Daniel Matter leitet ADC-Jury 2002

Der Vorstand des Art Directors Club Schweiz hat die Aufgaben neu verteilt

Der Vorstand des Art Directors Club Schweiz hat die Aufgaben neu verteiltDer Art Directors Club Schweiz (ADC) hat nach den Wahlen die Vorstandsarbeit neu verteilt. Markus Gut übernimmt die Finanzen, Peter Brönnimann die Pressearbeit und Daniel Matter die nächste Jurierung des ADC Schweiz. Der CD von Matter und Partner, Zürich, betreute zuvor die Presse. Zur Rochade ist es gekommen, weil Matter als Geschäftsführer der eigenen Agentur mit seiner Zeit «etwas haushälterischer umgehen» muss und Brönnimann umgekehrt «grosse Lust» für einen Ausbau der Pressearbeit zeigt. Was die Jurierung betrifft, so will Matter in seinem ersten Jahr keine radikalen Änderungen einführen. Prokesch soll weiterhin die Jurierung moderieren, weil er das, so Matter, «glaubwürdig und diplomatisch» macht.
Matter als Kreativer hat die Jurierung bis jetzt rund 14 Mal erlebt und mit schöner Regelmässigkeit Preise gewonnen.
Die anderen Vorstandsmitgliedern behalten ihre Aufgabenbereiche: Andreas Prokesch ist Vorstandsvorsitzender, Alberto Venzago bleibt zuständig für Special Events, Simone Fennel für Events, André Benker für die Mitglieder und Hans Tanner für die Kreativschule. Andreas Panzeri

Überleben mit Ideen

Bob Isherwood ist in Cannes Präsident der beiden Jurys Film und Press & Poster

Bob Isherwood ist in Cannes Präsident der beiden Jurys Film und Press & PosterVon Andreas PanzeriNeben Carla Hendra, President OgilvyOne North America, die in Cannes die Jury der Cyber Lions leitet, und Chris Ingram, Chairman der Tempus Group PLC, London, der für die Media-Lions zuständig ist, heisst der ganz wichtige Mann in Cannes Bob Isherwood. Der Präsident der beiden Jurys für Film sowie Press & Poster ist weltweiter Creative Director von Saatchi & Saatchi.
«In the attention economy, ideas are the currency», heisst ein Leitspruch von Bob Isherwood. Demnach operieren wir gemäss dem obersten CD von Saatchi & Saatchi in einer «attention economy», weil wir in einem Zeitalter der «over-information» leben. Konkret: Eine Ausgabe der New York Times beinhaltet heute mehr Informationen, als ein Mensch im England des 17. Jahrhunderts in seinem ganzen Leben aufgenommen hat. Dazu wird sich diese Menge an gedruckter Information alle zwei Jahre verdoppeln. «Durch diesen Dschungel von Infos kann sich ein Werber also nur mit ausgefallenen Ideen kämpfen», ist Bob Isherwood überzeugt. «» hat er deshalb kürzlich als Titel über einen seiner weltweit aufmerksam verfolgten Vorträge gestellt.
Seit 35 Jahren arbeitet Bob Isherwood in der Werbung. Die Karriere des gebürtigen Australiers begann bei Young & Rubicam in London, wo er sechs Jahre lang als Group Head eines Kreativteams wirkte. Zehn Jahre prägte er die Arbeit von Collett Dickenson Pearce & Partners. Diese Adresse galt in jener Zeit als die «kreativste Agentur der Welt». 1982 kehrte Bob Isherwood nach Australien zurück, wo er Mitbegründer des Campaign Palace in Sydney wurde. Zu Saatchi & Saatchi ist er schliesslich 1986 gestossen. Bei diesem Agenturgiganten wurde er 1995 Chairman of the Worldwide Creative Board sowie ein Jahr später weltweiter CD und Mitglied des Executive Board. Als Hauptwohnsitz von Bob Isherwood gilt inzwischen New York.
Zu seinen Auszeichnungen gehört der erste Goldlöwe für einen australischen Kinospot in Cannes. Isherwood ist auch einer der wenigen, die einen British Design and Art Direction Gold Award for Advertising gewonnen haben. Ebenso wurde er in den USA in die Clio Hall of Fame gewählt und als Australiens führender Creative Director bezeichnet.
Die Arbeit der Bewertung wird Isherwood in Cannes zusammen mit jeweils 22 Juroren für seine beiden Kategorien bewältigen. Unter ihnen sitzt als einziger Schweizer Juror Martin Spillmann in der Filmjury.
6117 Werbespots ohne Unterbrecherwerbung
Die Film-Show im Palais des Festivals gilt als «the world’s largest and best commercial break» mit 6117 Commercials aus 82 Ländern. In einer ersten Runde wird mit Hilfe eines Punktesystems eine Shortlist von 550 Spots erstellt. Im Rahmen ausgiebiger Diskussionen unter den Jurymitgliedern werden daraus die goldenen, silbernen und bronzenen Löwen erkoren und zum Schluss der Grand Prix vergeben. Gemäss Isherwood ist es unbedeutend, ob dieser Spot von einem grossen oder einem kleinen Auftraggeber stammt. Es müsse einfach «die grosse Idee» gewinnen.
Bei Press & Poster kämpfen 10782 Beiträge aus 69 Ländern zuerst um voraussichtlich 750 Plätze auf der Shortlist, bevor es für die besten der besten ins Gehege der Löwen abgeht, wo sie vergoldet, versilbert oder bronziert werden.

