Innovativ, riskant

20 Minuten über sein Internetportal

20 Minuten über sein InternetportalAm 8. Dezember ist das Portal 20min.ch gestartet, am 25. Januar wurde es nun auch der Mediaszene offiziell präsentiert. Dieser bietet es ein reichhhaltiges Spielfeld von Werbemöglichkeiten – und vor allem -kombinationen.Doch erst einmal zum Portal: Es lässt lässt sich von jedem registrierten User wie beim Spiel mit Bauklötzen umbauen und individuell zusammenstellen. Wer keine ständig aktualisierten 20-Minuten-News will, kann seine Bookmarks, irgendwelche Services oder sein eigenes Bild auf die Eingangssite setzen. Folgerichtig hielt Projektleiter Sacha Wigdorovits deshalb fest: «Die Bedeutung unserer Zeitung wird zugunsten Internet, SMS und Mobile-Internet abnehmen.»
Doch das ist Teil der 20-Minuten-Philosophie, die besagt, dass 20 Minuten den Werbeauftraggebern während des ganzen Tages und auf jede wünschbare Art einen direkten Kontakt zum Portaluser und oder zum Leser herstellen will. Dies soll konkret mittels Print, Internet, Radio, SMS, Plakat und auch TV geschehen – in Zusammenarbeit mit bestehenden oder zukünftigen Partnern.
Derzeit bietet 20min.ch den Kunden acht Tools an, so unter anderem Banner und Buttons, Free-E-Mails, Sponsoring (Wettbewerbe, Games) oder so genannte Experten-Chats. All dies lässt sich derzeit allein oder mit Print oder SMS zu kundenspezifischen Packages schnüren.
«20 Minuten ist die einzige Crossmediaplattform in der Schweiz, die ihren Anspruch auch konsequent umsetzt», sagte Markus Müller, Marketingleiter bei 20 Minuten (Schweiz) AG, bei der Präsentation. Mag sein.
Riskante Zahlenschieberei bei den Portal-Usern
Konsequent ist 20 Minuten aber auch im waghalsigen Umgang mit Zahlen. So war man sich bei der Pendlerzeitung nicht zu schade, ausgehend von der Mach Basic 2000 Zürich, Leserwerte von 20 Minuten auf die ganze Deutschschweiz hochzurechnen und mit anderen Titeln zu vergleichen.
Auf ähnlich riskante Art kam auch die Reichweite des Portals zustande. Dabei sagen andere Zahlen derzeit mehr aus: Gemäss Müller haben sich nach sechs Wochen bei 20min.ch 10000 Personen als User registriert und 5000 ein Free-E-Mail eingerichtet. Das Portal kommt durchschnittlich auf 150000 Page Impressions pro Tag.
Markus Knöpfli

Jung, aber oho

Neues Anzeigenkombi im Kanton Bern – gegen den Berner Bär

Neues Anzeigenkombi im Kanton Bern – gegen den Berner BärVon Markus KnöpfliKaum auf dem Markt und schon aktiv: Der Anzeiger Region Bern, erst Anfang Jahr gestartet, hat sich mit sechs weiteren Anzeigern zum Inseratekombi Anzeiger Region Bern Plus zusammengetan. Das neue Kombi mit einer Gesamtauflage von 235394 Exemplaren ist seit 19. Januar belegbar.
In das neue Kombi bringt der Anzeiger Region Bern, der alle Haushalte der Stadt Bern und 14 umliegende Gemeinden abdeckt, allein 141000 Exemplare ein. Weitere Mitglieder sind der Anzeiger Amt Schwarzenburg (11200 Exemplare), der Amtsanzeiger Laupen 12700), der Anzeiger Amt Aarberg (14600), der Anzeiger Fraubrunnen (14600), der Anzeiger Konolfingen (25100) und der Anzeiger Seftigen (15800). In allen diesen Gebieten erreicht das Kombi alle Haushalte, auch jene mit Stoppklebern am Briefkasten.
Gebucht werden kann über die Clearingstelle Publicitas Bern; der Kombitarif kostet 3.93 Franken pro Millimeter. Alle Titel sind aber weiterhin einzeln belegbar, ebenfalls bestehende Unterkombis wie das Aare-Sense-Kombi.
Laut Andreas Spycher, Anzeigenleiter des Anzeiger Region Bern, des neuen Kombis – und zugleich Anzeigenleiter Der Bund – ist der Anzeiger Region Bern Plus primär gegen den Berner Bär aus dem Hause Berner Tagblatt Medien (BTM) gerichtet.
Ziel sei es zudem gewesen, im Kombi jene Räume einzubinden, die bezüglich Einkauf und Konsum stark auf die Stadt Bern ausgerichtet seien. Bemerkenswert: Das neue Kombi konnte auch Anzeiger gewinnen, die noch bis vor kurzem mit dem Tagblatt der Stadt Bern (BTM) liiert waren.
Paul Galli, bei der BTM für den Berner Bär zuständig, sieht sein Blatt nicht isoliert. Das neue Kombi konkurriere allenfalls sein Expo-Kombi (Berner Bär, Biel-Bienne, Solothurner Woche und Burgdorfer Woche) mit einer Auflage von rund 333000 Exemplaren. Doch im Verhältnis zu diesem sei der Anzeiger Region Bern Plus relativ teuer, sagt er.

