Die Zürcher Speisung

Sich durch die Events der Szene fressen wäre das letztwöchige Motto gewesen; quasi eine Werberspeisung sui generis.

Sich durch die Events der Szene fressen wäre das letztwöchige Motto gewesen; quasi eine Werberspeisung sui generis.Während sonst bei Anlässen der Kommunikationsbranche eher Tranksame im Vordergrund steht (die ADC-Fest-Tafeleien mal ausgeschlossen), konnte man sich letzten Donnerstag derart mästen, dass bis zum Sonntagsbrunch kein Bedarf an fester Nahrung mehr bestand. Auch wenns der Branche schlecht geht, wie teilweise behauptet wird. Mindestens zwei, drei Mal pro Woche gibts immer noch für alle etwas Warmes zu essen. Verhungern oder gar verdursten muss niemand.Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet wartete im «Lake Side Casino Zürichhorn» anlässlich des Radio-Power-Breakfast auf die Besucher. Ob nun die Aussicht auf den Gratis-Zmorge oder auf die morgendliche Aussicht über den Zürichsee die Werber derart früh aus dem Bett trieb, war nicht zu erfahren. Bereits um halb neun Uhr gab es jedenfalls kaum noch Sitzplätze.
TV braucht Radio, lauteten Titel, Inhalt und Fazit der Präsentation von Christoph Wild. Der Vortrag samt seinen 75 Charts lief jedoch in so horrendem Tempo ab, dass man sich an einer King’s-Club-Verkaufsveranstaltung wähnte. Die Präsentation sei schon sehr komplex gewesen, meinte denn auch Ronny Schmid, als Mitinhaber der Mediaagentur Konnex kein unbeschriebenes Blatt, sondern Fachmann für dieses Thema. Wie sagte Churchill einst so treffend: Glaube keinen Statistiken, die du nicht selbst gefälscht hast. Wer die Zahlen genauer unter die Lupe nehmen will, wird auf der Homepage von Radiotele fündig.
Wer übrigens behauptet, Werber seien ein versoffenes Pack, wurde am Power-Breakfast eines Bessern belehrt. Die aufs Buffet gestellten Prosecco-Flaschen wurden kaum angerührt – genaues Nachmessen ergab, dass auf über 100 Gäste gerade mal drei Cüplis verbraucht wurden.
Mehr vom perlenden Saft floss dafür am Abend. Dieser startete mit einem Apéro bei der Corporate-Publishing-Firma Yesway. Renato Turri, ehemaliger Verlagsleiter des Persönlich, hat diese mit Partnern vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen. Dass Yesway floriert, ist offensichtlich. Der Grund für die Einladung war die Einweihung der neuen Büros am Zürcher Kreuzplatz. Der Platz in den alten Räumen in Witikon war zu knapp geworden, denn mittlerweile arbeiten sieben Personen für die Publishing-Firma.
Das Catering der Herrliberger Spezerei «Il Buongustaio» war vom Feinsten, sodass man hier bereits mehr futterte, als es sich für einen Apéro geziemt. Besonders die Polpettine (Hackfleischbällchen) und die Lasagne waren superb. Nächste Station der Schlaraffentour war das Zürcher Brockenhaus. Roland Hess und Tamàs Kiss von der Agentur Hesskiss luden zum Agentur- und Kundenfest. Gerade die Anlässe im Brockenhaus zeichnen sich immer wieder durch ihren ganz besonderen Charme aus (auch die Facts-Bingonächte gehen jeweils dort über die Bühne). Des Öfteren lassen sich im unerschöpflichen Brocki-Fundus schräge Sachen finden, die einen zum Spontankauf verleiten. Störköchin Monica Neuweiler servierte beim Hesskiss-Fest unter anderem eine feine Rüeblisuppe und Älplermagronen. Dass da manch einer die Käseplatte und den Dessertkuchen verschmähte, war verständlich. Schliesslich sollte ja noch ein bisschen Platz für den Schlummertrunk bleiben.
