News: VW fährt zu Grabarz & Partner

Im Pitch um das neue Oberklassemodell von Volkswagen gibt es einen Überraschungssieger: Grabarz & Partner aus Hamburg setzte sich gegen sieben Mitbewerber durch.

Im Pitch um das neue Oberklassemodell von Volkswagen gibt es einen Überraschungssieger: Grabarz & Partner aus Hamburg setzte sich gegen sieben Mitbewerber durch.NewsVW fährt zu Grabarz & Partner
Unter den Geschlagenen befinden sich auch Weber Hodel Schmid, Zürich, und die VW-Stammagentur DDB Berlin, die seit 36 Jahren für den Konzern aus Wolfsburg arbeitet. Grabarz wurde 1993 gegründet und beschäftigt 53 Angestellte bei Billings von 68 Millionen Mark.
Intel wandert von Paris nach LondonDer amerikanische Prozessorhersteller Intel hat sein Europabudget innerhalb von Euro RSCG verschoben. Statt wie bisher Euro RSCG Works in Paris ist neu die Londoner Euro RSCG Wnek Gosper zuständig. Der Etat umfasst rund 50 Millionen Dollar. Zu seiner Betreuung wird ein Team von über 40 Leuten gebildet, das mit örtlichen Filialen von Euro RSCG zusammenarbeiten soll.
Bild steigert AuflageDie deutsche Boulevardzeitung Bild konnte den Abwärtstrend bei der Auflage im ersten Quartal 2001 stoppen. «Europas grösste Tageszeitung», wie es in einer Mitteilung heisst, steigerte sich um 41 085 oder 0,97 Prozent auf 4 289 491 Exemplare. Die Zahlen wurden vom neutralen Auflageforschungsinstitut IVW bestätigt. Der Verlag sieht im Zuwachs eine Bestätigung der Veränderungen, die mit dem Wechsel des Chefredaktors im Januar vorgenommen wurden.
Lowe Lintas GGK Agentur des Jahres in Österreich Am EDward 2000 wurde Lowe Lintas GGK mit 141 Kreativpunkten zur «Agency Of The Year» gewählt, vor Demner, Merlicek & Bergmann mit 103 sowie Direct & More mit 36 Punkten. Geschäftsführer Geri Aebi freute sich über die Ernennung, «weil sie beweist, dass wir auch im nicht immer ganz einfachen Fusionsjahr 2000 eine kreative Gesamtbilanz aufweisen, die sich sehen lassen kann». Seit 1987 vergibt das österreichische Fachmagazin ExtraDienst jährlich den Werbepreis EDward.

18 h, 26 Min., 28 Sek.

Die Gunst der Stunde nutzen im April jeweils die Frauen und Mannen der Agentur Publicis und bitten zum Sechseläutenevent.

Die Gunst der Stunde nutzen im April jeweils die Frauen und Mannen der Agentur Publicis und bitten zum Sechseläutenevent.Von Beat Fritsch Die Büros der Kreativschmiede bieten nämlich einen optimalen Ausblick auf die Sechseläutenwiese, alljährliche Hinrichtungsstätte des Bööggs.
Kunden und Freunde des Hauses nehmen diese Einladung gerne an, denn das garantiert regensichere Beobachtungsplätzchen erhebt einen in den Rang eines fiktiven Zunftmitglieds. Den Anblick auf die Massen des Fussvolks in den Strassen rund ums Bellevue gibts von der Publicisterrasse aus gratis dazu.
Und schliesslich lässt man sich an der Theaterstrasse auch punkto Speis und Trank nicht lumpen. Während in den Strassenschluchten profane Würste mit Brot verzehrt und Bier getrunken wurde, gabs ein paar Meter weiter oben exquisite Kanapees, feines Blätterteiggebäck, etliche Süssspeisen, saftige Fleischspiesschen, würzigen Steinpilzrisotto, rustikale Älplermagronen und dazu prickelnde Cüpli, edlen Tinto und vollmundigen Chablis.
So war man denn auch bei den Besuchern voll des Lobes für den gelungenen Anlass, obwohl sich nicht alle einen Logenplatz am Fenster ergattern konnten. Aber auch daran hatte man gedacht.
Im Sitzungszimmer konnte, wer wollte, die Direktübertragung der Bööggenverbrennung am Fernsehen mitverfolgen.
Der Qualität des Events entsprechend präsentierte sich auch die Gästeliste, die einiges an Kommunikationsprominenz aufwies. Den Event liessen sich weder Matthias Luchsinger noch Tarkan Özküp von RMB entgehen, die sich auf der überdachten Terrasse mit Roger Baur von Qualiclick und Markus Cavegn von Seiler DDB unterhielten. Hans-Jürg Gränicher von Media Focus gab uns gegenüber zu, dass dies sein erstes Sechseläuten überhaupt sei. ADC-Geschäftsführerin Helen Müller, SW-Pressemann Piero Schäfer, Max Weber von WHA, Bruno Oetterli von Radiotele und Roland Ehrler von der Swisscom begegneten wir in den Gängen von Publicis. Ebenso gesehen: von Tamedia AG Daniel Pauletto und Urs Keller, Uli Rubner von der Weltwoche und von der NZZ Chefredaktor-Stellvertreter Kenneth Angst mit Wolfgang Frei und Julia Köpfli. Last but not least liefen uns noch Kilian Gasser, Claudia Gillardon und Nicole Costa vom Facts im Treppenhaus über den Weg. Nicht zu vergessen auch die zahlreichen Publicis-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die man am angesteckten Button erkennen konnte. So tummelten sich an die 250 Besucher in den Agenturräumlichkeiten mit Seeblick.
Neben dem üblichen Gossip konnten sich ausnahmsweise auch Werber dem am Sechseläuten vorherrschenden Thema nicht entziehen: dem Wetter. Es war heuer vorzüglich, die Zürcher Zünfte haben für ihr Fest wohl den einzigen Sonn(en)tag des Monats erwischt. Allerdings, wenn uns so feuchtes Wetter, wie es in letzter Zeit herrschte, auch in Zukunft beschert würde, könnte man den Böögg ja auch mal ersäufen statt verbrennen, so der etwas eigenwillige, aber durchaus sympathische Vorschlag eines Werbezünfters. Zünfter in Tauchanzügen sehen doch viel sexyier aus…
In Zürichs politisch links denkenden Kreisen wird die Parade der Zünfter gerne als Umzug der verkleideten Steuerhinterzieher bezeichnet. Bei diesen soll der Böögg nicht nur das Wetter, sondern immer mehr auch die Konjunktur prophezeien. Und ist somit natürlich auch Prognostiker für das kommende Werbewetter. Dass es dem Böögg erst um exakt 18 Uhr 26 Minuten 28 Sekunden den Kopf von den Schultern kartätschte, liesse demnach auf einen eher mittelmässigen Sommer fürs Werbegeschäft schliessen.
Beat Fritsch

trägt als eingefleischter Zürcher den Böögg auf Händen, statt ihm den Sechseläutenmarsch zu blasen. Der weisse Mann liess sich nämlich heuer fast eine halbe Stunde Zeit, bis er mit grossem Knall das Zeitliche segnete. Beobachtet wurde das Ganze bei Publicis, der einzigen Schweizer Werbeagentur mit Blick auf Sechseläutenwiese und Böögg.
Wer sich an den diversen Werbe-Events trifft, wird an den zahlreichen Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

