New Yorks Werber vergolden Ikea

Schweizer Kampagnen holten Preise und Finalplätze am New York Festival ab

Schweizer Kampagnen holten Preise und Finalplätze am New York Festival abVon Thérèse BalduzziMit einem Gold-, zwei Silber-, vier Bronzepreisen und sechs Finalisten waren Schweizer Agenturen am New York Festival im internationalen Vergleich gut repräsentiert. Da die Awardshow das Schlusslicht des jährlichen Awardreigens darstellt, blieben Überraschungen aus.
Honegger von Matt erhielt für die Ikea-Kampagne «Sei kein Snob» Gold für Advertising and Marketing Effectiveness (AME). AME-Silber ging an McCann-Erickson, Genf, für die Martini-Vermouth-Kampagne «Drinking Page». In der gleichen Kategorie erhielt der Zürcher Ableger dieser Agentur Bronze für seine Arbeit für die Forbo-Teppichwerke.
In der Kategorie TV and Cinema Advertising erhielt Advico Young & Rubicam, Zürich, Silber für die Kuoni-Spots «Airport/ Car/Bike» und Bronze für das Public Service Announcement (PSA) «Borders/SOS» für Médecins sans Frontières. Die zwei PSA von McCann-Erickson, Zürich, «Sound of Nature» (Tetrapak) und «Police Control», wurden je mit Bronze geehrt.
Fünf weitere Schweizer Beiträge wurden mit einem Finalist Certificate in der Kategorie International Television and Cinema Advertising Award ausgezeichnet: Honegger von Matt für Ikea («Save Money») und für Cablecom («Hispeed: Skilift/Bed»), Matter & Partner für Wernli («Vollbremsung/Einkaufswagen»), Advico Young & Rubicam, Zürich, für Milch/SMP («Apollo») und McCann-Erickson, Zürich, für Credit Suisse («Lifecycle»). Schweizer Finalist für den AME war schliesslich McCann-Erickson, Genf, für das IKRK-Plakat «Stop Landmines».
Weil das New York Festival den Awardshows hinterherhinkt, gingen zahlreiche Preise an die «Usual Suspects» (übliche Verdächtigte), die bereits an anderen Wettbewerben gekrönt wurden.
Hauptgewinner des AME war zum zweiten Mal nacheinander McCann-Erickson Worldwide mit insgesamt zehn Goldpreisen, gefolgt von BBDO, DDB und Young & Rubicam mit je zwei Goldmedaillen.
Als Best Commercial wurde «Whassup Wasabi» der Budweiser-Kampagne «Whassup» von DDB Chicago gewählt. Zur besten Kampagne wurde die Spotserie für Amazon.com von Headquarters New York ernannt, in der ein A-cappella-Männerchor die Vorteile des Onlineshoppings besingt. Best-of-Show-Preise gingen auch an Independent aus Los Angeles für ihre Pacific-Bell-Kampagne und für die Public-Service-Kampagne «Mr. Parkinson» von McCann-Erickson in Mailand. Aus den zahlreichen preisgekrönten McCann-Erickson-Kampagnen wurden die «Priceless»-Kampagne für Mastercard und «Could you please explain that Spray and Internet Thing?» von Storakers in Stockholm für das Internetportal «Spray» zusätzlich mit AME-Grand-Preisen geehrt. Die Preise wurden von einer internationalen Jury aus insgesamt 13000 Einsendungen aus 54 Ländern vergeben.
Die Uno vergab Auszeichnungen für Public Service
Bei den gleichzeitig verliehenen United Nations Awards für Public-Service-Kampagnen wurden die Spots von TBWA/Campaign Company in Amsterdam für die Dutch Refugee Foundation mit Gold gewürdigt. Saatchi & Saatchi, Makati City (Philippinen), erhielt den Silberpreis für «Package», einen Spot für die Organisation Gabriela, die Opfern der Sexindustrie Hilfe leistet. Bronze erhielt BBDO/Guerro Ortega, ebenfalls aus Makati City, für eine Printkampagne gegen Gewalt gegen Frauen.
Hauptgewinner des TV and Cinema Advertising Award:

BBDO: insgesamt sechs Goldpreise. BBDO New York: viermal Gold, je einmal für Federal Express, M&M’s, Mountain Dew und Ft.com (Financial Times). CLM/BBDO Frankreich: zwei Goldpreise, einmal für Pepsi, einmal für Brandt.
McCann-Erickson: insgesamt drei Goldpreise. McCann-Erickson, London: zweimal Gold, einmal für Bacardi, einmal für Camel. McCann-Erickson Spa, Italien: einmal Gold für die italienische Parkinson-Vereinigung.
Ogilvy & Mather: insgesamt drei Goldpreise. Ogilvy & Mather, Frankfurt: zweimal Gold, einmal für SWR, einmal für Kondomshop-fun.de., Ogilvy & Mather Advertising, Hongkong: einmal Gold für Clarion Capital Group.
Young & Rubicam: insgesamt drei Goldpreise. Young & Rubicam, Chicago: einmal für H&R Block/Tax Services. Young & Rubicam, Mexico: einmal für Mistreating of the Old People. Young & Rubicam, Peru: Life Style Condoms.