Diesen gabs im «Mascotte» am Bellevue, wo das Party- und Lifestylemagazin Faces das Erscheinen der neuesten Nummer zelebrierte. Das Magazin besetzt mittlerweile die Nische, die Kult hinterlassen hat, als es sich vom Party- zum Lifestyleheft mauserte. Neben viel Jungvolk aus der Kommunikationsszene feierten im «Mascotte» unter anderem auch die Event-Veranstalter Michel Pernet und Manuel Nappo, Autor Jürg Zentner, AD Anka Wessely, Delico-Geschäftsführer Matthias Fürer und natürlich die Faces-Besitzer Stefan Berger und Pädi Pierazzoli. Im Club am Bellevue wird übrigens in Zukunft jeweils donnerstags der szenebekannte Christian Bosshard alias «The Barman Bossi» hinter dem Tresen stehen, um seine Bossinovas und anderes unter die Leute zu bringen. Legendär ist ja bereits seine Seabreeze, die aber eher wie ein Orkan daherkommt.
Studienpräsentator Christoph Wild (l.), Leiter Sales & Services bei der ARD, mit Radiotele-Chef Bruno Oetterli.
Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger (r.) gesellte sich fürs Frühstück zu Michel Esseiva, Geschäftsführer bei Media-Markt.
Die Präsi sei zu komplex gewesen, meinte Ronny Schmid von Konnex, hier mit Sibylle Seitz von der Werbeagentur Arcanis.
Angereist aus Unterägeri: Christian Grass und Sibylle Infanger von der Marketingkommunikations-Agentur Unimark.
Fernsehprofis unter sich: Roger Mortellaro (l.), Account Manager Sponsoring bei Publisuisse, mit Hardy Lussi, SevenOne-Media.
Hanspeter Keller (l.) von der Werbeagentur Dipaar mit Peter Schrauder von der Adliswiler Agentur Climax.
Radiomacher Egon Blatter (l.), DJ-Radio, diskutierte mit Christian Meili, Leiter elektronische Medien bei Tamedia.
Radio-24-Verkaufsleiter Richi Gasser (r.) mit Sergio Catellani, der schon vor 24 Jahren bei Radio 24 im Team war.
Tierisch interessant, meinten Irène Inderbitzin (l.), Marketingleiterin Zoo Zürich, und Arbeitskollegin Hanni Stark.
Gastgeber Roland Hess (l.) und Tamàs Kiss (r.) begrüssten Express-Verlagsleiter Marius Hagger im Brockenhaus.
Viva-Swizz-Frauen mit grossem Fan: Michelle Széchényi (l.) und Asta Baumöller mit ADC-Vorsitzendem Andi Prokesch.
Fläzten sich in gemütlichem Brockenhaus-Sofa: Betsy und Patrick «Patman» Spahr (l.) mit Treuhänder Roli Hofer.
Gisela Kopp vom Express mit Freundin Maha Krummenacher und Express-Marketingleiterin Francesca Cannazza (v. l.).
Gemütlicher Talk an der Brocki-Bar: Reto Alborghetti (l.) mit Viva-Swizz-Programmleiter Giovanni Zamai.
Jürg Neuenschwander (l.), Laika Grafic Media Factory, mit Wodka-Sponsor Christoph Heeb von Troijka.
Sharon Frei von Outdoor Media mit Roger D. Müller, Managing Director bei Swiss Inflight Media.
Arbeitet mit Hesskiss: Heiner Ganz, Marketingchef beim FCZ – hopp Züri! – mit Bettina Wyler von Hesskiss.
Die tollsten Puppen – jetzt in Ihrem Brockenhaus!Beat Fritsch
fällt nicht aus dem Rahmen. Schlaraffia war, passend zur Faschingszeit, letzte Woche auch in der Zürcher Szene angesagt. Jedenfalls konnte man sich an diversen Events dank üppiger Verköstigung nochmals so richtig Winterspeck zulegen.
Wo sich die Kommunikations-, Media- oder Verlagsbranche zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.

