Der WHS-Blues

Wenn Reini Weber, Yvonne Hodel und ihre WHS Geburtstag feiern – übrigens der zehnte –, dann darf man etwas Besonderes erwarten. Und so kam es letzten Sonntag an der Blue-Balls-Night #12 im In-Treff Kaufleuten auch.

Wenn Reini Weber, Yvonne Hodel und ihre WHS Geburtstag feiern – übrigens der zehnte –, dann darf man etwas Besonderes erwarten. Und so kam es letzten Sonntag an der Blue-Balls-Night #12 im In-Treff Kaufleuten auch.Von Beat Fritsch Denn neben den geladenen Gästen kamen dank Medienpartner WerbeWoche weitere 250 Werber in den Genuss eines Apéros und eines fabelhaften Konzerts.
Mit solchen Veranstaltungen pflegt der Reini nicht nur sein Kulturengagement, sondern auch sein Image. So lauteten jedenfalls seine Worte, als wir ihn mit seinen zwei blonden Begleiterinnen fürs Shortlistfoto ablichteten. Allerdings handelte es sich dabei nicht um irgendwelche Partygroupies, sondern um seine Ehefrau Caroline Dolenc und die Art Buyer Karin Giger. Letztere steht ab und zu im Solde von WHS und wurde von Reini wärmstens empfohlen – unter dem Vorbehalt, dass sie immer noch genügend Zeit für WHS aufbringen könne.
Ein süsses, mittlerweile aber auch offensichtliches Geheimnis verriet uns der neue Mann bei WHS, Managing Director Ralph Hermann. Ihm und Ana Hermann steht demnächst Kindersegen ins Haus. Wir wissen bereits jetzt: Es gibt keinen Verlagsleiter, sondern eine künftige Agenturchefin. Wie das Mädchen heissen wird, dürfen wir leider auf Grund eines Schweigegelübdes nicht ausplaudern. Ratefüchsen sei aber gesagt, dass es einen gleich lautenden Filmtitel (deutsche Übersetzung!) gibt. Nein, es handelt sich nicht um «Rain Man».
Ein weiterer neuer Mann bei WHS ist Christian Wick. Er verliess die von ihm mitbegründete Agentur Inhalt & Form und leitet den neu geschaffenen PR-Unit von WHS. Allerdings wurden wir den Verdacht nicht los, dass ihn doch ab und zu das Heimweh packt. An der Kaufleuten-Bar unterhielt sich Wick jedenfalls lange mit Susanne Haug, Beratungsassistentin bei Inhalt & Form.
Weiterer Szene-Gossip: Bereits wieder bestens in «good old Zurich» eingelebt hat sich der neue Euro-RSCG-CEO Frank Bodin. Dem Vernehmen nach hat er sich einen der unter Werbern sehr begehrten Motorbootliegeplätze in der Nähe des Bellevue ergattert. Trotzdem will Bodin auch zukünftig seine Konzepte im Büro fertig stellen. «Auf dem See kann ich allenfalls Ideen sammeln, aber nichts wirklich Gutes schreiben», so Bodin im O-Ton.
Schon jetzt annonciert: Shortlist-Dauergast Jürg «Oetti» Oetterli (jawohl, der im Schlepptau von IP-Multimedia-Kundenberater Dominik Schrag kam) will dieses Jahr tatsächlich mal eine eigene (Geburtstags-)Party ausrichten. Wer noch nicht eingeladen ist, hat allerdings Pech gehabt. Es werden nur noch Frauen auf die Gästeliste genommen.
Mit seiner Freundin Susanne Stüber von Unit.net kam Facts-Verlagsleiter Christoph Marty. Die beiden wohnen schon zwei Jahre zusammen. Damit es endlich alle wissen: Der schöne Christoph ist nicht mehr zu haben! Susanne hatte dafür einen guten Tipp: Filmausschnitte vom Blue-Balls-WHS-Abend können unter Unit.net angesehen werden.
Seltene Partygäste kriegten wir mit den Internetkernkompetenzlern von RØSA vor die Kamera. Leider wollten die schönen Begleiterinnen von Marky Goldstein, Christopher Webster und UD (Künstlername!) aber partout nicht mit aufs Bild.
Ebenfalls bis in die VIP-Lounge im ersten Stock des Kaufleuten haben es Karin Leonhardt und Bettina Bussey von Primetime geschafft. Die Filmschmiede in Schlieren zählt WHS zu ihrer Kundschaft.
Übrigens scheinen Werber doch besser als ihr Ruf zu sein. Nach Konzertende war es ein schweres Unterfangen, weitere Kommunikationsangestellte vor die Linse zu kriegen. Es hatten sich wirklich schon alle nach Hause verabschiedet, um an der Montagmorgensitzung einen frischen Eindruck zu machen. Bekanntlich ist das neben dem Freitagnachmittagsapéro der einzige unumstössliche Termin in einer Werbeagentur.
Beat Fritsch

got the Blues. Zumindest am letzten Sonntagabend, als WHS im Rahmen einer Blue-Balls-Konzertnacht mit Ethno-Blues-Performer Olu Dara den zehnten Geburtstag feierte. Wie erwartet gaben sich nicht nur Musikliebhaber ein Stelldichein, sondern auch viele Vertreter der Werbeszene.
Wer sonst Geburtstag oder anderes feiert, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.

Clio-Bronze für die Schweiz

An den Clio Awards wurden drei Schweizer Beiträge mit Bronze ausgezeichnet.

An den Clio Awards wurden drei Schweizer Beiträge mit Bronze ausgezeichnet.Zweimal erfolgreich war AY&R mit der Kuoni-Kampagne in der Kategorie Billboard/National Campaign und mit der Kampagne für die Verkehrsbetriebe Zürich in der Kategorie Poster/Local Campaign. Einen Bronze-Clio bei den TV- und Kinospots erhielt McCann-Erickson, Zürich, für «Police Control» im Auftrag der Anonymen Alkoholiker (Kategorie Public Service). Auf die Shortlist der Clio Awards hatten es 13 Beiträge aus der Schweiz geschafft.

News: Verlage gewinnen gegen Medienspiegel

Die Media Monitoring Switzerland AG (MMS), die nach individuellen Kundenwünschen Zeitungsartikel per E-Mail und Fax vertreibt, verletzt das Urheberrecht. Zu diesem Urteil kommt das Berner Obergericht.

