Bodin & Spirig bei Euro RSCG Schweiz

René Hürlimann, seit 20 Jahren CEO von Euro RSCG Schweiz, tritt zurück. Der heute 59-Jährige, der seinen Abgang bereits seit 1997 plant, macht Jüngeren Platz: Frank Bodin und Otto Spirig. «Seit ich 1971 mit meiner Agentur Hürlimann Marketing und

René Hürlimann, seit 20 Jahren CEO von Euro RSCG Schweiz, tritt zurück. Der heute 59-Jährige, der seinen Abgang bereits seit 1997 plant, macht Jüngeren Platz: Frank Bodin und Otto Spirig. «Seit ich 1971 mit meiner Agentur Hürlimann Marketing und Kommunikation selbstständig wurde, visierte ich das Ziel an, spätestens im Alter von 60 Jahren frei von Verpflichtungen zu sein», sagt der scheidende CEO, der sich nun erneut als Consulter selbstständig machen und einige Verwaltungsratsmandate übernehmen wird.
Ein erster Ablösungsversuch, der mit Rudolf Schürmann und Bernhard Bauhofer gestartet worden war, verlief nicht nach Hürlimanns Vorstellungen. Doch nun ist er überzeugt, die Führungspositionen mit den richtigen Leuten besetzt zu haben.
Die Ernennung Frank Bodins zum Executive Chairman und Delegierten des Verwaltungsrats ist ganz im Sinne des langjährigen CEO, der sich ausdrücklich den jetzigen Creative Director von McCann-Erickson, Genf, als Nachfolger und neue Nummer eins wünschte. Indem René Hürlimann, der im Verwaltungsrat der Gruppe verbleibt, Frank Bodin an die Spitze der Schweizer Mitglieder des Netzwerkes stellt, gibt er einen kreativen Agenturkurs vor.
Der mit über 200 nationalen und internationalen Auszeichnungen dekorierte Bodin führte in den vergangenen vier Jahren die Genfer Niederlassung von McCann-Erickson Schweiz aus der kreativen Versenkung in den Kreis der BSW-Goldagenturen. «Ich habe mich für eine neue Perspektive entschieden, nicht gegen McCann-Erickson, Genf, in deren Aufbau ich sehr viel Herzblut investiert habe», sagt Bodin. Er nahm das Angebot von Euro RSCG aus dem Bedürfnis heraus an, nicht lediglich Kampagnen zu gestalten, sondern einen ganzen Agenturenverbund, der in verschiedenen Kommunikationsdisziplinen tätig ist. Mit 38 Jahren wird Bodin jüngster Chairman einer BSW-Top-Ten-Agentur.
Die durch Otto Spirig besetzte zweite Vakanz entstand durch den Weggang des bisherigen COO (Chief Operating Officer) Peter Strub, der die Agentur Ende Februar verlässt.
Otto Spirig übernimmt bei Euro RSCG Schweiz gleichzeitig die Funktion eines COO und CFO (Corporate Finance Officer). «Ich empfinde es als grosse Herausforderung, die Euro-RSCG-Gruppe in der Schweiz mit einem Kreativen wie Frank Bodin zu führen», sagt Spirig, der seine Berufslaufbahn als Koch begann, danach Personalassistent und Finanzbuchhalter bei Jet Aviation war und später einen Hotelbetrieb leitete. Weil «die Hotellerie kein ideales Umfeld für eine Familie mit kleinen Kindern war», stieg der vierfache Vater 1982 bei Advico Young &Rubicam in die Werbung ein, wo er seit 1989 in der Funktion eines Corporate Finance Officer arbeitete. (ew)

Aufsteller: «Zwei Franken sind nicht egal»

Felix Gretener, Media Planning AG, Zürich.

Felix Gretener, Media Planning AG, Zürich.Aufsteller«Zwei Franken sind nicht egal»
Ist für Sie der werbefinanzierte Gratis-Auskunftsdienst, wie ihn Pearsoft für die Schweiz plant, ein Aufsteller oder ein Absteller?
Felix Gretener: Ein Aufsteller, denn die Auskunft ist teuer. Wenn ich die zwei Franken sparen kann, ist es mir doch egal, dafür während zehn oder fünfzehn Sekunden etwas ins Ohr geflüstert zu bekommen.
Welche Eigenschaften muss solche Werbung haben, damit sie ihr Ziel erreicht?
Gretener: Eine Auskunft will man schnell. Alles, was die gewünschte Information verzögert, stört. Deshalb muss die kommunizierte Aussage kurz und prägnant daherkommen. Zusätzlich muss bei den Werbebotschaften für Abwechslung gesorgt sein, damit jemand, der diese Auskunft öfters konsultiert, nicht wiederholt den gleichen Spot vorgesetzt bekommt. Das wäre ein Absteller.
Kann Werbung, für deren Konsum man entschädigt wird, überhaupt eine positive Wirkung entfalten?
Gretener: Das glaube ich schon, denn wir sind uns ja die Allgegenwärtigkeit der Werbung gewohnt. Wer in der heutigen Zeit sagt, er wolle ohne Werbung leben, muss sich ein One-Way-Ticket auf den Mond oder den Mars besorgen.
Für welche Produktegruppen könnten Sie sich solche Werbung am Telefon am ehesten vorstellen?
Gretener: Für die Bewerbung kurzfristiger Angebote wäre das sicher eine gute Sache. Ich denke etwa an Last-Minute-Angebote der Reisebüros. Aber auch für die Ankündigung von Events, wie zum Beispiel Ausstellungen, ein neuer Film oder ein Sportereignis, könnten sich solche Kürzestspots besonders anbieten.
Interview: Daniel Schifferle