Blühender Osten

Aussenwerbung Nach dem Rekordumsatz 2001 gingen letztes Jahr bei der Affichage-Gruppe die Einnahmen zurück. Das Osteuropa-geschäft hingegen blüht.

Aussenwerbung Nach dem Rekordumsatz 2001 gingen letztes Jahr bei der Affichage-Gruppe die Einnahmen zurück. Das Osteuropa-geschäft hingegen blüht. Über mehrere Jahre hinweg ist der gesamte Verkaufserlös der Affichage-Gruppe kontinuierlich auf den Rekordwert von 320,3 Millionen Franken im Jahr 2001 gewachsen. Das Jahr 2002 hingegen brachte – nicht überraschend – eine Trendumkehr. Der Konzernumsatz hat um 5,8% auf 301,6 Millionen Franken abgenommen und liegt nun sogar um 6 Millionen Franken unter dem Niveau des Jahres 2000. Das Betriebsergebnis, das um 20,3% auf 29,3 Millionen Franken gesunken ist, erreichte in etwa den Stand von 1998. Auch das Konzernergebnis, das sich um 16,9% auf 22,8 Millionen Franken reduzierte, ist so tief wie seit 1998 nicht mehr.Der Rückgang ist auf den Geschäftsverlauf im Heimmarkt (Allgemeine Plakatgesellschaft, APG) zurückzuführen: In der Schweiz sank der Verkaufserlös um 21,5 Millionen Franken oder 7,5%. Das Betriebsergebnis der APG beläuft sich auf 26,8 Millionen Franken. Immerhin aber konnte die APG diverse auslaufende Konzessionsverträge – so in Bern, Fribourg und Lausanne – erneuern und mit Sierre gar eine Stadt hinzugewinnen.
Anders als in der Schweiz, ja geradezu antizyklisch verhält sich indes das noch junge Osteuropageschäft bei Europlakat (EPI). An diesem Unternehmen hält Affichage eine Beteiligung von 50%. Der Affichage-Anteil am EPI-Verkaufserlös stieg auf 36,1 Millionen Franken, was einem Plus von 8,3% entspricht. EPI steuerte somit 12% zum gesamten Affichage-Umsatz bei, vorletztes Jahr waren es noch 10,4%, und 2000 waren es 9% gewesen. Der EPI-Anteil am Konzernergebnis hat sich prozentual sogar mehr als verdoppelt. Er stieg von 3,4% im Jahr 2001 auf 8,6% im Jahr 2002. Dafür gibt es drei Gründe: Neben weiter wachsenden Erlösen spülte vor allem der EPI-Ausstieg aus den Märkten Polen, Tschechien und Slowakei (Verkäufe an EPI-Partner JCDecaux) liquide Mittel in die Kassen. Schliesslich hat Affichage seine Beteiligung an EPI 2002 von 49 auf 50% aufstocken können.
Trotz des Wachstums in Osteuropa kann EPI die erforderlichen Investitionen für den Ausbau der Marktpräsenz nicht alleine tätigen und bleibt von ihren Muttergesellschaften abhängig: Letztes Jahr haben Affichage und JCDecaux gemeinsam beschlossen, über fünf Jahre hinweg insgesamt je 100 Millionen Franken in ihre Tochter zu investieren.
Trotzt der derzeitigen Börsenbaisse: Aktienkurs der Affichage-Aktie.
Der Aussenwerber der Nation bleibt auch 2002 in der Gewinnzone.
Affichage in Zahlen (in Mio. Fr.)
2002 2001 Veränd. in %
Verkaufserlös 301,6 320,3 –  5,8
Schweiz 265,5 287,0 –  7,5
Europlakat (50%)  36,1  33,3 +  8,3
Betriebsergebnis  29,3  36,7 – 20,3
Konzernergebnis  22,8  27,4 – 16,9
Cashflow  49,8  56,4 – 11,8
Quelle: Affichage
Markus Knöpfli

Die WoZ sorgt sich um Bush

Print Die WochenZeitung WoZ stellt den Leserinnen und Lesern der NZZ sowie ihrer eigenen Leserschaft eine fast leere Doppelseite zur Verfügung.