Die Media Monitoring Switzerland AG (MMS), die nach individuellen Kundenwünschen Zeitungsartikel per E-Mail und Fax vertreibt, verletzt das Urheberrecht. Zu diesem Urteil kommt das Berner Obergericht.News Verlage gewinnen gegen Medienspiegel
MMS bietet seit Juni 1998 einen vollelektronischen Pressespiegel an. Das Berner Unternehmen liest täglich mit einem Scanner die redaktionellen Inhalte von rund 100 Schweizer Zeitungen in eine Datenbank ein und schickt sie an ihre Kunden. Dagegen klagten sieben grosse Verlagshäuser der Schweiz (Aargauer Zeitung, Berner Zeitung, Edipresse, Le Temps, Neue Zürcher Zeitung, Ringier und Tamedia). Sie machten geltend, das Einscannen und die kommerzielle Verwertung ihrer Produkte verletze geltendes Recht. Das Obergericht gibt ihnen im Wesentlichen Recht. Das Nutzungsrecht für die umstrittenen Artikel liege klar bei den Verlagen, sagte die vorsitzende Oberrichterin Evelyne Lüthy-Colomb. Ob MMS den Entscheid ans Bundesgericht weiterziehen wird, ist noch nicht bekannt.
Presseförderung zu wenig zielgenauDie Finanzkommission des Nationalrates (FK) wünscht im Budget 2002 eine Neuregelung der gesetzlichen Grundlagen zur Verbilligung der Zeitungs-
transporttaxen. Es sei nicht im Sinne des Erfinders, dass die auflagenstarken Mitgliederzeitschriften Coop-Zeitung und Brückenbauer ein Drittel der Taxverbilligung abholten, erklärte FK-Präsident Gerold Bührer (FDP). Das Ziel der Förderung kleinerer Zeitungen und der Bedienung von Haushalten in ländlichen Gebieten werde zwar teilweise erreicht, sagte Bührer. Die heutige Regelung sei aber nicht akzeptabel.
Bündner fördern KabelversorgungDie Bündner Regierung unterstützt die Firma NetCom beim Aufbau eines Breitbandkommunikationsnetzes mit 5,5 Millionen Franken. In den nächsten sechs Jahren sollen 32 Bündner Gemeinden Zugang zum Kabelnetz erhalten. Während gesamtschweizerisch über 95 Prozent der Bevölkerung die Fernsehprogramme via Kabelnetz empfangen, liegt der entsprechende Anteil in Graubünden derzeit bei bloss 40 Prozent. Für die Beseitigung dieses Versorgungsdefizits wird mit einem Investitionsvolumen von total 75 Millionen Franken gerechnet. Die Finanzierung soll grösstenteils über private Investoren erfolgen. Neben den 5,5 Millionen Franken von der Bündner Regierung kann die NetCom, eine Tochter der vom Kanton beherrschten Tele Rätia AG, vom Bund weitere 15 Millionen Franken in Form von Investitionshilfedarlehen erwarten.
ZH-Privatradios: More of the sameDie Medienberatungsfirma Publicom hat in einer Studie über die Entwicklung des Radiomarktes im Grossraum Zürich zwischen 1998 und 2000 festgestellt, dass im Programmbereich alle etablierten kommerziellen privaten Anbieter – Radio 24, Radio Z, Radio Zürisee und Radio Top – ihre Musikformate justiert haben. Es sei eine Reduktion polarisierender Stilrichtungen zu Gunsten des Hitparaden-Mainstream-Pop erfolgt, teilte Publicom mit. An Bedeutung gewonnen habe der Einsatz von Strukturelementen wie Jingles und Trailers. Nicht dem Trend zur Angleichung folge einzig Radio Tropic, das sich aber weder im Hörer- noch im Werbemarkt etablieren konnte. Die Publicom-Studie wurde vom Bundesamt für Kommunikation finanziert. Mit substanziellen Beiträgen beteiligten sich auch Radio Zürisee, Radio Top und Radio DRS daran.
Bund gegen die digitale SpaltungNach Ansicht der Bundesämter für Kommunikation (Bakom) und für Kultur (BAK) droht in der Schweiz die digitale Spaltung der Gesellschaft. Um sie zu verhindern, lancieren die Ämter den Wettbewerb «Ritter der Kommunikation». Mit diesem Titel werden die besten Projekte prämiert, die einer breiteren Bevölkerung den Zugang zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen oder erleichtern. Teilnehmen dürfen Menschen unter 30 Jahren. Der Preis steht unter dem Patronat von Bundespräsident Moritz Leuenberger und ist mit 50000 Franken dotiert. Dieses Jahr werden Projekte prämiert, die zwischen September 2000 und Ende August 2001 angelaufen sind. Einsendeschluss ist der 14. September. Die Website www.com knight.ch bietet weitere Informationen zum Projekt.

News: Sendepause für Radio Herzschlag?

Das St. Galler Lokalradio Herzschlag wartet noch immer auf einen Entscheid des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) betreffend definitive Konzession für den Dauerbetrieb.

Das St. Galler Lokalradio Herzschlag wartet noch immer auf einen Entscheid des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) betreffend definitive Konzession für den Dauerbetrieb.News Sendepause für Radio Herzschlag?
Eine einmonatige Probekonzession läuft Ende Mai aus, sodass der Studentensender vorerst wieder aus dem Äther fällt. Radio Herzschlag gibt sich auf Grund inoffizieller Kontakte zum Bakom zuversichtlich, dass ihm eine Konzession erteilt wird. Beim Bakom habe man von einer «Sendepause» für Radio Herzschlag gesprochen. Als definitiven Starttermin wurde neu der
6. Dezember festgelegt – Bakom-Bewilligung vorbehalten.
CarWinner wird geschlossen Die Winner Market AG stellt ihre Autoplattform CarWinner im Sommer ein. Die Tamedia-Tochter teilte mit, man habe sich dazu auf Grund sorgfältiger Marktanalysen und der Erfahrungen im operativen Bereich entschlossen. Winner stufe den Schweizer Onlineautomarkt auch längerfristig als unrentabel ein und wolle sich auf die attraktiven Rubrikengebiete Stellen, Immobilien und Partnerschaften konzentrieren. Im Rahmen der Schliessung von CarWinner wird die Winner-Gruppe neu strukturiert. Dabei werden rund 15 Arbeitsplätze abgebaut. Zurzeit beschäftigt Winner 45 Personen.

News: Geht JCDecaux an die Börse?

Der französische Aussenwerbekonzern JCDecaux fasst laut Financial Times den Start an der Pariser Börse für Ende Juni ins Auge.

