Aufgefallen: Es ist nichts als recht, dass im Zeitalter der Gleichberechtigung auch Frauen in Märchenrollen schlüpfen.

AufgefallenEs ist nichts als recht, dass im Zeitalter der Gleichberechtigung auch Frauen in Märchenrollen schlüpfen. Wie in «Des Kaisers neue Kleider» von Hans Christian Andersen. Unschuldig und sich keiner List bewusst – so präsentiert das Mode

Aufgefallen Es ist nichts als recht, dass im Zeitalter der Gleichberechtigung auch Frauen in Märchenrollen schlüpfen. Wie in «Des Kaisers neue Kleider» von Hans Christian Andersen. Unschuldig und sich keiner List bewusst – so präsentiert das Modell die neue Jil Sander-Kollektion, ohne zu merken, dass diese entweder durchsichtig ist, nur aus Schuhen besteht oder noch nicht fertig genäht worden ist. Warum sich das Modell aber wie sein gedresster Betrachter an den Busen fasst, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Fest steht aber, dass Jil Sander nackte Frauen ganz gerne hat und ihnen offensichtlich eine märchenhafte Karriere offeriert. Chandra Kurt, die bis jetzt nur undurchsichtige Jil-Sander-Anzüge trägt. [email protected]
Business Lunch Ein ganz weltliches Paradies
Paradies am See heisst die korrekte Übersetzung für den Namen dieses Hotelbaus am Utoquai in Zürich: Eden au Lac. Die Herberge, im Besitz dreier Aktionäre, verfügt über eines der schönsten (und schrägsten) Restaurants in der Stadt. Schön ist der Hauch von Fin de Siècle im hohen Raum; bunt, aber doch diskret sind Bilder, Tapisserien und Draperien, ergänzt um kristall-lüsterne Lichtquellen. Schräg ist die Statik der Location: Erbaut auf einer Seeuferaufschüttung, fängt das Haus an, sich leicht nach hinten zu neigen. Legte man bei der einladenden Fensterfront eine Murmel an den Boden, sie rollte ohne Anschubkraft durch den Raum.
Das Essen! Paradiesisch kann es nicht sein (wir leben ja noch!), aber irdische Wonnen verspricht es durchaus. Einen veritablen Business Lunch mit drei Gängen kennt man hier nicht. Noch nicht, sagt der neue, freundliche Direktor Dario Fumagalli. Dafür eine Wochenkarte mit marktfrischem Angebot. Spargeln wurden empfohlen, standen aber nicht in der Gunst. Stattdessen kamen eine kräftigende Hummersuppe zu Tisch und ein Ackersalat mit Speck und Croûtons. Parbleu, der beste, den ich kenne: feinste Speckstreifchen, unaufdringlichste Brotstückchen, eine ebenso ausgewogene Salatsauce (French Dressing).
Das lob ich mir, wenn den kleinen Entrees so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie dem Sisteron-Lammrücken, der hernach die Teller füllte – angerichtet mit jungem Gemüse. Tadellos die Garzeit, zart in der Konsistenz das Fleisch, nur: Ein bisschen mehr Kräuter hätte die Kruste durchaus ertragen. Diskret und knackig, also unauffällig fast das Gemüse.
Das Trinken! Könnte noch etwas grösser sein, die Auswahl an Offenweinen. Klar, dass die Crus hervorragend sind, aus denen glasweise ausgeschenkt wird. Und verständlich auch, dass ein Lokal lieber Siebendeziflaschen unter die Gäste bringt, als angebrochene (und nicht ausgetrunkene) Flaschen in die Küche stellen zu müssen, wo sie hernach den Sauerbraten ertränken.
In der Summe aber: Ein für Business Lunches hervorragend geeignetes Lokal, weil die Tische weit auseinander stehen, viel Platz für Papiere und Dokumente zulassen – aber nicht für Mobiltelefone. Die bittet man auszuschalten, und das ist recht so. Schliesslich ist man zum Essen hier und nicht zum Telefonieren. Sollte es trotzdem mal piepsen, würde die trefflich geschulte und erlesen höfliche Bedienung den Gast diskret darauf aufmerksam machen. Carlo Bernasconi [email protected]
Hotel Eden au Lac Utoquai 45
8023 Zurich
Tel. 01 266 25 25
Fax 01 266 25 00
Parkplätze im nahen Parkhaus Utoquai
Kolumne 3 SMS à je 60 Zeichen
Von Carmelo Buffoli
Die rasante Entwicklung der letzten Jahre hat im Bereich der Technik gewaltige Möglichkeiten geschaffen. Arbeiten, die bis anhin enorm Zeit raubend waren, benötigen heute einen Bruchteil des ursprünglichen Aufwands. Diese Entwicklung hat selbst vor der Werbebranche nicht Halt gemacht, sodass auch wir Werber davon profitieren können, oder – sagen wir besser – davon profitieren könnten. Immer wieder stelle ich jedoch fest, dass diese genialen Mittel nur teilweise genutzt werden.
Allein die grosse Hektik in der Branche schreit nach Mitteln, die einem die Arbeit erleichtern. Projekte in kürzester Zeit umsetzen, Konzepte im letzten Moment erarbeiten und übermitteln – mit herkömmlichen Methoden sind solche Aufträge kaum mehr zu bewältigen. Dazu möchte ich gerne ein Beispiel anführen. Vor wenigen Wochen erhielten wir den Auftrag, ein aufwändiges Konzept zu erarbeiten. Der Kunde benötigte dieses, fertig ausgearbeitet, bereits am nächsten Tag. Ich hatte damit kein Problem und beruhigte den unter Termindruck stehenden Kunden. Ich habe dann in aller Ruhe konzipiert, geschrieben, umgesetzt und aufgebaut und das 12-seitige Konzept in allerletzter Minute per SMS gesendet. Nach herkömmlicher Methode hätte der Auftrag eine schier unmögliche Leistung bedeutet, dank neuster Handytechnologie war es für mich jedoch ein Leichtes.
Viele Netzanbieter offerieren übrigens 3 Gratis-SMS à je 60 Zeichen pro Tag. Dank weltweiten Websites mit ähnlichen Angeboten bin ich heute daher in der Lage, Arbeiten obgenannten Umfangs gratis zu übermitteln. So kann ich zeitlich knapp bemessene Aufträge problemlos erledigen, und das erst noch kostengünstig. In diesem Sinne appelliere ich an alle BranchenkollegInnen sich mehr der heutigen technischen Möglichkeiten zu bedienen. Gerne stehe ich auch mit weiteren Tipps zur Verfügung.
[email protected] Carmelo Buffoli ist Inhaber von Buffoli und Partner GmbH, ASW.

