«Ein abrupter Strategiewechsel ist kaum zu erwarten»

Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier über die Forumspresse und seinen neuen Chef

Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier über die Forumspresse und seinen neuen ChefFormschwäche ja, Krisenstimmung nein: Der Tages-Anzeiger habe seinen Tiefpunkt überwunden, kommentiert Peter Hartmeier dessen schlechte Wemf-Werte. Zugleich plädiert der Tamedia-Sprecher für einen branchenweiten Abschied von der Auflagenkosmetik.2001 verzeichnet der Tages-Anzeiger einen rekordverdächtigen Auflageneinbruch von knapp 7 Prozent. Wie lange, Peter Hartmeier, fischt die Gratispresse noch im Anzeigengewässer Ihres Flaggschiffs?
Peter Hartmeier: Nach den Erfahrungen anderer Zeitungen in vergleichbaren europäischen Metropolen sollten wir die Talsohle nun erreicht haben. Ob diese Hoffnung trägt oder trügt, hängt jedoch sehr von den weltpolitischen und ökonomischen Entwicklungen der nächsten Monate ab. Nach dem 11. September etwa stabilisierte sich die Tagi-Auflage schlagartig. Diese Festigung auf etwas tieferem Niveau hält bis heute an und spiegelt sich vor allem im Kioskverkauf wider, der tendenziell anzieht.
Ernsthaft bröckelt das Tagi-Urgestein erst seit zwei Jahren. In Stockholm und Göteborg hat Metro die etablierten Titel einiges länger bluten lassen. Stimmt Sie die Schweizer Pleite des schwedischen Gratispioniers so optimistisch?
Hartmeier: Ich habe mich letztes Jahr bei der «Leader»-Ausbildung der World Association of Newspaper intensiv mit den Pendlerzeitungen beschäftigt. Metro und 20 Minuten basieren nicht auf tragfähigen Businessmodellen. Unsere Branche benötigt beide Ertragssäulen, die Einnahmen der Leser genauso wie die Anzeigenerlöse. Deshalb glaube ich nicht ans langfristige Überleben dieser Art von Gratiszeitungen. Im publizistischen Wettbewerb zwingen sie uns allerdings zu selbstkritischer Reflexion: Haben wir es verpasst, für neue Zielgruppen neue Zeitungstypen zu entwickeln?
Vielleicht leidet der Tagi zusätzlich noch unter einem anderen Genreproblem. Als Forumszeitung ist er verglichen mit polarisierenden Meinungsblättern wie Blick und NZZ jedenfalls deutlich ins Hintertreffen geraten.
Hartmeier: Forumszeitungen sind heute wichtiger und erfolgreicher denn je. In unserer immer pluralistischer werdenden Gesellschaft wachsen das Bedürfnis und die Notwendigkeit zu wissen, was die anderen Menschen und Interessengruppen denken und tun. Zudem bedarf das vielfältige Millionenzürich einer übergreifenden regionalen Identität. Diese täglich neu zu schaffen, betrachtet der Tages-Anzeiger als eine seiner zentralen Aufgaben. Eine solche Integrationswirkung geht den beiden erwähnten, eher national orientierten Zeitungen völlig ab. Recht haben Sie hingegen, was die allgemein verstärkte Nachfrage nach klaren, pointierten Meinungen angeht. Der journalistische Lehrsatz, wonach Zeitungen das einzige Konsumprodukt darstellen, das man kauft, um sich – zumindest gelegentlich – darüber zu ärgern, ist heute so aktuell wie nie zuvor. Dass wir kritische Köpfe wie Roger de Weck und Daniel Cohn-Bendit engagiert haben…
…ist wohl vor allem dem neuen Konkurrenzdruck am Sonntag zu verdanken.
Hartmeier: Als liberaler Mensch gebe ich gerne zu, dass uns der Auftritt der gelifteten «alten
Tante» da etwas auf die Sprünge geholfen hat.
Laut Pressemitteilung hat Tamedia dieses Jahr erstmals auf die Ausschöpfung des üblichen Beglaubigungspielraums verzichtet und den Tages-Anzeiger bei exakt 250000 fixiert. Diese stolz als «Paradigmenwechsel in der Auflagenbewirtschaft» deklarierte Massnahme sieht aber vielmehr wie eine Flucht nach vorn aus.
Hartmeier: Da liegen Sie völlig falsch. Wir wollen mit diesem Schritt eine wichtige und überfällige Debatte anstossen, die uns besonders am Herzen liegt. Mit unserer neuen Beglaubigungspolitik kämpfen wir gegen die grassierende Gratismentalität in der Branche, ob das nun die Pendlerzeitungen oder die mit Gratisabos betriebene Auflagenkosmetik betrifft. Dasselbe gilt auch fürs Internet, wo wir wie andere Verlage heute klar zugeben, unsere Services und Contents zu lange kostenlos angeboten zu haben. Seit Februar ist unser Onlinearchiv kostenpflichtig, und weitere Bereiche werden folgen. Journalistische Unabhängigkeit und Qualität haben halt ihren Preis. «Maximaler Erlös pro Abo» heisst deswegen unsere Devise.
Apropos Qualität: Die Du-Auflage ist 2001 um 16,6 Prozent eingebrochen. Wie lange können und wollen Sie Ihre Aktionäre noch für dieses intellektuelle Feigenblatt zahlen lassen?
Hartmeier: Dieser Ausreisser lässt sich ganz einfach erklären. Vorletztes Jahr schnellte die Gesamtauflage durch eine Sondernummer über Gottlieb Duttweiler derart nach oben, dass der Verlust nun gewaltiger aussieht, als er de facto ist. Im Übrigen schliesst aber die Maxime, konzernübergreifend Gewinne zu erwirtschaften, die Publikation eines Nischenprodukts für die Kulturelite keineswegs aus. Im Gegenteil: Ohne gesundes Kerngeschäft keine unabhängige Spitzenqualität im Stile von Du. Und Tamedia ist im Kern ein topfites Unternehmen.
Der Rückgang des Betriebsergebnisses um 8 Prozent deutet eher auf ein Formtief hin. Läuft Ihr Sparprogramm Fokus noch? Und wann wird der Einstellungsstopp wieder aufgehoben?
Hartmeier: Unter dem Namen Fokus wurden alle Betriebsabläufe überprüft. Dieser Optimierungsprozess steht kurz vor dem Abschluss. Der Einstellungs- und Investitionsstopp hingegen bleibt bis auf Weiteres bestehen. Die Zahlen des ersten Quartals lassen uns da keinen Spielraum.
Kommende Woche tritt Martin Kall sein Amt als Tamedia-CEO an. Es kursieren Gerüchte, wonach er zunächst intern mit dem eisernen Besen kehren und dabei auch defizitäre Traditionstitel wie Du oder Spick nicht verschonen will.
Hartmeier: Macht- und Generationenwechsel lösen immer allerlei Gerede aus. Nach zehn Jahren mit Michel Favre an der Unternehmensspitze bricht für Tamedia am 16. April eine neue Ära an. Dass diese so revolutionär beginnt, wie manche zu hoffen und andere zu fürchten scheinen, glaube ich aber nicht. Die ersten Wochen wird Martin Kall ein Einführungsprogramm absolvieren, das die Konzernleitung ausgearbeitet hat und das Kall mit allen Interna vertraut macht. Ein abrupter Strategiewechsel ist auch deshalb kaum zu erwarten.
Mittelfristig darf man von Ihrem neuen deutschen Chef aber schon die eine oder andere Innovation erwarten. Nahe liegend bei seinem Background und dem Wachstumszwang der Tamedia wäre beispielsweise eine Expansion ins Ausland.
Hartmeier: Als kosmopolitischer Mensch, der als Journalist viel gereist ist, finde ich extrem spannend, was da in der Person von Martin Kall auf uns zukommt. Ob die anstehende Erneuerung aber gleichbedeutend mit Internationalisierung ist, bleibt abzuwarten. Interview: Oliver Classen

Agenturstart mit Herzblut

Unter dem Namen Bongardglanzmann Kommunikation starten Charles Bongard und Tom Glanzmann in die Selbstständigkeit.