Corporate Publishing setzt auf neue Medien

Eine repräsentative Umfrage des Forums Corporate Publishing

Eine repräsentative Umfrage des Forums Corporate Publishing. (CP) bei rund 40 CP-Dienstleistern im deutschsprachigen Raum hat ergeben, dass insgesamt mehr als 83 Prozent der Befragten die generelle Entwicklung des CP-Marktes mit «gut» bis «sehr gut» einschätzen. Errechnet wird ein allgemeines Wachstum von 10 bis 20 Prozent. Fast ein Fünftel der Unternehmen rechnet gar mit 50 Prozent. Gut zwei Drittel der Befragten erwarten, dass sowohl der Print- als auch der New-Media-Bereich künftig starke Wachstumspotenziale besitzen. Lediglich 14 Prozent der Corporate-Publishing-Dienstleister geben dem Bereich Print die grösseren Wachstumschancen. Immerhin 19 Prozent sehen den Wachstumsanstieg nur auf dem New-Media-Sektor. Eine Verschiebung der Umsatzpotenziale um 10 bis 20 Prozent in Richtung Internet/Intranet geben deutliche 63 Prozent der Befragten an. 48 Prozent prophezeien die Entwicklung im Bereich Internet für das Jahr 2001 mit «sehr gut» bis «gut».
Stallgeflüster aus dem Bundesgericht.
Das Bundesgericht hat dem liebsten Nutztier der Schweizer einen Maulkorb umgehängt. Trotzdem wollen die schweizerischen Milchkühe unter der Herdenleitung von Lovely ihr Muhen nicht verstummen lassen. «Lovely darf weiterhin für starke Knochen werben», hiess es am Wochenende in ganzseitigen Inseraten in der Sonntagspresse. Wer die angefügte Nummer 0800 80 55 80 wählte, erfuhr via Telefon neben viel Muhen und werberischem Knurren, dass die helvetischen Milchkühe «überrascht und enttäuscht» über den Maulkorb vom Bundesgericht seien. Im vierten Eidgenössischen Ernährungsbericht stehe nämlich expressis verbis, dass Kalzium der «Knochenbrüchigkeit im Alter» vorbeuge. Und genau dieses Kalzium ist schliesslich auch in der Milch enthalten. Die verantwortliche Agentur Advico Young & Rubicam wollte mit diesem Inserat den Kühen deshalb noch einmal Gerechtigkeit widerfahren lassen. Zwar soll das Milchvieh bis zum Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung nicht zu einer Demo nach Lausanne aufgehetzt werden. Nachdem viele Milchtrinker und sonstige Ethno-Tierfreunde sich aber bei den werberischen Züchtern von Lovely gemeldet hätten, dass sie traurig über die provisorische Notschlachtung von Lovely seien, wollte die Agentur die von vielen etwas falsch verstandenen Presseberichte korrigieren. «Lovely darf weiterhin Werbung für Milch machen. Nur im Wortlaut sind uns ein paar Veränderungen aufgezwungen worden», präzisiert CD Peter Brönnimann die vom Bundesgericht etwas milchtrüb begründete Stallorder. Ein Ende als Kadavermehl in den Futtertrögen ihrer Artgenossen bleibt Lovely vorerst erspart.
Condor ist erfolgreicher, als man denkt.
Sieht man sich den Medaillenspiegel des ADC an, so darf sich die Produktionsfirma Condor über eine Auszeichnung an der diesjährigen Jurierung freuen. Tatsächlich hat Condor noch viel mehr Grund zu jubeln: Die ADC-Auswertung weist nämlich nur jene Firmen als Sieger aus, die die prämierte Arbeit auch eingereicht haben. Condor-Produktionen wurden aber auch von den Agenturen eingereicht, die sie in Auftrag gegeben hatten. Insgesamt kommt Condor so auf zweimal Silber und dreimal Bronze, wie Geschäftsleitungsmitglied Martin Fueter der WerbeWoche mitteilte. «Mit 5 von 20 vergebenen Auszeichnungen in der Kategorie 6 haben wir geradezu abgesahnt», meinte Fueter.
Pucci Sulzer wird Mitglied im BSW.
Der Bund Schweizer Werbeagenturen (BSW) hat Pucci Sulzer als neues Mitglied aufgenommen. Pucci Sulzer Werbeagentur AG wurde 1985 gegründet und ist im Besitz von Giovanni Pucci, Daniel Sulzer und René Zbinden. Pucci Sulzer beschäftigt 15 Mitarbeitende. Wichtige betreute Kunden sind unter anderem Bauknecht, Ericsson, Lancia, Freixenet, Assugrin, Migros und die Raiffeisenbanken.
Eigenwerbung mit Raststätte.
Die Agentur Velvet stellt in ihrer jährlich erscheinenden Eigenwerbung jeweils nicht sich selbst dar. Stattdessen editieren die Luzerner Werber einen «Alltagsspiegel», der während einer Projektreise des neunköpfigen Teams entsteht. Unter dem Titel «Autogrill» schildert der jüngste Reisebericht Eindrücke von 24 Stunden auf einer bei Piacenza gelegenen Autobahnraststätte. «Wir haben gemerkt, dass diese Art der Eigenwerbung der bessere Türöffner ist als das konventionelle Agenturporträt», sagt Gestalter Peter Moser. «Autogrill» umfasst 140 Seiten, Texte von Beat Bieri lockern den Bildband auf, der auch im Buchhandel erhältlich ist.
Anti-Gewalt-Kampagne? Nein, danke.
Anfang August hatte der Kommunikationsverband.de die Werber aufgerufen, Gestaltungsvorschläge für Kampagnen gegen «Gewalt von rechts» zu entwickeln. Zehn Agenturen hatten mitgemacht. Weniger Begeisterung zeigten die Medien. Jochen Pläcking, CEO von DDB Worldwide und Sprecher des Kommunikationsverbandes, hatte rund 150 Verleger, Chefredaktoren, Verlags- und Anzeigenleiter um unentgeltlichen Abdruck der Sujets gebeten. «Als Reaktion ist leider eine Vielzahl von Absagen eingegangen, meist verbunden mit dem Hinweis auf die publizistische Begleitung, die man diesem Thema schenkt», bedauert Pläcking.
Alli wänds Heidi.
Am 14. Februar wird an der Berlinale die Weltpremiere des neuen «Heidi»-Films der Zürcher Vega-Film über die Leinwand gehen. Das Ereignis ist für Graubünden-Ferien auch Startschuss für ein umfassendes Werbeprojekt MyHeidi. Erste Aktivität bildet ein Heidi-Stand an der Ferienmesse Basel vom 9. – 11. Februar.
Basel hat Weltformat.
Basler Zeitgeschichte im Plakat zeigt das Buch «Weltformat» von Charles Stirnimann und Rolf Thalmann. Die Geburtsstunde des modernen politischen Plakates in der Schweiz war die erste Proporzwahl zum Nationalrat 1919. Seither ist das Plakat unverzichtbares Werbemittel politischer Aktionen geworden. Das Plakatbuch zur Geschichte Basels und der Schweiz des 20. Jahrhunderts mit rund 200 Abbildungen ist im Christoph Merian Verlag erschienen.
Editorial: Der ADC verstärkt die Offensive
Der Art Directors Club Schweiz wurde 25 Jahre alt und ist aktiver denn je. Wirkte er in den Anfängen weit gehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, kann er sich heute über mangelnde Beachtung nicht beklagen. Sein 25-jähriges Bestehen feierte der Club der Kreativen mit einer rauschenden Gala in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Die Medien berichteten ausführlich darüber. Aus Anlass des Jubiläums sprach die WerbeWoche mit dem ADC-Präsidenten Jean Etienne Aebi über das wahre Kapital der Werbung und die Feinde guter Werbung (siehe Seite 37).
Das Anliegen des ADC ist über all die Jahre dasselbe geblieben: die Werbung verbessern. Ohne falschen Stolz kann der Doyen der Schweizer Werbebranche heute sagen, dass der ADC die anerkannte Instanz für kreative Qualität in unserem Lande verkörpert. Und die braucht
es heute dringender denn je. Kaufverweigerung auf Grund schlechter Werbung ist heute Realität. Nach vielen Produkten wird in der Konsumentendemokratie nicht mehr gefragt, wenn die Werbung
die Leute langweilt, beleidigt oder sie gar für dumm verkauft. Der Preis
für die Aufmerksamkeit ist zudem massiv gestiegen, weil Informationsübersättigung und Reizüberflutung die Wahrnehmungsschwelle erhöht haben. Immer weniger Wirkung kostet immer mehr Geld. Masse allein kann daran nicht viel ändern. Schiere Werbemenge und -lautstärke können sich gar kontraproduktiv auswirken. «Je kreativer, desto effektiver? Werbung als Mehr- oder Minderwert von Marken» lautet das Motto einer Veranstaltung, die der ADC im kommenden Mai durchführen wird – um aufzuzeigen, dass kreative Werbung auch etwas im Markt bewirkt. Ebenfalls im Mai wird der ADC eine Forschungsarbeit veröffentlichen, die zeigen soll, wie seine Anliegen auf Kundenseite wahrgenommen werden. Gesponsert wird die Studie vom Marktforschungsinstitut IHA-GfM und von der WerbeWoche. Wir werden Sie über deren Ergebnisse informieren, sobald sie vorliegen.
Samuel Helbling