Der französische Aussenwerbekonzern JCDecaux fasst laut Financial Times den Start an der Pariser Börse für Ende Juni ins Auge.News Geht JCDecaux an die Börse?
Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr einen Anlauf zum Börsengang genommen, diesen aber im Oktober wegen des instabilen Marktes abgesagt. Nun sollen 15 bis 20 Prozent der Aktien unters Publikum gebracht werden. Mit dem erhofften Kapitalfluss von rund einer Milliarde Euro soll die weitere Expansion finanziert werden.
Sportrechte bei RTL und Canal Plus Die Bertelsmann-Tochter RTL Group und die zu Vivendi gehörende Canal Plus Group bündeln ihr Sportrechtegeschäft. RTL bringt UFA Sports in die neue Gruppe ein, Canal Plus ihre Tochter Sport Plus. Mit eingeschlossen ist die Groupe Jean-Claude Darmon, an der RTL 28 Prozent hält. Ein Name für das neue Unternehmen wird noch gesucht.
Turner platziert Produkte im Rerun Der US-Fernsehkonzern Turner Broadcasting System will sich neue Einnahmequellen erschliessen. Künftig soll in älteren TV-Serien, die auf TNT wiederholt werden, nachträglich Product Placement verkauft werden. Das von Princeton Video Image entwickelte Verfahren soll erstmals zur Anwendung kommen, wenn in einem Monat die Reruns der Polizeiserie «Law & Order» beginnen. Dank Princetons Technologie können Produkte auf einem Schreibtisch oder gar in der Hand eines Schauspielers platziert werden.
Ferrari-Boss leitet Verlegerverband Luca di Montezemolo, Präsident des Autoherstellers Ferrari, wird neuer Vorstand des italienischen Zeitungsverlegerverbandes FIEG. Angespornt vom Ferrari-Doppelsieg in Monte Carlo vom Vortag, erklärte Montezemolo in der Antrittsrede, er hoffe auch in diesem Sektor «gemeinsame Rennen» zu gewinnen. In den Achtzigerjahren leitete der Agnelli-Zögling bereits das Verlagshaus Itedi, Herausgeberin der Turiner Tageszeitung La Stampa.

Radio 105 ein Monat im Glück.

Vom 1. bis 30. August darf Radio 105 über UKW senden.

Vom 1. bis 30. August darf Radio 105 über UKW senden. Das Bundesamt für Kommunikation hat dem Jugendsender, der sonst nur über Kabel zu empfangen ist, die Konzession dazu erteilt. 105 wird auf der Frequenz 95,9 MHz vor allem in der Agglomeration Zürich zu hören sein. Erfolgreiche Südostschweizer. Die Südostschweiz Mediengruppe hat im Geschäftsjahr 2000 in allen Unternehmensbereichen Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Betriebsertrag ist gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent auf 128,9 Millionen Franken gestiegen, der Reingewinn auf über 5 Millionen Franken. Während sich Printmedien und Druckgeschäft erfreulich entwickelten, ergaben sich im Bereich der elektronischen Medien noch einige Schwierigkeiten. Tele Südostschweiz hat ein bescheidenes Defizit eingefahren. Zu einer Verflechtung ist es zwischen der Druck und Verlag Bieler AG in Bonaduz und der Südostschweiz Print AG gekommen. Gerhard Brunner, Verwaltungsratspräsident der Bieler AG, hat sich an der Südostschweiz Print AG beteiligt und soll in den Verwaltungsrat gewählt werden. Die Druck und Verlag Bieler AG soll per Anfang 2002 in die Südostschweiz Print AG integriert werden.
TONSTUDIO mit plakat. «Kleinplakate sind Objekte, an welchen wir alle täglich – und meistens ohne grosse Beachtung – vorbeigehen», meint Francis Bissat. Für den Werber und Fotografen aus Adliswil war genau das ein Grund, bei diesen Plakaten ein bisschen länger als nötig stehen zu bleiben. Er entdeckte dabei, wie sich solche Plakate in Verbindung mit ihrer Umgebung bei näherer Betrachtung «zu einmaligen und faszinierenden Bildern» entwickeln. Ausgestellt sind die Fotografien von Bissat im Tonstudio Z AG.
3,4 millionen kinobesucher. Die vom Schweizerischen Verband für Kino- und Filmverleih (Procinema) erhobenen Besucherzahlen für Schweizer Kinos weisen eine Steigerung von 6 Prozent im ersten Quartal 2001 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum aus. In den zwölf grössten Städten der Schweiz wurden laut einer Mitteilung der Kinowerbezeitvermarkterin RMB Switzerland rund 3,4 Millionen Eintritte registriert.
READY FOR TAKE-OFF. Wie bringt man einen Brand von 0 auf 100? Diese Aufgabe stellt sich in diesen Tagen für AY&R mit ihrer Kampagne für den Online-Reiseanbieter Beyoo. TV-Spots, Inserate und Radiospots werden gleichzeitig von zahlreichen On- und Offline-Promotionen begleitet. Zum Beispiel wird Beyoo auch neuer Hauptsponsor der SBB Städte- und Regionalfahrpläne. Diese werden ab Mitte Juni in allen Bahnhöfen in einer Auflage von total zwölf Millionen Stück aufliegen. Die gross angelegte Werbekampagne wird auch für den internationalen Roll-out von Beyoo verwendet. Der neue Reiseanbieter bietet unter www.beyoo.ch umfassende Dienstleistungen an und will sich als «der erste webbasierte Reiseanbieter mit globaler Ausrichtung» positionieren.
Sr für mehr Werbung im Privat-TV. Die privaten Fernsehstationen sollen ihre Sendungen mit Spots unterbrechen und auch für Alkohol werben dürfen. Die zuständige Ständeratskommission unterstützt eine Initiative von Carlo Schmid-Sutter (CVP) mit 4 zu 2 Stimmen. Mit neuen Werberegeln will Schmid, auch Präsident der Schweizer Werbung (SW), den Privatsendern das wirtschaftliche Überleben erleichtern oder überhaupt ermöglichen. Er verlangt eine vorgezogene eurokompatible Liberalisierung der Unterbrecher- und Alkoholwerbung.
Aebi wird ADC-Ehrenpräsident. Der Art Directors Club (ADC) Schweiz hat seinen scheidenden Präsidenten Jean Etienne Aebi zum Ehrenpräsidenten ernannt. Die 26. Jahresversammlung des ADC verlieh Aebi den neu geschaffenen Titel «in Würdigung seiner besonderen Verdienste». Nachfolger Aebis an der Spitze des ADC wird Andreas Prokesch. Aus dem Vorstand zurück trat Martin Fueter, seit 17 Jahren Kassier des Vereins. Neu gewählt wurden Peter Brönnimann (AY&R) und Markus Gut (Publicis).
adieu, elviaberner. Deutscher Gründlichkeit fallen per Anfang 2002 die zum deutschen Versicherungsriesen Allianz gehörendenen Assekuranzen Elvia und Berner zum Opfer. Die neue Gesellschaft wird als Allianz Suisse firmieren. Ein Inserateauftritt von Wirz Werbung, Zürich, kommuniziert die Fusion mit der Kampagnenheadline: «Unser Name ist etwas zu lang. Darum heissen wir ab 2002 Allianz Suisse.» Auf doppelseitigen Bildern ragt der Firmenname Elviabernerallianz über einen dafür vorgesehenen Platz hinaus.
Editorial