«Wir wollen von der Schweiz aus paneuropäische Deals abschliessen»

Fru Hazlitt, European Sales Director bei Yahoo, zur Eröffnung des Schweizer Sales Office

Fru Hazlitt, European Sales Director bei Yahoo, zur Eröffnung des Schweizer Sales Office Yahoo gilt als einer der letzten Felsen in der stürmischen Brandung der New Economy. Der Internetriese betreibt eine europäische Expansionspolitik und bietet sich künftig in der Schweiz ohne den Umweg über Onlinevermarkter als Werbeträger an. Zur Eröffnung des eigenen Sales Office im Zürcher Seefeld gab European Sales Director Fru Hazlitt Auskunft über die Pläne von Yahoo. Welchen Stellenwert hat die Schweiz für Yahoo in Europa? Fru Hazlitt: Die Schweiz ist das erste Land ohne eigene Yahoo-Site, das ein Sales Office bekommt. In acht europäischen Ländern haben wir eigene Sites, und in zehn weiteren sind wir durch Onlinevermarkter vertreten. In der Schweiz hatten wir länger als in den meisten europäischen Ländern eine Vertretung durch Onlinevermarkter, und dies ist das erste Land, in das wir investieren und ein eigenes Office aufbauen. Warum ist die Schweiz so wichtig? Hazlitt: Es gibt vier Gründe: Erstens liegt der Anteil der Internetnutzer in der Schweiz bereits bei 34 Prozent, was sehr gut ist. Zweitens benutzen hier bereits viele User Yahoo. Drittens betrachten wir den lokalen Werbemarkt, ob er aktiv und qualitativ hoch stehend ist. Das trifft für die Schweiz zu. Viertens: Viele grosse Marken haben ihre Hauptsitze in der Schweiz. Wir wollen von hier aus grosse paneuropäische Deals abschliessen. Unternehmen wie Nestlé oder Credit Suisse sind als Kunden schwieriger für internationale Projekte zu gewinnen, wenn man nicht lokal präsent ist. Trotzdem ist die Schweiz eigentlich ein kleiner Markt. Hazlitt: Es ist ein kleiner Markt, aber die Schweizer haben… Geld! Yahoo ist in den meisten westeuropäischen Ländern präsent. Wie sieht die weitere Expansionsstrategie aus? Hazlitt: Osteuropa haben wir bereits ins Auge gefasst. Wir verhandeln mit Partnern, die uns dort vertreten sollen. Osteuropa ist ein komplett neuer Markt, und wir müssen ihn zuerst verstehen. Deshalb versuchen wir, Osteuropa vorerst über externe Verkaufsstellen zu erschliessen. Wird Europa als Markt wichtiger als die USA? Hazlitt: Definitiv. Die Amerikaner haben für das Internet fantastische Aufbauarbeit geleistet, und Europa liegt momentan noch zurück. Aber bis im Jahr 2003 wird es in Europa mehr User geben als in den USA. Bezüglich der Nutzung der Mobiltelefonie hingegen liegt Europa vorne, und das ist auch ein wichtiger Aspekt. Ich denke, in den nächsten zwei Jahren wird der Netzzugang via Handy grosse Bedeutung erlangen. Gibt es fundamentale Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Markt? Hazlitt: E-Commerce hat in Amerika einen anderen Stellenwert. In den USA herrscht eine Kreditkartenkultur, die Leute sind sich gewohnt, Einkäufe per Telefon oder per Mailorder abzuwickeln. Die Europäer haben diesbezüglich mehr Vorbehalte. Die Amerikaner sind auch weniger skeptisch gegenüber der Sicherheit im E-Commerce. Sie sind es gewohnt, mit Kreditkarten per Telefon einzukaufen, ohne eine Unterschrift zu hinterlassen. Ist das Internet auch besser in die Werbebranche integriert? Hazlitt: In den USA ist das Internet inzwischen zu einem Teil des traditionellen Mediamix geworden. Die meisten traditionellen Werbeagenturen haben grosse Onlineabteilungen. In Europa wird das Internet grösstenteils immer noch den Spezialisten überlassen. Auch das wird sich ändern, wenn die Agenturen merken, dass sie mit dem Internet Geld verdienen können Hat Internetwerbung eine Zukunft? Hazlitt: Bei Yahoo werden rund 80 Prozent der Einnahmen durch Werbung generiert. Ich denke, dieser Anteil wird sehr hoch bleiben. Viele Leute sind skeptisch, ob Werbung auf dem Internet überhaupt funktioniert. Natürlich funktioniert sie, aber ich glaube, von Internetwerbung wird mehr erwartet als je von einem anderen Werbemedium. Der Vorteil von Internetwerbung liegt darin, dass man die Leute dazu bringen kann, aktiv etwas zu tun. Ob ein Plakat jemanden zu einer Kaufhandlung bewegt, weiss niemand. Ob aber jemand durch ein Banner eine Website aktiv nutzt, kann man kontrollieren. Das Internet hat als Werbemedium ein grosses Wachstumspotenzial. Sind es immer noch hauptsächlich Unternehmen aus der New Economy, die Werbung auf dem Internet schalten? Hazlitt: Das ändert sich, und ich bin froh darüber. Viele Old-Economy-Firmen denken unterdessen, dass sie mit Webwerbung präsent sein müssen, sind sich aber nicht im Klaren darüber, wie. Yahoo wird mittlerweile von traditionellen Unternehmen angefragt, wie man Werbung auf dem Internet konzipieren könnte. Das ist ein guter Anfang. Ist das Internet in seinem Potenzial als Werbemedium nicht auch limitiert? Banner zum Beispiel werden immer relativ klein bleiben. Hazlitt: Wer sagt, dass in zwei Jahren immer noch Banner dominieren werden? Ich glaube, dass die Werbemöglichkeiten auf dem Web wahrscheinlich erst zu zehn Prozent ausgeschöpft sind. Neue Technologien werden auch neue Werbeformen ermöglichen. Wie will sich Yahoo gegen die europäische Konkurrenz durchsetzen? Hazlitt: Wir haben einen etablierten und sehr bekannten Brand. Das Internet existiert seit knapp sechs Jahren, und wir waren von Anfang an dabei. Das verschafft uns enorme Vorteile. Wir haben die Erfahrung, das Know-how und vor allem ein grosses Publikum, das jeden Monat wächst. Zudem sind wir zwar ein amerikanisches Unternehmen, besetzen aber ausserhalb der USA die Schlüsselpositionen immer mit Einheimischen, die den lokalen Markt verstehen. Werden nur einige Global Player den Konkurrenzkampf überleben? Hazlitt: Ich wünschte, das wüsste ich. Aber es ist sehr wahrscheinlich. Und Yahoo hat vor, einer davon zu sein. Interview: Bruno Amstutz

