Erfolg auch mit kleinen Inseraten

Die erst belächelte Baselland-Post erscheint nun wöchentlich und bildet eine ideale Werbeplattform für KMU

Die erst belächelte Baselland-Post erscheint nun wöchentlich und bildet eine ideale Werbeplattform für KMUVon Markus KnöpfliSeit fünf Jahren will die kleinformatige Baselland-Post den Inseraten des Baselbieter Kleingewerbes zu mehr Beachtung verhelfen. Der Erfolg zwang das Heft nun zu häufigerem Erscheinen.
Als Doris Hirschi 1995 die Novamedi GmbH gründete und die Baselland-Post herausgab, war sie eine Pionierin. Nicht nur deshalb, weil die im Verlagswesen unkundige Frau Neuland betrat, sondern weil sie für ihr Gratisblatt ein spezielles Kleinformat (149 x 222 Millimeter) wählte. Damit wollte sie den Kleininseraten vieler Kleingewerbler mehr Geltung verschaffen.
Auch gesamtschweizerisch gehörte die Baselland-Post zu den ersten Printprodukten dieser Grösse, weiss Fredy Weber, Geschäftsführer der Merkur Druck AG in Langenthal. Weber druckte das Heft von Anfang an und hat mittlerweile fünf weitere Aufträge für gleichformatige Periodika im Haus. Zudem ist die Merkur Druck seit letztem Mai Besitzerin der Novamedi GmbH.
Hirschi, die seit Wochen unerreichbar ist, soll ihren Verlag aus gesundheitlichen und familiären Gründen verkauft haben. Für Merkur Druck ist der Einstieg ins Verlagsgeschäft ein Novum. Das «erfolgreiche Blatt» habe er auch deshalb übernommen, weil er den Druckauftrag im Haus habe behalten wollen, sagt Weber.
Zurück zu Hirschis Konzept: Es ist aufgegangen. Die Baselland-Post, die vor fünf Jahren noch belächelt wurde und mit einer Auflage von 81000 Exemplaren gestartet war, konnte diese auf unbeglaubigte 113000 Exemplare erhöhen. Sie wird per Post im ganzen Baselbiet, im Kanton Basel-Stadt sowie in
25 Solothurner und fünf Aargauer Gemeinden an alle Haushalte
ohne Stoppkleber verteilt. Mehr noch: Das 14-täglich erscheinende Heft steigerte seinen Umfang von anfänglich etwa 48 auf durchschnittlich 90 Seiten. «Das Heft ist vor allem im Immobilienbereich sehr stark», attestiert gar Otto K. Walter, Anzeigenleiter der Basler Zeitung.
Doch im Overkill der Inserate drohte die ursprüngliche Absicht unterzugehen. Merkur Druck lässt das Heft deshalb seit Januar in überarbeitetem Layout neu wöchentlich, aber nur noch mit halbem Umfang erscheinen. «Davon profitiert der Inserent, denn seine Anzeige wird so wieder mehr beachtet», sagt Detlef Braun von der Triscom-Media AG, die seit letztem Mai mit dem Anzeigenverkauf beauftragt ist.
Ob sich die Änderung allerdings wegen der doppelten Vertriebskosten auf Dauer rechnet, muss sich auch nach einer leichten Erhöhung des Anzeigentarifs erst weisen: Neu kostet eine vierfarbige Seite 1271 Franken.

Sammler gehen im Web ins Netz

Seit kurzem können Internetnutzer auch auf Schweizer Sites Punkte sammelnvon alessandro monachesiAnalog zu den Kundenkarten der Grossverteiler sollen offene Bonusprogramme das Sammelfieber im Internet entfachen. Zwei

