News: Yellowworld muss sparen

Das Internetportal der Post bekommt die Dotcomkrise zu spüren. In einem Tages-Anzeiger-Interview erklärte Post-Chef Ulrich Gygi, man habe die Warnzeichen aus dem Onlinegeschäft nicht übersehen.

Das Internetportal der Post bekommt die Dotcomkrise zu spüren. In einem Tages-Anzeiger-Interview erklärte Post-Chef Ulrich Gygi, man habe die Warnzeichen aus dem Onlinegeschäft nicht übersehen.NewsYellowworld muss sparen
«Früher dachte man, ein Portal finanziere sich selbst, heute wissen wir, dass dies eine Illusion ist.» Nun müsse eine kostengünstigere Lösung her. Wo gespart werden soll, sagte er nicht.
Diax Webfactory wird geschlossenDie Webfactory des Telecomanbieters Diax wird nun doch nicht von Pixelpark übernommen. Gegenüber der NZZ begründete Pixelpark-VR-Präsident Rolf Brugger den Rückzieher vom Mitte Januar angekündigten Geschäft mit einem «Grundlagenirrtum». Insbesondere die Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie der Stand der Kundenprojekte hätten nicht den Erwartungen entsprochen. Nun wird die Webfactory aufgelöst, da bei der fusionierten Sunrise/Diax kein Webpublishing mehr vorgesehen ist.
NLZ beteiligt sich an Swissclick Zum Aktionariat der Betreiberin der Online-Inserateplattformen Swissclick gehört neu die Neue Luzerner Zeitung. Der Vollzug der Beteiligung sei mit Kapitalerhöhung erfolgt, teilte Swissclick mit. Bisher wurde Swissclick zu gleichen Teilen von Edipresse, Publicitas, der Basler Medien Gruppe und der Neuen Zürcher Zeitung getragen.

Kopf der Woche: «Ich will noch ein paar PS zulegen»

Simone Quast hat nach zwei Jahren selbstständigen Schaffens wieder auf die Agenturseite gewechselt

Simone Quast hat nach zwei Jahren selbstständigen Schaffens wieder auf die Agenturseite gewechselt / Simone Quast leitet seit Anfang März die Kreation bei Lang Gysi Knoll. Kontakte zur Berner Kommunikationsagentur hatte sie aber bereits vorher als Freelancerin geknüpft. Nach zwei Jahren der Selbstständigkeit brauchte die Konzepterin und Texterin wieder eine Plattform, auf der sie ihre Ideen in der Gruppe diskutieren konnte.
Dass sie einmal etwas machen wollte, was mit Sprache zu tun hatte, war für sie bereits als Schulmädchen klar. Hätte sie auf ihre innere Stimme gehorcht, wäre sie vermutlich Übersetzerin geworden, meint Quast, die fünf Sprachen spricht. Sie wollte aber selber schreiben, keine epischen Texte, sondern in der knappen Form, wie sie die Werbung verlangt.
Im Primarschulalter wurde Simone Quast umgetopft. So bezeichnet sie den Umzug von Vevey nach St.Gallen. Die Stadt habe sich in keiner Weise fördernd auf ihren heimlichen Wunsch ausgewirkt, in die Werbung einzusteigen. Deshalb führte für sie der Weg in die Werbebranche wohl auch über einen Umweg. Sozusagen mit dem ersten Zug nach der Matura reiste Simone Quast von St.Gallen nach Zürich und belegte an der Uni Japanisch im Hauptfach.
Drei Jahre später liess sie das Studium fallen, um in einer japanischen Bank zu arbeiten. Während eines zweimonatigen Aufenthalts in Japan meldete sich die schon seit geraumer Zeit im Hinterkopf präsente Idee nach einem Job in der Werbung zurück.
Eine erste grosse Herausforderung erfuhr Simone Quast, als sie bei der Zürcher Agentur Impuls als Texterin in eine Kampagne einsteigen konnte. «Dort musste ich meine Unzulänglichkeit und mangelnde Erfahrung sehr rasch überwinden», meint sie heute rückblickend. Immerhin war Quast dann bei der gleichen Agentur während über vier Jahren massgeblich an der Entwicklung der Coop-Naturaplan-Printkampagne und an den TV-Spots beteiligt. Diese langjährige Markenführung hat ihr Schaffen geprägt.
Ein weiteres Erlebnis war der Schritt in die Selbstständigkeit, um sich um die Internetauftritte ihrer Kunden zu kümmern. Im Bestreben, eine gewisse Textkultur in die Internetportale zu bringen, hat sie sich ein Stück weit von der klassischen Werbung abgewendet. Dabei hat sich Simone Quast neu die Sicht des Konsumenten verinnerlicht und wieder eine kritische Distanz zur Werbung bekommen.
Diese Distanz möchte sie auch in ihr Team bei Lang Gysi Knoll einbringen und zusammen mit ihren Leuten bei der Entwicklung von Strategien künftig noch ein paar PS zulegen. Quast bezeichnet sich eher als ungemütliche und hastige Person, empfindet aber die sprichwörtliche Berner Gemütlichkeit als wohltuend.
Gegenwärtig pendelt sie noch zwischen Zürich und Bern. An den Wochenenden wird aufgetankt, oder es kommt vor, dass Quast vor dem Herd kreativ wird, indem sie zusammen mit ihrem Mann kocht, oft auch stundenlang. Anita Vaucher

