Kopf der Woche: «Die Kontinuität ist gewährleistet und der Verband offen für Neues»

Eva Keller ist in der über 100-jährigen Geschichte die erste Frau an der Spitze des Verbandes Schweizer Presse

Eva Keller ist in der über 100-jährigen Geschichte die erste Frau an der Spitze des Verbandes Schweizer PresseKopf der Woche «Die Kontinuität ist gewährleistet und der Verband offen für Neues» /
Neu ist für Eva Keller beim Verband Schweizer Presse eigentlich gar nichts. Und das wird auch nicht anders sein, wenn sie im Juli als erste Frau in der über 100-jährigen Verbandsgeschichte die Geschäftsführung übernimmt. Denn Keller wirkt bereits seit Mitte 1996 für den Verband, genau gleich lang wie ihr Vorgänger Peter Hartmeier.
Als dessen Stellvertreterin sowie als Leiterin Verlagsmarketing hat sie die Verbandsarbeit stark mitgeprägt und ist mit sämtlichen Dossiers vertraut. Sei es, weil sie diese entweder selber betreute oder zumindest überall involviert war. Schicksal solcher Arbeit hinter den Kulissen ist aber naturgemäss, dass sie nach aussen weniger sichtbar wird. Doch die versierte Verlagsfachfrau ist mit allen Wassern gewaschen, was ihr Metier betrifft. Eva Keller ist nicht nur die erste Frau an der Spitze des Medienverbandes, sie war 1988 auch die erste Frau in der Schweiz, die den Sawi-Kurs für Verlagsfachleute mit dem Diplom abschloss.
Ihre Karriere in der Medienbranche hatte aber bereits viel früher begonnen: Noch während der Diplom-Mittelschule absolvierte sie ein Verlagsvolontariat beim damaligen Badener Tagblatt. Nach Auslandaufenthalten liess sie sich vom Verlagshaus Wanner fest anstellen und blieb dort für die nächsten zwölf Jahre. Unter anderem als persönliche Assistentin von Peter Wanner, als stellvertretende Verlagsleiterin des Badener Tagblattes und von 1990 bis 1992 als Geschäftsführerin des Limmattaler Tagblattes. Danach gings zur Bilanz. Zunächst als Verlagsleiterin und später als Geschäftsführerin, wo sie erstmals intensiv mit Peter Hartmeier, dem damaligen Herausgeber des Wirtschaftsmagazins, zusammenarbeitete.
Doch trotz ihrer breiten Erfahrung und des Beziehungsnetzes im Medienbereich wird es für die dynamische Frau nicht einfach sein, an das Erbe ihres Vorgängers anzuknüpfen: die gewinnende Art von Hartmeier, seine herausragende kommunikative Kompetenz, seine Kontakte zu den politischen Kreisen. «Er hat ganz andere Stärken als ich, das ist klar», sagt Keller, beruhigt aber: «Die Kontinuität der Verbandsarbeit ist gewährleistet.» Und der Verband sei auch offen für Neues.
Die Singlefrau bewohnt ein idyllisches Bauernhaus im Aargauer 2000-Seelen-Dorf Remetschwil. Inklusive Pferd, Schafe, Hühner und Katze. Doch um die muss sie sich nicht selber kümmern, das wird besorgt. Selber packt sie nur so weit mit an, wie es ihr die zeitintensive Berufsarbeit erlaubt. Vor allem geniesst sie es, Freunde in ihrem Haus zu bewirten, durch Wälder und Wiesen zu streifen: Beim Reiten, Walken und Biken tankt sie neue Energie oder lässt bei Fahrten in ihrem Cabrio unter freiem Himmel alles hinter sich. Daniel Schifferle