Best of South-West (2001)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-Index Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Etat-News: DDB Zürich bewirbt WM 2002 auf Sat 1

Etat-News DDB Zürich bewirbt WM 2002 auf Sat 1In einem Pitch gewann DDB Zürich das Budget zur Bewerbung der Fussball-Weltmeisterschaften 2002 von Sat 1 Schweiz. Sat 1 wird als einziger deutschsprachiger Free-TV-Sender alle 64 WM-Spiele live ü

Etat-News DDB Zürich bewirbt WM 2002 auf Sat 1
In einem Pitch gewann DDB Zürich das Budget zur Bewerbung der Fussball-Weltmeisterschaften 2002 von Sat 1 Schweiz. Sat 1 wird als einziger deutschsprachiger Free-TV-Sender alle 64 WM-Spiele live übertragen. Die Kampagne wird ab Ende April auf verschiedenen Kommunikationskanälen zu sehen sein und soll den Sender als den schweizerischsten unter allen deutschen Kanälen positionieren.
Mccann beleuchtet Romande Energie Nach einer Agenturevaluation beauftragte Romande Energie McCann-Erickson, Genf, mit der gesamten Unternehmenskommunikation. Der Auftritt, der sowohl B2B-Aktivitäten als auch B2C-Massnahmen umfasst, startet noch in diesem Monat. Romande Energie ist einer der fünf grössten Schweizer Energielieferanten.
Balena AG duscht mit GFSDie St.Galler Agentur GFS Communications (vormals Giordano Felder) wirbt neu für die Tochter der Geberit-Gruppe Balena AG. Die Toggenburger Firma, die in der Schweiz Dusch-WCs vertreibt, beauftragte GFS laut Agenturmitinhaber Andreas Felder nach einem Pitch mit der Realisation von klassischen Anzeigen, Werbemitteln für den Fachhandel, Messeauftritten und Produktdokumentationen. Der Mediaetat wurde dem Mediahaus Seefeld zugesprochen.
Sony schreibt Media in Europa ausDer Elektronik- und Unterhaltungskonzern Sony lädt zum Pitch um seinen europäischen Mediaetat. Die Bewerber sind laut Adweek OMD, Starcom MediaVest und Zenith Media (alle bereits bisher für Sony in Europa tätig) sowie Mindshare. Diese vier Agenturen hatten sich schon um das konsolidierte Nordamerikabudget beworben, mussten aber Universal McCann den Vortritt lassen. Der Entscheid über den auf 300 Millionen Dollar geschätzten Europaetat fällt im April.

Frühjahrsmüdigkeit

Die Inseratestatistik zeigt im Februar massive Einbrüche

Die Inseratestatistik zeigt im Februar massive EinbrücheVon Bruno Amstutz Auch wenn das Jahr noch jung ist, hat sich der Werbemarkt noch nicht zu erholen vermocht. Vor allem die Printmedien verzeichnen weiterhin grosse Verluste. Zur Hauptsache betroffen ist der Bereich Stelleninserate.
Allerdings sind die konkreten prozentualen Veränderungen, die die aktuelle Inseratestatistik der Schweizer Presse ausweist, mit Vorsicht zu geniessen. Die Daten werden seit Anfang Jahr nach neuen Regeln und teilweise veränderten Definitionen erhoben. Vergleiche mit dem Vorjahr sind nur noch bedingt möglich.
Zeitungen können neu auch das Inseratevolumen ihrer Lokalausgaben melden, was die Repräsentativität der Statistik erhöhen soll. Ausserdem werden Tageszeitungen gemäss einem neuen Auflagenschlüssel differenziert: Als kleinste Kategorie gelten neu Tageszeitungen mit einer Auflage bis zu 20000 Exemplaren. Bisher lag die Grenze bei 10000 Exemplaren.
Die kommerziellen Inserate werden künftig nach den Kriterien schwarzweiss oder vierfarbig unterschieden, während die Rubrikeninserate stärker als bisher unterteilt werden, und zwar nach den Kategorien Stellen, Immobilien und Übrige. Auf dieser Basis weisen die Schweizer Zeitungen einen Rückgang des gesamten Inseratevolumens um 17,7 Prozent aus. Die Stelleninserate verloren sogar 41,1 Prozent ihres Umfangs.
Am stärksten mussten einmal mehr die grössten Tageszeitungen der Deutschschweiz leiden: Sie verloren gegenüber dem Vorjahresmonat gesamthaft 25,4 Prozent Inseratevolumen, die Stelleninserate schwanden sogar um minus 49,6 Prozent.
Die Wochenzeitungen büssten zwar gesamthaft nur 17,8 Prozent ihres Inseratevolumens ein. Sie tauchten aber im Bereich Stelleninserate in traurige Tiefen. Total verbuchten sie einen neuen Verlustrekord und meldeten ein Anzeigenminus von 67,2 Prozent.
Geradezu bescheiden präsentieren sich dagegen die Rückgänge der Gratiszeitungen: Mit minus 2,9 Prozent Gesamtvolumen und minus 37,8 Prozent Stelleninserate stehen sie praktisch als Gewinner des Monats da.
Auch der Publicitas-Index der Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse stürzt weiter ab. Im Februar sank er um 2,3 Punkte auf 121,4 Punkte. Der Index der Stelleninserate verlor drastische 14,8 Punkte und steht neu bei 261,3 Zählern.