Konsumentenhefte und viel Rauch
Jetzt sind Schuhmacher, Räz und Gasche, die drei Monumente unter den Schweizer Konsumentenschützern, auseinander und können ihre höchst individuellen Charaktere ungestörter entfalten. Weniger Querelen sind gut für die Hefte. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für alle genug, denn Konsumenten- und Gesundheitsthemen boomen. Auch mit weniger Streitereien wird es sicher keinem der drei Profitester langweilig. Ganz besonders Schuhmacher nicht. Denn er hat mit dem K-Tipp nicht nur sein Kind und die auflagenstärkste Zeitschrift der Schweiz wieder im Körbchen, sondern auch eine Menge Probleme mit. Er muss das Kunststück vollbringen, die praktisch identischen K-Tipp und Saldo sinnvoll auseinander zu positionieren und als unverzichtbares Duo im Lesermarkt zu verkaufen. Kein einfaches Erbe. Und doch hat sich der Streit, der vor zwei Jahren zur Geburt von Saldo führte, mehr als gelohnt. Zumindest im Lesermarkt. In nur zwei Jahren holte Saldo über 140000 neue Abonnenten. Statt knapp 380000 – die Auflage des K-Tipp – hat Schuhmacher jetzt über 520000 Abonnenten in der Kartei. Der Markt für Konsumententhemen hat sich in der Deutschschweiz dank Saldo in nur zwei Jahren sprunghaft ausgeweitet. Mit dem K-Tipp alleine wäre das keinesfalls gelungen.
Auch wenn nun SF DRS grollt und mit dem Rausschmiss von Saldo als Partnermagazin droht, kann das die komfortable Ausgangslage kaum gefährden. Eine Sendung wie der «Kassensturz» mit seinen Serviceschienen braucht ein Begleitheft; ein Verzicht wäre gleichzeitig ein Qualitätsverlust. Wenn sich der Rauch über dem Leutschenbach verzogen hat, wird zwischen SF DRS und Saldo wohl wieder alles beim Alten sein. Daniel Schifferle

Augen weiden im Design

Wenn die Fashion- und Lifestylezeitschrift Bolero zur jährlichen Ausmarchung der Schweizer Jungdesigner ruft, pilgert tout Mode- und Werbezürich in den Hauptbahnhof.