Hanspeter Schweizer

Jurypräsident der Kategorie Publikumsanzeigen Serien

Jurypräsident der Kategorie Publikumsanzeigen SerienJurypräsident der Kategorie Publikumsanzeigen Serien
Was ist an der Kampagne für Open-Systems so wegweisend, dass sie Gold bekommen hat?
: An der Kampagne für Open Systems ist wegweisend, dass sie etwas Virtuelles, nämlich Computerviren, schnell, einfach und überraschend sichtbar und damit für jeden leicht nachvollziehbar macht.
Wie beurteilen Sie das Niveau in Ihrer Kategorie? Sehen Sie neue Trends?
Schweizer: Grosse, gute Kampagnen für grosse Auftraggeber scheinen seltener zu werden. Ein Trend? Dann ist Kuoni die herausragende Ausnahme.
Wie ist es um die Qualität dieses Werbejahrgangs generell bestellt?
Schweizer: Insgesamt etwa gleich wie andere Jahre.
Welche Arbeiten könnten am Festival in Cannes Chancen haben?
Schweizer: Open Systems, Kuoni, Hakle und die Winner TV-Spots.
Worauf legten Sie bei der Bewertung besonderes Augenmerk?
Schweizer: Auf die Kriterien für Bronze, Silber und Gold, wie sie der ADC mal in Marmor gemeisselt hat.
Der ADC ist 25-jährig: Setzten Sie die Messlatte deshalb noch höher als sonst an?
Schweizer: Das wäre bescheuert gewesen. Qualität hat nichts mit Jubeljahren zu tun.

Barbara Strahm

Jurypräsidentin der Kategorie Werbefilm, TV-Trailer/TV-Design

Jurypräsidentin der Kategorie Werbefilm, TV-Trailer/TV-DesignWas ist am Hakle-Scheibenwischer-Spot so wegweisend, dass er Gold bekommen hat?: Der Spot bringt den nicht so appetitlichen Consumer Benefit auf lustige Art genau auf den Punkt.
Wie beurteilen Sie das Niveau in Ihrer Kategorie? Sehen Sie neue Trends?
Strahm: Das Niveau in der Kategorie Film war höher als im letzten Jahr. Von Trends zu sprechen wäre allerdings ein bisschen verfrüht. Vielleicht entwickelt sich die Schweiz ja doch noch zu einer Filmnation.
Wie ist es um die Qualität dieses Werbejahrgangs generell bestellt?
Strahm: Wie andere Jahre auch. Einiges ragt heraus – und viel, viel Schrott.
Welche Arbeiten könnten am Festival in Cannes Chancen haben?
Strahm: Spontan fallen mir ein: Der «Hakle-Scheibenwischer»- und der «Renault-Kangoo-Bankraub»-Spot, die Open-Systems-Kampagne, das Opernhaus-Nussknacker-Plakat – und natürlich auch unsere wunderschöne Tibits-Kampagne.
Worauf legten Sie bei der Bewertung besonderes Augenmerkt?
Strahm: Dieses Jahr vor allem auf die Arbeiten von Advico Young & Rubicam.
Der ADC ist 25-jährig: Setzten Sie die Messlatte deshalb noch höher als sonst an?
Strahm: Nein. Ich setze die Messlatte jedes Jahr gleich hoch an, nämlich sehr hoch.

Unwahre Facts und wahre Tatsachen

Tatsache Nummer 1: Am 18. Januar drohte das Zürcher Rohstofflager zu bersten.