Luzerner Rotkäppchen

Die Kreativagentur Velvet schafft ein neues Kultobjekt für den Kopf

Die Kreativagentur Velvet schafft ein neues Kultobjekt für den KopfDie Luzerner Kunstszene verfügt über ein neues Must Have: eine Wollmütze mit der Aufschrift Velvet aus dem gleichnamigen Kreativhaus. Im November letzten Jahres eröffnete die Plattform für zeitgenössische Kunst (PZK) in der ITA-Galerie in Luzern eine Reihe von Ausstellungszyklen. Zur Teilnahme an der ersten Schau zum Thema Multiple wurde neben Innerschweizer Künstlern auch die Luzerner Agentur Velvet aufgefordert. Die von AD Eva Schätti kreierte Wollmütze in den Velvet-Farben Rot und Weiss war während der Ausstellung für zehn Franken zu erstehen. Auf diese Weise wurden 200 Stück unter die Leute und in Umlauf gebracht. Was als Kunstobjekt entworfen wurde, hat nach kurzer Zeit begonnen, eine beachtliche Eigendynamik zu entwickeln. Bewunderer fand der Multiple-Beitrag vor allem unter den übrigen Ausstellern, die in der ITA-Galerie ihre leuchtenden Lack-Kocher, hellblauen Hirschtrophäen oder gefüllten Damenstrümpfe präsentierten. Aus reinem «Plausch» liessen sie sich von einem Kollegen mit den Kappen auf oder über dem Kopf ablichten. Aus diesen Bildern wiederum fertigte das Velvet-Team kurzerhand Postkarten an, die, in verschiedenen Szenelokalen und Clubs aufgelegt, für die laufende Austellung werben sollten.
Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Für einen weiteren Zyklusteil unter dem Motto Eros konzipierte Velvet gleich das Ausstellungsplakat, mit der Mütze im Mittelpunkt versteht sich. Getragen wird sie diesmal von einer jungen Frau oben ohne, die unter der Kappe ihr Gesicht verbirgt. Das Originalbild wurde als Beitrag zum Thema ausgestellt.
Und was kommt als Nächstes? Dazu kann Jürg Schaffhuser noch nichts Genaues sagen: «Das Thema für die Fortsetzung ist noch offen. Diskutiert werden verschiedene Projekte, es fehlt aber noch der Kontext der Umsetzung. Wir sind allerdings selber auf die dritte Folge gespannt», verrät der Velvet-Mitbegründer.
Wer in nächster Zeit die Reussstadt besucht, muss sich nicht wundern, wenn er übermässig vielen Rotkäppchen, männlichen und weiblichen, auf der Strasse begegnet. Ein Kultobjekt ist schliesslich zum Zeigen da.
Simone Keller

