Muse & Musse: Peter Wirth

Muse & Musse Peter WirthWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Peter Wirth: Das Dave-Brubeck-Quartett, weil der betagt-begnadete Pianist sicher nicht mehr viele Liveauftritte geben wird und ich seine Musik mag.Was l

Muse & Musse Peter Wirth
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Peter Wirth: Das Dave-Brubeck-Quartett, weil der betagt-begnadete Pianist sicher nicht mehr viele Liveauftritte geben wird und ich seine Musik mag.
Was lesen Sie gerade?
Wirth: Rolf Degens «Das Lexikon der Psycho-Irrtümer». Ein Geschenk und sehr interessant, besonders das Kapitel über die schädigenden Einflüsse der Massenmedien – die nicht existieren!
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Wirth: Buddha Bar III, «Joy».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Wirth: Stanley Kubricks «2001, A Space Odyssey» vom Balkon des längst verblichenen Kino Apollo, weil es damals so affengeil war.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Wirth: Bei keiner – ich schalte vorher aus. Oder erst gar nicht ein.
Welche ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Wirth: www.fusionanomaly.net
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Wirth: Auf Freunde, guten Rotwein und Tauchgänge in tropischen Gewässern.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Wirth: Träumen und guten Rotwein trinken.
Liebe ist…?
Wirth: …etwas, das ich nicht beschreiben kann, weil es so unbeschreiblich schön – aber lange her – ist.

Bluewin ist einsame Spitze

Top-20-Domains im April: UBS.com fliegt raus, Bluewin.ch baut seinen Vorsprung aus

Top-20-Domains im April: UBS.com fliegt raus, Bluewin.ch baut seinen Vorsprung ausVon Markus KnöpfliDie Schweizer Internetsurferinnen und -surfer haben sich im April sehr ähnlich verhalten wie im März. Dies gilt sowohl für die Dauer, die sie auf dem Web verbrachten, als auch für die besuchten Domains.
Wie im März haben auch im April 2001 insgesamt 2,195 Millionen Personen in der Schweiz das Internet an durchschnittlich zehn Tagen (März: 10,5 Tage) von zu Hause aus genutzt, wie aus der neuesten Erhebung von MMXI hervorgeht. Dabei haben an einem durchschnittlichen Tag 730000 (738000) Besucher 33 (33) Minuten lang gesurft. 345 Domains erreichten eine Reichweite von mehr als einem Prozent.
Die ersten sieben Ränge blieben wiederum relativ stabil, einzig Passport.com und Yahoo.com tauschten ihre Plätze. Noch nie hatte allerdings Bluewin.ch, das gut 17 Prozent vor dem zweitplatzierten MSN.com liegt, einen derart grossen Reichweitenvorsprung.
Etwas weiter hinten tauschten die Suchmaschinen – Google.com und Yahoo.de – ihre Ränge, wobei Google seinen bisherigen Spitzenplatz auf Rang 8 abgeben musste. Und zu einem weiteren Platztausch kam es zwischen Altavista.com und GMX.de.
Neu auf den hinteren Rängen, dafür gleich auf dem mit der Nummer 17, hat sich Bluemountain.com eingefunden. Dafür ist UBS.com, das nach und nach auf Rang 19 gerutscht war, erstmals ganz aus den Top-20-Domains verschwunden. Dabei übersprang die Grossbank-Domain jene von Swissonline.ch, die auf Platz 20 verschont blieb.

Fitnessprogramm für WHS

Mehr Muskeln und Umsatz: Die in München und London domizilierte Werbeagentur London Project und die Werbeagentur Weber Hodel Schmid in Zürich legen ihre Geschäfte zusammen.

Mehr Muskeln und Umsatz: Die in München und London domizilierte Werbeagentur London Project und die Werbeagentur Weber Hodel Schmid in Zürich legen ihre Geschäfte zusammen.«Damit steigert die WHS-Gruppe den Umsatz massgeblich, und die Media-Saturn Holding (München/Ingolstadt) wird einer der bedeutendsten Kunden der WHS», gibt Reinhold Weber bekannt.Der Präsident des Verwaltungsrates und CD wird auch in der Führung des neuen Bundes für Kreation und Strategie verantwortlich zeichnen. London-Project-Gründer Ali Uluileri wird Teilhaber der WHS und als CFO und Managing Director für Finanzen, Strukturen und die Entwicklung der Unternehmensgruppe verantwortlich sein. Uluileri (34) hat Informatik/BLW an der TU-München studiert und war Marketingleiter für Saturn, bevor er zunächst die For Sale GmbH in München und später die London-Project-Advertising-Gruppe gegründet hat. Er wohnt in London.
Weber und Uluileri teilen sich die Geschäftsführung der neu formierten Gruppe. Als Dritter in der GL wird Ralph Hermann, der ehemalige Kommunikationsleiter des Tages-Anzeigers, zum Beratungsleiter und Managing Director von WHS Zürich ernannt. Yvonne Hodel zieht sich aus dem operativen Geschäft weit gehend zurück und wird als Verwaltungsrat «übergeordnete Aufgaben für die Holding» übernehmen. (pan)