Wenn die Fashion- und Lifestylezeitschrift Bolero zur jährlichen Ausmarchung der Schweizer Jungdesigner ruft, pilgert tout Mode- und Werbezürich in den Hauptbahnhof.VON BEAT FRITSCH Die Frauen wegen der vorgeführten Mode, die Männer wegen der Frauen, die diese Mode auf dem Catwalk zur Schau tragen. Tatsache ist: Der Credit Suisse Prix Bolero hat sich in seinem 10. Jahr zur Nabelschau der Schweizer Modeszene gemausert. Ein Event, der auch im Ausland Beachtung findet und den Vergleich mit London oder Mailand nicht zu scheuen braucht. Die knapp 2500 Sitzplätze waren bereits lange voraus ausverkauft, und die zahlreich anwesenden Fotografen und Kameraleute aus dem In- und Ausland sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache.
Wie immer vor dem grossen Defilée luden Bolero-Chefredaktorin Sithara Atasoy, Verlagsleiterin Martina Allenspach und die PR-Verantwortliche Nicole Schweizer auch heuer zum VIP-Apéro ins Restaurant Stars. Dort fand sich auch Francesco Rossi, Designer der Edeldamenhandtaschen selben Namens, ein. Ihn sah man in Begleitung von Jennifer Reaves, Mitveranstalterin des Mode-Events Blickfang.
Um etwas Schützenhilfe bat Oliver Burger. Der ehemalige Bonaparte-Texter ist schon seit geraumer Zeit als Freelancer unterwegs und gründet nun mit seinem Partner, AD Turan Öznalci, eine Agentur. Die Beiden standen bis anhin als Kreativteam im Solde verschiedener Agenturen und gewannen letzthin mit Rio Home einen Teiletat des Breitbandkommunikationsanbieters Riodata und somit ihr erstes eigenes Budget, was sie zur Geschäftsgründung beflügelte. Klar, dass jetzt nach weiteren Kunden Ausschau gehalten wird. Als Agenturname geistert den frisch gebackenen Jungunternehmern im Moment Otilien-Werbung im Kopf herum, da die Büros an der Otilienstrasse beheimatet sein werden (Ende Werbespot 1).
Unglaubliches von Michi Frank! Möglich, dass er in Zukunft plötzlich mal ohne Hosen an einem Event auftaucht. Am Prix Bolero stellten wir den IPM-Geschäftsführer nämlich Sandra Kuratle von Amok vor, ihres Zeichens Designerin der auf den Sommer angesagten Männerröcke. So ein Stoffteil gehörte bereits letztes Jahr am Werbefilmfestival von Cannes zur bevorzugten Garderobe von Seiler-DBB-CD Markus Cavegn, der damit auf der Croisette ziemliches Aufsehen erregte. Drum der heisse Geheimtipp für Schweizer Werber, die dieses Jahr (nicht nur an der Strandpromenade) auffallen wollen: Mann trägt Rock – von Amok (Ende Werbespot 2).
Auf Stippvisite in Zürich weilte auch Dieter Meier, der über seine zwei Firmen in Kalifornien berichtete, während Ehefrau Monique Meier in Zürich mit ihrer Boutique En Soie Erfolge feiert. En Soie ist neben Andy Stutz’ Fabric Frontline der zweite, für edelstes Tuch angesagte Einkaufsort. Meiers kamen in Begleitung von Kostümdesigner Rudolf Jost und Jacqueline Greenspan, die für En Soie die Pressearbeit erledigt. Und auch für Heiner Wiedemann, der 1999 mit dem Pseudonym Heinrich Brambilla den Prix Bolero gewann und nun für En Soie schöne Stoffmuster zeichnet (Ende Werbespot 3).
So gesittet und edel sich die Zürcher Werber vergangene Woche gaben, so wild und feuchtfröhlich gings freitags in Rubigen bei Bern zu und her. Bereits zum dritten Mal traf sich die Werbeszene der Hauptstadt auf Einladung von Bund-Verlagsleiter J. Pepe Wiss und Marketingleiter Raoul Wanger zur jetzt schon legendären Bund-
Fete. Einmal mehr hiess es grenzenlos schlemmen und trinken – die besten Berner Restaurants besorgten das Catering, und Tranksame jeglicher Couleur floss à discrétion die durstigen Kehlen runter. Und weils ein Fest und keine Verkaufsveranstaltung sein solle, wie Wiss kurz mitteilte, verzichte er auf lange Reden. Er beliess es dabei, sich bei den Anwesenden für ihr Kommen und vor allem beim Mühli-Pesche, bürgerlich Peter Burkhart, fürs Gastrecht in der Mühle Hunziken zu bedanken.
Pesche machte aus der alten Mühle in Rubigen mit viel Sammlerleidenschaft und Liebe ein einzigartiges Skurrilitäten-Panoptikum, das mit Worten alleine nicht beschrieben werden kann. Normalerweise finden dort Konzerte oder Ausstellungen statt. Diese langjährige Arbeit hat Mühli-Pesche letztes Jahr den grossen Kulturpreis des Kantons Bern, immerhin mit 25000 Franken dotiert, eingetragen. Ein echtes Unikum, dieser Mann! Apropos Unikum. So nennt sich auch die gemäss Eigendeklaration im Moment angesagteste Kreativwerkstatt in Bern. Das meinten jedenfalls nicht ganz uneigennützig die ADs Silvia Ringgenberg und
Barbara Flückiger sowie Texter Denis Jeitziner von – es darf geraten werden – Unikum.
Ebenfalls mit von der Partie an der grossen Sause waren Werbeassistentin Claudia Jordi und PR-Assistentin Fabienne Engel von Burson-Marsteller (BM). Begleitet wurden sie von BM-Geschäftsleitungsmitglied Jean-Blaise Defago…exakt derjenige Defago, der vor zwei Jahren als SVP-Pressechef mit seinen gelb gefärbten Haaren für einiges Aufsehen nicht nur in den eigenen Reihen sorgte (eigentlich erstaunlich, was für nichtige Anlässe unsere braven Politiker auf die Palme bringen können). Heute amtet Defago für BM ohne die gelben Haare als Postfinance-Pressesprecher.
Wenn wir schon bei Farben sind: Solche bekannt hat Orange-Werbeleiter Simon Stauber, der uns endlich seine neue Flamme vorstellte. Schon längere Zeit wird nämlich gemunkelt, dass sich der begehrte Branchen-Sonnyboy ennet dem Grossen Teich verliebt habe. Stimmt tatsächlich – sie heisst Jennifer London, kommt nicht von dort und doktoriert zurzeit an der Nahost-Fakultät der University of Chicago.
Stauber war neben Mediaspezialist Robert C. Baier und Werberin Verena Joos übrigens einer der wenigen Besucher aus Zürich. Die letzten beiden Jahre waren es ein paar mehr. Was aber nicht weiter störte. Schliesslich habe sich der Berner Werbekuchen definitiv von Zürich abgenabelt und emanzipiert, wie Pia Banderini Corti von Freiburghaus und Banderini kommentierte. Recht hat sie! Gemütlicher sind die Berner allemal, und festen können sie genauso gut wie die hedonistischen Grossmäuler in Zürich.
Beat Fritsch

ist «bullish», was die Prognosen für die Berner Werbeszene betrifft. Im Börsenjargon heisst das, es geht in nächster Zeit stark aufwärts. Jedenfalls, wenn man als Berechnungsgrundlage der Trendparameter Kopfwehstärke, Alkoholfluss und Heimkehrzeit nach der dritten Bund-Party in Relation zueinander stellt.
Wie auch immer: Am Morgen nach der Fete fühlte sich der Eventchronist wie obiger Zeitgenosse an der Wand der Mühle Hunziken. Drum muss die Leserschaft diese Woche auf ein aktuelles Foto des Schreibers verzichten. Sämtliche in der Mühle gemachten Porträts unseres Autors sind nämlich indiskutabel, kompromittierend oder auf Grund schwankenden Ganges stark verwackelt.
Wer sich sonst in Zürich, Bern oder andernorts trifft, recherchieren wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01
296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

AZ Medien verdoppelt Gewinn

Die AZ Medien Gruppe hat im Geschäftsjahr 2000 ein Rekordergebnis erzielt. Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozent auf 180,3 Millionen Franken.

Die AZ Medien Gruppe hat im Geschäftsjahr 2000 ein Rekordergebnis erzielt. Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozent auf 180,3 Millionen Franken.Die AZ Medien Gruppe hat im Geschäftsjahr 2000 ein Rekordergebnis erzielt. Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozent auf 180,3 Millionen Franken. Der Konzerngewinn wuchs um 93 Prozent auf 8,7 Millionen Franken. Diese Steigerung beruhe auf höheren Erträgen, teilte die AZ Medien Gruppe mit. Zudem hätten Verbesserungen in Geschäftsprozessen substanzielle Kosteneinsparungen ermöglicht. Alle Unternehmensbereiche weisen Erlöszunahmen aus. (sm)

Muse & Musse: Peter Schilde

Muse & Musse Peter SchildeWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Peter Schilde: Die Blushin-Pink- Party. War wie immer aussergewöhnlich gut.Was lesen Sie gerade?Schilde: «Lebwohl, mein Liebling» von Raymond Chan

Muse & Musse Peter Schilde
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Peter Schilde: Die Blushin-Pink- Party. War wie immer aussergewöhnlich gut.
Was lesen Sie gerade?
Schilde: «Lebwohl, mein Liebling» von Raymond Chandler (Dank an Dominique Oberwiler) sowie als Fussballliebhaber «Fever Pitch» (Dank an Lukas Baumgartner).
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Schilde: «Pink Note». Die muss man haben!
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Schilde: «Il Postino», der war so schön.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Schilde: Beim «Samstags-Jass».
Welche ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Schilde: www.fcz.ch (unbedingt reinschauen).
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Schilde: Auf meine Montagsfussballer, die Jassrunde am Donnerstag im Hornegg sowie auf die Lasagne von Rosetta Caovilla.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Schilde: Keine Ahnung.
Liebe ist…?
Schilde: …20 Jahre FCZ-Fan zu sein.