Keine Ellbogenfreiheit mehr

Die Konkurrenz unter den Job-Plattformen im Internet ist in den letzten zwei Jahren enorm gewachsen

Die Konkurrenz unter den Job-Plattformen im Internet ist in den letzten zwei Jahren enorm gewachsenDas waren noch Zeiten, als 1996 SwissWebjobs und Humanline den Onlinestellenmarkt ohne grosse Konkurrenz beackern konnten. Heute sind es an die 70 Plattformen, die ihre Dienste im Datenhighway anbieten. Derzeit werden zirka 15 bis 30 Millionen Franken pro Jahr für die Jobsuche via Internet ausgegeben, mit einer jährlichen Steigerung von 100 Prozent. Experten mutmassen, dass in einigen Jahren fast die Hälfte der jährlich 500 Millionen Franken aus dem Printanzeigenbereich aufs Web verlagert werden.«Die Neuen im Markt, etwa Jobline und Stepstone, werden es nicht ganz einfach haben, den Vorsprung der Alten, Jobs.ch, Topjobs.ch, Jobscout und Jobpilot, aufzuholen», ist Daniel Moschin, CEO von Jobpilot, überzeugt. Auch Mark Sandmeier, Marketing- und Verkaufsleiter von Jobs.ch, spricht von einer Marktbereinigung noch im Jahr 2001. Stepstone kontert unterdessen mit der Ankündigung einer neuen Plattform für 40 Millionen Euro und investiert kräftig in TV-Werbung. Und ebenso mischen die Printverlage im Kampf um die Onlineanzeigen mit eigenen Plattformen unübersehbar mit.
Ein erstes prominentes Opfer ist zu beklagen
Während die einen mit Serviceleistungen rund um das Spektrum Personalrekrutierung, Internationalität und Fokussierung ein gewisses Stellensegment wie zum Beispiel Kaderstellen ansprechen können, locken andere mit günstigen Konditionen. So bietet Jobclick, die Stellenplattform von NZZ, Basler Mediengruppe, Edipresse und Publigroupe, die gleichzeitige Platzierung von Print- und Webinseraten an.
Bereits gibt es aber erste Opfer im Buhlen um die Gunst der Stellenanbieter: Die Scout-Gruppe, mehrheitlich im Besitz der BHS-Gruppe, wird die in London beheimatete Topjobs mit gut eingeführtem Ableger in der Schweiz übernehmen. Topjobs wurde zwei Jahre nach ihrem lukrativen Börsengang illiquid. Christopher Nokes, CEO von Topjobs Schweiz, räumt ein, dass teures Lehrgeld bezahlt worden sei. Flankiert von immensen Werbekampagnen wurden in den USA und Australien Niederlassungen aufgebaut – und mit massiven Verlusten wieder geschlossen.
Es ist abzuwarten, ob und wen ein ähnliches Schicksal ereilt. Sicher ist, dass noch dieses Jahr die Positionen bezogen sein werden.
Carmen Gasser

MEX ist tot – es lebe MEX

Factum, die neue Besitzerin, will das Heft vor dem Sommer wieder auferstehen lassen