Tatsache Nummer 1: Am 18. Januar drohte das Zürcher Rohstofflager zu bersten.Von Beat Fritsch und Ernst Weber Gut 1400 Leute aus Werbung und Wirtschaft waren zur Verleihung des Titels Werber des Jahres 2000 in die Szenedisco geströmt.
Tatsache Nummer 2: Die höchste Anerkennung, die ein Werber in der Schweiz erlangen kann, wurde dem Freelancekonzepter Markus Ruf für seine kreative Konstanz zuerkannt. Und binnen seines Amtsjahres will er erreichen, dass der Werber auf der Rangliste der beliebtesten Berufe den einen Rang vor ihm platzierten Offizier überholt. Mit Ruf, der Danielle Lanz ablöste, trägt erneut ein Kreativer die Werbekrone. Und – Detail am Rande – der Werber des Jahres ist der «Ex» der Ex-Werberin. So blieb der Titel auch noch halbwegs in der Familie.
Facts: Über den Ausgang der Wahl dürften in erster Linie die Leser des gleichnamigen Magazins gestaunt haben. Vor Bekanntwerden des offiziellen Resultats hatte das dem spekulativen Journalismus nicht abgeneigte Blatt vierfarbig gedruckt, Frank Bodin sei der neue Titelträger.
Tatsache Nummer 3: Er belegte hinter Dominique von Matt den dritten Rang. Der CD von McCann-Erickson, Genf, schien dadurch derart vor den Kopf gestossen, dass er die Zeremonie sehr bald wieder verliess.
Markus Ruf ist der erste Werber des Jahres, der einen Egon erhielt. Auf diesen Namen wurde, mit Betonung auf Ego, der neue Werbeoscar getauft, den der Zürcher Künstler Max Grüter im Auftrag der WerbeWoche schuf. Die Zukunft der Veranstaltung sei auch nach der Übernahme des Verlags Media Daten durch Bertelsmann Springer gesichert, sagte Verlagsleiter Beat Gründel beim Interview mit Radio-24-Mann Christian Handelsman, der die Titelverleihung spritzig und witzig moderierte.
Zur Kampagne des Jahres wählten die WerbeWoche-Leser einen Auftritt von Advico Young & Rubicam für die Hilfsorganisation Médecins sans Frontières. So wurde auch Advico-CD Martin Spillmann und Stephan Müller, Verantwortlicher Mittelbeschaffung Deutschschweiz bei den Médecins, die Freude zuteil, Blumen, Check und Siegerküsschen von der charmantesten Versuchung zu empfangen, seit es Schweizer Frauen gibt. Von der amtierenden Miss Schweiz Mahara McKay.
Erstmals wurde dieses Jahr die «Card of the Year» ausgezeichnet. Den Preis initiierte Walter Hügli, Mehrheitsaktionär des Rohstofflagers und der Firma Masani’s, die die Kartenständer in Szenetreffs aufstellt. «Wenigstens etwas», meinte schmunzelnd Remy Fabrikant, dessen Agentur mit einem Heineken-Sujet diesen Preis gewann: einen Kartenaushang im Wert von 20000 Franken.
Mit viel Körpereinsatz buhlten die Bikinigirls Corinne und Susanne vom Sport-Magazin um die Aufmerksamkeit für ein Bikini-Special, das Mitte März erscheint. «Auch die australische Olympiamannschaft liess sich ja fast nackt ablichten», meinte Projektleiter Rainer Kupper. Dessen Ex-Werbeberater Alex Beeler wird übrigens in Zukunft öfter mal weiter südlich anzutreffen sein: Der Inhaber von Marengo eröffnet in Genua «The make it happen Company», die er europäisch ausrichten will.
Einen Käufer fürs Bikini-Special hat Kupper schon jetzt auf sicher. Der CD der St. Galler DM-Agentur Lammoth Mailkonzept, Oliver Rodau, erkundigte sich angesichts der nackten Tatsachen bereits vor Ort nach dem genauen Erscheinungsdatum.
«Der ganze Anlass war schlecht jaloniert, und der Nachschub des Weins hat total versagt», monierte hingegen Peter Lesch, Mitinhaber von Lesch + Frei, der wie Publicis-Berater Jean-Marie Egger die Siegerehrung verpasst hatte.
Während Creative Director Claude Catsky meinte, es sei ein Jubeltag für alle Kreativen, weil jemand aus der eigenen Zunft gewählt wurde, hätte Monika Luck den Titel lieber bei Frank Bodin gesehen: «Seine Kampagnen waren interessant, über jede hat man gesprochen», meinte die Geschäftsführerin der Schweizer Werbung.
Ebenfalls weniger Freude an der Wahl hatten Kilian Gasser und Ueli Gertsch vom Facts-Verlag. Sie wurden im Laufe des Abends für die vom neuen Chefredaktor Hannes Britschgi produzierte Ente öfters hochgenommen. Wetten, dass sie noch lange durch die Köpfe der Schweizer Werber watscheln wird?
Die Party war auch, wie sollte es anders sein, eine Börse für den Informationsaustausch. So erfuhren wir von Erika Kessler, dass sie bei der Migros-Agentur Exxtra austreten wird, um in München einen Job anzutreten. Exxtra freut sich aber auch über einen Neuzugang: Martina Glaser, vormals beim Persönlich, verstärkt das Team der Agentur seit kurzem.
Sandro Proietto (ex Cinecom) und Florian Biafori (ex CIA) teilten mit, dass sie eine eigene Agentur namens Mediagate gegründet hätten. Ziel sei die Vermarktung von Mediasonderformen à la Getränkeuntersätze oder Wildplakatierung. Von Mediagate dürfte man in Zukunft noch hören. An die Party kamen die frisch gebackenen Jungunternehmer mit ihren Freundinnen Alodia Najera und Claudia Scivoli.
In Begleitung von Personalberaterin Inge Willmann sah man Werber Victor Zahn. Inges Lebenspartner, Tagi-Verkaufsleiter Fridolin Holdener, musste leider passen, weil er arg handicapiert ist. Im Moment sieht er mehr Ärzte und Physiotherapeuten als Branchenkollegen. Der Ärmste laboriert seit bald zwei Monaten an einem Wirbelbruch herum, weshalb wir unsererseits eine schnelle Genesung wünschen.
Geniesserisch ging es in der Lounge zu und her, obwohl auch diese beinahe aus allen Nähten platzte. Zu probieren gab es die neuesten Cigarrenkreationen aus dem Hause Avo Uvezian, grosszügig unter die Leute gebracht von Kurt Stalder. Der dazu passende Rémy Martin wurde ebenfalls nicht zu knapp ausgeschenkt. In der Lounge war deshalb vor allem die Geniesser-Fraktion anzutreffen, wie beispielsweise Gebi
J. Schregenberger oder Werner Steinbrüchel, aber auch Natalie Schneider, Sacha Baer und Thomas Rüttimann. Letzterer kam in Begleitung von Grazia Lerose, und auf unsere Frage, ob sie bei ihm arbeite, antwortete Rüttimann mit einem viel sagenden «noch nicht». Ein beliebter Treffpunkt war die Fotoecke von Shortlist-Fotografin Claudia Linsi, die von Nikon-Werbeleiter Marco Rosenfelder zur Verfügung gestellt und von seinem Mitarbeiter Félix Etienne eingerichtet wurde.
Zufrieden waren auch die weiteren Sponsoren. Matthias Luchsinger von Cinecom traf man am Stehtischchen zusammen mit Nicole Steinegger und Hélène Müller. Dabei liess man, wohl auch angesichts der herrschenden Kälte, die frühsommerlichen Werberpartys von Cannes nochmals Revue passieren. Fazit: Wir können genauso schön feiern wie der Rest der Welt. Und das Versprechen gewisser Exponenten, sich beim nächsten Cannes-Aufenthalt besser zu benehmen, lässt nun auch Nicole Steinegger etwas zuversichtlicher aufs kommende Werbefilmfestival blicken.
Am Stand der Coop-Presse sorgte vor ihrem Bühnenauftritt Miss Schweiz für Aufmerksamkeit, und dies auch bei der Konkurrenz. Die hübsche Mahara schien es Brückenbauer-Anzeigenleiter Josef Nietlisbach so angetan zu haben, dass er partout mit aufs Bild wollte, als Thomas Schönenberger und Karlfrieder Fuchs von Coop zusammen mit Yolanda Lenot von Publimag und Coop-Werber Daniel Seiler von Schneider Berthoud posierten. Ebenfalls im Eingangsbereich anzutreffen waren Verkaufsleiter Daniel Egger mit Sandra Hüppi und Patrick Hofer vom Internet-Shoppingpool Kaufcom.
Sacha Wigdorovits von Sponsor 20 Minuten liess sich mit Eugen Baumgartner von Eugen Kommunikation ablichten. Letzterer machte sich nach der Taufe der Werberstatue «Egon» Gedanken über eine mögliche Namensänderung seiner Agentur. Vielleicht könne man da noch ein bisschen von einem Imagetransfer profitieren, meinte Baumgartner zum 20-Minuten-Verwaltungsrat.
Qualiclick-Key-Accounter Roger Baur wollte wohl angesichts von Mahara McKay und Miss Bern, Masha Santschi, nicht hintanstehen und stellte uns Begleiterin Diana Risola gleich als Miss Qualiclick vor.
Gefallen hat die grosse Party auch dem Hintersten und Letzten. Nur da und dort wurde eine ganz leise Kritik hörbar. Wegen des Massenandrangs seien einige Besucher mit knurrenden Mägen nach Hause gegangen. Das Buffet hätte in vernünftiger Zeit einfach nicht erreicht werden können. Da aber der Essensausgabe fünf Bars mit viel Flüssigem entgegengesetzt wurden, drückten die hungernden Besucher für einmal ein Auge zu.
BEAT FRITSCH UND ERNST WEBER

