Schilfgrüne Lesesonntage

Publicis lanciert die NZZ am Sonntag mit einer klaren Positionierung

Publicis lanciert die NZZ am Sonntag mit einer klaren PositionierungAm 17. März läuft die NZZ am Sonntag vom Stapel. Mit einer Print- und Posterkampagne lockt die NZZ-Hausagentur Publicis potenzielle Inserenten und Leser auf die neue sonntägliche Newsplattform. Die elegante und vollmundige Headline-Produktumsetzung grenzt sich ab von Mitbewerbern und verbindet die publizistischen Werte des Mutterblattes mit Leseransprüchen am Sonntag – Unterhaltung und Entspannung. Zudem verkürzt die Agentur Metz oder Vieli die Wartezeit bis zum Launch mit ihrem auf Viral-Marketing basierenden Countdown-Gewinnspiel im Internet. Seite 10

Mehr Transparenz für KMU-Markt

St.Galler Mediax AG lanciert eine neue Informations- und Kommunikationsplattform für KMU

St.Galler Mediax AG lanciert eine neue Informations- und Kommunikationsplattform für KMUVon Daniel Schifferle Die KMU-Welt erhält ab März eine neue Kommunikationsplattform, bestehend aus Magazin und Internetsite: Kmubusiness und Kmubusiness.ch. Mit ihrem crossmedialen Projekt will die St.Galler Firma Mediax AG im fragmentierten Markt der kleinen und mittelgrossen Unternehmen zu mehr Transparenz beitragen.
Die Welt der kleinen und mittleren Unternehmen ist ein riesiger Markt. Mehr als 250000 Firmen mit zwischen 1 und 250 Mitarbeitenden zählt die Schweiz – ein Markt, der über 65 Prozent der Arbeitsplätze stellt und damit das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes bildet. «Für Anbieter von Gütern und Dienstleistungen ist das KMU-Segment der gesamtwirtschaftlich bedeutendste Absatzmarkt», erklärt Jorges Chaves, Inhaber der Mediax AG. Diese St.Galler Firma ist in den Bereichen Marketing, Verlag und neue Medien aktiv und publiziert bereits diverse Zeitschriften. Der grosse Nachteil der weit verzweigten KMU-Welt: die extreme Marktfragmentierung und die geringe Grösse der einzelnen Unternehmen. «Ein Markt, der deshalb nur schwer zu bearbeiten ist», sagt Chaves.
Dieser Situation will die Mediax AG mit einer Informationsplattform, bestehend aus dem Magazin Kmubusiness und dem Onlinemedium Kmubusiness.ch, abhelfen. Der Startschuss des crossmedialen Projektes erfolgt in der zweiten Märzwoche. Erklärtes Ziel der neuen B2B-Plattform ist es, «die Kommunikation zwischen den KMU zu koordinieren und als Intermediär Angebot und Nachfrage im KMU-Markt sinnvoll zu strukturieren».
Die inhaltliche Idee des durchgehend vierfarbig gestalteten Heftes Kmubusiness: ein breites Angebot, das die Informationsbedürfnisse und Fragestellungen der KMU-Wirklichkeit breit thematisiert. Von Managementthemen über Checklisten und Ratings bis hin zu Lifestylethemen hat im servicelastigen Magazin alles Platz, was die KMU-Welt bewegt. Das Magazin erscheint dieses Jahr mit sechs Ausgaben, ab 2003 werden es neun Ausgaben sein. Auf Grund dieser geringen Periodizität taugt das Magazin aber nur begrenzt für die Aktualität. Dem schafft die zugehörige Site Kmubusiness.ch Abhilfe. Der interaktive Onlinemarktplatz ergänzt das Heft mit aktuellen KMU-Nachrichten, bietet zusätzlich diverse Spezialsektionen zu KMU-relevanten Aspekten und schafft Kompetenzzentren zu zentralen Themen wie Informationstechnologie, Telekommunikation, Versicherung oder Finanz.
Diverse andere Special-Interest-Titel im Portefeuille
Verlegt wird Kmubusiness in einer Auflage von 50000 Exemplaren, die im Zielversand an die KMU verschickt werden. Dabei werden mit jedem Heft wieder neue Adressaten bedient. Auf diesem Weg hofft Herausgeber Jorges Chaves, innerhalb eines Jahres mindestens 10000 Abos zu generieren. Einzelnummern von Kmubusiness sind auch an grösseren Kiosken für 7.50 Franken pro Ausgabe erhältlich. Der Abopreis steht noch nicht fest.
Gedruckt wird Kmubusiness bei Weber Druck in Biel. Ganzseitige Inserate gibts zum Einheitspreis (schwarzweiss oder vierfarbig) von 12500 Franken. Kmubusiness und Kmubusiness .ch sind nicht die einzigen Produkte aus dem Hause Mediax AG, die im Alleinbesitz von Jorges Chaves ist. Die auf Special-Interest-Titel fokussierende Firma gibt bereits die Magazine Woman’s, Golf Lifestyle sowie den Mex heraus. An Letzterem hatte sie sich im vergangenen Oktober beteiligt. Damals wurde die Mex Verlags AG gegründet, die den beiden Firmen Mediax AG und Factum AG gehört. Zur Erinnerung: Im Januar 2001 hatte die Zürcher Direktmarketingfirma Factum das Heft von Ringier übernommen.
Neben diesen vier Titeln, für welche die Mediax AG von der Redaktion bis zum Anzeigenverkauf alles besorgt, hat die St.Galler Firma zusätzlich Vermarktungsaufträge für die Special-Interest-Magazine View und Careerstep im Portefeuille. Für die Netzwoche hält sie ein strategisches Beratungsmandat.

AdMobil fährt in die Schweiz.

Aus der Bundesrepublik Deutschland drängt mit AdMobil ein neuer Anbieter von Fahrzeugwerbung in die Schweiz.