Unter dem Namen Bongardglanzmann Kommunikation starten Charles Bongard und Tom Glanzmann in die Selbstständigkeit.Am 1. Mai wird die neue Werbeagentur in Bern ihre Tätigkeit beginnen. Der 32-jährige Bongard blickt auf eine Ausbildung als Werbeassistent und eine Weiterbildung zum Webdesigner und Webpublisher SIZ zurück. Nach einer Anstellung bei der Berner Werbeagentur Contexta arbeitet er seit dem Juni 1999 als Marketingkommunikator bei Postfinance.
Glanzmann, 26-jährig, bringt ebenfalls eine Ausbildung als Werbeassistent sowie die Weiterbildung zum Texter/Konzepter in die Firma ein. Bis Ende März fungierte er als Berater, Texter und Konzepter bei der John Schmid Werbeagentur AG.
Diese Erfahrungen bestimmen die Arbeitsteilung in dem jungen Unternehmen: Glanzmann wird texten und kreativ die Oberhand behalten, Bongard nimmt sich der Webprojekte an – und in Sachen Beratung sind beide versiert. Grafische Arbeiten werden in ein Netzwerk von Freelancern ausgelagert.
Die Startchancen für eine kleine Agentur sieht Glanzmann auch in wirtschaftlich weniger rosigen Zeiten intakt: «Alle grossen Agenturen mussten Federn lassen. Auch grosse Kunden verteilen ihre Budgets heute tendenziell eher auf mehrere, auch kleinere Agenturen.» Zudem spürt er ein Bedürfnis nach einem engeren persönlichen Kontakt zwischen Werber und Kunde: «Man hört oft, dass in die Werbung kein Herzblut mehr investiert wird. Das wollen wir ändern. Dazu gehört auch, mit den Kunden mal ein Bier trinken zu gehen.» (ba)

Mal erleichtert, mal geschockt

Die Wemf-Auflagen 2002 zeigen weitere Auflagenerosionen auf Grund der Pendlerzeitungen an

