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Ausserdem: An der 13. Generalversammlung der Nordwestschweizerischen PR-Gesellschaft wurde die Basler Unternehmerin Regula Ruetz zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Jörg Weber an.
Ausserdem An der 13. Generalversammlung der Nordwestschweizerischen PR-Gesellschaft wurde die Basler Unternehmerin Regula Ruetz zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Jörg Weber an. Sonja Bietenhard-Ritter wird Leiteri
Sonja Bietenhard-Ritter wird Leiterin Unternehmenskommunikation bei der BLS Lötschbergbahn AG. Sie war zuletzt persönliche Mitarbeiterin der Bundesräte Ogi und Schmid im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.
Rainer Meier wird Nachfolger von Beatrice Tschanz als Leiter Corporate Communications der Swissair Group. Meier war seit Anfang 2000 Stellvertreter von Tschanz.
Peter Wyss hat die Leitung des Bereichs neue Medien beim Bund Verlag übernommen. Er war zuvor bei Swiss TXT tätig. Regula Jaunerl, bisher Assistentin des Verlagsleiters, wird Werbeleiterin. Sie ersetzt Isabel Coello. Als Product Manager für den Anzeiger Region Bern ist neu Christoph Ramseier verantwortlich.
Bettina Jaques-Bosch sowie Karl Kobelt arbeiten neu für die PR-Agentur Piar.
CD Thomas Schaub verlässt Mitte Juni die Basler Werbeagentur cR Seiler DDB.
Der Messeveranstalter Reed Exhibition Companies verstärkt die Marketingaktivitäten in der Schweiz und in Deutschland durch den Einsatz von Peter Plan als Marketing Director.
Christine Müller macht sich nach 15 Jahren bei Fisch Meier Direkt selbstständig und betreut weiter Mandate für den Dialogmarketer. Müller war zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung.
bol.ch macht in Baar kein Bares mehr.
Als Folge der Umstrukturierungen bei der Direct Group Bertelsmann – der Konzernbereich integriert Bol.com und die Buchclubs in Europa und Asien – wird Bol.ch künftig von München aus betreut.
gar nichts für Kleinkarierte. Es sei zwar schön, gibt Silvano Spezia, Mitinhaber und Berater der Agentur Lang Gysi Knoll, zu, wenn man Erfolg und Budgetgewinne zu verzeichnen hat. Weit schöner sei es jedoch, wenn auch die dazu nötige Man- und Womanpower vorhanden ist. Mit einer ausgefallenen lokalen Plakat- und Flyerkampagne gibt die Berner Agentur zu verstehen, dass sie mehr mit dem Zweiten als mit dem Ersten zu kämpfen hat. Da nicht nur bei den Werbern, aber bei ihnen in besonderem Masse, die Arbeitsatmosphäre einen immer höheren Stellenwert einnimmt, hängt die Kampagne hier mit der Botschaft: Wir sind trotz Arbeit ein lustiger Haufen. Und originell – gell!
FRITZ UND FRÄNZI SUCHEN INSERATE. Fritz und Fränzi, ein neues Magazin für Eltern schulpflichtiger Kinder, wird unter anderem von Pro Juventute, dem Marie-Meierhofer-Institut für das Kind, Schule+Elternhaus beraten. Trägerin des Projekts ist die gemeinnützige Stiftung Elternsein mit Ellen Ringier als Stiftungsratspräsidentin. Das Heft erscheint sechsmal jährlich mit 100000 Exemplaren. Gedruckt wird bei Zollikofer AG in St.Gallen. Die ersten zwei Ausgaben werden dank Erziehungsdirektionen den Weg in die Schulzimmer finden. Redaktionell geleitet wird Fritz und Fränzi von Sabine Danuser, Editorial Service, Zürich. Zu den Inhalten wie Generationenkonflikte, Medienkonsum, Drogen, Gewalt, Scheidung, Taschengeld sind auch Anzeigen willkommen.
ZOFFNUNG am SONNTAG. «Gut möglich, dass die Neonazis in der Schweiz am Samstag wieder für Zoff sorgen», hofft die SonntagsZeitung in einem Inserat und droht ihren Lesern: «Nichts verpassen.» Sollte es wider Erwarten keinen Zoff geben, ist es natürlich auch recht. Da hat man wenigstens davor gewarnt, getreu dem Motto: «Wehret den Anfängen!» Bleibt die Frage, ob das auch für die Werbeleiter gilt.
frühlingserwachen beim blick. Seit dem 15. Mai setzt der Blick den im März angekündigten inhaltlichen Ausbau um. Dazu gehören die neuen Themenseiten «WissenBlick» am Montag und «GenussBlick» am Samstag, eine Wirtschaftsseite von Dienstag bis Freitag sowie mehr Softnews auf der letzten Seite. Weitere Neuheiten sind das «Links-Rechts-Duell» jeweils dienstags mit Peter Bodenmann und Franz Steinegger und die Partyseite «Happy Monday». Dafür fällt am Montag die Leserseite aus, und das Samstagsrätsel wird halbiert.