Zwischen Labyrinth und Kompass

Die MA Strategy nützt nur Strategen, die ihre Strategie bestimmt haben

Die MA Strategy nützt nur Strategen, die ihre Strategie bestimmt habenVon Markus KnöpfliDer erste Workshop der AG für Werbemedienforschung (Wemf) zur MA Strategy zeigt: Die Studie kann auf zwei Arten eingesetzt werden. Mediaplaner können damit eigene Strategien überprüfen, Vertreter bestimmter Medien werden sie für das Gattungsmarketing benützen.
Am ersten Workshop, den die Wemf zur MA Strategy durchführte, wurde sowohl von ihrem Direktor René Schmutz als auch von Monica Jäggi von der Media-agentur Konnex mehrfach betont, dass die MA Strategy ein strategisches Planungsinstrument sei, mit dem keine Reichweiten, sondern Nutzer verglichen werden können (siehe Kasten).
Somit gebe sie wohl über die Nutzungshäufigkeit, nicht aber über die Nutzungsintensität Auskunft. Ihr Ziel sei nicht ein Intermedia-Vergleich in allen Feinheiten, sondern die Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge. So lässt sich mit der MA Strategy bestimmen, mit welcher Mediengruppe die anvisierte Zielgruppe am besten erreicht werden kann.
MA Strategy ersetzt eigene Denkarbeit nicht
Weiter lässt sich eruieren, ob sich in einer Mediengruppe Titel oder Sender überschneiden. Zudem können verschiedene Media-Mix-Varianten miteinander verglichen werden. Auf der strategischen Ebene könne die MA Strategy Hilfestellungen bei der Definition der Mediazielgruppe geben, sagte Jäggi.
Danach müsse man sich als Mediaplaner aber entweder auf eine Breiten- oder eine Tiefenstrategie festlegen, sonst verliere man sich in den Möglichkeiten. Nur mit der gewählten Strategie vor Augen sei die MA Strategy auch beim Intermedia-Vergleich ein Hilfsmittel. Sie tauge jedoch nicht für Detailplanungen oder für die Analyse von Preis-Leistungs-Verhältnissen verschiedener Mediagattungen oder Media-Mix-Kombinationen. Jäggi zieht daraus folgende Schlüsse: «Die MA Strategy kann für die Planung und Optimierung des Mediamix eingesetzt werden, sie ersetzt aber weder die eigene Denkarbeit noch die Detailplanung mittels Mach Basic, Mach Consumer, Telecontrol oder Radiostudie.»
In die gleiche Kerbe schlug Othmar Fischlin von der Publimedia. «Keine Studie ersetzt die Wirklichkeit. Die MA Strategy kann deshalb lediglich helfen, bereits getroffene Strategieentscheide zu überprüfen, zu optimieren oder abzustützen.»
Zwei weitere Referenten, Bruno Oetterli von Radiotele sowie Giordano Giordani von der IP Multimedia, wiesen darauf hin, dass die MA Strategy nicht nur für die Mediaplanung, sondern auch für das Marketing der eigenen Mediengattung gebraucht werden kann. Oetterli zog diesen Marketingansatz konsequent durch und zeigte anhand eines Beispiels, dass je nach Fragestellung und Strategiemodell das in der Schweiz etwas verkannte Medium Radio in Kombination mit anderen Medien helfen kann, gute Werte zu erreichen – bisweilen die besseren Werte, als wenn man es im Mix durch andere Medien ersetzt.
Weiter wies Oetterli darauf hin, dass die MA Strategy auch die Radioverantwortlichen interessieren sollte, nämlich dann, wenn es darum gehe, Werbepools zu bilden. Diese würden zu oft allein nach Reichweiten, kaum aber nach Affinitäten zusammengestellt.
Etwas zur Peinlichkeit verkam schliesslich Giordanis Referat, der versuchte, mit der MA Strategy herzuleiten, dass die IPM «ein interessantes Medienportfolio» habe, um irgendwelche Autointeressierte anzusprechen. Der Beweis glückte nicht, denn Giordani vermischte unter anderem prompt die Ebenen Strategie- und Detailplanung und zog voreilige Schlüsse.
So kommt die MA Strategy zu stande

Die Daten für die MA Strategy werden künftig bei jedem Interview für die Mach Basic miterhoben. Gefragt wird, ob ein Titel oder Sender täglich, wöchentlich, selten oder nie genutzt wird. Damit wird zwischen Heavy (einmal täglich), Medium (mehrmals wöchentlich) und Light User (einmal wöchentlich) unterschieden. Heavy und Medium User zusammen ergeben den «engeren Nutzerkreis» (ENK).
In die Fragestellung der rund 23500 Interviews werden Printtitel, TV- und Radiosender, Kino sowie Internet einbezogen. Das ergibt die MA Strategy Basic, die auch Angaben über die Nutzung kleiner Titel und Sender machen kann.
Bei Kombination mit der Mach Consumer (rund 11500 Interviews), entsteht die MA Strategy Consumer, bei der wegen der Stichprobengrösse kleinere Titel und Sender rausfallen.
Plakat und Direct Mail können bei der MA Strategy nicht miterhoben werden, und das Internet ist nur als ganzes Medium enthalten. Letzteres soll sich nun allerdings ändern: Bei der MA Strategy 2001 will die Wemf die Daten der MA Comis integrieren.
Schliesslich erhebt ab diesem Jahr die Wemf nur noch jene Sender und Domains, die dafür bezahlen. Bei den Printtiteln ist dies bereits der Fall.
Ein Klarer srg-Wink mit dem Zaunpfahl

Während Jahren haben sie sich über die richtige Methode für den Intermedia-Vergleich gestritten und je eigene Ansätze präsentiert. Nun bestätigen sowohl Wemf-Direktor René Schmutz als auch Matthias Steinmann, Leiter des SRG-Forschungsdienstes: Die methodischen Hindernisse für eine gemeinsame Intermediastudie sind weggeräumt, an sich wäre es möglich, Radio- und Telecontroldaten quasi in die MA Strategy einfliessen zu lassen.
Dennoch wurden die ersten Gespräche wieder gestoppt. Zum einen ist der Forschungsdienst derzeit vollständig absorbiert mit der Einführung von Radiocontrol und MMXI-Internetpanel. Zum Zweiten ist Steinmann überrascht, dass die Wemf eine Kooperation mit dem
MMXI-Konkurrenten ACNielsen einging (WW 16/01). Er erwägt deshalb, die Konso-Studie (43000 Interviews), mit der für MMXI jährlich die Grundgesamtheit erhoben und deren Resultat lediglich intern verwendet wird, den MMXI-Kunden als Supplement abzugeben. Damit würde Steinmann direkt die MA Comis (2000 Interviews) konkurrenzieren.
Und noch einen Zaunpfahl hält Steinmann bereit: Wie wäre es, wenn er bei den Konso-Interviews gleich noch Leserschaftsfragen à la Mach Basic mit beschränkter Titelzahl anhängen und diese dann mit Radiocontroldaten koppeln würde? Nebenbei: Mit der Radiocontrol-Uhr kann auch TV erhoben werden. Das Resultat wäre eine von der Wemf unabhängige Intermediastudie – erst noch mit deutlich mehr Interviews…
MA Strategy: in der Strategieplanung von Nutzen

(Tabelle auf PDF)

Showblocks? – Erfüllt!

Beim dritten Schweizer Direktmarketingpreis (DM) war die Latte nach den zwei bisherigen Veranstaltungen hoch gesetzt.

