Geld für Wut

Gratiszeitung Abgänge beim Express werden versilbert.

Gratiszeitung Abgänge beim Express werden versilbert.Verleger Hans-Heinrich Coninx und CEO Martin Kall haben der Express-Crew neue Jobs bei Tamedia zugesichert. Nun wurden aber an der Mitarbeiterversammlung vom Montag «grosszügige Abgangsentschädigungen» angeboten. Kommt es doch zu Entlassungen? «Nein, wir werden niemandem kündigen», sagt Ex-Express-Verlagsleiter Marius Hagger. Abgangsentschädigungen seien nur angeboten worden für den Fall, dass für einzelne Mitarbeiter keine gleichwertige Funktion gefunden werden könne. Oder falls jemand die Nase von Tamedia voll haben sollte. «Wir hoffen aber, dass dies nicht alle sein werden», fügte er hinzu. (mk)

JobChange

Daniel Deicher wird zum 1. Mai neuer Stabs-chef der Sicherheitsdirektion der Stadt Luzern. Er war bis Januar Geschäftsleiter von Hitradio Z.... Elisabeth Demidoff (34) wurde vom Verwaltungsrat von Pres

Daniel Deicher wird zum 1. Mai neuer Stabs-chef der Sicherheitsdirektion der Stadt Luzern. Er war bis Januar Geschäftsleiter von Hitradio Z….
Elisabeth Demidoff (34) wurde vom Verwaltungsrat von Presse Publicité Rep. SA zur neuen Geschäftsführerin ernannt. Sie war zuletzt Verantwortliche des Departements Key Accounts der Publicitas Léman. Stellvertretender Direktor der neuen Geschäftsführung der Presse Publicité Rep. SA wird Yannick Chevailler (31).
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Thomas Fink (35) ist neuer PR-Manager der Business Group Intentia Central Europe, die aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei besteht.
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Jürg Zentner beendet seine Tätigkeit als Chefredaktor des Lifestylemagazins Faces. Er war seit der Lancierung des Magazins vor zwei Jahren Chefredaktor. Auch Art Directorin Anka Wessely wird nicht mehr länger bei Faces arbeiten.
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Bruno Hollenweger wechselt von der Zürcher Publimedia AG zu TeleTell. Er wird ab 1. Juni 2003 als Geschäftsführer die operative Verantwortung des Zentralschweizer Regional-TV-Senders übernehmen.
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An der Generalversammlung vom Montag sind Markus Gisler und Heinz B. Wermelinger aus dem Verwaltungsrat (VR) des Medienhauses Jean Frey AG zurückgetreten. Neu in den VR gewählt wurde der Konzernanwalt des Verlagshauses, Martin Wagner. VR-Präsident Adriano Agostini, Vizepräsident Charles von Graffenried und Peter Kleiner verbleiben weiterhin im nunmehr vierköpfigen Gremium.
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Seit 1. Februar verstärkt Markus Vögeli als Junior-Berater das Team der Karlen-Consulting AG in Ostermundigen. Der 27-jährige Medieningenieur wird sich mit den Bereichen Crossmedia, PrePress und Medieninformatik befassen.

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Dialogmarketing Mit dem Memostick der WRH Marketing können in der Schweiz erstmals selbstklebende Coupons auch in Zeitungen platziert werden.