Aus der Bundesrepublik Deutschland drängt mit AdMobil ein neuer Anbieter von Fahrzeugwerbung in die Schweiz. AdMobil bietet in Kooperation mit dem Autovermieter Avis, Glattbrugg, mehrere tausend Pkw und Transporter als Werbeträger und für Promotionsaktionen an. In Deutschland ist AdMobil seit zwei Jahren tätig.Rekordteilnahme beim DM-Preis 2002. Mit 285 Einreichungen für zwölf verschiedene Kategorien hat der Schweizer Dialogmarketing-Preis (DM-Preis) erneut eine Rekordmarke aufgestellt. 20 Prozent der eingereichten Arbeiten stammen aus dem Ausland. Die Awards werden am 26. April verliehen.
Auf den Zug aufspringen. Vielleicht schafft es die Schweiz ja doch noch, auf den ratternden Zug der Weltgeschichte aufzuspringen. Werbern scheint es jedenfalls ein Anliegen zu sein. Eine Goodwillaktion der Lowe Werbeagentur AG «für eine offenere Schweiz»
illustriert, wie man wenigstens mit Stil noch als Schlusslicht oder 190. Mitgliedstaat der Uno vor Osttimor in die Weltgemeinschaft aufgenommen wird. Wenn wir schon nicht mehr im internationalen Skizirkus dabei sind, dann wenigstens im globalen Politzirkus.
Nichts für Suppenkasper. Während in welschen Kochtöpfen fleissig Flüssigsuppen gewärmt werden, geben Konsumenten diesseits der Saane Trockensuppen den Vorzug. Dieses Kauf- und Essverhalten will Unilever Bestfoods Schweiz für den Absatz der Knorr-Flüssigsuppen positiv beeinflussen. Dafür organisierte die Dialogagentur Alex Schmid im Februar Samplings an elf Grossbahnhöfen der Deutschschweiz, die potenziellen Käufern ein erstes Beschnuppern ermöglichte. Die Suppen wurden jeweils am Abend verteilt, wenn die Pendler in Gedanken bereits ans Abendmahl dachten.
Schönes «Communicating in Print» Hohe Ehre für «Communicating in Print»: Das Lehrbuch, das Werbern und PR-Beratern die Abläufe der gedruckten Kommunikation näher bringt, wurde als eine von 31 Publikationen auf die Liste «Die schönsten Schweizer Bücher» 2001 des Bundeamtes für Kultur gesetzt. Es erschien als Nachfolger des Fachbuchs «Gut zum Druck» von Jürg Trösch, Max Baltis und Jürg Neuenschwander im Werd Verlag. Ebenfalls zu den schönsten Büchern gehört die Reihe Poster Collection, die der Designer Lars Müller für das Museum für Gestaltung Zürich entwarf. Müller, der mit dem «Freitag»-Buch bereits ADC-Gold bekam, wurde zudem mit dem Jan-Tschichold-Preis für kreatives und aussergewöhnliches Engagement in der Buchgestaltung ausgezeichnet.
Kein Polsterplagiat. Euro RSCG ist für Velo.com pünktlich zur 2-Rad-Messe den Kreativitätsberg hinaufgestrampelt, um die Radlergemeinde für die Marke MTB Cycletech zu gewinnen. Ein verwittertes Wegkreuz ist mit einer orangen Matte vor den Mountain-bikern geschützt, die – so weltfremd dies erscheint – mit einem Affenzahn über den Gipfel rasen. Wer in diesem Motiv Ähnlichkeiten mit der Sportplausch-Wider-Kampagne ausmacht, in der sich die alpine Fauna mit identischen Polstern vor Racern schützte, der irrt in der Annahme, dass die Euro-Kreativen bei Publicis abgekupfert haben könnten. Denn die Wider-Sujets, so CEO Frank Bodin, «wurden von Euro RSCG beim besten Willen erstmals bei der ADC-Jurierung gesichtet». Da wir dies nicht bezweifeln, hier trotzdem ein gut gemeinter Tipp unter Sportsfreunden, wie man sich vor solch abwegigen Vorwürfen besser schützt: Jede Woche die WerbeWoche lesen; darin waren die gepolsterten Murmeltiere schon Anfang Dezember 2001 zu bewundern.
Erträge in der grafischen Industrie weiter rückläufig. Der Abwärtstrend in der grafischen Industrie hat sich im vierten Quartal 2001 fortgesetzt. Gemäss einer Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH schrumpften die Erträge bei 65,1 Prozent der Druckunternehmen (ohne Zeitungsdruck). Bei Vorstufe und Crossmedia meldeten 38,9 Prozent einen Rückgang.
Annabelle landet Glückstreffer. Von einem wahrhaft geglückten Schnellschuss kann im Fall eines in fünf Minuten konzipierten One-Shot-Auftritts die Rede sein, der die Lifestyle-Kompetenz der Frauenzeitschrift Annabelle betont. Die Kampagne, die auf dem Logo der neuen Schweizer Airline basiert, entstand «unter grossem Gelächter während einer ganz normalen Diskussion», die auf der Annabelle-Redaktion über Swiss und ihren Namen- und Gestaltgeber geführt wurde. «Da wir eine hohe Lifestyle-Affinität haben und Tyler Brûlé Lifestyle-Papst ist, lag die Idee plötzlich auf der Hand», so Chefredaktorin Christa Loepfe. Der Auftritt löste bei Anzeigenkunden, Privatpersonen und selbst bei der Crossair – so Loepfe – ein herzhaftes Schmunzeln aus.
Editorial

Konjunktur ist zur Hälfte Psychologie
Wenn die Wirtschaft kriselt, ist die Werbebranche gefordert und selber auch betroffen. Der Werbemotor ist im vergangenen Jahr arg ins Stottern geraten. Laut René R. Hürlimann, Präsident des Branchenverbandes Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW), war 2001 ein schwieriges Jahr. Die Erträge der im BSW vereinten Beratungs- und Kreativagenturen sanken um 5,6 Prozent (siehe Seite 18). Dank der Aufnahme von sieben Neumitgliedern konnten die Erträge des Branchenverbandes gegenüber dem Ausnahmejahr 2000 knapp gehalten werden (plus 0,1 Prozent).
Sicher ist, dass die Rahmenbedingungen für die Agenturen dieses Jahr nicht einfacher werden. Der Preisdruck wird anhalten, und die zurückhaltende Freigabe von Budgettranchen wird das längerfristige Planen erschweren. Dazu kommt, dass sich die Marketingausgaben der Grossunternehmen von der klassischen Werbung immer stärker in Richtung Direktmarketingmassnahmen und Events verlagern werden. Bezeichnend für diesen Trend ist die Tatsache, dass die BSW-Agenturen nur dank der Dialog- und Spezialagenturen den Umsatz einigermassen halten konnten. Im laufenden Jahr erwarten die klassischen Werbeagenturen ein Wachstum von 1,9 Prozent, während die nichtklassischen Mitgliederagenturen mit einem Plus von 5,1 Prozent viel optimistischer in die Zukunft blicken.
Jammern gehört weiss Gott nicht zum Handwerk der Werbeagenturen. Ihre Aufgabe ist es, die Welt wieder zu verzaubern, Auftraggeber und Konsumenten optimistisch zu stimmen. Und das ist richtig so, denn Konjunktur ist zur Hälfte Psychologie. Samuel Helbling, Chefredaktor

Etat-News: S&F fährt Mercedes durch Europa

Die Werbeagentur Scholz & Friends, Berlin, hat den Zuschlag für die europaweite Einführung des neuen Vans von Mercedes-Benz erhalten, der im nächsten Jahr auf den Markt kommt.