Beim dritten Schweizer Direktmarketingpreis (DM) war die Latte nach den zwei bisherigen Veranstaltungen hoch gesetzt.Von Beat Fritsch 1999 fulminant gestartet und im Jahr 2000 noch eins draufgesetzt: Da wurden für die diesjährige Austragung, die im TMC in Zürich-Oerlikon über die Bühne ging, entsprechende Erwartungen geschürt – und, so viel gleich vorweg, nicht ganz an allen Ecken und Enden erfüllt.
Die Jury sei dieses Jahr ausgewogener zusammengesetzt und die Jurierung härter gewesen, war die einhellige Meinung im Publikum. Und das sei sehr gut so. Schliesslich wolle man für die DM-Preise ein ähnliches Renommee erreichen, wie es die ADC-Würfel bereits hätten.
Moderatorin Eva Wannenmacher bezeichnete demnach den Schweizer Topkreativen Frank Bodin auch gleich als DM-Goldjungen, da er zweimal auf die Bühne steigen konnte, um Gold-Awards entgegenzunehmen. Vielen blieb indes verborgen, dass Carina Hungerbühler als eigentliche Miss-DM bezeichnet werden müsste. Sie hat bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber Publicis an mehreren Gewinnerkampagnen mitgearbeitet und durfte entsprechend dreimal über den Catwalk traben, um einen Preis abzuholen.
Womit wir schon beim Hauptproblem der Veranstaltung wären. Die ganzen Preisübergaben schleppten sich etwas langatmig dahin, was durch die nicht gerade spritzige Moderation sowie mangelnde Fachkenntnis von TV-3-Blondchen Eva Wannenmacher zusätzlich verstärkt wurde. Dass zwischendurch Christian Handelsman versuchte, mit lockeren Sprüchen ein bisschen Pepp reinzubringen, hat nichts geschadet.
Auch die Atmosphäre im Auditorium wirkte im Vergleich zu früheren DM-Award-Verleihungen eher steif. Die klandestin-familiäre Clubstimmung mit den vielen Tischrochaden, wie sie letztes Jahr im Kaufleuten herrschte, wollte partout nicht aufkommen. Vielleicht sollte man für nächstes Jahr eine sanfte Redimensionierung des Events und eine Straffung der Verleihungsdramaturgie erwägen.
Nichts zu wünschen übrig liessen hingegen die Showblocks. Entertainment für Augen und Ohren ist jeweils garantiert, wenn Tarzis Bono und Adim für die Organisation verantwortlich zeichnen. Heuer warens Barkeeper beim Showmixen, eine Modeschau, vorgeführt von diversen Models, darunter drei Miss-Schweiz-Titelträgerinnen, die genannten (optisch ansprechenden) Moderatoren und mit Tanja und Phil Dankner ein fantastisches Gesangsduo, das begeisterte.
Ebenfalls gut angekommen ist die Performance von Festredner Friedhelm Lammoth. Auch am diesjährigen Award liess es sich der wort- und stimmgewaltige Rhetoriker nicht nehmen, die anwesenden Gäste mit einer satten Portion nicht immer ganz ernst gemeinter Kritik zu überschütten und explizit darauf hinzuweisen, dass von seinem Rundumschlag weder Auftraggeber noch Kunden und auch der Vortragende selbst nicht ausgenommen seien.
Ein weiteres Highlight, das Erinnerungen wach werden liess, war der Auftritt von Trudi Gerster. Als Schweizer Märchentante schlechthin stehe sie natürlich in enger Verwandtschaft zu den Werbern, kalauerte sie schmunzelnd. Zusammen mit Daniel Brüngger von WBO OgilvyOne durfte sie für eine Einladungs-Märchen-CD zum Agenturgolfturnier einen Preis in der Kategorie Eigenwerbung entgegennehmen. Gerster lieh dem kleinen Golfball, von dem die Geschichte erzählt, ihre Stimme.
Für die Küchencrew schliesslich ein gut gemeinter Rat: Sich etwas ins Zeug legen, dann gibts vielleicht auch in der TMC-Küche mal noch einen Preis oder wenigstens etwas Anerkennung zu gewinnen. Denn merke: Zwar sind Werber und Direktmarketer meist sehr convenient. So essen wollen sie aber trotzdem nicht!
Auf die diesjährige ASW-GV im Design Center, Langenthal, dürften viele Teilnehmer mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückblicken. Einerseits konnten auch dieses Jahr neue Mitglieder gewonnen werden, was die ASW zu einem sehr schnell wachsenden Branchenverband macht. Andererseits übergab Präsident Stefan Hofmann sein Amt an Benno Frick und wird der Allianz zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Er will in seinem Leben nochmals etwas bewegen und wandert Ende Mai nach Brasilien aus.
Hofmann war in der ASW nicht nur als ein präsidialer Schwerstarbeiter bekannt. Als Vorsitzender der Prüfungskommission sind rund zwei Drittel der aktuellen Mitgliederagenturen von ihm unter die Lupe genommen und zur Aufnahme empfohlen worden. Dieses ebenfalls nicht unwichtige Amt übergab Hofmann an Markus Diener von der Arboner Agentur Diener Consulting. Diener nimmt somit auch Einsitz im Vorstand. Zudem erhielt der so genannt erweiterte Vorstand mit Dominique Hildebrand und Heiko Drewanowski Zuwachs.
Neben dem feinen Essen aus der Küche des Design Centers gabs einmal mehr ein tolles Rahmenprogramm. Wie Bäume reden und singen, wurde von der Gruppe TreeTalk vorgeführt. Mit aus Bäumen gearbeiteten, selbst gefertigten Instrumenten entführten sie die Werber in eine Welt ungewohnter und faszinierender Klänge, die einen am ehesten an die Didgeridoos der australischen Ureinwohner erinnerte. Schon möglich, dass solche ungewöhnlichen Bekanntschaften mit musikalisch fremden Klangwelten den einen oder anderen Kreativen zu Inspiration verhelfen mögen – Transpiration gibts ja umsonst…
Grandioser Abschluss der Versammlung bildete neben der Laudatio für den scheidenden Präsidenten ein farbenprächtiges und lautes, buntes Sambafeuerwerk mit Musik und Tänzerinnen.
Und spätestens jetzt beneidete auch der Hinterste und Letzte Stefan Hofmann um seinen Entscheid. Angesichts der geballten Ladung Sex, die Samba tanzende Brasilianerinnen zu versprühen pflegen, trugen sich für kurze Zeit wohl an die hundert Werber mit Auswanderungsgedanken.
Beat Fritsch