Dialogmarketing Mit dem Memostick der WRH Marketing können in der Schweiz erstmals selbstklebende Coupons auch in Zeitungen platziert werden.
Der Memostick bietet als Selbstklebeetikette den Werbetreibenden die Möglichkeit, in Zeitungen «interaktiv zu werben», beschreibt die WRH Marketing in Hinwil ihr neuestes Werbemittel. Der wie ein Post-it-Kleber haftende Coupon ist zwar schon länger in Hochglanzmagazinen und Zeitschriften anzutreffen, in Zeitungen hingegen konnten solche Botschaften aus technischen Gründen bis heute nicht platziert werden. Jetzt wurde dieses Problem von der auf Druckweiterverarbeitung spezialisierten Ferag gelöst. «Damit werden die Stärken der Zeitung mit einem interaktiven Kommunikationsmittel für Werbezwecke ergänzt», ist Nicolas Böhmer, PR-Manager bei WRH Marketing, überzeugt.Der Memostick ist an seiner grünen Farbe sowie am Markennamen erkennbar. An prominenter Stelle platziert, hebt er sich von der Zeitung ab, so dass er sofort wahrgenommen wird. Die entscheidende Absicht dabei sei, so Böhmer, dass der Leser den Memostick von der Zeitung löse und ihn an eine geeignete Stelle hefte, sei es ans Telefon, den Computermonitor, die Agenda.
Gut platzierter Gutschein
Mit dem Memostick lassen sich unterschiedliche Kampagnen realisieren. Wer beispielsweise die Kundenfrequenz erhöhen wolle, platziere einen Gutschein, der vom Leser an geeigneter Stelle «zwischengeklebt» und dann zum richtigen Zeitpunkt eingelöst werden könne.
Beim Anbieter hofft man, dass die Leser schon nach wenigen Kampagnen den Kleber wiedererkennen. «Der Memostick bleibt im Kopf haften und nicht auf dem Papier», heisst es in der Eigenwerbung dazu.
Mit Erfolg wurden zwei verschiedene Testkampagnen bei El Periodico in Spanien und bei der SonntagsZeitung in der Schweiz lanciert. In Spanien haben sich Burger King und die Computerfirma Dell von einem Prototyp des Memostick überzeugen lassen. In der Schweiz hat die SonntagsZeitung mit einem auffälligen Memostick auf der Titelseite auf ihre Formel-1-Beilage im Innern des Blattes hingewiesen. Nach diesen technischen Tests hat jetzt Viseca Card Services SA die erste offizielle Memostick-Kampagne gebucht. Auf der am 14. März erschienenen Ausgabe der Schweizer Wirtschaftszeitung Cash konnten die Leser den ersten Memostick finden.
Noch fehlt der richtige Preis
Über die Kosten kann Böhm noch nichts Verbindliches sagen. Die ersten Kampagnen sollen die Kunden noch von der Lösbarkeit gewisser technischer Probleme überzeugen und für alle Beteiligten endgültige Erfahrungen liefern. Schliesslich soll die Testphase auch dazu dienen, «für den Memostick einen richtigen Preis zu finden», erklärt der PR-Manager.
Kleine WeltfirmaDie Ferag AG in Hinwil ist weltweit auf dem Gebiet der Druckweiterverarbeitung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrationsdrucksachen tätig. Ihre Systeme werden exklusiv über die 23 Gesellschaften WRH Marketing AG der Walter Reist Holding AG in Hinwil vertrieben. (pan)
Andreas Panzeri

Extra Bern feiert mit Loeb und McDonald’s

Lokalradio Radio Extra Bern feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag auf der Strasse: Rund um einen umgebauten Gelenkbus als «Extra Mobil» sind zahlreiche Events geplant.

Lokalradio Radio Extra Bern feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag auf der Strasse: Rund um einen umgebauten Gelenkbus als «Extra Mobil» sind zahlreiche Events geplant.Der Sender präsentiert das Fahrzeug, das als Showbühne, Shuttlebus oder Cafébar dienen kann, gemeinsam mit den Sponsoren Loeb und McDonald’s erstmals am 27. März auf dem Waisenhausplatz in Bern. Die drei «Extra Mobil»-Partner führen während des gesamten Jahres sowohl gemeinsame wie unabhängige Aktivitäten mit dem Bus durch. Radio Extra Bern wird den Bus unter anderem an der Messe BEA, dem Beachvolleyball-Event auf dem Bundesplatz oder dem Frauenlauf einsetzen, die Warenhauskette Loeb verwendet ihn für die «Wohlfühlen»-Promotion mit der Ex-Spitzensportlerin Jacqueline Schneider.