Die Werbeagentur Scholz & Friends, Berlin, hat den Zuschlag für die europaweite Einführung des neuen Vans von Mercedes-Benz erhalten, der im nächsten Jahr auf den Markt kommt.Etat-News S&F fährt Mercedes durch Europa
Die Kampagne wird durch Onlinewerbung, Dialogmarketing und POS-Massnahmen flankiert.
Ikea baut nicht auf US-Networks Das schwedische Möbelhaus Ikea hat sich in den USA für Crispin Porter & Bogusky entschieden. Die unabhängige Werbeagentur aus Miami setzte sich im Pitch gegen die WPP-Tochter Berlin Cameron/Red Cell und Goodby Silverstein & Partners (Omnicom) durch. Ikea plant laut Advertising Age, seine US-Präsenz in den nächsten zehn Jahren von 15 auf 50 Möbelmärkte auszubauen. Das Budget von Ikea in den USA wird auf 50 Millionen Dollar geschätzt.

«Wir sind, wie man sagt, mit einem blauen Auge davongekommen»

Peter Kettiger über die neue Struktur von OMD Schweiz

Peter Kettiger über die neue Struktur von OMD SchweizDie vormalige OMD Zürich AG wird demnächst in OMD Schweiz umbenannt. Christof Kaufmann ist neuer CEO der Mediaagentur. Marion Wagner bleibt CFO. Im Verwaltungsrat sitzen Hans Ulrich Schweizer und Hans-Peter Detsch. Präsident ist Peter Kettiger von Zogg Kettiger Gasser. Er analysiert die Hintergründe für diese Strukturänderung. Neuerungen sind meist Verbesserungen und Anlass zur Freude. Was freut Sie an Ihrer neuen Struktur mit OMD Schweiz?
Peter Kettiger: Das Tollste finde ich, dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, alle neuen Positionen mit hervorragenden Leuten zu besetzen. Wir haben neun zusätzliche Mitarbeiter neben Kaderleuten für die drei Units eingestellt. Und das zwischen Weihnachten und Neujahr. Was mich ebenfalls positiv stimmt, ist die Reaktion der Mediaanbieter. Diese haben das Potenzial erkannt, das in dieser neuen Struktur steckt. Die Zusammenarbeit wurde deshalb ohne die geringsten Probleme aufrechterhalten. Dank unserer offensiven Informationspolitik haben die Mediaanbieter sehr schnell realisiert, dass OMD Zürich nicht bestraft werden darf für das, was in Zollikerberg passiert ist.
Trotzdem gibt es den berühmten Spruch von der Kette, die nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Hat Ihre Gruppe davon auch etwas spüren müssen?
Kettiger: Natürlich haben wir negative Auswirkungen gespürt. Wenn man jetzt hört, dass eine OMD Zollikerberg in Konkurs geht, ist der Schluss schnell einmal da, die ganze OMD sei Konkurs. Es gibt aber keine Gruppe, sondern nur eine Firma, und die heisst OMD Zürich AG. Diese hat drei Units. OMD Zürich See, OMD Zürich City und OMD Genève sind Abteilungen der OMD Zürich AG, die in absehbarer Zeit in OMD Schweiz AG umfirmiert wird. Das zu kommunizieren war die Hauptaufgabe, die ich übernehmen musste: klarstellen, dass OMD Zollikerberg und OMD Zürich AG zwei total getrennte und unabhängige Firmen sind.
Böse Zungen lästern, OMD Schweiz sei mit einem blauen Auge davongekommen, weil die «Gruppe» noch vor der allgemeinen Krisenstimmung heute vielleicht zu viel Media eingekauft hat. Wie reagieren Sie auf solche Einschätzungen?
Kettiger: Als wir im Markt die Umsatzzahlen veröffentlichten, so fassten wir diese eben zusammen, weil die beiden OMDs, gerade was das internationale Geschäft anbelangt, mit OMD in Europa schon die gleichen Ressourcen hatten. Die Firmen in der Schweiz waren aber völlig getrennt gewesen. Es war meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass auch Kunden und Anbieter das als zwei Paar Stiefel sehen. Das ist relativ gut gelungen und darum sind wir, wie man sagt, mit einem blauen Auge davongekommen.
Was wird mit den Kunden von OMD Zollikerberg geschehen?
Kettiger: OMD Zollikerberg hat drei Kategorien von Kunden gehabt. Internationale Kunden, die Verträge haben mit OMD Europa. Andere Kunden sind von Seiler DDB gekommen, wo der Mediateil sozusagen im «Unterakkord» vergeben worden ist. Drittens hat OMD Zollikerberg eigene Kunden betreut. Die internationalen Kunden sind von London aus sofort zur OMD Zürich transferiert worden, weil dort OMD Europa im Obligo ist, diesen Kunden in der Schweiz den Service anzubieten. OMD Europa war froh, dass sie ihre Kunden an eine zweite OMD übergeben konnte. Was die Kunden von Seiler DDB betrifft, hat CEO Kaspar Loeb beschlossen, diese ebenfalls von der OMD Zürich betreuen zu lassen. Die Direktkunden haben sich fast ausnahmslos entschieden, weiterhin mit OMD zusammenarbeiten zu wollen. Ein Vertrauensvotum, das verpflichtet.
Was geschieht mit den Aktien, die DDB Zollikerberg an der Gruppe hatte?
Kettiger: An der OMD Zürich ist die Firma Optimum Media Direction AG in Zollikerberg beteiligt gewesen. Diese Firma hat Mediadienstleistungen angeboten. Das ist eine Tochter der Seiler Com Holding, also eine Schwester von Seiler DDB. Als wir die OMD Zürich AG gründeten, boten wir Seiler Com Holding an, sich zu beteiligen, weil wir das internationale Netzwerk-Know-how, das Herbert Seiler schon gehabt hat, miteinbinden wollten. So, wie es aussieht, wird DDB Europe dieses Paket aus der Konkursmasse übernehmen und nicht Seiler DDB. Wie Verwaltungsrat Hans-Peter Detsch gesagt hat, sieht das Konzept der OMD vor, dass OMD selber keine Agenturen besitzt, sondern in den lokalen Märkten in der Regel mit den drei lokalen Kreativagenturen aus der Omnicom-Gruppe, also TBWA, BBDO und DDB, zusammenarbeiten, die Inhaber oder Teilhaber der Mediaagenturen sind.
An welcher Stelle sehen Sie OMD Schweiz im Ranking?
Kettiger: Die veröffentlichten Zahlen sind leider nicht vergleichbar. Mit unseren 125 Millionen Franken Umsatz sehen wir uns auf Platz 3 oder 4. Das ist der Stand von heute und kann natürlich noch nicht das Ziel sein. Ich denke, dass wir bis Ende Jahr die sichere Nummer 3 sein können.
Viel Bewegung scheint zurzeit auch in Ihrer Agentur Zogg Kettiger Gasser zu herrschen. Sie suchen Personal. Haben Sie viel New Business zu vermelden?
Kettiger: Wir haben als neue Kunden Orangina, Philips mit dem ganzen Haushaltbereich und Personal Care. Zusätzliche Mandate hat es von bestehenden Kunden gegeben wie zum Beispiel Merck Sharp & Dohme-Chibret. Für diesen internationalen Pharmakonzern machen wir neu die Corporate Communication in der Schweiz. Swisslos betraute uns mit zusätzlichen Mandaten ebenso wie unser grosser Kunde Masterfoods.
Diese Woche publiziert der BSW seine neuen Zahlen. Liegt Ihre Agentur im allgemeinen Trend?
Kettiger: 2001 war für uns, wie für viele Firmen im Kommunikationsbereich, kein brillantes Jahr. Die Zahlen sind ungefähr vergleichbar mit dem Jahr davor, leicht schlechter. In diesem Jahr sieht es sehr positiv aus.
Wie wichtig ist für ZKG das internationale Geschäft?
Kettiger: Das wird immer wichtiger, weil immer mehr grosse Markenartikler es nicht mehr zulassen, dass in den verschiedenen Märkten viele kleine Königreiche existieren. Man muss aber wissen: Eine Agentur, die lokal nicht ganz stark verankert ist, hat auch im internationalen Geschäft keine Chance.
Wie wichtig ist das Büro in Biel?
Kettiger: Das ist die Ex-Agentur unseres Partners Max Winiger. Das Büro ist zurzeit inaktiv. Wir haben aber gewisse Projekte, mit denen wir in Zukunft das Büro Biel wieder aktivieren möchten, als Tor zur Westschweiz sozusagen. Interview: Andreas Panzeri