Service: «Happy» – das Buch zur Ausstellung

Noch bis zum 28. Juli läuft im Berner Museum für Kommunikation die Ausstellung «Happy – Das Versprechen in der Werbung».

Noch bis zum 28. Juli läuft im Berner Museum für Kommunikation die Ausstellung «Happy – Das Versprechen in der Werbung».Service «Happy» – das Buch zur Ausstellung
Jetzt ist im Chronos Verlag der gleichnamige Ausstellungskatalog erschienen, der sich vertieft mit dem Thema Glücksbilder in der Werbung befasst. Er enthält unter anderem einen Beitrag zur Studie des Forschungsinstituts Link, auf der die Ausstellung beruht. Das Buch ist für 49 Franken im Buchhandel erhältlich (ISBN 3-0340-0549-0).
Der 28. Baby-Index
Bereits zum 28. Mal ist der Baby-Index von Present-Service Ullrich & Co. erschienen. Die Broschüre versammelt Statistiken über die Geburten- und Bevölkerungsentwicklung der Schweiz und ergänzt sie mit Daten zu Werbeaufwendungen und Detailhandel. Der Baby-Index kann kostenlos bestellt werden unter [email protected] oder Telefon 041
740 01 40. Present-Service verschickt im Auftrag von Ärzten Geschenkpakete mit Promotionsmaterial an (werdende) Eltern vor und nach der Geburt.
Publimag mit neuem Webtool Die Publimag bietet mit Mag-Index, einem Online-Mediaselektionstool, ab sofort Zugriff auf die Basisdaten der Schweizer Zeitschriften und Fachpublikationen. Der kostenlose Service (www.mag
index.ch) basiert auf der Mediadatenbank des Verbands Schweizer Werbegesellschaften. Es ergänzt das bisherige Berechnungstool Mag-Calc; im April soll zudem das Dispositionstool Mag-Dispo zur Verfügung stehen.
Radio Lac lanciert Werbersendung Der private Westschweizer Radiosender Radio Lac strahlt seit Anfang März einmal pro Monat «Point.Com» aus. Die neue Sendung orientiert über das Geschehen in der Westschweizer Kommunikationsbranche und wird von Charly Schwarz, Initiative Media Western, moderiert. In der Livesendung äussern sich Vertreter aus Werbung, Marketing und Medien zu aktuellen Themen.

Farbbilder aus der Werbesteinzeit

Das einstige Burma öffnet sich vorsichtig – die Werbung glänzt noch bunt und anarchisch

