Die Basler PR-Agentur Locher, Brauchbar & Partner hat sich in zwei spezialisierte Firmen aufgeteilt.Locher, Schmill, Van Wezemael & Partner konzentriert sich auf die Kommunikation von Umwelt- und Energiethemen sowie auf nachhaltige Entwicklung. Neben dem Hauptsitz in Basel führt diese Agentur eine Filiale in Luzern. Brauchbar, Büchel & Partner spezialisiert sich auf Kommunikation und Beratung im Gesundheitswesen, im Sozialversicherungswesen sowie in der sozialen Verantwortung von Unternehmen. Neben Basel ist Brauchbar, Büchel & Partner auch in Zürich vertreten. Beide Firmen bieten weiterhin auch gemeinsame Dienstleistungen an. Fliege frisst Moskito.
Linus Reichlin ist ein Meister des Feuilletons in der Haut eines Moskitos. Seinen Flügeln und Stichen genügen eine Spalte der Weltwoche. «Wie man glücklich wird» heissen die «Lebenshilfen von Linus Reichlin» jetzt in Buchform. Illustriert von Rattelschneck sind sie im Eichborn Verlag erschienen. Dem Verlag «mit der Fliege», wie er sich gerne selber bezeichnet, ist gelungen, was in der Tierwelt unmöglich scheint: Fliege frisst Moskito. Plötzlich tauchen auf Seite 48 des Buchs SPD-Gemeinderäte an einem helvetischen Elternabend auf. Für was solche Bücher gut sind? Man spart sich ein Abo und hat doch das Beste aufs Mal immer griffbereit.
Edipresse feuert Chefredaktor von Le Matin.
Daniel Pillard, Chefredaktor der Westschweizer Tageszeitung Le Matin, muss seinen Sitz räumen. Nach monatelangen Spannungen in der Redaktion entschied Herausgeberin Edipresse, sich von Pillard zu trennen. Dessen Reorganisation der Redaktion und Personalpolitik hatten laut Edipresse bei verschiedenen Mitarbeitern zu Verstimmungen geführt. Pillard hat die Leitung von Le Matin Anfang 2000 übernommen. Er führte für die Wochentags- und die Sonntagsausgaben getrennte Redaktionen ein, was schlecht aufgenommen wurde. Pillard leitete auch die Umgestaltung von Le Matin in ein Tabloidformat. An dieser werde festgehalten, teilte Edipresse mit. Das Projekt soll nun von Théo Bouchat, Leiter Publikationen bei Edipresse, zu Ende geführt werden.
Frame eleven visualisiert Formel 1.
Die Zürcher Multimedia-Produktionsfirma Frame eleven hat für RTL den neuen Auftritt der Formel-1-Übertragungen realisiert. Das Projekt wurde in einer Konkurrenzpräsentation gegen mehrere deutsche Agenturen gewonnen. Die Clips wurden innerhalb von knapp zwei Wochen, auf den Saisonstart in Melbourne hin, fertig gestellt. Sie sind auf www.frame-eleven.com zu besichtigen.
Neues Reisemagazin als Blick-Beilage.
Die Zeitschrift Schweizer Touristik und Blick bringen am 8. Mai 2001 ein neues Reisemagazin auf den Markt. Das Magazin heisst Reise Blick, erscheint sechsmal jährlich, beinhaltet Reportagen, Tipps und Infos über Ausflüge, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Hotelunterkünfte, ist A4-formatig, vierfarbig und wird dem Blick beigelegt. Für den redaktionellen Teil, den Inseratenverkauf, die Produktion und den «wirtschaftlichen Erfolg» der Zeitungsbeilage ist Schweizer Touristik zuständig, für den Vertrieb der Blick-Verlag.
eine Sprechende Zigarettenschachtel warnt vor Rauchen.
Die britische Firma Molins hat eine Zigarettenschachtel entwickelt, die beim Öffnen eine Gesundheitswarnung ausspricht. In der Packung befinden sich ein Mikrochip und ein Minilautsprecher. Raucher werden von der Schachtel mit der Mahnung «Daran kannst du sterben» oder mit Beerdigungsmusik begrüsst, wie das Fachjournal New Scientist berichtet. Der Maschinenbaukonzern Molins stellt unter anderem Produktions- und Verpackungsanlagen für die Tabakindustrie her. Antitabakorganisationen wie die britische Action on Smoking and Health (ASH) fanden die Idee zwar amüsant, vermuteten aber, dass die Tabakindustrie gerichtlich zu sprechenden Verpackungen gezwungen werden müsste.
HÖHENFLÜGE EINES FREIEN GEISTES AUF SAT 1.
Die Sendung «The movie club» auf Sat 1 ist sehenswert geworden. Über das blosse Abspulen von Trailern und DVD-Ausschnitten hinausgehend, haucht ihr neuerdings Midi Gottet als witziger Moderator einen guten Schuss Comedy ein. Das nie um einen Gag verlegene Mitglied des Trios Eden treibt sein Unwesen mit Vorliebe im Kino. Kürzlich etwa erschreckte der Komiker in einer Hannibal-Vorführung die Kinobesucher, indem er plötzlich mit einer Bratpfanne im Saal auftauchte, in der ein Gehirn bruzzelte. Die Walliseller Agentur FCB Leutenegger Krüll, die das Gefäss werblich betreut, griff diese makabre Einlage Gottets in einer Anzeige auf. Die Sendung ist Montag bis Freitag um 19.40 und um 23 Uhr zu sehen.
Editorial
Haben Webblätter wirklich Zukunft?
Noch mehr Pech als die Netzwoche und der Internet Standard können neu lancierte Blätter kaum haben: Haargenau mit dem Start der Netzwoche im April des letzten Jahres jagten sich in den USA auch schon die Hiobsbotschaften aus der New Economy – mit anschliessendem Sinkflug der Dotcom-Aktien. Und als der Internet Standard im Oktober folgte, hatte die Krise längst den alten Kontinent erreicht.
Mit fatalen Auswirkungen sowohl im Anzeigen- als auch im Lesermarkt. Innert kürzester Zeit schrumpfte die gigantische Investitionskraft einer ganzen Branche zusammen – und mit ihr die Unternehmen der New Economy als potente Anzeigenkunden. Gleichzeitig sackte das Interesse im Publikum ab, denn mit Horrornachrichten lassen sich kaum neue Leser gewinnen (Seite 22).
Die Quittung folgte am Kiosk: Beide Blätter setzen hier nicht einmal 1000 Exemplare pro Ausgabe ab. Das ist für einen Publikumstitel wie den Internet Standard besonders dramatisch. Daran ist er nicht ganz unschuldig, denn schon bald nach dem Start wurde das Marketing praktisch auf null heruntergefahren.
Als Glücksfall erweisen sich für beide Titel die diversen Messen und Ausstellungen. Diese Plattformen der New Economy sorgen für einen warmen Anzeigenregen für die sonst nicht verwöhnten Titel. Trotz dieser ergiebigen Partnerschaft bleibt die Frage, ob der Markt die neuen Internettitel längerfristig braucht. Genau so, wie die Inhalte aus dem Internet längst zu einem normalen Teil unseres täglichen Informationspuzzles geworden sind, könnten früher oder später auch die Inhalte von Internet Standard und Netzwoche in der normalen Wirtschaftsfachpresse aufgehen.
Daniel Schifferle