ImmoScout24 kooperiert in der Ostschweiz

Internet Die Online-Immobilienplattform ImmoScout24 und die regionalen Marktplätze Immodream und ImmoPage der St.Galler und Thurgauer Kantonalbank arbeiten künftig zusammen.

Internet Die Online-Immobilienplattform ImmoScout24 und die regionalen Marktplätze Immodream und ImmoPage der St.Galler und Thurgauer Kantonalbank arbeiten künftig zusammen.Inserenten beim kostenpflichtigen ImmoScout24 können Objekte, die in diesen Kantonen liegen, gratis auch auf ImmoPage und Immodream schalten. Wer Immobilien auf den kostenlosen Marktplätzen der Kantonalbanken inseriert, kann ebenfalls zugleich eine Schaltung auf ImmoScout24 buchen, muss aber den üblichen Insertionstarif zahlen.

Bodenständig währt in der Waadt am längsten

Bankenmarketing II Nach dem Sturm bei der Banque Cantonale Vaudoise lässt die neue Hausagentur DDB, Bern, jetzt die Kunden zu Wort kommen.

Bankenmarketing II Nach dem Sturm bei der Banque Cantonale Vaudoise lässt die neue Hausagentur DDB, Bern, jetzt die Kunden zu Wort kommen.Ende Oktober 2002 schlug die Nachricht ein wie eine Bombe: Der Kanton Waadt musste für die eigene Kantonalbank eine massive Finanzspritze ansetzen – und das gerade mal drei Monate nachdem sie der Banque Cantonale Vaudoise (BCV) bereits mit 600 Millionen Franken ausgeholfen hatte. Nicht weniger als 1,25 Milliarden Franken an öffentlichen Geldern mussten wiederum in das angeschlagene Finanzinstitut gepumpt werden. Auf das Debakel reagierte man damals mit reichlich unbeholfener Krisenkommunikation: Nach aussen versuchte eine Anzeigenkampagne – harmonische Gruppenbilder mit Männern –, das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen und unaufgeregtes Business as usual zu vermitteln. Der Berater und Konzepter der verantwortlichen Lausanner Agentur rechtfertigte «die Vorwärtsstrategie» – so der damalige Kommunikationsverantwortliche der BCV – damit, dass es sich um eine B2B-Kampagne handle, die den Mann von der Strasse kaum interessiere. Weit gefehlt.
Low Profile wirkt ehrlicher
Das heutige Management sieht das nämlich grundlegend anders. Mit einer Rosskur will die neue Führung das Risikoprofil der Bank senken und die Erträge wieder ins Lot bringen. Die Neuausrichtung schränkt die Institutsaktivitäten aufs Kerngeschäft ein. Es reicht nun vom Spar- und Kreditgeschäft über die Vermögensverwaltung bis zum Wertschriften- und Devisenhandel sowie der Betreuung einzelner Grosskunden.
Den definitiven Schlussstrich unter die Skandale und Krisen zogen die Verantwortlichen folgerichtig auch in der Kommunikationsstrategie. Mit frischen Kräften und einer neuen Hausagentur bricht die BCV in eine neue Ära auf. Das Mandat gewann in einer Konkurrenzpräsentation unter fünf Lausanner Agenturen DDB, Bern/Lausanne.
Dieser angestrebten Rückbesinnung entsprach das Team um CD Gilles Aeby mit sprichwörtlich waadtländischer Nüchternheit. «Es galt, im Alltagsgeschäft und im Auftritt nach aussen die persönliche Beziehung zum Kunden, die Menschlichkeit der Institution sowie das lokale Geschäft in den Vordergrund zu stellen», sagt Aeby. So viel Geduld und Grosszügigkeit des Eigentümers lässt sich letztlich nur mit der Verwurzelung des Instituts erklären. Schliesslich ist aus der Marktforschung bekannt, dass Konsumenten in ihrer Beziehung zur Bank viel verzeihen und auf Lässlichkeiten eher lethargisch reagieren. Kommt hinzu, dass die starke Präsenz im Kanton und das weit reichende Engagement in den Bereichen Kultur, Sport und Erziehung die Kundenbindung zusätzlich bestätigen.
Die institutionelle Imagekampagne, die in Zusammenarbeit mit den DDB-Geschwistern in Genf und Zürich entstanden ist, baut auf diese emotionale Verbundenheit und stellt die Kunden in den Mittelpunkt. Waadtländer aus allen vier Himmelsrichtungen des Kantons und aus allen Altersschichten präsentieren ihre Ideen, Pläne und Visionen, die jedoch keine Statements zur Bank enthalten. Ein bewährtes Testimonial-Konzept, das in seiner unprätentiösen Umsetzung auch die Agentur Brot und Spiele 2001 für die Glarner Kantonalbank eingesetzt hatte. Die Botschaft ist klar: Die BCV hat ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Kunden.
In einer zweiten Phase sollen indes mehr produkte- und leistungsbezogene Sujets folgen, die das Hypothekengeschäft, Private Banking oder Asset Management in den Vordergrund rücken. Aber auch hier soll der Mensch wieder die tragende Rolle spielen, sagt Aeby.
MännergeschäfteNoch im Nachgang zum Finanzdebakel im vergangenen Herbst machte die BCV auf High Profile. Der Öffentlichkeit sollte signalisiert werden, dass die Bank auch in Krisenmomenten für ihre Kunden da ist. In der Teppichetage der BCV hatte man damals allerdings lange darüber nachgedacht, ob
die Kampagne nicht verschoben werden sollte, weil sie zum fraglichen Zeitpunkt kontraproduktiv hätte sein können. Da der Anzeigenraum bereits reserviert war, entschied man sich dann doch für die Publikation mit dem wenig aussagekräftigen Slogan. (la)
Luca Aloisi