Seit kurzem können Internetnutzer auch auf Schweizer Sites Punkte sammelnvon alessandro monachesiAnalog zu den Kundenkarten der Grossverteiler sollen offene Bonusprogramme das Sammelfieber im Internet entfachen. ZweiSeit kurzem können Internetnutzer auch auf Schweizer Sites Punkte sammelnvon Alessandro
Monachesi
Analog zu den Kundenkarten der Grossverteiler sollen offene Bonusprogramme das Sammelfieber im Internet entfachen. Zwei Anbieter stehen sich heute auf dem Schweizer Markt gegenüber: die Münchner Webmiles AG und Bonus.net von ActiveAgent.
Was bei Coop und Migros zum Alltag gehört und womit Banken ihren Kunden schon lange den Mund wässrig machen, ist auch im Internet im Kommen: Kundenbindungsprogramme. In den Vereinigten Staaten sind schon drei Viertel aller Surfer hinter den verschiedensten Treuepunkten her. Nun sollen auch Schweizer auf den Geschmack kommen.
Im November 2000 hatte ActiveAgent seine hundertprozentige Tochter Bonus.net in der Schweiz lanciert. Als ersten Schweizer Partner konnte Bonus.net vergangenen Dezember den Onlinemedienhändler Directmedia gewinnen. Der wichtigste deutsche Konkurrent von Bonus.net, die Münchner Firma Webmiles AG, hat sich derweil Zeit gelassen mit dem Einstieg in den Schweizer Markt.
Inoffiziell Interesse an der Schweiz hatte Webmiles schon im Sommer vergangenen Jahres angemeldet. Erst vor kurzem gab das Unternehmen erste Kooperationen auf dem Schweizer Markt bekannt: Bluewin und Winner.ch bieten ihren Kunden Punkte für Klicks, die zum Bezug von Prämien auf der Webmiles-Website berechtigen.
«Uns war von Beginn weg klar, dass wir Partnerschaften nur mit Big Playern eingehen würden», begründet Katrin Teufelberger, Country Manager Switzerland
bei Webmiles, den verzögerten Markteintritt. Teufelberger leitet die Schweizer Geschäfte von München aus. Eine Niederlassung in der Schweiz werde in Erwägung gezogen, erklärt sie. Bluewin und Winner würden nicht die einzigen Partner bleiben. Weitere Kooperationen will Webmiles demnächst bekannt geben. Auch Bonus.net steht kurz vor einer weiteren Partnerschaft.
Kundenbindung an sich ist kein neues Thema für Bluewin. Martin Sagmeister, Verantwortlicher für Kundenbindung: «Mit unseren Angeboten und Produkten haben wir eine starke Kundenbindung angestrebt. Neu ist für uns die Einbindung in ein Programm.» Die Einrichtung einer Stelle für Customer Relations Management verdeutlicht die Zunahme der Bedeutung, die Bluewin der Kundenpflege beimisst. «Gerne hätten wir auch ein eigenes Kundenbindungsprogramm entwickelt», führt Sagmeister weiter aus, «doch das ist uns zu teuer.» Peter Strassmann von ActiveAgent pflichtet dem bei: «Eigene Programme können sich nur ganz grosse Firmen leisten. Ich spreche da von der Grössenordnung einer Bank oder Migros.»
Sofort erreichbare Prämien sind wichtig
Wo die Preise explodieren, steht als Lösung oft Outsourcing im Raum. Derselbe Gedanke liegt auch den offenen Kundenbindungsprogrammen wie Webmiles und Bonus.net zu Grunde. Strassmann erklärt: «Ein Bonusprogramm ermöglicht kleinen Websites das Erreichen einer kritischen Masse von Teilnehmern.» Damit ein Programm Erfolg hat, glaubt Katrin Teufelberger, muss es vor allem transparent und einfach zu durchschauen sein. Zudem müssen die ersten Prämien in erreichbarer Nähe liegen, sonst resigniert der Kunde gleich zu Beginn.
«Ein Kundenbindungsprogramm für ein Portal ist eine europaweite Premiere», erläutert Sagmeister. Punkte erhalten Bluewin-Kunden zunächst für Spiele und Feedback im Shoppingverzeichnis. Später will Bluewin auch die Dienste Bluemail und Bluemessenger einbeziehen. «Mit Webmiles können wir in Zukunft auch spezielle Dienste pushen», verrät Sagmeister. Zum Beispiel den neuen Senioren-Channel 55+? «Wieso nicht?», meint Sagmeister, «unsere Väter waren immer passionierte Sammler.»

Kanadas Raucher trotzen Horror

Die Zigarettenindustrie muss im nordamerikanischen Land Schockbilder auf ihre Packungen druckenVon Werner CatrinaKanada macht Ernst mit seinem Umweg übers Mittelalter zu einer zigarettenfreien Gesellschaft. Ab Juni blick