Den Würmern eine Pfanne

Die Veranstaltung Young pioneers präsentiert kulinarische Trends und Trendsetter

Die Veranstaltung Young pioneers präsentiert kulinarische Trends und TrendsetterA bug’s life» ist heutzutage nicht mehr das, was es einmal war. Neuerdings sind die Ekel erregenden Krabbelviecher und deren Artgenossen mehr als willkommen – sie landen nämlich mitten auf den Tellern. Ohne Kohl: Was in Asien, Afrika, Australien und Südamerika schon längst zum Speiseplan gehört, etabliert sich auch in unseren Breitengraden. Sowohl lebendig geröstete Heuschrecken und Ameisen als auch gegrillte Maden und Würmer entpuppen sich anscheinend als Delikatessen der Zukunft. «Ekelfood ist Kult», behauptet gar der Ernährungsberater und Publizist Patrick Zbinden, der seine Erkenntnisse jeweils über Radio DRS 3 verbreiten darf. Er ist einer von vier Referenten, die am 6. Juni im Rahmen der Young pioneers-Veranstaltung des Gottlieb-Duttweiler-Instituts über die neusten Trends in der Gastronomie berichten werden.
Gastrokonzepte mit Hand und Fuss werden indessen Stefan Tamò und Cello Rohr präsentieren. Das Duo verwirklicht seit Jahren gastronomische Visionen und Ideen im Stadtkreis 5. Heute sind die beiden Besitzer der Zürcher Trendlokale Lily’s, Josef und Oberer Letten.
Der mysteriöse Karl der Koch wird schliesslich zum Abschluss im Kaufleuten referieren. Der Cuisinier möchte anonym bleiben. Seine Gäste bewirtet er nur in geschlossenen Gruppen in den eigenen vier Wänden. Wer bei ihm speisen möchte, muss in seinen exklusiven Kundenkreis aufgenommen werden. Carole Koch

Das Mass aller Websites

Deutsche Forscher entwickeln Qualitätsstandards für Onlinestudien

Deutsche Forscher entwickeln Qualitätsstandards für OnlinestudienEs ist ein Leichtes, übers Internet mit Onlineformularen Befragungen durchzuführen. Dabei nehmen es viele Onlineforscher aber nicht allzu genau mit der Wissenschaftlichkeit und publizieren Resultate, die auf eher fragwürdigen Methoden beruhen.Vier grosse deutsche Forschungsverbände haben aus diesem Grund gemeinsame Qualitätsstandards für die Technik von Onlinebefragungen entwickelt. Diese sollen Hilfsinstrumente für die Durchführenden von wissenschaftlichen Studien sein und den Auftraggebenden die Möglichkeit geben, die Qualität der einzelnen Angebote besser einzuschätzen.
Die Standards gehen ausführlich auf die Anlage, die Durchführung, die Darstellung, Interpretation und Dokumentation der Untersuchung ein. In jedem Fall, so die Autoren der Standards, sollten die Studienteilnehmer aktiv ausgewählt werden. Allgemeine Beteiligungsaufrufe, zum Beispiel über Banner oder Pop-up-Fenster, genügen gemäss den Standards nicht den methodischen Anforderungen für wissenschaftliche Befragungen. Die Selbstselektivität könne zu Verzerrungen der Stichprobe hinsichtlich soziodemografischer und psychografischer Merkmale führen, weil «professionelle» Befragungsteilnehmer bei passiver Rekrutierung gewöhnlich überrepräsentiert sind.
Die Standards zur Qualitätssicherung für Onlinebefragungen sind jetzt unter www.adm-ev.de abrufbar. Clemens Hörler

Service: BMG mit onlineguide

Die Basler Mediengruppe (BMG) hat die Ausgabe 2001 ihres Onlinewerbeguides zum Download unter www.medien gruppe.ch/werbeguide bereitgestellt.

Die Basler Mediengruppe (BMG) hat die Ausgabe 2001 ihres Onlinewerbeguides zum Download unter www.medien gruppe.ch/werbeguide bereitgestellt.Service BMG mit Onlineguide
Die jährlich erscheinende Broschüre bietet auf 52 Seiten einen Überblick über den Schweizer Internetmarkt.
Das Plakat 2000/2001Der Kommunikationsverband Bayern BWF e. V. lädt zur Teilnahme am 18. Internationalen Wettbewerb «Das Plakat» 00/01 ein. Die Jury, bestehend aus Fachleuten aus Werbung und Industrie, wählt die besten Arbeiten, die im Jahr 2000 oder 2001 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz angeschlagen waren. Einsendeschluss ist der 22. Juni.
Océ ruft zum Best Poster AwardDer Druckerhersteller Océ (Schweiz) lädt zum dritten Mal zum Best Poster Award. Gesucht sind persönlich gestaltete, im Plotverfahren hergestellte Poster (zirka 90 cm ¥ 120 cm) zum Thema «tomorrow’s people». Bewertet werden Gestaltung, Printqualität und kreative Umsetzung. Die eingereichten Arbeiten werden im September an der Orbit in Basel ausgestellt, wo auch die Preisverleihung stattfindet. Informationen und Teilnahmeformulare sind unter Tel. 01 829 13 13 oder
E-Mail [email protected] erhältlich.

EPS macht dicht, vorläufig

Die EPS Programm Service AG in Dübendorf stellt ihre Tätigkeit per 1. Juli ein, bestätigt der EPS-Geschäftsführer Thomas Tetzlaff.