Die Wemf-Auflagen 2002 zeigen weitere Auflagenerosionen auf Grund der Pendlerzeitungen anVon Daniel Schifferle Die Pendlerzeitungen haben nochmals zugeschlagen: Laut den neuesten Wemf-Auflagenzahlen buchstabiert der Tages-Anzeiger auf den Tiefststand seit 1977 zurück. Aber auch der Wirtschaftspresse der Deutschschweiz liefen die Lesenden davon. Einen veritablen Schock hat der Westschweizer Zeitschriftenmarkt zu verdauen.
Die Pendlerzeitungen hinterlassen in den beglaubigten Auflagen 2002 nochmals tiefe Spuren. Allerdings mussten nicht mehr wie im Vorjahr eine ganze Reihe Titel wie Blick, Aargauer Zeitung und sogar die NZZ Haare lassen. Richtig durchgeschüttelt wurden im dritten Jahr nach dem Markteintritt der Pendlerzeitungen nur noch der Zürcher Tages-Anzeiger und die Basler Zeitung.
Das allerdings kräftig. Zwar hatte der Tages-Anzeiger angekündigt, dass es nach dem massiven Taucher vom letzten Jahr bei der Auflage nochmals runtergehen würde. Die Schärfe des Einbruchs erstaunt aber trotzdem: Über 18100 Exemplare (–6,8%) gingen dieses Mal weg – das ist nochmals ein Drittel mehr als der Verlust des Vorjahres. Zusammengerechnet hat der Tages-Anzeiger innert nur zweier Jahre fast 30000 Exemplare der Auflage eingebüsst – von den Dimensionen her absolut einmalig in der Geschichte des Traditionsblattes von der Zürcher Werdstrasse, das damit auf den Stand des Jahres 1977 zurückfällt.
Immerhin hat Tamedia aus dem Debakel eine schöne runde Zahl gemacht: Genau eine Viertelmillion Exemplare sind beglaubigt. Die neue Auflage soll aber nicht nur einprägsam, sondern jetzt auch ein solides Fundament für die Zukunft sein. Dies jedenfalls verspricht der Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier. Die Talsohle
sei jetzt definitiv erreicht (siehe Interview auf Seite 5).
Richtig schmerzhaft ist der Abrutscher der Basler Zeitung, die im letzten Jahr noch praktisch ungeschoren aus der Schlacht mit den Pendlerzeitungen hervorgegangen war. Jetzt sind es aber gleich über 5400 Exemplare (–4,7%), die dem Basler Blatt in der Schlussrechnung fehlen. Neben den Pendlerzeitungen gibt BaZ-Verlagsleiter Daniel Sommer aber auch dem redaktionell ausgebauten Baslerstab die Schuld an den Verlusten. «Während der Baslerstab sich sogar leicht verbessern konnte, müssen wir davon ausgehen, dass auch er der BaZ wehgetan hat», sagt Sommer. Bei der Basler Zeitung sei die Situation generell schwieriger geworden: im Einzelverkauf, beim Halten der Abonnenten wie auch bei den Werbemails für Neuabonnenten.
Berner Zeitung nur vorübergehend auf Rang vier
Die Täter selber, die Pendlerzeitungen, präsentieren dieses Jahr keine aktuellen Auflagenzahlen. Vom im Februar eingestellten Metropol wird man sowieso keine mehr sehen. Aber auch von 20 Minuten sind weiterhin keine jahresweise erhobenen Auflagenzahlen zu erwarten. «Wir würden zwar gerne, aber die Wemf ist nicht so weit», erklärt 20-Minuten-Verlagsleiter Rolf Bollmann. Vor allem gebe die jeweils während der Schul- und Universitätsferien runtergefahrene Auflage Knacknüsse auf. Als Anhaltspunkt nennt Bollmann eine durchschnittlich verteilte Auflage von etwas über 282000 Exemplaren. Für mit dem Wemf-Prüfzeichen versehene Zahlen, die Vergleiche ermöglichen, muss er aber auf die Leserschaftszahlen der Wemf (Mach Basic) im Herbst vertrösten.
Ein hübsches Ereignis spielte sich dieses Jahr für die Berner Zeitung (BZ) ab. Sie braust mit einem Riesenschritt an der Südostschweiz vorbei und mausert sich zur viertgrössten Tageszeitung der Deutschschweiz. Dies wird möglich dank der neu hinzugekommenen Kopfblätter Thuner Tagblatt und Berner Oberländer, die erstmals zusammen mit der BZ beglaubigt sind. Mit den beiden neuen Titeln kommt die BZ jetzt auf 162202 Exemplare (+18,7%) und positioniert sich damit mit einem dünnen Abstand von nur gerade 8000 Exemplaren hinter der NZZ. Allerdings ist die Position auf Rang vier nur von kurzer Dauer. Denn seit Januar ist die Mittelland Zeitung unterwegs. Der aus Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, Oltner Tagblatt und Zofinger Tagblatt zusammengesetzte Zeitungsverbund thront mit rund 200000 Exemplaren faktisch bereits jetzt auf Rang drei, gleich hinter Blick und Tages-Anzeiger.
Sonntagsmarkt mit trügerischer Stabilität
Eine ausgesprochen stabile Ruhe vor dem Sturm zeigt sich im Sonntagsmarkt. Die Sonntagspresse dies- und jenseits der Sprachgrenze steht auf soliden Beinen. Sämtliche Titel – SonntagsBlick, SonntagsZeitung (SoZ), Le Matin Dimanche, dimanche.ch – behaupteten sich auf hohem Niveau.
Allerdings ist die ausgewiesene Situation in der Deutschschweiz eine Vergangenheitsbetrachtung, die bereits nächstes Jahr ganz anders aussehen wird. Denn mit dem Start der NZZ am Sonntag ist seit dem 17. März ein neues Kapitel aufgeschlagen, in dem besonders die SoZ Federn lassen könnte. Darüber sind sich die Auguren einig. Kein gutes Vorzeichen für die erhoffte Marktausweitung bei der Deutschschweizer Sonntagsleserschaft ist auch die Tatsache, dass weder beim SoBli noch bei der SoZ wirkliches Wachstum drin lag. Und das seit Jahren nicht mehr. Dies könnte ein Hinweis auf einen gesättigten Markt sein, in dem ein neuer Mitbewerber nur auf Kosten bestehender Titel Publikum holen kann.
Erleichterung gabs bei der im letzten Jahr arg gebeutelten Westschweizer Tagespresse.
Le Matin Semaine, der in den vergangenen Jahren teils massiv im Krebsgang war (letztes Jahr um –3,4%), hat sich wieder gefangen (+0,6%). Und auch die kleineren Zeitungen der Romandie, die im Vorjahr ebenfalls verbreitet im Rückwärtsgang gefahren waren, machten wieder Boden gut: La Liberté (+2,7%), L’Express (+1,9%), Nouvelliste (+1,5%), La Presse Riviera-Chablais (+1,6%), L’Impartial (+1,0%) – allesamt legten sie positive Entwicklungen hin, die sich sehen lassen können.
Genau so wenig Anlass zu Sorgen gab die Tessiner Tagespresse, die sich auch dieses Jahr auf absolut stabilem Niveau behauptete.
Durchwegs magere Zeiten für die Wirtschaftspresse
Von den Schweizer Wochenzeitungen gibts nur eine einzige wirklich gute Nachricht: Die Weltwoche hat Boden unter den Füssen gefunden. Nach fast unterbruchslosen Auflagenstürzen der Vorjahre (2000: –8130 Exemplare oder –8,8%) fällt sie dieses Mal positiv auf. Sie geht sogar mit einem leichten Plus von 750 Exemplaren (+0,9%) in ihre nächste Ära. Diese beginnt am 8. Mai als Magazin. Spätestens dann sind aber erneute Auflagenturbulenzen gewiss – ob nach oben oder nach unten, das wird sich zeigen.
Ganz klar vorüber sind derzeit die fetten Jahre der Wochenzeitungen aus dem Wirtschaftssektor. Das abrupte Ende der Börsenhöhenflüge im letzten Jahr und der Einbruch der Konjunktur haben auch die wilde Wachstumsära einzelner Titel abrupt gestoppt. Mit Ausnahme des Westschweizer Bilan (+761 Exemplare oder +4,0%) haben sämtliche Titel Verluste erlitten.
Am meisten vom Einbruch des Börsenbooms getroffen wurde die Finanz und Wirtschaft (FuW). Die Auflagenkletterin der Vorjahre (2000: +4350 Exemplare oder +8,9%), die vom Börsenboom profitiert hatte wie kein anderes Wirtschaftsblatt, ist dieses Mal um 2657 Exemplare (–5,0%) geschrumpft.
Noch dramatischer gings nur bei Cash zu und her. Die Wirtschaftszeitung macht mit einem Verlust von 3683 Exemplaren (–5,1%) den grössten Taucher in ihrer Geschichte. Das vergangene Jahr war für Cash zweifellos ein krisengeschütteltes Jahr. Dem glücklosen, nach neun Monaten bereits wieder abgetretenen Gisler-Nachfolger Fred David war es nicht gelungen, dem Blatt den nötigen Schub zu verpassen.