bliesen anlässlich der Werber-des-Jahres-Party zum grossen Halali auf die Branchenpromis. Einmal mehr tummelte sich alles mit Rang und Namen an der Titelverleihung, die heuer im In-Club Rohstofflager über die Bühne ging.
Wer sich sonst in der Kommunikationsbranche trifft, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Ghanaisches Naturwunder aus der Schweiz.

Weder der Apfelsaft der St. Galler Firma Thurella noch der Ex-FC-St.-Gallen-Stürmer Charles Amoah dürfte den Österreichern ein Begriff sein.

Weder der Apfelsaft der St. Galler Firma Thurella noch der Ex-FC-St.-Gallen-Stürmer Charles Amoah dürfte den Österreichern ein Begriff sein. Mit dem Transfer des Topstürmers von St.Gallen zu Sturm Graz soll sich das ändern. Thurella – sprich die Marketing- und Werbeagentur ammarkt – hat den Wechsel dazu benützt, mit einer Plakatkampagne mit Amoahs Konterfei und dem Satz «Jetzt kommt das Naturwunder aus der Schweiz. Viel Glück, Sturm Graz!» in Österreich für sein Produkt zu werben. Dass Amoah aus Ghana kommt und nicht gerade aussieht wie ein Naturwunder aus der Schweiz, erzählen wir den Österreichern aber nicht. Traber und Stoll & Partner schliessen sich zusammen. Die 30-jährige Berner Agentur Traber Werbung schliesst sich per 1. Mai mit der PR-Agentur Stoll & Partner zusammen. Die Stoll Traber & Partner AG startet mit 14 Mitarbeitenden und bezieht einen neuen Firmensitz im Berner Kirchenfeld. Bereits auf den 15. Februar verstärkt sich Stoll & Partner mit Peter Matthys, bisher Geschäftsleitungsmitglied bei Burson-Marsteller Schweiz.
Ein Triumph für die Menschenrechte? Mit einem BH aus Stacheldraht protestiert die Menschenrechtsorganisation Erklärung von Bern (EvB) gegen die Herstellung Schweizer Damenunterwäsche in Burma in einer Anzeigenkampagne. Der Marke Triumph wird vorgeworfen, durch ihren Produktionsstandort in Burma die dortige Militärdiktatur zu unterstützen. Ein heisses Eisen für die Zeitungen. Die SonntagsZeitung und Cash druckten das Inserat nur unter der Bedingung ab, dass der Name der betroffenen Firma nicht direkt erwähnt werde. Die Weltwoche hingegen lehnte die Publikation des Inserats grundsätzlich ab. «Wir drucken generell keine Gewaltbilder ab», begründet Ludwig Hasler, stellvertretender Chefredaktor der Weltwoche, den Entscheid gegenüber der WerbeWoche. Mit gleichem Text und anderem Sujet wäre, so Hasler, ein Abdruck möglich gewesen. Eine Begründung, die Stefan Indermühle, Koordinator der Clean Clothes Campaign bei der EvB, erstaunt, da sein Anliegen schliesslich die Thematisierung der Menschenrechte sei. Zudem habe die Weltwoche gegenüber der EvB das Inserat mit dem Argument abgelehnt, es sei zu angriffig gegen die Schweizer Wirtschaft, und in der Sichtweise der EvB müsste konsequenterweise jedes internationale Schweizer Unternehmen wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt werden.