Der Zürcher Zoo mausert sich

Lesch + Frei setzt das Selbstverständnis des Zürcher Zoos in der neuen Werbung um

Lesch + Frei setzt das Selbstverständnis des Zürcher Zoos in der neuen Werbung umDer Zoo Zürich macht weiterhin Ernst mit artgerechter Tierhaltung: Am 13. März 2001 erfolgte im Zoorestaurant Siesta der virtuelle Spatenstich zur Errichtung einer 10000 Quadratmeter grossen Tropenwaldanlage: der Masoalahalle. In der nach der madagassischen Halbinsel Masoala benannten Anlage wird der dort vorherrschende Tieflandregenwald nachgebildet, der eine der artenreichsten Flora und Fauna der Erde beherbergt.46 Millionen Franken soll die rund 100 Meter lange und bis zu 30 Meter hohe Ökosystemhalle kosten, die ab Ende Juni 2003 die neue Heimat von exotischen Tierarten wie Lemuren, Makis, Geckos, Chamäleons und verschiedenen Vogelarten sein wird. Dannzumal wird das gigantische Biotop Zürichs grösstes Gebäude sein. Mit der Madagaskarhalle will der Zürcher Zoo, der in Madagaskar eine Baumschule betreibt, zur Rettung der Regenwälder anregen.
Der Zoo nimmt seine grosse Verantwortung für Tiere wahr
Wie bereits mit dem Bärengehege oder der Teilnahme an Zucht- und Wiederansiedlungsprogrammen folgt man auch mit diesem ehrgeizigen Grossprojekt dem Leitsatz «Wir kümmern uns heute um das Leben der Tiere in der Welt von morgen.» Denselben Gedanken isoliert nun auch ein neuer Auftritt der Agentur Lesch + Frei, Zürich, die den Tiergarten seit 1993 werblich begleitet. «Der Zoo Zürich hat einen so grossen Schritt vollzogen, dass es nötig wurde, die Kommunikation dieser Entwicklung anzupassen», sagt Creative Director Thomas Lüber.
Der Plan Zoo 2020 sieht eine rund 200-prozentige Erweiterung der Anlage vor. Immer mehr Tiere werden artgerecht gehalten anstatt in viel zu kleine Käfige gesperrt und ausgestellt.
Während die bisherige Werbung den Zoo Zürich als Ausflugs- und Erholungsziel bewarb, stellt ihn die neue Kampagne als einen Ort vor, an dem die Besucherinnen und Besucher einiges über das Verhalten der verschiedensten Tiere lernen können, weil man diese nun sozusagen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann.
Versiegelt werden die Plakatmotive vom Claim: «Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen.»
Ernst Weber

Best of South-East

(4. Quartal 2000)Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

(4. Quartal 2000)Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 4. Quartal 2000 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.