Die Zigarettenindustrie muss im nordamerikanischen Land Schockbilder auf ihre Packungen druckenVon Werner CatrinaKanada macht Ernst mit seinem Umweg übers Mittelalter zu einer zigarettenfreien Gesellschaft. Ab Juni blickDie Zigarettenindustrie muss im nordamerikanischen Land Schockbilder auf ihre Packungen druckenVon Werner Catrina
Kanada macht Ernst mit seinem Umweg übers Mittelalter zu einer zigarettenfreien Gesellschaft. Ab Juni blicken den Rauchern beim Kauf von Zigarettenschachteln
16 verschiedene medizinische Horrorbilder entgegen. Schon jetzt regt sich Protest, und auch überzeugte Nichtraucher halten die behördlichen Massnahmen nicht unbedingt für tauglich.
«Am meisten stösst das Bild mit dem Mundkrebs ab», sagt Tom Lee, «das Sujet mit der schwangeren Frau ist weniger drastisch.» Tom Lee ist Kioskinhaber in einem Mini Mart in Missisauga, einer Vorstadt von Toronto. Seit einigen Wochen bekommt er von den Lieferanten Zigarettenpackungen mit grässlichen Fotos aufgedruckt. Bereits im Jahre 1994 musste auf allen Packungen in grosser Schrift zweisprachig stehen «Cigarettes cause cancer/La cigarette cause le cancer.» Denn auch in der französischsprachigen Provinz Quebec sollte die Botschaft verstanden werden.
16 Horrorsujets «zieren»
die Zigarettenschachteln
Im vergangenen Jahr beschloss die kanadische Regierung, dass alle im Lande verkauften Zigarettenpackungen in Zukunft mit abschreckenden Bildern versehen sein müssen. Insgesamt 16 Sujets, vom hustenden Mann über Blutgerinsel im Hirn bis zu schwarzen Lungen, stehen zur Auswahl. Dazu kommt jeweils ein erklärender Text. Zum Beispiel: «Warnung: Zigaretten verursachen Hirnschläge. Das Rauchen von Tabak kann ihre Arterien ins Gehirn verstopfen, den Blutstrom blockieren und einen Hirnschlag verursachen, was zu Invalidität und Tod führen kann.»
Sozusagen als Weihnachtsgeschenk an die kanadischen Raucher trat das Gesetz am
23. Dezember 2000 in Kraft und hat seither eine grosse Flut von Kommentaren und Leserbriefen provoziert. Noch herrscht eine Schonfrist bis zum Juni 2001. Dann muss jede in Kanada verkaufte Zigarettenpackung die ultimative Warnung tragen. Importe von Packungen ohne die abschreckenden Bilder sind dann untersagt, was das Zigarettenangebot im nordamerikanischen Land drastisch schmälern dürfte.
Vergeblicher Kampf der
Zigarettenindustrie
Die kanadische Zigarettenindustrie tat alles, um die neue Eskalation der Regierung im Kampf gegen das Rauchen abzuschmettern. Sie kämpfte mit den besten Rechtsanwälten gegen die drohenden Fotos und verdammte das Gesetz als verfassungswidrig. Vergeblich. Darauf versuchten die drei grössten kanadischen Zigarettenhersteller, Imperial Tobacco, JTI-Macdonald Corp. und Rothmans, Benson and Hedges Inc., wenigstens einen Aufschub der Frist zu erlangen, mit dem Argument, sie brauchten mehr Zeit, um das Layout zu gestalten und die Farben der Packungen auf die Fotos abzustimmen. Auch diese Bemühungen waren erfolglos, denn die Regierung in Ottawa ist wild entschlossen, die Zigarettenindustrie in die Knie zu zwingen.
Bilder sind noch immer viel stärker als warnende Worte
Gemäss einem Bericht im Journal des kanadischen Krebsinstitutes hat eine zweijährige Untersuchung der kanadischen Cancer Society ergeben, dass Bilder einen viel nachhaltigeren Eindruck hinterlassen als Worte. Danach beurteilten 88 Prozent der unter 18-Jährigen Fotos in der Wirkung als bedeutend massiver als Worte. Die Umfrage ergab zudem, dass die jungen Raucherinnen und Raucher mehrheitlich nicht wollten, dass jemand sie mit den abschreckend bebilderten Packungen sehen würde, was die Motivation zum Aufhören erhöhe.
Marie-José Lapointe, Sprecher der kanadischen Zigaretten- und Zigarrenproduzenten, erklärt dagegen in einem Interview in der Zeitung The Globe and Mail: «Rebellion ist das Motiv vieler junger Raucher; Warnungen dieser Art könnten deshalb den gegenteiligen Effekt haben.» Und der Präsident der Vereinigung, Rob Parker, haut noch einen drauf: «Manche Junge werden sagen: ‹Oh, toll! Ich kaufe das ganze Set mit allen 16 Sujets.›»
«Medizinische Pornografie», nennt sogar der Rat der kanadischen Nichtraucher (Canadian Council for Non-Smoking) die neuen Packungen und fordert «positivere» Formen von Warnungen. Der Canadian Council for Non-Smoking setzt sich aus ehemaligen Rauchern zusammen, die dem Laster abgeschworen haben. Er verkauft jetzt neutrale Plastikboxen für Zigarettenschachteln, um mit diesen «Kondomen» die Schockbilder abzudecken.
Sprüche wie «Hören Sie mit Rauchen auf, das wird ihr Leben auf jeden Fall verlängern» oder «Sei ein Held! Lerne aufzuhören!» genügten vollauf, um das Publikum zu warnen, finden die Ex-Raucher.
Man zwinge ja die Pommes-frites- und Hamburger-Hersteller auch nicht dazu, dicke Leute in ihrer Werbung zur Schau zu stellen, sagt Frank Dwyer, Präsident der Vereinigung. «Wieso denkt die Regierung, sie könne die Leute durch Angst von ihrer Sucht befreien? Das ist doch lächerlich.»
Tom Lee, der täglich wohl Hunderte von Zigarettenpackungen verkauft, sieht das ähnlich: «Die Leute sehen weg und rauchen weiter. Sie sind doch alle süchtig.»
Werden die Kanadier zu einem weltweiten Vorbild?
«Raucher, die aufhören wollen, sagen uns, dass starke Warnungen mit Bildern und Farben nötig seien», erklärt dagegen Garfield Mahood, der Direktor der Non-Smokers’ Rights Association (Vereinigung für die Rechte der Nichtraucher) in einem Interview in der Zeitung Toronto Star, «das neue Warnsystem ist sehr gut abgeklärt worden und wird durch die Mediziner unterstützt.» Mahood ist davon überzeugt, dass die Kanadier als Vorbild für viele ähnliche Gesetze rund um den Globus dienen werden.
Kanada kämpft seit Jahrzehnten gegen das Rauchen – mit gemischtem Erfolg. Teenager rauchen in Kanada genau so häufig wie früher. Eine neue Untersuchung aus den USA – dort werden die Bilder wohl früher oder später auch zum Zigarettenalltag gehören – hat Ernüchtendes ergeben. Eine Untersuchung mit 8500 Studenten im US-Staat Washington kam zum Schluss, dass ein 15-jähriges, rigoroses Antirauchprogramm wohl nicht viel mehr war als Zeit- und Geldverschleuderung.
Kosten in der Höhe
von 30 Millionen Dollar
Die Gestaltung der neuen Zigarettenpackungen und deren Einführung kosten die kanadische Tabakindustrie rund 30 Millionen kanadische Dollar, umgerechnet etwas mehr als 30 Millionen Franken.
Zwei Milliarden Packungen Zigaretten werden jedes Jahr in Kanada für den einheimischen Markt produziert. Ob es wegen der Schreckbilder im Jahr 2001 weniger sein werden, ist zu bezweifeln. Denn Importe von Packungen ohne Warnbilder sind ab Mitte Jahr verboten, was die einheimische Produktion ankurbeln dürfte. Zigarettenplakate sind praktisch aus dem Strassenbild Kanadas verschwunden, von Halifax über Montreal bis Vancouver, denn auch die grossflächige Werbung muss mit den schwarzen Lungen und den Bildern von Hirnschlägen garniert werden.
Wein, Bier, Whiskey und andere Schnäpse hingegen darf man auf Riesenplakaten oder mit Faltbildern in Zeitschriften ohne jegliche Warnung an die jugendlichen Konsumenten bewerben. Da herrscht Lebensfreude, Natur, Frische und auch immer wieder knackiger Humor; kein Wort von Leberzirrhose, keine Silbe von Autounfällen, verursacht durch betrunkene Fahrer, kein Sterbenswörtchen von den ungezählten zerbrochenen Familien, die auf den Abusus von Alkohol zurückzuführen sind.
Aus den Auspuffrohren von Millionen von Autos qualmen ungestraft toxische Abgase. Anders beim Zigarettenrauch: Wo immer man durch eine Drehtüre geht, springt einen das Schild «No smoking!» an. Wer es trotzdem tut, muss mit Bussen von Tausenden von Dollar rechnen.
«Leute, die rauchen, wissen doch, dass es schlecht für sie ist», sagt Mary, Verkäuferin in einem Kiosk in Toronto, «die Regierung will uns manipulieren und uns vorschreiben, was wir zu tun haben; das passt uns nicht!»
Ein Leserbriefschreiber im Globe and Mail fragt besorgt: «Was werden Touristen sagen, wenn sie diese Schockbilder sehen? Die Sujets wirken wie eine Drohung aus dem Mittelalter.»