Factum, die neue Besitzerin, will das Heft vor dem Sommer wieder auferstehen lassenvon Daniel SchifferleIm Mai oder Juni soll der Musenalp Express (MEX) wieder auferstehen – mit geringerer Erscheinungsfrequenz, einer neuen Vertriebsstruktur und einem noch zu findenden Partner. Damit will die Zürcher Direktmarketingagentur Factum doch noch den Erfolg schaffen, der Ringier mit dem Jugendheft versagt blieb.
Der Musenalp Express ist nicht totzukriegen. Dabei hatte der MEX in den vergangenen fünf Jahren mehrmals den Besitzer gewechselt, ohne je wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Schliesslich übernahm Ringier das Heft im Sommer 1998 – und hatte damit Grosses vor. Doch im Dezember 2000 musste man eingestehen, dass Marktgrösse und Potenziale des MEX beim Kauf überschätzt worden waren, weshalb man sich zum Verkauf entschied (WW 42/00).
Nun ist das Sorgenkind bei der Zürcher Direktmarketingagentur Factum gelandet. Für die ist das Heft allerdings ein alter Bekannter. Bereits in den Jahren 1995 und 1996, als die Postille noch der Firma Color Media (Fotolabo-Gruppe) gehörte, war sie für deren Marketing zuständig. Sie kennt Freuden und Tücken des MEX aus nächster Nähe.
Und auch im angesprochenen Altersspektrum fühlt sich Factum zu Hause. Denn die auf Verlagsmarketing spezialisierte Firma hatte sich bei ihrem Start vor über zwölf Jahren zunächst hauptsächlich im Kinder- und Jugendbereich engagiert. Titel wie Weltbild, Hoppla oder Benni kamen aus der Küche von Factum, einer im Jugendmarkt also mit vielen Wassern gewaschene Firma. Und trotzdem oder gerade deswegen vertraut sie auf den MEX.
Was Ringier misslang, will die kleine Agentur schaffen
Jedenfalls lässt sich der Gründer und Geschäftsführer von Factum, Valentino Mauriello, nicht abschrecken von den negativen Erfahrungen, die Ringier mit dem MEX machte. «Ein Grossverlag ist für kleinere Pflänzchen, wie der Musenalp Express eines ist, nicht die richtige Organisation», ist er überzeugt.
Eine kompakte Firma wie Factum, die sich täglich mit dem Medienmarketing auseinandersetze, habe bessere Karten in der Hand. Zudem habe man in den vergangenen Jahren, in denen Factum auch in Deutschland, Österreich, Polen und England für Verlagsprodukte Marketing machte, Know-how hinzugewonnen, das jetzt sehr nützlich werde. Mauriello: «In diesen Ländern hat man teilweise mehr Übung darin, Zielgruppen zu Foren zu bündeln und erfolgreich zu vermarkten.»
Und genau das hat Mauriello mit dem MEX vor. Das letztmals im vergangenen Dezember erschienene Heft soll im kommenden Mai oder Juni sein Comeback feiern. Allerdings mit diversen Neuerungen, die aber erst in Umrissen feststehen. Klar ist bereits heute: Die zentralen Konstanten wie Vertrieb, Erscheinungshäufigkeit oder Positionierung müssen neu aufgegleist werden, damit das Heft eine intakte weitere Chance bekommt.
Abgespeckt und mit neuem Vertriebspartner
Eines der grundsätzlichen Probleme sind die Portokosten. Deshalb setzt Mauriello künftig beim Vertrieb auf ein Co-Marketing mit einem Unternehmen, das im Segment Jugend und junge Erwachsene aktiv ist. «H&M, Nike oder eine Internetfirma – es gibt genügend Unternehmen, die gerne auf ein Produkt wie den MEX aufspringen könnten», sagt Mauriello und ist optimistisch, dass er den Wunschpartner bald finden wird.
Ein weiteres Thema, das laut Mauriello analysiert werden müsse, sei die Erscheinungsweise. «Bringen wir das Heft zehnmal heraus, wie es seit der Übernahme durch Ringier der Fall war, oder kehren wir zurück zu sechs Ausgaben?» Eine andere Schwäche des Heftes, die er ausbügeln will, betrifft die Positionierung. «Der alte MEX hatte eine zu diffuse Leserschaft», stellt Mauriello fest. «Man kann nicht einen Artikel für 13-Jährige machen und dann erwarten, dass das auch die 25-Jährigen interessiert.» Das Heft soll deshalb in Zukunft tendenziell etwas von den Kids weg und näher hin zu den jungen Erwachsenen rücken. Die Überlegung von Mauriello: «Die verdienen bereits eigenes Geld und sind deshalb für die Werbung interessanter.»
Trotzdem will er aber vom bisherigen redaktionellen Konzept nicht abrücken. Der MEX wird seine Textspalten auch in Zukunft überwiegend mit Eingesandtem und lyrischen Gehversuchen seiner Leserinnen und Leser abfüllen.
Etwas wird aber bei MEX im laufenden Jahr ganz sicher anders daherkommen: der Internetauftritt. Zwar wäre auch Mextown.ch zu haben gewesen, die zugehörige Site, die Ringier erst im August mit viel Marketinglärm lanciert hatte. «Unsere Kosten-Nutzen-Analyse ergab jedoch, dass eine eigene, schlankere Version die bessere Lösung wäre», sagt Mauriello.
Allerdings gibt es mit der Adresse Mex.ch noch ein Namensproblem, an dem bereits Ringier gescheitert war: In der Schweiz existieren zwei Gemeinden mit dem Namen Mex, eine im Kanton Waadt und eine im Wallis. Mauriello meint, Ringier habe da wohl zu früh aufgegeben und bleibt optimistisch: «Ich bin sicher, dass wir eine sinnvolle Lösung finden werden.»

News: Fiat konsolidiert Media bei Starcom

FCB Wilkens wirbt für Olympus

FCB Wilkens wirbt für OlympusNewsFiat konsolidiert Media bei Starcom
Fiat zieht die weltweiten Mediabudgets der Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia bei Starcom Mediavest zusammen. Starcom betreute Fiat bereits in einigen europäischen Ländern, in Lateinamerika und im pazifischen Raum. Nun erhält die BCom3-Agentur acht weitere Märkte mit rund 150 Millionen Dollar Billings, die zuvor bei lokalen Agenturen lagen. In Frankreich und drei weiteren Märkten bleibt Carat zuständig. In der Schweiz wird Fiat von Adplus in Zürich betreut, die zu Starcom Mediavest gehört.
Der Kamerahersteller Olympus hat FCB Wilkens in Hamburg mit seinem Europaetat für Consumer Products betraut. FCB setzte sich im Pitch um das Millionenbudget gegen Lowe Lintas und DDB durch. Bisherige Etathalterin war Y&R. Olympus plant eine Launchkampagne für eine neue Digitalkamera.