Aber auch anderen Wirtschaftsblättern ging es nicht viel besser. Die HandelsZeitung verliert 1026 Exemplare (–2,8%). Die Bilanz muss sogar mit 2171 weniger verkauften Exemplaren leben (–3,8%). Ebenfalls eher enttäuschend, angesichts der Börsensituation aber kaum anders zu erwarten, ist das Resultat von Stocks. Der Newcomer, der nur anderthalb Jahre nach der Lancierung eigentlich noch voll im Wachstum sein müsste, beglaubigt bei 26282 Exemplaren. Das ist sogar etwas weniger als die provisorische Beglaubigung vom Vorjahr, bei der das Finanzmagazin 26996 Exemplare auswies.
«Stocks ist nie in Frage gestellt worden», erklärt Ralph Büchi, Chef der Verlagsgruppe HandelsZeitung. Anders lautende Gerüchte hätten keinerlei Grundlagen. «Stocks ist und gilt als erfolgreiche Lancierung. Auch bei unserem Mutterhaus Axel Springer in Deutschland», fügt Büchi an und doppelt nach: «Das Magazin steht felsenfest da.»
Bei den anderen Titeln im Schweizer Zeitschriftenmarkt ist von Schock bis Erleichterung alles zu haben. Die gute Nachricht vorweg: Facts kehrt nach Besorgnis erregendem Krebsgang im letzten Jahr auf den Wachstumspfad zurück. Allerdings ist mit den zusätzlich verkauften 2133 Exemplaren (+2,1%) die Scharte des Vorjahres noch nicht ganz ausgewetzt. Laut Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier ist der Gewinn bei Facts vor allem der «zunehmenden Treue der Abonnenten» zuzurechnen.
Ein veritabler Schock erreicht uns aus der Zeitschriftenlandschaft der Romandie. L’Hebdo verlor happige 5424 Exemplare oder ganze 9,7%. Damit hat der bereits in den Vorjahren zu beobachtende Auflagenschwund dieses Jahr einen dramatischen Tiefpunkt erreicht. Im Westschweizer Zeitschriftenmarkt ebenfalls massiv im Krebsgang war der Programmtitel TV8, der 2962 Exemplare (–5,3%) einbüsste. Aber nicht nur L’Hebdo und TV8 machen Ringier Romandie im Moment wenig Freude. Auch L’Illustré fuhr im Rückwärtsgang und verlor 1526 Exemplare (–1,6%).
Ein Trost: Es gab auch Lichtblicke unter den Westschweizer Zeitschriften. So war Bon à Savoir weiter im Vormarsch und legte um 2700 Exemplare (+2,7%) zu. Freuen kann sich neben dem bereits erwähnten Bilan auch das Magazin Animan, bei dem es um 1056 Exemplare (+4,8%) vorwärts ging. An der Jahresmedienkonferenz vom vergangenen Dienstag äusserte sich Michael Ringier trotzdem mehrheitlich zufrieden mit den Auflagenentwicklungen seiner Westschweizer Titel. Mit Blick auf das besonders stark gebeutelte Magazin L’Hebdo sagte er, das Heft sei mittlerweile stark überarbeitet worden.
Probleme machen auch die Koch- und gewisse Frauentitel
Von herben Enttäuschungen war auch der Deutschschweizer Zeitschriftenmarkt nicht verschont. Der Kulturtitel Du büsste satte 4348 Exemplare (–16%) ein. Und auch mit ihrem anderen Nischenprodukt, dem werbefreien Spick, war Tamedia massiv im Krebsgang (–7938 Exemplare oder –15,0%).
Auch der Meyer Verlag in Jona kann mit der aktuellen Entwicklung seiner Titel kaum zufrieden sein. Das Kochblatt Chuchi rutschte um nicht weniger als 9301 Exemplare (–8,7%) und fiel damit erstmals seit über zehn Jahren unter die magische 100000er-Marke. Verlagsleiter Max Frei ist allerdings überzeugt, dass die Talsohle nun erreicht ist. «Mit dem Redaktionswechsel (von Annemarie Wildeisen zu Hanspeter Eggenberger) und einem stark verbesserten Konzept wird dem Auflagenrückgang entgegengewirkt», erklärt er. Genau das Gegenteil erwartet hingegen die AZ Mediengruppe, für die Wildeisen seit kurzem die Zeitschrift Kochen produziert. Ein Teil von Wildeisens Fangemeinde werde von Chuchi zu Kochen wechseln, ist man dort überzeugt. Ein kleiner Trost: Auch die anderen beiden Kochblätter, Le Menu und Saisonküche, haben markant Auflage eingebüsst.
Erneut Auflagenprobleme hat der Verlag Meyer mit seinem Frauenheft Meyer’s, das ebenfalls erstmals unter die Marke 100000 fiel. Immerhin konnte der Verlust (–6653 Exemplare oder –6,4%) gegenüber dem Vorjahr aber beinahe halbiert werden. Mit dem diesjährigen Taucher soll nun aber auch bei Meyer’s die Talsohle erreicht sein, sagt Frei. «Nach dem durch einen Relaunch bedingten Rückgang im Jahr 2000 hat sich die Auflage im 2001 vollumfänglich gefestigt», erklärt er.
Im Gegensatz zu Meyer’s haben sich die anderen Deutschschweizer Frauentitel gut gehalten. Annabelle vermochte ihre Auflage nach Jahren des Rückgangs im letzten Jahr zu stabilisieren. Und auch Bolero konnte sich präzis auf dem Vorjahresniveau halten. Erstmals beglaubigt wurde die Wohnzeitschrift Annabelle Création, die auf 102866 verkaufte Exemplare kommt.
Noch keine Auflagenzahlen gibts vom Sportmagazin der AZ Fachverlage. Das in Sachen weibliche Reize oft freizügige Heft gewährt auch zwei Jahre nach dem Start noch keine Einblicke in seine eigenen Verkaufszahlen – was sicherlich kein Hinweis auf herausragende Ergebnisse ist. «Wir werden aber nächstes Jahr sicher beglaubigen», verspricht Verlagsleiterin Riccarda Mecklenburg. Aber auch sonst waren die AZ Fachverlage nicht vom Auflagenglück gesegnet: Fit for Life war um 869 Exemplare (–4,1%) im Krebsgang und beglaubigt noch knapp über 20000.
Bös getroffen hats dieses Jahr die KI Konsumenteninfo AG. Deren Leadermagazine K-Tipp und Puls-Tipp waren erstmals in ihrer Geschichte im Abwärtstrend. Und zwar massiv. Dem K-Tipp gingen nicht weniger als 41496 Exemplare (–10,9%) verloren. Das werbefreie Saldo aus dem gleichen Verlag holte im Gegenzug aber lediglich 20002 zusätzliche Käufer (+14,2%). Das heisst, die zweiwöchentlich erscheinenden Konsumententitel der KI Konsumenteninfo mussten unter dem Strich eine Einbusse von über 20000 Exemplaren hinnehmen. Allerdings hat René Schuhmachers Verlag auch starke junge Pferde im Stall. Das viermal pro Jahr erscheinende K-Spezial kletterte um 24316 Exemplare (+30,7%). K-Geld (sechsmal jährlich), das erstmals beglaubigt, kommt auf 42974 verkaufte Exemplare. Fortissimo spielt im Moment auch das SRG-nahe Nischenprodukt Radiomagazin von der KI Konsumenteninfo. Es realisierte einen Zugewinn von nicht weniger als 11450 Exemplaren (+36,6%).
Lachender Dritter neben K-Tipp und Saldo ist der Beobachter (+0,3%). Sein Abstand zum K-Tipp, der vor drei Jahren noch bei 50000 Exemplaren lag, ist auf jetzt auf 2200 Exemplare geschmolzen. Der Sprung zurück an die Spitze der Deutschschweizer Zeitschriften ist greifbar. Doch ob dies dem Beobachter im laufenden Jahr gelingt, steht angesichts seiner internen Spannungen und der ungewissen Zukunft noch in den Sternen.
Kein gutes Jahr hat die Programmpresse hinter sich. Den meisten Programmies liefen die Käufer davon. TR7 aus dem Hause Jean Frey AG verlor 5002 Exemplare (–2,9%). Und auch das Ringier-Heft Tele war um 3800 (–1,4%) im Krebsgang. Im konjunkturell trüben vergangenen Jahr scheint allgemein wenig Kauflust für Programmhefte da gewesen zu sein. Darauf deutet auch der oben besprochene Taucher des Westschweizer TV8 hin. Zumindest eine gewisse Schuld an der Rutschpartie der Deutschschweizer Programmhefte dürfte TV Vier treffen. Das vierwöchige Programmheft des Vierwaldstätter Verlages, das seit März 2001 den Deutschschweizer Programmie-Markt aufzumischen versucht, ist seinerseits aber nicht beglaubigt. Und auch vom Verlag waren keine Angaben zur aktuellen Entwicklung erhältlich.
Selbstdeklaration mit Vorbehalt Die ausgewiesenen Auflagezahlen beruhen auf Selbstdeklaration der Verlage. Da am Stichtag, dem 1. April, noch nicht alle Werte von der Wemf überprüft waren, ist nicht auszuschliessen, dass sich beim einen oder anderen Titel noch leichte Veränderungen ergeben können. Die Wemf wird das offizielle Auflagenbulletin im Mai publizieren.