«Blandice behält welschen Touch»

Suzanne Fournier zieht es mit ihrem erfolgreichen Frauenmagazin auch in die Deutschschweiz

Suzanne Fournier zieht es mit ihrem erfolgreichen Frauenmagazin auch in die DeutschschweizVor knapp drei Jahren hat Suzanne Fournier mit Blandice das erste Westschweizer Frauenmagazin lanciert. Ab April will sie nun mit einer deutschsprachigen Version ihr Glück auch östlich der Saane versuchen. Für Marketing und Anzeigenakquisition spannt Blandice mit dem St. Galler Verlag Mediax zusammen.Weshalb wollen Sie eine deutschsprachige Version Ihres Frauenmagazins Blandice lancieren? Geht es hier um eine Überlebensfrage?
Suzanne Fournier: Überhaupt nicht. Blandice hat sich innerhalb von zwei Jahren zu einem schön gestalteten und interessanten Magazin entwickelt, das bei den Westschweizer Leserinnen grosse Beachtung findet. Ich verfolge seit etwa eineinhalb Jahren die Entwicklung der Frauenmagazine auf dem Deutschschweizer Markt und stelle fest, dass sie stagnierende Leserzahlen haben. Die redaktionelle Qualität hat abgenommen, trotz der diversen Faceliftings. Für Frauenzeitschriften gibt es einen eindeutigen redaktionellen Trend: Die Leserin von heute interessieren Themen, die weit über Mode, Schönheit und Gesundheit hinausgehen. Mit Blandice werde ich zudem den Vorteil haben, dass dieses von Anfang an selbsttragend sein wird.
Sind es also hauptsächlich die Inserenten, die Sie zu diesem Schritt in die Deutschschweiz zwingen?
Fournier: Das ist richtig. Da ich den nationalen Markt im Visier habe, kommt man am deutschsprachigen Raum nicht vorbei. Deshalb möchte ich mit Blandice, das auch in der Deutschschweiz einen unverkennbaren welschen Touch haben wird, den Inserenten diese Möglichkeiten nicht vorenthalten. Denn die meisten Anzeigenkunden von Blandice schalten auch nationale Kampagnen. Ich bin zudem davon überzeugt, dass noch Platz für ein Frauenmagazin im deutschsprachigen Raum vorhanden ist. Es kommt aber darauf an, wie man die Positionierung gestaltet. Da haben wir, so glaube ich, unsere Hausaufgaben gemacht. Mit der grossen Kelle wird aber sicherlich nicht angerührt. Das könnten auch wir uns nicht leisten.
Sie sind die erste Westschweizer Verlegerin, die diesen Schritt wagt. Lieben Sie das Risiko?
Fournier: Ich war ja auch die erste Verlegerin, die vor drei Jahren das erste Westschweizer Frauenmagazin lancierte, wenn man einmal von Femina absieht, das als Gratisbeilage einer Tageszeitung abgegeben wird. Profilfemme und Edelweiss kamen erst ein halbes Jahr nach Blandice auf den Markt.
Der Deutschschweizer Markt für Frauenzeitschriften ist gesättigt. Was wollen Sie den Leserinnen jenseits der Saane denn bieten?
Fournier: Ich habe festgestellt, dass das aktuelle Redaktionskonzept von Blandice bei den Westschweizer Leserinnen sehr gut ankommt. Es bietet Themen zu Politik, Finanzen, Gesellschaft, aber auch Reportagen und Aktualität. Ich bin überzeugt, dass das auch die Leserin in der deutschen Schweiz interessiert. Die Werbeauftraggeber bestätigen meine Auffassung.
Die Westschweizerin hat eine andere Mentalität als die Deutschschweizerin. Blandice kann nicht tel quel übersetzt werden. Wie muss man sich die deutschsprachige Version vorstellen?
Fournier: Ich werde mit Freelancern zusammenarbeiten, die bereits für deutschsprachige Titel schreiben. Freelancer verfolgen die Medien sehr genau und bieten spontan sehr interessante Themen an. Das erlebe ich in der Westschweiz so. Aber die Deutschschweizer Ausgabe von Blandice wird inhaltlich sehr eigenständig sein. Wir werden nur rund 20 Prozent der Artikel aus dem welschen Heft übernehmen.
Sie sind als Verlegerin unabhängig. Wird sich das nun ändern?
Fournier: Ich wurde schon von verschiedener Seite für eine Partnerschaft angefragt. Ich möchte aber finanziell unabhängig bleiben, um Blandice auch weiterhin so gestalten zu können, wie ich es mir vorstelle. Blandice ist aber gewachsen und braucht zweifellos professionelle Strukturen. Deshalb werde ich Marketing und die Anzeigenakquisition zusammen mit Mediax betreiben. Mediax AG ist ein renommiertes Marketing- und Verlagsunternehmen mit Sitz in St. Gallen und als solches im Anzeigenmarkt spezialisiert. Sie wird ab April dieses Jahres das Zepter für den nationalen Markt übernehmen.
Mit der Deutschschweizer Ausgabe macht die Gesamtauflage von Blandice einen Sprung. Welcher Anteil wird für die Deutschschweizerinnen bestimmt sein?
Fournier: Die Gesamtauflage wird am Anfang 40000 Exemplare betragen. Davon sind rund 15000 für den Deutschschweizer Markt geplant. Danach wird kontinuierlich aufgestockt.
Werden Sie ein Büro in Zürich haben, um den Kontakt mit den Journalisten und den Werbeauftraggebern zu erleichtern?
Fournier: Ja, es ist meine Absicht, zusammen mit Mediax eine Kontaktstelle einzurichten.
Interview: Anita Vaucher