Die EPS Programm Service AG in Dübendorf stellt ihre Tätigkeit per 1. Juli ein, bestätigt der EPS-Geschäftsführer Thomas Tetzlaff.Die EPS Programm Service AG in Dübendorf stellt ihre Tätigkeit per 1. Juli ein, bestätigt der EPS-Geschäftsführer Thomas Tetzlaff. Den 35 Mitarbeitern des Contentproviders für TV-Programminformationen wurde gekündigt. Am 31. Mai berät der Verwaltungsrat gemäss Tetzlaff aber über Alternativen. VR-Präsident ist Beat Lauber, Leiter des Konzernbereichs Neue Medien bei Ringier. EPS besteht seit rund zwei Jahren und ist ein Joint Venture von Ringier, Swiss TXT, Pro 7, Bertelsmann und ZDF. Er beliefert Medien und Websites der Teilhaber mit Inhalten. Da sie weiterhin auf TV-Daten angewiesen seien, prüfe man Nachfolgelösungen. Zu den Gründen für den Einstellungsentscheid wollte sich Tetzlaff nicht äussern. (mk)

Im Sterben gezeugt

Die Privatwirtschaft hilft dem Jugendmagazin Toaster aus dem Grab

Die Privatwirtschaft hilft dem Jugendmagazin Toaster aus dem GrabBis in vier Jahren hätte die Jugendzeitung Toaster aus eigener Kraft selbsttragend werden wollen. Doch nun dreht die Stadt Zürich den Geldhahn zu. Um das Bestehen der seit 30 Jahren von angehenden Journalisten edierten Zeitung zu sichern, verlegen die Herausgeber ihre Zeitung nun als Magazin. Darauf war man in Gesprächen mit RMB Switzerland gekommen, die im Oktober das Anzeigenmarketing übernahm. Sollte der Toaster diese kritische Situation heil überstehen, verdankt er es der Hilfe vieler Firmen, die honorarfrei an seiner Rettung mitgewirkt haben. Seiler DDB, Zollikerberg, etwa konzipierte einen witzigen Auftritt, der das von Fabian Brunner in Anlehnung an das alte Layout redesignte Magazin bei einer relevanten Zielgruppe relaunchen soll. Seite 11

Bangemachen gilt (meist) nicht

Wer mit Angst wirbt, darf nicht zu dick auftragen, weil man sonst oft übers Ziel hinausschiesst