Print Die WochenZeitung WoZ stellt den Leserinnen und Lesern der NZZ sowie ihrer eigenen Leserschaft eine fast leere Doppelseite zur Verfügung.Diese enthält nur den Namen George W. Bush… und die Aufforderung, sich dazu eine eigene Meinung zu leisten, diese auf die leeren Zeilen der Seite zu schreiben – und auch dazu zu stehen. Indem man sein ausgefülltes Inserat zum Beispiel hochhält oder an seine Wohnungstür, sein Balkongeländer oder sein Auto klebt. Die aussergewöhnliche Aktion ist in enger Zusammenarbeit zwischen der Redaktion, dem Verlag und der Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett entstanden. Zusätzlich zu den Inseraten wird die Doppelseite in einem separaten Druck mit wichtigen Artikeln zur Irak-Krise erscheinen. Damit will die WoZ in den nächsten Tagen an Informationsveranstaltungen und Demonstrationen präsent sein.Darf auch politisches Sprachrohr sein: WoZ-Inserat.

Nünlist und Rüttimann werden ZipMedia

Agenturen Die Mediaspezialisten Caroline Nünlist und Thomas Rüttimann haben ihre Agenturen zusammengelegt.

Agenturen Die Mediaspezialisten Caroline Nünlist und Thomas Rüttimann haben ihre Agenturen zusammengelegt.Aus Media Design Nünlist und Rüttimann Marketing wurde per Anfang März die ZipMedia GmbH im Zürcher Seefeld. Neben klassischer Mediaplanung bietet ZipMedia auch Mediaschulung, Verlagsberatung und Marktforschung an.

Wachsam und auf Deck bleiben

Aufgefallen Auch Zeiten der Konsolidierung verlangen systematische Kommunikation. Die neue Bescheidenheit hat ihre Grenzen.

Kolumne Auch Zeiten der Konsolidierung verlangen systematische Kommunikation. Die neue Bescheidenheit hat ihre Grenzen.Nach dem Rummel um die «New Economy» herrscht heute in vielen Unternehmen ein neuer, zurückhaltender Kommunikationsstil. Wer Analysten und Journalisten weniger Brennholz liefert, produziert auch weniger Feuer. Erst (gute) Ergebnisse vorweisen, dann kommunizieren, heisst demnach die neue Lebensregel neuer Chefs. So stapeln sich bei einigen Shootingstars ellenlange Listen mit Interviewanfragen, die nicht bedient werden. Josef Ackermann von der Deutschen Bank scheint diesbezüglich den Rekord zu halten.Natürlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, ein Unternehmen leise zu intonieren. Das fängt schon damit an, dass nicht jeder Chefauftritt eine Stretch-limousine oder drei BMW aus der neusten Siebenerreihe verlangt. Auch Sportsponsoring wird weiterhin seine Rolle spielen, aber man muss deswegen nicht hundert Journalisten zur Tour de France in die spanischen Berge fliegen. Und Fernsehwerbung bleibt der grosse Massenattraktor, aber für Zwischenphasen tut es auch mal ein intelligenter Radio- und Internet-Mix.
Die Uhr lässt sich jedoch nicht zurückdrehen. Wir leben in einer Wirtschaftswelt mit wachsender Kapitalmarktorientierung; hinter jeder Ecke hockt ein neunmalkluger Analyst (oder eine Analystin) mit grossen Ohren. Non Governmental Organisations und Pressure Groups haben an Macht und kommunikativer Reichweite gewonnen; man kann ihre Argumente nicht mehr achselzuckend vom Tisch wischen. Und der Wettbewerb in unserer medialisierten Welt verlagert sich immer mehr von der Produktion zur Kommunikation. Wo die Waren qualitativ immer gleichwertiger werden, muss man nun mal mehr reden als früher, gelegentlich auch lauter oder schriller.
Es wäre also ein kindlicher Irrtum von Unternehmensleitern, zu meinen, sie könnten sich wie Fischer benehmen, die nur mehr alle zwei
Stunden die Pfeife aus dem Mund nehmen, um auszuspucken. Issue Management bleibt gefragt und notwendig. Und es funktioniert umso besser, je stärker die Chefetage und der Boss selbst darin einbezogen sind. Kampagnen kommen heute von aussen, sind genau gezielt und verlangen schnelle, präzise Reaktionen. Deswegen muss die Kommunikationsabteilung jeder Firma langfristige Beziehungen zu Verbündeten pflegen, mögliche Angriffe antizipieren und ihren Bezugsgruppen (den Stakeholdern) vorausschauend überzeugende Dialogangebote machen.
Die Öffentlichkeit muss zwar nicht wissen, wie der Kosename des Kommunikationschefs lautet; und auch seine diversen Handynummern müssen nicht bekannt sein. Aber die Öffentlichkeit muss wissen, dass die entsprechende Firma über ein professionelles «Corporate Issue Management» verfügt, dass, wer Fragen stellt, postwendend Antworten bekommt und dass das Unternehmen wehrhaft ist. Klar, in Zeiten der Konsolidierung sind andere, diskretere Kommunikationsmethoden gefragt als in einer Phase bedingungsloser Expansion. Wer sich aber einbildet, während einer Konsolidierungsphase könne man die Kommunikation mehr oder weniger aussetzen, ist schief gewickelt. Denn Flauten eignen sich besonders gut für Meutereien. Also müssen die Wachen an Deck bleiben.
> Peter Glotz war Bundesgeschäftsführer der SPD und bis 1996 Mitglied des Deutschen Bundestags. Heute lehrt der Professor Kommunikationsmanagement an der Universität St.Gallen.