«Schweizer Direktmarketing-Leute sind unbestritten Spezialisten in ihrem Fach»

Jörg Rindlisbacher, CEO, CCO Impiric, leitete die Jury beim Schweizer Direktmarketing-Preis 2001

Jörg Rindlisbacher, CEO, CCO Impiric, leitete die Jury beim Schweizer Direktmarketing-Preis 2001«Schweizer Direktmarketing-Leute sind unbestritten Spezialisten in ihrem Fach»
Am Freitag, 27. April, wird an einer Award-Night im TMC Glattbrugg zum dritten Mal der Schweizer Direktmarketing-Preis verliehen. Eine Jury von 16 Spezialisten hat über 240 Arbeiten begutachtet. Jury-Präsident Jörg Rindlisbacher wertet den Wettbewerb als hoch stehend und möchte in Zukunft lieber von Dialogmarketing als von Direktmarketing sprechen.
Was hat bei der Arbeit der Jury vor allem Spass gemacht und wo hat es Diskussionen gegeben?
Jörg Rindlisbacher: Es hat eigentlich nur Spass gemacht. Wir haben zwar viele Diskussionen geführt, diese sind aber sehr konstruktiv verlaufen. Die Jury war neu und gut zusammengesetzt. Glücklich bin ich über die Ergänzung mit kreativen Leuten aus der Kommunikation. Die Jury war in zwei Gruppen aufgeteilt: Kreative und Directmarketer. Beide Gruppen zeigten natürlich eine jeweils andere Betrachtungsweise und das hat die Diskussionen sehr dynamisch gemacht.
Waren sich zum Schluss die kreativen Anbieter und die Marketingleute als Vertreter des Zielpublikums immer einig?
Rindlisbacher: Wenn man die Punkteverteilung auf den mit zwei Farben gekennzeichneten Beantwortungsbogen genau analysiert, stellt man fest, dass es nur bei wenigen Auszeichnungen nicht ganz übereingestimmt hat. Zum Beispiel zwanzig Kreativpunkte und nur fünf Direktmarketingpunkte oder umgekehrt. Das war aber nur zwei-, dreimal der Fall. Es hat also mehr Harmonie als Divergenz gegeben. Die Werber haben für mich einen guten Pragmatismus in die Beurteilung einbringen können.
Welches sind die wichtigsten Kriterien, nach denen Sie beurteilt haben?
Rindlisbacher: Direktmarketing ist eine der wenigen Disziplinen der Kommunikationsbranche, bei der man die Resultate ganz genau messen kann. Da gibt es ganz klare Mechanismen. Denen unterliegt man, und anhand dieser Mechanismen wird ein Direct-Mail-Piece auch konstruiert. Wenn das Piece diese Gesetzgebung nicht aufweist, ist es nicht erfolgreich. Diese Gesetzgebungen sind allerdings nicht unbedingt kreationsfördernd. Jetzt liegt der Clou einer erfolgreichen Mail darin, die beste Kombination zwischen diesen Gesetzen und der Kreativität zu finden. Wer das gut zusammenbringen konnte, war bei uns im Wettbewerb erfolgreich.
Wie beurteilen Sie das Niveau der 240 Einsendungen?
Rindlisbacher: Es gibt zehn unterschiedliche Kategorien, und diese haben auch unterschiedliche Qualitäten hervorgebracht. Im klassischen Direktmarketing, bei dem man diesen Gesetzen viel intensiver unterliegt, haben wir weniger kreative Einflüsse, weil es das einfach nicht zulässt. Hier habe ich das Gefühl, Direktmarkting arbeite in einer Zwangsjacke. Bei anderen Disziplinen wie zum Beispiel integrierte Kommunikation oder Internet ist die Kreativität sehr hoch und dementsprechend von der Jury gelobt worden. Die ganz neuen Disziplinen wie Direct-Response-TV haben dieses Jahr noch wenig Einsendungen und Qualität gezeigt. Da muss noch gearbeitet werden. Im Ganzen darf ich von einer hohen Qualität sprechen. Schweizer Direktmarkting-Leute sind unbestritten Spezialisten in ihrem Fach.
Sie haben heuer 20 Prozent mehr Einsendungen als im Vorjahr beurteilen müssen. Läuft mehr im Bereich DM oder ist der Preis populärer geworden?
Rindlisbacher: Beides. Der Preis ist sicher populärer geworden und gut organisiert. Auf der anderen Seite ist das Dialogmarketing eine wichtige Weiterentwicklung des Direktmarketing geworden. Dialogmarketing ist zu einem unwiderstehlichen Kommunikationsfeld geworden.
Bringt das auch eine bessere Positionierung dieser Disziplin mit sich – gegenüber der klassischen Werbung?
Rindlisbacher: Auf diese Diskussion möchte ich nicht eingehen. Ich würde das Ganze in Zukunft nur noch Dialogmarketing nennen. Gerade mit dem Internet wird das Feld massgeblich erweitert. Dialog ist deshalb mehr als nur Direkt.
Welche Bedeutung messen Sie dem KMU-Sonderpreis bei?
Rindlisbacher: Es ist wichtig, dass es diesen KMU-Sonderpreis gibt. Wir haben gute Arbeiten bewerten können, die nicht von Agenturen gemacht worden sind, sondern von kleineren Firmen inhouse. Es ist wichtig, dass wir auch diese Aktivitäten fördern und nicht nur ein Mail-Piece, bei dem ein Budget von einer Million Franken dahinter steht.
Gibt es sichtbar neue Trends?
Rindlisbacher: Ein Trend ist sicher darin zu erkennen, dass Dialogaufgaben oder Gesamtkampagnen immer mehr auch von Dialogspezialisten als Leadagentur gemacht werden. Steht der Dialog im Zentrum der Strategie, kommt die ganze Kampagne aus der Direktmarketing-Küche und nicht umgekehrt wie bisher, als eine Werbeagentur nebenbei auch noch ein DM-Piece gestaltet hat.
Welche Veränderungen wird das Internet in Zukunft bringen?
Rindlisbacher: Das Internet wird einen intensiven Einfluss auf das Dialogmarketing nehmen und zu einer wesentlichen Disziplin werden. Wo ist es sinnvoll für welche Unternehmung? Diese Entwicklung ist absehbar. Mit dem Internet ist Direktmarketing nicht einfacher geworden. Aber dank der neuen Technologie viel präziser im Bereich des Datenmanagements. Früher hat es grosse Zentren für solche Aufgaben gegeben. Heute arbeiten bereits viele mit ihren eigenen Datenbanken.
Sehen Sie hier Probleme mit dem Datenschutz?
Rindlisbacher: Es gibt keine Probleme mit dem Datenschutz, wenn man sich nach dessen Regeln verhält. Wer sich aber nicht an den Datenschutz hält, wird sehr schnell Probleme bekommen. Es ist aber nicht im Sinne von uns als Dialog-Kommunikatoren, dass das Datenschutzgesetz umgangen wird. Interview: Andreas Panzeri
Die zehn kategorien des DM-Preises 2001