«Ein Vertrauensverhältnis ist nicht mehr nötig»

René Schuhmacher will Saldo und K-Tipp als Powerduo positionieren

René Schuhmacher will Saldo und K-Tipp als Powerduo positionierenDie Entflechtung zwischen den drei Streithähnen Urs P. Gasche, Hans Räz und René Schuhmacher löst zwar eine jahrelange Blockade. Doch die Morgenluft verspricht noch keine sonnigen Aussichten. Auf Schuhmacher wartet eine heikle Aufgabe: Er hat mit Saldo und K-Tipp nicht nur zwei sehr erfolgreiche, sondern auch praktisch identisch positionierte Hefte, die er nun zu einem attraktiven Duo mit je eigenständigen Charakteren zusammen bringen muss (siehe auch Seite 20).Mit der Einigung zwischen Ihnen, Hans Räz und Urs P. Gasche ist das scheinbar Unmögliche Wirklichkeit geworden. Wenn man aber die tief greifenden Konflikte kennt, die der Trennung vorausgingen, scheint klar: Ein Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und den beiden anderen ist kaum mehr denkbar.
René Schuhmacher: Wir haben nach einer Entflechtung gesucht und sie gefunden. Künftig ist jeder von uns zuständig für einen Bereich. Deshalb wird künftig auch jeder so arbeiten können, wie es ihm behagt. Ein Vertrauensverhältnis ist also gar nicht mehr notwendig.
Aber auch Räz und Gasche sind weiterhin zu je einem Drittel an der KI Konsumenteninfo AG beteiligt. Konfliktpotenzial ist also nach wie vor da.
Schuhmacher: Nein, denn ich habe neu 100 Prozent der Stimmen. Das ist Teil der Verträge, die wir jetzt miteinander abgeschlossen haben. Räz und Gasche haben bei der KI Konsumenteninfo AG nichts mehr zu sagen.
Puls-Tipp und Bon à Savoir sind aber Tochtergesellschaften der KI Konsumenteninfo AG.
Schuhmacher: Das waren sie. Räz und Gasche haben die beiden Firmen herausgelöst. Jetzt sind diese absolut selbstständig und unabhängig von der KI Konsumenteninfo. Bon à Savoir gehört Räz, der Puls-Tipp Gasche. Weil der K-Tipp der grösste Wert ist, haben die beiden dort zwar immer noch ihre Beteiligungen, aber sie haben keine Stimmrechte mehr. Ich kann daher künftig schalten und walten, wie ich will.
Jedoch ist auch die neue Situation nicht ganz einfach: Sie haben mit Saldo und K-Tipp zwei praktisch identisch positionierte Hefte. Das macht doch keinen Sinn.
Schuhmacher: Im Moment sind beide Hefte noch sehr nahe beieinander, das ist richtig. Wenn man aber eine klare Positionierung für jeden der beiden Titel schafft, wird es ein Publikum für beide geben, davon bin ich überzeugt. Das zeigen uns auch die Erfahrungen in der Romandie und im Tessin. Als dort in den vergangenen Jahren neue Konsumentenzeitschriften kamen, gruben diese den alten in keiner Art und Weise das Wasser ab. Zum Beispiel sank im Welschland die Auflage von J’achète mieux nicht, nachdem 1997 Bon à Savoir gestartet war. Notabene verlor auch der Beobachter nichts, als Saldo im Februar 1999 auf den Markt kam. Für Konsumententhemen besteht ein enormes Interesse.
Können Sie das Rezept, wie die beiden Titel von einander weg positioniert werden könnten, etwas erläutern?
Schuhmacher: Ich möchte jetzt nicht den Eindruck vermitteln, es liege bereits ein fertiges Konzept auf dem Tisch. Dieses werden wir in den kommenden Wochen zusammen mit den Redaktionen diskutieren und erarbeiten. Nur so viel: Wir wollen künftig mehr Konsumenteninformation bringen und Doppelspurigkeiten in beiden Heften vermeiden. Darin haben wir bereits sehr viel Übung in der Zusammenarbeit zwischen Saldo und «Kassensturz». Auch dort gilt die Regel, dass nicht beide Redaktionen am gleichen Thema arbeiten, dieselben Ratgeber haben, die gleichen Tests machen. Das klappt sehr gut. Dieses Modell wird jetzt auch noch auf den K-Tipp ausgeweitet. Sicher ist: Die beiden Redaktionen bleiben getrennt. Das ist wichtig, denn eine Konkurrenzsituation fördert die Qualität.
Wie werden Sie künftig bei der Abonnentenwerbung der beiden Titel vorgehen? Wem wollen Sie welches Heft schmackhaft machen? Oder rechnen Sie damit, dass beide Hefte gleichzeitig abonniert werden?
Schuhmacher: Es ist durchaus denkbar, dass wir für beide Titel ein Kombi-Abo anbieten werden. Beide Hefte erscheinen vierzehntäglich und sind umfangmässig sehr schlank. Einmal wöchentlich einen Konsumententitel zu lesen, wäre sicher ein attraktiver Service für Leute, die an solchen Themen interessiert sind.
Die Hefte unterscheiden sich aber in einem Punkt ganz wesentlich: Der K-Tipp hat Werbung, Saldo keine. Bleibt das so?
Schuhmacher: Saldo wird sicher werbefrei bleiben, das gehört zum Konzept dieses Titels.
Und der K-Tipp, der mitunter Werbung hat, die nicht immer über alle Zweifel erhaben ist? Zum Beispiel werden Produkte wie Weine im Versandhandel angeboten. Man kommt nicht ganz um den Eindruck herum, das Heft werbe gelegentlich für Dinge,
die durchaus auch im redaktionellen Teil des Heftes Thema sein könnten. Werden Sie da etwas ändern?
Schuhmacher: Als ich noch dabei war, hatten wir für den K-Tipp Werberichtlinien, die zum Beispiel Werbung für Alkohol ausschlossen. Man kann sich sicher darüber unterhalten, ob Alkoholwerbung in einem Konsumententitel sinnvoll ist. Aber bevor definitive Entscheide fallen, will ich die Situation erst einmal gründlich analysieren.
Tatsache ist aber auch, dass bei der KI Konsumenteninfo die Kosten markant gestiegen waren. Kennen Sie die Gründe für diesen Kostenschub?
Schuhmacher: Im Augenblick weiss ich nur so viel: Die Kosten stiegen stark. Welches genau die Gründe waren, kann ich erst beurteilen, wenn ich die Situation genau analysiert habe. Ein Grund war sicher die neue Konkurrenz Saldo, die die Auflage des K-Tipp stagnieren liess und entsprechend dessen Aufwand für Mailings erhöhte.
Wo glauben Sie, in der Zukunft Sparpotenziale ausschöpfen zu können?
Schuhmacher: Vor allem in der Logistik. Wir brauchen zum Beispiel nur noch einen Ratgeber-versand. Wir brauchen nur noch eine Aboverwaltung für Saldo und K-Tipp. Mittelfristig werden wir wahrscheinlich auch nur noch eine Druckerei brauchen. Es gibt sicher diverse Bereiche, in denen man Geld sparen kann, ohne dass sich das negativ auf den Service auswirkt. Interview: Daniel Schifferle