Werd-Expo. Die Expo.02 und der Werd Verlag
(Tamedia AG, Zürich) haben einen Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet, der die Herausgabe des offiziellen Expo.02-Führers regelt. Er erscheint im Taschenbuchformat Anfang April 2002 in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die geplante Auflage beträgt 350000 Exemplare.
30000 cornets. Vom 15. Mai bis Mitte August erhält jeder Gast am Schluss einer Fahrt im Züritaxi ein Frisco-Cornet. Dazu wird die gesamte Züritaxi-Flotte mit kleinen Tiefkühltruhen ausgestattet. Bei der Aktion, von Publicis-Berater Jean-Marie Egger ausgeheckt, werden zudem 20 Taxis so umgestaltet, dass sie aussehen wie Lieferwagen von Frisco-Findus. Voraussichtlich dürften die Taxifahrerinnen und Taxifahrer im Verlauf der Aktion rund 30000 Cornets abgeben.
Editorial
Trends entstehen im Hier und Jetzt
Wir alle sind im Hier und Jetzt verhaftet und in der Kultur, in der wir uns bewegen. Aus diesen Denkmustern auszubrechen, ist schwierig. So führten britische Futurologen 1873 allen Ernstes den «wissenschaftlichen Beweis», England werde durch den Boom der Kutschen bis 1961 unter einer dicken Schicht Pferdemist verschwinden. Auch die Marsbewohner der Sciencefiction ähneln noch immer erstaunlich den Menschen. Beispiele, die uns lehren, dass seriöse Zukunftsforschung eine Maxime hat:
Die Zukunft ist nicht vorhersehbar.
Die Suche nach dem Neuen um des Neuen willen ist ein Gesetz, das auch und besonders heute gilt, nachdem Hoffnungen auf Sinn stiftende Grosskonzepte und wärmende Gewissheiten verabschiedet worden sind. Entsprechend boomen die Beratungsbranche und die Ratgeberliteratur,Trendreports strotzen vor Halbweisheiten, vermischt mit wissenschaftlichen Fakten, Esoterik und Lebenshilfe. Nur die Bücher von Matthias Horx sind mehr als nur gerade simple Handlungsanweisungen für Manager (Seite 41). Akribisch untersucht er unsere Alltagskultur und liefert ein ironisches Gesellschaftsporträt. Letztlich sind seine Analysen ein Plädoyer für eine Kultur des Wandels. Trends sind eine Art kulturelle Anpassungsübung an veränderte Gegebenheiten. Sie sagen mehr über die Gegenwart und unsere Befindlichkeit aus als darüber, was sein wird.
Kein Widerspruch ist die Tatsache, dass vieles, was heute Realität ist, vor kurzer Zeit als pure Spinnerei galt. Wann die Zeit reif ist für solche abseitigen Ideen, weiss niemand, weil komplexe Systeme wie unsere Gesellschaft letztlich zukunftsblind und selbstreferenziell sind. Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit der Zukunft.
Samuel Helbling
Vom Adagio zum Fortissimo
Die Giganten der Musikbranche und die Portalriesen wittern das grosse Geschäft mit Soundangeboten im Internet
Nach der bisher erfolgreich geschlagenen Schlacht gegen Napster besinnt sich die Musikindus-
trie nun reichlich spät darauf, auch eigene Internetangebote zu lancieren. Entsprechend haben die beiden Schwergewichte Sony Music Entertainment und Universal Music Group, die zusammen fast die Hälfte des Marktes beherrschen, ein gemeinsames Projekt namens Duet angekündigt. Andere Giganten wie Warner Music, EMI und Bertelsmann Music Group (BMG) antworteten postwendend und stellten Pläne für eine Musikplattform namens Music Net vor.
Das Problem der Musikkolosse besteht darin, dass sie bei den Internetuserinnen und -usern sicher nicht zu den Topbrands zählen und die Markteinführung solcher Plattformen aus eigener Kraft wohl Unsummen an Marketinggeldern verschlingen würde. Deshalb suchen die beiden konkurrenzierenden Gruppen nach Verbündeten in der Internetbranche, die bereits über Bekanntheit und Zulauf verfügen. Dafür bieten sich die grossen Portale geradezu an. Yahoo hat sich denn auch bereits an Duet angehängt. Und Microsoft hat derweil schon ein eigenes Musikportal mit den Partnern BMG und Sony angekündigt. MSN Music befindet sich derzeit in der Betaphase.