• Mailings Business-to-Consumer
• Mailings Business-to-Business
• Streuwerbung/Beilagen/Take-ones
• Anzeigen
• Direct-Response-TV-Spots
• Interactive Media
• Integrierte Kampagnen – Einsatz von mindestens drei Medien
• Internationale Kampagnen
• Agentur Eigenwerbung
• KMU-Sonderpreis Direct Marketing Services (KMU mit maximal 250 Mitarbeitenden)

Best of North-West (2000)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.

Best of South-East (2000)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.

Mal eine frische Idee gefällig?

Brainstore in Biel und Sparks in Zürich verkaufen Ideen auf Bestellung

Brainstore in Biel und Sparks in Zürich verkaufen Ideen auf BestellungVon Bruno AmstutzAuch ein abstraktes Gut wie Ideen lässt sich mit der richtigen Strategie vermarkten. Die Agenturen Brainstore und Sparks handeln mit Einfällen und Geistesblitzen und entwickelten eine clevere Geschäftsidee zum Geschäft mit Ideen.
Investiert seine Frau zehn Franken und eine Viertelstunde Zeit, wird Herr Meier dieses Jahr beim Öffnen seines Geburtstagsgeschenkes tatsächlich eine Überraschung erleben. Dann nämlich, wenn Frau Meier ihrem Gemahl keine weitere Krawatte ersteht, sondern sich bei einer Stippvisite im Brainstore einen originelleren Geschenkvorschlag ausarbeiten lässt. Seit 1997 bietet der Bieler Ideenladen frische Ideen «über die Gasse» an.
Das Geschäft mit solchen Kleinkunden ist allerdings nur eine Seite des Unternehmens Brainstore, denn auch Grossunternehmen wie Novartis, Migros, Coop, Crossair oder General Motors nehmen die Dienste der Ideenschmiede in Anspruch. Als Werbeagentur möchte Brainstore nicht wahrgenommen werden. «Wir sind nicht nur auf Produktemarketing ausgerichtet», so Nadja Schnetzler, Mitgründerin von Brainstore, «wir entwickeln ebenso Ideen für logistische Konzepte, neue Dienstleistungen, Lehrmittel oder Expo-Projekte. Ausserdem betreiben wir Marktforschung und Trendscouting.» Die Dienstleistung von Brainstore besteht zudem ausschliesslich in der Ideenfindung – die Umsetzung wird anderen überlassen.
In einer ersten «Visionsphase» werden Leute verschiedenster Ausrichtung für ein Brainstorming zusammengebracht: Experten, Laien und Trendsetter. Traditionsgemäss sind darunter oft Jugendliche. Unter dem Namen Dactis betreiben die Brainstore-Gründer seit 1989 eine Agentur für Jugendmarketing, die bevorzugt Werbeagenturen und jugendliche Meinungsführer an einen Tisch brachte. Unterdessen verfügt Brainstore gemäss Nadja Schnetzler über ein Netzwerk von 2500 Personen mit Kontakten in ganz Europa und den USA.
Der Markt ist gross genug für zwei Unternehmen
Ein ähnliches Konzept verfolgen Rainer Holzinger und Umberto Pajarola, die Gründer der Sparks AG mit Sitz in Zürich. Auch sie nutzen ein Netzwerk von Jugendlichen als kreatives Instrument. Allerdings beschränkt sich ihr «Brainpool» auf rund 100 Personen. Die Brainstormings finden entsprechend in kleinerem Rahmen statt. «Wenn man Brainstore als laut, gross medienwirksam, show- und actiongeladen bezeichnet, dann wäre Sparks eher leise, klein und effizient», versucht Rainer Holzinger den Unterschied der Agenturen auf den Punkt zu bringen, und ergänzt: «Beide Unternehmen sind auf ihre Art kreativ, sie bewegen sich aber an entgegengesetzten Enden des Spektrums.»
Sparks existiert erst seit Juli 2000, hat aber in sechs Monaten ein beachtliches Kundenportfolio akquiriert: SF DRS, das Kunsthaus Zürich, Schering (Schweiz) AG, NET-VR AG und die Werbeagenturen Publicis und Lowe Lintas GGK. «Wir wussten, dass es Brainstore gibt», so Holzinger, «aber wir waren überzeugt, dass der Markt gross genug ist für zwei Unternehmen dieser Art.» Neben der Entwicklung von Ideen und originellen Konzepten bietet Sparks den Kunden auch schnelle und unkomplizierte Pretests und Umfragen an, was insbesondere für Werbeagenturen eine interessante Ergänzung bieten kann.
Brainstore setzt bei der Ideenfindung einerseits auf Tempo, andererseits auf die Quantität des Outputs. Während gemäss Nadja Schnetzler bei Werbeagenturen oft lediglich drei bis vier Ideen den Grundstock an Konzepten bildeten, würde bei Brainstore ein wesentlich grösserer Ideenpool erschaffen. Auch ein schneller Output des Brainstormings gehört zur Methodik bei Brainstore.
Schnelle Entscheidungsfindung schätzen auch Grossfirmen
In dieser Hinsicht dient Frau Meier als Übungsobjekt: Innerhalb einer Viertelstunde muss für sie eine Idee generiert werden. «Dies gibt uns Inputs bei der Ideenfindung», so Nadja Schnetzler. Dem geringen kommunikativen Know-how der Privatkunden müssten die richtigen Fragen entgegengesetzt werden, um zu einem sinnvollen Briefing zu kommen. «Der Prozess von Konzeption, Visualisierung und Qualitätskontrolle wird bei diesen kleinen Projekten in kürzester Zeit durchgespielt», ergänzt die Ideenmaklerin. Der finanzielle Lohn für diese Bemühungen ist eher symbolisch, was die gewonnenen Erfahrungen allerdings aufwiegen.
Auf diesen Erfahrungsschatz stützen sich diverse Grossunternehmen. Zu den regelmässigen Kunden gehören das Bundesamt für Gesundheit, die Post oder die SBB. Beispielsweise stammt das Konzept für die Gleis-7-Jugendkarte aus der Ideenschmiede.
Das Konzept von Brainstore und Sparks scheint sich jedenfalls zu bewähren und zeitigt zunehmenden Erfolg: Brainstore beschäftigt mittlerweile 35 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2000 einen Umsatz von 4 Millionen Franken.