Zurück zur Sentimentalität

Coca-Cola will den schlechten Umsatz im Jahr 2000 mit harmonischen Spots korrigieren

Coca-Cola will den schlechten Umsatz im Jahr 2000 mit harmonischen Spots korrigierenVon Thérèse BalduzziCoca-Cola hat eine neue internationale Werbekampagne lanciert. Damit will der Softdrinkkonzern aus Atlanta die unbefriedigenden Umsätze des vergangenen Jahres korrigieren. 31 Spots zeigen emotionsgeladene Lebenssituationen, die mit Coca-Cola akzentuiert werden und führen die neue Tagline «Life tastes good» ein.
Mit den neuen Spots kehrt Coke zum alten Stil lebensbejahender, sentimentaler Geschichten zurück. Letztes Jahr setzte die Firma in Amerika eine humorvolle Kampagne ab, in der etwa Familientreffs wegen fehlender Cokes bös endeten. Der schwarze Humor der «Moments»-Kampagne wurde vom breiten, offenbar harmoniesüchtigen Publikum nicht goutiert.
Nachdem die Firma zuvor bereits die «Enjoy»-Kampagne abgesetzt hatte, übergab sie im Dezember das globale Marketing der Interpublic Group (IPG). In der neuen Kampagne wird eine Mischung der letzten Jahre vom neuen CEO Douglas N. Daft eingeführten Strategie «Think local, act local» und dem früheren Ansatz von Coca-Cola, alles vom Hauptsitz in Atlanta aus zu steuern, verfolgt. Firmenvertreter internationaler Märkte erhielten Flexibilität in der Gestaltung der Spots, mussten sich aber an die Plots aus Atlanta halten.
Wir sind doch alle so nett und trinken am liebsten nur Cola
Kreiert wurde die Kampagne von der IPG-Agentur McCann Erickson Worldwide und ihrer Tochtergesellschaft Amster Yard in New York. Beteiligt waren McCann-Erickson in den USA, in Japan, Brasilien, Mexiko, Südafrika, China, Australien, Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Polen, auf den Philippinen und in Bahrain. Die Spots laufen in 200 Ländern.
In einem der drei ersten Spots für den amerikanischen Markt trinkt Jakob Dylan, Sohn von Bob und Mitglied der Band «The Wallflowers», backstage genüsslich eine Cola, bevor er für eine Zugabe auf die Bühne zurückkehrt. Statt des «Life tastes good»-Jingles spielt er ein Stück eines eigenen Songs. In der China-Version macht der chinesische Popstar Nicholas Tse hinter der Bühne eine Coke-Pause, während das Publikum im Konzertstadion für eine Zugabe lärmt. Zurück auf der Bühne spielt Tse den Jingle.
Unterschiedlich adaptiert wurde der Spot «L.I.R.R.» (Long Island Rail Road). In der US-Version rennen zwei junge Paare nach einem Konzert auf den letzten Vorortszug nach Long Island. Während die übrigen Passagiere im Zug einschlafen, schnappt sich der eine junge Mann eine Büchsen-Coke aus der Tasche des anderen und denkt laut darüber nach, wie sie nur sechs Wochen vor dem Schulabschluss stehen und dies die schönste Nacht seines Lebens sei.
In der deutschen Version denkt der junge Mann in rein visuellen Rückblenden und nur über den Spass, den sie am Konzert hatten, nach. Auch er trinkt dazu Coke, allerdings aus einer Petflasche. Dabei streicht er einen Tropfen auf die Lippen seiner dösenden Freundin – für Amerika wäre dies wohl eine bereits zu erotische Handlung.
Im Spot «Wedding», der international laufen wird, schwirren verschiedene Verwandte für die letzten Vorbereitungen um die Braut. Ein Blumenmädchen, das eine Coke-Flasche hält, findet durch das ganze Gewirr Blickkontakt mit der Braut und offeriert ihr einen Schluck. Die Familienszene ist weit weg von einer ähnlichen Situation in einem der letztjährigen Spots. Darin hatte eine Grossmutter wegen fehlender Cokes mit ihrem Rollstuhl zu einer Amokfahrt durch das Festbuffet angesetzt.

SF DRS hat die Schnauze voll

Der Burgfrieden zwischen Schuhmacher, Räz und Gasche löst bei SF DRS im Moment nur Misstrauen aus