Sag mir, wo die Jugend ist

SF DRS zieht am meisten Kinder und Jugendliche an, doch der Plafond scheint erreicht

SF DRS zieht am meisten Kinder und Jugendliche an, doch der Plafond scheint erreichtVon Daniel Schifferle Schweizer Kinder und Jugendliche sind mit Fernsehen nicht nur schwer zu erreichen, sie sind zudem auf die zahlreich empfangbaren Sender verzettelt wie kein anderes Segment. Das wird auch so bleiben, denn SF DRS hat weder Pläne noch Rezepte für einen weiteren Effort in den beiden jüngsten Zielgruppen.
Kinder und Jugendliche schauen wenig fern und verfügen über eine geringe Senderbindung. Dies zeigt eine Analyse, die SF DRS kürzlich präsentierte. So waren von insgesamt 737000 Kindern (3- bis 14-Jährige) in der Deutschschweiz an einem durchschnittlichen Tag lediglich 43000 vor dem Fernseher anzutreffen. Ähnlich enthaltsam waren die Jugendlichen (15- bis 24-Jährige). Von insgesamt 626000 sahen an einem durchschnittlichen Tag nur gerade 42000 fern.
Die Fernsehabstinenz wird auch deutlich sichtbar, vergleicht man die tägliche TV-Nutzung der verschiedenen Altersgruppen. Laut SF DRS beträgt sie bei den Kindern im Schnitt lediglich 84 Minuten, bei den Jugendlichen sind es mit täglich 96 Minuten nur leicht mehr. Im Vergleich mit den älteren Zielgruppen sind dies bescheidene Werte. So investiert bereits die nächsthöhere Altersgruppe, die 25- bis 45-Jährigen, mit 133 Minuten pro Tag massiv mehr Zeit ins TV. Mit zunehmendem Alter akzentuiert sich der Trend zum Vielsehen weiter. So verbrachten die 45- bis 64-Jährigen täglich 153 Minuten und die über 65-Jährigen sogar 194 Minuten vor dem Fernseher.
Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen hat SF DRS im Segment Kinder zugelegt. Zwischen 1995 und 2001 konnte der kumulierte Marktanteil (SF 1 und SF 2) in dieser Zielgruppe von 17 auf 21 Prozent ausgebaut werden. Richtig aufwärts ging es erst ab Herbst 1998. Damals hatte SF 2 das Nickelodeon-Angebot zu seinem Kinderprogramm gemacht. Mit dem Resultat, dass die vorher im Bereich von 2 bis 3 Prozent dümpelnden Marktanteile bereits 1999 auf 6 Prozent und in den beiden folgenden Jahren sogar auf 9 Prozent kletterten.
Nicht im gleichen Ausmass eingetreten ist die gewünschte stärkere Anbindung der Jugendlichen. Hatte SF DRS 1998 in dieser Zielgruppe die 20-Prozent-Marke nur knapp verfehlt, ging es in den folgenden Jahren bereits wieder um rund zwei Marktanteilspunkte rückwärts. Auch mit diesem Rückschritt bleibt aber SF DRS bei Jugendlichen und Kindern Marktführer unter den in der Deutschschweiz verfügbaren Sendern.
Gesamtprogramm holt mehr Junge als Zielgruppensendungen
Trotzdem bleibt aber die Tatsache, dass rund 80 Prozent der täglichen TV-Nutzung durch Kinder und Jugendliche auf das Konto ausländischer Kanäle geht. Die beiden jungen Altersgruppen mit noch wenig ausgeprägter Senderbindung sind die internationalsten TV-Zuschauer überhaupt. Bei den Kindern schauten 13 Prozent SuperRTL, je 8 Prozent den Arte-Kinderkanal oder das RTL-2-Kinderprogramm, und Pro 7 und RTL fischten sich je 7 Prozent der fernsehenden Kinder, Sat 1 kam auf 3 Prozent. Ebenfalls stark im Kindersegment war das eingestellte TV 3 mit 8 Prozent.
Ähnlich verzettelt sind die Nutzungsgewohnheiten der Jugendlichen, wenn auch mit anderen Präferenzen. Gleich hinter SF DRS folgt Pro 7 mit 16 Prozent Marktanteil im Jugendsegment. Der dritte Platz geht an RTL mit 11 Prozent. RTL 2, ORF 1 und Sat 1 konnten je 6 und Vox 3 Prozent auf sich vereinigen. Unter den speziell im Jugendsegment positionierten Musiksendern konnte VivaSwizz immerhin 3 Prozent holen, während MTV mit 1 Prozent Marktanteil weit zurückblieb. Stark war hingegen auch das eingestellte TV 3, das bei den Jugendlichen 8 Prozent Marktanteil erreichte.
Zusätzliche Anstrengungen, mehr jugendliches Publikum zu holen, sind bei SF DRS im Moment nicht vorgesehen, sagt SFDRS-Pressechef René Bardet. «Die meisten jungen Zuschauer holen wir mit dem Gesamtprogramm. Die Zielgruppensendungen sind ein minderheitsorientiertes Zusatzangebot.»
Die Rechnung ist eine einfache: Sendungen mit hohen Zuschauerzahlen haben stets auch eine relativ hohe Zahl an Kindern und Jugendlichen. Dies ist so, weil die meisten Sendungen eine altersmässig breit gestreute Zuschauerschaft auf sich vereinen. Auch ein weiterer Ausbau der eigenen Kinder- und Jugendprogramme, um noch konkurrenzfähiger zu werden, hält Bardet nicht für Erfolg versprechend. «Die grossen Zahlen bei Jugendlichen erreicht man vor allem mit neuen Serien und Sitcoms. Da können wir mit den extrem finanzstarken, jugendorientierten Sendern in Deutschland schlicht nicht mithalten.»

