Autor: admin
Die Werk AG wirkt in Downtown Switzerland
Das Werk, eine Agenturgruppe, die im Bereich der digitalen Bearbeitung von Werbe-, Fernseh- und Spielfilmen tätig ist, hat sich erstmals auch in der Schweiz niedergelassen.
Alexander Jaggy hat bei JvM/Limmat angedockt
Drei Monate nach der «Verbrüderung» mit Jung von Matt in Hamburg heisst die Agentur neu Jung von Matt/Limmat.
Hat das Gratis-Web ausgedient?
Mit Premium-Services und -Inhalten starten T-Online & Co. einen erneuten Angriff auf die privaten Geldbeutel
Jahrelang haben die Websitebetreiber ihre Besucher mit kostenlosen Angeboten verwöhnt. So gelang es ihnen, schnell den Kundenstamm zu vergrössern, wodurch sie sich das Wohlwollen der Investoren und der Werbebranche erhofften. Wohl wurde der Internetboom in den industrialisierten Ländern erst in dieser Form möglich, die Websitebetreiber bauten sich aber durch die Gratisangebote einen Käfig.
Darin wuchsen sie zwar äusserst schnell, doch nun können sie trotz krisenbedingter Abmagerungskur nicht mehr einfach so zwischen den Stäben hindurchschlüpfen. Gefahr droht vor allem von der Werbefront: In den USA prophezeit Forrester Research fürs laufende Jahr etwa dreimal geringere Wachstumsraten der Onlinewerbung als im Jahr 2000, nämlich «nur» noch 25 Prozent.
Neue Geschäftsideen für die Investoren
Nicht zuletzt, um die Investoren zu beruhigen, müssen deshalb neue Geschäftsideen her: der Einstieg in den B2B-Bereich, Beteiligungen am E-Commerce, aber auch neue Pay-Modelle für die Privatnutzer. Dies gilt für Services und für den Contentbereich. In Letzterem hatten bisher vor allem Finanz- und Pornoplattformen Erfolg mit kostenpflichtigen Angeboten. Vor kurzem haben nun aber auch T-Online, Yahoo, die Online-Enzyklopädie Britannica.com und das Onlinemagazin Salon.com kostenpflichtigen Content angekündigt.
Bei den neuen Pay-Strategien ist allerdings Vorsicht geboten: Schliesslich ist sogar schon die New York Times auf die Nase gefallen, als sie ihr Onlineangebot kostenpflichtig machen wollte. Aus diesem Grund sollen nun kostenpflichtige Premium-Services und -Inhalte auf das Grundangebot aufgesetzt werden, das weiterhin gratis bleiben soll. Schliesslich darf man die mühsam gewonnenen Kunden ja nicht gleich scharenweise wieder verjagen, nur schon der Werbekunden wegen. Ein weiteres Problem ist auch die Bezahlung von einzelnen Angeboten im Wert von einem oder zwei Franken. Massentaugliche Zahlungsmodelle haben sich auf breiter Basis bisher noch nicht durchgesetzt.
T-Online.ch setzt bald auf
Pay-Angebote
In der Schweiz möchte T-Online bereits im Herbst kostenpflichtige Inhalte anbieten, die sowohl im Anbonnement als auch in Form von so genannten Micropayments per Kreditkarte bezahlt werden sollen. «Die Finanzierung eines horizontalen Portals nur durch Werbung und E-Commerce-Beteiligungen geht nicht auf», erklärt Günther Nierlich, CEO von T-Online Schweiz. Viele Kunden seien bereit, für besondere Qualität und Convenience zu bezahlen. Als mögliche Gebiete sieht Nierlich zum Beispiel Finanzen oder Unterhaltung. Yellowworld zum Beispiel hat mit Ymail secure, mit dem man Mails verschlüsseln kann, bereits einen kostenpflichtigen Premium-Service lanciert.
Auch bei anderen Portalbetreibern macht man sich derzeit Gedanken über kostenpflichtigen Content. Vor allem im Breitbandbereich sehen Strategen eine neue Chance. Laut Melanie Schneider, Media Relations Bluewin, könne man sich im Breitbandbereich mittel- bis längerfristig kostenpflichtigen Content vorstellen. «Mittelfristig muss bezahlter Content eine Basis für uns werden», betont auch Eric W. Zeller von SwissOnline.