Weibel & Partner in neuen Händen. Die Luzerner Werbeagentur Weibel & Partner erhält neue Besitzer. Der bisherige Inhaber Rudolf Weibel zieht sich nach 40 Jahren Geschäftstätigkeit aus der Branche zurück. Seine Nachfolge treten Claudio Bossi, Julio Malo und Oliver Stadelmann an. Stadelmann ist schon seit längerem Geschäftsleitungsmitglied der Agentur. Bossi arbeitete früher bei Weibel & Partner und ist zurzeit stellvertretender Leiter Marketingkommunikation bei der Schindler Aufzüge AG. Malo kennt die Agentur als bisheriger Marketingleiter der Softwarefirma Intentia Switzerland von der Kundenseite her.
Wybo eröffnet Filiale in Hongkong. Die Werbeagentur Wybo Haas & Tomczak plant eine Niederlassung in Hongkong. Bisher war Wybo im Mutterland Schweden und in der Schweiz vertreten. Mit dem Gang in den Fernen Osten will Wybo die Betreuung ihres grössten Kunden verbessern: Für den schwedisch-schweizerischen Industriekonzern ABB realisiert die Agentur unter anderem ein Kommunikationskonzept zum Going Public an der Wallstreet, der für dieses Jahr geplant ist.
DIE GUTE TAT. Getreu dem Slogan «Jeden Tag eine gute Tat» hat die Agentur Jung von Matt JvM am Main ehrenamtlich eine Kampagne für die Pfadfinder entwickelt. Die Idee baut auf einer langen Liste von Prominenten, die in ihrer Jugend als Pfadfinder dienten. Nobelpreisträger, Königinnen und Könige, Astronauten und Popstars sind darunter. Und natürlich auch Til Wagner, der Geschäftsführer der Werbeagentur JvM am Main. Die Stiftung Pfadfinder nutzt diese Persönlichkeiten nun für ihr Anliegen, neue Stiftungsmitglieder und Spender für sich zu gewinnen. Erste Motive mit Harald Schmidt und John F. Kennedy sind bereits kostenlos in Publikumszeitschriften erschienen. Weitere Promis sollen in künftigen Wellen von ihren guten Taten berichten.
die Präsidenten der Cannes-Jury. Das Internationale Werbefilmfestival in Cannes (18. – 23. Juni) hat die Jurypräsidenten für 2001 bekannt gegeben. Bob Isherwood, Worldwide Creative Director bei Saatchi & Saatchi, wird sowohl die Film- als auch die Press-&-Poster-Jury präsidieren. Die Jury der Cyber Lions wird von Ulf Dahlsten geleitet, CEO des Webdienstleisters Icon Medialab. Zum Vorsitzenden der Media-Lions-Jury wurde Chris Ingram bestimmt, Chairman der Tempus Group (CIA). Die Veranstalter rechnen mit mehr als 9000 Besuchern aus der Werbe- und Marketingbranche. Über 16000 Arbeiten dürften sich um die begehrten Löwen bewerben.
«Schweizer Plakate des Jahres» fällt aus. Der seit 60 Jahren durchgeführte Wettbewerb «Schweizer Plakate des Jahres» legt eine Pause ein. Wie das Bundesamt für Kultur bekannt gab, soll der Wettbewerb den Veränderungen in der Plakatgestaltung angepasst werden. Man wolle der Tatsache Rechnung tragen, dass bei kommerziellen Plakaten das künstlerische Interesse eher in den Hintergrund getreten sei. Um den Wettbewerb neu orientieren zu können, brauchten seine Träger, die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) und das Eidgenössische Departement des Innern, genügend Zeit. Daher werde im Jahr 2001 auf die Jurierung der im letzten Jahr in den Aushang gelangten Plakate verzichtet.

Vaudoise setzt auf TV-Sponsoring. Um ihren Bekanntheitsgrad in der Deutschschweiz zu erhöhen, sponsern die Vaudoise Versicherungen im neuen Jahr zwei Sendungen von SF DRS: «Aeschbacher» und «Sportpanorama». Zu letzterem Engagement passt auch die Unterstützung des Zürcher Silvesterlaufs und der Fussball-Nationalliga. Eine Kampagne mit Inseraten, TV- und Radiospots startet am 22. Januar. 40 bis 50 Prozent der Prämieneinnahmen erzielt die Vaudoise in der Deutschschweiz.
EditorialSo positiv kann Geldgier sein
Las Vegas, Hauptstadt der amerikanischen Freizeitindustrie, erlebt einen Wirtschaftsboom, der sie aus allen Nähten platzen lässt. Kein anderer Ort der Welt wird von so vielen Menschen besucht: Über 35 Millionen sollen es letztes Jahr gewesen sein. Die dynamischste Stadt Amerikas erfindet sich immer wieder neu. Las Vegas ist eine Art Versuchslabor, in dem sich beobachten lässt, was passiert, wenn keine politischen Rahmenbedingungen den freien Markt beschränken. Die Stadt bietet besten Anschauungsunterricht für eine Philosophie des Lebens aus dem Geiste des Geldes. Hier werden die Marketingstrategien der Zukunft entworfen und getestet.
New Las Vegas ist die zurzeit am schnellsten wachsende Stadt der USA. Bis Mitte der 80er-Jahre war sie auf dem absteigenden Ast, da sie ihre Monopolstellung als Spielerstadt verloren hatte. In der Folge verpasste sich Las Vegas eine Imagekorrektur und entwickelte sich zum familientauglichen Themenpark: weg von Mafia und «Sincity». Schlag auf Schlag wurden nach 1989 Hotelkästen gigantischen Ausmasses aus der Wüste gestampft: Luxor, Excalibur, MGM, Ceasars Palace, Venetian, Bellagio, Paris. Innerhalb weniger Jahre entstand eine Art Disneyland für Erwachsene, in dem alle Register der postmodernen Zitierkunst gezogen wurden. Als Europäer mag man den Kopf schütteln über den Kitsch dieser Kunstwelt. Aber der Erfolg gibt den Planern Recht. Las Vegas präsentiert sich heute als globales Entertainment- und Shopping-Mekka mit luxuriösen Hotelpalästen, First-Class-Restaurants und Boutiquen der Topdesigner dieser Welt. Aber auch als führende Messe- und Kongressstadt will man dafür sorgen, dass das Image als Business-Destination weiter gefestigt wird.
In einem Punkt ist sich Las Vegas treu geblieben: Sie hat die Kunst perfektioniert, wie man Touristen dazu bringt, ihr Geld auszugeben. Obwohl in New Las Vegas lediglich die Hälfte aller Einnahmen aus dem Glücksspiel stammt, führen in den Hotels noch immer alle Wege durch die Kasinos (siehe Artikel Seite 15). Nirgends auf der Welt ist es gelungen, Geldgier so positiv zu positionieren wie in Las Vegas. Dagobert Duck lässt grüssen.
Samuel Helbling