Wer mit Angst wirbt, darf nicht zu dick auftragen, weil man sonst oft übers Ziel hinausschiesstVon Wolfgang KoschnickNichts ist schwieriger, als einen Konsumenten dazu zu bringen, sein Verhalten zu ändern. Sozialpsychologische Erkenntnisse gehören darum zur Grundausrüstung eines Werbers, der die Klaviatur der Bedrohung einsetzt, um Produkte zu verkaufen oder Verhaltensänderungen zu bewirken.
Eigentlich müsste das doch funktionieren: Will man vor den Gefahren des Rauchens warnen, zeigt man die Grossaufnahme eines offenen, eiternden Raucherbeins. Detailgetreu und Ekel erregend. Den Betrachtern stehen dann die Haare so zu Berge, dass sie nie mehr eine Zigarette anrühren.
In Wahrheit läuft das meist anders. Menschen lassen sich durch Furcht oder Angst erregende Appelle so gut wie nie beeinflussen. Und wenn sie es doch geschehen lassen, dann meist nicht in die gewünschte Richtung.
Die Psychologie unterscheidet zwischen Angst und Furcht. Sie bezeichnet Angst als eine frei schwebende Empfindung der Bedrohung im Gegensatz zu Furcht, die eine emotionale Reaktion auf eine spezifische, bewusst wahrgenommene und identifizierte Gefahr darstellt. Furcht ist gewissermassen «normal», ihr Auslöser ist eine konkrete Gefahr. Angst ist das Feld, auf dem die Psychologen ihren Lebensunterhalt verdienen. Furcht die rationale Reaktion auf Alltagsgefahren.
Furchtappelle erzielen auch
unerwünschte Wirkungen
Die Werbepsychologie verwendet Angst und Furcht weit gehend synonym und im Sinne von Furcht. Angst oder Furcht induzierende Werbung ist vor allem im Bereich der nichtkommerziellen Werbung, also etwa in der Gesundheitsvorsorge, bei Sicherheitsmassnahmen gegen Einbruch oder beim Anlegen von Sicherheitsgurten weit verbreitet. Man schildert den Leuten eine konkrete Gefahr und sagt ihnen: «Wenn ihr dies oder jenes tut oder dies oder jenes Produkt kauft, dann könnt ihr dieser Gefahr aus dem Wege gehen.»
Die Sozialpsychologie und die Kommunikationsforschung haben sich eingehend mit der Wirkung solcher Furchtappelle («fear appeals») in der Propaganda, in der Öffentlichkeitsarbeit und auch in der Werbung beschäftigt. Werbung mit Furchtappellen besteht stets aus zwei Teilen: Der erste Teil beschreibt eine Angst erzeugende Situation wie eine Katastrophe, ein Unglück, eine Krankheit – kurzum den eigentlichen «fear appeal» – und im zweiten Teil das Verhalten oder Produkt, mit dessen Hilfe sich die Gefahr aus dem Weg räumen lässt – das «fear reducing behavior».
Der Einsatz negativer Emotionen zur Aktivierung von Konsumenten ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist mit Hilfe von «fear appeals» zweifellos eine Aktivierung der Konsumenten leicht zu erreichen. Es können jedoch Nebenwirkungen auftreten, die dem Marketingziel widersprechen. Bei Werbung mit Angstauslösern können die Zielpersonen ihre Angst ja auch durch Verdrängung bewältigen, statt die werbliche Empfehlung zu befolgen.
Die Werbepsychologie unterscheidet generell zwischen heissen und kalten Emotionen. Heisse Emotionen sind selbst erlebte Empfindungen wie Wut oder Euphorie. Kalte Emotionen hingegen sind vermittelte Empfindungen. Für das Marketing spielen beide Formen der Emotion eine Rolle. Wenn sich der Konsument stark mit der eigenen Kaufentscheidung auseinander setzt und also hoch involviert ist, können heisse Emotionen wie Angst vor Unfällen oder Wut auf Umweltbelastungen kaufhemmend wirken.
Eine klassische Studie der beiden amerikanischen Sozialpsychologen Irving L. Janis und Seymour Feshbach aus dem Jahr 1953 brachte eine erste Klärung. Sie untersuchte die Wirkung von verschieden intensiven Furchtappellen auf die Einstellungen der Versuchspersonen bei der Zahnpflege. Dazu setzte sie einen drastischen, einen massvollen und einen schwachen Angstappell ein. Überraschendes Ergebnis: Weder der drastische noch der mittlere Angstappell führten zu Einstellungsänderungen, sondern der schwache Appell. Auch hier gilt also eines der Grundgesetze der Werbegestaltung: Man darf nicht zu dick auftragen.
Der Mensch bewahrt lieber gute Erinnerungen auf
Allerdings wurde dieser Befund in Nachfolgeexperimenten nicht erhärtet. Irving Janis ging später von einem umgekehrt u-förmigen Wirkungsverlauf aus. Danach steigt die Kommunikationswirkung zunächst mit der Zunahme der Furchterregung, um ab einem – relativ frühen – Wirkungsmaximum wieder zu sinken. Dies läuft darauf hinaus, dass ein mittelstarker Angstappell am nachhaltigsten beeinflusst.
Auch der US-Psychologe William J. McGuire fand bestätigt, dass zwischen der Intensität von Angst oder Furcht und der Einstellungsänderung eine nichtmonotone, umgekehrt u-förmige Beziehung zu Furcht erregender Kommunikation besteht: «Mit zunehmender Intensität steigen anfangs Einstellungsänderungen in ihrer Extremität an, um dann wieder abzufallen.» Man kann dies also wohl als eine einigermassen gesicherte Erkenntnis der heutigen Werbeforschung ansehen.
Der verstorbene deutsche Werbeforscher Werner Kroeber-Riel beschrieb die emotionale Aktivierung und Konditionierung in der Werbung mit dem Satz: «Gefühle sind das trojanische Pferd der Werbung.» Es hat sich nämlich gezeigt, dass Werbung mit ausgeprägt negativen Emotionen auf längere Sicht weniger wirksam ist als solche mit angenehmen Gefühlen. Das liegt daran, dass Gedächtnisinhalte mit unangenehmem Gefühlston mässig, mit neutralem Gefühlston schlecht und mit angenehmem Gefühlston gut behalten werden. Allerdings sinkt bei sehr starken positiven oder negativen Emotionen die Verarbeitungsleistung wieder ab.
Ausgeprägte Furchtappelle führen zu einer defensiven Wahrnehmungssperre bei den Konsumenten und werden deshalb kaum verhaltenswirksam. In allen Nichtraucherkampagnen hat sich wiederholt gezeigt, dass Moral-, Rational- und Angstappelle nicht sonderlich wirkungsvoll sind.
Auch dieses Ergebnis ist aber nicht eindeutig. Eine 1970 veröffentlichte Untersuchung der beiden amerikanischen Werbeforscher Michael L. Ray und William L. Wilkie über eine mit starken Angstappellen operierende Antiraucherkampagne geht allerdings davon aus, dass zwischen dem später beobachtbaren Rückgang des Zigarettenkonsums und der mit Furchtappellen operierenden Kampagne ein deutlicher Zusammenhang besteht. In dieser Kampagne trat ein bekannter Schauspieler auf. Er gab öffentlich bekannt, dass er wegen jahrelangen Zigarettenrauchens an Lungenkrebs sterbe.
Aus dieser Studie schlossen
die Autoren, dass Angstappelle durchaus Erfolg versprechend sind bei Zielpersonen, die «low in anxiety and high in self-esteem» sind, also bei Personen, die selbst wenig Angst haben und über ein hohes Selbstwertgefühl verfügen. Die Sache funktioniert also genau umgekehrt, als man erwarten würde: Nicht die Ängstlichen werden noch ängstlicher, wenn man ihnen durch Werbung Angst einjagt. Es sind die Mutigen mit hohem Selbstbewusstsein, die sich durch die drastische Heraufbeschwörung drohender Gefahren beeindrucken lassen.
Verhaltensänderungen sind meist langwierige Prozesse