verfolgte mit wachen Augen, offenen Ohren und spitzer Zunge die dritte Verleihung des Schweizer Direktmarketingpreises, die – oh, ihr unaufmerksamen Termingötter! – am selben Tag wie die ebenfalls nicht unwichtige Generalversammlung der Allianz Schweizer Werbeberater (ASW) stattfand. Herzlichen Dank deshalb an Carmelo Buffoli von der ASW, der uns mit Bildern und Infos zur GV alimentierte.
Wer sonst Preise erhält oder sich zu Versammlungen trifft, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo che.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

BSW mit neuem Auftritt

Der BSW hat einen neuen Namen und René Hürlimann als Präsidenten

Der BSW hat einen neuen Namen und René Hürlimann als PräsidentenDer Bund Schweizer Werbeagenturen (BSW) heisst jetzt Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen. Das Kürzel bleibt, das Logo bekommt ein neues Design. Neu ist auch der Präsident: René Hürlimann von Euro RSCG Switzerland.«Die Marke BSW soll als Qualitätsgarantie der führenden Agenturen weiter gestärkt werden», meint René R. Hürlimann. Der VR-Präsident von Euro RSCG Switzerland wurde an der 66. Mitgliederversammlung des BSW zum neuen Präsidenten für das Jahr 2001/2002 gewählt. Hürlimann folgt auf Cornelia Harder, Managing Director von Publicis Lausanne, die turnusgemäss als «past»-Präsidentin gewählt wurde.
René R. Hürlimann ist im Vorstand des BSW neben seiner neuen Aufgabe als Präsident verantwortlich für den Ausbildungsbereich. Dazu ist er Ehrenpräsident und Schulvorstand des Sawi, vertritt den BSW als Vizepräsident im Vorstand der Schweizer Werbung (SW) und ist Mitglied
der International Advertising Association (IAA).
Hürlimann hat für seine Amtszeit vier Schwerpunkte gesetzt: Neben der Stärkung der Marke BSW will Hürlimann eine Konsolidierung der neuen Mitgliederkategorien und deren Ausbau mit weiteren führenden Agenturen der entsprechenden Bereiche. Die Akquisition und Ausbildung des Nachwuchses soll gefördert werden. Die BSW-Stellenbörse, bswjobs. com, soll ausgebaut und mit einer Promotion unterstützt werden.
Die BSW-Mitgliederversammlung wählte ferner Hanspeter Detsch, Verwaltungsratspräsident von Impuls@TBWA, Küsnacht, zum Präsidenten «elect» und Dominique von Matt, Jung von Matt/Limmat, als neues Vorstandsmitglied. Aus dem Vorstand zurückgetreten ist Peter Frey von cR Seiler DDB, Basel, der während 20 Jahren der Aufnahmekommission und seit 1998 dem Vorstand angehörte.
Im Zuge der Öffnung des Verbandes für Agenturen aus den Disziplinen Media, Dialogmarketing, Eventmarketing und Interactive hat der Verband auch das CD sanft überarbeitet. Das neue Logo ist im Hause Jung von Matt/Limmat entwickelt worden. Andreas Panzeri

Aufgefallen: Alles klar? Widderböcke treiben es mit aufgeblasenen Gummipuppen, dafür ist das Shirt aus einem anderen Stoff fabriziert.

AufgefallenAlles klar? Widderböcke treiben es mit aufgeblasenen Gummipuppen, dafür ist das Shirt aus einem anderen Stoff fabriziert. Falsch. Träger der original Ben-Sherman-Hemden treiben es sowohl mit Böcken als auch mit luftigen Bumsvorlagen. W

AufgefallenAlles klar? Widderböcke treiben es mit aufgeblasenen Gummipuppen, dafür ist das Shirt aus einem anderen Stoff fabriziert. Falsch. Träger der original Ben-Sherman-Hemden treiben es sowohl mit Böcken als auch mit luftigen Bumsvorlagen. Wieder falsch. Das Material für die Produktion der Sherman-Kollektion setzt sich aus Widderfell und ausgedienten Puppenformen zusammen…bitte sehr, weitere Ideen gefällig? Vielleicht die, dass heute auch behaarte Vierbeiner die Vorzüge stummer Puppen entdeckt haben? Wohl kaum. Wahrscheinlich handelt es sich einfach um einen verzweifelten Versuch, dem Namen Sherman gerecht zu werden. Doch die Qualität von Cindy Sherman verbirgt sich nicht im Fotografieren von Gummipuppen. Alles klar. Chandra Kurt
Kolumne