Leader lesen SoZ vor NZZ

Die MA Leader 2001 zeigt Print-Reichweiten und diverse Mediennutzungen der Leader

Die MA Leader 2001 zeigt Print-Reichweiten und diverse Mediennutzungen der LeaderVon Markus KnöpfliWie schon die Mach Basic 2000 ist auch die MA Leader 2001 wegen der Erhebungsmethode nach Lesern pro Ausgabe (LpA) nicht mehr mit ihrer Vorgängerstudie vergleichbar. Trends sind deshalb keine abzuleiten. Dennoch ist die Studie aufschlussreich, etwa im Blick auf den Sonntagszeitungsmarkt.
Zum ersten Mal kommt auch bei der MA Leader 2001 die härtere, nach dem Europastandard ermittelte Reichweite LpA zum Einsatz. Für die MA Leader liess die AG für Werbemedienforschung (Wemf) zwischen dem 7. September und dem 13. Dezember 2000 insgesamt 2992 Interviews durchführen.
Der Titel, der mit Abstand am meisten gelesen wird, ist die Sonntagszeitung (SoZ) aus dem Hause Tamedia mit 77000 Lesern unter den Leadern und 43000 Lesern unter den Top-Leadern. Auch bei den Tageszeitungen steht mit dem Tages-Anzeiger ein Produkt aus dem gleichen Medienkonzern bezüglich Leader an der Spitze (55000), dicht gefolgt von der NZZ, die 54000 Leader anspricht. Bei den Top-Leadern steht hingegen die NZZ mit 36000 Lesern an der Spitze, der Tagi erreicht bei dieser Zielgruppe noch 30000 Leser.
In Bern sind Bund und Berner Zeitung (BZ) sehr nahe beieinander, doch hat die BZ bei den Leadern die Nase vorn: Sie kommt auf 21000 Leader, der Bund auf 18000, beide erreichen hingegen 10000 Top-Leader. Auf den ersten Blick ist dies für den Bund – die «Berner NZZ» – ein schwaches Ergebnis. Bedenkt man aber, dass er dieses Resultat mit einer um mehr als 50 Prozent kleineren Auflage erreicht, so steht der Bund nicht schlecht da.
Bei den Wochenzeitungen wird das aus dem Ringierkonzern verlegte Cash am meisten von Führungskräften gelesen (59000 Leader), gefolgt von der Weltwoche (43000), der HandelsZeitung (41000) und Finanz und Wirtschaft (30000). Bei den Top-Leadern muss die Weltwoche ihren Platz mit der HandelsZeitung tauschen.
Ein Vergleich mit den Zeitschriften zeigt: Cash steht besser da als Facts und kommt nahe an die NZZ heran, während Facts die gleichen Zahlen erreicht wie der Tages-Anzeiger.
Das Magazin bleibt trotz
Auflagenhöhe weit zurück
Weil künftig der Sonntagsmarkt stärker umkämpft sein könnte, lohnt sich ein Vergleich von SonntagsBlick (SoBli), SoZ und Weltwoche: Die SoZ ist mit einem Vorsprung von 44000 Leadern auf die Weltwoche unangefochten, diese und der SoBli liegen jedoch bloss um 1000 Leader auseinander. Bei den Top-Leadern kann sich die Weltwoche dann allerdings um 5000 Leser vom SoBli distanzieren. In diesem Zusammenhang gibt auch Das Magazin zu denken: Auch wenn es die Leader mit der gleichen Auflage wie der Tagi erreicht, stösst es bei diesen doch auf ein vermindertes Interesse.
In der Westschweiz fällt die Spitzenposition von Le Matin (dimanche) auf – 29000 Leader. Mit der Leader-Reichweite von 58 Prozent erreicht er zudem einen Wert, den in der Deutschschweiz kein Titel auch nur annähernd erreicht.
Werbung in Zeitungen halten Leader für sehr glaubwürdig
Neben Reichweiten und Kontaktqualitäten gibt die MA Leader auch Auskunft über die Nutzung des Internets und anderer Medien durch die erhobene Zielgruppe. So nutzen 89 Prozent der Leader das Internet für E-Mails,
79 Prozent benützen Suchmaschinen. 74 Prozent konsultieren Fahrpläne, 65 Prozent rufen tagesaktuelle News ab, und immerhin 57 Prozent surfen zur Unterhaltung.
Leader informieren sich zu 53 Prozent zuerst aus Zeitungen, aber nur 19 Prozent via Fernsehen und 12 Prozent via Internet oder WAP. Werbung finden sie am glaubwürdigsten in Zeitungen (35 Prozent) und am ansprechendsten im TV (39 Prozent). Werbung am TV wird gleichzeitig am störendsten empfunden (64 Prozent).
per definitionem: Leader und Top-Leader