Die Frage, welches die Bedingungen dafür sind, dass sich die Personen der Botschaft zuwenden, um Gefahr abzuwenden, ist Gegenstand des von R. W. Rogers 1975 entwickelten «Protection»-Motivationsmodells, das im Laufe der Jahrzehnte von neueren Autoren zum «ordered protection motivation model» (OPM-Modell) und zum «extended protection motivation model» (EPM-Modell) weiterentwickelt wurde. Drei kritische Variablen bestimmten danach die Wirkung von Furchtappellen: (1) das Ausmass möglicher Schädigung, (2) die vom Empfänger vermutete Wahrscheinlichkeit, persönlich betroffen zu sein, wenn er nichts dagegen unternimmt, und (3) die vermutete Wirksamkeit möglicher Gegenmassnahmen.
Verhaltensänderungen sind häufig langwierige Prozesse. Darin spielen bestimmte psychologische Grössen eine Rolle, die gegeben sein müssen, damit Menschen, die sich auf die eine oder andere Weise riskant verhalten, letztlich zu einer gesunden Lebensweise finden. Zentral ist hier das Konzept der Schutzmotivation («protection motivation»), also gesundheitsspezifische Vorsätze, Absichten und Intentionen.
Zwar meint man mit «guten Vorsätzen» im täglichen Sprachgebrauch meist eher erfolglose Bemühungen. Trotzdem ist etwa ein Raucher, der die Absicht hat, mit dem Rauchen aufzuhören, mindestens einen «Schritt» näher an der gesunden Verhaltensalternative als derjenige, der dieses Thema bisher nur angedacht hat.
Entsprechend gehen zahlreiche sozialpsychologische Theorien wie diejenige der Handlungsveranlassung und deren Erweiterung, diejenige des geplanten Verhaltens, die Theorie der Schutzmotivation und das sozial-kognitive Prozessmodell gesundheitlichen Handelns von der Annahme aus, dass gesundes Verhalten vor allem dann gezeigt wird, wenn Menschen entsprechende Intentionen gebildet haben. In der Theorie der Handlungsveranlassung wird sogar die Annahme formuliert, dass Intentionen die einzigen Grössen sind, die letztlich die konkreten Handlungen bestimmen.
Übertriebene Bedrohung kann einen Abwehrreflex bilden
Grundsätzlich kann wohl die Wirkung einer Werbebotschaft durch das Erregen von Angst verstärkt werden. Ein Mensch, der durch negative Appelle aus seinem emotionalen Gleichgewicht gebracht wurde, sucht nach einer Möglichkeit, das Gleichgewicht wieder herzustellen und die «Bedrohung» abzuwenden.
Wird ihm nun gemeinsam mit der Angst erregenden Botschaft ein geeigneter Ausweg angeboten (Nichtrauchen, Impfen, Abschluss einer Versicherung), so akzeptiert er ihn meist und merkt sich ihn besonders gut. Erreicht die empfundene Angst allerdings eine subjektiv nicht mehr ertragbare Höhe, kommt es zu Abwehrmechanismen: Die Botschaft wird – unbewusst – geleugnet, verfälscht oder verzerrt, oder der Werbende wird als unglaubwürdig abgelehnt.
Welche Wirkung ein Angstappell bei einer bestimmten Zielperson hervorruft, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Zunächst von der Grundstimmung der Persönlichkeit (offensiv, defensiv) und ihrem allgemeinen Angstniveau. Zweitens von der Bedeutung des Themas. Drittens von der Stärke des Angstappells in der Botschaft, also der subjektiv empfundenen Wahrscheinlichkeit, mit der die unangenehmen Konsequenzen eintreten könnten. Nicht ausser Acht gelassen werden sollten auch der Zeitraum, der bis zum möglichen Eintreten der Folgen verstreichen wird, und die Glaubwürdigkeit des Senders.
Die zahlreichen Anstrengungen zur Aidsvorsorge haben neue Forschungen gefördert, die sich kritisch mit dem Einsatz von Furchtappellen beschäftigen. Entscheidend ist danach die Risikowahrnehmung («risk perception») der Zielpersonen wie ihre Vorstellung über Möglichkeiten der Eigentätigkeit («self-efficacy»). Wenn die Zielpersonen nicht davon überzeugt sind, dass sie einer Ansteckung durch die Verwendung von Kondomen vorbeugen können, dann werden sie diese auch nicht verwenden – allerdings eher eine logische als eine sozialpsychologische Einsicht.
Beispiele für Angstwerbung finden sich bei Versicherungen, Pharma- und Hygieneprodukten. Angstappelle, also das Aufzeigen drohender Konsequenzen bei Nichtbefolgen der Werbeempfehlung, werden vor allem im Bereich des «social advertising» und des «social marketing», bei Antiraucherkampagnen oder Kampagnen für Zeckenimpfung verwendet.
Eine machbare Problemlösung führt zu erfolgreicher Werbung
Verhaltensverstärkend wirkt in der Regel die Darbietung von Belohnungen oder das Vermeiden von Bestrafungen. Die Werbung verspricht hauptsächlich das Eintreten von positiven Konsequenzen. Als Verstärker stehen dabei verschiedene Belohnungsformen wie finanzielle Vorteile, persönliches Wohlbefinden und soziale Anerkennung zur Verfügung.
Bei Werbung mit negativen Appellen sind verschiedene Reaktionen denkbar: Ist die Wirkung des Werbemittels zu sehr von negativen Erlebnissen geprägt, etwa Angst oder Ekel, kann das Produkt selbst abstossend erscheinen, auch wenn es Rettung vor Unangenehmem verheisst. Allerdings kann man sich auch darauf nicht verlassen, wie die jüngste Forschung zeigt. Zu den meisten Befunden gibt es oft auch Gegenbefunde, die in die entgegengesetzte Richtung weisen.
So halten die beiden US-Forscher Anthony Pratkanis und Elliott Aronson 1991 in ihrem Buch «Age of Propaganda. The Everyday Use and Abuse of Persuasion» ausdrücklich fest, dass man überhaupt nicht dick genug auftragen kann, wenn man Ängste mobilisieren will: «All other things being equal, the more frightened a person is, the more likely he or she is to take positive preventive action.»
Allerdings gilt das nicht in Situationen, in denen sich die Betroffenen machtlos fühlen, die Angst auslösende Situation zu ändern. Und generell gilt: Furchtappelle wirken insbesondere dann, wenn die Zielpersonen die vorgeschlagene Problemlösung für aussichtsreich, Erfolg versprechend und machbar halten. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, sind Furchtappelle nach Pratkanis und Aronson wirksam.
Alle Untersuchungen aus den USA und auch aus Europa weisen allerdings deutlich darauf hin, dass es stets und unter allen Umständen wirksamer ist, Zielpersonen mit positiven Appellen anzusprechen. Das bestätigt eine Studie der University of Daytona aus dem Jahr 1997, die Aufrufe zum Organspenden auf ihre Wirkung untersucht hatte.
In der Vergangenheit hatte man dazu mit geringem Erfolg vor allem Appelle eingesetzt, die das Elend der Menschen betonten, die auf Spenderorgane warten. Die Studie verwendete vier verschiedene Appelle – zwei mit «fear appeals» und zwei mit «positive appeals», die den Segen für die Empfänger betonten. Resultat: 25 Prozent der Betrachter, die per Furchtappell angesprochen wurden, sagten, sie hätten keinerlei Absicht, ihre Organe zu spenden. Betrachter, die positiv angesprochen worden waren, sagten das nur zu 5 Prozent.
Ziemlich eindeutig ist auch der Zusammenhang mit dem Alter der Zielpersonen. Das hat sich in den zahlreichen Kampagnen gegen Drogenmissbrauch in aller Welt gezeigt. Furchtappelle wirken umso besser, je älter die Zielpersonen sind. Je jünger die Zielpersonen, desto stärker verbreitet ist die Vorstellung von der eigenen Unsterblichkeit. Ein wahrer Fluch: Alle Antidrogenkampagnen richten sich vor allem an junge Leute. Und ausgerechnet bei denen zieht das nicht.
Thesen über die Wirkung von furcht erzeugender Werbung