Grosse Schweizer Medienunternehmen sind kostenpflichtigen Inhalten gegenüber noch zurückhaltend. Das liegt daran, dass ihre Internetauftritte – wohl wegen der traditionell guten Beziehungen zur Werbewirtschaft – verglichen mit ähnlich stark frequentierten Websites relativ viel Werbeeinnahmen verzeichnen. Zudem nutzen Verlage das Medium auch zur Printkundenbindung.
Die Basler Mediengruppe etwa plant laut Urs Frei, Projektleiter Neue Medien, Prime-Value-Contents oder -Dienste, wie einen Beratungsdienst auf beobachter.ch oder spezielle Dossiers, die nur Abonnenten zugänglich sein sollen. Die Archivnutzung soll bei den meisten Onlinezeitungen kostenpflichtig oder an Printabos gebunden werden. Laut Marcel Sennhauser, Leiter Interaktive Medien von Tamedia, werde im Bereich der neuen Technologien wie WAP oder GPRS keine Free-Content-Strategie verfolgt, solange keine direkten Einnahmequellen für Content Provider ersichtlich seien.
Um online Geld zu verdienen,
braucht es klare USP
Kurt Isler, Manager von MSN Switzerland, baut zwar auf bezahlte Premium-Services auf dem Serviceportal MSN. Hinsichtlich bezahltem Content zeigt sich Isler eher skeptisch: In der Schweiz seien derzeit noch zu wenig Angebote mit USP und relevanter Eigenleistung vorhanden, für die man auch Geld verlangen könne. «Das aktuelle Onlinenewsangebot in der Schweiz ist noch ein ziemlicher Einheitsbrei.» Auch im Breitbandbereich sieht Isler wegen der gegenwärtigen Übertragungsqualität noch keine grossen Möglichkeiten, Geld zu verlangen.
Mehr Potenzial mit
zielgenauer Onlinewerbung
Dafür sieht er im gegenwärtig enttäuschenden Onlinewerbebereich grosses Potenzial, «nicht unbedingt in der klassischen Bannerwerbung, sondern mit echten Onlinemarketingkampagnen, die in enger Zusammenarbeit mit den Werbepartnern erarbeitet werden.»
Auch für Reto Hartinger, Marketingleiter bei Search.ch, sind die Möglichkeiten der Onlinewerbung noch lange nicht ausgeschöpft: «Man muss es nur endlich richtig machen. Es suchen vor allem die Leute nach neuen Werbeformen im Internet, welche die alten schon nicht begriffen haben. Banner ohne Aussage erzielen keine Wirkung. Mit Bannern muss zielgenauer kommuniziert werden, dann funktionieren sie hervorragend.»
Vor allem im Bereich des Targetings – über E-Mail, Banner oder andere Werbeformen – könnten sich die Internetunternehmen den Werbekunden noch mehr empfehlen als bisher. Auch die Einführung neuer und grösserer Werbeformate mag zumindest kurzfristig der Onlinewerbung wieder mehr Aufmerksamkeit verleihen. Jim Sterne, Onlinemarketer der ersten Stunde, glaubt, dass Onlinewerbung einfach noch Zeit brauche, bis sie den richtigen Stellenwert im Marketingmix gefunden habe. «Das Licht ist nicht verglüht, sondern wird künftig weiter scheinen.»
Muse & Musse: Andreas Hornung
Muse & MusseAndreas HornungWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Andreas Hornung: Die Robert-Capa-Ausstellung in Lausanne. Weil ich so gleich noch einen Abstecher ins Musée de l’Art Brut machen konnte.Was lesen Sie
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Andreas Hornung: Die Robert-Capa-Ausstellung in Lausanne. Weil ich so gleich noch einen Abstecher ins Musée de l’Art Brut machen konnte.
Was lesen Sie gerade?