X-Art stopft Bildungslücken

Kreativen Nachwuchs benötigt das Land! Aber dieser fällt bekanntlich nicht vom Himmel.

Kreativen Nachwuchs benötigt das Land! Aber dieser fällt bekanntlich nicht vom Himmel.Dessen ist sich die X-Art, Schule und Ateliers für Angewandte Gestaltung, schon lange bewusst. Deshalb gründete 1986 der Grafiker Hanspeter Paoli mit zwei Kollegen die Privatschule als praxisorientierte Ausbildungsstätte für Gestaltung in Fahrweid/Dietikon. Angefangen mit Macintosh-Computerkursen wurde das Programm im Laufe der Zeit durch Diplomlehrgänge für Electronic Publisher, Screen- sowie Multimedia-Designer ergänzt. Zudem schufen die Initianten vor zwei Jahren mit dem «Kreativ-Jahr» eine ebenbürtige Alternative zum Vorkurs gängiger Kunstschulen. Ab diesem Sommer stehen zwei neue Lehrgänge im Bereich Design und Text an: Designer und Texter Marketing-Kommunikation. Die zwei Jahre dauernden Ausbildungslehrgänge umfassen neben fachspezifischen Lektionen auch gemeinsame Unterrichtsstunden, da die Vertreter der beiden Kreativberufe auch in der Praxis sehr eng zusammenarbeiten. «X-Art reagiert damit auf die Tatsache, dass die Werbewirtschaft zwar die wichtigste Arbeitgeberin für Kommunikationsdesigner ist, aber keine Designerschule ihre Studenten auf die spezifischen Anforderungen der Branche vorbereitet», begründet Hanspeter Paoli, Schulleiter und mittlerweile Alleininhaber von X-Art, die Neueinführungen. Die berufsbegleitenden Kurse sollen in Zukunft jährlich starten Detaillierte Auskünfte sind über [email protected] zu bekommen. (sk)

Mex wird «erwachsener»

Der Mex (alias Musenalp Express) wird mit Direktmarketinggeist aufgepäppelt

Der Mex (alias Musenalp Express) wird mit Direktmarketinggeist aufgepäppeltVon Markus KnöpfliRedaktion und Marketing des Mex sollen professioneller werden. Inhaltlich wird der Jugendtitel «erwachsener» und teilweise auch auf Kundenmagazin getrimmt. Kurz: Mex erscheint zwar erst im August wieder, doch die Handschrift der Direktmarketingagentur Factum ist bereits sichtbar.
Einzelne Retuschen am äusseren Erscheinungsbild und am Logo des Mex wird die Direktmarketingagentur Factum wohl schon vornehmen, aber wie weitreichend die visuellen Korrekturen genau sein werden, steht noch nicht fest. Solche Äusserlichkeiten haben noch Zeit, das Heft erscheint nach dem Stopp Ende letzten Jahres erst wieder am 24. August (weiterhin zehnmal jährlich). Als viel wichtiger erachtet Factum-Gründer und -Geschäftsführer Valentino Mauriello die konzeptionellen Änderungen. Mex wird weiterhin Mex – und im Untertitel Musenalp Express – heissen. Zudem will Mex ungebrochen daran festhalten, dass Leser für Leser schreiben. Allerdings wird dieser Teil künftig neben Musik/Film, Style/Trends, Pinnwand/Kleininserate und dem Hauptthema nur noch eine von fünf regelmässigen Rubriken sein.
Das Zielpublikum ab 15 Jahren bleibt zwar bestehen, doch ausgehend von den letztjährigen Mach-Basic-Zahlen, die noch während der Ringier-Ära von Mex erhoben wurden, will man den Inhalt stärker auf die 20- bis 29-Jährigen ausrichten. Denn die Wemf-Daten zeigten: Anders als früher angenommen und angepeilt ist der Durchschnittsleser
24 Jahre alt und stark an persönlicher Aus- und Weiterbildung interessiert. Der Ratgeberdienst wird folglich künftig grossgeschrieben. Ein Redaktionsteam besteht bereits.
Easy-Jet nimmt Mex eventuell als Kundenmagazin an Bord
Beim Vertrieb wird Factum ebenfalls beim Alten anknüpfen. 114000 Ringier-Adressen konnten übernommen werden, davon 10000 zahlende Abonnenten (bisher 30 Franken pro Jahr), 90000 weitere Einzeladressen sowie 12000 Adressen von Empfängern aus dem Schulkanal. Startauflage total: 120000 Exemplare auf sicher. Doch zusätzlich prüft Mauriello erstmals in der Mex-Geschichte den Vertrieb über die Kiosk AG. Zudem laufen derzeit Verhandlungen mit der Fluggesellschaft Easy-Jet, die Mex möglicherweise als Kundenmagazin unter die Fittiche nehmen will.
Und da wird nun Factums Direktmarketinghandschrift sichtbar: Easy-Jet ist nur eine von mehreren möglichen Firmen, die Mex zu ihrem Kundenmagazin machen könnten. Dazu würden Titel und Cover dem jeweiligen Corporate Design angepasst, und im Innern könnten vier Seiten gemäss den Bedürfnissen gestaltet werden.
Solche Partnerschaften würden die (Start-)Auflage von Mex natürlich noch deutlich anheben. Mauriello ist denn auch überzeugt, dass früher oder später 170000 Exemplare drinliegen könnten.
Ausweitung wird angestrebt, aber nicht ins Ausland
Weitere Angebote an Inserenten sind so genannte Advertorials, eine Art doppelseitige, regelmässige Publireportagen, sowie Beilagen oder Beihefter. Mit dem Anzeigenmarketing hat Factum die St.Galler Firma Mediax betraut.
Nicht ausgeschlossen ist übrigens, dass Mex mit einem Versandhandel kombiniert wird. Damit käme wieder ein Konzeptbestandteil aus der Mex-Anfangszeit unter Otmar Beerli zu Ehren. «Wir haben diverse Anfragen, die derzeit geprüft werden», sagt Mauriello. Weiter liebäugelt Factum mit einer Mex-Expansion in die Romandie. Eine Ausweitung ins (deutschsprachige) Ausland kommt für Mauriello hingegen nicht in Frage: «Mex ist ein typisch schweizerisches Konzept», sagt er.