«Weniger Sport, mehr Alkohol»

Ernst Wirz, Regisseur Wirz + Fraefel Productions

Ernst Wirz, Regisseur Wirz + Fraefel ProductionsWelcher internationale Spot wird gewinnen?Ernst Wirz: Die Fox-TV-Serie mit dem Turmspringer, dem Baumfäller, den Ohrfeigern usw.
Schweizer Favoriten?
Wirz: Ganz spontan (man vergisst immer ein paar): Hakle-«Scheibenwischer», der Hund, der dem Nachbarn in die Schuhe pisst für Winner, die «Mafia»-Geschichte («tiefer als man denkt») für die Swisscom, die Computergame-Lovely-Milchkuh und unser Spot «The Hooligan» für die Anonymen Alkoholiker.
Wie viel Erfolg erwarten Sie für die Schweiz?
Wirz: Vier bis sechs Shortlistnominationen, ein bis drei Löwen.
Ab wie wenig wären wir Provinz?Wirz: Ganz ohne Löwen wärs schon arg bitter!
Welche Bedeutung hat Cannes?
Wirz: Die Werbefilmweltmeisterschaft mit allem, was zu einem internationalen Sportanlass gehört.
Schönstes persönliches Erlebnis in Cannes?
Wirz: Der erste Löwe vor gut zehn Jahren.
Vorsatz dieses Jahr?
Wirz: Weniger Sport (siehe Antwort zur Bedeutung), mehr Alkohol.
In Cannes gewinnt man vor allem, wenn…
Wirz: …man eine wirklich aussergewöhnliche, noch nie gesehene, überraschende Werbeidee zeigt, jemand das Ganze adäquat (oder noch besser) umsetzt und man einen Kunden (oder reichen Vater) hat, der das Ganze
bezahlt.
Das FestivalVideo

Bereits zum dritten Mal präsentiert RMB Switzerland rund um das Internationale Werbefestival von Cannes die so genannte Swiss Reel. Das Videotape mit einer Zusammenfassung der Schweizer Cannes-Einreichungen aus der Kategorie Film kostet 80 Franken und kann unter www.canneslions.ch oder telefonisch bei RMB Switzerland, Tel. 01 448 48 48, bestellt werden. Ergänzend zur Spotsammlung bietet Publimedia eine CD-ROM der Kategorie Press & Poster an.
FRÜHERE SCHWEIZER JUROREN IN CANNES

2000 Frank Bodin
(Press & Poster)
1999 Fredy Collioud (Film)
1998 Rudolph Schürmann (Press & Poster)
1997 Edi Andrist (Film)
1996 Reinhold Weber
(Press & Poster)

Cannes: Wir kommen!

Wie zähmen Werber Löwen?