«Das Image muss man laufend pflegen»

NewsMetro verlegt Teile des HQ nach ZürichMetro International, Herausgeberin der Pendlerzeitung Metropol und zahlreicher Schwesterblätter, verlegt Teile des Managements vom Hauptsitz London nach Zürich. Urs Zeier, Geschäftsführer Metro Schwei

Yves Seydoux von der Vaudoise Versicherung über UnternehmenskommunikationDie Vaudoise Versicherung hat nicht nur eine ISO-Zertifizierung erworben; sie betritt auch im Sponsoring Neuland und verkündet diese Umorientierung in der Unternehmenskommunikation mit einer frechen Imagekampagne. Die soll vor allem die Konkurrenz zu spüren bekommen.Die Vaudoise Versicherung hat kürzlich das Qualitätszertifikat ISO 9001 erworben. Was bedeutet diese Zertifizierung für Sie als Kommunikationsbeauftragter des Unternehmens?
Yves Seydoux: Das Unternehmen verpflichtet sich, die Qualität ständig zu verbessern. Dieses Zertifikat zwingt uns durch regelmässige Audits zu beweisen, dass wir es auch verdienen. Dabei werden alle Arbeitsprozesse durchleuchtet, um das Qualitätsmanagement und die Kundenzufriedenheit zu garantieren.
Das ISO-Zertifikat ist für Versicherungen eher ein Novum.
Seydoux: Es gibt Versicherungen, die Teilbereiche zertifizieren lassen. Insofern ist die Vaudoise die erste Versicherung, die auch das Zertifikat 9001, Auflage 2000, vorweisen kann. Es handelt sich dabei um ein Zertifikat, das besser auf das Dienstleistungsunternehmen zugeschnitten ist. Die ISO-Zertifizierung kommt ja aus dem Industriebereich.
Wie weit wollen Sie dieses Zertifikat in die Kommunikationsstrategie einbinden?
Seydoux: Wann immer sich Gelegenheit bietet und es Sinn macht, werden wir das Zertifikat als Gütesiegel kommunizieren. Damit wird gleichzeitig auch ein gewisser Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt, die Arbeitsprozesse immer wieder neu zu überdenken. Daneben werden wir auf allen Dokumenten, Broschüren sowie auf dem Briefpapier das Zertifizierungsmarkenzeichen anbringen.
Welchen Stellenwert hat ISO für die Mitarbeiter?
Seydoux: Alle Mitarbeiter wurden von Anfang an in das Verfahren involviert, und ISO ist bald einmal zum gemeinsamen Nenner geworden. Die interne Kommunikation wurde während der zwei Jahre dauernden Vorarbeiten zur Erreichung des Zertifikats intensiviert und verbessert. Unsere Mitarbeiter sind motiviert, den Vorgaben der Zertifizierung nachzuleben.
Vor zwei Jahren lancierte die Vaudoise eine gross angelegte Imagekampagne mit einem neuen Auftritt. Jetzt folgt bereits wieder eine Imagekampagne. Hat die Vaudoise ein ausgesprochenes Imageproblem?
Seydoux: Man kann eigentlich nie zu viel für das Image eines Unternehmens tun. Und eine Versicherung muss angesichts der Konkurrenzsituation laufend ihr Image pflegen. Gemeinhin hat ja eine Versicherung das Image des Unternehmens, das – wenn es darauf ankommt – nie zahlen will. Die moderne Versicherung will aber eine umfassende Beratung anbieten und optimale Rahmenbedingungen für den Versicherungsnehmer schaffen. Diese Philosophie der Beratung soll in unserer Kommunikationsstrategie im Vordergrund stehen. Als die Branche noch ein Kartell war, hatte der Kunde keine grosse Auswahl. Seit der Liberalisierung kann er sich massgeschneiderte Lösungen zusammenstellen lassen.
Ist der Erfolg der Kampagnen während der vergangenen zwei Jahre messbar?
Seydoux: Wir konnten 10000 neue Verträge abschliessen, vor allem im Bereich der Motorfahrzeugversicherung. Im Jahr 2000 konnten wir in diesem Bereich ein Wachstum von vier Prozent erreichen.
Die neue Kampagne stellt den gesamtschweizerischen Charakter der Vaudoise Versicherung in den Vordergrund. Spielt das für den Versicherungsnehmer eine Rolle?
Seydoux: Gerade im Zuge der Globalisierung wird auf Kundennähe in der Versicherungsbranche grossen Wert gelegt. Die Vaudoise Versicherung ist deshalb mit ihren 32 Generalagenturen extrem dezentralisiert. Wir betrachten dies als Qualitätsmerkmal.
«Das werden die anderen Versicherer zu spüren bekommen» lautet der rote Faden, der sich durch die Kampagne 2001 zieht. Was sollen diese zu spüren bekommen?
Seydoux: Indirekt ist diese Aussage eine Herausforderung für unsere Mitarbeiter, auf jeder Stufe Kompetenz zu zeigen. Als kompetentes Unternehmen wollen wir zuerst von unseren Kunden und dann von der Konkurrenz wahrgenommen werden. Wir möchten aber keinesfalls, dass dieser Slogan als Arroganz unsererseits empfunden wird.
Bis jetzt hat die Vaudoise vornehmlich Sportveranstaltungen gesponsert. Nun unterstützen Sie neu auch die Unterhaltungssendung «Aeschbacher» auf dem Kanal SF 1. Warum dieser Abstecher?
Seydoux: Mit dem Sportsponsoring sprechen wir ein bodennahes Publikum an. «Aeschbacher» ist eine neue Sendung, aber mit einer sympathischen, sehr bekannten Persönlichkeit. Sie eignet sich deshalb vorzüglich, um den Bekanntheitsgrad der Vaudoise in der Deutschschweiz zu steigern, was ja ein Hauptziel der diesjährigen Kampagne ist. Das Engagement für «Aeschbacher» dauert vorerst ein Jahr.
Interview: Anita Vaucher
Muse & MusseMarco Catini
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?
Marco Catini: «Blushin’ Pink» – weils mir wärmstens empfohlen wurde. Hat mir aber trotz der netten Begleitung nicht so gefallen.
Was lesen Sie gerade und warum?
Catini: «Die 131/2 Leben des Käpt’n Blaubär» von Walter Moers. Der Autor hat nicht nur einen eigenen Zeichenstil, er kann auch gut erzählen.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Catini: «Fântomas – Amenaza al Mundo.»
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen und warum?
Catini: «Fargo» – weil Steve Buscemi einfach gut ist.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Catini: TV funktioniert bei mir leider nicht als Schlafmittel – ich kann stundenlang zappen, ohne müde zu werden.
Welche ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Catini: Eher eine Wiederentdeckung: www.joecartoon.com
Liebe ist…?
Catini: …etwas unheimlich Schönes.
Marco Catini war als Berater bei Dorland an der Kampagne für Tornos beteiligt.
AusserdemGeschäftsführer Daniel Kaiser verlässt den privaten Aargauer TV-Sender Tele M1. Er wird seine Stelle noch vor Ende Mai aufgeben. Kaiser stiess 1999 zu Tele M1, zuvor war er Marketingleiter bei Swisscom.
Benjamin Aebischer wird neuer CEO des Onlinevermarkters AdMaster Schweiz. Er löst Beat Alder ab, der sich künftig auf seine Contentfirma Internet Medien AG konzentriert. Alder wird dem deutschen AdMaster-Mutterhaus Arbo Media weiterhin als Berater zur Verfügung stehen.
Die SBB erhalten einen neuen Leiter Marketingkommunikation: Im Mai übernimmt Frank Bumann, bisher Verkehrsdirektor des Walliser Kurortes Saas Fee, das Amt. Zurzeit wird die Abteilung interimistisch von Franziska Pasqua geführt.
Der frühere SF-DRS-Chefredaktor Peter Studer wird Präsident des Schweizer Presserates. Er löst Anfang März den Medienwissenschafter Roger Blum ab, der das Gremium zehn Jahre lang präsidierte. Studer wurde vom Stiftungsrat mit fünf zu vier Stimmen gewählt.