Nun wird Druckqualität messbar

Ein neues Verfahren vergleicht Druckvorlagen und Druckergebnis

Ein neues Verfahren vergleicht Druckvorlagen und DruckergebnisVon Markus KnöpfliWerbeauftraggebern steht neu ein Kontrollverfahren zur Verfügung, mit dem die Druckqualität von Printanzeigen überprüft werden kann. Erstmals lässt sich auch herausfinden, wer gepfuscht hat: der Drucker, der Lithograf oder schon die Werbeagentur.
Was tun, wenn eine gedruckte Kosmetikanzeige statt der gewünschten Pastelltöne knallige Farben aufweist? Oder wenn das Brot auf einem Aktionsinserat einen schimmligen Grauton hat? Bisher startete mancher Werbeauftraggeber in solchen Fällen sein «Reklamationsmarketing» mit der Gewissheit, dass am Ende oft nur Behauptung und Gegenbehauptung im Raum stehen.
Mit solchen Streitereien soll nun Schluss sein. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat auf Initiative der Zolliker Firma Media Audit gemeinsam mit Ringier PreMedia, einem Geschäftsbereich von Ringier Print, ein standardisiertes Kontrollverfahren für die Druckqualität entwickelt, bei dem die Anzeigenvorlage (Proof) und die gedruckte Anzeige mittels Fotospektralmessung verglichen werden. Weichen die Farbwerte zu stark ab (bei Zeitungen mehr als zehn, bei Zeitschriften mehr als acht Delta), kann der Kunde Ersatz verlangen.
Das neue Verfahren heisst Print Quality Control (PQC), ist europaweit einzigartig und wurde bereits von Ringier, der Basler Mediengruppe, von Tamedia und der Berner Tagblatt Medien für Druckqualitätstests akzeptiert.
PQC setzt der Devise «Der Schuldige ist immer der Drucker» ein Ende. Denn selbst der beste Drucker druckt falsch, wenn die gelieferten Proofs mangelhaft sind. Mit anderen Worten: Auch die von der Werbeagentur gelieferten Daten sowie die Druckunterlagen der Lithografen können künftig überprüft werden. Noch taugt PQC aber nicht für Anzeigen, die auf Grund reiner Onlinedaten ohne Proof gedruckt werden. Doch auch dafür werden gemäss Bruno Hörler, Leiter Marketing von Ringier Print, bereits Messformen geprüft.
PQC setzt zwei Dinge voraus: Damit ein Proof als Kontrollvorlage taugen kann, muss seitlich eine Art geeichte Farbpalette («Medienkeil») angebracht werden, was den Einsatz einer neuen Software erfordert. Zweitens braucht es für den Vergleich mit dem Druckergebnis ein Fotospektralmessgerät.
Erwägt nun ein Inserent, seine Anzeigen kontrollieren zu lassen, lässt er ein Proof mit Medienkeil herstellen. Danach kann er vier farblich besonders heikle Messfelder bezeichnen, bei denen Proof und Druck verglichen werden sollen. Von der Messung wird ein Protokoll erstellt, das jede Abweichung an den vier Messpunkten aufzeigt. Kostenpunkt: 250 Franken pro Sujet und Erscheinung beziehungsweise Titel.
Kommt bald neutrale Firma für PQC-Tests in Streitfällen?
Derzeit sind neben Ringier PreMedia auch die grossen Druckereien in der Lage, Proofs samt Medienkeil herzustellen und eine Messung vorzunehmen. Doch Software und Messgerät sind für alle Lithografiebetriebe erhältlich. Man habe bewusst einen offenen Standard gewollt, denn erst eine breite Anwendung von PQC verbessere die Druckqualität, sagt Hörler.
Doch der offene Standard birgt auch eine Gefahr: PQC verliert an Glaubwürdigkeit, wenn künftig jeder Lithograf testen (und manipulieren?) kann. Karlheinz Müller von Media Audit will deshalb zusammen mit Ringier Print eine neutrale Firma für PQC-Tests in Streitfällen gründen. Hörler hingegen ist zurückhaltend. «Das diskutieren wir erst, wenn tatsächlich Interesse an PQC und an einer neuen Plattform besteht. Und wenn daraus ein Geschäft entsteht», sagt er.

Der Werbeaufwand wuchs im November nur gerade mässig

Die Bruttowerbeaufwendungen der kommerziellen Werbung in der Schweiz legten im November um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Die Bruttowerbeaufwendungen der kommerziellen Werbung in der Schweiz legten im November um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.Damit zog das Wachstum gegenüber dem schwachen Plus von 1,8 Prozent vom Oktober zwar wieder an, blieb aber hinter dem Jahresdurchschnitt von 10,2 Prozent zurück. Das absolute Rekordwachstum von 24,5 Prozent konnten im November Plakate für sich verbuchen; zufrieden sein können aber auch die Fachzeitschriften, die 14,2 Prozent zulegten sowie die Tageszeitungen, die sich um 9,3 Prozent verbesserten.Das Fernsehen legte um 4,2 Prozent zu und stoppte damit den negativen Trend der beiden Vormonate. Erstmals ins Minus im Jahr 2000 rutschte hingegen das bisher boomende Radio, das 1,7 Prozent einbüsste. Und auch die Publikumszeitschriften realisierten im November mit einem Verlust von 5,9 Prozent das bisher schlechteste Resultat des Jahres 2000.
Das Kino setzte mit einem Verlust von 11,2 Prozent seinen Krebsgang fort und befindet sich im Jahresdurchschnitt als einziges Medium im Minus (minus 7,3 Prozent). Die Rekordsumme von 4,175 Millionen Franken setzte indes Bannerwerbung im Internet im November um. (dse)
Bruttowerbeaufwand nach Medien

November 1999/2000 im Vergleich
in 1000 Fr. 1999 in 1000 Fr. 2000 +/– in %
Tageszeitungen 156 442 170 926 9,3
Publ.-Zeitschriften  83 966  79 003 –  5,9
Fach-Zeitschriften  26 187  29 914 14,2
TV  73 604  76 719 4,2
Radio  12 070  11 860 –  1,7
Kino   5 733   5 093 – 11,2
Teletext   1 691   1 691 0,0
Plakat  24 464  30 458 24,5
Internet Banner –   4 175 –
Gesamt 384 157 409 839 6,7
Quelle: Media Focus Hergiswil (NW)

Das BTM-Portal nimmt Gestalt an

Noch nicht offiziell, aber schon im Internet: Wer www.espace.ch anklickt, stösst aufs neue Portal der Berner Tagblatt Medien AG (BTM).