Wie zähmen Werber Löwen?Diese Frage stellt sich nächste Woche wieder in Cannes. Dort kämpfen 305 Schweizer Beiträge an der Weltmeisterschaft der Kreativ-Athleten um Bronze, Silber und Gold. Wer sich konkret was erträumt und erwartet, steht auf den Seiten 12 bis 18

Euro-Gold für Schweizer Arbeiten

Studio Achermann und Niklaus Troxler holen Preise beim ADC of Europe

Studio Achermann und Niklaus Troxler holen Preise beim ADC of EuropeVon Beat FritschSchweizer Werbung scheint international im Aufwind zu sein. Nachdem es an der Jurierung des Art Directors Club of Europe (ADCE) in den letzten zwei Jahren kein Gold gab, schafften dieses Jahr Schweizer Kreative wieder den Sprung aufs Podest.
Die ADCE-Awards gehören mit zur Spitze der an internationalen Wettbewerben zu vergebenden Auszeichnungen. Eine Anmeldung ist nicht möglich, denn die in den einzelnen Ländern mit Silber oder Gold belohnten Arbeiten nehmen automatisch am europäischen Kreativausstich teil. Und der stand für die Schweiz unter einem guten Stern. Nachdem 1999 aus 52 Arbeiten 10 Nominationen und 2000 aus 50 Arbeiten 4 Nominationen ausgesprochen worden waren, gabs heuer auch für unser Land gelbes Edelmetall.
Von 61 Einreichungen schafften es 8 auf die Shortlist, 2 davon wurden hochkarätig ausgezeichnet. Zu Gold kamen das Studio Achermann für den Migros-Geschäftsbericht und Niklaus Troxler für seine Plakate zum Jazz-in-Willisau-Festival. Dass Schweizer Werbung auch im Ausland wohl(wollend) wahrgenommen wird, zeigte die Aussage von Johannes Newrkla. Der Juror aus Österreich, beim ADCE als Schatzmeister im Amt, vermisste die Kuoni-Spots, denen er ebenfalls Goldchancen eingeräumt hätte.
Ein kritisches Augenmerk setzen die Juroren hingegen nach wie vor auf das Kreativgefälle unter den teilnehmenden Ländern. Gemäss Stefan Schmidt, CD bei Springer & Jacoby International, liege sogar Deutschland noch Lichtjahre hinter den Briten zurück. Gar eine lange Zeit könnte es auch dauern, bis die ehemaligen Ostblockländer ein akzeptables Kreativniveau erreicht hätten. Zurückzuführen sei dies auf die Tatsache, dass die Wandlung von einem Nachfrage- in einen Angebotsmarkt in diesen Ländern ein immer noch laufender Prozess sei, so Schmidt.
Mehr ausgezeichnetes Design als lustige Werbung
Die Jurierung fand in sehr lockerer Atmosphäre bereits zum vierten Mal unter der Ägide des ehemaligen D&AD-Direktors David Kester im Londoner Design Council statt. Von allfälligem Länderchauvinismus war absolut nichts zu spüren, hingegen weckte die Veranstaltung bei aussenstehenden Betrachtern den Eindruck, dass im Gegensatz zu den nationalen Ausmarchungen ein eher stärkeres Augenmerk auf Design und visuelle Umsetzung gelegt wurde. Möglicherweise darum, weil Werbeaussagen sehr oft von länderspezifischem Humor gekennzeichnet sind oder ohne genauere Kenntnisse des Aussagekontextes nicht verstanden werden können. Gestützt wird dieser Eindruck von der Tatsache, dass gerade in den Kategorien Graphic Design und Illustration & Photography je zweimal Gold vergeben wurde, es hingegen in anderen Kategorien gar keine Goldauszeichnungen gab.
Allerdings: Der Grand Prix ging an eine Spotkampagne für QTV/Emap on Air, welche die Juroren vor allem durch Witz und Wortspiel überzeugen konnte. Den Endsieg knapp verpasst hat die Site requiemforadream.com, deren Besuch mehr als nur empfehlenswert ist.
Martin Spillmann hielt sein präsidiales Versprechen
An der Schwelle zum neuen Jahrtausend wurde der ADCE von AY&R-CD Martin Spillmann präsidiert, dessen Ziel es gewesen war, durch bilaterale Gespräche weitere Mitglieder in den Club zu holen. Dies scheint ihm gelungen: Trotz eines Austritts – die Belgier machten ihre 1999 angekündigte Drohung wahr – zählt der ADCE heute mehr Mitglieder denn je. Die Kreativclubs von Portugal und der Tschechischen Republik waren bereits im Jahr 2000 neu mit dabei, an der diesjährigen Ausmarchung durfte man die beiden norwegischen Verbände Grafill und Kreativtforum begrüssen. Der ADCE zählt somit 13 Mitgliedsorganisationen, und von den grossen europäischen Nationen stehen lediglich noch die Franzosen aussen vor.
ADCE – BEST OF EUROPEAN