Auch für die Portalbetreiber sind die Herrscher der Musikbranche willkommene Partner, zumal Musik in der Internetbranche als so genannter Premium Content gilt. Wegen ungenügender Einnahmen aus der Onlinewerbebranche müssen nämlich zusehends andere Geldquellen erschlossen werden. Da könnten kostenpflichtige Musikangebote ein höchst willkommener Beitrag sein, um die Kassen wieder zu füllen.
Zu viele Gratisangebote vermindern Konkurrenzfähigkeit
Die geplanten Kooperationen der Musik- und Internetgiganten stellen wohl nicht so sehr eine Gefahr für unabhängige Musiktauschbörsen wie Gnutella dar. Sie könnten aber die bisherigen Musikportale in arge Bedrängnis bringen. Diese haben zwar eindrücklich gezeigt, was sich auch mit heute zur Verfügung stehenden Bandbreiten bewerkstelligen lässt. Allerdings befinden sich viele dieser Anbieter trotz grosser Nutzerzahlen in einer Position der Schwäche gegenüber der drohenden Konkurrenz, da auch sie sich zu stark auf die Finanzierung durch Werbung verlassen haben und praktisch alles gratis anbieten.
Ein repräsentatives Beispiel dafür ist die amerikanische Firma Launch Media Inc. Ihr Musikportal Launch.com zählte Ende letzten Jahres 5,6 Millionen registrierte Benützerinnen und Benützer und 9,7 Millionen Besucherinnen und Besucher im Monat Dezember. Launch.com stellt eine Mischung aus MTV und Musikmagazin dar und bietet Soundsurfern insgesamt 50000 Videoclips, Interviews und Features mit Musikern, Konzerthinweisen und allgemeinen News aus der Welt der Stars und Sternchen.
Userinnen und User wählen ihr eigenes Musikprogramm
Im Gegensatz zu MTV, bei dem der Zuschauende ein fertiges Menü vorgesetzt bekommt, können Besucherinnen und Besucher von Launch.com ihren eigenen Musiksender nach ihren Vorlieben zusammenstellen. So wählen die Musikfans auf Launch. com aus 18 Stilrichtungen und einer Vielzahl von Unterkategorien aus, was ihnen am besten gefällt, und listen ihre Lieblingsgruppen auf. Einmal registriert, erhalten sie nur noch Musik nach ihrem Gusto in das Programmfenster eingespielt. Gefällt ihnen ein eingespielter Videoclip trotzdem nicht, können sie ihn mit einem Klick ins Pfefferland wünschen und müssen sich forthin nie mehr darüber aufregen.
Der Nachteil gegenüber MTV & Co. ist offensichtlich: Der Ausschnitt am Bildschirm ist noch um einiges kleiner als im Fernsehen, und ausserdem werden bei Launch.com selten die neuesten Musikclips gespielt, was wohl vorab auf lizenzrechtliche beziehungsweise Kostengründe zurückzuführen ist.
Flauer Onlinewerbemarkt ist verantwortlich für Verluste
So interessant das kostenlose Angebot von Launch.com für die Userinnen und User ist, das Businessmodell der Betreiber ist nicht ganz aufgegangen. Im Jahr 2000 machte die an der Nasdaq kotierte Launch Media Inc. einen Verlust von 34 Millionen Dollar, bei einem Umsaz von 36,9 Millionen Dollar. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres stammten drei Viertel der Umsätze aus Werbeeinnahmen, 22 Prozent ergaben sich aus dem Weiterverkauf von Content an andere Webplattformen. Nur wenig Umsatz brachte der Verkauf von CD-ROMs mit Auszügen aus dem Webprogramm. Und der Verkauf von Konzerttickets brachte ebenfalls nicht den erhofften finanziellen Erfolg.
Für den unbefriedigenden Geschäftsverlauf macht das Unternehmen vor allem den flauen Onlinewerbemarkt verantwortlich. Trotzdem möchte Launch Media auch in Zukunft vor allem auf Werbung setzen und bietet neben Bannerwerbung und Sponsoringmöglichkeiten auch die Gelegenheit zu Flashspots zwischen den einzelnen Videoclips an. Beiträge für die Nutzung des personalisierten Angebots zu verlangen, scheint vielen Anbietern offenbar immer noch zu riskant – und wäre bei der aktuellen Empfangsqualität wohl tatsächlich auch der falsche Weg.
