden müssen. Wir können natürlich aus diesen Erfahrungen lernen.» Auch Martin Diem, Geschäftsführer der Bern Online AG, der Internettochter der BTM AG, glaubt, dass sich die Schweizer Vorsicht gelohnt haben könnte: «Es ist denkbar, dass es sich nun auszahlt, dass in der Schweiz nichts überstürzt wurde.»
Wer sich so zurückhaltend verhält, kann selbst im Zeitalter der New-Economy-Hysterie kaum zurückbuchstabieren. So stehen denn auch bei praktisch allen Medienunternehmen die Zeichen weiterhin auf kontrollierten Ausbau der Onlineredaktionen.
Die grösste Onlineredaktion hat noch wenig Abnehmer
Zumindest personalmässig ein Senkrechtstarter und quasi ein Unikum in der Internetlandschaft Schweiz ist die Swisscontent Corp., hinter der die Beat Curti Medien Holding AG und die Medien Z Holding AG stehen. Erst vor einem Jahr gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute über 100 Mitarbeiter, 80 davon sind Journalisten. Einziger Grossabnehmer von Inhalten ist bisher aber die Post mit ihrem Portal Yellowworld, das seinen multimedialen Content über Yellowcontent bezieht, ein Joint Venture von Swisscontent und der Post.
Die Frage ist, ob eine so grosse Crew noch in einem gesunden Verhältnis zum doch eher kleinen Abnehmerkreis mit einem KeyKunden steht. Schliesslich beziehen derzeit die meisten grossen Websites der Schweiz ihren Content im Newsbereich von anderen Lieferanten: von SwissTxt
(Search.ch, Swissonline), Internet Medien (Tiscali, Orange, Sunrise) oder von Medienunternehmen (Bluewin, MSN, Mediensites).
Bendicht Luginbühl, CEO von Swisscontent, blickt der Zukunft optimistisch ins Auge: «Wir haben in zwölf Monaten das grösste internetspezifische multimediale Verlagsunternehmen der Schweiz aufgebaut. Erst jetzt haben wir die Grösse erreicht, mit der wir zahlreiche grosse Kunden beliefern können.» Luginbühl kündigte ausserdem an, in den kommenden Wochen weitere Kunden zu präsentieren: «Es wird sich einiges ändern im Contentmarkt Schweiz.»
Mit knappen Ressourcen
viele Portale bedienen
Und wenn die Dichte breitbandiger Anschlüsse erst einmal grösser wird, nimmt vielleicht auch das Interesse an den multimedialen Inhalten zu, die Swisscontent anbietet. Also kein drohendes amerikanisches Szenario…
Ganz anders präsentiert sich hingegen die Lage für die Internet Medien AG, einen der ersten unabhängigen Contentprovider fürs Internet in der Schweiz: Dank einem frühen Markteintritt und dem aufgebauten Know-how (auch im Consultingbereich) konnten einige Lieferverträge mit grossen Inhaltsabnehmern geschlossen werden, wie zuletzt mit T-Online. Im Gegensatz zu Swisscontent sind bei der Basler Firma die Ressourcen jedoch eher knapp. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit «nur» 15 Redaktoren.
Das Resultat dieser personellen Situation: Ausser im Raum Basel liefert die Internet Medien AG mit ihrer Plattform News.ch vor allem bearbeitete SDA-Meldungen, die je nach Bedürfnis der Abnehmer selektiert werden. Trotz der übermächtigen Konkurrenz von SwissTxt und Swisscontent gibt sich Benjamin Aebischer, Chef der Internet Medien AG, im Blick auf weitere Vertragsabschlüsse noch gelassen und setzt weiterhin auf das Low-Cost-Modell. Dass man dabei immer noch vom frühen Markteintritt profitiert, weiss auch Aebischer: «Jetzt hätten wir mit dem gleichen Startkapital wie vor zwei Jahren keine Chance mehr.»

Wirz erweitert den Kreis der Inhaber

Die Wirz Partner Holding erweitert erneut den Kreis ihrer Eigentümer

Die Wirz Partner Holding erweitert erneut den Kreis ihrer Eigentümer. Die leitenden Mitarbeitenden Elisabeth Dennler und Viviane Egli (Frontpage), Martin Fankhauser (Wirz Identity), Ursula Stalder (Wirz Interactive) und Hannes Steinmann (Publitest) erwarben Aktien der Wirz-Gruppe. Damit erhöht sich die Zahl der Mitinhabenden der Wirz-Gruppe auf 21. «Bei uns gibt es eine grosse Tradition, möglichst viele Mitarbeitende am Kapital zu engagieren», sagt Jost Wirz.
Seit etwa drei Jahren wird das Beteiligungsmodell nun auch auf der Ebene der Dachgesellschaft angewandt. Psychologische und materielle Gründe sprächen dafür, leitende Mitarbeitende der ganzen Gruppe als Mitunternehmer am Gewinn und an der Wertsteigerung partizipieren zu lassen, die sie mitverurachen, meint Jost Wirz.
Die Beteiligung setzt die Tätigkeit in der Geschäftsführung eines Unternehmens der Gruppe und einige Finanzkraft voraus: Der Erwerb des Mindestpaketes beläuft sich auf nahezu 100000 Franken. Der durchschnittliche Wertzuwachs der Aktien betrug in den vergangenen fünf Jahren jährlich rund zehn Prozent. (ew)
get_footer();