Yahoo.com eröffnet ein Sales Office in Zürich

Mit einem eigenen Sales Office an der Wildbachstrasse im Zürcher Seefeld will der amerikanische Portalbetreiber Yahoo.com den Schweizer Internet-Werbemarkt für sich gewinnen. Die Leitung übernimmt Sales Manager Thomas Hanan, unterstützt von Sales Coo

Mit einem eigenen Sales Office an der Wildbachstrasse im Zürcher Seefeld will der amerikanische Portalbetreiber Yahoo.com den Schweizer Internet-Werbemarkt für sich gewinnen. Die Leitung übernimmt Sales Manager Thomas Hanan, unterstützt von Sales Coordinator Maja Kazmierczyk. Beide arbeiteten zuvor beim Onlinevermarkter Real Media, der bis anhin auch Yahoo zu seinen Kunden zählte. Thomas Hanan will den Schweizer Kunden Yahoo mit dem grossen Publikum und weit entwickelten Tools schmackhaft machen. Diese erlauben es unter anderem, Schweizer Banner auch auf ausländische Homepages zu spielen, sobald der User als Schweizer erkannt wird. Als Kunden will Hanan sowohl Agenturen als auch Direktkunden betreuen. (ba)

Ausserdem: Die Badener Kommunikationsagentur Mach AG hat ihr Geschäftsleitungsmitglied Roman Hofer neu in den Kreis ihrer Aktionäre aufgenommen.