Onlinemusik zur Auflockerung des Büroalltags
In erster Linie wegen der Ton- und Bildqualität sind Websites keine allzu grosse Konkurrenz für die TV-Musikkanäle. Sie sind zumindest jetzt noch eher eine Ergänzung zu diesen: Zu Hause, wo die Internetverbindungen noch nicht so gut sind, haben Internetmusikdienste wie Launch .com wohl noch einen eher schweren Stand. Im Büro hingegen, wo grössere Bandbreiten zur Verfügung stehen, aber kein TV vorhanden ist, tut es der Dienst allemal. Darauf können auch die grossen Portalbetreiber mit ihren Verbündeten aus der Musikbranche hoffen. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das Internet in den Büros auch für Nichtberufliches genutzt wird.
Gold an der Angel
Die neue Goldbach Media bietet sämtliche Crossmediaservices an
«Gold ist das Symbol des gesunden Wohlstands. Ein Bach das Symbol des Fliessenden», meinte Beat Curti bei der Begrüssung in Küsnacht. Die Attribute bewährt und neu schwingen somit für den Präsidenten des Verwaltungsrats im Namen seiner neu gegründeten Unternehmung Goldbach Media mit. Im Partnergesellschaftenverbund erschliesst die neue Holding künftig Firmen und Werbetreibenden den Weg zu einer ganzheitlichen Crossmediadienstleistung. «Ein Angebot, das bisher in ganz Europa einzigartig ist», so Klaus Kappeler an der Pressekonferenz.
Aus einem Netzwerk von 120 Spezialisten im elegant renovierten Loft in Küsnacht sowie 100 Mitarbeitenden in Bern entstand ein kompetenter Ansprechpartner für die Entwicklung von ziel- und erfolgsorientierten Crossmediastrategien «unter Einbezug sämtlicher elektronischen Medien».
Die Dienstleistungen reichen von der Planung und Konzeption über den Einkauf und die Auftragsabwicklung bis hin zur unabhängigen nachgelagerten Prüfung des gesamten Mediaeinsatzes. «Wie erreiche ich meine Kunden möglichst gezielt, schnell und kostenoptimiert?», heisst die Frage, auf die im Bach nach den goldenen Antworten gefischt wird.
Um der zunehmenden Bedeutung der Erfolgsmessung von Crossmediaaktivitäten gerecht zu werden, wollen die elektronischen Mediaplaner in naher Zukunft bereits modernste Technologien und Tools für die zuverlässige Erfolgskontrolle einsetzen – «und damit die Vision des umfassenden Trust-Marketings Realität werden lassen», wie es etwa unter www.gold bachmedia.ch heisst.
Unbürokratische Abläufe beschleunigen den Workflow
Das neuartige Netzwerk vereinigt Partner aus sämtlichen Bereichen des digitalen Marketing. Durch die räumliche Nähe und offene Atmosphäre in den Grossraumbüros gleich bei der S-Bahn-Station Goldbach sollen «rasche und unbürokratische Entscheide» möglich sein, denn interaktive Crossmediaszenarien müssen «organisatorische Grenzen überwinden». Networking und Matching sind somit tragende Pfeiler des Erfolgs.
Das Unternehmen ist heute schon profitabel. «Keine Schulden, unser Haus selber bezahlt», freut sich Kappeler. Obwohl vollständig eigenfinanziert, schliesst Goldbach Media für die Zukunft auch ein IPO oder ein Private Placement nicht aus. «Wir werden Projekte zeigen können, die Investoren interessieren dürften.»
Der Goldbach soll auch durch ganz Europa fliessen
Es bestehen «vernünftige Ambitionen», auch europäisch wachsen zu können. «Wir sind bereits heute in Kontakt mit verschiedensten Institutionen im internationalen Markt, die anfragen, ob sie mit uns dieses Modell auch exportieren können», erklärt Hans Ueli Keller, VR-Delegierter. Im Verwaltungsrat sitzen neben Rosmarie Michel von der Z-Holding als Vizepräsidentin auch Peter Blum, Ex-Chef von Microsoft Schweiz, sowie Gaston Guex und Ronald Sauser.
Eine weitere Vision besteht darin, dass Goldbach Media für seine umfassenden Mediastrategien neuste Tools inhouse entwickeln will. Als Marktführer will man in der Schweiz ähnlich rasant wie bisher wachsen. 110 Millionen Franken Umsatz haben die einzelnen Partner im Jahr 2000 erwirtschaftet, 80 Millionen davon hat IP-Multimedia als gewichtigster Partner beigetragen.
«Wir sind überzeugt, dass durch das Zusammenbringen all dieser Einzelteile unserer sechs Partnerunternehmen mehr entsteht als die Summe der Einzelteile», ist Hans Ueli Keller überzeugt. Konkret: Eine Firma, die nur Banner anbietet, hat Mühe, weil der Internethype in der Talsohle ist. «Eine Kombination all dieser Instrumente bringt Chancen auf dem Markt», rechnet Keller vor.