Der Burgfrieden zwischen Schuhmacher, Räz und Gasche löst bei SF DRS im Moment nur Misstrauen ausVon Daniel SchifferleMit der Aufteilung des Printmedienimperiums der drei Konsumentenschützer Hans Räz, Urs P. Gasche und René Schuhmacher hat sich letzterer die meisten Probleme eingehandelt. Neben einer sinnvollen Positionierung der beiden praktisch identischen Hefte Saldo und
K-Tipp muss ihm die Rettung der Zusammenarbeit mit SF DRS
gelingen. Dort hat man die Nase gestrichen voll vom Hin und Her mit den Partnermagazinen (siehe auch Seite 5).
Eine Ära ist zu Ende: Die drei Konsumentenschützer Schuhmacher, Räz und Gasche dividieren ihr Printmedienimperium auseinander und entflechten ihre Tätigkeiten. So gibt es für die drei Streithähne, deren Konflikte auch für die Weiterentwicklung der Publikationen nicht förderlich waren, künftig kaum mehr Anlass zum Streiten. Einzig die Vermarktung sowie der Bereich Abonenntenservice bleiben auch weiterhin für sämtliche Titel dieselben.
Schuhmacher hat jetzt mit dem K-Tipp und dem ebenfalls sehr erfolgreichen Saldo zwar ein Powerduo mit einer Auflage von zusammen über 520000 Exemplaren, das aber reichlich Probleme aufwirft. Denn die beiden Hefte sind praktisch identisch positioniert. Die Aufgabe wird sein, diesen vernünftig nebeneinander genügend Lebensraum zu schaffen. Wie, das wird die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate sein.
Eines ist für Schuhmacher aber bereits jetzt klar: Er will beide Hefte behalten, eine Zusammenführung ist kein Thema. Denn er ist optimistisch, dass beide Titel im Markt Platz haben. Schuhmacher: «Beide Magazine kommen nur vierzehntäglich heraus und sind mit je 32 Seiten Umfang relativ schmalbrüstig. Im Vergleich mit der Coop- und der Migros-Presse, die Auflagen von über zwei Millionen Exemplaren haben, ist es immer noch wenig, was die Konsumentenpresse dem entgegensetzt.»
SF DRS grollt und traut im
Moment keinem mehr
Weit einfacher ist hingegen die neue Struktur für Hans Räz und Urs P. Gasche, die zwei erfolgreiche Hefte weiterführen. Gasche gehört neu zu 100 Prozent die Puls Media AG, Herausgeberin des Puls-Tipp. Räz wird alleiniger Besitzer der Edition Plus GmbH, Herausgeberin von Bon à Savoir. Weil Konsumenten- und Gesundheitsthemen gegenwärtig stark boomen, sind für beide Hefte weiterhin genügend Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden. Räz und Gasche werden aber immer weniger am Sitz der KI Konsumenteninfo anzutreffen sein, dafür umso häufiger bei ihrer gemeinsamen TV-Produktionsfirma Xproductions, die nur einen Sprung von der KI Konsumenteninfo entfernt liegt.
Derweil Puls-Tipp und Bon à Savoir beruhigt in die Zukunft schauen können, haben sich über Saldo düstere Wolken zusammengebraut. Nichts weniger, als die für den Erfolg so wichtige Zusammenarbeit mit SF DRS ist bedroht.
Denn dort hat der jetzt von den drei Konsumentschützern geschlossene Burgfrieden nicht etwa beruhigt, sondern im Gegenteil das Misstrauen noch erhöht.
Man fühlt sich als Spielball, den Launen der Drei ausgeliefert. SF-DRS-Chefredaktor Filippo Leutenegger grollt: «Gerade erst hat uns der K-Tipp, noch unter Räz und Gasche, eingeklagt, weil wir Saldo und damit Schuhmacher geholfen haben sollen. Und jetzt ist alles wieder bei Schuhmacher. Da kommt man sich doch komisch vor, wenn dauernd die Karten neu gemischt werden.»
Deshalb will man nun auch die Zusammenarbeit mit Saldo grundsätzlich überdenken. Leutenegger: «Zwar haben die Drei das Feld jetzt neu aufgeteilt, aber das können sie auch wieder ändern, denn alle Drei sind bei der KI Konsumenteninfo AG weiterhin Gesellschafter. Es bleibt deshalb das Problem, dass zwei von ihnen den Dritten auch in Zukunft überstimmen und wieder alles umkrempeln können, wenn sie Lust dazu verspüren.»
SF DRS könnte ganz gut
auch ohne Saldo leben
Dass die Stimmrechte bei der KI Konsumenteninfo nun zu 100 Prozent bei Schuhmacher liegen, ist für ihn überhaupt keine Garantie für eine ärgerfreie Zukunft. «Was wir dringend brauchen, sind verlässliche Partner», betont Leutenegger.
Doch profitiert nicht auch der «Kassensturz» enorm vom Partnermagazin? Leutenegger winkt ab: «Der ‹Kassensturz› hat bisher keinen Zuschauer und keine Zuschauerin mehr wegen Saldo oder K-Tipp gehabt. Wenn schon, stimmt das Gegenteil: Die Magazine brauchen uns.»
Zwar schätzt auch Leutenegger die Möglichkeit, den Zuschauern des «Kassensturz» zusätzliche Serviceleistungen in Printform anbieten zu können. Doch trotzdem schliesst er ein Ende der Zusammenarbeit nicht aus. Leutenegger: «Wir könnten ganz sicher auch ohne Partnermagazin leben.»
Chronologie eines zerwürfnisses mit nachfolgendem burgfrieden

1991: Der Zürcher Anwalt René Schuhmacher gründet den
K-Tipp als Begleitheft zur
Fernsehsendung «Kassensturz». Herausgeberin ist die KI Konsumenteninfo AG, die zu 100 Prozent Schuhmacher gehört.
1994: Schuhmacher lanciert den Puls-Tipp als Begleitheft zur Sendung «Puls» im gleichen Verlag.
1995: Der K-Tipp erscheint erstmals mit Werbung.
1997: SF DRS löst den Zusammenarbeitsvertrag mit K-Tipp und Puls-Tipp wegen schwerwiegender verlegerischer und publizistischer Meinungsverschiedenheiten.
1997: Die KI Konsumenteninfo AG lanciert Bon à Savoir, eine Westschweizer Version des
K-Tipp.
1998: Räz und Gasche setzen Schuhmacher als publizistischen Leiter des K-Tipp ab. Gasche übernimmt neben der publizistischen Leitung des Puls-Tipp auch diejenige des K-Tipp.
1999: Schuhmacher einigt sich mit SF DRS auf eine neue Begleitpublikation zu den Sendungen «Kassensturz» und «Puls». Das neue Heft heisst Saldo und erscheint erstmals im Januar.
2001: Im Mai geben Schuhmacher, Räz und Gasche die Entflechtung ihrer Aktivitäten bekannt. Hans Räz wird in der Folge alleiniger Besitzer der Firma Edition Plus GmbH, Herausgeberin von Bon à Savoir. Urs P. Gasche erhält zu 100 Prozent die Puls Media AG, die den Puls-Tipp herausgibt. In den Händen Schuhmachers sind jetzt neben Saldo auch wieder der K-Tipp sowie die zugehörigen Spezialhefte. Zwar behalten Räz und Gasche ihre Anteile von je einem Drittel an der Herausgeberin KI Konsumentinfo AG, laut vertraglicher Abmachung geben sie aber ihre Stimmen an Schuhmacher ab, der bei der KI Konsumenteninfo AG nun alleine das Sagen hat.
Publikationen von Räz, Gasche, SchuhmacherTitel Auflage 2000
K-Tipp 378982
Saldo 141275
Puls-Tipp 148187
Bon à Savoir 100204
K-Spezial 79125

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