Noch nicht offiziell, aber schon im Internet: Wer www.espace.ch anklickt, stösst aufs neue Portal der Berner Tagblatt Medien AG (BTM).Weder wird es derzeit beworben, noch ist es vollständig. Ziel ist aber laut einem internen Mail, das Projekt «schrittweise unter realen Bedingungen» aufzubauen.www.bzonline.ch, die bereits bestehende Homepage der Berner Zeitung, wird voraussichtlich ab Mitte Februar in espace.ch integriert. Das gilt auch für die Websites anderer BTM-Medien. Espace.ch will mehr sein als eine Linksammlung der konzerneigenen Medien: Die BTM will zum führenden Informationsprovider im Netz für Bern und das so genannte Espace Mittelland (Solothurn inbegriffen) avancieren.
Dazu soll eine offene Plattform entstehen, mit einem Produkte- und Serviceangebot für die Lebensbereiche Privat, Business, Staat. Dabei sollen auch die BTM-Medien miteinander verknüpft werden. Auf espace.ch wird künftig nicht bloss wie anhin ein BZ-Artikel ganz oder teilweise abrufbar sein, sondern auch mit einem entsprechenden Audiofile von Extra Bern und/oder einem Videofile von Tele Bärn kombiniert werden können.
Links zu Originaldokumenten sind ebenso geplant wie Versuche, das Publikum mit Leserumfragen, Expertenforen, Usermeinungen oder Wettbewerben einzubinden. Ausserdem arbeitet die BTM im Rahmen von espace.ch an einem landwirtschaftlichen Themenportal für die Deutschschweiz. (mk)

Ein Spitzenjahrgang für Anzeigen

Schweizer Printmedien erlebten im vergangenen Jahr lauter Höhenflüge im Anzeigenmarkt

Schweizer Printmedien erlebten im vergangenen Jahr lauter Höhenflüge im AnzeigenmarktVon Daniel SchifferleDas Jahr 2000 war für den Anzeigenmarkt ein absolutes Spitzenjahr. Vorab sorgte der boomende Stellenmarkt bei fast allen Titelgruppen für positive Zuwachsraten. Doch obschon der Dezember eher schwach ausfiel, soll die insgesamt erfreuliche Entwicklung auch im angebrochenen Jahr weitergehen.
Der Dezember gehörte im Anzeigenmarkt zu den schwächsten Monaten des vergangenen Jahres überhaupt. Insgesamt büssten die Zeitungen 5,7 Prozent kommerzielle Inserate ein. Und auch die Stelleninserate erzielten mit einem Zuwachs von «nur» 25,6 Prozent ein unterdurchschnittliches Resultat, welches das Minus bei den kommerziellen Anzeigen nicht auszubügeln vermochte.
So beenden die Zeitungen den letzten Monat im alten Jahr mit einem leichten Minus von 0,9 Prozent. Dieses Resultat ist allerdings zu relativieren, denn es sind in der Summe auch weniger Ausgaben erschienen. Ebenfalls negativ schlossen die Zeitschriften (minus 6,2 Prozent), die Anzeiger (minus 12,1 Prozent) und die Landwirtschaftspresse (minus 5 Prozent). Doch diese schleppende Entwicklung am Jahresende kann nicht über das gute Resultat für das gesamte Jahr hinwegtäuschen.
Nur die Landwirtschaftspresse entwickelte sich rückläufig
Als einzige Printkategorie fuhr im vergangenen Jahr die Landwirtschaftspresse ein negatives Resultat ein (minus 8,9 Prozent). Alle anderen erfreuen sich positiver Zuwachsraten. Die Zeitungen verbesserten sich insgesamt um 6,3 Prozent, wobei das Tessin mit einem Plus von 4,7 Prozent unterdurchschnittlich abschloss. Allerdings ist dieses gute Ergebnis zu einem schönen Teil den Stelleninseraten zu verdanken, deren Volumen im Jahr 2000 um 31,2 Prozent zunahm, noch leicht mehr als 1999 (plus 28,4 Prozent).
Ohne die boomenden Stellenanzeigen wäre das Wachstum mit nur 0,6 Prozent hauchdünn ausgefallen. Und dieses ist ausschliesslich den Wochenzeitungen zu verdanken, die 14,3 Prozent mehr kommerzielle Inserate publizierten und mit diesem Topergebnis das Gesamtresultat massiv nach oben zogen. Aber auch bei den Stelleninseraten erzielten die Deutschschweizer Wochentitel dank des neuen Kaderstellenmarkts Executive Plus ein Spitzenwachstum von knapp 200 Prozent.
Ebenfalls stark im Rennen lagen 2000 die Anzeiger. Dank der neuen Pendlerzeitungen kamen sie auf ein Plus von 11,1 Prozent. Jedoch spielte auch hier der Stellenmarkt eine tragende Rolle, waren doch von den gesamthaft 3494 Inserateseiten, die 20 Minuten und Metropol publizierten, über die Hälfte Stellenanzeigen.
Nicht berauschend haben sich im vergangenen Jahr die Zeitschriften entwickelt (plus 4,2 Prozent), wobei man nicht vergessen darf, dass sie ohne den boomenden Stellenmarkt auskommen müssen. Die deutsche Schweiz erzielte mit einem zusätzlichen Titel einen Zuwachs von 5,3 Prozent, die Westschweiz mit ebenfalls einem zusätzlichen Titel hingegen nur ein Plus von 0,4 Prozent. Am besten schnitt dagegen das Tessin ab, das mit seinen beiden Zeitschriften 12,3 Prozent mehr Inserate abdruckte als 1999.
Publicitas-Index erzielte sein bestes Resultat bisher
Über eines können sich jedoch alle Printmedien freuen: Die Zahl der vierfarbigen Inserate hat im Jahr 2000 markant zugenommen, bei den Zeitungen um über 25 Prozent, bei den Zeitschriften um 9,8 Prozent.
Der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse stieg im Jahr 2000 von 124,5 Punkten auf 134,9 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg um 10,4 Punkte oder um rund 200 Millionen Franken. Damit erzielte der Index das mit Abstand beste Resultat überhaupt seit seiner Einführung im Januar 1995.
Nur gerade im vergangenen Jahr war das Wachstum mit einer Zunahme um 9,3 Punkte ähnlich markant ausgefallen wie im Rekordjahr 2000. Einen Rekordanstieg erzielte ebenfalls der Unterindex Stelleninserate, der im Jahr 2000 um 66,4 Punkte auf 320,1 Punkte kletterte. In Geldwerten ausgedrückt flossen den Printmedien aus dem Stellenmarkt rund 140 Millionen Franken mehr zu als im Vorjahr.
Für das laufende Jahr ist die Publicitas optimistisch. Trotz einiger Anzeichen einer Konjunkturberuhigung zeige sich der Werbemarkt dynamisch. Deshalb rechnet die Publicitas mit einer anhaltend guten Entwicklung der kommerziellen Anzeigen auch für das Jahr 2001. Und ebenfalls bei den Stelleninseraten dürfte die Dynamik «auf Grund der niedrigen Arbeitslosenrate» mittelfristig anhalten, schreibt die Publicitas.