DESIGN & ADVERTISING AWARDS 2001
Schweizer Gold-Nominationen und Gewinner
Kategorie Kampagne Auftraggeber Agentur
Plakat Ferien/Vergessen Kuoni Advico Young & Rubicam (nom.)
Vernetzte Mobilität ZVV Publicis (nom.)
VBZ Literatur VBZ Advico Young & Rubicam (nom.)
Anzeige Zeitung Nico Jahrbuch Tamedia McCann-Erickson (nom.)
Media/Promotion Koks-Flyer Snowboard Garage Publicis (nom.)
Illustration/ Future of Sex My Media Studio Achermann (nom.)
Fotografie
Graphic Design Jazz in Willisau Jazz in Willisau Niklaus Troxler (Gold)
Jahresbericht 1999 Migros Studio Achermann (Gold)

Grosser Bahnhof für Troxler

ADC New York und New York Festival Print verliehen ihre Preise gleichzeitig

ADC New York und New York Festival Print verliehen ihre Preise gleichzeitigVon Thérèse BalduzziBeim New York Festival für Printwerbung gewannen Schweizer Agenturen je einmal Gold-, Silber- und Bronze-Auszeichnungen. Weitere neun kamen ins Finale. Gleichzeitig fand die Preisverleihung des ADC New York statt, bei der Grafiker Niklaus Troxler einen Silberwürfel und die Ehrung Distinctive Merit in der Kategorie Graphic Design erhielt. Ein Distinctive Merit für Werbung ging an McCann-Erickson, Zürich.
Nachdem das New York Festival seine Preise für TV- und Kinospots bereits im Januar verliehen hatte, folgten die Preise für Printwerbung: Guye & Partner, Zürich, erhielt in der Kategorie Outdoor/Transit/Posters Gold für das Plakat «Arena Coupon Plakat» für das Zürcher Fitness- und Tanzstudio Arena. Silber erhielt Seiler DDB AG aus Zürich in der Kategorie Tourismus für «Unforgettable Days» für das Hotel Eden/Hotel Anita in Arosa. Mit Bronze wurde die Kampagne «Live: Tramway/Bus» der Agentur Publicis, Zürich, für den ZVV geehrt. Ins Finale schafften es zweimal Jung von Matt/Limmat, zweimal McCann-Erickson, Genf, sowie je einmal Matter & Partner, Cash Public Animation, Publicis, Zürich, Second Floor South Netthoevel & Gaberthuel aus Biel sowie Wirz Werbung aus Zürich.
Der ADC New York mag die Schweizer Werbung
Bei der Preisverleihung des ADC New York erhielt der Schweizer Grafiker Niklaus Troxler in der Kategorie Graphic Design für sein Plakat «Ellerly Eskelin – Han Bennink» für ein Jazzkonzert in Willisau einen Silberwürfel (siehe auch WW 22/01). Den Distinctive Merit, der einem Bronzepreis anderer Preisverleihungen gleichkommt, erhielt er für das Plakat «Art Nyon reçoit Niklaus Troxler», ein Poster zum gleichnamigen Festival, das die Stadt Nyon zu Ehren des langjährigen Organisators des Jazzfestivals in Willisau veranstaltet hat.
McCann-Erickson, Zürich, erhielt in der Kategorie Werbung den Distinctive Merit für den TV-Spot «Police Control» für die Anonymen Alkoholiker. Für den Spot zeichnet Claude Catsky als Art Director und Copywriter verantwortlich.
Das Atelier Poisson aus Lausanne, bei dem Giorgio Pesce als Art Director, Designer, Fotograf und Illustrator figuriert, erhielt die Auszeichnung Merit (Kategorie Graphic Design) für das Buch «Arsenic Theatre Program, Season 2000/2001» für das Theatre Arsenic.
Hin zur Reduktion, weg
von üppiger Grafik
Der Silberpreis war bereits der vierte, den Troxler für sein Plakat erhalten hat. Ein Silberwürfel vom ADC New York ist eine umso grössere Ehre, als dieser vor ein paar Jahren die separate Kategorie für internationale Beiträge abgeschafft hatte. In der Kategorie Graphic Design wurden insgesamt 5 Gold- und 19 Silberwürfel verliehen. «Ich finde es wichtig, dass man sich als Kreativer ab und zu mit dem Rest der Welt misst», erklärte der sichtlich erfreute Troxler. Dazu ist der ADC New York, der dem Graphic Design einen wichtigen Platz einräumt, auch die richtige Adresse. Nach den anderen Gewinnerbeiträgen gefragt, bemerkte Troxler: «Der Trend bewegt sich wieder mehr zum Reduzierten, weg von üppiger Grafik. Das gilt auch in Europa. Zudem herrscht Individualität vor, es sind viele verschiedene Sprachen vertreten.»
Hauptgewinner ADC