Korrigendum
In der WerbeWoche Nr. 18 hat sich beim Artikel «SF-1-Zuschauer sind treu» (S. 25) in der Bildlegende und im Text eine Personenverwechslung eingeschlichen. Der Herr ganz rechts im Bild ist nicht Peter Kaufmann, sondern Othmar Stadelmann, Leiter Finanzen, Controlling und Betrieb der Publisuisse.
Peter Kaufmann ist auch nicht Kommunikationsleiter, sondern verantwortlich für den Bereich PR und Sponsoring. Zuständig für die Publisuisse-Kommunikation ist seit dem 1. April 2001 Markus Holenstein. Und last but not least: Nicht Peter Kaufmann entstammt als Einziger der früheren Publisuisse-Geschäftsleitungscrew, sondern Publisuisse-Finanzchef Othmar Stadelmann.
Massen stürmen aufs Green
Festland lanciert Drive, ein Magazin für Public und Club Golfer
Homerun für US-Werber
An der One Show gingen die 86 eingereichten Schweizer Arbeiten leer aus
Am meisten Preise in der Kategorie TV-Spots gewann Y&R aus Chicago: Zwei Goldstifte und einen Silberstift für ihre humorvolle Kampagne für H & R Block, eine Steuerberatungsfirma mit Filialen im ganzen Land. Im Spot «Another Baby, another Deduction» wird etwa die Geburt eines weiteren Kindes vor allem als zusätzlicher Steuerabzug begrüsst.
Cliff Freeman and Partners aus New York gewann zweimal Gold für ihre Kampagne für den Sportsender Fox Sports. Die Kampagne schlägt Kapital aus den primitivsten Vorurteilen über Geschlechterunterschiede: In einem Spot fragt etwa ein kleines Mädchen seinen Papa, ob es stimme, dass der verstorbene Hund jetzt mit anderen Hunden im Himmel spiele, worauf der wegen der Footballsaison zum Höhlenmenschen (sprich Footballfan) degenerierte, völlig unsensibel gewordene Vater antwortet, nein, der sei im Garten begraben. Weitere Goldpreise gingen an Saatchi & Saatchi, London und Hongkong. Zwei Silberstifte gewann Foote Cone & Belding für ihre äusserst originelle Kampagne für Amazon.com, die über die Festtage lief.
Grossgewinnerin der Printkategorie war die Agentur Mullen aus Wenham mit einer Kampagne für das American Heritage Dictionary. Darin werden Wörter wie «aequenos» (für «nass») benutzt, die es nicht gibt – aber stark an die Wortkreationen des amtierenden amerikanischen Präsidenten erinnern. Zudem wird zur Verbesserung des Englischen auf das Lexikon hingewiesen. Arnold Worldwide gewann zweimal Gold für ihre Volkswagen-Amerika-Kampagne, in der mit Hilfe eines Vulkans, eines Raumschiffs und eines Stuntmans übertrieben wird. Printpreise gewann auch Leagas Delaney aus San Francisco für ihre Adidas-Kampagne. Drei Ableger des TBWA-Netzwerkes gewannen zudem je einmal Gold.
Insgesamt wurden 16276 Beiträge zu The One Show eingereicht und 91 Gold-, Silber- und Bronzebleistifte verliehen, davon 56 an amerikanische Agenturen. Von den restlichen Ländern gewann Singapur am meisten, nämlich neun Preise, gefolgt von Südafrika mit sieben und England mit sechs. Spanien trug drei davon, Deutschland, Frankreich und Kanada erhielten je zwei und Argentinien, Brasilien, Neuseeland und Dänemark je eine Medaille. Schweizer Beiträge finden sich trotz 86 Einsendungen nicht mal unter den Finalisten.
Goldschürfer in Küsnacht
Eine mittelschwere Eventkollision entstand letzte Woche. Auf Donnerstag luden vier Parteien zu Veranstaltungen.
Bereits im März zügelte die IP Multimedia (IPM) an nur einem Wochenende vom Seefeld ins umgebaute Terlinden-Gebäude in Küsnacht. Jetzt endlich liess man die grosse Sause steigen und stellte die neuen Räume vor.
Allerdings, Klaus Kappeler wäre nicht Klaus Kappeler, wenn man nicht auch noch mit wichtigen Neuigkeiten aufgewartet hätte. An einer Pressekonferenz am Morgen wurde die Gründung eines neuen Unternehmens bekannt gegeben. Unter dem Namen Goldbach Media wurde für die Firmen IPM, Suchtreffer.ch, Banner.ch, Net-promotions, B&J Fastline sowie Swisscontent eine gemeinsame Vermarktungsplattform in Form eines Crossmedia-Anbieters geschaffen. Dabei sinnierte Beat Curti philosophisch über den Namen Goldbach, Klaus Kappeler und Goldbach-Media-Geschäftsführer Hans Ueli Keller stellten die Firma und deren Ziele vor (siehe auch Seite 3).