Hasen am Arsch
Von Anna Esposito
Der Wille ist eine Himmelsmacht. Nicht die Liebe, dieses rückgratlose Gefühl ohne Garantien, auch nicht Genie oder Talent, diese Gratisgaben der Gene. Nur der Wille trägt den schöpferischen Funken in sich, Neues zu erschaffen. Doch müssen Willensmenschen harte Proben durchstehen: Ihr Weg ist gepflastert mit der Trägheit anderer, mit dem Neid der Faulen und immer wieder unterbrochen durch die eigenen Zweifel. Ich sehs ja bei mir. Die willensstarke Erziehung meiner Kinder zeitigt keine bis entgegengesetzte Resultate, ich werde nicht mal mit dem Unkraut im Garten fertig. Ganz zu schweigen von der Arbeit. Da präsentiere ich mit meinem AD den Kunden Konzepte für ihre Kommunikation. Und – o Wunder – sie kaufen sogar eine Idee, die ihnen schwarz auf weiss das Blaue vom Himmel verspricht. Dann kommt der Teil mit Don Quijote gegen die Windmühlen. Das Art Buying versiebt alle Termine, der Berater trainiert für den Triathlon, hat aber im Daily Business null Kondition, und das Event-Managerlein hat nur eventuell vor, aktiv zu werden. Wo kein gemeinsamer Wille, auch kein Weg, geschweige denn ein Ziel. Und so kommt so gut wie nichts raus, leider.
Ostern jedoch gabs ein kleines Willenswunder: Da hat mir doch jemand via Supercard-Angebot ein 12er-Pack Hakle-Toilettenpapier mit Hasenaufdruck untergejubelt. Und dieses kam auch pünktlich am Ostersonntag bei uns auf die Rolle. Was für ein Willensbolzen hat nur dieses Timing ausgetüftelt, das Hasendesign pünktlich aufgetragen, die Druckunterlagen bestellt, mit der Coop-Distribution die Platzierung besprochen. Da ist gar nichts in die Hosen gegangen. Doch Moment: Oster-WC-Papier hab ich ja noch in rauen Mengen. Da putzen die Hasen mindestens bis nach Pfingsten. Naja! Trotz grossen Willensakts – auch dieser Schuss ist wohl eine Spur nach hinten hinausgegangen.
[email protected]
Anna Esposito ist Texterin und
Mitinhaberin von Brot und Spiele, Zürich.
Sprachbeobachter

Falsche Trennungen 111 bis 120
rad
arge
räte
baumast
beigeordnet
brie
fein
wurf
engelsaugen
autoradios
che
fred
akteur
busines
skat
ego
rien
dien
strang
engagieren
Beat Gloor, www.textcontrol.ch

News: Big Three besetzen 39 Prozent Die drei weltgrössten Werbekonzerne erreichen gemeinsam einen Anteil von 38,6 Prozent am globalen Werbemarkt.

NewsBig Three besetzen 39 Prozent Die drei weltgrössten Werbekonzerne erreichen gemeinsam einen Anteil von 38,6 Prozent am globalen Werbemarkt. Die britische Holding WPP sowie Interpublic und Omnicom aus den USA konnten die Spitze im jährlich

NewsBig Three besetzen 39 Prozent
Die drei weltgrössten Werbekonzerne erreichen gemeinsam einen Anteil von 38,6 Prozent am globalen Werbemarkt. Die britische Holding WPP sowie Interpublic und Omnicom aus den USA konnten die Spitze im jährlichen Agenturreport von Advertising Age behaupten. WPP führt das Ranking mit einem Gross Income von 7,97 Milliarden Dollar an. Omnicom weist 6,98 Milliarden, Interpublic 6,59 Milliarden Dollar aus. Die viertplatzierte Dentsu nimmt mit 3,09 Milliarden Dollar nicht einmal halb so viel ein.
Fleishman-Hillard ist number oneDie Omnicom-Tochter Fleishman-Hillard ist die grösste PR-Agentur der Welt nach Einkommen. Sie sprang im Ranking des Council of Public Relations Firms vom 5. auf den 1. Platz, vor Weber Shandwick, Hill & Knowlton und Burson-Marsteller. Fleishman-Hillard legte beim Einkommen im Jahr 2000 um fast 61 Prozent zu. Das meiste verdankt sie Übernahmen; das organische Wachstum betrug 27,7 Prozent. In der Schweiz ist die Agentur mit Hauptsitz in St. Louis, USA, noch nicht vertreten.
Publicis kauft Triangle GroupPublicis übernimmt die Triangle Group, Grossbritanniens grösste unabhängige Marketinggruppe. Triangle wurde 1975 gegründet und gilt als Pionier der kreativen Verkaufspromotion. Publicis will die Marke Triangle auf das europäische Festland exportieren. Dabei soll die Agentur eng mit Saatchi & Saatchi zusammenarbeiten.
Jung von Matt verliert MicrosoftAb Anfang Juli ist Jung von Matt (JvM), Hamburg, nicht mehr deutsche Werbeagentur von Microsoft. Der US-Konzern setzt auch in Deutschland wieder auf internationale Kampagnen, nachdem JvM das Multimillionenbudget vier Jahre lang hat betreuen dürfen. Die Vorlagen kommen neu von McCann-Erickson Worldwide in New York, die seit Sommer 2000 internationale Leadagentur ist. Die Adaption übernimmt das Frankfurter McCann-Office.