Hornung: «Gefährliche Meerestiere erkennen». Aus Vorfreude auf die Tauchferien.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Hornung: Everlast, «Eat at Whitey’s».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Hornung: «Magnolia». Weil die Rolle von Machoseminarleiter Frank T. J. Mackey mit Kotzbrocken Tom Cruise so perfekt besetzt ist.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Hornung: Dank meiner ausgefeilten Zapptechnik schlafe ich nie vor dem Fernseher ein.
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Hornung: www.perlentaucher.de – die wichtigsten Feuilletons in Kürze. Ideal für den Faulpelz mit Kulturanspruch.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Hornung: Auf die blauen Augen von D.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Hornung: Frei.
Liebe ist …?
Hornung: … eine starke Erfindung.
Die Weltwoche macht einen Riesentaucher
Die Auflage der Weltwoche ist laut den neuesten Wemf-Zahlen von 92337 auf 84206 Exemplare gesunken; das entspricht einem Verlust von über 8000 Exemplaren innert Jahresfrist.
Auf zu neuen Medienufern
Eine Arbeitsgruppe bündelte mögliche Medienstrategien der Zukunft
shop des Management-Zentrums St. Gallen (MZSG) mit «Zukunftsstrategien für die Schweizer Medien» (siehe WW 40/00). Als Medienmodell der Zukunft wurde Multi-Channel-Publishing (MCP gleich Vernetzung von Print, Internet, TV/Radio, SMS, Plakat) hervorgehoben. Damit könne der Konsument zu jeder Tageszeit über das von ihm bevorzugte Medium den von ihm gewünschten, auch titelübergreifenden Newsmix abrufen.
Die Werbeauftraggeber wünschen Verkaufsorganisationen, die auf MCP zugeschnitten sind, sowie online verfügbare Instrumente zum One-to-one-Marketing.
Auch für die Finanzierung ihrer Projekte werden den Medienhäusern neue Wege empfohlen. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von Gratisinhalten und das Vordringen branchenfremder Konkurrenten. Darum sollten im Management mehr branchenfremde Quereinsteiger integriert und Benchmarkingstudien mit Unternehmen aus anderen Wirtschaftszweigen durchgeführt werden.
Was beim Workshopergebnis auffällt: Nichts ist neu, alles wurde schon einmal empfohlen oder ausprobiert. Bei der Präsentation des Schlussberichts wurde dies auch mehrfach gesagt. Interessant ist aber: Die empfohlenen Zukunftsstrategien erscheinen nicht nach Mediengattungen getrennt, sondern wurden im Workshopprozess teilweise geläutert und auf andere Medien abgestimmt. Markus Knöpfli
Ausserdem: Der Verlag Zeitungen der Neuen Zürcher Zeitung AG rüstet auf: Christoph Bauer tritt auf ein noch unbekanntes Datum hin die Stelle des Leiters Marketing an der Falkenstrasse an.
AusserdemDer Verlag Zeitungen der Neuen Zürcher Zeitung AG rüstet auf: Christoph Bauer tritt auf ein noch unbekanntes Datum hin die Stelle des Leiters Marketing an der Falkenstrasse an. Bauer war zuvor Geschäftsleitungsmitglied von BertelsmannSpr
Die Tamedia AG hat Peter Hartmeier zum Leiter Unternehmenskommunikation ernannt. Der bisherige Geschäftsführer des Verbands Schweizer Presse tritt die neu geschaffene Stelle im Sommer an.
Liliane Lerch baut ihre Agentur in den USA aus. Die neue Niederlassung in New York wird Rainer Kunst leiten, zuvor Geschäftsleiter bei Weber Hodel Schmid, Berlin.
Peter Krebs, bei Sulzer Sutter als Berater tätig, wurde neues Geschäftsleitungsmitglied und wird als Client Service Director für die Kundenberatung verantwortlich sein. Roland Sutter ist neu Managing Director und Strategischer Planer der Agentur. CD bleibt Francis Sulzer.
Jean-Philippe Ceppi tritt sofort als Chefredaktor der Ringier- Sonntagszeitung dimanche.ch zurück. Der Weggang erfolgt laut Ringier im gegenseitigen Einvernehmen. Interimistisch übernimmt Jacques Pilet die Leitung von dimanche.ch.