•Die Angst vor einer Schädigung ist eine wesentliche Bedingung zur Veränderung des eigenen Risikoverhaltens.
•Zwischen dem Ausmass an Furchtinduktion und der Bereitschaft zur Verhaltensänderung scheint ein u-förmiger oder auch ein linearer Zusammenhang zu bestehen. Die Befunde sind in diesem Punkt widersprüchlich.
•Möglich ist auch, dass eine hohe Wahrnehmung persönlicher Bedrohung nicht nur erwünschte, sondern auch unerwünschte Verhaltensänderungen zur Folge haben kann.
•Eine grosse Rolle spielen die wahrgenommenen Bewältigungsmöglichkeiten (Kompetenzerwartungen) bei den Zielpersonen.
•Bei Gefährdungspotenzialen, die über Massenmedien weit verbreitet werden, kann sich das Furchterleben und damit die Bereitschaft zur Verhaltensänderung abschwächen.
•Es gibt so gut wie überhaupt keine Untersuchungen über die langfristige Wirkung von Furchtappellen. Die wenigen Untersuchungen, die bislang darüber angestellt worden sind, legen eher positive als negative Wirkungen nahe.
•Über die Wirkungsweise (stark/ schwach/konträr) von Furchtappellen bei nach Alter, Geschlecht oder sozialem Status unterschiedenen Zielgruppen gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse. Insgesamt scheinen Furchtappelle bei jungen Leuten weniger wirksam zu sein.
•Über die Wirkung der positiven und negativen Appelle gibt es widersprüchliche Befunde.
•Die Bereitschaft zur Verhaltensänderung hängt massgeblich vom Thema und vom Kontext der Botschaft ab. So werden Warnhinweise zur Schädlichkeit des Rauchens beispielsweise durch die Präsentation einer attraktiven Person merklich abgeschwächt.
•Die Risikowahrnehmung für bestimmte Erkrankungen ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, der Anzahl bedrohter Personen und vom subjektiven Kontrollerleben. Diese subjektive Wahrnehmung deckt sich jedoch häufig nicht mit dem «realen» Risiko, sondern ist meist zu niedrig («unrealistischer Optimismus»).
•Die Möglichkeit der Veränderung der Risikowahrnehmung hängt von zahlreichen Faktoren ab. So hat die Neuheit und das Schreckenspotenzial von Aids in Kampagnen Verhaltensänderungen ermöglicht, die in der Alkohol- und Tabakprävention nie zu erreichen waren.
Weiter führende Literatur