AusserdemDie Badener Kommunikationsagentur Mach AG hat ihr Geschäftsleitungsmitglied Roman Hofer neu in den Kreis ihrer Aktionäre aufgenommen. Seit Jahresbeginn ist Art Director Hofer Partner mit Beteiligung bei Mach. Nach 15-jähriger Tät

AusserdemDie Badener Kommunikationsagentur Mach AG hat ihr Geschäftsleitungsmitglied Roman Hofer neu in den Kreis ihrer Aktionäre aufgenommen. Seit Jahresbeginn ist Art Director Hofer Partner mit Beteiligung bei Mach.
Nach 15-jähriger Tätigkeit tritt Georges Meier als Agenturleiter der Publicitas Schwyz in den Ruhestand. Seine Nachfolge übernimmt Pascal Kaiser, der seit Herbst vergangenen Jahres im Unternehmen tätig ist.
Ab April übernimmt Heinz Müller die Leitung der Unternehmenskommunikation bei der Hilti-Gruppe in Schaan FL. Müller war bis anhin als Kommunikationschef bei der Swissmem, dem Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, tätig gewesen.
Marcel Bolli, Leiter Corporate Communications beim Gastronomiekonzern Mövenpick in Adliswil, wird per März auf eigenen Wunsch hin die Firma verlassen. Nachfolgerin auf seinem Posten wird Lilly Frei, die ab März die Aufgabe der Pressesprecherin für Mövenpick vollumfänglich übernehmen wird.
Der designierte Nachfolger
von Hanspeter Marti als Rechtskonsulent des Branchenverbandes Schweizer
Werbung (SW) heisst Marc Schwenninger. Der promovierte Jurist und Anwalt ist Mitarbeiter der Zürcher Anwaltskanzlei Walder Wyss & Partner.

Le Matin wird werktags handlicher

(Fast) alles neu macht beim welschen Verlagshaus Edipresse der Mai

(Fast) alles neu macht beim welschen Verlagshaus Edipresse der MaiVon Christophe BüchiNach langem Hin und Her wagt Edipresse den grossen Schritt: Ab 8. Mai kommt Le Matin an Wochentagen im Tabloidformat zu den Leserinnen und Lesern. Die Sonntagsausgabe LeMatin-Dimanche wird teilweise verselbstständigt, bleibt aber beim alten Format.
Das Soft-Boulevardblatt Le Matin, welches aus der einstigen Tribune de Lausanne herausgewachsen ist, bildet einen eigenartigen Zwitter. Werktags tritt es als sprachregionale Morgenzeitung mit einer Auflage von gut 66000 Exemplaren auf, die teilweise die Edipresse-Zeitungen 24 Heures und Tribune de Genève konkurrenziert. Am Sonntag dagegen ist LeMatin-Dimanche einsamer Leader auf dem welschen Markt. Sein Monopol wurde auch durch das neue Ringier-Blatt dimanche.ch nur marginal angeknabbert. Die Auflage übersteigt am Tage des Herrn 220000 Exemplare, womit die Zeitung eine fabelhafte Reichweite von 603000 Lesern erreicht – und dies auf einem Markt, der nur etwas mehr als das Doppelte an Einwohnern zählt.
Le Matin hat nicht nur zwei Seelen in der Brust, sondern auch zwei ganz unterschiedliche Bilanzen. Die Sonntagsausgabe ist die eigentliche «cash cow» im Stall Edipresse und dürfte zweistellige Millionengewinne eintragen. An Wochentagen dagegen befindet sich Le Matin unter der Wasserlinie. So genau lässt sich das aber nicht eruieren, da Le Matin und LeMatin-Dimanche nicht getrennte Profitcenter sind und die Kosten gemeinsam getragen werden. Dennoch wird die Werktagsausgabe von der Sonntagsausgabe eigentlich quersubventioniert. Deshalb bieten welsche Medieninsider regelmässig das Gerücht über eine Einstellung der Werktagsausgabe herum. Doch Edipresse ist vor diesem Schritt noch immer zurückgewichen, in der Überzeugung, dass er auch die Rentabilität der Sonntagsausgabe einschränken würde.
Widerstände in der Redaktion gegen das neue Format
Immerhin: Nach langem Zögern haben die Edipresse-Manager nun doch beschlossen, bei Le Matin einen Neuanfang zu wagen. Von Verlagsleiter Théo Bouchat wusste man schon seit längerem, dass er einen Übergang zum Tabloidformat wollte. Freilich wurde der endgültige Entscheid ständig verschoben. Denn der neue Le-Matin-Chefredaktor, Daniel Pillard, ein Macher, der letztes Jahr von der Spitze des Ringier-Magazins L’Illustré weggelockt wurde, hatte bis Weihnachten mit einer eigentlichen Redaktions-Fronde zu kämpfen, die ihn fast Hals und Job gekostet hätte.
Offensichtlich fürchteten alte «Le-Matin-Hasen» eine radikale Boulevardisierung des Blatts. Zudem scheinen gruppendynamische Prozesse gespielt zu haben. Pillard kommt, wie Bouchat und 24-Heures-Chefredaktor Jacques Poget, von Ringier. «Fremde Fötzel» haben es aber im Treibhausklima der Edipresse schwer: Dies musste bereits Bouchats Vorgänger Jacques Pilet erfahren, der nach nur kurzem Gastspiel als Edipresse-Verlagsleiter wieder hinausgeekelt wurde.
Aber nun ist der Sturm vorüber. Wie Le-Matin-Chefredaktor Pillard gegenüber der WerbeWoche bestätigt, steht fest, dass Le Matin ab 8. Mai im Tabloidformat erscheint. Genaueres zum neuen Layout wird noch geheim gehalten. Zwar wurden bereits mehrere Nullnummern produziert, aber zuerst will man noch die Feineinstellung verbessern, bevor man Kunden und Medien aufklärt. Die Marschrichtung steht für Pillard aber fest: Le Matin soll frischer, frecher und urbaner werden.
Zudem soll künftig zupackender recherchiert und geschrieben werden. Das halbierte Format zwingt ja auch zu stärkerer Konzentration und Fokussierung. Auf die Frage, ob jetzt die Redaktion hinter dem neuen Konzept stehe, versichert Pillard: «Bestimmt. Die Konflikte, die wir hatten, drehten sich nicht ums Konzept, sondern um meine Managementmethoden. Viele Redaktoren wollten im Grunde genommen keinen richtigen Chef, sondern weiterhin nach eigenem Gusto schalten und walten.»
Werden die Pendlerzeitungen ausgebremst?
Der Übergang zum Tabloidformat kommt also einem Befreiungsschlag gleich, der die Redaktion wie auch die Aussenwelt gleichermassen aufrütteln soll. Bouchat und Pillard dürften aber auch die Erfahrungen mit den Deutschschweizer Pendlerzeitungen genau verfolgt haben.
Mit dem neuen, handlichen Format soll dafür gesorgt werden, dass solche Konkurrenten gar nicht erst auf den Plan treten. Fragt sich nur, wie die eher konservativen welschen Medienkonsumenten auf die kleine Revolution aus dem Haus Edipresse reagieren werden. Immerhin ist ihnen das Tabloidformat bereits von den Wochenzeitungen Coopération (Coop) und Construire (Migros) her vertraut.
Vor einer radikalen Revolution am Sonntag dagegen will Edipresse nichts wissen: Le Matin-Dimanche kommt weiter im trauten Zeitungsformat daher. Doch ist auf den 13. Mai ein renoviertes Layout der Sonntagsausgabe angesagt. Zudem bekommt sie eine eigene Redaktion, die ab April unter der Leitung von Michel Zendali steht.
Der «Pilet-Boy» (Zendali über Zendali) ist ein politischer Journalist ohne Berührungsangst vor dem Boulevard, der bei Le Nouveau Quotidien und L’Hebdo seine Sporen abverdient hat. Als Chef einer eigenen Equipe hat Zendali die Möglichkeit, Le Matin-Dimanche eine eigene Unternehmenskultur mit einer Wochenzeitungsidentität zu verleihen. Aber Zendali wird Pillard unterstellt: Die Trennung zwischen Werktags- und Sonntagsausgabe geht bei Le Matin also weniger weit als bei Blick/SonntagsBlick und Tages-Anzeiger/SonntagsZeitung.
Man sieht: Wenn schon eine Revolution, dann will Edipresse am Sonntag eine Revolution ohne Blutvergiessen. Das bereits legendäre Misstrauen der Lamunière-Gruppe vor allzu radikalen Veränderungen ist nachvollziehbar: Le Matin-Dimanche ist so erfolgreich, dass man sichs schon zweimal überlegt, bevor man etwas ändert.