Um von der Wemf berücksichtigt zu werden, müssen Leader mindestens 20 Jahre alt, in der Deutsch- oder der Westschweiz wohnhaft und mindestens zu 50 Prozent erwerbstätig sein. Sie führen als Selbstständige einen Betrieb mit vier oder mehr Angestellten, als Freiberufliche haben sie eine höhere Ausbildung und als Angestellte eine leitende Funktion mit Entscheidungskompetenzen. Das persönliche Jahreseinkommen eines Leaders beträgt 90000 Franken oder mehr. Die Leader-Grundgesamtheit umfasst 215000 Führungspersönlichkeiten, 165000 in der Deutschschweiz, 50000 in der Romandie.
Top-Leader sind darüber hinaus als Freiberufliche auch
Arbeitgeber von mindestens einem Mitarbeiter, als Angestellte stehen sie mindestens einem Mitarbeiter vor. Ihr Jahreseinkommen beträgt 120000 Franken plus. Zu den Top-Leadern werden 106000 Personen gezählt, 84000 in der Deutschschweiz und 22000 in der Westschweiz.
Interessant ist auch, wer nicht dabei ist

Nicht von der MA Leader erheben liessen sich Brückenbauer und CoopZeitung, die beiden grössten Schweizer Titel. Was hier noch nachvollziehbar ist, erstaunt bei der grössten Tageszeitung, dem Blick, schon eher. Schliesslich sind Leader oft auch (Cervelat-)Promis und kommen im Blick häufig vor.
Ebenfalls nicht auf der Liste zu finden sind die Aargauer Zeitung und die Neue Mittelland Zeitung, die derzeit gar nicht müde werden zu betonen, wie wirtschaftlich relevant ihre Region sei.
Vergeblich sucht man auch die Pendlerzeitungen 20 Minuten und Metropol. Was jedoch weit mehr erstaunt: Sämtliche Frauenmagazine glänzen durch Abwesenheit, auch jene, die angeblich aufstrebende, gut gebildete und gut verdienende Frauen ansprechen. Eine Chance verpasst haben auch Programmzeitschriften, suchen doch gemäss MA Leader 38 Prozent der Leader Entspannung zuerst beim Fernsehen. Schliesslich glänzen das TCS-Blatt Touring sowie sämtliche Autotitel mit Abwesenheit. Als ob Leader ausschliesslich zu Fuss gingen.
Im Gegensatz zur letzten MA Leader machen aber Westschweizer Zeitungen und Zeitschriften wieder mit. Ihr damaliger Entscheid, fernzubleiben, war offenbar nicht allzu bekömmlich gewesen.
Leader – Top-Leader