SFLB steigt mit Mammut auf den Everest

Der Schweizer Hersteller von Bergsportausrüstung Mammut hat Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) nach einem Pitch mit seinem Werbebudget betraut.

Der Schweizer Hersteller von Bergsportausrüstung Mammut hat Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) nach einem Pitch mit seinem Werbebudget betraut.SFLB realisiert eine Markenkampagne, die weltweit in Printmedien für Alpinisten, Kletterer, Extrembergsteiger erscheinen wird. Die Höhe des Etats bezifferte SFLB-CD Peter Brönnimann mit «8800 Meter über Meer».

«Studien haben die Autowerbung normiert»

Die britische «Land Rover Experience»-Kampagne gehört weltweit zu den auffälligsten und am häufigsten prämierten Autokampagnen. Matthew Berry, Account Manager für Land Rover bei Rainey Kelly Campbell Roalfe/Y&R, London, über exzellente Autowerbung.

Die britische «Land Rover Experience»-Kampagne gehört weltweit zu den auffälligsten und am häufigsten prämierten Autokampagnen. Matthew Berry, Account Manager für Land Rover bei Rainey Kelly Campbell Roalfe/Y&R, London, über exzellente Autowerbung.
WW Was zeichnet gute Autowerbung aus?Matthew Berry: Eine starke Werbeidee als Kern einer Kampagne – eingebettet in eine solide Werbestrategie – unterscheidet in allen Branchen gute von schlechter Werbung. Das Rückgrat einer guten Kampagne bildet immer eine zündende Kreatividee. Ein gutes Beispiel dafür ist die englische Werbestrategie für den VW Passat. Sie positioniert das Auto als Familienwagen, der so perfekt ist, dass man ihn am liebsten von niemand anderem berühren lassen will. Die ganze Kreatividee baut auf dieser Zwangsvorstellung auf.
Können sich nur Prestigemarken wie Land Rover oder Audi Award-würdige Kampagnen leisten?
Das ist eine faule Ausrede. Jede Marke kann sich heute ausgezeichnete Werbung leisten. Dazu gehört sicher etwas Mut, denn man muss die ausgetretenen Kommunikationspfade verlassen. Der japanische Autohersteller Honda hat zurzeit eine der besten Kampagnen in seiner Kategorie. Er verfolgt eine klar definierte, kundenorientierte Markenpositionierung, die den Betrachter dazu auffordert, sich an seine Kindheitsträume zu erinnern.
Oft ist es doch so, dass gerade in
der Autobranche die Auftraggeber
gegenüber ausgefallenen Werbeideen sehr zurückhaltend sind. Woher kommt das?
Daran ist die Marktforschung nicht ganz unschuldig: In unserer Branche haben Marktstudien solche Ausmasse angenommen, dass sie sich auf die Autowerbung normierend auswirken. Die meisten Verantwortlichen halten lieber an den Showcase-Kampagnen mit viel Metall fest, weil sie glauben, dass Leute ein Modell in erster Linie wegen des Designs kaufen. Ferner sind sie der festen Überzeugung, dass die Konsumenten das Produkt umso häufiger zu Gesicht bekommen müssen, je teurer es ist. Das ist ein sehr kurzsichtiger Approach, der einzig während der Einführungsphase eines neuen Modells Sinn macht.
Meistens sind Autokampagnen
Produkte einer zentralen Leadagentur. Eignen sich solche globalisierten und nivellierten Umsetzungen überhaupt für die lokalen Märkte?
Im heutigen Automarkt ist es so, dass die Marktleader – Ford Motor Company, General Motors, DaimlerChrysler – ein Markenportfolio so steuern, dass sie von den Rationalisierungseffekten (Economy of Scales) maximal profitieren können. Sämtliche Synergieeffekte, vom Fabrikations- bis zum Verkaufszyklus, werden dabei so gut als möglich ausgeschöpft. Da ist es nur verständlich, dass sich auch die Marketingkommunikation anpassen muss. Wichtig ist dabei, dass lokale Merkmale in die globale Marketingstrategie eingebaut werden. Für «Nischenmarken» ist es entscheidend, dass sie mit kosteneffizienter Werbung eine nachhaltige Markenpositionierung schaffen, die den Brand einzigartig macht und ihm dadurch eine hohe Wertigkeit verleiht.
Wohin geht der Trend in der Auto-werbung?
Der Haupttrend geht seit gut zehn Jahren weg vom Produkt und technischen Attributen hin zur Markendifferenzierung, die auf die einzelnen Zielgruppen zugeschnitten ist. Land Rover beispielsweise zieht seine Markenpositionierung von der Produktheimat «The Best 4x4xFar» weg, um sich mit mehr Lifestyle in Richtung «The Land Rover Experience» zu bewegen, die den Abenteuergeist wecken soll. Mercedes und BMW versuchen hingegen, ihre Marken mit einer erstrebenswert hohen Lebenskultur in ein Wertesetting hineinzupassen, statt sich nur auf ihre technologischen Vorsprünge zu konzentrieren. Die heutigen Käufer sind zu gleichen Teilen Männer wie Frauen. Frauen interessieren sich weniger als Männer für die Leistungsversprechen und lassen sich viel stärker von emotionalen, kommunikativen Leistungsversprechen verleiten. Zudem hat die Standardisierung der Autos das Marketing dazu gezwungen, neue Methoden für Markendifferenzierung zu entwickeln.
Mehrfach prämiert: Land-Rover-Anzeigenkampagne von Rainey Kelly Campbell Roalfe/Y&R, London.
Interview: Luca Aloisi