Shortlist: Forecast till late!

Der Zürcher Discoclub Zoo am Limmatufer vis-à-vis des Bauschänzlis war letzte Woche Taufplatz für den gemeinsamen Webauftritt des Szenemagazins Forecast und des Internetportals Tilllate.com.

Der Zürcher Discoclub Zoo am Limmatufer vis-à-vis des Bauschänzlis war letzte Woche Taufplatz für den gemeinsamen Webauftritt des Szenemagazins Forecast und des Internetportals Tilllate.com.Shortlist Forecast till late!
Von Beat Fritsch
Bis anhin haben die beiden Firmen relativ unabhängig voneinander dasselbe getan: Partys angekündigt und darüber berichtet. Die einen eher auf Papier, die anderen eher am Bildschirm.
Das Printprodukt Forecast hat sich längst im Markt etabliert und wartet mit einem diversifizierten Angebot auf. Das im Jahr 2000 von Studenten zuerst als Hobby – mittlerweile ist es eine GmbH – gegründete Portal Tilllate.com erwies sich als Senkrechtstarter, wobei vor allem die Sektion Partybilder sehr schnell beliebt wurde. Leute von Tilllate durchkämmen jeden grösseren Rave nach fotografischer Beute.
Die Nightlife-Internetcommunity zählt heute 26000 eingetragene User und registriert über 180000 Besuche mit 15 Millionen Page Impressions monatlich.
Dass zwei, die dasselbe tun, zusammengehen sollten, sagte sich Roger Baur, Head of Marketing & Sales bei Qualiclick, die Tillla te.com vermarktet. Er brachte die beiden Anbieter zusammen; das Resultat ist jetzt auf dem Netz zu sehen. Die beiden Partydatenbanken wurden zusammengelegt und Forecast liefert neu zusätzlichen Content für die Forecast-Tilllate-Site. Einfach, oder?
Am Taufbecken stiessen diverse Gratulanten aus der Partyszene mit Champagner an. Tele-Züri-Wetterfee Raphaela Höhn moderierte den kurzen, offiziellen Teil.
Vor Ort dabei auch Starfigaro Bruno Sommer und Jana Nyvltova, zu der wir ein Korrigendum anzufügen haben: Jana Nyvltova hat nicht, wie in der vorletzten Shortlist geschrieben stand, eine Promotionsagentur, sondern eine auf Werbepeople spezialisierte Personalvermittlung, obwohl sie nach unserer Falschnennung auch einige Promotionsaufträge hätte an Land ziehen können. Weil wir hier den Aufruf zur Unterstützung der Jungunternehmerin wiederholen, verzeiht sie uns diesen Lapsus bestimmt. Und wenn wir schon beim Zurechtrücken diverser Welten sind: Jacqueline Joos ist übrigens Werbeleiterin von Annabelle – und nicht Verlagsleiterin, diesen Job nimmt Caroline Thoma wahr. Scusate, ragazze.
Zurück in den champagnerseligen Taumel: Jungunternehmer Andi Mossner von Advision nutzte die Gelegenheit, sich auf Lebzeiten einen Rabatt für seine Kleiderausstattung zu sichern. Erst wollte er partout nur mit Sandra Haus und Rita Julmy von Bernie’s aufs Foto. Dann schenkte er ihnen spontan auch noch gleich einen neuen Werbeslogan – «Bernie’s machen Leute» – und erinnerte daran, dass Peter Lesch den Slogan «Nur nichts kaufen ist billiger» für 80 Franken getextet und verkauft hat. Wohlgemerkt vor rund 20 Jahren – die Headline wird teilweise heute noch eingesetzt. Man müsste aber mal bei Lesch anfragen, ob das so wirklich stimmt; Mossner ist für seine blühende Fantasie bekannt. Kunststück, sonst wäre er ja nicht Werber geworden!
Immer sehr beschäftigt war auch «Zoo»-Geschäftsführer Urs Kind. Entweder sah man ihn mit einer Bouteille und Sperberaugen nach leeren Gläsern Ausschau halten oder mit jungen Frauen charmieren. Er hatte jedenfalls keine ruhige Minute ob der anwesenden Schönheiten, die man sonst im «Zoo» selten sieht. Nicht, weil sie nicht kämen, aber die Beleuchtung im Club ist im Normalfall so gedämpft, dass die meisten der anwesenden Nachtgestalten und Katzen gleich grau aussehen.
Absolut Fritsch vor der Wodkabatterie des Zürcher Nachtclubs Zoo. Dort feierte man die Lancierung der fusionierten Partysites von Forecast und Tilllate.com. Zur Taufe kam, wer in Zürich Partykompetenz beweisen wollte. Weil Partys auch den Hauptcontent der neuen Site bilden, ging man erst late nach Hause.
Wer sonst in der Kommunikationsszene fröhliche Feste veranstaltet, ob mit oder ohne speziellen Anlass, wird an den verschiedensten Events der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewo che.ch

Muse & Musse: Ueli Oswald

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Muse & Musse Ueli Oswald
Ueli Oswald: Die Geburtsstunde der NZZ am Sonntag im Schiffbau, weil ichs noch nicht geschafft habe, die Hermann-Hesse-Ausstellung «Höllenreise durch mich selbst» im Landesmuseum zu besuchen.
Was lesen Sie gerade?
Oswald: «Magic Hoffman» von Jakob Arjouni. Ein Roman aus der Matura-Literaturliste meines Sohnes, den er mir wärmstens empfohlen hat.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Oswald: Meine neueste Selbstgebrannte.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Oswald: «The Sixth Sense», um herauszufinden, ob das überraschende Ende wirklich nicht vorzeitig erkennbar war.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Oswald: Mein Pech, ich schlafe niemals vor dem Fernseher ein.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Oswald: Immer wieder die gleiche: Ich mags, aber ich könnte auch ohne ganz gut leben.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Oswald: Ich müsste es versuchen, um es zu wissen.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Oswald: Gegenfrage: Gibt es «unfreie» Minuten?
Liebe ist…?
Oswald: …etwas, das nicht blind macht, sondern Augen und Herz öffnet.

News: Kirch-Insolvenz I

Der Insolvenzantrag der KirchMedia GmbH hat auf das Programm und den Geschäftsbetrieb der Sat 1 Schweiz AG keine direkten Auswirkungen.

Der Insolvenzantrag der KirchMedia GmbH hat auf das Programm und den Geschäftsbetrieb der Sat 1 Schweiz AG keine direkten Auswirkungen.News Kirch-Insolvenz I
Dies teilte der Medienkonzern Ringier mit, der zu 50 Prozent an Sat 1 Schweiz beteiligt ist. Die andere Hälfte der Aktien gehört der deutschen Sat 1 GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der börsenkotierten ProSiebenSat1 Media AG. An ProSiebenSat1 hält die insolvente KirchMedia GmbH zwar 52,5 Prozent. Gemäss Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat1 und Verwaltungsrat der Sat 1 Schweiz AG, ist die ProSiebenSat1-Gruppe aber unabhängig von der KirchGruppe finanziert und seit langem ein profitables Unternehmen. Daher sei sie vom Insolvenzverfahren der Kirch-Media nicht direkt betroffen. Auch die Ausstrahlungsrechte der Fussball-WM 2002, die Sat 1 Schweiz erworben hat, sind nicht in Gefahr. Die Rechte seien gesichert und bezahlt, erklärte Marc Görtz, Geschäftsführer von Sat 1 Schweiz.
Kirch-insolvenz II Zur Ruhe angesichts der Insolvenz der KirchMedia ruft auch die Werbezeitvermarkterin IP Multimedia auf. Zahlreiche Medienberichte über die finanzielle Situation der KirchGruppe hätten zu einer gewissen Verunsicherung geführt, teilt das Unternehmen mit. Es werde jedoch versichert, dass die ProSiebenSat1-Gruppe und ihre Sender weder Teil des Insolvenzverfahrens der KirchMedia noch direkt davon betroffen seien. IP Multimedia werde auch in Zukunft die Schweizer Werbefenster auf ProSieben und Kabel 1 vermarkten.
Abend-WM-Zeitung von 20 minutenWährend der Fussball-Weltmeisterschaft 2002 publiziert das Pendlerblatt 20 Minuten täglich von Montag bis Freitag eine Abendzeitung. Zwei Stunden nach dem letzten Schlusspfiff (19.45 Uhr) soll das WM-Special mit einer Auflage von 100000 Exemplaren an den Hauptbahnhöfen in Zürich, Bern und Basel kostenlos verteilt werden.