Guye & Partner verliert mit dem Weggang von David Hanselmann und Isabelle Linsi zwei ADs. Hanselmann geht zu JvM/Limmat, Linsi wird sich selbstständig machen.
Seit April ist Cumi Karagülle als Leiter Sales Support und International Sales bei der Online-Vermarkterin Adlink (Schweiz) tätig. Zuvor arbeitete Karagülle als Mediaplaner für Optimedia.
Neue Testrichtlinien
Die neuen Regeln der Schweizerischen Lauterkeitskommission
Die neuen Richtlinien sind in einer «einzigartigen Zusammenarbeit zwischen der Industrie, Konsumentenverbänden und Werbern entstanden», erklärte Doris Leuthard an der Pressekonferenz in Zürich (siehe auch Seite 5). Die neue Präsidentin der Lauterkeitskommission stellte in Aussicht, dass ihre Arbeitsgruppe noch vermehrt den Kontakt zur Öffentlichkeit herstellen wolle. Sie freue sich, dass diese Aufklärungsarbeit in Zukunft von Piero Schäfer übernommen werden könne.
In der breit abgestützten Vernehmlassung für die Richtlinien der Tests war auch die deutsche Stiftung Warentest involviert.
Handlungsbedarf für neue Richtlinien entstand durch die Entwicklung, wonach seit einigen Jahren die sehr kostenaufwändige Testtätigkeit vermehrt von kommerziellen und gewinnorientierten Verlagsunternehmen übernommen wurde. Sie verdrängten damit die an internationale und nationale Richtlinien gebundenen Nonprofit-Organisationen wie etwa das Konsumentenforum immer stärker vom Markt.
Die Testrichtlinien der Lauterkeitskommission sind nun auch für solche kommerziellen Testanbieter wegleitend. Zudem erleichtern sie die Arbeit der Lauterkeitskommission bei der Behandlung allfälliger Beschwerden. Die Richtlinien sowie weitere Grundsätze zur Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation sind in neuen Broschüren enthalten, die bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission über die Homepage www.lauter keit.ch sowie unter Telefon 01
211 79 22 erhältlich sind.
Tests im Ausland werden
gerne angezweifelt
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Werbung mit Tests unzulässig ist, wenn die Ergebnisse nicht ausdrücklich dafür freigegeben worden sind. Die Quelle der Tests muss genannt werden. Zu beachten ist ferner eine klare Trennung zwischen redaktioneller Testberichterstattung und Werbung.
Der Tester muss ohne Einflussnahme durch Dritte zu seinen Ergebnissen kommen. Insbesondere darf er sich nicht durch die Zusicherung der Abnahme grosser Mengen von Testpublikationen oder das Platzieren von Inseraten beeinflussen lassen.
Als strittiger Punkt der Vernehmlassung erwies sich die Regel, dass die Veröffentlichung des Testinstitutes freiwillig ist. Viele Institute in der Schweiz leben von der Forschungsarbeit für Unternehmen, deren Produkte sie nun eventuell negativ darstellen müssten.
Auf Grund dieser möglichen Befangenheit weichen Publikationen wie Saldo oder K-Tipp für ihre Tests gelegentlich ins Ausland aus. Andererseits werden solche Resultate von ausländischen Labors in der Schweiz nicht ungern angezweifelt. Die Kommission erklärte sich deshalb «offen für weitere Ideen und Anregungen».
Korrigendum
Das Monatsmagazin NZZ Folio liegt bei den Top-Leadern an der Spitze und nicht hinter der SonntagsZeitung. In der WerbeWoche Nummer 12 vom 29. März war auf Seite 25 in einem Kommentar über die MA Leader 2001 zu lesen, dass die SonntagsZeitung mit 77000 Lesern unter den Leadern der am meisten gelesene Titel sei. Das stimmt wohl bei den Leadern. Unter den Top-Leadern gebührt diese Ehre aber laut der aktuel-
len Wemf-Studie dem NZZ Folio. Das Magazin erreicht 44000 Top-Leader. Die SonntagsZeitung aber 1000 Top-Leader weniger, nämlich 43000.