Kopf der Woche: «Die Gratiszeitung ist die Zukunft»

Pascal Fleury, neuer Direktor der Gratiszeitung Lausanne Cités, über den Wert der Information

Pascal Fleury, neuer Direktor der Gratiszeitung Lausanne Cités, über den Wert der InformationKopf der Woche«Die Gratiszeitung ist die Zukunft» /
Das Verlagswesen wurde dem 29-jährigen Direktor der Gratiszeitung Lausanne Cités in die Wiege gelegt. Als Sohn eines Genfer Verlegers hat Pascal Fleury aber auch kurz einmal Bankenluft geschnuppert, zuerst als Lehrling und später in der Marketingabteilung. Am Sawi liess er sich zum «généraliste de la communication» ausbilden. Die Feinheiten der Mediaplanung hat er sich bei MQI, Lausanne, angeeignet. Dann zog es ihn rasch ins Verlagswesen. Bei Edipresse betreute er zuletzt das Marketing von Le Matin.
Mit Lausanne Cités möchte er noch näher ans lokale Geschehen heran. Die Gratiszeitung soll zum «Auge von Lausanne» werden, und deren Bevölkerung soll jeden Donnerstag ungeduldig auf das Erscheinen der Zeitung warten, die ihr Informationen aus der unmittelbaren Umgebung liefert.
Lausanne Cités soll sich von den Tageszeitungen im redaktionellen Teil durch eben diese unmittelbare Lesernähe unterscheiden. Dass seine Zeitung ein Gratisblatt ist, bereitet Pascal Fleury keine Mühe: «Die Zukunft gehört der Gratiszeitung, denn die Leute sind immer weniger bereit, für eine Information zu bezahlen, die sie anderswo gratis erhalten.»
Dass die Information immer kurzlebiger wird und zunehmend ihren materiellen Wert verliert, lässt sich gemäss Fleury nicht aufhalten. Vielleicht liest er in seiner Freizeit gerade deshalb gerne Geschichtsbücher und interessiert sich für Archäologie. Ausserdem habe sich die so genannte Gratiszeitung vom ehemaligen Stil des Amtsanzeigers längst entfernt und sich zu einer attraktiven Plattform entwickelt, argumentiert er weiter.
Lausanne Cités hat sich vergangenes Jahr einem Faceliftung unterzogen, was ganz im Sinne des neuen Direktors ist. Dass die Gratisanzeiger ihr Billigimage abgelegt hätten, zeige sich auch im Profil der Werbeauftraggeber. Heute inserierten auch renommierte Unternehmen in Gratisblättern. Für den Werbeauftraggeber sei der Verkaufspreis einer Zeitung sowieso nicht massgebend. Dieser treffe seine Auswahl nach den Kriterien Zielpublikum, Reichweite und Auflagenzahlen.
Wenn er also ganz speziell das lokale Publikum suche, werde er in Lausanne Cités und nicht in einer überregionalen Tageszeitung inserieren. Heute erreicht ein Gratisanzeiger zudem Leute aller sozialen Schichten. Fleury sieht aber auch eine grosse Entwicklung im redaktionellen Bereich. Lausanne Cités hat einen redaktionellen Anteil von 35 Prozent, und vom Journalisten, der für ein Lokalblatt arbeitet, erwartet er eine besondere Affinität zum lokalen Geschehen.
Todunglücklich ist Fleury, wenn er hört, dass jemand «seine» Zeitung einfach ungelesen wegwirft. Überhaupt ist er nahe am täglichen Geschehen in seiner Zeitung und sitzt nicht einfach abgeschirmt im Direktionsbüro. Er will genau wissen, was der Kunde wünscht. So kann es schon mal vorkommen, dass er persönlich interveniert, wenn ein Kunde am Empfang lautstark reklamiert. Anita Vaucher

Die NZZ-Redaktion sorgt sich und relativiert.

Eric Honegger, Ex-VR-Präsident der SAir-Group und das gleiche Amt nach wie vor bei der AG für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bekleidend, bereitet der NZZ-Redaktion immer mehr Imageprobleme.

Eric Honegger, Ex-VR-Präsident der SAir-Group und das gleiche Amt nach wie vor bei der AG für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bekleidend, bereitet der NZZ-Redaktion immer mehr Imageprobleme. Zumal an der NZZ-Generalversammlung vom 5. Mai Honeggers Wiederwahl traktandiert ist. In einem am 21. April erschienenen Artikel richtete deshalb die Redaktion die dringliche Bitte an den eigenen VR-Präsidenten, sich doch bezüglich seiner SAir-Lohnforderungen kompromissbereit zu zeigen. Sonst drohe der NZZ weiterer Imageschaden (im NZZ-Jargon heisst dies «Scherbengericht»). Zugleich bescheinigt sich die Redaktion Unabhängigkeit vom NZZ-VR, unter Berufung auf die NZZ-Gesellschaftsstatuten und das Redaktionsstatut. Damit sei es «an sich völlig irrelevant, wer im VR der NZZ sitzt». Nur «an sich». Nicht wirklich.BEFRIEDIGENDER UNGEHORSAM. Nur eine Kampagne – statt wie verlangt zwei – schlugen die Creative Consulter Bruno Caderas, Martin Metz und Pierre Vieli in einem Pitch ihrem langjährigen Auftraggeber Scotch zur Bewerbung der Haftzettel Post it Notes und Post it Index vor. Prompt erhielt das Kreativtrio den Zuschlag. Weil ein Auftritt das Produktions- und das Mediabudget weniger stark belastet als zwei. Aber auch des Umstands wegen, dass die Tandemkampagne, die gleichzeitig die Anwendung beider Produkte demonstriert, die vorgegebene Positionierung «für den Hausgebrauch» mit Ironie umsetzt. Dies zeigt etwa ein Sujet mit dem «Kamasutra», das wohl kaum zur Lieblingslektüre von Herrn und Frau Schweizer gehört.