ADC-Grossgewinner in der Kategorie Werbung waren die Agenturen Cliff Freeman, New York, mit vier Goldwürfeln sowie Hakuhodo, Tokio, und TBWA/Chiat, Los Angeles, mit je einem Goldwürfel. Im Graphic Design gewannen Digital Kitchen, Bellevue (Washington), JIC Corporation, Tokio, Lorraine Wild Graphic Design, Los Angeles, Fumio Tachibana und UNA Designers, Amsterdam, je einmal Gold. Ein Goldwürfel für Illustration ging an die New York Times Co. In der Sparte New Media wurden Digit, London, und Motion Theory, Venice (Kalifornien) mit Gold geehrt. Die Gewinnerliste kann auf www.adcny .org abgerufen werden.
Hauptgewinner New York Festival Print

Die Hauptgewinner waren «The Jupiter Drawing Room» aus Johannesburg für ein Zeitschriftenwerbesujet für Nike, Clemenger BBDO aus Melbourne für ein Plakat für die «Pacific Access Yellow Pages», Hakuhodo Inc. aus Tokio für ein Poster für die «Japan Glass Bottle Association», Philipp und Keuntje aus Hamburg für ein Promotional Design für Audi-Steppenwolf und Fischer America aus São Paulo für eine Service-public-Kampagne für die Banco do Olhos (Augenbank) in São Paulo. Weitere Grossgewinner waren die Agenturnetzwerke Saatchi & Saatchi mit insgesamt sechs Goldpreisen, BBDO und McCann-Erickson mit je vier, DDB und Ogilvy mit je drei und J. Walter Thomson, Grey, FCB und TBWA Chiat/Day mit je zwei Goldmedaillen.

Online Marketing: Allianz Starke Schweiz

Ziel: Sensibilisierungskampagne für die Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz. Unterstützung der Printkampagne.

Ziel: Sensibilisierungskampagne für die Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz. Unterstützung der Printkampagne.Allianz Starke Schweiz Werbemittel: Full Banner.
Auftraggeber: Allianz Starke Schweiz, vertreten durch Kummer Public Affairs, Meilen; Verantwortung: Matthias Kummer. Agentur: Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Meilen; Verantwortung: Guido Weber; PR-Beratung/Vermittlung: Publimedia AG/Publimedia Webadvertising AG.