Das Internet wird weiter doppelt ausgemessen

Januar-Daten der Internetpanels von NetRatings und MMXI

Januar-Daten der Internetpanels von NetRatings und MMXIGemäss MMXI haben im Januar 2,595 Millionen Personen während durchschnittlich 308 Minuten von zu Hause aus im Internet gesurft und dabei 294 Seiten besucht. Gemäss den Daten von NetRatings waren es hingegen 2,059 Millionen Personen, die je während 381 Minuten am Heimcomputer surften und 541 Seiten besuchten.Was auffällt: Während die monatliche Surfdauer bisher um maximal rund eine halbe Stunde differierte, unterscheidet sie sich diesmal um ganze 73 Minuten. Dieser plötzliche und massive Ausreisser ist zumindest auf Grund der übrigen Daten nicht erklärbar und zeigt wieder einmal, wie sehr sich die beiden Panels in ihren Anlagen unterscheiden müssen. Bisher gab es allerdings seitens MMXI und AC Nielsen keinen ernsthaften Versuch, solche Differenzen gemeinsam zu klären.
Vorderhand wird dies wohl auch so bleiben. Denn die beiden Internetforschungsfirmen NetRatings (Betreiberin des Panels von Nielsen/NetRatings) und Jupiter Media Metrix (Betreiberin des MMXI-Panels) haben ihre geplante Fusion überraschend abgesagt. Grund sind noch inoffizielle Einwände der amerikanischen Kontrollbehörde Federal Trade Commission. Noch nicht entschieden ist, ob NetRatings auch auf die ebenfalls geplante Übernahme von ACNielsen eRatings verzichtet.
Umgekehrt ist aber auch fraglich, wie lange Jupiter und NetRatings noch nebeneinander existieren können: Beide wiesen für letztes Jahr eher schwache Ergebnisse aus, zudem läuft nun nach der geplatzten Fusion eine Patentklage von Jupiter gegen NetRatings weiter.
Zurück zu den Daten: Allen gravierenden Unterschieden zum Trotz haben sich die beiden Panels im Januar wenigstens in einem Detail angeglichen. Erstmals weisen beide die ersten zwei Ränge identisch aus: Microsoft.com erhält hinter Bluewin.ch die Silbermedaille. Eine Gemeinsamkeit findet sich zudem auf Platz 20: Auf beiden Tabellen ist dort TVSpielfilm.de zu finden, nicht zum ersten Mal, aber erstmals in beiden Panels. Blick.ch hingegen ist bei MMXI wieder aus den Top 20 raus- und bei AC Nielsen auf Rang 18 zurückgefallen. Markus Knöpfli
Top-20-Domains januar 2002

Nielsen/NetRatings MMXI
Rang Domain Anzahl Reichweite Domain Besucher Reichweite
Besucher in % in 1000 in %
 1 bluewin.ch 995 268 48,33 bluewin.ch 1 400 53,8
 2 microsoft.com 715 357 34,73 microsoft.com   803 30,9
 3 msn.com 692 805 33,64 msn.ch   796 30,6
 4 passport.com 563 839 27,38 msn.com   774 29,7
 5 google.ch 507 539 24,64 passport.com   671 25,8
 6 search.ch 451 113 21,90 google.ch   664 25,5
 7 yahoo.com 417 400 20,27 yahoo.com   617 23,7
 8 msn.ch 401 687 19,50 search.ch   579 22,2
 9 sunrise.ch 376 117 18,26 sbb.ch   479 18,4
10 sbb.ch 308 324 14,97 sunrise.ch   461 17,7
11 yahoo.de 281 054 13,65 gmx.de   382 14,7
12 google.com 212 058 10,30 yahoo.de   362 13,9
13 gmx.net 199 726  9,70 google.com   347 13,3
14 yahoo.fr 194 010  9,42 msn.de   336 12,9
15 geocities.com 185 560  9,01 ubs.com   286 11,0
16 gmx.net 177 774  8,63 microsoft.de   264 10,1
17 netscape.com 169 763  8,24 yahoo.fr   234  9,0
18 blick.ch 166 131  8,07 microsoft.fr   208  8,0
19 yellownet.ch 146 683  7,12 real.com   204  7,8
20 tvspielfilm.de 140 498  6,82 tvspielfilm.de   201  7,7
Quelle: AC Nielsen/MMXI

Wo gehts hier in die Stadt?

Service Weniger New business für multis Laut einer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitierten Studie der Credit Suisse First Boston haben 2001 die acht grössten Werbekonzerne zusammen netto Etats im Volumen von 4,6 Milliarden Dollar (20