Publicis Frankfurt fliegt auf Qantas Die Frankfurter Filiale von Publicis ist die neue Leadagentur der australischen Fluggesellschaft Qantas Airways. Sie soll die Marke europaweit positionieren und die Werbeaktivitäten koordinieren. Die Organisation von Kampagnen und Below-the-line-Massnahmen übernehmen weiterhin lokale Qantas-Agenturen.
njet zu werbe-unterbrechungen
Im russischen Fernsehen sollen Spielfilme nach dem Willen des Parlaments nicht mehr durch Werbung unterbrochen werden. Die Duma, das russische Unterhaus, verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Auch Kinder- und Erziehungsprogramme sowie religiöse Sendungen dürfen nicht mehr von Werbeblöcken unterbrochen werden. Für den Entwurf, der mit 275 gegen 73 Stimmen verabschiedet wurde, hatte sich vor allem die Kommunistische Partei stark gemacht.

Lachnummer für Investoren

Die jurassische Industriefirma Tornos geht mit einer Dorland-Kampgane an die Börse

Die jurassische Industriefirma Tornos geht mit einer Dorland-Kampgane an die BörseZwischen 300000 und 500000 Franken (ohne Material) steckt der neue Börsengänger durchschnittlich der Kommunikationsagentur zu, rechnete Ernst & Young in der Finanz & Wirtschaft vor. Wie viel Tornos, weltweit führender Hersteller von Einspindel- und Mehrspindel-Drehautomaten, für den von Dorland entwickelten Auftritt hinblättern wird, ist nicht bekannt. Die Umsetzung hingegen schon. Zentrale Idee ist die Outperformance der noch privaten Gesellschaft, die für die Branche mit viel Humor dargestellt wurde. Als überraschende Sujets in der eher öden Welt der Investment-Kampagnen dienen fünf Mitarbeitende, die dem Unternehmen gleich, ihren Kleidern entwachsen sind. Selbst CEO und Delegierter des VR der Tornos Gruppe, Anton Menth, trat mit knappem Anzug das Fotoshooting an. Damit soll die Printkampagne eine hohe Awareness für den Börsengang schaffen. Seite 14

Tankende Fahrer im Visier

Star Plakat darf Werbung auf Zapfpistolen exklusiv vermarkten

Star Plakat darf Werbung auf Zapfpistolen exklusiv vermarktenVon Markus KnöpfliSeit Januar 2001 ist der kleine Aussenwerber Star Plakat um ein Tankstellenangebot grösser: Im Auftrag der Alvern GmbH in Hamburg darf nun die Firma die Werbung auf Zapfpistolen in der Schweiz exklusiv vermarkten.
Die Firma Star Plakat hat zu Jahresbeginn die exklusive Vermarktung der Zapfpistolenwerbung an Schweizer Tankstellen übernommen. Der Zwerg unter den Aussenwerbern (Umsatz 2000: 3 Millionen Franken) repräsentiert damit die deutsche Alvern GmbH, die diese neue Art Werbung europaweit aufbaut und in den letzten Jahren auch in die Schweiz gebracht hatte.
Auf 86 Quadratzentimetern
eine Botschaft für Autofahrer
Bei der Zapfpistolenwerbung handelt es sich um 86 Quadratzentimeter grosse Werbeflächen (so genannte fill boards), die sich auf Zapfpistolen von Tanksäulen anbringen lassen. Da die Zapfpistole beim Tanken bewusst in die Hand genommen und in den Tankstutzen eingeführt werden muss, lässt sich mit dem Werbemedium die Zielgruppe der Auto- und Motorradfahrer gezielt und relativ intensiv ansprechen: Die rund drei Millionen Autofahrer in der Schweiz füllen ihren Tank durchschnittlich viermal pro Monat.
Zurzeit kann hierzulande bereits an insgesamt 405 Tankstellen von Esso, BP, Tamoil, Avia, Agip, Agrola und Coop Werbung auf Zapfpistolen gebucht werden. Star Plakat ist derzeit auch mit Shell, Migrol und Elf in Verhandlung. Die derzeit belegbaren Tankstellen verteilen sich auf diese drei Sprachregionen – 209 befinden sich in der Deutschschweiz, 125 in der Romandie und 71 im Tessin. Die Tankstellennetze der jeweiligen Mineralölgesellschaften können auch einzeln belegt werden. Der Belegungspreis pro Monat und Zapfpistole beträgt 12 Franken.
Ein Kombi-Zapfpistolenplakat ist noch Zukunftsmusik
Die Firma Star Plakat, die in den vergangenen zwei Jahren ein Tankstellenplakatnetz lanciert hat (WW 46/00), kann nun mit der Zapfpistolenwerbung ein weiteres Werbemedium für mobile Zielgruppen anbieten. Eine Kombinationsmöglichkeit zwischen Zapfpistolenwerbung und Plakat gibt es trotzdem noch nicht. Dies vor allem deshalb, weil Star Plakat bisher ausschliesslich Migrol-Tankstellen mit Plakaten bestücken kann. Doch an diesen ist noch keine Zapfpistolenwerbung möglich.