Die Reicheweite der Printmedien
Leader Top-Leader
LpA Projektion LpA %1 LpA Projektion LpA %2
Deutschsprachige Zeitungen
Basler Zeitung 16 000 9,7 8 000 9,9
Berner Zeitung GES 21 000 12,7 10 000 11,8
Bund 18 000 11,0 10 000 11,7
Cash 59 000 35,8 32 000 38,3
Die Südostschweiz GES 14 000 8,5 7 000 7,7
Finanz und Wirtschaft 30 000 18,2 19 000 22,8
HandelsZeitung 41 000 24,8 26 000 31,0
Neue Luzerner Zeitung GES 18 000 10,7 8 000 9,6
Neue Zürcher Zeitung 54 000 32,6 36 000 42,3
SonntagsBlick 42 000 25,6 19 000 23,1
SonntagsZeitung 77 000 46,4 43 000 50,6
St.Galler Tagblatt GES 14 000 8,5 6 000 7,5
Tages-Anzeiger 55 000 33,2 30 000 36,0
Die Weltwoche 43 000 26,0 24 000 28,1
Deutschsprachige Zeitschriften
Bilanz 69 000 41,8 42 000 50,0
Facts 56 000 33,8 30 000 35,0
Das Magazin 44 000 26,9 25 000 29,7
NZZ-Folio 74 000 44,6 44 000 52,5
Der Spiegel 24 000 14,4 12 000 14,2
Vinum 20 000 12,1 11 000 12,7
LpA Projektion LpA %3 LpA Projektion LpA %4
Westschweizer Zeitungen
24 Heures 14 000 28,9 7 000 30,2
Agefi 6 000 11,7 4 000 19,6
dimanche.ch 13 000 25,7 6 000 27,1
Le Temps 17 000 34,5 10 000 44,7
Le Matin (dimanche) 29 000 58,0 12 000 56,9
Le Matin (lu-sa) 16 000 32,2 7 000 30,6
Tribune de Genève 11 000 21,6 6 000 26,5
Westschweizer Zeitschriften
Bilan 23 000 46,7 12 000 53,8
L’Hebdo 22 000 43,7 10 000 46,4
1 = bezogen auf 165000 Leader Deutschschweiz 3 = bezogen auf 50000 Leader Westschweiz2 = bezogen auf 84000 Top-Leader Deutschschweiz 4 = bezogen auf 22000 Top-Leader Westschweiz

Drei Varianten im «Espace Nord»

Die Berner Tagblatt Medien überlegt sich Reaktionen auf den Korb aus Solothurn

Die Berner Tagblatt Medien überlegt sich Reaktionen auf den Korb aus SolothurnVon Markus KnöpfliVier Strategiemöglichkeiten hatte sich die Berner Zeitung ausgedacht, um im Raum Solothurn/ Oberaargau («Espace Nord») zu wachsen. Die Variante «Kooperation mit der Solothurner Zeitung» fällt wegen der Mitteland Zeitung nun aus den Traktanden. Eine Solothurner Splitausgabe ist dagegen so greifbar wie nie zuvor.
«Klar, wir hätten gerne mit den Solothurnern, allenfalls auch mit den Oltnern und Zofingern kooperiert, doch nun ist halt die Sache für fünf Jahre gelaufen», stellt Albert P. Stäheli, Vorsitzender der Berner- Tagblatt-Medien-Konzernleitung (BTM), nüchtern fest. Doch da die Berner Zeitung durch das neue Projekt keine Marktanteilsverluste befürchten muss, gibt sich Stäheli trotz des Korbes aus Solothurn gelassen.
Für ihn ist klar, dass Solothurn gemäss Pendlerströmen, aber auch mentalitätsmässig zum «Espace Mittelland» gehört und nicht zum Aargau tendiert. Das zeigen ihm auch die Reaktionen aus Solothurn und dem Oberaargau: Seit dem Bekanntwerden des Projektes Mittelland Zeitung (WW 11/01) hätten sich mehrere Opinionleaders bei ihm gemeldet. «Sie baten: Jetzt müsst ihr etwas machen», sagt Stäheli.
Auch wenn Stäheli betont, dass die BTM «ihre Hausaufgaben» (Strategieplanung) schon im Voraus gemacht habe, gibt er sich vorsichtig: «Die Sache muss auch für uns aufgehen.» Auch diese Rechnung dürfte erledigt sein, schliesslich ist die BTM mit der Gratiszeitung Solothurner Woche längst vor Ort und kennt den regionalen Inseratemarkt sehr genau.
In Aarau, Olten, Zofingen und Solothurn geht man davon aus, dass die BTM reagieren wird, denn sie will erklärtermassen in diesem Gebiet wachsen. Aber wie? Stäheli wird wortkarg. Er spricht von vier Strategievarianten für die BZ im «Espace Nord», wie das Gebiet um Olten im BTM-Jargon heisst. Eine heisst Kooperation und ist nun hinfällig. Und die drei weiteren wären «jederzeit realisierbar».
Kommt jetzt die Solothurner BZ-Splitausgabe?
Auf Anfrage bestätigt er, dass eine weitere Variante die Lancierung einer BZ-Splitausgabe für Solothurn vorsieht. Bisher wurde von dieser abgesehen, um die Solothurner Zeitung (SZ) nicht zu vergraulen. Auch ohne die zwei anderen Varianten zu kennen, dürfte diese aber die wahrscheinlichste sein.
Fest steht: Nicht explizit zu den BZ-Strategievarianten gehört das, was Stäheli der BZ als Reaktion zu Protokoll gegeben hat: der derzeitige redaktionelle Ausbau bestehender Splitausgaben, auch jener im Norden (Langenthal). «Daran arbeiten wir ohnehin», sagt Stäheli.
Warum gab die SZ der BZ einen Korb? SZ-Verlagsleiter Christian Müller: «Es hätte sich für uns nicht gerechnet.» Würde man die SZ-Auflage zu jener der BZ schlagen, müsste man den Preis prozentual um die Hälfte erhöhen. Selbst wenn die SZ diesen Teil erhielte, «hätten wir weniger als heute», sagt Müller. Nicht gefallen habe in Solothurn zudem der Stil, wie die BTM ihre Partner etwa im Oberland vereinnahme. Zudem habe die BTM der SZ klar gesagt, dass sie keine Selbstständigkeit und keinen reversiblen Vertrag eingehen würde.
Bund: Offen Für alles