Jahresziel verpasst

Der Bruttowerbeaufwand des Jahres 2000 (3,999 Mrd. Franken) verzeichnete gegenüber 1999 mit 9,8 Prozent oder plus 356 Mio. Franken eine deutlich geringere Zunahme als geschätzt: Media Focus hatte ein Wachstum von 15 Prozent prognostiziert. Doch ein s

Der Bruttowerbeaufwand des Jahres 2000 (3,999 Mrd. Franken) verzeichnete gegenüber 1999 mit 9,8 Prozent oder plus 356 Mio. Franken eine deutlich geringere Zunahme als geschätzt: Media Focus hatte ein Wachstum von 15 Prozent prognostiziert. Doch ein schwaches 4. Quartal, insbesondere ein schlechter Dezember, haben diese Erwartung zunichte gemacht.Trotzdem bescherte 2000 einigen Medien ausserordentliche Zuwachsraten. Die Tageszeitungen legten um 6,6 Prozent oder 109 Mio. Franken zu. Die Publikumszeitschriften waren mit plus 8,8 Prozent oder 57 Mio. Franken noch besser im Rennen. Das Topprintergebnis legten die Fachzeitschriften hin mit 19 Prozent oder 40 Millionen Franken zusätzlichem Bruttowerbeaufwand.
Ein unterdurchschnittliches Wachstum musste das Fernsehen hinnehmen (plus 7,5 Prozent oder rund 45 Mio. Franken). Für das Radio war hingegen 2000 ein Spitzenjahr (plus 19,4 Prozent oder 22 Mio. Franken). Das Kino beendete das Jahr 2000 als einzige Mediengattung mit einem Verlust (minus 7,9 Prozent oder 3,3 Mio. Franken). Erfreulich zugelegt hat aber der Teletext (plus 10 Prozent oder 2 Mio. Franken). Ein Topresultat verbucht die Plakatwerbung mit plus 15,1 Prozent oder rund 53 Mio. Franken. Die Internetwerbung, 2000 erstmals erhoben, erreichte brutto 31,4 Mio. Franken.
Für das laufende Jahr erwartet Media Focus ein wesentlich geringeres Wachstum des Bruttowerbeaufwandes als im Vorjahr.
Daniel Schifferle
Bruttowerbeaufwand nach Medien

1999/2000 im Vergleich
in 1000 Fr. 1999 in 1000 Fr. 2000 +/– %
Tageszeitungen 1 654 448 1 763 802 6,6
Publ’zeitschriften 645 345 702 122 8,8
Fachzeitschriften 212 212 252 438 19,0
TV 604 681 649 843 7,5
Radio 113 068 134 982 19,4
Kino 41 948 38 643 – 7,9
Teletext 20 158 22 173 10,0
Plakat 351 480 404 380 15,1
Internet Banner – 31 438 –
Gesamt 3 643 340 3 999 821 9,8
Quelle: Media Focus Hergiswil (NW)

Spok vergibt Media-Basic-Diplome

Am 30. Januar schloss die Spok, Schule für praxisorientierte Kommunikation, den zweiten Lehrgang Media-Basic mit der Diplomfeier. Von 16 Kandidatinnen konnten 13 das Diplom der Spok Media Academy entgegennehmen. Die besten Ergebnisse erzielten Brigit