Verdickte Dichtung

Ruf Lanz schafft Platz für weitere NZZ-Folio-Ausgaben und erhöht die Brandstärke

Ruf Lanz schafft Platz für weitere NZZ-Folio-Ausgaben und erhöht die BrandstärkeWir haben noch nie erlebt, dass eine Kampagne innert 30 Sekunden und erst noch unisono genehmigt worden ist», sagt Ueli Oswald, Verlagsleiter NZZ Folio, über die neue Leserkampagne von Ruf Lanz. So viel Einmütigkeit setzt einen bislang nie gesehenen Werbeauftritt voraus, der Produktwertigkeit und -philosophie prägnant wiedergibt. Die Werber machen Folio ein schmeichelhaftes Kompliment und bestätigen die Leser: Abgeleitet von der hohen Sammelquote des Monatsmagazins stellt Ruf Lanz die Folgen überspitzt dar und verhindert überquellende Regale mit Kurzversionen berühmter Werke. Mit diesem einfachen Mechanismus dürfte der Auftritt viel Sympathie und Glaubwürdigkeit erreichen. Acht schön gestaltete Sujets halten darüber hinaus die Pointe frisch. Seite 9

Kopf der Woche: «Ich will an die Programmfront und die DRS-Produkte auch spüren»

Heinz Gantenbein, bisher Geschäftsführer von Radio Zürisee, ist neuer Stabschef von Radio DRS

Heinz Gantenbein, bisher Geschäftsführer von Radio Zürisee, ist neuer Stabschef von Radio DRSKopf der Woche «Ich will an die Programmfront und die DRS-Produkte auch spüren»Er sagts im Brustton der Überzeugung: «Ich weiss, dass ich mich jetzt in einem Apparat mit mehreren Hierarchiestufen befinde.» Drei Tage nach seinem Stellenantritt als Stabschef von Radio DRS hat Heinz Gantenbein schon den öffentlichrechtlichen Stallgeruch angenommen und verkündet gerne, «dass ich hier etwas bewegen kann, denn es hat sich bereits einiges getan». So seien «grosse Schritte» im Programmbereich vollzogen sowie die Standorte Zürich für DRS 1, DRS 3 und Musigwälle, Basel für Virus und DRS 2 und Bern für die Nachrichten- und Sportredaktionen festgelegt.
Als rechte Hand von Direktor Walter Rüegg will er dazu beitragen, dass im Zuge der Umstrukturierung auch neue Synergien zur Entwicklung der Programme genutzt werden. Seine Hauptaufgabe sieht der bald 50-Jährige in der Umsetzung von Ideen, die er nun mit Rüegg entwickeln will.
Dabei wird er Fingerspitzengefühl benötigen, etwa, wenn es zu Konflikten in den Redaktionen kommt – wie derzeit bei
DRS 3 und Virus. Für ihn ist deshalb klar: «Ich will auch an die Programmfront, ich will sehen, wie die DRS-Produkte entstehen und sie auch spüren.»
Bis Ostern war Gantenbein Geschäftsführer von Radio Zürisee, bekam aber nach zehn Jahren das Gefühl, «an Ort zu treten». Zwar hatte er für den Sender eine Gebietserweiterung erreicht, letztes Jahr aber die von ihm eingefädelte Partnerschaft mit der Tamedia verloren. Diese musste auf Geheiss der Wettbewerbskommission (Weko) wegen der Belcom-Übernahme ihren 26,7-Prozent-Anteil bei Radio Zürisee verkaufen. «Das tat weh», sagt er.
Nach Studium und Assistenz an der Uni Zürich war Gantenbein zunächst während dreier Jahre Projektleiter für Verlagsmarketing bei der Publimedia, wurde 1987 Zentralsekretär beim Verband Schweizer Presse, absolvierte die Sawi-Ausbildung zum Verlagskaufmann und war von 1989 bis 1992 Verlagsleiter des Zürcher Oberländers. Danach wurde er von Radio Zürisee angefragt. «Radio hat mich immer interessiert», sagt er – und ist heute froh, damals die Gelegenheit beim Schopf gepackt zu haben.
Weshalb wechselte er nun ausgerechnet zu Radio DRS, dem Konkurrenten aller Privatradios? «Für mich war Radio DRS nie Konkurrent, sondern eine andere Liga. Für unsere Mitarbeiter war es immer eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit, und das ist es jetzt auch für mich», sagt er. Zudem lasse er nun auch einengende Dinge hinter sich. Die «überregulierte Medienpolitik» zum Beispiel, deren «Kleinkariertheit» Gantenbein bei Radio DRS nicht mehr so direkt zu spüren bekommt. «Auch Druckversuche der Werbeauftraggeber und Mediaagenturen fallen weg», fügt er hinzu. Markus Knöpfli

News: Star-TV wird neu eingekleidet

Der Spartensender Star-TV erneuert sein Design komplett.

Der Spartensender Star-TV erneuert sein Design komplett.Star-TV wird neu eingekleidet In einer ersten Phase wurde das neue Off-Air-Design mit einem zeitgemässeren Logo entwickelt. In der zweiten Phase wird das gesamte On-Air-Design erneuert. Im Moment werden die neuen Station IDs und Werbetrenner entwickelt. Verantwortlich dafür ist die Zürcher Screendesignagentur Frame Eleven.
Schon ab Sommer kein Mittags-TV Anfang Februar gab SF DRS für 2003 die Streichung der Sendungen «MittagsMagazin» und «MittagsTalk» aus Spargünden bekannt. Jetzt werden die Sendungen bereits per Anfang Sommerprogramm eingestellt. Grund dafür ist, dass Mitarbeitende bereits neue Stellen im Hause angetreten haben, wozu SF DRS nach der Ankündigung der Streichungen Hand bot.

Ringier hat erste Klage eingereicht.

Gleich mit zwei juristischen Klagen geht Ringier gegen die Basler Mediengruppe (BM) vor.