Das einstige Burma öffnet sich vorsichtig – die Werbung glänzt noch bunt und anarchischVon Werner Catrina In Yangon, der Hauptstadt Myanmars, verzücken bunte und schillernde Plakate die Augen des westlichen Betrachters: Gold und Blau sind die vorherrschenden Farben, die für Burmesen unerschwingliche Produkte anbieten. Werbung trägt hier noch die anarchischen Züge einer Wundertüte.
«Mac Burger» wirkt irgendwie vertraut und doch haarscharf
daneben. Der Verschnitt zweier global bekannter Label würde in westlichen Industriestaaten von Copyschützern gnadenlos verfolgt und gebüsst. In Myanmar, dem einstigen Burma, sind derartige Kreationen jedoch allgegenwärtig. In diesem lange abgeschotteten Land erlebt die Marktwirtschaft ihr zaghaftes Morgenrot. Doch ins romantische Bild mischen sich unzählige Grautöne. Die Kapitale Yangon – früher hiess die Stadt Rangoon – präsentiert sich als bunter Bilderbogen wahrer Werbeanarchie. Hier schmückt sich ein Coiffeurladen für Herren ungeniert mit dem Boss-Signet, als wärs ein Schuppen für edle Bekleidung, dort steht über einer zur Strasse hin offenen Schneiderei gross Pierre Cardin. Zwei Beispiele von vielen.
Die Erklärung von Bern hat Triumph aus Burma geschasst
Die Burmesen haben traditionell ein Flair für intensive Farben und für Gold. Beides prägt die Werbeszene, wenn es auch statt Gold vor allem die Farbe Gelb ist. Frappante Gegensätze begegnen einem auf Schritt und Tritt: Neben der Sule-Pagode, einem mit Gold vollgepackten Bauwerk im Zentrum von Yangon, lächelt Cindy Crawford mit einer Omega. «Cindy’s choice!» Diesmal kein Fake, denn die Swatch Group hat das südostasiatische Land als eine der letzten Bastionen ins Visier genommen. Als Kunden in Frage kommen jedoch nur die obersten 10000 der 47 Millionen Einwohner, die Generäle und ihre Clans und die schmale Wirtschaftselite, vielleicht auch kaufkräftige Touristen.
Ob Strand-, Inya- oder Maha Bandoola-Road – Yangon jedenfalls ist eine Wundertüte für alle an Werbung Interessierten. Doch irgendwie ist das alles nur marktwirtschaftliche Kulisse. Myanmar ist nämlich immer noch ein Agrarland, in dem 44 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Land- und Forstwirschaft sowie der Fischerei erarbeitet werden. Fast zwei Drittel aller Beschäftigten sind in diesen Sektoren tätig. Dienstleistungen, darunter namentlich der Tourismus, machen ungefähr 40 Prozent des BIP aus.
Die industrielle Produktion spielt eine untergeordnete Rolle, weshalb die Militärregierung alles unternimmt, um ausländische Investoren und Produktionsbetriebe anzulocken. Für Textilfirmen – zum Beispiel das Miederunternehmen Triumph – entwickelte sich der Produktionsstandort Myanmar jedoch zum Spiessrutenlauf.
Das Unternehmen wurde auf Initiative der Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern von internationalen Medien an den Pranger gestellt, weil es durch sein Engagement indirekt das Militärregime stütze: Zweifellos hat das Bild vom Büstenhalter aus Stacheldraht auf Samtkissen die Öffentlichkeit aufgerüttelt (siehe WW 46/01). Offensichtlich ist, dass die Generäle wirtschaftlich inkompetent sind und das Land heruntergewirtschaftet haben. Investitionen aus dem Ausland sind dringend nötig; sie kommen umso rascher, je schneller sich die politische Situation normalisiert.
Ein Paar Jeans kostet fast einen Monatslohn
Manches wirkt hier irgendwie surreal. Ein paar Touristinnen in Diesel-Jeans schlendern mit schwarzen Designer-Rucksäcken ins mondäne Strandhotel aus der Kolonialzeit. Dazu kontrastieren einige einheimische Jünglinge in ihren Longyis, eine Art Wickeljupes. Eine Schar vorbeiziehender Mönche in ihren roten und rostfarbenen Umhängen vervollkommnen das exotische Bild.
Die Burmesen widerstehen bis heute den internationalen Modetrends mit erstaunlicher Hartnäckigkeit. Sicher liegt das auch an der Kaufkraft, denn ein Paar Markenjeans kostet fast einen Monatslohn, der im Durchschnitt einiges unter 50 Dollar liegt. Kyat ist die burmesische Währung; gemäss dem – rein fiktiven – offiziellen Wechselkurs wird ein US-Dollar zu 8 Kyat umgetauscht.
Dennoch: Westliche Konsumwut und Schönheitsideale infiltrieren das Land zusehends. Fast allgegenwärtig ist die – stets violette – Werbung für Lux-Seifen, die an das Europa der Fünfzigerjahre gemahnt. Diese Seife repräsentiert für die ärmeren Schichten den Mythos gepflegter Schönheit; insgeheim eifert man immer noch den Schönheitsidealen der einstigen Kolonialherren nach.
Silk Air, eine Tochter der Singapore Airlines, die täglich von Singapur nach Yangon fliegt, wirbt im Zentrum der Hauptstadt mit grossen Plakaten. Viele europäische und asiatische Touristen fliegen via den Hub Singapur ins Land. Ungefähr 150000 ausländische Touristen reisen im Jahr nach Myanmar, das wegen seiner landschaftlichen Schönheit und der Pracht seiner Kulturschätze als Geheimtipp gilt.
Bunte Märkte als noch intakte Urzelle der Werbung
Im Schnitt weilen die Gäste acht Tage im Land, zu wenig für das enorme kulturelle und landschaftliche Potenzial. Doch wer eine Reise hierher plant, stellt sich unweigerlich die Gewissensfrage: Darf man überhaupt nach Myanmar kommen? Manche oppositionelle Intellektuelle sitzen im Gefängnis, und eine freie Presse gibt es nicht. Weil das Land lange von der Aussenwelt abgeschottet war, hat sich jedoch vieles in ursprünglicher Form erhalten.
Rund 100000 direkte und ungezählte indirekte Jobs hängen am Fremdenverkehr, eine für Myanmar überragend wichtige Einnahmequelle, welche die Regierung möglichst noch viel stärker sprudeln lassen will.
Eine der vielen touristischen Attraktionen bilden dabei die farbigen, vor Waren überquellenden Märkte. Der grösste Markt der Hauptstadt hiess während der britischen Kolonialzeit Scott Market und ist später in Bogykoke-Aung-San-Markt umgetauft worden. Er trägt jetzt den Namen des Unabhängigkeitskämpfers Aung San. Die ausliegenden Waren sprechen für sich selbst; Werbung ist auf diesen Märkten nicht von Nöten, ob man nun Longyis und die assortierten Mandalay-Slippers sucht oder Früchte einkaufen möchte. Handeln ist hier obligatorisch. Wer es nicht tut, ist selber schuld. Anders in den gegenüberliegenden Supermärkten, wo Fixpreise gelten. Das muss einen jedoch nicht vom Feilschen abhalten.
Bunt und lebhaft präsentiert sich der chinesische Markt, auf dem von Zierfischen über Goldreifen bis zu Schöpfkellen alles Erdenkliche angeboten wird. Im Thain-Gyi-Markt an der Konzaydan Street, früher als «indischer Markt» bekannt, duften Gewürze betörend. Inzwischen bieten hier auch Chinesen und Burmesen eine breite Palette von Waren an. Auch hier wird Werbung klein geschrieben; man begnügt sich in der Regel mit den Namen der Standbesitzer.
Die Infiltration durch die Konsumwelt schreitet voran
Die Militärjunta liess viele Spuren des europäischen Einflusses zerstören, schleifte Bauten und vernichtete Kunstwerke, zum Beispiel von Hand gemalte holländische Fliesen an der grandiosen Schedagon-Pagode in Yangon. Unternehmen aus
Europa sind hier hochwillkommen. Doch viele Staaten und Firmen boykottieren das Land weiterhin. Und mancher Tourist, der das Land eigentlich gerne sehen möchte, überlegt es sich doch noch anders.
Im renommierten Magazin Asiaweek wird in einem umfassenden, kritischen Bericht über Myanmar ein Dissident zitiert, der sechs Jahre im Gefängnis sass: «Dieser Boykott ist schlecht für das Land. Die Generäle werden reicher, und die Armen werden ärmer. Wir brauchen Kontakt mit der Aussenwelt, wir brauchen Investitionen und neue Industrien. Ausländer bringen Ideen und neue Fähigkeiten. Das brauchen wir, das ist der einzige Weg nach vorne.» Ein touristischer Boykott bringe nichts, beschwört uns auch unser gut informierter Tourguide Benno: «Wir brauchen Touristen, die Reformen kommen später. Viel eher mit als ohne Touristen!»
Auf der Fahrt zurück ins Inya-Lake-Hotel in Yangon passieren wir riesige Plakatwände, auf denen die Errungenschaften
der Militärregierung verherrlicht werden. Doch die grossflächige staatliche Propaganda weicht zunehmend kommerziellen Plakaten. Etwas später springen auf einer Plakatwand fröhliche Delphine aus blauen Wellen, eine Werbung für Klosettpapier…