Zwar frotzelte der eine oder andere Besucher, Goldbach töne im Gegensatz zu Crossmedia ein bisschen sehr nach Provinz, weil der Name so gar nichts Englisches an sich habe. Andererseits wird die Firma sicher leicht zu finden sein; die benachbarte
S-Bahn-Haltestelle trägt den Namen Goldbach.
Fast allgegenwärtig war auch IPM-Geschäftsführer Michi Frank, der uns beim Jazzfrühstück begrüsste. Zwar gabs statt der erwarteten Lachsbrötchen mit Kaviar und Champagner Zopf und Fleischplättchen – was bei Frühaufstehern eine leichte Enttäuschung auslöste; allerdings tröstete die Morgensonne und die Aussicht auf ein superbes Mittagessen über diese kulinarische Unterlassungssünde hinweg.
Unter den ganz Frühen machten wir MLB-Medialeiterin Isabelle Vetter aus; für sie wars ein Katzensprung – die Büros von Metzger Lehner Briccola befinden sich im benachbarten Erlenbach. Epa-Werbeleiter Jürg Kräuchi wiederum schwärmte in höchsten Tönen von seinem Begleiter: Klein, aber fein sei sie, die Agentur von Mediaspezialist Kurt Schwab, denn dort werde man noch vom Chef höchstpersönlich betreut, was von Kräuchi ausserordentlich geschätzt würde.
Grosse Erwartungen gabs für den Lunch. Die ganz wichtigen V.I.P. durften zur Mittagstafel auf einem Zürichseeschiff Platz nehmen, in dessen Küche Starkoch André Jaeger von der Schaffhauser Fischerzunft seine Kochkünste unter Beweis stellte. Am feinen Mahl delektierten sich neben Gastgeber Klaus Kappeler unter anderen auch die Werber Peter Lesch und Hanspeter Detsch, BSW-Präsident René R. Hürlimann, Keystone-CEO Walter Grolimund und auch der eher selten an Werberevents zu sehende Wolfgang Mecklenburg.
Wer Zeit hatte, machte sich danach in Gesellschaft der Goldbach-Mitarbeiter einen geruhsamen Nachmittag, bevors am Abend mit der Big Party weiterging. Und weils ein schöner und lauer Sommerabend war, lud auch das nahe Seeufer noch auf einen kurzen Besuch ein.
Zu längerem Verweilen lud auch die schöne Dachterrasse bei der Werbeagentur Red Cell ein. Das zum WPP-Netzwerk gehörende Unternehmen nannte sich früher einmal Conquest und firmiert seit März unter dem neuen Namen. Was natürlich ein Grund zum Feiern war, zumal man bei dieser Gelegenheit Kunden, Lieferanten, Freunden und Nachbarn gleich noch die neuen, topmodern eingerichteten Büroräume präsentieren konnte.
Die Agentur unter der Leitung von Romaine Marti ist gleich neben dem Hardturmstadion zu finden, mit bester Aussicht auf den Trainingsplatz der Fussballspieler vom Edelkickverein Grasshoppers. Das dürfte vielleicht mit ein Grund sein, weshalb auf der Lohnliste von Red Cell überwiegend Frauen zu finden sind – sollten Sie jetzt den Coca-Cola-Light-Spot mit dem muskulösen Bauarbeiter im Sinn haben, so meinen wir das natürlich nicht! Aber Frauen lassen sich eben von Natur aus vom runden Leder weniger ablenken als Männer. Und wohl deshalb liegen die Arbeitsplätze der drei männlichen Mitarbeiter alle auf der dem Stadion abgewandten Seite der Agentur.
Fussball hin oder her: Mit von der Party-Partie waren Piero Schäfer, Agenturboss Remy Fabrikant, Mediaspezialist Peter Döbeli, Gilberto Petecchia von Fiat, Roli Hofer, Chef der Red-Cell-Treuhandstelle BTO, und Facts-Anzeigenleiter Kilian Gasser, der sich ganz besonders über die extra aus seinem Heimatkanton Uri eingeflogenen Fleischspezialitäten freute.
Zwar sah im Laufe der Party manch einer rot, aber dieses nur im positiven Sinne. Neben roten Tischtüchern und Blumendekorationen waren alle Red-Cell- und die Catering-Mitarbeiterinnen rot gewandet; und wie ein roter Faden zog sich die Farbe auch durch den Menuablauf.