Gesund dank Raucherhorror

Wie 16 Horrorbilder, darunter Mundkrebs, Raucher aufschrecken sollen, zeigen seit Anfang Jahr in Kanada umstrittene Fotos auf Zigarettenpackungen. Seite 10

Wie 16 Horrorbilder, darunter Mundkrebs, Raucher aufschrecken sollen, zeigen seit Anfang Jahr in Kanada umstrittene Fotos auf Zigarettenpackungen. Seite 10

Kopf der Woche: «Auch einen Rolls-Royce kann man noch verbessern»

Jacqueline Friederichs gibt die Leitung des Lesermarketings bei der NZZ ab und wird Verlagsleiterin bei Tele

Jacqueline Friederichs gibt die Leitung des Lesermarketings bei der NZZ ab und wird Verlagsleiterin bei Tele«Auch einen Rolls-Royce kann man noch verbessern»
Von der «alten Tante» unter den Zeitungen zieht es Jacqueline Friederichs zum «Rolls-Royce unter den Medienzeitschriften», wie sie den Titel Tele aus dem Hause Ringier bezeichnet. Nach Aufbau und Führung des NZZ-Lesermarketings übernimmt die 37-Jährige die Verlagsleitung des Medienmagazins.
Ein schweres Erbe habe sie anzutreten, befand Ringiers Hauszeitschrift Domo, denn ihr Vorgänger Thomas Tetzlaff habe grossartige Aufbauarbeit geleistet. «Im Gegenteil, ich sehe darin eine gute Basis», beschwichtigt Friederichs, «ein schweres Erbe hiesse, dass ich etwas sanieren müsste. So hingegen ist die Ausgangslage sehr angenehm.»
Dass sie Tele bereits in die Nobelklasse einreiht, ist für die frisch gebackene Verlagsleiterin hingegen kein Anlass zum Müssiggang: «Auch einen Rolls-Royce kann man noch verbessern», so Friederichs, «um ihn luxuriöser, bequemer oder funktionaler zu gestalten.» Mit einem Fiat-Motor wird sie die Edelkarosse unter ihrer Führung kaum ausstatten. Aber vielleicht mit dem Antrieb eines Rennwagens.
Als idealen Schritt in ihrer persönlichen Laufbahn empfindet Jacqueline Friederichs den beruflichen Wechsel. Nach sieben Jahren bei der NZZ sei sie reif für eine neue Herausforderung gewesen, und als Tetzlaff ihr die Nachfolge anbot, zögerte sie nicht lange: «Mich reizte die Verantwortung, nicht nur einen Teilbereich, sondern eigentlich eine kleine Firma zu führen.»
Begonnen hat die diplomierte Verlagsfachfrau ihre Karriere in der Werbung. Nach der Matur stieg sie zuerst bei kleinen Agenturen ein, um dann sieben Jahre lang als Beraterin bei Wirz zu arbeiten. Dort betreute sie unter anderen Kunden die NZZ. Diese Erfahrung bewog die Werberin dazu, die Fronten zu wechseln. «Die NZZ als Kundin hat mich fasziniert, sie ist eine Institution in der Schweiz, und ich wollte einen tieferen Einblick gewinnen», begründet Friederichs ihren Auszug aus der Werbeberatung. Als Werbeleiterin und Verlagsassistentin fand sie Eingang bei der NZZ und übernahm darauf Aufbau und Leitung des Lesermarketings für das In- und Ausland.
Leicht fällt es ihr nicht, die NZZ nach sieben Jahren zu verlassen. «Trotzdem wusste ich bei Ringiers Angebot sofort, dass es das Richtige ist für mich», so Friederichs, «denn bei dieser Entscheidung habe ich mich auf meine Intuition verlassen.» Diese versteht sie auch als Instrument: «Intuition hilft beim Umgang mit Menschen ebenso wie bei der Beobachtung des Marktes. Richtig genutzt, kann sie ein Mittel zum Erfolg bieten.» Bleibt zu hoffen, dass die Intuition Jacqueline Friederichs hilft, ihr neues Schiff Tele sicher durch die bewegte Medienwelt zu steuern.
Bruno Amstutz