Gut verkabelt
Grosses Gelage gabs letzte Woche im Miller’s Studio in der Mühle Tiefenbrunnen. Einmal mehr jährte sich nämlich die Einführung des Schweizer Werbefensters auf dem Spielfilm- und Seriensender Kabel 1.
Verständlicherweise feierte man sich in einer Präsentation auch selbst noch ein bisschen, präsentierte Charts und klopfte sich gegenseitig mit den erreichten Reichweiten auf die Schulter. Leider sind die Platzverhältnisse im Miller’s Studio jeweils etwas knapp, sodass sich einige Gäste beim Apéro leicht beengt fühlten und sich bald auf den Nachhauseweg machten. Was weiter nicht tragisch war, denn so herrschte rasch eine angenehm familiäre Atmosphäre. Übrigens heisst es bei IP Multimedia schon im Mai wieder «Let’s party». Die Firma ist vom schönen Seefeld ans noch schönere Seeufer in Küsnacht umgezogen, und das grosse Einweihungsfest soll am 10. Tag des Wonnemonats Mai steigen.
Einen langen Abend gabs für Barbara Egloff, die seitens IPM für den Event verantwortlich war. Sie musste natürlich bis zuletzt auf der Brücke, beziehungsweise an der Bar, ausharren. Besuch gabs mit Tarkan Özküp auch von der Konkurrenz RMB Switzerland (Cinecom). Da aber sowohl der von RMB vermarktete Sender Sat 1 als auch Kabel 1 (IPM) zur ProSiebenSat-1-Media von Papa Leo Kirch gehören, sei man ja sowieso eine grosse Familie, liess Özküp verlauten.
Erste Früchte trägt bereits auch das Engagement von Michi Frank als neuer IPM-Chef. Quasi zum Einstand veranstaltet er morgen in der Saalsporthalle ein kleines Hallenfussballturnier für Kunden und Freunde des Hauses. Nur falls jemand noch nichts vorhaben sollte: Fans sind herzlich willkommen.
Ebenfalls ziemlich im Schuss schien Bettina Moehr von der HandelsZeitung. Sie steckte gerade mitten in den Vorbereitungen für die Werbetrendstudiepräsentation, zu der sich über 600 Personen angemeldet haben. Doch so leicht lässt sich Frau Moehr nicht aus der Ruhe bringen. Die Gelegenheit für ein bisschen PR in eigener Sache nutzten denn auch Vesna Despot vom Stocks, die auf die erste Leserschaftstudie des Anlegermagazins hinweisen konnte, und Christian Gartmann, der mit SevenOne Media unter sport.ch kürzlich ein neues Portal lancierte.
Natürlich gabs zum Abschied reichlich Gadgets aus dem Kabel-1-Merchandising-Angebot. Darunter waren sogar ein paar nützliche zu finden wie eine dekorative Kabel-1-Filmrollendose oder das herzige Schweinderl aus «Was bin ich?», allerdings ohne Fünfmarkstücke drin.
Etwas ganz Neues präsentierten die Jungs vom Facts. Chefredaktor Hannes Britschgi, Marketingleiter Christoph Marty – beziehungsweise neu Verlagsleiter, denn sein Titel entspricht nun endlich seiner Tätigkeit – und Anzeigenleiter Kilian Gasser luden zum Bingoabend mit Komiker Beat Schlatter. Wer das Spektakel im Zürcher Brockenhaus verpasst hat, ist selber schuld. Der Event war ein Grosserfolg, und der Bingoabend dürfte sich schon nach seiner ersten Durchführung Kultstatus eingehandelt haben. Die Besucher diskutierten denn auch eifrig, ob dieser Event nun alle drei Monate, im Halbjahres- oder im Jahresturnus durchzuführen sei.