«Spiel Räume»

Abseits modischer und zeitgeistiger Strömungen der visuellen Kommunikation haben Barbara und Gerd Baumann mit ihrem Büro Baumann & Baumann in mehr als zwanzig Jahren eine eigene visuelle Sprache gefunden

Abseits modischer und zeitgeistiger Strömungen der visuellen Kommunikation haben Barbara und Gerd Baumann mit ihrem Büro Baumann & Baumann in mehr als zwanzig Jahren eine eigene visuelle Sprache gefundenund diese weiterentwickelt. Aufgezeigt werden im fast 400 Seiten dicken Bildband «Einblicke, Überblicke und Ausblicke» auf grosse und kleine Projekte. Das Büro Baumann & Baumann in Schwäbisch Gmünd entwickelt Gestaltungs- und Kommunikationskonzepte für Unternehmen, für Ausstellungen und Messeauftritte. Gestaltet werden auch Orientierungs- und Informationssysteme sowie Bücher und Plakate. Bekannt sind die Arbeiten für den Deutschen Bundestag Bonn oder den Great Court des British Museum in London. Ihr Buch «Spiel Räume» ist im Hatje Cantz Verlag in Stuttgart (ISBN 3-7757-0942-8) erschienen.

Sag es mit Humor

Plakate Kann ein humoristisches Plakat seine Aufgabe erfüllen, oder kauft man einem Clown ohnehin nichts ab?

Plakate Kann ein humoristisches Plakat seine Aufgabe erfüllen, oder kauft man einem Clown ohnehin nichts ab?«Was man ernst meint, sagt man am besten im Spass», schrieb schon Wilhelm Busch. Für Werber ist der Verkauf von Waren und Ideen eine ernste Sache. Eine Auswahl aus der «klassischen» Periode der Plakatkunst zwischen 1880 und 1960 zeigt nun die vielen Register humorvoller Werbung. Die Werke aus der Sammlung des Museums für Gestaltung in Zürich sind in den Vitrinen der Schweizer Nationalbank in Zürich zu sehen. Ein Text zur Ausstellung ist an der Portiersloge der Nationalbank zu beziehen.Leonetto-Capiello-Plakat für Maurin aus dem Jahre 1920.