Flower-Power mit Niveau

Die Giardina, das Blumenkind der Mustermesse Basel, wird eigenständig

Die Giardina, das Blumenkind der Mustermesse Basel, wird eigenständigVor vier Jahren erst wurde sie ins Leben gerufen und heuer tritt sie bereits aus dem Schatten ihrer Mutter: Die Rede ist von der Giardina 2001. Bis anhin ein Teilbereich der Muba, erhält die Schweizer Gartenmesse dieses Jahr ihren ersten Soloauftritt. «Der grosse Erfolg der Giardina sowie der späte Muba-Termin – sie beginnt dieses Jahr erst im Mai – bewogen uns, die Gartenmesse erstmals als eigenständige Ausstellung zu organisieren», begründet Roberta Turoldo, Kommunikationsleiterin der Messe Basel, die Auskoppelung der Giardina.Gartenangebote blühen um die Gunst der Hobbygärtner
Der Schritt könnte sich bezahlt machen, denn verschiedene Studien weisen darauf hin, dass der Lebensraum und Freizeitbereich Garten immer mehr Bedeutung gewinnt. Die Konjunkturforschung Basel AG (BAK) schätzt für das vergangene Jahr den gesamtschweizerischen Umsatz im Bereich Blumen und Pflanzen auf ungefähr 1,5 Milliarden Franken. Dieser Wert liegt knapp sieben Prozent über dem des Vorjahres.
Das Angebot, das vom 22. bis 26. Februar eine ganze Messehalle füllt, wird für die Kampagne auf eine einzige Blüte reduziert. Unter Konzeptführung der Berner Agentur Lang Gysi Knoll hat der Pariser Fotograf Peter Knaup die exotischen Blumen schlicht in Szene gesetzt. Das Ergebnis erinnert an die weltbekannten Blumenbilder der 1986 verstorbenen Künstlerin Georgia O’Keeffe.
Wird die Giardina so berühmt wie die Chelsea Flower Shows?
Weltruhm besitzt die Giardina (noch) nicht, aber national wächst ihr so schnell keine Konkurrenz nach. Und wenn der Boom des Gartenmarktes weiter anhält, wird sie sich vielleicht einmal mit ihrem grossen Vorbild, den Chelsea Flower Shows in London, messen können.
Simone Keller

Lowe Direct wird selbstständig

Aus der Direktmarketingabteilung der Werbeagentur von Lowe Lintas GGK wird eine selbstständige Tochteragentur: Lowe Direct hat sich unter der Leitung von Christian Hansen an der Stauffacherstrasse in Zürich niedergelassen. Der Schritt von der Bus

Aus der Direktmarketingabteilung der Werbeagentur von Lowe Lintas GGK wird eine selbstständige Tochteragentur: Lowe Direct hat sich unter der Leitung von Christian Hansen an der Stauffacherstrasse in Zürich niedergelassen. Der Schritt von der Businessunit zum selbstständigen Unternehmen kommt nicht überraschend, aber schneller als erwartet. «Bei der Gründung sind wir von einen Zeitraum von zwei Jahren ausgegangen», so Hansen zum Aufbau der Unit, «aber wir haben uns unerwartet rasch etabliert.»
Eineinhalb Jahre nach der Gründung beschäftigt Lowe Direct bereits 15 Mitarbeiter. Bis Ende Jahr soll das Team weiter ausgebaut werden. «Wir möchten in erster Linie unsere Position als kreative und innovative Direktmarketingagentur stärken», erklärt er. «Der Erfolg der ersten eineinhalb Jahre zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»
Lowe Direct wird sowohl Kunden von Lowe Lintas GGK als auch eigene Mandate betreuen, um sich als unabhängiges Unternehmen profilieren zu können.
Im Zuge des internationalen Ausbaus von Lowe Direct will der Geschäftsleiter längerfristig auch über die Grenzen der Schweiz hinausblicken und die internationale Zusammenarbeit suchen. Die Lancierung von Lowe Direct fällt zusammen mit dem Austritt der Fisch.Meier.Direct aus der Lowe-Lintas-Gruppe (siehe auch «Im Gespräch» auf Seite 37). (ba)

Neue operative Führung für die Seiler-DDB-Gruppe

AusserdemGeschäftsführer Daniel Kaiser verlässt den privaten Aargauer TV-Sender Tele M1. Er wird seine Stelle noch vor Ende Mai aufgeben. Kaiser stiess 1999 zu Tele M1, zuvor war er Marketingleiter bei Swisscom. Benjamin Aebischer wird ne