Verspielter und doch seriöser

Die Schweizer Illustrierte kam in den Schönheitssalon von Wolf Dammann und behielt ihre Heftstruktur bei

Die Schweizer Illustrierte kam in den Schönheitssalon von Wolf Dammann und behielt ihre Heftstruktur beiVon Markus KnöpfliSeit dem 11. Juni erscheint die Schweizer Illustrierte (SI) mit einem überarbeiteten Layout, das vom Hamburger Designer Wolf Dammann gestaltet wurde. Die Redaktion erhielt vor allem mehr gestalterische Freiräume.
Einige Neuerungen stechen gleich ins Auge: Die «A-Liste» auf der Front, die die besten Geschichten kurz anreissen soll, ist gewöhnungsbedürftig. Die Aufschlagseiten einiger grosser People-Storys kommen neu mit doppelseitigem Bild daher. Eine variable Spalte pro Doppelseite gibt Luft und gleichzeitig Raum für Bildlegenden und andere Elemente. Die neue Schrift – Knock-out genannt – ist in allen Grössen gut lesbar, gleichzeitig kommt sie dezenter daher, was die Titel weniger boulevardesk erscheinen lässt. Kurz: Die neue SI wirkt seriöser und grosszügiger. Das freut ihren Chefredaktor Marc Walder: «Es war unser Ziel, die SI im Genre Titelmagazine gegenüber der deutschen Konkurrenz weit oben zu positionieren.»
Gleichzeitig kommt die SI auch verspielter daher als bisher: So starten einige People-Storys statt mit einem doppelseitigen nur mit einem ganzseitigen Bild, dafür mit Schwarz unterlegtem Titel oder auch ganz ohne grafisches Element. «Die Redaktion kann fast im Bauklötzchensystem jeder Story eine eigene Identität geben», sagt Walder. Auch das ist gewöhnungsbedürftig, doch weil Heftstruktur und -aufbau praktisch unverändert geblieben sind, dürfte sich die SI-Leserschaft problemlos zurechtfinden.

«Die Schweizer haben gute Chancen»

Matthias Luchsinger, CEO RMB Switzerland, über den Wettbewerb in Cannes

Matthias Luchsinger, CEO RMB Switzerland, über den Wettbewerb in CannesIn seiner Funktion als Schweizer Repräsentant will sich Matthias Luchsinger nicht über die Chancen der Schweizer Beiträge in Cannes äussern. «Ich bin kein Jurymitglied und will mit meinem Urteil auch nicht vorpreschen», meint er. Lieber überlässt er die Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge den Kreativen. Luchsinger ist aber «überzeugt, dass die Schweizer Einreichungen gute Chancen haben».Wie viele Auszeichnungen und Nominierungen in der Shortlist würden Sie für die Schweiz als angemessen erwarten?
Matthias Luchsinger: Die Anzahl Einreichungen aus dem Rekordjahr 2000 haben wir nicht erreicht. Als Schweizer Geschäftsstelle des Werbefestivals von Cannes haben wir aber schon mehrfach festgestellt, dass weniger auch mehr sein kann. Auf die Qualität der Beiträge kommt es an, nicht auf die Anzahl. Letztes Jahr brachten die zahlreichen Einreichungen nur einen einzigen Media-Lion hervor. Dieses Jahr rechne ich aber mit zwei bis drei Lions. Bei den Shortlistauszeichnungen tippe ich auf 10 bis 15, schliesslich sind die Schweizer Agenturen immer noch mit insgesamt 305 Einreichungen in den vier Kategorien im Rennen.
Wie schlecht müsste die Schweiz abschneiden, um als Werbeprovinz bezeichnet zu werden?
Luchsinger: Da halte ich es wie mit dem halb leeren oder halb vollen Glas Wasser: Auf die Perspektive kommt es an. Darum beantworte ich die Frage von der positiven Seite: Ab vier Preisen gilt die Schweiz als Werbegrossmacht.
Was bedeutet Ihnen der Wettbewerb in Cannes?
Luchsinger: Cannes ist nicht nur ein Wettbewerb, sondern der Treffpunkt für die internationale Werbebranche mit unzähligen Gesprächen, Kontakten und Informationen. Dass man sich
von diesen Strapazen am besten am Strand mit einem kühlen Drink in der Hand erholt, habe ich in Selbstversuchen verifiziert.
Welches ist Ihr bisher schönstes persönliches Erlebnis in Cannes?
Luchsinger: Essen in einer Oase (die diesen Namen auch tatsächlich verdient) in der Nähe von Cannes, um dann morgens um fünf Uhr auf einer Reling zu sitzen und mit einem Handy an jedem Ohr den Satelliten zuzuhören.
Welches ist Ihr guter Vorsatz für dieses Jahr in Cannes?
Luchsinger: Genau das Gleiche wie jedes Jahr: Weniger Meetings. Früher ins Bett gehen. Strikte Alkoholabstinenz und nie oben ohne an den Strand gehen!
Beenden Sie bitte folgenden Satz: «In Cannes gewinnt man vor allem, wenn …»
Luchsinger: … man am «Swiss Lunch» von RMB Switzerland teilnimmt und da zum letzten Mal gezielt Lobbying betreibt! Interview: Andreas Panzeri