«In der Werbung ist die Vielfalt nicht in Gefahr»

Carlo Schmid-Sutter über Tabakwerbung, RTVG, Internet und Sponsoring

Carlo Schmid-Sutter über Tabakwerbung, RTVG, Internet und Sponsoring«In der Werbung ist die Vielfalt nicht in Gefahr»
Bereits Mitte Mai wird Carlo Schmid-Sutters Initiative für Werbeerleichterungen zu Gunsten der Privatfernsehbetreiber diskutiert. Der Präsident des Verbandes Schweizer Werbung (SW) geht davon aus, dass die Revision des Radio- und TV-Gesetzes länger dauern wird.
Welche Traktanden sind für Sie an der 76. Generalversammlung des SW die wichtigsten?
Carlo Schmid-Sutter: Die GV hat weniger einen operativen Auftrag. Hier legt man Rechenschaft ab und veranstaltet Wahlen. Heuer haben wir die Verabschiedung eines langjährigen Mitarbeiters traktandiert: Hanspeter Marti verlässt nach 30 Jahren den Verband. Er war das rechtliche Gewissen der Schweizer Werbung. Und so gesehen ist das «Personelle» an dieser GV ein wichtiges Traktandum.
Ein schon länger schwelendes rechtliches Problem ist die Zigarettenwerbung. Die WHO will ein totales Verbot in zwei Jahren. Die Schweiz hat bei der Antitabakkonvention in Genf ein totales Werbeverbot nicht unterstützt. Wie kommentieren Sie die Situation?
Schmid: Ich bin an sich glücklich, dass das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG), das jetzt für den Bund die Federführung in dieser Sache hat, nicht auf ein komplettes Verbot der Tabakwerbung eingeschwenkt ist. Das BAG sagt: Bestimmte Beschränkungen der Werbung im Bereich des Jugendschutzes sind notwendig. Das unterstützen wir auch. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem BAG unter solchen Voraussetzungen gut arbeiten können. Ich halte aber klar fest, dass Werbefreiheit im Rahmen des Rechts und der Sittlichkeit, wie es in Artikel 20 des OR heisst, erlaubt sein muss. In diesem Zusammenhang ist es unsere Aufgabe, einen Einsatz für die Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Wirtschaftsfreiheit zu leisten. Ich werde mich weiterhin für dieses Problem einsetzen.
Sie haben im Parlament eine Initiative eingereicht für die Bewilligung von Unterbrecherwerbung im Privatfernsehen sowie die Erlaubnis für die Bewerbung von leichten alkoholischen Getränken. Wie ist hier der Stand der Dinge?
Schmid: Am 17. und 18. Mai wird die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen diese Initiative behandeln. Als Initiant werde ich sie dort vertreten. Ihr Zweck besteht darin, in Zusammenhang mit der grossen Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) diejenigen Punkte zeitlich vorzuziehen, die ich selber für mehr oder weniger unbestritten halte, die aber für die privaten Sender einen wichtigen Schritt vorwärts bedeuten könnten. Ich beurteile heute die ganze Diskussion ums RTVG als derart komplex, dass ich nicht daran glaube, dass diese Revision schnell über die Bühne geht.
Ein grosser TV-Hit ist zurzeit die «Millionärsshow». RTL mit seinem Werbefenster in der Schweiz darf die einstündige Sendung mehrmals unterbrechen. TV 3 nicht. Ist das nicht eine ungerechte Konkurrenzhilfe für Sender aus dem Ausland?
Schmid: Sie sagen es!
Sie haben im Parlament eine Gruppe mit 70 National- und Ständeräten zum Thema «Kommerzielle Kommunikation» ins Leben gerufen. Wie sieht die politische Durchmischung dieser Gruppe aus?
Schmid: Die Gruppe ist mehrheitlich bürgerlich, weil die bürgerlichen Fraktionen auch die Mehrheit im Parlament haben. Es wirken aber auch Rote und Grüne bei uns mit.
Im Ständerat haben Sie dazu beigetragen, dass das neue Filmgesetz noch einmal behandelt werden muss. Einige Produzenten sind jetzt böse auf Sie. Verstehen Sie das?
Schmid: Dieser Entscheid ist nach wie vor richtig. Ich kann nicht bei den Werbern für Freiheit einstehen und auf der anderen Seite Beschränkungen befürworten. Man muss fördern, nicht beschränken. Und fördern heisst nicht, dass ich von den Kinobesitzern verlange, dass sie mir auf die Minute genau vorrechnen, wie viele schweizerische und wie viele ausländische Filme sie gezeigt haben – damit ich dann mit einem staatlichen Leitbild die Ausgeglichenheit prüfen und bei Nichterfüllung die Bussen verteilen kann. Strafe und Busse ist nicht das, was ich unter Kulturförderung verstehe. Deshalb habe ich gesagt, das sei ein Polizeigesetz. Ich bin für die Filmförderung. Es ist aber nicht richtig, wenn man quasi Strafzölle erhebt und damit die Filmförderung finanziert.
Eine Idee für das neue RTVG wäre: Das Schweizer TV verzichtet auf Sponsoringgelder.
Schmid: Ich finde es heikel, zwischen Sponsoring und Werbung in einem derart exakten Sinn zu unterscheiden. Abgesehen davon wären viele wertvolle Sendungen ohne Sponsoring gar nicht mehr möglich. Und was machen wir dann? Bussenzettel auf der Strasse verteilen, damit wir das Fernsehen finanzieren können? Noch einmal: Ich will fördern – aber nur, wenn ich dafür nicht bestrafen muss.
Internetwerbung ist ein anderes Kapitel mit noch unbekannter Zukunft. Sehen Sie als Politiker hier einen baldigen Handlungsbedarf?
Schmid: Wir haben im Parlament einen Vorstoss von Nationalrätin Simonetta Sommaruga in Bezug auf das Spaming. Das ist nicht sehr sympathisch, weil die Selbstregulierung namentlich durch die Lauterkeit für mich durchaus auch eine Möglichkeit gewesen wäre. Aber was Frau Sommaruga aufgeworfen hat, ist richtig. Man darf dieses neue Medium nicht mit Spaming blockieren und so unappetitlich machen.
Bundesrätin Ruth Metzler forderte an der letztjährigen SW-GV in ihrer Rede mehr Lauterkeit in
der politischen Werbung. Ist diese Forderung erfüllt worden?
Schmid: Nein. Da ist nichts gegangen in diese Richtung. Ich vertrete nämlich die Auffassung: Es ist sicher nicht an uns, im Bereich der Lauterkeit in der politischen Werbung irgendetwas zu unternehmen. Wenn schon, dann wäre das Sache der Lauterkeitskommission. Aber in der politischen Werbung haben wir ja bereits einen Schiedsrichter, und das ist das Wahlvolk. Wer zu stark foult, bekommt die gelbe Karte gezeigt. Das funktioniert automatisch.
Die drei grössten Werbekonzerne der Welt erreichen gemeinsam einen Marktanteil von 38,6 Prozent am weltweiten Werbeaufkommen. In den USA ist die Machtballung noch grösser. Was heisst das für Sie?
Schmid: Das heisst, dass das Geschäft der Werbung natürlich ähnlich strukturiert ist wie andere Branchen. Auch im Foodbereich haben wir in der Schweiz zwei riesige Player, die untereinander das Feld aufteilen. Aber überall hat es Chancen auch für andere, ins Geschäft zu kommen und sich kreativ zu behaupten. Genauso ist in der Werbung die Vielfalt nicht in Gefahr. Der Wettbewerb wird zum Rechten schauen. Interview: Andreas Panzeri