Am 30. Januar schloss die Spok, Schule für praxisorientierte Kommunikation, den zweiten Lehrgang Media-Basic mit der Diplomfeier. Von 16 Kandidatinnen konnten 13 das Diplom der Spok Media Academy entgegennehmen. Die besten Ergebnisse erzielten Brigitte Ablasser (Real Media AG), Beatrice Mätzener (Basler Versicherungen), Daniella Schori (Canon Schweiz AG) und Lucrezia Seiler (Cinecom & Media AG).Der nächste Lehrgang startet im September 2001 und soll gemäss Ronny Schmid, dem neuen Spok-Geschäftsführer, vertieft und ausgebaut werden, um den Anforderungen an eine zeitgemässe Mediaausbildung noch besser zu genügen. Er spüre ein steigendes Interesse an der Mediaausbildung, so Schmid, wolle aber weiterhin nur einen Kurs pro Durchgang anbieten. Zusätzlich zum Lehrgang Media-Basic wird die Spok ab 2002 die Ausbildung zum Media-Expert anbieten, die für den Mediabereich dem Stellenwert des Lehrgangs Leiter/in Marketingkommunikation entsprechen soll. (ba)

Warten auf die Geräteindustrie

Weder die SRG noch das Uvek wissen, wie es mit dem digitalen Radio weitergeht

Weder die SRG noch das Uvek wissen, wie es mit dem digitalen Radio weitergehtVor rund neun Monaten hat die SRG den Ausbau des digitalen Radios gestoppt, nur sechs Monate nach dessen Start. «Lediglich der Weiterausbau, nicht aber der Betrieb von DAB ist sistiert», stellt Hans Strassmann, Leiter Technik und Informatik bei der SRG, klar.Konkret heisst das: Die SRG strahlt derzeit pro Sprachregion bis neun Programme digital aus (zum Teil parallel zu UKW), doch kaum jemand hört hin. Im Tessin ist Digital Broadcasting (DAB) entgegen der ursprünglichen Planung noch gar nicht empfangbar (siehe Karte). Anders in der West- und Deutschschweiz: Autofahrer zwischen Genf und Winterthur könnten die SRG-Programme zwar fast durchgehend über DAB hören – doch kaum einer besitzt einen DAB-Empfänger. Derzeit sind in der Schweiz erst knapp 2000 DAB-Empfänger im Umlauf. Der Grund: Die Geräte sind teuer (rund 1000 Franken) und benutzerunfreundlich, was bisher den Durchbruch von DAB verhindert hat.
Als die SRG im Herbst 1999 damit begann, 40 Millionen Franken in den Aufbau eines DAB-Sendernetzes zu stecken, ging man noch davon aus, dass die Geräteindustrie bei der Entwicklung einfacherer und billigerer Geräte schneller vorwärts macht. Doch DVD und Mobiltelefonie hatten Vorrang.
Deshalb sistierte die SRG im letzten Frühjahr den DAB-Ausbau. Das Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (Uvek) akzeptierte diesen Entscheid zwar, will demnächst aber erfahren, wies weitergeht. Aber auch Strassmann muss trotz ständigem Kontakt zur Geräteindustrie passen, meint jedoch: «Wir haben volles Vertrauen in DAB.»
Doch nicht nur die SRG, auch rund ein Dutzend private Projekte von Radio 24plus über Eviva und Radio 105 bis Aldente warten auf DAB. Gemäss den Uvek-Plänen sollte die SRG bezüglich Technik und Kommunikation DAB-Lokomotive spielen und die Privaten ab 2003 auf den fahrenden Zug aufspringen lassen.
Diesen Auftrag erfüllt die SRG nun aber nicht. Zudem stehen für insgesamt rund 20 Projekte ohnehin zu wenig DAB-Frequenzen zur Verfügung. Ob es weitere geben wird, kann nach Strassmanns Angaben erst 2003 an einer internationalen «Wellenkonferenz» ausgehandelt werden. Definitive Entscheide seien frühestens 2005 zu erwarten… Markus Knöpfli

Ein Award, den sie nie vergessen

An der Eurobest-Verleihung gewinnt AY&R den einzigen Award für die Schweiz

An der Eurobest-Verleihung gewinnt AY&R den einzigen Award für die SchweizErfolge in Serie feiert zurzeit die Agentur Advico Young & Rubicam. Nachdem ihr Kuoni-Auftritt vor einer Woche schon beim 25. ADC Schweiz als Gesamtkampagne vergoldet wurde, triumphierte sie als einzige Schweizer Arbeit am 2. Februar auch in Londons In-Lokal The Brewery. Dort erhielt sie von der 20-köpfigen internationalen Jury eine der begehrten Eurobest Trophys. Der Reiseveranstalter Kuoni löste die legendäre Milchkuh Lovely ab, die ebenfalls aus Gockhausen stammt. Mit der Auszeichnung in der Kategorie Aussenwerbung erzielt AY&R einen für Schweizer Verhältnisse ausserordentlichen Hattrick.
Gesamthaft schlug sich das Werbeland Schweiz, das mit Creative Director Jeremy Rawle (Euro RSCG Schweiz) in der Jury vertreten war, ganz ordentlich: Jede zehnte von den 315 eingereichten Arbeiten (68 mehr als im Vorjahr) landete auf der Shortlist. Von den 21 Schweizer Agenturen, die Werbewerke einschickten, kamen allerdings nur deren acht in die Schlussrunde.
Neben AY&R, die mit Kuoni, Hakle, SMP, Flims Laax Falera und SonntagsZeitung zu Finalistenehre kam, glänzten auf derselben Liste: Publicis mit Sportplausch Wider, Die Mobiliar und die Gelben Seiten, McCann-Erickson mit Arbeiten für Suva und SBB, Guye & Partner für Crodino, Lesch + Frei für Jäggi Bücher, Wirz für Hiltl und IWC, Lowe Lintas GGK für Canon sowie Honegger von Matt für Zelo Hairstylist.
Dass die Preisverleihung der europäischen Werbung an Reputation und Renommee gewinnt, beweist die hohe Anzahl Einsender (370) und Arbeiten, die wiederum stark angestiegen ist – um 289 auf 4430 Einreichungen. Mit 14 Awards konnte sich das Gastgeberland Grossbritannien wieder als kreativstes Land auf die Schultern klopfen. Auf die Ehrenplätze verwiesen sie Spanien und Frankreich, wobei das überragende Können und die Treffsicherheit der Angelsachsen wieder deutlich ins Auge stach.
Im Vergleich zu den Zweitplatzierten gewannen sie mit nur halb so vielen Einsendungen (256) doppelt so viele Awards – 14 von 39. Mit Arbeiten für Bic (TV/Cinema) und Sony (Print) sahnte die französische BDDP/TBWA, Boulogne-Billancourt, gleich zwei Grands Prix ab. In der Kategorie Aussenwerbung ging der Grand Prix an das spanische DDB-Büro, Barcelona, das ebenfalls für Sony wirbt. Luca Aloisi