Von vorn beginnen

Robert C. Baier verlagert Aktivitäten in den strategischen Bereich

Robert C. Baier verlagert Aktivitäten in den strategischen BereichNach dem Management Buyout im vergangenen Januar richtet sich die Mediaagentur Robert C. Baier neu aus. Mediaaudit und Strategieberatung stehen künftig im Vordergrund. Personal- und kostenintensive Leistungen des Mediabackoffice will Baier bei anderen Servicestellen beziehen.Baier muss praktisch von vorn beginnen, ohne Kundenstamm und mit stark reduziertem Team (WW 6/01). In den besten Zeiten – Mitte der Achtzigerjahre – beschäftigte die Agentur acht Leute. Jetzt arbeitet er mit zwei Mitarbeiterinnen zusammen.
«Mediaaudit, Mediakonzepte, Strategiemodelle in Abstimmung mit der Kreation, Mediaeinkauf, Tarifanalysen, ab Spätsommer auch TV-Planung», so umschreibt Baier die Schwerpunkte seines künftigen Leistungsangebots. Doch zunächst geht es darum, einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Im Moment streckt Baier seine Fühler im Bereich Financial Communications aus. Zwei bis drei Anfragen, aus denen sich Kundenbindungen ergeben könnten, seien auf dem Tisch. Bis Spätsommer rechnet er mit einem halben Dutzend Kunden.
Arbeits- und kostenintensive Detailplanung teils auslagern Baier erachtet es nicht als Nachteil, dass eine kleine Agentur wie die seine in Sachen Evaluations- und Kalkulationsprogramme sowie beim Zugriff auf Datenbanken den Grossagenturen nicht das Wasser reichen kann. Weil der Detailplanungsprozess enorm arbeits- und personalintensiv sei, will er diesen Bereich ohnehin «schlank halten und wenn immer möglich outsourcen. Wenn es das Anforderungsprofil verlangt, werden wir diese Möglichkeit bei anderen Agenturen einkaufen», so Baiers Rezept. Deshalb sieht er sich auch mit dem kleinen Team in der Lage, Media-Full-Service anzubieten; das Schwergewicht soll aber nicht mehr dort liegen.
Die Konzentration der Mediaservices bei Grossagenturen werde weitergehen, ist Baier überzeugt. Seine Prognose: «Ein Oligopol von fünf bis sechs Mediaagenturen wird sich herausschälen – auf Kosten der mittleren und kleinen Agenturen, die sich neu strukturieren müssen.» Baier steckt im Moment mitten in diesem Prozess. Mit einem Seitenblick auch auf einige weitere Mediahäuptlinge, die sich in jüngster Zeit selbstständig gemacht haben, meint er halb scherzhaft: «Einige Gurus werden übrig bleiben.» Daniel Schifferle

Gekröntes Lebenswerk

Vergangenes Wochenende wurden in London die Jahres-Awards 2001 des Art Directors Club of Europe (ADCE) vergeben (siehe auch Seite 6), und da gehörte natürlich auch ein Cocktailempfang dazu.