Infokanal für Radiohörer in der Romandie

Radio Die Westschweiz soll einen neuen Informationskanal erhalten. Das Projekt des Westschweizer Radios (RSR) muss erst vom Zentralrat der SRG und dann vom Bundesrat abgesegnet werden.

Radio Die Westschweiz soll einen neuen Informationskanal erhalten. Das Projekt des Westschweizer Radios (RSR) muss erst vom Zentralrat der SRG und dann vom Bundesrat abgesegnet werden.Der Zentralrat werde sich am 27. März zum Projekt äussern, erklärte RSR-Direktor Gérard Tschopp zu einem Bericht der AZ Mittelland Zeitung. Nach einem positiven Entscheid des Bundesrats würde der Sender 12 bis 15 Monate benötigen, um das Projekt zu realisieren. Auf dem neuen Kanal sollen viertelstündlich Nachrichten gesendet werden.

McDonald’s lädt zum Mediapitch

Media Die Fastfoodkette McDonald’s Schweiz hat ihr Mediabudget zum Pitch ausgeschrieben. Mediaedge CIA, Etathalterin seit 18 Jahren, hat die Teilnahme abgelehnt.

Media Die Fastfoodkette McDonald’s Schweiz hat ihr Mediabudget zum Pitch ausgeschrieben. Mediaedge CIA, Etathalterin seit 18 Jahren, hat die Teilnahme abgelehnt.«Angesichts der engen Bindung an McDonald’s war das eine schwierige Entscheidung», erklärte CEO Bernd Leckebusch. Den Pitch bestreiten nun Optimedia, Mediacom und OMD.

Neuer Schweizer Medienführer

In der Edition Renteria ist die 30. Ausgabe des Schweizer PR- & Medien-Verzeichnisses erschienen.