Media Baier und Kreussler trennen sich

Media Baier und Kreussler trennen sichPetra Kreussler, Geschäftsleiterin der Zürcher Mediaagentur Robert C. Baier und Rolf Altwegg, seit Herbst bei Baier, gehen eigene Wege. Im Sinne eines Management Buyouts übernehmen sie rückwirkend zum

Media Baier und Kreussler trennen sich
Petra Kreussler, Geschäftsleiterin der Zürcher Mediaagentur Robert C. Baier und Rolf Altwegg, seit Herbst bei Baier, gehen eigene Wege. Im Sinne eines Management Buyouts übernehmen sie rückwirkend zum 1. Januar 2001 sämtliche Mitarbeitenden und Kunden der Agentur und gründen unter dem Namen The Generation Media AG eine neue Firma. Der Grund für die Trennung: Differenzen über die Beteiligung und die strategischen Ausrichtung. «Wir haben uns einfach nicht gefunden», sagt Kreussler. The Generation Media werde Mitte März eigene Büros an der Alfred-Escher-Strasse in Zürich beziehen und «neben einem qualitativ hoch stehenden Media-Full-Service auch Spezialitäten wie zum Beispiel Media-Seminare oder Media-Back-Office für unabhängige Mediaberater anbieten», ergänzt Kreussler.
Baier, vom Tempo der Entwicklung überrascht, wird sich neu ausrichten. Wie genau, will er erst Mitte März verraten. «Ich werde mich auf Spezialitäten wie Media-Audit konzentrieren», sagte Baier. Er hatte als Erster in der Schweiz seine Mediaagentur 1974 gegründet, noch Jahre bevor Vincent Banderet und Wolfgang Mecklenburg folgten. (dse)

Wo ist die schöne Claudine?

Meist ist nur gerade der Kopf von WW-Kolumnist Michael Barney zu bewundern.