Über Tyler Brûlé hinweggeflogen

Die neue Airline Swiss startet mit einem inhouse gestalteten Bordmagazin

Die neue Airline Swiss startet mit einem inhouse gestalteten BordmagazinVon Markus Knöpfli Wenn die Swiss am 1. April abhebt, wird auch das Swiss Magazine an Bord sein. Konzipiert wurde es von jener Crew, die schon die Inflightmagazine der Crossair gemacht hat. Als Gestalterin wirkte die Zürcher Raffinerie AG mit. Der Swiss-Designer Tyler Brûlé hingegen hatte nichts zu melden.
«Swiss Magazine – Travel in style» lautet der ganze Titel des Swiss-Inflightmagazins. Doch ob der Stil des Heftes auch dem von Swiss-Logo-Designer Tyler Brûlé entspricht, ist unsicher. Tatsächlich bekam Brûlé das Heft erst in den letzten zwei Tagen, also nach Drucklegung, zu Gesicht. Das hat die Swiss-Magazine-Verlagsleiterin Regina Maréchal entschieden.
Der Grund: Brûlé, der als Herausgeber des neuen Inflightmagazins bei der Swiss-Geschäftsleitung abgeblitzt war, wollte sich laut Maréchal immer wieder als Berater und Design-Korrektor einschalten. Doch sie stellte sich vor ihr siebenköpfiges Team und die junge Zürcher Grafik- und Designagentur Raffinerie AG und verweigerte Brûlé jeden Eingriff. «Wir wollten das Magazin zu Ende bringen. Zu viele Köche hätten den Brei nur verdorben. Zudem war die Zeit, in der wir das neue Magazin auf die Beine bringen mussten, ohnehin knapp.»
Das scheint auch die Swiss-Geschäftsleitung so zu sehen. Deren Rückendeckung ist für Maréchal denn auch eine Anerkennung. Sie hat schon für die Crossair die Inflightmagazine Crosstalk (für Geschäftsreisende) und CrossTravel (für Ferienreisende und Familien) auf die Beine gestellt. Beide Hefte hatten nach zwei Jahren schon den Break-even erreicht. Ein ähnliches Ziel verfolgt Maréchal auch mit dem Swiss Magazine. «Die Swiss braucht kein gestyltes Designmagazin, sondern eines, das ein breites Publikum anspricht», ist sie überzeugt. Bewusst hat der Verlag Swiss Corporate Publishing als Teil der Swiss Corporate Communication seine Büros im neuen Swiss-Geschäftssitz beim Basler Euro-Airport. «Wir wollen den Swiss-Spirit spüren und in die Welt hinaustragen», sagt sie.
Das Swiss Magazine ist durchgehend zweisprachig (Deutsch und Englisch) – ein wichtiger Eckstein in Maréchals Konzept. «Immerhin rechnen wir mit einer Million Leserinnen und Lesern pro Monat, von denen rund die Hälfte deutscher Muttersprache ist», sagt sie. Inhaltlich ist das Heft auf Reisen fokussiert.
Das Reisemagazin hebt mit 120000 Exemplaren ab
Mit der Titelgeschichte, die jeweils eine Swiss-Destination mit einer Art Kurzfilm über 20 Seiten vorstellt, soll die Internationalität der neuen Airline gezeigt werden. Zur Leadstory gehört ein ausführlicher Serviceteil mit Stadtplan und Adressen. Andererseits kommt auch die Schweiz als Wurzel der Swiss zu Ehren – mit thematischen Fotostrecken aus jeder Sprachregion sowie Berichten über Design, Gastronomie oder Architektur. Das Swiss Magazine bringt ferner Porträts von Vielfliegern und Auswanderern sowie eine Kurzgeschichte eines Schweizer Schriftstellers, es stellt Adventure-Trips vor oder gibt Golf-Tipps.
Das Heft, das zehnmal jährlich erscheint (davon zweimal als Doppelnummer), hat eine Auflage von 120000 Exemplaren, bei den Doppelausgaben sind es 160000 Exemplare. In den Sitztaschen begleitet es Passagiere auf täglich 600 Flügen zu 126 Destinationen in 59 Länder. Zudem liegt es in Hotels und Lounges auf und kann auch abonniert werden. Vermarktet wird es von der neuen Swiss Inflight Media (siehe Kasten). Eine ganzseitige Anzeige kostet 23000 Franken, in Doppelnummern 26000 Franken.
ALERT AG Erbt von Target PublishingDie Target Publishing, ein auf Bordmagazine spezialisierter Verlag, ist konkurs. Der Grund: Zu den Kunden gehörten zu viele Krisen-Airlines (Swissair, LTU, Sabena, Balair), von denen Swissair und Sabena seit letztem Herbst ihre Rechnungen nicht mehr beglichen. Für die Swissair, die zu 45 Prozent am Verlag beteiligt war, hatte Target die Kundenzeitschrift Swissair Gazette und zuletzt deren abgespecktes Nachfolgeblatt The Guide herausgegeben. Target-Mitinhaber Erich Hirschi betreut nun jene Kunden, die weiter mit ihm zusammenarbeiten wollen (darunter Orange), über die Alert AG in Zürich Seefeld. Die Alert AG, schon 1997 als Beratungsfirma gegründet, wurde von Hirschi in den letzten Jahren auf kleiner Flamme gehalten. Nach dem Target-Konkurs baute er sie jedoch aus und fokussierte sie auf Kundenzeitschriften und Internetapplikationen. Acht der 35 Target-Mitarbeiter konnte Hirschi wieder einstellen.
Swiss Inflight Media vermarktet SwissMit dem Ausbau der Crossair zur Swiss und der damit verbundenen Erweiterung im Bereich On-Board-Entertainment wurde die Vermarktung der Swiss-Werbeplattformen der eigens gegründeten Swiss Inflight Media (SIM) in Basel übertragen. Gegründet wurde diese Firma vom bisherigen Crossair-Anzeigenleiter Roger D. Müller. Gemäss Müller ist die Swiss nicht an der SIM beteiligt, es bestehe aber ein Partnerschaftsvertrag. Darin wird der SIM die exklusive Vermarktung von Swiss Magazine sowie von Erfrischungstüchlein, Ticketetuis, Flugplänen und Lounges von Swiss sowie Videos an Bord zugesichert. Andererseits vermarktet SIM nur Swiss-Werbeplattformen. Gegebenenfalls lässt sich das Swiss Magazine zudem noch in ein Kombi mit den Bordmagazinen von Lufthansa und Austrian Airlines einbinden.