Gleich mit zwei juristischen Klagen geht Ringier gegen die Basler Mediengruppe (BM) vor. Hintergrund sind einerseits der Kauf der Druckerei Winterthur (DW) von der BM und der geplatzte Jean-Frey-Deal. Laut Ringier-Finanzchef Martin Werfeli hatte Ringier mit dem DW-Kauf Anspruch auf ein bestimmtes Druckvolumen (zu dessen Grösse und Herkunft er nicht mehr sagen wollte). Die BM stelle sich nun jedoch auf den Standpunkt, dieses Volumen sei mit dem Verkauf der Jean Frey AG an Investoren hinfällig. Mit der bereits hängigen Klage will Ringier eine gerichtliche Feststellung zur Gültigkeit des entsprechenden Passus im DW-Kaufvertrag erreichen. Die zweite, noch nicht eingereichte Klage betrifft eine Klausel im Vorvertrag zur Jean Frey AG. Darin hatte die BM Ringier offenbar exklusive Verhandlungen über die Jean Frey AG zugesichert, nach Meinung von Ringier aber mit Parallelverhandlungen mit Swissfirst dagegen verstossen.Schweizer C-Matrix wird Mitglied von Brodeur Worldwide. Die Baarer PR-Agentur C-Matrix Group gehört neben dem BCom3/Publicis-Netzwerk Manning Selvage & Lee (MS&L) neu auch der Omnicom-Tochter Brodeur Worldwide an. C-Matrix nimmt dabei den Affiliate-Status ein; die Aktien der Firma verbleiben beim Management. Gemäss CEO Alfred Köcher haben die beiden Networks dieser Doppelspurigkeit zugestimmt, weil sich ihre Geschäftsbereiche kaum überschneiden. Brodeur ist hauptsächlich in der IT- und Telecombranche tätig, während sich MS&L auf Healthcare fokussiert.
Eröffnungsspektakel in Winterthur. Am 1. Mai wird in Winterthur das mit grosser Spannung erwartete Casinotheater von Viktor Giacobbo und Patrick Frey eröffnet. Nach zweijähriger Renovation soll das auf Kabarett, Kleinkunst und Comedy spezialisierte Casinotheater zum neuen Treff für Events wie Galas, Tagungen und Bankette werden. Rund um die Bühne gibt es nämlich ein modern gestaltetes Restaurant mit Bar und Loungebetrieb. Zum Auftakt wird im Theater zwei Wochen lang das Stück «Die Eröffnung» aufgeführt, in dem alle namhaften Cracks aus der Schweizer Kabarettszene ihren Auftritt haben werden. Beworben und beraten in allen kommunikativen Bereichen wird das Casinotheater von Studer & Wohlgemuth. Die Zürcher Werbeagentur ist zuständig für das gesamte Erscheinungsbild vom Logo bis
zur Betriebswerbung für die Bereiche Theater, Gastronomie und Events.
Guide Michelin der Fotografie. Der Bund Freischaffender Foto-Designer (BFF) hat sein 33. Jahrbuch präsentiert. Der dicke Bildband überrascht einmal mehr mit einer geballten Ladung von Einblicken, Rückblicken, Ausblicken. Das Arbeitshandbuch zeigt auf 480 Seiten die neuen Trends in der Fotografie. Im redaktionellen Teil finden sich neben zahlreichen Anregungen und Informationen auch nützliche Adressen. Das Buch, das gerne auch als «Guide Michelin» der deutschen Auftragsfotografie bezeichnet wird, erscheint in diesem Jahr in einer Auflage von mehr als 110000 Exemplaren. Es kann über www.bff.de bestellt werden.
Aausgezeichneter Schweizer Eros. Am Lisbon Erotic Advertising Festival (Leaf) wurden zwei Schweizer Beiträge mit einem Feigenblatt in Bronze ausgezeichnet. In der Kategorie Verkehr und Tourismus prämierte die Jury die Anzeige «Go Further», in der By Heart für SSR Travel mit Cunnilingus wirbt. Die Agentur Publicis holte sich ihren Preis in der Kategorie Sport mit der Anzeige «Gute Technik ist alles»: Zeichnungen aus dem Kamasutra statt Bildern von Tiefschneehängen für die Snowboard-Fahrschule Flims Laax Falera.
Swiss gehört allen. Der simple Markenname Swiss wirft ein paar knifflige juristische Fragen auf. In einem Artikel in der NZZ vertreten die Rechtsanwälte Martina Altenpohl und Chasper Kamer den Standpunkt, das Zeichen Swiss sei entweder gar nicht oder nur eingeschränkt schutzfähig. «Die juristischen Bedenken betreffen vorab die Frage nach der Fähigkeit eines Eintrags im Handels- und Markenregister sowie die Frage nach dem Schutzumfang der Zeichen, falls eine Eintragungsfähigkeit zu bejahen ist», schreiben die beiden Autoren. Zeichen dürfen nämlich nicht als Marke eingetragen werden, wenn sie Gemeingut sind. Der Begriff Swiss – schweizerisch – ist unter diesem Aspekt eine reine Herkunftsbezeichnung. Da die Diskussion über diese Betrachtungsweise noch andauern dürfte, ist in nächster Zukunft deshalb einiges an Schleichwerbung von einfallsreichen Trittbrettfliegern für die neue Swiss zu erwarten.
Editorial Erst mal nur die Akontorechnung
Mit Metropol ist zwar ein Titel weg – ihren Schrecken haben die Pendlerzeitungen aber nicht verloren. Das führen die neuen Wemf-Auflagen drastisch vor Augen. Der Tages-Anzeiger ist hinsichtlich Auflagenzahl heute wieder dort, wo er vor 25 Jahren war. Aber auch die Basler Zeitung hats – mit einem Jahr Verspätung – tüchtig erwischt. Verluste beim Einzelverkauf, Abgänge bei den Abos, sinkender Response bei der Abowerbung – eine veritable Pendlerzeitungsgrippe mit sämtlichen Symptomen (siehe Seiten 16/17, 20/21).
Doch abgesehen von einigen wenigen verschnupften Kandidaten sind die Schweizer Zeitungen und Zeitschriften gesund. Auffallend ist allerdings die Häufung von schwächelnden Titeln bei Ringier Romandie. Der Westschweizer Ableger hat mit diversen Zeitschriften ein Auflagenproblem. Im Fall von L’Hebdo sogar ein gravierendes. Dieses einfach auf den Markt abschieben zu wollen, greift zu kurz. Während die Ringier-Zeitschriften markant zurückbuchstabierten, segelten jene von Edipresse gut im Aufwind.
Keine Überraschung ist indes der tiefe Durchhänger der Finanzpresse. Die miese Börsen- und Konjunkturstimmung hat hier voll durchgeschlagen.
Als trügerische Ruhe dürfte sich die Stabilität im Deutschschweizer Sonntagsmarkt entpuppen. Die Statthalter SonntagsZeitung (SoZ) und
SonntagsBlick sitzen heute zwar fest im Sattel. Ihre stagnierenden Auflagen zeichnen aber auch das Bild eines Sonntagslesemarkts, der nicht mehr weiter expandiert. Die Vermutung liegt nahe, dass es nächstes Jahr Verlierer geben wird. Dabei dürfte es mit der SoZ erneut Tamedia treffen, die bereits heuer arg gebeutelt wurde. Daniel Schifferle