Meist ist nur gerade der Kopf von WW-Kolumnist Michael Barney zu bewundern. Im Hauptberuf Texter bei Lowe Lintas GGK, zeigt er sich jetzt als Model für eine Kampagne der Agentur für CS Youtrade. «Es ist nicht das erstemal, dass ich für eine Kampagne Modell stehe», sagt Barney. Vor zwei Jahren kramte er in verschlissenen Kleidern vor dem Zürcher Warenhaus Globus in Müllsäcken für eine Caritas-Kampagne. Nun präsentiert sich der Kolumnist in feines Tuch gehüllt – aber ohne die schöne Claudine, der er in seinen Kolumnen jeweils höflich-altmodisch und sympathisch den Hof macht. «Es gibt sie wirklich», beruhigt Barney alle Kolumnenleser, Frank Bodin inbegriffen, «aber sie wollte nicht mit aufs Bild», sagt er – und zwinkert zweimal mit den Augen. Einmal für sich und einmal für die schöne Claudine.SPIEGEL DER GESELLSCHAFT. Geschrieben wird über «Die grosse Rentenreform» im Spiegel vom 12. Februar. Sie findet kaum statt, sagt uns dazu die Grafik auf dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins. Und diese Gestaltung könnte einen neuen Trend, besser noch: eine wahre Revolution, auslösen. In einer vom Reizwort «visuell» bildlich schon total überfluteten Welt vertraut der Spiegel noch einmal nur aufs Wort. Mal sehen, ob das Bildkonzept «Am Anfang war das Wort» auch bei der nächsten Berliner Type lobende Worte finden wird.
PLAKATWERBUNG ZWISCHEN 1920 UND 1960. Bis Anfang Juli 2001 stellt die Schweizerische Nationalbank in Zürich Schweizer Sachplakate der Zwanziger- bis Sechzigerjahre aus. Sie stammen aus der Sammlung des Zürcher Museums für Gestaltung und Kunst (MfGZ) und zeigen einen Plakatstil, der eine sachbezogene Auffassung der Warenwerbung praktizierte. Ein immer wiederkehrendes Zweitelement war eine Hand, die den Sinn hatte, das Ertasten des Produktes und das Zugreifen zu signalisieren. Das MfGZ wird das ganze Jahr über mit drei Ausstellungen Gast in den Schaufenstern der Schweizer Nationalbank sein. Klappen für Advico Young & Rubicam, Publicis und André Benker. Am TV-Spot- und Werbefilmfestival «Die Klappe» konnte die Schweiz drei von 17 Klappen abräumen. Die zwei goldenen Klappen gingen zwar beide nach Deutschland (an Jung von Matt, Hamburg, und Heye & Partner). Eine silberne Klappe sicherte sich aber Advico Young &Rubicam mit einem Kuoni-Spot. Bronze gabs für Publicis, Zürich (Swisscom Mobile), und André Benker (Käseorganisation Schweiz).
NICHT VON PAPPE. Seit Anfang Februar ist in der Schweizer Verpackungslandschaft ein vorsintflutliches Wesen heimisch, das die unterschiedlichsten Gestalten annehmen kann. Das wandelbare Geschöpf namens IWIS wurde erstmals an der Pack IT ’01 in Basel gesichtet. Es besteht aus sechs Wellkartonteilen und soll die hohe Flexibilität dieses Verpackungsmaterials demonstrieren. Ausgebrütet hat die Idee die Erlenbacher Agentur Eclat im Zusammenhang mit einem Auftritt, den sie für die Interessengemeinschaft der Wellkartonindustrie Schweiz (IWIS) konzipierte.
KEIN MEGAPHON FÜR DIE SCHWEIZ. An dem vom Jahrbuch der Werbung durchgeführten Wettbewerb Megaphone 2001 wurden 1000 Arbeiten von rund 300 Agenturen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Südtirol von einer Jury von 17 unabhängigen Experten der Werbe- und der Medienbranche bewertet. In der Kategorie Kampagne des Jahres gabs drei Gewinner: Heye & Partner wurde für einen TV-Auftritt für McDonald’s ausgezeichnet und für das Gesamtwerk, das die Agentur seit 1971 für McDonald’s vollbringt. Springer & Jacoby erhielt ein Megaphon für die Mercedes-Werbung der E- und für die TV-Spots der A-Klasse. Ebenfalls prämiert wurde eine Printkampagne der Londoner Werbeagentur E-fact.Limited und deren Schwesteragentur Springer & Jacoby, Hamburg, für die Telefonbücher der Deutschen Telekom. Anzeige des Jahres wurde ein Inserat für Kraft Ketchup von Ogilvy & Mather, Frankfurt. Scholz & Volkmer errang mit der Gestaltung des Webauftrittes www.cyber pirates.com den Titel Website des Jahres.
EditorialHände weg von der Horrorwerbung!
Ab Mitte Jahr müssen in Kanada sämtliche Zigarettenpackungen mit Schockbildern versehen sein. 16 Sujets stehen zur Wahl: Aufnahmen von Mundkrebs, schwarzen Lungen oder Raucherbeinen,
(siehe Artikel Seite 10).
Für militante Antiraucher ist der Fall klar: Will man die Leute vor den Gefahren des Rauchens warnen, zeigt man ihnen am besten die Grossaufnahme eines Raucherbeines mit eitrigen Geschwüren – möglichst detailgetreu, farbig und Ekel erregend. Dann stehen ihnen die Haare zu Berge und sie rühren nie mehr eine Zigarette an…
Denkste. Die Schocktherapie mit Horrorbildern ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen führt sie zu einer defensiven Wahrnehmungssperre: In allen Nichtraucherkampagnen hat sich immer wieder gezeigt, dass Moral- und Angstappelle nicht sehr wirkungsvoll sind.
Dazu kommt die Ambivalenz im Umgang mit Suchtmitteln. Ihr Konsum bewegt sich immer im Spannungsfeld von Tabu und Tabubruch. Faszinierend ist alles, was unsere Zivilisation mit einem Bann belegt. Das provoziert – um ein Wort des Moralexperten Friedrich Nietzsche zu zitieren – den «Mut zum Verbotenen». Den Teufel auf die Zigarrettenverpackung zu malen, bewirkt gerade bei Jugendlichen – an die sich die Antitabakkampagne in erster Linie richtet – meist das Gegenteil: Gerade die Verteufelung macht den Unterschied, der zählt.
Zu befürchten ist, dass Kanada als Vorbild für ähnliche Gesetze rund um den Globus dienen wird. Bleibt die Hoffnung, dass sich das BAG, das zu Recht für seine wegweisende Stop-Aids-Kampagne weltweit gelobt wird, sich nicht vom Tabakteufel verführen lässt…
Samuel Helbling

Muse & Musse: Marco Catini war als Berater bei Dorland an der Kampagne für Tornos beteiligt.

Muse & MusseMarco CatiniWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?Marco Catini: «Blushin’ Pink» – weils mir wärmstens empfohlen wurde. Hat mir aber trotz der netten Begleitung nicht so gefallen.W

Muse & MusseMarco Catini
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?
Marco Catini: «Blushin’ Pink» – weils mir wärmstens empfohlen wurde. Hat mir aber trotz der netten Begleitung nicht so gefallen.
Was lesen Sie gerade und warum?
Catini: «Die 131?2 Leben des Käpt’n Blaubär» von Walter Moers. Der Autor hat nicht nur einen eigenen Zeichenstil, er kann auch gut erzählen.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Catini: «Fântomas – Amenaza al Mundo.»
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen und warum?
Catini: «Fargo» – weil Steve Buscemi einfach gut ist.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Catini: TV funktioniert bei mir leider nicht als Schlafmittel – ich kann stundenlang zappen, ohne müde zu werden.
Welche ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Catini: Eher eine Wiederentdeckung: www.joecartoon.com
Liebe ist…?
Catini: …etwas unheimlich Schönes.
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