Best of North-East (2001)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «Alternativkultur»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «Alternativkultur»Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-Index Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Mit gezielter Wucht geplaudert

Holger Jung und Jean-Remy von Matt haben ein Buch über Werbung geschrieben

Holger Jung und Jean-Remy von Matt haben ein Buch über Werbung geschriebenVon Andreas Panzeri «Momentum» heisst der Buchtitel. Und der Untertitel präzisiert: «Die Kraft, die Werbung heute braucht». Diese Erkenntnis wird vom Autorenduo Holger Jung und Jean-Remy von Matt auf über 350 Seiten erklärt.
«Nach zehn Jahren Jung von Matt haben wir beschlossen, das Gelernte aufzuschreiben und weiterzugeben», schreiben die Agenturchefs im Vorwort zu ihrem «Momentum». Einfach sei es nicht gewesen, denn «unser Beruf mit seiner Gratwanderung zwischen Gefühl und Kalkül erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit». Viele Wochenenden und Urlaubstage mussten also dran glauben. «Aber was soll man machen? Wir hassen schlechte Werbung. Am meisten, wenn sie von uns kommt.»
Über 14 Kapitel verteilt analysieren Jung und von Matt das Rezept für gute Werbung und damit auch das Geheimnis des «Momentums».
Nach ihrer Schätzung muss ein Mensch täglich aus 4500 Werbebotschaften entscheiden, welche er mitnimmt und welche er links liegen lässt. In einer mit Informationen immer mehr überladenen Zukunft wird der Medienkonsum für den Einzelnen also immer freiwilliger. Deshalb wartet auf den Werber eine grosse Herausforderung: «Wie verführe ich eine Primadonna? Wie gewinne ich den aufgeklärten, emanzipierten und selbstbewussten Konsumenten? Wie gewinne ich jemanden, der mich durchschaut?»
Die durchschnittliche Betrachtungsdauer einer Anzeige beträgt 1,7 Sekunden. Das mag erschrecken. «Doch die Zeitspanne von der Ballannahme von Oliver Bierhoff bis zum ersten Golden Goal der Fussballgeschichte betrug auch nur 1,7 Sekunden. Trotzdem können sich Millionen noch daran erinnern», schreiben Jung und von Matt. Sie schälen also heraus, welches «Momentum» diese 1,7 Sekunden zu einem nachhaltigen Aha-Erlebnis machen.
Ein Momentum – in der Physik spricht man von «gezielter Wucht» – entsteht dann, wenn in der Werbung Überzeugung und Begeisterung auf einen einzigen Moment konzentriert sind. «Kommunikation mit Momentum ist wie ein Spielzeugauto mit Schwungrad.» Momentum könnte auch «die Schnittstelle zwischen Unterhaltung und Überzeugung» sein. Der Moment, in dem eine Werbe-Idee die Aufmerksamkeit in einen didaktischen Erfolg umwandelt.
Nur auf der Kampflinie
gehts vorwärts
Wie das zu realisieren ist, zeigt das Buch am Beispiel zahlreicher Arbeiten aus dem Agenturleben der Verfasser. Vom Ateliertisch plaudernd, analysieren sie Anzeigen, Plakate und TV-Spots aus dem ersten Jahrzehnt von Jung von Matt. Das Buch ist deshalb auch ein Jubiläumsgeschenk der Agenturgründer an sich selber. Gelernt haben sie in all diesen Jahren: «Nur wer vom idealen Weg abweicht, kann andere überholen.» Zwar gäbe es auch in der Werbung eine Ideallinie, auf der man einen Kurs am sichersten und schnellsten umfahren kann. Doch hat diese Ideallinie nur einen Nachteil: «Weil alle sie nutzen, kann man auf ihr nicht überholen.» Wer überholen will, muss deshalb auf die Kampflinie ausweichen, die schmutziger und riskanter ist. «Aber die einzige Chance, nach vorne zu kommen.»
«Momentum» beginnt jenseits vom Gewohnten und Alltäglichen. Auch mit dem Wagnis, nach unzähligen Büchern über Werbung noch eines über das in Worten nur schwer fassbare Moment des Momentums zu schreiben.
Lardon Media AG, BerlinISBN 3-89769-013-4, CHF 76,60

Aufgefallen: Adonis bestes Stück und Pamelas Brüste haben eins gemeinsam: Beide Körperteile sind Blickfänger. Was zur Folge hat, dass manche Anzeige total auf das Abbilden des «Träger»-Gesichts verzichtet.