Cannes-Festival relauncht Website. Das internationale Werbefestival in Cannes hat seinen Webauftritt neu lanciert. Neben Informationen zu Festival und Wettbewerb bietet Canneslions.com neu ein Who is who der letztjährigen Teilnehmer sowie der bereits für 2001 gemeldeten. Im Archiv sind alle Gewinner der letzten zehn Festivals sowie sämtliche eingereichten Arbeiten der letzten drei Jahre zu sehen.
Wasser im Internet. Mit dem neu lancierten Internetauftritt www.l-eau.ch will Henniez, Schweizer Leader unter den Mineralwasserproduzenten, Wasser in unserer Gesellschaft ins Gespräch bringen. Die Website der Waadtländer Firma ist mit anderen Sites, welche das gleiche Thema behandeln, verbunden, um das Phänomen Wasser in unterschiedlichsten Formen zu thematisieren. www.l-eau.ch vermittelt zudem Informationen über die Besonderheiten des mineralisierten Wassers. Eine 1999 auf nationaler Ebene durchgeführte Studie hat gezeigt, dass das Mineralwasser das meist konsumierte Getränk der jungen Leute zwischen 15 und 30 Jahren ist.
USM mit Hutter am UBS Open Gstaad. Der Schweizer Möbelhersteller USM, einer der Hauptsponsoren des Tennisturniers UBS Open in Gstaad, ermöglicht dem Schweizer Künstler Schang Hutter an diesem Anlass einen Auftritt mit seinen Skulpturen. Die Figuren werden im UBS Open Village in Körpergrösse auf Augenhöhe oder hoch über den Köpfen schwebend ausgestellt.
Auch Werber haben Kinder. Wenns bald wieder wärmer wird, ist die Gemeinschaft der Kreativen gleich doppelt gefordert. Jedenfalls der Teil mit Nachwuchs. Dieser wird nämlich auf ebenso anregende Unterhaltung pochen wie die Werbeauftraggeber unter der Woche. Sollten Werberinnen und Werber dabei in Ideennotstand geraten, steht ihnen seit kurzem die vierte, erweiterte und aktualisierte Ausgabe des Reise- und Ausflugsführers Kids – Kinderland Schweiz – mit 1001 originellen und aussergewöhnlichen Ideen zur Verfügung. Erschienen ist der Band im
K Tipp Verlag (ISBN 3-9521676-3-0).
INTERAKTIVE GAMESHOW. Mit einer virtuellen Weltraumreise ins Jahr 2099 können sich Besucher im Luzerner Verkehrshaus schon seit mehr als einem Jahr verblüffen lassen. Erfunden und realisiert wurde dieses Spiel, bei dem die Zuschauer sich interaktiv in die Handlung eines Films einmischen können, vom Marketprofi-Team aus Aarau. Jetzt haben diese Spezialisten für interaktive Medien an einem Future-Event für Marketingkader bereits eine neue Generation von interaktiven Hightechtools präsentiert. Neben einer «LaserContact-Game-Show» und Indoor-Pyrotechnik testeten sie die neuesten Infotainment-und Promotion-Games von Marketprofi. Die Promotion-Games kann man für eine futuristische «Interact-Promotion» auch mieten. Details sind bei www.marketprofi.ch zu finden.
Editorial

Dem Flüchtigen eine Herberge?
«Alles Wohl beruht auf Paarung/Wie dem Leben Poesie/Fehle Maggi’s Suppennahrung/Maggi’s Speise-Würze nie!» Nie wieder sind dem Suppenwürfel vergleichbare Verse gewidmet worden. Auftraggeber war der Schweizer Industrielle Julius Maggi, Verfasser der skandalumwitterte Dichter Frank Wedekind («Lulu»). Seine flotten Zeilen in schönster Sütterlinschrift wären vor Jahren fast im Maggi-Reisswolf gelandet. Mit knapper Not sind die Manuskripte, von Maggi einst fein säuberlich mit Schulnoten versehen, gerettet worden.
Zum Glück. Das Geschichtsbewusstsein der Werbebranche ist unterentwickelt. Werbung überlebt oft einzig in der Erinnerung ihrer Schöpfer. Vergessen geht dabei die Tatsache, dass Werbegeschichte auch die ästhetischen Werte und das soziale Umfeld ihrer Entstehung spiegelt. Einmal aus dem kurzlebigen Kommerzkreislauf herausgefallen, stellt sie so etwas wie ein Archiv von Sozialbeziehungen, Weltbildern und Verdichtungen des Zeitgeistes dar.
Nächstes Jahr hätte das Schweizer Markenmuseum Marcarama seine Tore öffnen sollen. Daraus wird vorläufig nichts. Nach Auskunft seiner Promotoren ist die Sache mangels Resonanz auf Eis gelegt worden. Während in Europa Werbe- und Kommunikationsmuseen entstehen (siehe Seite 14 und WW 15/01), fehlt uns das Geld. «Wir haben den finanziellen Aufwand für ein professionelles Markenmuseum völlig unterschätzt», räumt Urs Beer, einer der Promotoren des Marcarama, ein. Aufgeben wolle man aber trotzdem nicht. Wäre auch schade, wenn ausgerechnet die Schweiz, die europaweit den höchsten Anteil an Eigenmarken aufweist, sich kein Markenmuseum leisten wollte. Samuel Helbling

Frische Erdbeeren per Satellit

Die zentralisierte Werbung am PoS ist nicht nur im Audio-, sondern auch im Videobereich auf dem Vormarsch