Begrüsst wurden die Gäste mit einem roten Welcome-Drink, zu essen gabs unter anderem Kokossuppe mit rotem Peperoncino-Öl, ein rotes Thai-Curry, das durch seine Schärfe den einen oder anderen Gast feurig-rot anlaufen liess, Tagliatelle an roter Pestosauce und zum Dessert rot dekorierte Schwedentorten. Und das alles – Eigenlob sei ohne Schamröte im Gesicht gestattet – begeisterte auch den anspruchsvollsten Geniesser restlos.
BEAT FRITSCH
löffelt die Suppe, die er sich eingebrockt hat, selbst aus. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – denn am Firmenevent der Agentur Red Cell zeichnete unser Shortlist-Autor auch in derjenigen Funktion verantwortlich, die er neben seinem WerbeWoche-Engagement noch ausübt. Als F&B-Manager konzipierte und organisierte er das Catering für die Red-Cell-Party – zu seiner Überraschung zu jedermanns und jederfrau Zufriedenheit. Gelernt ist halt gelernt; ganz zu schweigen vom nicht unerheblichen Erfahrungsschatz, der an den bisherigen Shortlist-Partys gesammelt wurde.
Wer sonst einweiht oder eingeweiht wird, kocht oder kochen lässt, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
«Lipstick» taucht im Mittag unter
SF DRS stärkt die Themenabende und intensiviert die Zuschauerjagd in der Vor- und Nach-Primetime
Zwar waren die Zuschauerzahlen der drei abgesägten Sendungen nicht berauschend. Aber sie waren auch nicht so schlecht, dass sich ein rasches Handeln aufgedrängt hätte: So erreichten die drei letzten Ausgaben des Anfang Jahr gestarteten «Alavida» Marktanteile (MA) zwischen 16 und 20 Prozent oder mehr als 200000 Zuschauer. Auch «Lipstick» gehörte im letzten Jahr mit einem durchschnittlichen MA von 15 Prozent oder 133000 Zuschauern nicht zu den schwächsten Programmen von SF DRS. Einzig «Time out» lief in der jüngsten Vergangenheit das Publikum gleich in Scharen davon. Trotzdem erreichte das Sporthintergrundmagazin im Schnitt des Jahres 2000 noch eine halbe Million Zuschauer oder 29 Prozent MA pro Sendung, auch Dank «Sydney Spezial».
Bei den jüngst kommunizierten Programmanpassungen (siehe Kasten) spielen die Zuschauerzahlen eine sekundäre Rolle, sagt SF-DRS-Sprecher René Bardet. Vielmehr werde weiter daran gearbeitet, die einzelnen Programmplätze thematisch für die Zuschauer berechenbarer zu machen. Deshalb gebe es zum Beispiel für «Alavida» keinen Platz mehr, weil es ein Ziel sei, den Mittwochabend zum reinen Comedy-Termin umzubauen. Umgekehrt sei das sportgeprägte Umfeld von «Lipstick» – Sonntag um 17.55 Uhr – mit den entsprechenden Seherwartungen für die «Lipstick»-Inhalte immer ein Schwachpunkt gewesen. Deshalb und weil das Hintergrundmagazin «Time out» entfalle, sollen dieser Sendeplatz dem Sport zugesprochen und die Inhalte von «Lipstick» an mindestens ebenso geeigneten Sendeplätzen eingebracht werden.
Publisuisse sieht Potenziale vor und nach der Primetime
Wenn die verordnete Programmbereinigung mehr Publikumsbindung zu erzeugen vermag, profitiert davon die Publisuisse. Aber wichtiger als die praktisch ausgebuchte Primetime wird für die Werbezeitenvermakterin künftig die Vor- und Nach-Primetime, wo noch Potenziale vermutet werden (WW 18/01).
Deshalb startete SF DRS bereits Anfang dieses Jahres eine Programmoffensive rund um die seit Jahren erfolgreiche «Mittagstagesschau». Zusammen mit dem neuen halbstündigen «Mittagsmagazin» und dem ebenso langen «Trend» will SF DRS zwischen 12.30 und 13.40 Uhr eine «kleine Primetime» entwickeln. Auch die Themen des abgesetzten «Lipstick» sollen dort unterkommen und die Attraktivität dieses Sendeplatzes steigern.
Wie zahlreich sich das Schweizer TV-Publikum um die Mittagszeit tatsächlich an den Fernseher holen lässt, muss sich noch weisen. Erfahrungen in den Nachbarländern zeigen, dass die Publikumsausweitung in dieser Zeit eher harzt. Doch auch ohne neues Programm und zusätzliches Publikum hat die Publisuisse im letzten Jahr bereits bewiesen, dass sich ausserhalb der Primetime mehr holen lässt: Allein mit zusätzlichen Vermarktungsanstrengungen wuchsen die Umsätze in der Vor-Primetime um über 14 Prozent, in der Nach-Primetime betrug die Zunahme sogar fast 25 Prozent.