Wer an einer Literaturliste zum Thema Furchtappellfoschung und Werbewirkung interessiert ist, kann diese kostenlos über die Redaktion der WerbeWoche (info@werbewoche) beziehen. Das Verzeichnis wird per E-Mail zugestellt.
Bisher erschienene Artikel

Sex in der Werbung (WW 38/00), Humor in der Werbung (WW 42/00), Wie beeinflusst das Umfeld die Werbewirkung? (WW 1/01), Wie beeinflusst die Platzierung die Werbewirkung (WW 14/01), Kreativität und Effizienz in der Werbung (WW 18/01)
Wie Werbung wirklich funktioniert

Mit diesem Beitrag des Allensbacher Fachjournalisten Wolfgang J. Koschnick setzt die WerbeWoche ihre Artikelreihe zur Werbewirkungsforschung fort. Diese Folge, Teil 6, beschäftigt sich mit der Wirkung Furcht erregender Sujets in der Werbung.
Wer Fragen zu Aspekten der Werbewirkungsforschung hat, kann diese an uns richten ([email protected]). Wir werden sie nach bestem Wissen beantworten.
Bei der Themenauswahl für diese Serie kann Wolfgang Koschnick auf mehrere Hundert wissenschaftliche Untersuchungen zur Werbewirkung zurückgreifen, die in den vergangenen 50 Jahren im In- und Ausland erschienen sind.

Kopf der Woche: «Es gibt in der Schweiz relativ wenig interessante Medienmanagementjobs»

Patrick Vogt ist seit mehr als einem Monat neuer Geschäftsleiter der Medien Z Holding

Patrick Vogt ist seit mehr als einem Monat neuer Geschäftsleiter der Medien Z HoldingKopf der Woche «Es gibt in der Schweiz relativ wenig interessante Medienmanagementjobs»
Seit über einem Monat firmiert Patrick Vogt als neuer operativer Leiter der Medien Z Holding (MZH). Fast täglich pendelt der 32-Jährige zwischen seinen zwei Arbeitsplätzen, einem Büro an der Kreuzstrasse in Zürich und einem Schreibtisch mit Seesicht im Goldbach-Media-Komplex in Küsnacht. Einen festen Wohnsitz hat er zurzeit nicht. Aber das ist nichts Neues für Vogt. Die letzten zwei Jahre war er für die Beratungsfirma McKinsey unterwegs und betreute vorwiegend Projekte im Ausland.
Was bringt jemanden dazu, die grosse, weite Welt gegen die kleinräumige Schweiz einzutauschen? «Es hat mich gereizt, die bestehenden Geschäftsfelder der MZH weiter zu entwickeln – auch mit der Unterstützung der Schwestergesellschaft Goldbach Media», begründet Patrick Vogt seinen Wechsel und schmunzelt: «Natürlich war das Angebot auch sehr verlockend.» Es gebe in der Schweiz relativ wenig spannende Medienmanagementjobs, führt er weiter an, aber der des Geschäftsleiters der MZH sei einer davon. Mit der Goldbach Media AG als Schwester biete sich der Medien Z Holding eine spannende Ausgangslage für die ihr anvertrauten B-to-C-Aufgaben. Bei seiner Arbeit gehe es in erster Linie um die Erschliessung neuer Märkte im Bereich elektronische Medien.
Patrick Vogt ist in Chur, als Sohn des heutigen Direktors der Appenzeller Bahnen, aufgewachsen. Lokführer wollte er aber nie werden, da ihn schon früh die Medienwelt faszinierte. Neben der Schule und dem anschliessenden Wirtschaftsstudium an der Hochschule St.Gallen jobte er als Redaktor bei der Südostschweiz, beim Blick, bei Cash-TV und Radio DRS, wo er unter anderem auch moderierte. 1996 übernahm Vogt Geschäftsführung und Programmleitung von Radio Grischa – nebenbei verfasste er seine Doktorarbeit zum Thema Regionalverkehr. Im Juli 1999 trat er als Strategieberater in den Dienst von McKinsey und gehörte bis vor zwei Monaten zur «privilegierten» Klasse jener, die am Montagmorgen ins Flugzeug statt in die überfüllte S-Bahn steigen.
Trotz internationaler Tätigkeit ist Vogt mit seiner Bündner Heimat verbunden geblieben: «Ich bin das, was man einen typischen Bergler nennt: Ich habe einen Stierengrind und eine klare Meinung, die ich anderen auch mitteile.» Das werde natürlich nicht überall geschätzt. In seiner spärlichen Freizeit frönt Patrick Vogt als Bergler seinem Lieblingssport: Vom Herbst bis in den Frühling schnallt er sich ein Board oder Skis unter die Füsse und flitzt die Hänge hinunter. Und während der restlichen sechs Monate? «Da meine berufliche Tätigkeit mein Interessengebiet grossflächig abdeckt, mache ich eigentlich nichts anderes mehr» gesteht der Vielbeschäftigte. Mit einer Ausnahme: die Pflege seines Freundeskreises. Simone Keller

Aufgefallen: Multitalent Madonna beherrscht nicht nur Tonfolgen und Rhythmen verschiedenster Musikstile, sie kennt auch die mystische Ausstrahlungskraft esoterischer Auftritte.