Simko sucht Partner für Filiale

Pedro Simko will seine Zürcher Filiale mit einer Partneragentur zusammenlegen. Verhandlungen seien im Gange, teilte der Genfer Werber mit. Als Grund für den geplanten Merger nannte Simko das Wachstum seiner Agentur. Dadurch sei er nicht mehr in der

Pedro Simko will seine Zürcher Filiale mit einer Partneragentur zusammenlegen. Verhandlungen seien im Gange, teilte der Genfer Werber mit. Als Grund für den geplanten Merger nannte Simko das Wachstum seiner Agentur. Dadurch sei er nicht mehr in der Lage, beide Filialen selbst zu führen. Simko, Zürich, dürfte wohl ihren eigenen Sitz aufgeben und in den Partner integriert werden. Durch die Abgänge von CD Alain Picard im September und Geschäftsleiterin Gioia Bozzato im November befindet sich Simko, Zürich, offensichtlich in Personalnot. (sm)

«Den Mut haben, Emotionen aufzuwerfen»

Interview mit AME-Gold-Gewinner Daniel Meier, Creative Director Honegger von Matt

Interview mit AME-Gold-Gewinner Daniel Meier, Creative Director Honegger von MattPreisaggressive Werbung lohnt in der Schweiz kaum. Auch deshalb setzte Honegger von Matt bei der Snob-Kampagne für das Möbelhaus Ikea auf den Anti-Snob-Appeal. Der kommt hierzulande besser an, wie er der WerbeWoche gegenüber erläutert.Die Kampagne «Sei kein Snob» hat in der Schweiz einen Nerv getroffen. Wie wurde die Idee zur Kampagne entwickelt?
Daniel Meier: Peter Keerberg ist vor eineinhalb Jahren zu Ikea Schweiz gekommen. Mit ihm zusammen haben wir recherchiert, was die grösste Wachstumshemmschwelle für Ikea in der Schweiz ist. Es wurde dabei ziemlich schnell klar, dass Qualität das ist, was die meisten Leute an Ikea bemängelten. Bei weiteren Untersuchungen haben wir aber festgestellt, dass es sich weniger um die rein materielle Qualität handelt, sondern dass Qualität meistens mit Prestige und Status in Verbindung gebracht wird. So wird einer Rolex mehr Qualität zugesprochen als einer Swatch, obwohl die Swatch genauer läuft. Das Gleiche gilt für Mercedes, obwohl in der Pannenstatistik japanische Autos besser abschneiden. Daraus ist die Snob-Kampagne entstanden. Wir wollten zeigen, dass es sich beim Qualitätsvorwand meist um Prestige handelt, und diese Haltung ad absurdum führen.
Womit Sie erfolgreich waren …
Meier: Überraschend war, dass die Kampagne sehr schnell ziemlich Wellen geschlagen hat. Wir haben dann auch im Bereich Guerillamarketing einige Dinge unternommen, wie etwa die Website eingerichtet, bei der man testen konnte, ob man ein Snob ist. Fast jeder verhält sich in irgendeiner Beziehung snobistisch. Damit konnten wir das Thema auch gesellschaftspolitisch aktuell machen. In einer zweiten Phase haben wir das snobistische Verhalten auf subtilere Art aufs Korn genommen. Die Spots wurden extrem schnell wiedererkannt. Gleichzeitig ist auch bei Ikea viel passiert. Das ist auch der Grund für diesen Preis. Für den AME muss man ja auch die Zahlen zum messbaren Erfolg eingeben. Die Besucherzahlen haben sich positiv entwickelt, und Tests haben ergeben, dass Ikea im Vergleich zum ganzen Möbelmarkt signifikant bekannter geworden ist. Laut den Studien ist auch das Image der Qualität gestiegen.
Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Kunden?
Meier: Der Kunde spielte eine grosse Rolle, weil er den Mut hatte, unkonventionell zu werben. Keerberg geht auch alles sehr analytisch an. Ikea hatte auch immer das grössere Ziel vor Augen. Obwohl Ikea als sehr preisaggressiv gilt, haben wir in der ganzen Kommunikation nie Preise erwähnt. Das hat sich jetzt auch ausgezeichnet. Vielleicht ist die Schweiz auch ein Spezialfall, allzu preisaggressive Werbung ist in anderen Märkten erfolgversprechender als bei uns.
Was bedeutet es für Sie, diesen Preis gewonnen zu haben?
Meier: Erstens ist es eine spezielle Zusammenarbeit mit Ikea, die eigentlich für uns auch den Idealfall darstellt, wie wir gerne mit Kunden arbeiten. Es war ein intensives Teamwork. Andere Kunden geben ein Briefing, worauf man etwas später mit einer Lösung auftaucht, zu der sie Ja oder Nein sagen. Wir hatten jedoch viele Meetings und die Lösung zusammen erarbeitet. Das ist letztlich auch erfolgreicher, weil dann alle dahinterstehen. Ganz am Anfang spürten wir auch Gegenwind, Einwände, man könne das nicht machen, in der Schweiz gebe es doch viele wohlhabende Menschen, die man vor den Kopf stossen könnte. Aber man darf dann nicht nervös werden und muss den Mut haben, Emotionen aufzuwerfen. So gesehen, bedeutet uns dieser Preis wirklich viel. Er ist eine schöne Bestätigung dafür, dass wir richtig lagen.
Interview: Thérèse Balduzzi