Programmänderungen Bei SF DRS
SF DRS plant diverse programmliche Änderungen, die gestaffelt eingeführt, spätestens aber per 1. Januar 2002 vollzogen sein sollen:
• «Time out» am Montag um 21.05 Uhr wird gestrichen.
• «Alavida» am Mittwoch um 22.20 Uhr verschwindet per Ende Jahr. Der Mittwoch-Sendeplatz nach «10 vor 10» soll zum reinen Comedy-Termin umgebaut werden. Neben «Viktors Spätprogramm» und der eingekauften englischen Sitcom «Warten auf Gott» soll an Stelle von «Alavida» ein weiteres Comedy-Format platziert werden. Die Sendung «ch: filmclub» soll nur noch so lange an ihrem bisherigen Mittwoch-Sendeplatz bleiben, bis ein viertes Comedy-Format gefunden ist.
• «Lipstick» am Sonntag um 17.55 Uhr entfällt, die frei werdende Zeit wird dem Sport zugesprochen.
• «Puls» wird von Donnerstag 21 Uhr auf Montag 21 Uhr verlegt und neu wöchentlich statt wie bisher zweiwöchentlich ausgestrahlt. Für den frei werdenden Sendeplatz wird ein neues Unterhaltungsformat zum Thema Reisen entwickelt.
• «Hit auf Hit» wechselt vom Montag- auf den Samstagabend und tritt dort an die Stelle von «Top of Switzerland». Der Sendeplatz am Montag um 20 Uhr wird damit zum reinen Quiz-Termin.
Baier und Schneider ziehen zusammen
Urs Schneider, bis Ende April rechte Hand von Wolfgang Mecklenburg, zieht per 1. Juni bei Robert C. Baier im Zürcher Seefeld ein. Die beiden Mediaprofis wollen einerseits jeder für sich aktiv werden.
In Zukunft will sich Baier im Bereich Mediaplanung der «Spezialitätenchemie zuwenden und mehr in Nischen operieren», wie er sagt. «Mediaaudit in neuer Qualität, Optimierung des Medieneinkaufs, kreative Mediaplanung» – dies seien einige der Schwerpunkte, denen er sich künftig widmen werde. (dse)
Weko rüffelt Gemeinden
Der Affichage-Anteil von JCDecaux wird nicht bestritten
1999 von der Publigroupe eine
30-Prozent-Beteiligung an der Affichage übernahm, vermutete die Weko darin eine Wettbewerbsabrede und leitete eine Untersuchung ein. Nach gut eineinhalb Jahren kam die Weko am
7. Mai zum Schluss, dass die Kooperation zwischen JCDecaux und Affichage «unbedenklich» sei.
Die Untersuchung habe gezeigt, «dass es weitere, bedeutende Unternehmen gibt, die im Bereich der Aussenwerbung in der Schweiz aktiv sind, so Clear Channel, oder tätig werden können, etwa TDI Worldwide, Wall AG oder Ströer», schrieb die Weko. Zudem gehe von anderen Werbeträgern (Werbefernsehen, Printmedien) ein gewisser Wettbewerbsdruck auf die Plakatwerber aus.
Nachlässigkeiten bei vielen Schweizer Gemeinden
Jetzt macht die Weko in diesem Bereich einige Schweizer Gemeinden als wahre Wettbewerbsbehinderer aus: Eine Umfrage unter 200 Gemeinden habe ergeben, dass grössere Gemeinden teilweise den Wettbewerb um Plakatanschlagflächen beschränken würden, indem sie etwa auf eine Ausschreibung verzichteten. In diesen Fällen würden die Plakatflächen einfach dem bisherigen Aussenwerbepartner weiter verpachtet.
Zudem würden bisweilen die Submissionsvorschriften umgangen, erklärte Patrik Ducrey von der Weko auf Anfrage. Andere Gemeinden wiederum schliessen so genannte Konsortialverträge ab, die alle potenziellen Anbieter in ein Gesamtkonzept einbinden. «Dadurch wird der Wettbewerb geschwächt», schreibt die Weko, die gemäss Ducrey gegen solches Gebaren rechtlich nichts ausrichten könne. Die Weko habe aber letztes Jahr die Gemeinden schriftlich aufgefordert, Pachtverträge jeweils auszuschreiben.
Trotz des positiven Entscheids bleiben die Fronten hart (WW 18/01): Affichage verweigert JCDecaux weiter einen Sitz im Verwaltungsrat. Markus Knöpfli