News: L’illustré geliftet

Die Westschweizer Zeitschrift L’Illustré verpasst sich ein sanftes Facelifting.

Die Westschweizer Zeitschrift L’Illustré verpasst sich ein sanftes Facelifting.NewsL’illustré geliftet
Mit dem neuen grafischen Konzept und einer modernen Typografie will das Magazin ein jüngeres Zielpublikum ansprechen. In der Neuauflage gibt es zwar nicht mehr Bilder, diese werden aber besser in Szene gesetzt. Stammlesern wird vor allem die Rubrik «Interview» auffallen, die neu eingeführt wurde. Die Rubrik «Multimedia» zielt auf urbane und junge Leser. Gleichzeitig mit dem neuen Look des Magazins wurde auch der Internetauftritt modernisiert. Mit 379000 Lesern und 98210 verkauften Exemplaren pro Woche ist das Magazin die populärste Westschweizer Wochenzeitschrift.
BTM übernimmt DruckzentrumDie Berner Tagblatt Mediengruppe (BTM) erhöht ihre Beteiligung am Druckzentrum Bern von 33,3 Prozent auf 66,6 Prozent. Sie übernimmt über ihre Tochterfirma Büchler Grafino AG den Anteil der
Fischer-Gruppe, Münsingen. Das restliche Aktiendrittel verbleibt bei der Beteiligungsgesellschaft Marufia AG. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die BTM plant seit längerem ein grossregionales Zeitungsdruckzentrum mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Franken. Die Fischer-Gruppe habe sich daran nicht beteiligen wollen, erklärte BTM-Konzernleitungsmitglied Urs Schweizer der WerbeWoche. Fischer bleibe aber Druckpartner des Druckzentrums Bern.

Top three (2000)

Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts DemoscopeIn Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal

Best of Print AdvertisingDie Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.

Pizza isst man «Spanglish»

Eine Pizzakette wirbt in den USA mit zweisprachigen TV-Spots um Hispanics

Eine Pizzakette wirbt in den USA mit zweisprachigen TV-Spots um HispanicsVon Thérèse BalduzziDer wachsende Teil der spanisch sprechenden Bevölkerung in den USA wird von der Werbung auf spanischen Radio- und TV-Kanälen schon lange berücksichtigt. Erstmals strahlt der englischsprachige Kabelsender Nickelodeon jedoch einen zweisprachigen Werbespot aus und leitet damit eine neue Entwicklung ein.
Die Resultate der letzten Volkszählung in den Vereinigten Staaten bestätigen es: Die spanisch sprechende Minderheit wächst exponenziell. Sie legte im letzten Jahrzehnt um 58 Prozent zu und ist heute die grösste Minderheit des Landes. Bis zum Jahr 2050 dürfte ihr Anteil an der US-Bevölkerung 25 Prozent betragen. Die so genannten «Non-hispanic Whites» sind auf dem besten Weg, selber eine Minderheit zu werden, eine Entwicklung, die sich in Kalifornien bereits vollzogen hat.
Der Grossteil der hispanischen Bevölkerung ist unter 18 Jahren alt. Im Gegensatz zu ihren Eltern, die erst als Erwachsene Englisch lernen, sind deren Kinder meist zweisprachig aufgewachsen. Sie sprechen in der Schule Englisch, zu Hause Spanisch und untereinander «Spanglish», indem sie mitten im Satz von einer zur anderen Sprache wechseln oder englische Vokabeln hispanisieren und etwa aus «brother» «el brode» bilden.
Eltern sollen den Kids zeigen, wo die Pizza gebacken wird
Dieser Realität wird ein neuer TV-Spot der Pizzeriakette Chuck E. Cheese’s gerecht. Chuck E. Cheese’s serviert Pizze und Salate kombiniert mit Unterhaltung für Kinder, von Spielen bis zu Bühnenshows mit dem Maskottchen der Firma. Darin tritt eine Maus namens Chuck E. mit ihren musizierenden Freunden auf. Die Kette betreibt 380 Filialen in 45 Staaten der USA, viele davon in spanisch sprechenden Vierteln.
Im Spot «Estudiantes», der auf dem Kindersender Nickelodeon läuft, spricht das Firmenmaskottchen Chuck E. über die gezeigten Latino-Eltern, die mit ihren Kindern in einem Chuck-E.-Cheese’s-Restaurant weilen, auf Spanisch als Student. Danach fährt er auf Englisch fort: «Parents don’t have to get it; they just have to help get you there.» Zum Schluss wechselt die Maus wieder ins Spanische: «No esta mal novatos» (nicht schlecht für Anfänger). Die Tagline lautet: «The real cool Place to be a Kid.»
Der Spot läuft während der Sendung «The Brothers Garcia», einer englischprachigen Sendung mit hispanischen Themen und Figuren. Diese sowie die zwei Sendungen «Dora the Explorer» und «Taina» sind auf die hispanischstämmigen 15 Prozent des Nickelodeon-Publikums ausgerichtet und enthalten ebenfalls einzelne spanische Sätze.
Die Entscheidung von Nicke-
lodeon, zweisprachige Werbung auszustrahlen, ist ein Zeichen dafür, wie sich die Mainstream-sender um die schnell wachsende Minderheit bemühen. Auch für die Firma Chuck E. Cheese’s bedeutet der Schritt Neuland. Letztes Jahr begann die Firma eine grosse Werbekampagne, die sich an hispanische Familien richtete und auf den grossen spanisch sprechenden Networksendern Univision und Telemundo ausgestrahlt wurde. Der 15-Sekunden-Spot wurde von der New Yorker Agentur Zambrelli konzipiert.