News: Ringier liefert Mediadaten im Netz

Ringier liefert Mediadaten im NetzDie Informationen, die Ringier bisher in der bliebten Werbefibel präsentierte, sind ab sofort auch über die Internetplattform www.go4media.ch erhältlich. Neben einer klar strukturierten Dokumentation aller von Ri

Ringier liefert Mediadaten im NetzDie Informationen, die Ringier bisher in der bliebten Werbefibel präsentierte, sind ab sofort auch über die Internetplattform www.go4media.ch erhältlich. Neben einer klar strukturierten Dokumentation aller von Ringier verlegten Titel sind auch sämtliche wichtigen Kennziffern zum Werbemarkt Schweiz aufgeführt: vom aktuellen Angebot aller wichtigen Werbeträger über die Bevölkerungsstruktur bis zur Entwicklung der Werbeaufwendungen. www. go4media.ch ist in deutscher, französischer und englischer Sprache abrufbar.
Metro ab März auch in Paris Die Gratiszeitung Metro wird ab März auch in der französischen Metropole Paris mit einer Ausgabe vertreten sein. Die schwedische Mediengruppe Modern Times Group hatte die Pendlerzeitung bereits früher in der Hauptstadt lancieren wollen. Der Pariser Gemeinderat hatte jedoch noch nicht über die Errichtung von Verteilerkästen auf den Gehsteigen entschieden. Ein weiteres Projekt für eine Gratiszeitung in Paris stammt von der italienischen Pressegruppe Poligrafici Editoriale, die jüngst die Pariser Tageszeitung France Soir übernommen hat.
Jüdische Zeitungen fusionierenDas Israelitische Wochenblatt und die Jüdische Rundschau werden zusammengelegt. Die Herausgeber der beiden Blätter, die Verlag Manfred Marx AG (eine Tochter der Basler Mediengruppe) und Jüdische Rundschau Medien AG, haben dazu die Jüdische Medien AG gegründet. Im Verwaltungsrat nehmen unter anderem BMG-Chef Matthias Hagemann und Esther Girsberger Einsitz. Das neue Wochenmagazin namens Tachles (vom hebräischen Wort für Ziel oder Zweck) wird vom bisherigen Rundschau-Chefredaktor Yves Kugelmann geleitet. Peter Bollag, bisheriger Chef der Wochenblatt-Redaktion, muss den Hut nehmen. Tachles wird in Zürich produziert und von Birkhäuser + CBC in Reinach BL gedruckt.
Ringier verkauft MEX an Factum
Die Firma Factum AG in Zürich und die Ringier AG haben am vergangenen Freitag eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der die Jugendzeitschrift MEX Musenalp Express per sofort an Factum verkauft wird. Factum ist eine Direktmarketingagentur und verfügt laut Ringier über langjährige Verlagserfahrung im In- und Ausland. Bezüglich zukünftiger Erscheinungsweise und Vertriebskanäle sind noch keine Details bekannt.
WEMF startet Net-Audit neuDie AG für Werbemittelforschung (Wemf) will ihr Internetmessprogramm Net-Audit neu starten. Beim Net-Audit installieren Websitebetreiber ein Programm auf ihren Servern, das die Zahl der Besucher misst. Damit wollte die Wemf verlässliche Zahlen für die Werbewirtschaft bereitstellen. Im ersten Anlauf ist das Angebot aber an zu wenigen Teilnehmern gescheitert. Gegenüber der WerbeWoche führte Wemf-Marketingleiterin Gabriela Eggstein die geringe Beteiligung vor allem auf technische Schwierigkeiten zurück. Im April sollen nun Beta-Tests mit einer verbesserten Software starten. Eggstein hofft laut Netzticker, dass die Wemf im Spätsommer Trafficzahlen von 15 Medienplattformen, aber auch Portalen und anderen Websites ausweisen kann. Ziel sei aber die Erhöhung auf 20 bis 30 Websites. Ende 2000 hatten nur noch die NZZ und Pro 7 ihre Page Impressions und Visits von der Wemf beglaubigen lassen.
Mediantis Sponsor bei «Big Brother»Der Schweizer Internet-Buch- und -Medienhändler Mediantis.ch (vormals Buch.ch) wird Onlinesponsor von «Big Brother» Schweiz. Die Partnerschaft beinhaltet umfassende Online-Marketingaktionen. Auf der Site der Voyeurshow werden Lieblingsbücher, -filme und -musik aller Containerinsassen vorgestellt und mit einem direkten Link zu Mediantis versehen. Zudem präsentiert der Buchhändler eine von ihm empfohlene Medienauswahl.
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