Die HGKK in Bern bietet europaweit eine einmalige Ausbildung in Signaletik anVon Simone Keller Die Hochschule für Gestaltung, Kunst und Konservierung (HGKK) in Bern bietet als erste Schule in Europa ein Nachdiplomstudium in Signaletik an. Der neue Lehrgang soll der wachsenden Komplexität des urbanen Raums in Planung und Ausführung Rechnung tragen.
In seiner gewohnten Umgebung findet sich der Mensch fast blind zurecht. Verlässt er aber die vertrauten Strassenbilder, besucht er eine andere Stadt oder gar ein anderes Land, müssen ihm die neuen Zusammenhänge erklärt werden, damit er sich orientieren kann. Die Entwicklung eines effizienten Orientierungssystems zur Navigation durch ein Gelände ist Inhalt der Signaletik.
Ab diesem Herbst bietet die Berner HGKK als europäische Pionierin ein umfassendes, praxisorientiertes Nachdiplomstudium (NDS) auf diesem Gebiet an. «Wir leben in einer Zeit, in der die Informationsbedürfnisse im öffentlichen Raum zunehmen, weil die Umwelt mit grösseren Gebäuden und komplizierter gewordenen Systemen immer unübersichtlicher wird», erklärt Christian Jaquet, Studienleiter visuelle Kommunikation an der HGKK, die Bedürfnislage. Hauptinitiant und Studienleiter des NDS ist der Basler Designer Theo Ballmer, der auch für das signaletische Konzept des Flughafens Frankfurt verantwortlich zeichnet.
Damit sich Besucher oder Benutzer öffentlicher Räume orientieren können, müssen ihnen diese erklärt werden. Ein Signaletik-Konzept schlüsselt die räumlichen Informationen – kultureller, geschichtlicher oder sozialer Art – auf, um sie visuell darzustellen. Der Begriff Signaletik wurde eingeführt, um die auf Inhaltsvermittlung bezogenen Informationssysteme von den «einfachen» Signalsystemen zu unterscheiden.
Eine wichtige Rolle bei der Konzeption des urbanen Raums spielt die intensive Kommunikation zwischen den planenden und ausführenden Spezialisten. Deren Anliegen zu koordinieren, ist eine der zentralen Aufgaben des Signaletikers. Ein solcher Austausch hat gemäss Theo Ballmer im Fall des Bahnhofplatzes seiner Wohnstadt Basel nicht stattgefunden. Bei der Planung des Tramsystems habe man alle anderen Verkehrsteilnehmer vergessen, meint er.
Der zweijährige, berufsbegleitende Lehrgang richtet sich in erster Linie an Architekten, Planer und Ingenieure. Aber auch Soziologen, Wirtschafts- und Tourismusfachleuten sowie Personen aus Verwaltung und Verkehrsbetrieben steht das Nachdiplomstudium offen. Dementsprechend finden sich unter den dozierenden Spezialisten neben Designern und Architekten auch Psychologen, Urbanisten sowie Juristen, die unter der Leitung von Theo Ballmer die einzelnen Studieneinheiten betreuen.
Grosses Interesse für die einzigartige Ausbildung
Während im ersten Semester schwerpunktmässig der theoretische Sockel aufgebaut wird, erarbeiten die Studierenden danach in Gruppen signaletische Konzepte für konkrete Auftraggeber, wie zum Beispiel die Stadt Burgdorf oder den Flughafen Genf. Der Unterricht findet jede zweite Woche jeweils am Freitag und Samstag in den Räumen der HGKK in Bern-Bümpliz statt.
Obwohl die neue Ausbildung seit Bekanntwerden auf breites Interesse gestossen ist, konnten sich bis Ende Januar nur 6 von 90 Interessenten zu einer Anmeldung entschliessen. Bei der HGKK vermutet man deshalb, dass für viele die Anmeldefrist nach Bekanntgabe des Lehrgangs zu kurzfristig angesetzt war. Der Anmeldeschluss wurde deshalb ein erstes Mal von Januar auf März und neu bis Ende Juni verlängert, der Studienbeginn entsprechend auf den 27. September verschoben.

PubliGroupe schreibt vorübergehend tiefrote Zahlen

Für das Jahr 2000 wies die PubliGroupe noch einen Gewinn von 140 Millionen Franken aus, im Geschäftsjahr 2001 schreibt der Lausanner Werbe- und Medienkonzern aber tiefrote Zahlen

Für das Jahr 2000 wies die PubliGroupe noch einen Gewinn von 140 Millionen Franken aus, im Geschäftsjahr 2001 schreibt der Lausanner Werbe- und Medienkonzern aber tiefrote Zahlen: Der Verlust beläuft sich auf rund 185 Millionen Franken. Für 2002 werden wieder schwarze Zahlen erwartet.Zwar hatte die PubliGroupe im November vorsorglich einen «substanziellen Verlust» angekündigt, nun ist daraus aber ein Rekordverlust geworden. Dafür gibt es zwei Gründe. Das eingebrochene Onlinegeschäft reisst ein Loch von 84 Millionen Franken in die PubliGroupe-Kasse. Von dieser Grössenordnung war schon bei der Verlustwarnung im November die Rede. Daraus gewann man damals aber auch den Eindruck, dass dies die Hauptverlustquelle sei. Doch dem war nicht so. Weitaus grösser ist der Verlust, den die Ende 2000
übernommene US-Werbeagenturgruppe Panoramic Communications in der PubliGroupe-Kasse verursacht hat: Zum einen fuhr Panoramic einen Jahresverlust von 30 Millionen Franken ein, zum andern schrieb die PubliGroupe die für Panoramic getätigten Investitionen von 75 Millionen Franken im letzten Jahr voll ab. Beides zusammen schlägt also mit 105 Millionen Franken zu Buche. Pikant: Auf die Probleme um Panoramic hatte die PubliGroupe im November nur beiläufig und ohne Zahlen hingewiesen.
Heinz Wägeli, CFO der PubliGroupe, rechtfertigt die damalige Kommunikation damit, dass es sich bei den 75 Millionen Franken nicht um einen effektiv eingetretenen Verlust handle, sondern um eine Goodwillabschreibung. Weiter betont Wägeli, dass im Jahresverlust von 30 Millionen Franken auch Restrukturierungskosten eingeschlossen seien: Die PubliGroupe hat die vormals zehn Panoramic-Gesellschaften auf heute vier reduziert und 274 Stellen (40 Prozent) abgebaut. Für 2002 erwartet sie von den vier verbliebenen Panoramic-Gesellschaften einen Umsatz von 100 Millionen Franken. Die Panoramic-Gruppe kam letztes Jahr auf «lediglich» 121 Millionen Franken. (mk)

Kopf der Woche: «Ich liebe es, Pionierarbeit zu leisten und dabei ein wenig zu provozieren»