Vergangenes Wochenende wurden in London die Jahres-Awards 2001 des Art Directors Club of Europe (ADCE) vergeben (siehe auch Seite 6), und da gehörte natürlich auch ein Cocktailempfang dazu.VON BEAT FRITSCH Stattgefunden hat er im exklusiven Century-Club an der Shaftsbury Avenue, zu dem sonst Normalsterbliche keinen Zugang finden. Die Lokalität ist, für London typisch, ausschliesslich Members vorbehalten. Und das Erlangen einer Membership ist für Normalos schier unmöglich, weil schlicht unerschwinglich.
Denkbar auch, dass, als sich Clubmembers unter die ADCE-Gäste mischten, sich nicht nur Londoner Geldadel, sondern auch einige echte Lords und garantiert blaublütige Schönheiten darunter befunden haben. Dass Marx seine Theorien in London formulierte, liegt eigentlich auf der Hand. Noch heute ist die Klassengesellschaft in England nicht nur tägliche Realität, man kann sie sogar förmlich riechen.
Erstmals wurde anlässlich der ADCE-Jurierung ein so genannter Lifetime Achievement Award vergeben. Er ging an den deutschen Werber Othmar Severin, auch in der Schweiz kein Unbekannter. Er hat sich durch seine nationale und internationale Arbeit einen grossen Freundeskreis geschaffen, der auch in
die Schweiz reicht. Severin war nicht nur Gründungsmitglied des
ADCE, sondern auch dessen zweiter Präsident; ausserdem amtete er fünf Jahre als Präsident des deutschen ADC und war von 1988 bis 1998 Vorstandssprecher des germanischen Kreativclubs.
Seine berufliche Laufbahn startete der Honorierte 1949 bei McCann in Frankfurt, London und New York, für die er Ende der Fünfzigerjahre die TV-Produktionsabteilung aufbaute und leitete. 1963 übernahm er für ein Jahrzehnt die Position eines Chief Creative Officer bei Young & Rubicam, war danach vier Jahre lang Managing Director bei Leo Burnett, um sich schliesslich als Creative Consultant selbstständig zu machen. Severin, ein Werberurgestein, liess sich selbst durch einen Herzinfarkt – erlitten am Werbefilmfestival in Cannes – mit anschliessender Bypass-Operation nicht aus der Bahn werfen.
Heute wohnt der umtriebige und zeit seines Lebens enorm engagierte Kommunikationsfachmann mit seiner Frau Gi in Venedig, von wo er extra zur Entgegennahme des Preises nach London reiste. Dass er die Auszeichnung absolut zu Recht erhielt, zeigte insbesondere der minutenlange, nicht enden wollende Applaus, mit dem ihm die anwesenden Juroren und Kreativclub-mitglieder aus ganz Europa ihre Reverenz erwiesen.
Von vielen Juroren vermisst wurde übrigens in der Schweizer Delegation AY&R-CD Martin Spillmann, der vor der aktuellen Präsidentin Barbro Ohlson dem ADCE vorsass. Offensichtlich hat er in seiner Präsidialzeit so gute Arbeit geleistet, dass auch er den ADCE-Membern positiv in Erinnerung geblieben ist.

Kooperiertes Corporate Publishing

Drei in der Unternehmenspublizistik spezialisierte Firmen haben sich zu einem starken Partner zusammengeschlossen.

Drei in der Unternehmenspublizistik spezialisierte Firmen haben sich zu einem starken Partner zusammengeschlossen.Inspired Network von Daniel Droesch, Schroeder Partners AG von Mathias Schroeder sowie Patchmedia.com von Brigitte Hauenstein wollen inskünftig gemeinsam auftreten. Das «ganzheitliche Angebot» reicht von der Beratung, Schulung über das Coaching bis hin zu einem umfassenden Redaktionsservice. Ansprechpartnerin für die Kunden ist Patchmedia.com. Ein Netzwerk mit Fachleuten aus verschiedensten Kommunikationssparten unterstützt das Kooperationsteam. Seminare und Workshops werden im eigenen Schulungszentrum oder beim Kunden durchgeführt. Die Dienstleistungen richten sich an mittlere und grosse Unternehmen, lokal und international. (pan)
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