Noch einmal, aber jetzt mit Humor

Partner & Partner säubert die Kommunikationssprache der Stadt Zürich

Partner & Partner säubert die Kommunikationssprache der Stadt ZürichDer Zürcher Stadtrat hat das Polizeidepartement und das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement beauftragt, ein im vergangenen Jahr an der Seepromenade lanciertes Projekt zur Verbesserung von Sicherheit und Ordnung auf die Stadtkreise 1, 4 und 5 sowie auf das Zentrum Oerlikon auszudehnen. Das neue Projekt basiert auf drei Säulen: der Optimierung der Infrastruktur, der Kommunikation und Durchsetzung beschlossener Massnahmen sowie der Erhöhung der objektiven Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsgefühls durch Polizeipräsenz. Zudem sollen die an der Seepromenade gesammelten vielfältigen Erfahrungen umgesetzt werden.
Lehren scheint man zum Beispiel aus einer Informationskampagne gezogen zu haben, die zu Diskussionen Anlass gegeben hatte, weil sie mit der verbalen Brechstange auf «delinquente» Besucher der Seepromenade losging. Die Headline eines Sujets etwa, das die Leute davon abbringen sollte, im Freien zu urinieren, lautete harsch: «Verpiss dich!»
Sprachlich wie ein
umgekehrter Handschuh
Mittlerweile hat die Stadt zu einer didaktisch wirksameren Sprache gefunden, die ihr nicht den Stempel eines Griesgrams aufdrückt: In der aktuellen Kampagne werden die Anliegen nämlich mit Humor transportiert, wie etwa die Headline «Wand nur anpinkeln, wenn ein Pissoir dran ist» zeigt.
«Die Resultate bestätigen, dass es richtig war, wie wir im Seepromenadenauftritt geredet haben», sagt Benno Maggi, Inhaber der Winterthurer Werbeagentur Partner & Partner, die den strittigen Auftritt konzipiert hatte und die Stadt auch dieses Jahr wieder kommunikativ beriet.
Den veränderten Tonfall des neuen Auftritts will der Werber nicht im Sinne eines Stimmungsumschwungs verstanden haben, sondern begründet ihn damit, «dass die Leute, die in der Stadt verkehren, nicht mehr dieselben wie die an der Seepromenade sind».
Flankiert wird die Kampagne von zahlreichen Aktivitäten. Am Sechseläuten etwa setzte eine am Schluss des Umzugs marschierende, aus Frauen und Männern gebildete «Abfallzunft» ein Zeichen für eine saubere Stadt. Ernst Weber

ACNielsen chattet künftig mit der Wemf

Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) wird offizielle Resellerin des ACNielsen-Internetpanels.

Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) wird offizielle Resellerin des ACNielsen-Internetpanels.Dazu haben beide Firmen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die Wemf wird neben ihren eigenen Internetstudien MA Net (zweimal jährlich) und der MA Comis (einmal jährlich) auch die monatlich publizierten Daten des Nielsen-Netratings ausschliesslich an Schweizer Medienunternehmen sowie Werbe- und Media-agenturen verkaufen, während sich ACNielsen selbst an alle übrigen Branchen (Banken, Versicherungen usw.) wendet.Somit erhält ACNielsen Zugang zur Medien- und Mediabranche, während die Wemf ihre Kontakte intensivieren kann. Das Kooperationsmodell trägt ähnliche Züge wie das von MMXI Switzerland und der SRG-Tochter Publica Data (PD): Dort besorgt die PD dem Panelbetreiber den Zugang zur Medien- und Mediabranche, während MMXI sich um übrige Branchen kümmert.
Ursprünglich hatte ACNielsen die Veröffentlichung der ersten Daten seines Internetpanels für April angekündigt (WW 5/01). Doch nun werden diese erst am 31. Mai vorgestellt. Dies teilte Sandra Wüest, Kommunikationsverantwortliche von ACNielsen, auf Anfrage mit. Gründe für die Verzögerung nannte Wüest nicht, betonte aber, die März-Daten seien vorhanden, das Panel funktioniere. Die Daten würden sich zudem kaum von denen von MMXI unterscheiden. (mk)
get_footer();