Raoul Gerber wird am 1. Mai Geschäftsleiter für IP Multimedia in der Westschweiz

Raoul Gerber wird am 1. Mai Geschäftsleiter für IP Multimedia in der WestschweizRaoul Gerber lässt sich nicht gerne in die Karten blicken. Als zukünftiger Geschäftsleiter für die Westschweiz des Werbezeitvermarkters IP Multimedia, aber im Moment noch im Solde der Vermarktungsfirma für die Westschweizer Privatfernsehstationen, Force Promotion, ist er sehr vorsichtig mit Äusserungen über die Bearbeitung des Westschweizer TV-Marktes. Auch wenn er es nicht expressis verbis formuliert, spürt man bei ihm die Lust heraus, diesen Markt neu aufzumischen und gehörig am festgezurrten TSR-Monopol zu rütteln. Deshalb ist er auch ganz glücklich, dass M6 mit seinem Werbefenster einen Vorstoss in der Westschweiz gewagt hat, und hofft, dass andere Anbieter wie zum Beispiel TF 1 folgen werden. Dies erstaunt eigentlich ein wenig, gehören doch die beiden Lokal-Fernsehstationen Léman bleu und TVRL, vermarktet von Force Promotion, zu jenen Kanalbetreibern, die das M6-Werbefenster aus Solidarität zur Télévision Suisse Romande nicht aufschalten.
Seine berufliche Karriere hat der 38-Jährige weit weg vom Medienbusiness begonnen. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium in den Fächern Deutsch, Französisch und Philosophie unterrichtete er für kurze Zeit.
Das Lehrerdasein war ihm aber trotz der vier Monate Ferien und garantierten Anstellung auf Lebzeiten zu monoton. Sein Anliegen, Wissen zu vermitteln, wurde von den Schülern nicht über Gebühr geschätzt, ist er überzeugt.
Als Übersetzer beim Journal du Jura in Biel schnupperte der Sohn einer Aargauerin und eines Österreichers erstmals Zeitungsluft. Und als man ihn dann bat, beim Aufbau des ersten privaten Lokalradios in der Westschweiz mitzuarbeiten, musste sich Raoul Gerber nicht lange besinnen und packte die Chance.
Später war es die Genfer Lokal-TV-Station Léman bleu, die er mit aus der Taufe hob. Ja, er liebe es, Pionierarbeit zu leisten und damit auch ein wenig zu provozieren, gesteht er. Damals seien die elektronischen Medien für die Werbeauftraggeber in der Westschweiz noch Neuland gewesen, erinnert sich Gerber. Er ist ein leidenschaftlicher Befürworter des Lokalfernsehens, das sich zusehends professionalisiert. Die Stärke des Lokalfernsehens seien die Lokalnachrichten, damit werde ein echter Mehrwert geboten. Aber die Programme der verschiedenen Stationen sollten einander thematisch und inhaltlich angeglichen werden, ist Gerber überzeugt. Die Attraktivität des Lokalfernsehens sei seine Nähe. Und die Attraktivität von IP Multimedia liege künftig bei noch grösserer Kundennähe, argumentiert Raoul Gerber und platziert, gewiefter Vermarkter, damit noch einen Werbespot in eigener Sache. Anita Vaucher

«Wir sollten weniger über die schwarzen Schafe schimpfen»

Ueli Anken, Präsident der Westschweizer PR-Gesellschaft, über den Markt Westschweiz

Ueli Anken, Präsident der Westschweizer PR-Gesellschaft, über den Markt WestschweizFarner hat ein Büro in Freiburg eröffnet, zwei Deutschschweizer Agenturen sind Partnerschaften mit Westschweizer PR-Agenturen eingegangen. PR in der Romandie boomt, ist für PR-Berater aber nicht einfach über einen Leisten zu schlagen, sagt Ueli Anken, Präsident der Westschweizer PR-Gesellschaft. Woher rührt das plötzliche Interesse am Westschweizer Markt?
Ueli Anken: Vermutlich hat es sich herumgesprochen, dass die Romandie nicht einfach eine kompakte Einheit bildet, die sich so ohne weiteres in ein Massnahmenpaket integrieren lässt. Die Westschweiz ist im Gegenteil ein vielfältiger Markt. Es gibt bereits eine Barriere zwischen Genf und Lausanne, die beiden Märkte funktionieren unabhängig voneinander. Dann gibt es die wirtschaftlichen Ballungszentren mit unterschiedlichem kulturellem Kontext. Im Kanton Wallis zum Beispiel kann man nichts ausrichten, wenn man nicht vor Ort ist. Im Jura dürfte es schwierig sein, von Lausanne aus zu agieren. Eine Deutschschweizer Agentur, die nationale Dienste für internationale Kunden anbieten will, ist nur glaubwürdig, wenn sie solide Verbindungen in die Westschweiz nachweisen kann.
Der Westschweizer Markt kann also schlecht von der Deutschschweiz aus bearbeitet werden?
Anken: Es gibt Beispiele, die das Gegenteil belegen. Tatsache ist aber, dass PR ein Métier de Proximité ist. Ein gutes Beispiel dafür bietet Genf mit seinen internationalen Organisationen. Auf dem Platz Genf gibt es einige internationale PR-Anbieter, die aber in Lausanne überhaupt nicht bekannt sind. Und wenn man die kleine Schweiz von Amerika oder England aus betrachtet, ist sie «one among the other countries». Der erste Standort ist häufig Genf, dann kommen Zürich und Basel. Aus dieser Perspektive ist es durchaus nachvollziehbar, dass die internationalen Organisationen und Unternehmen, die aus dem Westen kommen, sich Genf aussuchen.
Westschweizer Unternehmen haben noch Hemmungen, PR-Dienste zu beanspruchen. Warum?
Anken: Über 80 Prozent der Westschweizer Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe. Und für diese ist es einfach eine Budgetfrage. Statt für Dauerbegleitung kommen sie häufig für punktuelle Aufgaben zu uns.
Aber gerade KMU hätten PR dringend nötig?
Anken: Zweifellos. Das Kernproblem ist auch hier, diesen Unternehmen die PR-Branche transparent zu machen und ihnen zu erklären, was wir bieten können.
Wie reagieren Sie auf den immer wieder gehörten Vorwurf, dass die PR-Branche selber PR nötig hat?
Anken: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung, mit der ich völlig einverstanden bin. Wir müssen an den verschiedenen Fronten sicher noch besser kämpfen, damit das Verständnis für PR wächst. Wir in der Westschweizer PR-Gesellschaft werden jetzt ganz gezielt mit andern Kommunikationsorganisationen zusammenspannen und Erfahrungsaustausch betreiben. Wir wollen uns mit der Frage auseinander setzen, wer für was zuständig ist. Hingegen glaube ich nicht, dass einseitige Inserate des Inhalts: «PR ist, wenn…» etwas bringen. Wir müssen den Dialog mit den Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft, der öffentlichen Hand, mit unseren potenziellen Auftraggebern suchen und anhand von konkreten Beispielen zeigen, was PR ist. Die digitale Revolution, also der ganze Technologiewandel, gibt uns die Chance dazu. PR ist ein Beruf, der vor 130 Jahren aus der industriellen Revolution heraus entstanden ist. Heute befinden wir uns wieder in einer gleichen Situation, die Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft hat. Und was in diesem Zusammenhang passiert mit all den Veränderungen, von den technologischen Abläufen bis hin zu den demokratischen Prozessen, erfordert einen enormen Informations- und Erklärungsaufwand. Die Ansprüche und Erwartungen an die wirtschaftlichen und politischen Akteure sind gewaltig. Und in diesem Zusammenhang wird die Öffentlichkeitsarbeit, die Transparenz schaffen soll, an Bedeutung zunehmen.
Hängt das schiefe Image der PR-Branche auch damit zusammen, dass es trotz Berufsdiplom immer noch jedermann möglich ist, PR zu betreiben?
Anken: Dieser Umstand mag tatsächlich dazu beitragen. Aber für mich sind das Ausreden. Jazzmusiker ist auch kein geschützter Titel, jedermann kann nach Belieben herumklimpern, aber deswegen hat die Musikgattung Jazz nicht einen schlechteren oder besseren Ruf. Wir haben aber in den vergangenen Jahren insofern einen schlechten Job gemacht, als wir uns zu wenig auf die Profilierung via unsere Kernkompetenzen konzentriert haben. Wir sollten weniger über die schwarzen Schafe schimpfen und über jene aus andern Branchen, die unter dem Hag hindurch im PR-Bereich grasen, sondern uns über unsere Arbeit profilieren.
Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie diskret PR-Leute sind, wenn es um das Vermarkten ihrer eigenen Leistung geht?
Anken: Ich glaube, dass wir als Anbieter, jede Agentur für sich selber, im Vermarkten der eigenen Leistungen gar nicht so schlecht sind. Hingegen fehlt es an der Transparenz als Branche. Wir verstehen uns nicht zu profilieren im Gesamtkonzert der Kommunikationsberufe. Und wenn ich das Wort «profilieren» verwende, meine ich das im nobelsten Sinn des Wortes. Hier gilt es aufzupassen, dass wir nicht alles vermischen und auch unseren Kunden gegenüber den Mut haben und klar darlegen, was PR ist oder eben nicht ist.
Es ist aber eine Tatsache, dass immer mehr Kunden ein Gesamtkommunikationspaket wollen. Die Werbe- und Marketingagenturen bieten dementsprechend auch PR-Leistungen an. Macht es dann aus Sicht des Auftraggebers noch Sinn, eine PR-Agentur zu kontaktieren?
Anken: Klar definierte PR-Leistungen anzubieten, macht bestimmt Sinn. Wenn es zum Beispiel darum geht, in einem demokratischen Prozess zu erklären, was der Uno-Beitritt für die Schweiz bedeutet oder die Einführung des E-Votings zu begleiten, um zwei aktuelle Beispiele zu nennen, kommen die ureigenen Kernkompetenzen der Öffentlichkeitsarbeit zum Tragen. Hingegen wehre ich mich überhaupt nicht dagegen, wenn eine Werbeagentur im Zusammenhang mit einer Produktepromotion einen einzelnen Pressetext abfasst; es gibt welche, die machen das ganz ordentlich. In jedem Beruf verändern sich die Anforderungen laufend, und es wäre wohl langweilig, wenn sich der Beruf des PR-Beraters nicht auch verändern würde. Interview: Anita Vaucher