Die grosse Gaudi ging schon bei den Preisen los. Hier eine kleine Auswahl der begehrten Preziosen: eine Fliege von Hans Heinrich Coninx mit Echtheitszertifikat, 50 Milligramm sofort zu schluckendes Viagra, ein Designer-Pornovideo (ging pikanterweise an Ueli Gertsch, der früher Penthouse-Inserate verkaufte), eine Nebenrolle in der Schweizer Soap «Lüthi & Blanc», ein Säcklein feinstes Bucheli-Gras (weil der Bucheli als Wetterfrosch am besten weiss, wo das geeignetste Klima für Schweizer Hanfkulturen herrscht), ein Facts-Journalistenpass fürs nächste Spiel der Fussballnati, ein Essen in der Facts-Kantine (für Frauen mit Hannes Britschgi, für Männer mit der anwesenden Domina), ein Video von Markus Imbodens Film «Die Komiker» (Schlatter inbegriffen), ein Kombi-Jahresabo für Weltwoche und Cash (dies sei laut Schlatter ein Ladenhüter, den schon mehrere Bingoabende lang niemand gewinnen wollte), eine kesse Blondine, die man allerdings gleich heiraten musste, und als Hauptpreis ein Städteflug nach Wahl.
Wer beim Bingo auf seinem Spielfeld eine Zahlenreihe voll kriegt, hat jeweils laut «Bingo» zu rufen. Im Normalfall wenigstens. Nicht so beim Facts-Spiel. Der Siegesruf hiess speziell für diesen Abend: «Dä Britschgi isch de Neui!» Wer fälschlicherweise einen Gewinn annoncierte, wurde, falls er ein Mann war, von einer Domina an die Leine genommen und den Mitspielern im Passgang vorgeführt. Zum Leidwesen aller Zuschauer war das aber nur einmal der Fall. Das Missgeschick passierte Raoul Stöhlker, Filius eines berühmten PR-Unternehmers, der im Falle einer Bekanntmachung spasseshalber auch gleich juristische Konsequenzen androhte. Was
uns wiederum als Inhaber einer Rechtsschutz-Versicherungspolice völlig kalt lässt.
Viel häufiger gaben sowieso Frauen falsche Gewinnsignale. Als Strafe dafür musste sich das gesamte Auditorium jeweils eine kleine Geschichte von Guggi anhören, anerkannter Schweizer Meister im Erzählen der schlechtesten Witze aller Zeiten.
Korrigendum
In der Shortlist der letzten WerbeWoche (12/01) dichteten wir Jörg Kuhn irrtümlicherweise ein Arbeitsverhältnis bei 20 Minuten an. Kuhn arbeitet bei der Pendlerzeitung Metropol, und das soll sich dem Vernehmen nach in nächster Zeit auch nicht ändern. Wir bitten, die Fehlinformation zu entschuldigen.
Beat Fritsch
unter Filmstars, die als Dekoration für den Geburtstag des Kabel-1-Werbefensters im Miller’s Studio herhalten musste. Mitte Woche hiess es dann Apéroeinladung und CD-Taufe vom ZürichExpress, bevor es an den Facts-Bingoevent mit Beat Schlatter ging. Der Spielabend artete in einer Riesengaudi aus.
Wer sonst in der Kommunikationsbranche bei Apéro oder Spiel anzutreffen ist, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Ringier ist jetzt Umsatzmilliardär
Dank des boomenden Anzeigenmarkts stiegen die Erlöse bei fast allen Medien
Die tolle Performance von Ringier im vergangenen Jahr zeigt sich aber auch beim Cashflow, der mit 119,3 Millionen Franken oder 11,7 Prozent des Umsatzes der beste in der Verlasgsgeschichte war. Vom Gesamtumsatz entfielen 629 Millionen Franken auf die Schweiz, eine Steigerung um 5,4 Prozent. Die positive Entwicklung ist vor allem der guten Wirtschaftslage zu verdanken, die sowohl den Zeitungen wie den Zeitschriften happige Umsatzsteigerungen bei den Anzeigen in die Kasse spülte.
Die Zeitungen legten im Anzeigenmarkt vor allem dank der Blick-Titel um mehr als zwölf Prozent auf 132,4 Millionen Franken zu. Trotz des hervorragenden Ergebnisses im Anzeigenmarkt ist das Gesamtresultat im Bereich Zeitungen gegenüber dem Vorjahr etwas geschrumpft.