Die zentralisierte Werbung am PoS ist nicht nur im Audio-, sondern auch im Videobereich auf dem VormarschVon Clemens HörlerDank moderner Technologie können Laden- und Restaurantketten die Werbung am Point of Sale (PoS) immer zentralisierter und schneller steuern. Bisher sind vor allem Audiosysteme im Einsatz, doch auch zentrale Videosysteme sind auf dem Vormarsch.
Wenn vor einigen Jahren im Supermarkt eine Waschmittelaktion angepriesen wurde, stand meist der chronisch an Euphorie leidende Filialleiter hinter dem Mikrophon – oder aber es wurde ein Tonband abgespielt, das von der Zentrale per Post oder Kurier an alle Filialen versandt worden war. Dies bedeutete vor allem für Unternehmen mit zahlreichen Verkaufspunkten einen erheblichen Aufwand.
Seit einigen Jahren nutzen deshalb immer mehr Warenhäuser, Supermärkte, Restaurantketten und weitere Unternehmen mit vielen Filialen moderne Technologien, die es ihnen erlauben, Durchsagen zentral zu organisieren und per Satelli oder Kabel zu übermitteln.
Dabei kann bestimmt werden, in welchen Filialen welche Durchsage eingespielt werden soll. Auch die stimulierende Hintergrundmusik am PoS wird auf diesem Weg koordiniert und in allen Filialen einheitlich gestaltet. Die Musikprogramme bieten eine Alternative zu den Radiostationen, vor allem, wenn sie Werbung einspielen: Mit den textfreien Programmen kann verhindert werden, dass bei Coop plötzlich ein Migros-Spot durch den Lautsprecher dröhnt oder umgekehrt.
Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) setzt seit über einem Jahr ProSat, das zentrale System für Inhouse-Musikprogramme und Werbung von Europhone, ein. «Früher wurden in allen Filialen Mitarbeiter für das Sprechen von Werbedurchsagen ausgebildet», erinnert sich Hannes Schibli, Werbechef der GMZ. Dies sei heute nicht mehr nötig.
Pflege von Individualität und von Corporate Image
Bei der Genossenschaft Migros Zürich, so Schibli, würden jede Woche fünf bis zehn Produkte, Dienstleistungen oder spezielle Preisvorteile herausgegriffen. Am Freitag produziere man die Spots dafür, und ab Dienstag seien diese dann auf Sendung in den Filialen. Ausgenommen sind lediglich kleinere Läden, die über keine Anlage für den Empfang verfügen.
Allerdings müssen auch heute noch viele Durchsagen lokal organisiert werden, beispielsweise dann, wenn bei der Filiale X unbedingt noch 200 Erdbeerkörbchen kurz vor Ladenschluss vor dem Verschimmeln gerettet werden müssen. «Das zentrale System ersetzt die lokalen Durchsagen zwar zum grössten Teil, den Filialleitern bleibt aber vorbehalten, spezielle Durchsagen zu machen», erklärt Schibli.
«Die Individualität jeder einzelnen Verkaufsstelle darf nicht missachtet werden; ein einheitliches Auftreten einer ganzen Kette ist jedoch wichtig für das Corporate Image eines Unternehmens, und das ist nur über ein zentrales System möglich», zeigt sich Walter Reinhard, Partner der Auris GmbH, Muntelier, überzeugt.
Auch Auris bietet mit Point-of-Sale-Radio seit kurzem ein zentral verwaltetes elektronisches System zur akustischen und visuellen Verkaufsförderung an.
Auch visuelle zentrale Systeme sind im Vormarsch
Marktführer für solche Systeme in der Schweiz ist nach eigenen Angaben Europhone: Zu den Kunden gehören unter anderen Coop Basel, Bern, Zürich und Winterthur, Migros Zürich und Bern, Pick Pay, Globus, ABM, EPA, Mövenpick, Manor, Möbel Pfister, aber auch Credit Suisse und UBS. Je nach Bedürfnissen nehmen sie nur die standardisierten oder speziell zugeschnittenen Musikprogramme in Anspruch oder sie senden auch Werbung über ProSat in die einzelnen Filialen.
Richard Koch, Geschäftsführer von Europhone Schweiz, sieht die Zukunft der zentralen PoS-Programme aber nicht nur im Audiobereich: «In Zukunft werden vor allem in grösseren Filialen auch Videoausstrahlungen an Bedeutung gewinnen, die Systeme dafür sind bereits in Entwicklung. Unser Produkt sollte etwa in drei oder vier Monaten marktreif sein.»
Der Trend geht hin zu den
bewegten Bildern
Mit den teuren Bildschirmen und Infrastrukturkosten für die Datenübertragung sind solche zentrale Videosysteme allerdings ein teurer Spass. Deshalb kommen, falls überhaupt, wohl eher lokale Lösungen zum Einsatz. «Oft wissen die Unternehmen auch nicht, was für ein Programm sie zwischen den Werbeblöcken einspielen sollen», erklärt Koch die Zurückhaltung vieler Firmen.
In den USA ist jedenfalls ein Trend in Richtung bewegter Bilder zu erkennen, so auch beim Lösungsanbieter E Ink Corporation. Die Firma sorgte bereits vor zwei Jahren mit grossen Werbeplakaten in amerikanischen Warenhäusern für Aufsehen. Diese bestanden aus elektronischer Tinte auf digitalem Papier. Die Botschaften oder Bilder auf den Plakaten liessen sich zentral und geschwind am Computer verändern; Plakatkleber waren nicht mehr von Nöten.
In Zukunft möchte auch E Ink vermehrt Bewegung auf die elektronischen Plakate bringen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das US-Unternehmen ist davon überzeugt, eine grosse Zahl von Kunden für seine Technologie begeistern zu können. Schliesslich nimmt Werbung am Point of Sale in den Vereinigten Staaten mit Ausgaben von 14 Milliarden Dollar pro Jahr eine wichtige Stellung ein und ist hinter der TV- und Printwerbung die drittgrösste Werbekategorie.

Affichage an der JCDecaux-Leine

Mit JCDecaux’ Einstieg bei Europlakat ist es bei Affichage nun aus mit der Gemütlichkeit