«Das Erbstück hält sich in Grenzen»

Äusserungen von Mediafachleuten zum Metropol-Aus kritisieren vor allem den Zickzackkurs

Äusserungen von Mediafachleuten zum Metropol-Aus kritisieren vor allem den ZickzackkursEs genüge nicht, internationale «Erfolgsrezepte» in den Schweizer Markt drücken zu wollen, lautet der Tenor nach dem Einstellungsentscheid für Metropol. Nicht die erhofften Werbegelder, sondern die Konsumenten müssten an den Anfang aller Überlegungen gestellt werden, lautet die Kritik der Mediafachleute.
Petra Kreussler: Bitter. Ein weiteres Aus für ein Schweizer Medienunternehmen, und im Nachhinein ist es selbstverständlich allen klar, dass im hart umkämpften Zürcher Markt unmöglich drei Titel haben bestehen können. Nun wäre es aber langsam an der Zeit, sich bewusst zu werden, dass bei der Lancierung von neuen Medienprojekten allseits mehr Verantwortung übernommen werden muss und dass zur Abwechslung für einmal die Konsumenten und nicht nur die erhofften Werbegelder an den Anfang aller Überlegungen gestellt werden. Aufmerksamkeit gewinnt heute nur, wer klare Ziele hat, frühzeitig die Potenziale erkennt und auf die beschleunigte Marktdynamik reagieren kann.
Andy Lehmann: Es ist aus meiner Sicht einfach unhaltbar und schliesslich schädlich, wenn Medien nach einem undurchschaubaren «Opportunity-System» einfach wieder aus dem Markt genommen werden. Der einzig bedauernswerte Fakt an diesem Trauerspiel ist wohl die Erkenntnis, dass es offensichtlich nicht genügt, internationale «Erfolgsrezepte» in den Schweizer Markt drücken zu wollen. Wenn ein Verlag nicht in der Lage ist, ein solches Know-how positiv umzusetzen, dann muss die Einstellung von Metropol definitiv nicht bedauert werden.
Röbi Baier: Das Ende von Metropol ist weder eine Überraschung noch ein Verlust für die Medienwirtschaft. Die Marktchancen wurden viel zu blauäugig prognostiziert. Das «Ohr am Markt» ist nicht in Funktion getreten. Sicher wird 20 Minuten Nutzniesser Nr. 1 sein, das Erbstück hält sich aber in Grenzen.
Urs Renner: Die Werbewelt wird Metropol kaum nachtrauern. Der Zickzackkurs (auf geografische Expansion folgte plötzlich wieder Konzentration auf Zürich) machte den Titel schwer planbar. 20 Minuten wird im Lesermarkt zweifellos von der Einstellung von Metropol profitieren. Ob dies auch im Inserentenmarkt der Fall sein wird, hängt stark
damit zusammen, ob der Titel das bei vielen Mediaentscheidern vorhandene generelle Negativimage von Gratistiteln überwinden kann.
Peter Döbeli: Das Aus für Metropol kam für uns nicht überraschend. Der Verlag hat zwischen den Zeilen schon länger angekündigt, dass das Ende bevorsteht. Zudem war schon von Anfang an zu befürchten, dass nicht beide Titel mittel- bis langfristig überleben können. Meiner Meinung nach hatte der Schweizer Markt in diesem Fall strategische Bedeutung, weil 20 Minuten als Kopie des bereits erfolgreich lancierten Metro-Konzepts hier den ersten Lancierungsversuch ausserhalb seines Heimmarktes unternommen hat. Wäre 20 Minuten in der Schweiz gescheitert, wäre für Metro das Leben in anderen Märkten einfacher geworden. Im Schweizer Markt hat der aggressivere, aktivere und innovativere Verlag das Rennen gemacht, und im Gegensatz zu Metropol ist 20 Minuten nicht einfach eine Zeitung, sondern eine multimediale Plattform. Auch das hat wahrscheinlich mit zum Erfolg beigetragen. Umfrage: Daniel Schifferle
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