AufgefallenAdonis bestes Stück und Pamelas Brüste haben eins gemeinsam: Beide Körperteile sind Blickfänger. Was zur Folge hat, dass manche Anzeige total auf das Abbilden des «Träger»-Gesichts verzichtet. Jüngstes Beispiel stammt aus der Westschw

Aufgefallen Adonis bestes Stück und Pamelas Brüste haben eins gemeinsam: Beide Körperteile sind Blickfänger. Was zur Folge hat, dass manche Anzeige total auf das Abbilden des «Träger»-Gesichts verzichtet. Jüngstes Beispiel stammt aus der Westschweiz und wirbt nicht etwa für den Frühling oder fürs Ostereiersuchen, sondern für eine Wochenendzeitung. Verwirrend nicht? Zumal man(n) bei Calvin Klein weiss, was in der Unterhose steckt. Ob sich beim dimanche.ch-Ständer nicht eine zusammengerollte SonntagsZeitung im Lendenschutz befindet, bleibt ein Geheimnis. Des Rätsels Lösung werden wir wohl nie erfahren, auch nicht nach der Lektüre auf Seite 14. Und genau so wenig werden wir wissen, warum die kopflose Erektion ein Handtuch in der Hand hält.
Chandra Kurt [email protected]
Business Lunch Kleine Rangelei mit einer kalten Zitronentarte
Das Lokal ist uralt und erst noch ein Zunfthaus. Von der Rôtisserie zum Storchen ist die Rede. Und von der Hoffnung, dass das Intérieur unter Denkmalschutz gestellt wird. Es ist hinreissend: Holztäfer, Blick auf die Limmat, dunkles Polster mit Birnenmotiven, gemütliche Stühle mit Armlehne, hohe Fenster – Zürich diskretester Gastro-Charme mit viel Platz für Business Talks.
Zum Lunch versammeln sich bisweilen schon schwer angegraute Damen und Herren. Sie sitzen an runden, liebevoll dekorierten Tischen (Orchideen schwimmen in viereckiger Vase auf einem Bananenbaumblatt), speisen auf crèmefarbenen Tischtüchern mit Stoffservietten und erfreuen sich eines charmanten Services, den der Chef Peer Kublank diskret dirigiert. Und, ach, bevors vergessen geht: In der Rôtisserie gibts eine kleine Bankreihe, die für Single-Gourmets mit Blick auf den Fluss reserviert ist.
Wem der Dreigänger zu viel ist, kann sich auch mit zwei Tellern begnügen (55 statt 65 Franken). Freundlich notiert der Service, dass man lieber Nachtisch statt Vorspeise möchte. Deshalb gehts gleich zur Sache: Ochsenbacke mit Rotwein-Zwiebel-Confit, in Butter gedämpfte Karotten und Sellerie, belegt mit einer kross gebackenen Coppascheibe und einem Rosmarinzweig verziert. Fächerartig war die auf den Punkt gegarte Ochsenbacke mit reichlich Sauce angerichtet, das Gemüse grad recht knackig, und hübsch zitierten zwei birnenförmige Kartoffelkroketten die Corporate Identity des Polsterbezugs. Aber diesen Ausbackfirlefanz – den brauchts nicht, weil er den Geschmacksnerven nichts Neues beibringt. Unnötig auch das Zwiebelconfit, weil die Ochsenbacke keine Verstärkung braucht.
Zum Dessert die dickflüssige Überraschung. Warme Zitronentarte mit Kumquat-Confit. Wäre doch perfekt gewesen, die Harmonie der zuckersüssen Tarte mit der bitteren Note der kleinwüchsigen exotischen Zitrusfrucht. Aber die Tarte war kalt, eh! Und das Confit klebte zuckerzäh auf dem Teller. So entwickelte sich eine kleine Rangelei auf dem Teller. Vermutlich war in der Eile vergessen gegangen, den Teller husch von Mikrowellen beschiessen zu lassen.
Drei offene Rot- und Weissweine, gute Qualität. Das reicht schon. Handys hört man hier ungern klingeln. Parkieren ist in der City – wie immer – Glückssache.
Carlo Bernasconi
[email protected]
Rôtisserie zum StorchenAm Weinplatz 2
8001 Zürich
Tel. 01 227 27 27
Fax 01 227 27 00
BewertungEssen …………………..3
Getränke ………………3
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……….4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=flop
Kolumne ADSL/ISDN/
Bluetooth
von Mike Müller
Wer schätzt nicht eine schnelle Leitung zum Netz der Netze? Das Problem ist, wie bei allen technischen Innovationen, der Mensch. Und ich weiss jetzt auch, wo die problematischsten aller Menschen sitzen: an den Helpdesks.
Früher haben wir doch still über unsere Schulkameradinnen mit Berufswunsch Krankenschwester gelächelt. Ja, Helfersyndrom, war uns allen klar und irgendwie auch o.k., so lange das Gesundheitswesen so funktioniert. Das stille Lächeln ist einem heute abhanden gekommen, denn an den Helpdesks unserer grossen Telefonanbieter sitzen Leute, die vom Helfersyndrom so weit weg sind wie Microsoft von den Kundenbedürfnissen. «Eigentlich müsste dieses Modem bei Ihnen funktionieren.» – «Schon, nur Ihr Apple-Support sagt mir gerade, dass dieses Modem nicht funktioniert.» – «Das stimmt nicht.» – «Dann darf ich das jetzt Ihrem Apple-Support ausrichten, und die verweisen mich dann wieder an Sie?» – «Mhm.» Könnte man eine Briefbombe faxen, ich hätte es getan. Sowieso ist das Lieblingswort der IT-Leute «eigentlich müsste es laufen». So wie der Garagist bei meinem stotternden Auto sagt: «Komisch, bei mir macht er
es nicht.» Der Zahnarzt beteuert: «Schmerzen sollten Sie jetzt keine mehr haben.» Wenn das Schule macht, sagen Kabarettisten bald von der Bühne herab: «Da hätten Sie jetzt aber lachen können.»
Für Bühnenkünstler jedoch unerreichbar sind die Unschuldsmiene und der Unschuldston dieser Helpdesk-Menschen. Da kann die Kacke noch so am Dampfen sein, am Telefon bringen die bei vollgemachter Windel eine frühkindliche Überzeugung zum Schwingen, wie das kein Schauspieler hinkriegt. Aber ich übe: Bei der Lektüre von Online-beilagen tue ich so, als ob mir das Zeugs am Arsch vorbei ginge. Blöd nur, dass ich mein Zeitungsstudium nicht für Fr. 4.23 in der Minute irgendeinem Dussel verrechnen kann.
[email protected]
Mike Müller ist Darsteller.