Von der NZZ, die auch um die Hand der Solothurner Zeitung (SZ) angehalten hatte, war kein Kommentar erhältlich. J. Pepe Wiss (Bild), Verlagsleiter des zur NZZ-Gruppe gehörenden Bund, teilte aber mit, dass die Kooperation zwischen Neuer Mittelland Zeitung und Aargauer Zeitung absehbar gewesen sei. «Unseres Erachtens schliessen die neuen Verhältnisse eine zukünftige Kooperation oder ein Zusammengehen oder Mitwirken in irgendeiner Form von Mittelland Zeitung oder deren einzelner Partner mit dem Bund grundsätzlich nicht aus», fügte Wiss hinzu. Der Bund sei offen für eine Fortsetzung der redaktionellen Kooperation mit den SZ-Kopfblättern Langenthaler Tagblatt und Berner Rundschau. Das schliesst auch SZ-Verlagsleiter Müller nicht aus.

Top three

(4. Quartal 2000)

(4. Quartal 2000)Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 4. Quartal 2000 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «» gezeigt.

News: Metropol lanciert IT-Stellenmarkt

Die Pendlerzeitung Metropol erscheint mittwochs neu mit einem IT-Stellenmarkt.

Die Pendlerzeitung Metropol erscheint mittwochs neu mit einem IT-Stellenmarkt.NewsMetropol lanciert IT-Stellenmarkt
In einem nächsten Schritt soll der IT-Stellenmarkt durch Weiterbildungsangebote ergänzt werden. Managing Director Urs Zeier erklärte, Metropol sei mit seiner täglichen Computerseite bereits erfolgreich im IT-Umfeld positioniert.
neue Formate auf TV 3Fast gleichzeitig mit dem Aus für «Fohrler live» kündigte
TV 3 vier neue Eigenproduktionen an, die ab April zu sehen sein werden. In der Talk- und Gameshow «Klassenfest» kommt Dani Fohrler erneut zum Zug. Darin treffen zwei Prominente zusammen mit ihren Schulklassen aufeinander. Hergestellt wird die Talkshow aber nicht von der «Fohrler-
live»-Produzentin Xproductions, sondern von Lava TV. Ebenfalls von Lava stammt die Dating-Voyeurshow «Hot Flirt» mit Reto Peritz. Bei «Wohnduell» mit Corinne Waldmeier gestalten sich zwei Paare gegenseitig die Wohnung neu. Ebenfalls neu ist «Libero», moderiert von René Rindlisbacher, der «mit versteckten Telefonen und Lauschangriffen Nichtsahnende hinters Licht führt».
Hubers Comeback im Regional-TVDer legendäre Tagesschausprecher Léon Huber gibt ein Comeback. Er wird im neuen Trendmagazin «Klopfer» Trends in Nachrichtenform präsentieren. «Klopfer» ist ein gemeinsames Projekt der TeleCombi-Partner Tele M1, Tele Basel, Tele Tell, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz, Tele Top, Schaffhauser Fernsehen und Tele Bärn.