Dies hängt einerseits mit dem Verkauf der Konzertagentur Good News und dem dadurch entfallenen Umsatzanteil zusammen. Andererseits gingen unter dem Druck der neu im Markt operierenden Pendlerzeitungen aber auch Verkaufserlöse verloren. Sie fielen um 2,2 Millionen auf 119,2 Millionen Franken zurück, wobei der Blick mit einem Auflagenverlust von 1,5 Prozent am meisten litt.
Hervorragend schnitten aber auch die Zeitschriften ab, die ihre Anzeigenerlöse sogar um knapp 13 Prozent auf 102,1 Millionen Franken steigern konnten. Besonders gut im Rennen waren dabei die Programmzeitschrift Tele und allen voran die Schweizer Illustrierte, die sich demnächst mit einem Redesign und inhaltlichen Anpassungen noch fitter für die Zukunft machen will. Unbefriedigend war hingegen das Resultat von Betty Bossi, das um 5,1 Prozent schrumpfte. Und auch der Kundendruck schnitt in der Schweiz infolge Kapazitätsreduktionen um 1,2 Prozent schlechter ab als im Vorjahr.
Ringier denkt nicht über eine neue Sonntagszeitung nach
In kräftigen Schritten vorwärts ging es im Auslandgeschäft. Der Bereich Verlag Europa legte um 19,4 Prozent auf 139,7 Millionen Franken zu, Ringier Asien steigerte den Umsatz gar um satte 87,7 Prozent auf 45,6 Millionen Franken.
Ebenfalls markant verbessern konnte sich der Bereich Fernsehen, dessen Umsatz um 42,1 Prozent auf 24,3 Millionen Franken kletterte. Zum Wachstum hatte allerdings vor allem die 50-Prozent-Beteiligung am Privatsender Sat 1 (Schweiz) beigetragen. Etwas Sorgen bereitet laut Michael Ringier einzig die Fussballshow «täglich ran», die sich im Zuschauermarkt nur sehr langsam entwickle. Im Mai will er über die Zukunft der Sendung entscheiden.
Für das laufende Jahr hat sich die konjunkturelle Grosswetterlage deutlich verschlechtert. «Die wirtschaftlichen Frontdaten sind im Moment nicht sonderlich erfreulich, und auch das Anzeigenaufkommen war in den ersten Monaten nicht hervorragend», dämpfte Martin Werfeli, Ringier-Finanzchef, die Aussichten für das laufende Jahr.
Trotzdem geht bei Ringier dieses Jahr einiges ab. Der Konzernchef kündigte Ausbaupläne mit Cash an. Fibo Deutsch kann für seinen Bereich Fernsehen im Herbst einen Neubau im Leutschenbach beziehen. Zudem soll in den nächsten Wochen der Entscheid über einen Kauf der Druckerei Winterthur fallen. Klar ist hingegen bereits jetzt, dass Ringier kein zweites Sonntagsblatt lancieren wird. Michael Ringier: «Wir denken über vieles nach, aber sicher nicht über eine neue Sonntagszeitung.»
Ringier AG in Zahlen
in Mio. sFr. 2000 1999 +/– %
Gesamtumsatz 1018,8 947,0 + 7,6
Zeitungen 263,1 266,7 – 1,3
Zeitschriften 231,4 217,4 + 6,4
Kundendruck Schweiz 208,5 211,1 – 1,2
Fernsehen 24,3 17,1 + 42,1
Betty Bossi 62,9 66,3 – 5,1
Neue Medien 5,3 4,7 + 12,8
Verlag Europa 139,7 117,0 + 19,4
Ringier Asien 45,6 24,3 + 87,7
Diverse 38,0 22,4 + 69,6
Cashflow 119,3 102,8 + 16,1
Jahresgewinn nach Steuern 50,4 40,4 + 24,8
Investitionen 157,0 74,6 + 110,5
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 4928 4477
Topshots leiten McCann-Erickson, Genf
Nach Creative Director Frank Bodin, der zu Euro RSCG wechselte, scheidet nun auch der langjährige Geschäftsführer von McCann-Erickson, Genf, Pierre André Bonjour, aus der Agentur aus.
Ziel des Führungsgremiums ist es nach eigenen Angaben, an den Erfolg der letzten vier Jahre nicht nur anzuknüpfen, sondern ihn auszubauen. (ew)