Mit JCDecaux’ Einstieg bei Europlakat ist es bei Affichage nun aus mit der GemütlichkeitNoch äussern sich JCDecaux und Affichage vorsichtig zu ihrer künftigen Partnerschaft bei Europlakat (EPI). Doch das schriftlich geführte Interview mit Affichage-CEO Christian Kauter und das mündlich geführte mit Jean-François Decaux zeigen: JCDecaux ist eher am Drücker, Affichage eher in der Defensive.Dank des Joint Ventures mit der B&C Holding verstärkt JCDecaux seine Präsenz in Österreich und Osteuropa. Was bringt Ihnen diese Ausweitung?
Jean-François Decaux: Mit der Kontrolle über Gewista werden wir nun erstmals in Österreich operativ tätig, und zwar gleich mit einem Marktanteil von 40 Prozent. In Osteuropa bringt uns Europlakat (EPI) Synergien.
JCDecaux war bisher in Polen, Ungarn und vor allem in der Tschechischen und Slowakischen Republik mit Stadtmöblierungen (Wartehäuschen, Werbesäulen) präsent, EPI hingegen ist primär mit Grossflächen stark. Diese Aktivitäten sind komplementär. Zudem betrachten wir den EPI-Einstieg als wichtigen Schritt in Richtung Konsolidierung des osteuropäischen Plakatmarktes, der noch sehr aufgesplittet ist.
Will JCDecaux seine 100-prozentigen Osteuropa-Töchter bei EPI einbringen?
Decaux: Das ist unser Ziel, doch wie wir das machen, ist noch offen.
Rechnet man die Stimmrechte zusammen, die JCDecaux über Gewista und Affichage bei EPI hat, kommt man auf 53,5 Prozent. Nun existiert aber zwischen Gewista und Affichage ein «paritätischer Zusammenarbeitsvertrag». Werden Sie diesen künftig trotzdem einhalten?
Decaux: Die Stimmrechte sind so nicht kumulierbar. Aber die neue Situation erfordert natürlich Veränderungen bei EPI, die wir mit Affichage demnächst diskutieren wollen. Da wird auch der Vertrag ein Thema sein. Wir wollen EPI klar als Vehikel für unsere Expansion in Osteuropa nutzen. Aber wir wollen auch
im Geiste der 50-zu-50-Vereinbarung bleiben.
EPI war einer der ersten Aussenwerber, der in osteuropöischen Ländern aktiv wurde. Warum war JCDecaux zurückhaltender?
Decaux: Wer wie wir vor allem im Bereich Stadtmöblierung tätig ist, muss wesentlich höhere Investitionen tätigen als wenn man Plakatstellen aufbaut. Wir brauchen politische Sicherheit und Exklusivverträge. In Moskau beispielsweise hielten die Stadtbehörden den Exklusivvertrag mit einer deutschen Plakatfirma nicht ein. Zu viel Konkurrenz macht aber das Konzept einer einheitlichen Stadtmöblierung kaputt, wozu auch eine Infrastruktur für Unterhalt gehört.
Bisher hat Affichage Ihnen die Mitsprache im Affichage-eigenen Verwaltungsrat trotz Ihrer Beteiligung von 30 Prozent verwehrt. Bei EPI wird Affichage nun aber mit JCDecaux kooperieren müssen. Wie soll das gehen?
Decaux: Wie gesagt, darüber müssen wir noch sprechen. Aber eigentlich funktioniert das bereits sehr gut. Vor zwei Wochen haben wir gehört, dass das polnische Medienunternehmen Agora versucht hatte, AMS, Polens grössten börsenkotierten Aussenwerber, unfreundlich zu übernehmen. Darauf rief ich Christian Kauter an, und mit seiner Zustimmung machte ich den AMS-Aktionären sofort ein freundliches Angebot, das vorerst JCDecaux, später wohl auch EPI 20 Prozent der AMS-Stimmrechte bringen würde. Wir sind also bereits kurzfristig zusammen tätig geworden. Ob unsere Aktion ein voller Erfolg wird, wissen wir erst Ende April, aber einen Teilerfolg verbuchten wir bereits, weil Agora ihr Angebot zurückzog.
Werden Sie durch den Einstieg bei EPI nun auch das Mitspracherecht im Affichage-VR neu thematisieren?
Decaux: Da warten wir noch den Entscheid der Weko ab. Aber uns gefällt die Vinkulierungsklausel bei Affichage natürlich überhaupt nicht. Es geht nicht, dass wir mit unserer 30 Prozent-Beteiligung gleich viele Stimmen haben wie zum Beispiel Clear Channel, das mit 8 Prozent an Affichage beteiligt ist. Erst recht nicht, da Affichage und wir in Osteuropa jetzt strategische Partner sind.
Könnte sich Ihr Einstieg bei EPI nun nicht nachteilig auf den am
7. Mai bevorstehenden Weko-Entscheid auswirken?
Decaux: Nein, das glaube ich nicht, die Weko beschäftigt sich mit der Wettbewerbssituation in der Schweiz. Zwischen Affichage und JCDecaux gab es bisher aber nie Absprachen, auch nicht bezüglich des Auslandgeschäftes. So hat sich Affichage ebenfalls für den Kauf des B&C-Anteils bei Gewista beworben; sogar dort waren wir Konkurrenten.
Kommt die Beteiligung von JCDecaux an Europlakat (EPI) für Sie überraschend?
Christian Kauter: Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass die Bank Austria ihren 51-Prozent-Anteil an Gewista verkaufen wird und JCDecaux am Kauf interessiert ist. Ebenso war uns bekannt, dass die Bank Austria JCDecaux als Käufer gegenüber dem Clear- Channel-Konzern, zu dem auch Plakanda gehört, bevorzugt.
Was sagen Sie zum neuen Partner bei EPI?
Kauter: Bei JCDecaux handelt es sich bekanntlich um den grössten Anbieter Europas im Bereich der Aussenwerbung, der seine Expansionsstrategie nun auch in Osteuropa fortsetzt.
Zwischen der österreichischen Gewista und der Affichage gibt es in Sachen EPI einen «paritätischen Zusammenarbeitsvertrag bezüglich strategischer Fragen». Bleibt dieser bestehen?
Kauter: Ja, das ist vertraglich festgehalten.
Dann ist er mehr als ein Stück Papier angesichts der Tatsache, dass JCDecaux über Gewista und Affichage eine kumulierte Stimmenmehrheit von 53,5 Prozent erlangt hat.
Kauter: Es besteht kein Anlass für Affichage, an der Einhaltung dieses Vertrages zu zweifeln. Im Übrigen sind die beiden Beteiligungen nicht kumulierbar. Das Beteiligungsverhältnis bei EPI, einem Joint Venture zwischen Affichage und Gewista, beträgt nach wie vor 49 zu 51 Prozent. Die Mitspracherechte sind im Zusammenarbeitsvertrag definiert.
Die Situation bei EPI muss für die Affichage nun zwiespältig sein: In der Schweiz haben Sie bisher JCDecaux den Einzug in den Affichage-Verwaltungsrat verwehrt, bei EPI werden Sie nun mit ihm verhandeln müssen.
Kauter: Wir haben eine Zusammenarbeit mit JCDecaux im Ausland stets als Perspektive in Betracht gezogen. Die Erschliessung neuer Märkte ist kapitalintensiv. Eine partnerschaftliche Lösung liegt in unserem Interesse. Anders verhält es sich auf dem Heimmarkt. Hier hat Affichage bewiesen, dass sie das Out-of-home-Business versteht, auch internationale Benchmarks setzt und zum Fortbestehen keinen Partner braucht.
Ein Blick in die Zukunft: Wie wird sich EPI mit JCDecaux verändern?
Kauter: Ich erwarte eine Vereinheitlichung der Plakatformate in den EPI-Ländern und ein ausgeprägteres Rentabilitätsdenken.
Eine Zusatzfrage in anderem Zusammenhang: Bleibt Eric Honegger im Affichage-Verwaltungsrat? Stand seine Funktion in den letzten Wochen je zur Diskussion? Oder wird diese Frage an der kommenden Affichage-GV traktandiert?
Kauter: Eric Honegger geniesst das volle Vertrauen des Verwaltungsrates. Er ist von der GV der Affichage Holding bis 2003 gewähltes Mitglied des Verwaltungsrates.
Interviews: Markus Knöpfli
JCDecaux kontrolliert Europlakat

Der französische Aussenwerber JCDecaux übernahm Anfang April die Kontrolle bei der österreichischen Plakatgesellschaft Gewista und damit auch über deren osteuropäische Tochter Europlakat, an der die Affichage Holding 49 Prozent hält (WW 15/01). Die B&C-Holding, die als Finanzinvestorin die Anteile der bisherigen Gewista-Mehrheitsaktionärin Bank Austria verwaltet, und JCDecaux gründen ein Joint Venture namens JCDecaux Central Eastern Europe Holding (DCEE), an dem JCDecaux 58,5 Prozent halten wird. B&C bringt den Bank-Austria-Anteil an Gewista (51 Prozent) bei DCEE ein, JCDecaux seine 16 Prozent von Gewista sowie den 30-Prozent-Anteil an Affichage.

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