Zum Ländler den gediegenen Joint

Radio DRS 1 macht sich für heranwachsende Kernhörerschaften fit

Radio DRS 1 macht sich für heranwachsende Kernhörerschaften fitVon Ernst Weber Schweizer Radio DRS 1 will bleiben, was es ist: ein Sender für Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer zwischen 45 und 65 Jahren – und verjüngt seinen Auftritt. Erste Resultate der formalen und inhaltlichen Renovation sind bereits zu hören.
Auf Radiosender trifft gleiches zu wie auf viele andere Medienprodukte: Sie müssen sich von Zeit zu Zeit sehr genau überlegen, wie sie ihre Programme auf veränderte Medienkonsumgewohnheiten abstimmen, sonst verschwinden sie mit ihren Verbrauchern – Leser, Hörer, Zuschauer – vom Markt. In diesem Sinne ist auch eine Modernisierung des Programmes und der Station Identity zu verstehen, die der öffentlichrechtliche Sender DRS 1 kürzlich in Angriff genommen hat.
«Qualität fürs Ohr» wird mit neuen Musiklogos angezeigt
Laut eigenen Angaben weist DRS 1 derzeit einen Marktanteil von über 40 Prozent auf – Tendenz steigend. Frauen und Männer im Alter zwischen 45 und 65 Jahren bilden die Kernhörerschaft. Aber auch ältere Menschen und Hörerinnen und Hörer unter 45 Jahren, die ihres etwas konservativen Musikgeschmacks wegen von DRS 3 oder 2 nicht angesprochen werden, schalten regelmässig DRS 1 ein.
Damit die gegenwärtige Hörerschaft mit der Modernisierung Schritt halten kann und nicht plötzlich das Gefühl hat, auf einem anderen Sender zu sein, wird die Anpassung sukzessive vollzogen. Im formalen Bereich betrifft die Weiterentwicklung bisher die DRS-1-Leadmelodie, verschiedene Sparten-Jingles und Rubrikenlogos wie etwa das Nachrichten-, Sport- und Wettersignet.
Das neue, vom Tonstudio Selmi, Zürich, mit Blick auf einen zeitgemässen musikalischen Gesamtauftritt realisierte Corporate Sounddesign geht von der aktualisierten Version der bisherigen Leadmelodie des Senders aus. Sie bildet die gemeinsame musikalische Herkunft und Heimat, aus der die aktualisierten akustischen Erkennungszeichen in grosser Stilvielfalt hervorgegangen sind.
«Wir leben nicht mehr in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Kernhörerschaft von DRS 1 wird heute von einer Generation gebildet, die damals Jimi Hendrix gehört und Joints geraucht hat», sagt Tonstudio-Inhaber Renzo Selmi.
Redesignt wurden vor allem Signete, die bereits seit Jahren über den Äther gehen. Historisch verankerte Jingles wie etwa jene Erkennungsmelodie des «Nachtexpress», die bereits seit 30 Jahren in unveränderter Form gesendet wird, gab man der Modernisierung indes nicht preis.
Wortbrücken werden ins Tessin und in die Romandie gebaut
Hörerforschungen der SRG zufolge wird DRS 1 nicht in erster Linie der Musik wegen eingestellt, sondern in aller Regel wegen eines bestimmten Wortangebots zu einer bestimmten Zeit. «Wir sind kein Musiksender», sagt darum Ralph Wicki, Redaktionsleiter U-Musik DRS 1.
Auf inhaltlicher Ebene wird sich die Modernisierung zwar auch auf das Musikprogramm auswirken, jedoch insbesondere das Wortangebot des Senders tangieren. So verspricht man sich etwa von einer ausgeprägteren regionalen Färbung des Programms neue Impulse, die zu einer Vertiefung der Hörerbindung führen.
Ralph Wicki bezeichnet den Umstand, dass DRS 1 – im Unterschied zu den Privatradios, die gezielt eine bestimmte Region abdecken – für die ganze Schweiz sendet, «als einen Trumpf, den man ausspielen will».
«Um uns regional zu verankern, wollen wir vermehrt regionale Informationen auch aus dem Tessin und dem Welschland aufbereiten, bei denen wir davon ausgehen, dass sie auch für die Hörerinnen und Hörer in den anderen Landesgegenden von Interesse sind», meint Wicki.
Die dazu notwendige Infrastruktur ist bereits vorhanden: In Basel, Bern und Zürich besitzt man drei grosse Studios, drei kleinere Sendeplätze sind in den Städten St.Gallen, Luzern und Aarau vorhanden. Daneben beschäftigt der Sender auch Korrespondenten in der Westschweiz, im Tessin und im Kanton Graubünden. Diese Posten werden im Laufe dieses Jahres noch verstärkt. Dass der regionale Gedanke noch mehr zum Zug kommen soll, zeigen auch Rubriken wie etwa «Schauplatz Schweiz», die seit dem 8. April fester Bestandteil des Programms geworden sind.
«Wir wollen keine Hörerinnen und Hörer verlieren, nur weil wir uns nicht rechtzeitig überlegt haben, was wir inhaltlich und formal ändern müssen», betont Wicki.

News: Unilever plakatiert 100 Millionen Euro

Der Konsumgüterriese Unilever geht eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Aussenwerbekonzern JCDecaux ein.

Der Konsumgüterriese Unilever geht eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Aussenwerbekonzern JCDecaux ein.News Unilever plakatiert 100 Millionen Euro
Das Auftragsvolumen der Partnerschaft beträgt 100 Millionen Euro. Über fünf Jahre hinweg nutzt Unilever exklusiv die Plakatstellen von JCDecaux in 22 europäischen Ländern. Welche Länder dies betrifft, wurde nicht bekannt. In der Schweiz ist der Aussenwerber nur durch seine 30-prozentige Beteiligung an der Affichage Holding präsent. Für JCDecaux ist die Zusammenarbeit besonders bedeutsam, weil Unilever für seine Hauptmarken bisher hauptsächlich auf TV-Werbung gesetzt hat.
Neues Regi für GraubündenSchweizer Radio DRS baut die regionale Information aus. Ab nächstem Montag wird unter der Woche ein neues, halbstündiges Regionaljournal für den Kanton Graubünden gesendet. Es ist das siebente Regionaljournal von Radio DRS. Ab kommendem Montag werden die Sendungen ab 17.30 Uhr in ein Regionaljournal Ostschweiz und ein Regionaljournal Graubünden gesplittet. Radiodirektor Walter Rüegg erklärte, das Gebiet des Ostschweizer Regionaljournals mit den Kantonen St.Gallen, Thurgau, beiden Appenzell, Glarus und Graubünden sei extrem gross gewesen.
Le Courrier mit Il Manifesto Die Genfer Tageszeitung Le Courrier kündigt eine Zusammenarbeit mit der italienischen Zeitung Il Manifesto an. Jeweils am Montag übernimmt Le Courrier künftig Artikel der Tageszeitung aus Rom. Mit dieser Kooperation könne Le Courrier seine schwache Auflage und seine ungenügenden Mittel kompensieren, schreibt Chefredaktor Manuel Grandjean. Le Courrier, der in einer Auflage von rund 7700 Exemplaren erscheint, übernimmt bereits seit mehreren Jahren Artikel aus der französischen Monatszeitung Le Monde Diplomatique. Il Manifesto war 1968 im Umfeld der kommunistischen Partei gegründet worden. Mittlerweile bezeichnet sich die Zeitung als unabhängig.
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