Wird Radio 105 bald heimatlos?

Ende Jahr könnte der Kabelsender Radio 105 ohne Vermarkter dastehen, weil der dreijährige Garantievertrag mit der Cinecom Ende Jahr ausläuft und wohl nicht erneuert wird.

Ende Jahr könnte der Kabelsender Radio 105 ohne Vermarkter dastehen, weil der dreijährige Garantievertrag mit der Cinecom Ende Jahr ausläuft und wohl nicht erneuert wird.Wird Radio 105 bald heimatlos?
Und weil kaum ein anderer Vermarkter die Lücke füllen will.
«Mittelfristig wollen wir uns aus dem Radiobereich zurückziehen», verkündete Cinecom-CEO Matthias Luchsinger kürzlich. Ob dies den Vermarktungsvertrag mit Radio 105 betrifft, sagte er nicht explizit. Vieles deutet aber darauf hin, nicht zuletzt die Strategie der Kino- und TV-Vermarkterin RMB, deren Tochter die Cinecom seit kurzem ist. Jean-Claude Bruhin, bei der Cinecom verantwortlich für das Marketing, relativiert: Derzeit würden bei RMB zwar Diskussionen über die Radiostrategie im Allgemeinen und 105 im Speziellen geführt. Im Prinzip passe der Sender gut ins Cinecom-Portfolio.
105-Chef Giuseppe Scaglione überlegt sich, notfalls bei Cover Media oder Spot Promotion anzuklopfen. Dort winken Hans-Ueli Zürcher und Hansruedi Kölliker ab. Radiotele, das 105 beim Aufbau geholfen hatte und dann von Scaglione links liegen gelassen wurde, will laut Felix Kilchsperger für 105 auch nicht mehr tun als vermitteln. Bleibt noch IP Multimedia. Dort hat man sich diese Frage noch gar nicht überlegt, sagt Mehmet Inan, Verkaufsleiter Radio Z und Eviva. (mk)

Und überhaupt: Martin Spillmann

Welche Konsequenzen hat die wirtschaftliche Bruchlandung der Swissair für die Werbeagentur?

Welche Konsequenzen hat die wirtschaftliche Bruchlandung der Swissair für die Werbeagentur?Und überhaupt: Martin Spillmann
Martin Spillmann: Es kann sein, dass man von der bisherigen Ex-pansivstrategie weg kommt – zu Gunsten einer Neuausrichtung –, die eher bei «small is beautiful» liegt. Es ist aber nicht an uns, die neue Strategie zu definieren.
Verliert die Swissair ausser Geld auch ihren Ruf?
Spillmann: Das, was in der Schweiz über die Swissair gesagt wird, entspricht bei weitem nicht der Sicht, welche die Leute im Ausland von
ihr haben. In allen Airtax-Studien und ähnlichen Untersuchungen
gehört die Swissair qualitativ nach wie vor zu den Spitzenairlines
weltweit. Wir machen sie im eigenen Land viel schlechter, als sie im
Ausland angesehen wird. Wird es am Image der Swissair auch irreparable Schäden geben?
Spillmann: Die Swissair ist ein nationales Monument, das enorm viel Goodwill geniesst. Dies äussert sich im Engagement der vielen
Leute, für welche die Swissair derzeit ein zentrales Thema ist.
Das Swissair-Image ist nicht irreparabel; es gilt vielmehr, entstandene
Sch?den zu reparieren.
Arbeiten Sie bereits an einer neuen Imagekampagne?
Spillmann: Wir arbeiten an einer neuen Kampagne, aber es wäre kaum sinnvoll, eine Imagekampagne zu konzipieren, bevor nicht eine Strategie definiert ist.
Welchen Beitrag kann Werbung leisten, um zu verhindern, dass sich die
Fahrlässigkeit des Managements auf das Produkt überträgt?
Spillmann: Werbung kann das Produkt nicht korrigieren. Die Wahrheit kommt im Flugzeug immer ans Licht.
Interview: Ernst Weber