Das Breitbandzeitalter naht

Eine paneuropäische Studie sagt eine Explosion der Breitbandanschlüsse voraus

Eine paneuropäische Studie sagt eine Explosion der Breitbandanschlüsse vorausDer Anteil westeuropäischer Haushalte mit Breitbandanschluss (Kabelmodem, Digital Subscriber Line DSL) ist im Jahr 2000 auf 1,79 Prozent gestiegen. 1999 waren es noch 0,48 Prozent gewesen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Marktforschungsunternehmen Screen Digest Limited, London (www. screendigest.com), und Van Dusseldorp & Partners, Amsterdam (www.vandusseldorp.com). Die Studie, die in der Schweiz und weiteren 14 europäischen Ländern durchgeführt wurde, sagt fürs Jahr 2003 über 18 Millionen Breitbandanschlüsse voraus. Das sind 21 Prozent der europäischen Haushalte. Ende 2000 lag die Schweiz mit 30000 Haushalten (etwa ein Prozent) im europäischen Mittelfeld, obwohl sie sonst bezüglich technologischer Ausrüstung die Nase ziemlich weit vorne hat. Auch die prognostizierten 730000 Breitbandanschlüsse fürs Jahr 2003 sind mehr oder weniger europäischer Durchschnitt. Dies liegt einerseits daran, dass entsprechende Angebote in der Schweiz erst relativ spät auf den Markt kamen.
Ein weiterer Grund dürfte die grosse Verbreitung von ISDN-Anschlüssen in der Schweiz sein, die mit 64 beziehungsweise 128 Kilobit pro Sekunde (Kbps) bereits eine relativ schnelle Verbindung gewähren. Zum Vergleich: Die billigsten Breitbandangebote haben eine Übertragungsrate von 256 Kbps.
Während gegenwärtig noch mehr Kabelbreitbandanschlüsse in Betrieb sind, soll schon bald DSL die Oberhand gewinnen. Fürs Jahr 2003 rechnet die Studie mit 13,3 Millionen DSL-Abonnenten gegenüber 5,5 Millionen Personen mit Breitbandanschluss über Kabel.
Grundvoraussetzung für
multimediales Internet
Auch in der Schweiz, wo im Breitbandbereich die Kabelanschlüsse dominieren, sollen bis Ende 2003 doppelt so viele DSL-Anschlüsse in Betrieb sein wie Kabelanschlüsse. Noch weniger Verbreitung im privaten Bereich sagt die paneuropäische Breitbandstudie bei Übertragungstechniken via Satellit, WLL, Glasfaserkabel oder mit Strom voraus.
Zur Verbreitung von ADSL-Anschlüssen (Assymetric Digital Subscriber Line) in der Schweiz könnte auch die auf den 1. Fe-
bruar angekündigte Preisreduktion der Swisscom für den ADSL-Breitband-Service beitragen. Zudem wird die Swisscom ihr ADSL-Angebot von derzeit sieben Agglomerationen auf weitere 25 Städte ausdehnen.
Die Verbreitung von Breitbandanschlüssen ist eine Grundvoraussetzung für den Einsatz multimedialer Inhalte auf breiter Basis. Zwar können auch User mit analogen Modems Filmchen anschauen, dies aber meist in eher bescheidener Ruckelqualität. Dank Breitband könnten Filme im Internet aber schon bald für ein grosses Publikum relevant werden. Clemens Hörler
Europäische Haushalte mit Breitbandanschlüssen in Prozent

1999 0,48
2000 1,79
2003
21 (Prognose)
Quelle: Screen Digest Limited und Van Dusseldorp & Partners:
«Broadband Landscape Europe»

Oldies but Goldies

Exxtra belebt die Kombinationsspot-Tradition der Migros mit dem alten Team

Exxtra belebt die Kombinationsspot-Tradition der Migros mit dem alten TeamDer grösste Detailhändler und Werbetreibende der Schweiz – die Migros – besinnt sich auf die guten «alten» Neunzigerjahre. Und lässt sich von der Retailunit von AY&R, Exxtra, die legendären «Klammer»-Spots auffrischen. Gerne erinnern wir uns an die vor zehn Jahren gestartete Serie mit international ausgezeichneten Highlights wie «Ohrfeige» für die Sprachkurse der Migros-Klubschule oder «Tandem» für Veloartikel und Videokameras.Damals noch für das vorurteilslosere junge Kinopublikum konzipiert, um das Image des orangen Riesen bei Jugendlichen zu profilieren, eroberten die Spots mit den Kultkriterien Witz, Ironie und Unterhaltung die Zielgruppe im Sturm. Die ungewohnte Form der vergleichenden Werbung war so ausgeklügelt, dass sich viele fünf Jahre nach Produktionsschluss nach weiteren Folgen sehnten. Praktisch das identische Macher-Team wie damals wurde kürzlich zusammengetrommelt, um mit dem alten Mechanismus, aber neuen Drehbüchern die Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Seite 10
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