Branchenhits (2001)

Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche

Best of Print Advertising 2001 Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-Index Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.
(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)Banken/Kreditkarten/Post Postfinance Pinguin 1,9
Auto Toyota Yaris (Wirz) 1,5
Getränke Carlsberg Eisberg (Simko, Genf) 2,0
Zigaretten Gauloises Blondes 1,4

Noch ist das M6-Fenster beschlagen

IP Multimedia will das Werbefenster von M6 weiter aufstossen

IP Multimedia will das Werbefenster von M6 weiter aufstossenVon Andreas Panzeri Nach TSR und TF1 rangiert der französische Sender M6 an dritter Stelle in der Publikumsgunst der Westschweizer TV-Zuschauer. Aber erst bei 39,9 Prozent aller verkabelten Haushalte ist auch das Werbefenster von M6 zu sehen. In Genf und Lausanne ist bei potenziellen 24,1 Prozent das Schweizer Fenster noch nicht aufgeschaltet. IP Multimedia will hier aber weiter kämpfen.
Zweckoptimismus – aber auch erhärtete Fakten: «Trotz Unkenrufen, die in der Branche gezielt gesetzt worden sind, läuft es gut mit dem Schweizer Werbefenster von M6. Wir sind mit der Verbreitung weiter gekommen», erklärte Michi Frank, CEO IP Multimedia, an einer Präsentation des französischen Privatsenders M6 in den Räumen seines Schweizer Vermarkters IPM in Küsnacht.
Bei rund 51 Prozent aller Kabelnetzempfänger ist das Programm von M6 in der Westschweiz aufgeschaltet. Die wichtigen Netzbetreiber von Lausanne und Genf, an denen die politischen Gemeinden finanziell beteiligt sind, weigern sich aber aus Solidarität mit TSR weiterhin, das Werbefenster des französischen «Eindringlings» aufzuschalten.
TSR hat gegen das Werbefenster von M6 sowohl in der Schweiz wie in Paris geklagt. Michel Rey, Secrétaire Général von M6 in Paris, zeigte in Küsnacht wenig Verständnis für diese Haltung. «Für viele jungen Leute in der welschen Schweiz gehört unser Sender zum bevorzugten Programm. Da ist es nur legitim, dass wir dafür auch Werbeeinnahmen generieren können.»
M6 hat deshalb momentan zwei Rekurse hängig. Die nächste gerichtliche Verhandlung wird im April in Fribourg stattfinden. Rey, der eine juristische Studie in Auftrag gegeben hat, ist zuversichtlich, «dass wir genügend abgesichert sind, um in diesem Rechtsstreit überleben zu können».
Mit gleichzeitigem Goodwill will Michi Frank in persönlichen Verhandlungen mit den einzelnen Netzbetreibern weiter kommen. Der Werbemann gibt zu bedenken, dass die SRG in der Romandie die auf die Mattscheiben drängende Schweizer Werbung gar nicht selber bewältigen kann, da die Werbeblöcke auf TSR in der Primetime meist ausgebucht sind. «M6 mit seinem jungen Publikum ist hier aber nicht nur eine Ergänzung, sondern auch eine Alternative», meint Frank. Zudem ist er «der klaren Meinung, dass M6 das Fernsehen in der Westschweiz attraktiver macht, weil TSR die sehr populären Formate von M6 gar nicht selber senden kann».
Wie in einem Demoband mit Programmen von M6 gezeigt wurde, hat der Sender seine treuesten Fans vor allem bei einem jungen und auffallenderweise stark weiblichen Publikum bis 25 Jahren. «M6 ist der jüngste Sender in der Westschweiz», kann Frank belegen. Aber auch in der erweiterten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen rangiert M6 im Welschen noch vor TF1 auf Platz 2. Das dürfte sich ab
11. April weiter festigen, wenn M6 seine zweite Staffel von «Loft Story» zeigt, dem französischen Pendant zu «Big Brother».
Weitere Hits sind etwa die Kultserie «Black Angel» am Samstagabend als Alternative zu den Unterhaltungsshows. Am Sonntag bringt M6 das Wissensmagazin «e=m6». Und der raffinierteste Querläufer: Während bei den Konkurrenzsendern die Werbung rund um die tagesaktuellen Politmagazine läuft, zügelt M6 das zappende Publikum mit einer eigenen Informationssendung von rund 6 Minuten frech auf seine alternative Frequenz.
Ein Sender mit Potenzial, wodurch viele Ängste in der welschen Schweiz erklärt werden können. «Die Verzögerung hat uns tatsächlich zu schaffen gemacht», räumt Michi Frank ein. Seit der mehrmals verschobenen Aufschaltung des Werbefensters am 14. Januar habe sich der Umsatz mit Schweizer Werbung auf M6 jedoch «positiv entwickelt».
Ziel von IP Multimedia ist aber, «kein Dumpingangebot in den Markt zu bringen, sondern ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das stimmt, als Ergänzung zu TSR». Um trotzdem noch einmal zu propagieren, dass mit M6 jetzt 50 Prozent aller Haushalte in der Romandie abgedeckt werden können, will IPM die Werbezeit auf M6 bis Ende Juni weiterhin mit einem Aktionsangebot 2 für 1 anbieten. In Zahlen ausgedrückt redet man im Normalfall von einem TKP von rund 60 bis 70 Franken auf M6 gegenüber 120 bis 150 bei TSR. «Was vergleichbar ist mit den Kosten in den Werbefenstern der deutschen Schweiz.»
Mitte Juni will Frank mit einer Studie belegen, dass dank der Fenster in der Deutschschweiz das gesamte Umsatzvolumen für TV-Werbung gewachsen ist, «und das wird sich genauso auch in der Romandie entwickeln».
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