In der Edition Renteria ist die 30. Ausgabe des Schweizer PR- & Medien-Verzeichnisses erschienen.Das Standardwerk für Kommunikationsprofis beinhaltet über 3800 Einträge, darunter neu die Anschriften wichtiger Onlineredaktionen sowie – wie bisher – alle Namen der wichtigsten Pressestellen, PR-Agenturen oder nach Regionen, Sprachen und Sachrubriken geordnete Titel der Publikumspresse und Fachpresse. Die Edition Renteria aktualisiert ihre Datenbank regelmässig, sodass die neusten Mediendaten jederzeit als Online-version (Conventa) oder in CD-Form abgegeben werden können. Mehr Infos können auf www.renteria.ch eingesehen werden.

Anzeigenpreise auf Augenhöhe

Pendlerzeitungen Der Express geht mit schnittigem Logo auf Inserentenfang.

Pendlerzeitungen Der Express geht mit schnittigem Logo auf Inserentenfang.Jetzt haben Kunden und Konkurrenz schriftlich, was Martin Kall und sein Verlagsleiter Marius Hagger seit Monaten beteuern: Tamedia will den Zürcher Pendlerzeitungsmarkt nicht – wie etwa Bonnier in Stockholm (siehe Seite 17) – mit Schleuderpreisen kaputtmachen – im Gegenteil: Der Konzern scheint sein Kampfblatt Express tatsächlich als längerfristige Investition in ein Zeitungsgenre mit Zukunft zu verstehen.Davon zeugt der Tarifstrukturplan mit einem Bruttoseitenpreis von optimistischen 12284 Franken. Damit bewegt sich der Express kostenmässig in etwa auf dem Niveau von 20 Minuten. In dessen Zürcher Ausgabe kostet eine Vierfarbenseite rund 11000 Franken.
Flankiert wird die Preispolitik durch das dynamische Express-Logo. Entworfen wurde es von der Dietiker Editorial-Design-Agentur Brönnimann und Berchthold.
Kursive Typo verspricht Dynamik: Express-Logo mit rotem «x».
(oc)

JobChange

Die Nachfolgerin von Dietrich Berg als Verlagsleiterin des Tages-An-zeigers heisst Maili A. Wolf. Sie tritt die Stelle spätestens Anfang Juni an. Zuvor schliesst sie die Mandate ab, die sie mit ihrer Firma Wolf-Consulting betreut. ...

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Thomas Landolt übernimmt Anfang Juli die Leitung von Ringier Rumänien. Er ersetzt Christoph
Tonini, der im April neuer Finanzchef von Tamedia wird.
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Geschäftsführer Patrick Zanello verlässt den Werbevermittler Publimedia Genf Ende März. Er ist künftig Marketingleiter bei der Wirtschaftszeitung L’Agefi. Seine Nachfolge übernimmt Paul Doy.
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Die Zürcher PR-Agentur Marengo hat Katja Schuler als PR-Assistentin in ihr Team aufgenommen.
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Seit Anfang März verstärkt Marcus Gretener die Werbeagentur Ruf Lanz als Geschäftsleiter Beratung.
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Regula Tschopp gibt ihr Amt als Leiterin der Investor Relations (IR) von Tamedia bis Ende Juni ab. Ihre Stelle wird künftig von Unternehmenssprecherin Franziska Hügli übernommen.
An einer ausserordentlichen Generalversammlung hat der Schweizerische Marketing Club (SMC) Otto Ineichen zum neuen Präsidenten gewählt. Der Inhaber der Detailhandelsgruppe Otto’s löst Roman Zenoni ab, der nach internem Druck zurückgetreten war.
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Nach dem Weggang von Rita Baumgartner werden bei Baumgartner Papier SA die Pressebelange neu von Denis Kaser und Hannes Zaugg betreut.
…
Die neue Verlagsleiterin der Schaffhauser Nachrichten heisst Alexandra Schneider. Die bisherige Leiterin Lesermarkt übernimmt das Amt von Felix Walder, der das Verlagshaus verlässt.
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Andreas Németh ist ab sofort neuer Werbeleiter der Buchhandlung Jäggi in Basel und übernimmt zusätzlich die fachliche Verantwortung und Koordination im Werbebereich für die gesamte Buchhandelsgruppe von Jäggi/Stauffacher in der Schweiz.
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