Ausserdem: Der Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hat Martin Breitenstein die Gesamtleitung der Redaktion von NZZ Online übertragen.

AusserdemDer Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hat Martin Breitenstein die Gesamtleitung der Redaktion von NZZ Online übertragen. Seit Oktober teilte sich Breitenstein die Aufgabe mit Martin Hitz, der den Aufbau von NZZ Online seit d

AusserdemDer Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hat Martin Breitenstein die Gesamtleitung der Redaktion von NZZ Online übertragen. Seit Oktober teilte sich Breitenstein die Aufgabe mit Martin Hitz, der den Aufbau von NZZ Online seit der Lancierung 1997 geleitet hat.
Theodor Eckert wird neuer Chefredaktor der Solothurner Zeitung. Der bisherige Nachrichtenchef und stellvertretende Chefredaktor tritt die Nachfolge von Andreas Netzle an. Netzle übernimmt die Chefredaktion der Thurgauer Zeitung. Gleichzeitig wurde Urs Lüthi zum neuen Verlagsleiter der Zeitung und der Anzeiger bei der
Herausgeberin Vogt-Schild/Habegger Medien AG ernannt.
Der Gratisanzeiger Lausanne-Cités erhält einen neuen Direktor. Per 2. April übergibt Jean-Marc Velleman das Amt an Pascal Fleury. Velleman wurde nach sechsjähriger Tätigkeit vom Verwaltungsrat zum Generaldirektor von Lausanne-Cités und des Schwesterblatts Genève Home Informations (GHI) ernannt.
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Sponsoring (Saspo) hat ihren Vorstand mit den Personen Jean-Baptiste Felten, Felten & Compagnie AG, Adrian Steinmann, Active Trading GmbH, und Christoph Schmocker, Terres des hommes, erweitert.
Daniel Kaiser, bisheriger Geschäftsführer bei Tele M1, übernimmt per 1. Juni die Geschäftsleitung der Wigra Media AG.
Per 1. April wird Yves Seydoux Delegierter für Public Affairs des Konkordats der Schweizerischen Krankenversicherer. Zuvor war er bei den Vaudoise Versicherungen als Verantwortlicher Kommunikation und Information tätig.

Drei Freunde gründen die Firma direktmarketing.ch

Lange Jahre waren die erfahrenen Direktmarkter Tobie Witzig, Jacqueline Berger und Guido Rota befreundet.

Lange Jahre waren die erfahrenen Direktmarkter Tobie Witzig, Jacqueline Berger und Guido Rota befreundet.Als das Trio nach einer neuen Herausforderung suchte, nahm der Traum vom eigenen Unternehmen konkrete Formen an: Am 22. Februar riefen sie die Firma direktmarketing.ch ins Leben.«Wir haben uns entschlossen, eine webfähige Datenbanklösung im Bereich des Direktmarketings und des Customer Relation Managements zu entwickeln», erklärt Guido Rota das Konzept der neuen Direktmarketingfirma.
Diese Internettauglichkeit ermögliche den Kunden jederzeit und ortsunabhängig einen kontrollierten Zugriff auf die Interessenten- und Kundendaten. «So können Prozesse transparenter und effizienter ausgestaltet werden», fügt Rota an. Die Angebotsschwerpunkte von direktmarketing.ch seien zudem Beratung, Projektmanagement, Adressmanagement und Produktion. Guido Rota wird zusammen mit Tobie Witzig für die Bereiche IT, Beratung und Projektmanagement tätig sein, während Jacqueline Berger Werbemittelproduktion und Lettershop betreut. (ko)
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