Seit Beginn dieses Monats steht das neue Führungsgremium der Seiler-DDB-Gruppe fest, in dem auch die Mehrheitsbeteiligungen des Unternehmens vertreten sind. Um CEO Kaspar Loeb bilden Esther Kunz (CFO SeiSeit Beginn dieses Monats steht das neue Führungsgremium der Seiler-DDB-Gruppe fest, in dem auch die Mehrheitsbeteiligungen des Unternehmens vertreten sind. Um CEO Kaspar Loeb bilden Esther Kunz (CFO Seiler Com Holding), Markus Cavegn (Leiter Kreation Seiler DDB, Zollikerberg), Roland Weiss (Leiter Seiler DDB Corporate, Zollikerberg), Jürg Siegrist (Managing Director ckdt.), Ellen Heitlinger (Managing Director ckdt. Healthcare), Gilles Aeby (Managing Director Seiler DDB, Bern), Eric Müller (Managing Director OMD Schweiz) und Martin Fritsche (Managing Director Seiler Rapp Collins, Zollikerberg) das neunköpfige Führungsteam. Des Weiteren soll der Bereich Total Communications Management der Gruppe zusätzlich ausgebaut werden, um den Kunden integrierte Kommunikationskonzepte vorlegen zu können. (ko)

Der Mausklick führt direkt ins Ferienhaus

Mit neuen Websites will Interhome Kunden zur Webbuchung bewegenDie Website von Interhome boomt. Immer mehr der 20000 Ferienhäuser und -wohnungen werden übers Web gebucht. Im letzten Geschäftsjahr – es endete

Mit neuen Websites will Interhome Kunden zur Webbuchung bewegenDie Website von Interhome boomt. Immer mehr der 20000 Ferienhäuser und -wohnungen werden übers Web gebucht. Im letzten Geschäftsjahr – es endeteMit neuen Websites will Interhome Kunden zur Webbuchung bewegenDie Website von Interhome boomt. Immer mehr der 20000 Ferienhäuser und -wohnungen werden übers Web gebucht. Im letzten Geschäftsjahr – es endete im Herbst 2000 – machte die Hotelplan-Tochter 8,3 Millionen Franken Onlineumsatz und im laufenden Jahr sind schon 4,6 Millionen erreicht.
Andreas Manhart, Marketingleiter Interhome: «Allein in der dritten Woche des Jahres haben wir zwischen 700000 und 800000 Franken Umsatz erzielt, wobei zwei Drittel der Buchungen von Neukunden stammen.»
Um das Onlinegeschäft, das nur wenige Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, noch mehr anzukurbeln, hat Interhome neue Websites lanciert. «www. relax-spain.com – 3000 Ferienhäuser und Ferienwohnungen online buchbar.» Wer in den letzten zehn Tagen eines dieser Kleininserate in einer dänischen Zeitung gelesen hat, wurde auf eine der neuen Websites von Interhome aufmerksam gemacht.
Statt mit dem Firmennamen wirbt Interhome neu mit Feriendestinationen. Der Onlinekunde merkt auf den ersten Blick nicht, dass die Ferienheime von Interhome vermittelt werden, sondern wird über das entsprechende Land auf die Seite gelockt. Interhome hat dazu Websites kreiert, die alle nach dem Prinzip www. relax-land.com aufgebaut sind, wobei «land» durch die entsprechende Destination wie zum Beispiel «spain» ersetzt wird.
Ferienhäuser im
Panoramablick
Laut Manhart zeigen die in Dänemark geschalteten Kleininserate bereits Erfolg: «Es kommt ziemlich viel Traffic auf die Relax-Websites. Auch erste Buchungen wurden getätigt.» Die Idee hinter diesen Websites ist simpel. So können auch Kunden aus Ländern gewonnen werden, in denen Interhome keine lokalen Verkaufsbüros unterhält. Manhart ist überzeugt: «Wir haben grosse Chancen, angeklickt zu werden.»
Nach ähnlichem Prinzip wie die Relax-Ländersites funktionieren auch die neuen Regionen-Sites von Interhome. Online sind bereits die Sites www.visit-
engadin.com und www.visit-costa blanca.com. Anders als bei den Ländersites von Relax erhält der Kunde bei den Visit-Sites eine Reihe von Zusatzinformationen zur Ferienregion.
Auch werden hier die Möglichkeiten des Internets besser genutzt und ermöglichen dem Surfer, bei einigen ausgewählten Mietobjekten mit 360-Grad-Panoramaaufnahmen virtuelle Touren zu unternehmen. Eine neue Kampagne soll für Traffic auf den Sites sorgen. Patrick Hediger

Verträumtes Allegra-Land

Seiler DDB positioniert und profiliert das Unterengadin auf der Werbekarte

Seiler DDB positioniert und profiliert das Unterengadin auf der WerbekarteNoch bis vor zwei Jahren schien das Unterengadin aus der Perspektive des Mittellandbewohners am anderen Ende der Schweizerwelt zu liegen. Mit der Eröffnung des Vereinatunnels rückte die bis dahin abgelegene Region zwei Stunden näher zur Deutschschweiz heran. Der Tunnel war für das Tal sowohl verkehrs- als auch marketingtechnisch ein Quantensprung. Plötzlich fielen die zuvor nie gesichteten Tagestouristen ins Schneesportgebiet Motta Naluns und in die Wellness-Destination Scuol ein.Untätig und unvorbereitet blieb Scuol Tourismus aber nicht. Die Tourismusförderer von Schuls machten ihre Hausaufgaben, indem sie die Angebotspalette erweiterten und die Zürcher Agentur Seiler DDB mit der Werbekampagne beauftragten. Diese hebt die Reize der «noch» verträumten Ferienregion fern von Statusgehabe hervor und setzt auch in der Bildkomposition die verlockenden USPs, nämlich echte Ruhe und Relax, ästhetisch einfühlsam um. Seite 14
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