AufgefallenMultitalent Madonna beherrscht nicht nur Tonfolgen und Rhythmen verschiedenster Musikstile, sie kennt auch die mystische Ausstrahlungskraft esoterischer Auftritte. Das aktuelle Konzertplakat beweist einmal mehr, dass das Markenzeichen

Aufgefallen Multitalent Madonna beherrscht nicht nur Tonfolgen und Rhythmen verschiedenster Musikstile, sie kennt auch die mystische Ausstrahlungskraft esoterischer Auftritte. Das aktuelle Konzertplakat beweist einmal mehr, dass das Markenzeichen des Popidols dessen Undefinierbarkeit ist. Denn die öffentliche Madonna hat kein Gesicht, sondern viele – und die wechseln fast so häufig wie die Jahreszeiten. Nachdem sie etwa – kurz nach ihrer ersten Geburt – als geläuterte Heilige zu uns sang, trat sie für ihre letzte CD als buntes Cowgirl mit geladenen Pistolen auf. Ganz anders jetzt das Plakat «Madonna Drowned World Tour», also zu Tränen rührende Welttour. Die Farben sind dezent, und die Bildsprache verheisst nichts Heiliges mehr. Es scheint, dass dieses Mal im Spielgarten der schwarzen Magie aufgetreten wird. Und ob dies tatsächlich zu Tränen rührt, ist noch offen. Vielleicht stehen aber auch sämtliche Radiosender davor, vom neuen Madonna-Sound überschwemmt zu werden. Chandra Kurt
Kolumne

Ohne Worte
Von Markus Ruf
«Du bist doch ein begnadeter Texter», schmeichelte mir der Chefredaktor dieses Blattes, und schon hatte er die Zusage für diese Kolumne und ich mein Thema. Der Bäcker bäckt, der Lehrer lehrt, der Chef scheffelt – und der Texter textet eben. Fehlanzeige! Zumindest, was Letzteren betrifft. Mit Schreiben hat der Job heute wenig zu tun. Oder wann haben Sie das letzte Mal eine Schlagzeile gelesen wie diese: «Viele Unternehmen sammeln die Erfahrung, die sie gebraucht hätten, um den richtigen Computer zu kaufen, am falschen Computer, den sie gekauft haben.» (ca. 1986, Stalder & Suter.) Die hätten schon damals nicht viele schreiben können. Heute würden wahrscheinlich auch jene, die dies könnten, sie nicht mehr schreiben. Im Zeitalter der Informationsüberflutung ist der verblüffende Bildeinfall gefragt, der die Botschaft in zwei, drei Sekunden auf den Punkt bringt.
Wer auf die Idee kommt, einen senkrecht nach unten zeigenden Velo-Wegweiser zu montieren, der muss nur noch drunterschreiben: Laax. Downhill-Biking. Wer auf die Idee kommt, eine Fleisch fressende Pflanze Gemüse verschlingen zu lassen, der muss nur noch drunterschreiben: Hiltl. Das vegetarische Restaurant. Und wer auf die Idee kommt, für einen Wonderbra ein Paar Frauenfüsse zu zeigen, deren Zehen von einem Sonnenbrand gerötet sind, während der Rest jungfräulich weiss geblieben ist, der muss gar nichts mehr schreiben. Ausser der verdienten Rechnung.
Das Schöne an diesen Beispielen ist, dass sie es dem Betrachter überlassen, die Schlussfolgerung zu ziehen: Aha, in Laax gibts die steilsten Bike-Pisten. Aha, ein Vegi-Restaurant, das sogar Fleischesser überzeugt. Aha, ein Bikini, mit dem der Busen auf Pamela-Anderson-Format anschwillt. Weniger schön ist, dass ich es nicht geschafft habe, das alles in einem Bild zu sagen. 2000 Anschläge sind für einen Texter heute eine kolossale Menge. Ich bin erschöpft!
[email protected]
Markus Ruf ist freier Konzepter
und amtierender Werber des Jahres.
Sprachbeobachter

Falsche Trennungen
121 bis 130
fels
eng
rund
konstantin
opel
funklaut
sprecher
zugangst
richter
hinkriegen
modemasche
mai
laus
druck
motorenge
räusche
forscher
drang
/
forsch
erd
rang
gewaltenteilung
Beat Gloor, www.textcontrol.ch

Ausserdem: Seit Anfang Mai ist Erwin Thomann (55) neuer PR Manager bei Ford Motor Company (Switzerland) S.A. Er tritt damit die Nachfolge von Lukas Dall’Acqua an, der Brand Manager Large Cars wird.

Ausserdem Seit Anfang Mai ist Erwin Thomann (55) neuer PR Manager bei Ford Motor Company (Switzerland) S.A. Er tritt damit die Nachfolge von Lukas Dall’Acqua an, der Brand Manager Large Cars wird.Die Schweizer Kommunikationsagentur Tr

Ausserdem Seit Anfang Mai ist Erwin Thomann (55) neuer PR Manager bei Ford Motor Company (Switzerland) S.A. Er tritt damit die Nachfolge von Lukas Dall’
Acqua an, der Brand Manager Large Cars wird.
Die Schweizer Kommunikationsagentur Trimedia Communications hat die Mitarbeiterzahl innert Jahresfrist von 49 auf 60 erhöht. In Bern und Zürich stiessen die Berater Marion Starck, Stephan Wehrle und Christina Tsouras zu den Teams. In Genf haben die Berater Jean-Fred Bourquin, Marc de Perrot und Joelle Herren die Agentur verstärkt.
Die Bieler Werbeagentur Virus Ideenlabor hat zusammen mit Thomas Guggisberg, ehemals Product Manager bei Schweiz Tourismus, die Marketingagentur Virus Marketing GmbH gegründet. Die beiden Unternehmen streben eine enge Zusammenarbeit an, wobei sich Guggisberg zusammen mit der Mitarbeiterin Isabelle Schweizer vor allem auf den Einstieg in die Automobil- und in die Tourismusbranche konzentrieren möchten.
get_footer();