Bekennender Newsjunkie

Markus Eisenhut, Chefredaktor von 20 Minuten, gehört zu den Gewinnern im abrupt gestoppten Konkurrenzkampf der Gratiszeitungen auf dem Platz Zürich.

Markus Eisenhut, Chefredaktor von 20 Minuten, gehört zu den Gewinnern im abrupt gestoppten Konkurrenzkampf der Gratiszeitungen auf dem Platz Zürich. Seine Ferien in Australien im April hat der Chefredaktor von 20 Minuten schon seit längerem geplant. Doch nach dem überraschenden Aus des Konkurrenzprojektes Express von Tamedia kann Markus Eisenhut den Urlaub umso mehr geniessen. Hat er doch mit seiner Mannschaft und dem Verlag dafür gesorgt, dass es nicht zu einer teuren Materialschlacht bei den Gratiszeitungen kommt. Auch wenn jetzt eine gewisse Spannung weg ist, wird sich der
bekennende Newsjunkie Eisenhut kaum davon abhalten lassen, regelmässig von Australien aus in der Redaktion anzurufen. Nicht, dass er kein Vertrauen in seine Leute hätte, bezeichnet er doch seinen Stellvertreter als «Lottosechser». Doch die ihm eigene Ungeduld treibt Eisenhut stets voran, die Pendlerzeitung weiter zu verbessern.
Auch jetzt, ohne den Express im Nacken, sieht Eisenhut noch viele Herausforderungen für 20 Minuten. Er und sein Team wollen die Tugenden Flexibilität und Ehrgeiz beibehalten und weitere Leser und Inserate gewinnen. «Wir werden bei der Mach 03 diesen Oktober wieder die grossen Gewinner sein», ist Eisenhut überzeugt. Dass Tamedia jetzt zum Partner von 20 Minuten wird, stört den Chefredaktor keineswegs. Schliesslich sei der Tagi nicht nur seit jeher seine Hauszeitung; im Lauf seiner Karriere hat er schon bei beiden Zeitungen an der Werdstrasse – Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung – gearbeitet. Ausserdem besuchen seine Kinder Tamedias Krippe.
Eher zufällig landete Eisenhut im Journalismus. Sein Traumberuf war eigentlich Chirurg. Doch als aktiver Leichtathlet war ihm das Medizinstudium zu aufwändig, so dass er sich im Jus- und später im Deutschstudium versuchte. Zu Beginn der Achtzigerjahre bewarb er sich beim Schweizer Fernsehen als Moderator für eine Musiksendung. Den Job bekam er zwar nicht, doch kurz darauf Post vom Blick, wo er schon bald als Sportreporter arbeitete. Das war noch zu Peter Übersax’ Zeiten, was sich für Eisenhut als sehr gute Schule erwies und ihn auch belastbar machte. Bis zum Chefredaktor von 20 Minuten führte ihn die Laufbahn über die Nachrichtenredaktion der Schweizer Illustrierten, der Sportredaktion des Tagi und weiter zum Sportchef von Blick und SonntagsBlick. Danach wurde Eisenhut Nachrichtenchef bei der SonntagsZeitung und später stellvertretender Dienstchef beim Tages-Anzeiger. Die Chance des Wechsels zu 20 Minuten liess sich der Vollblutjournalist nicht entgehen.
Für den Job als Chefredaktor sah er sich denn auch ausreichend qualifiziert: «Wichtig ist mir, gefordert zu sein, jedoch nicht überfordert.» Seine Zukunft sieht er weiterhin beim Pendlerblatt, auch wenn die neuen Besitzerverhältnisse noch zu Spekulationen Anlass geben (siehe auch Seite 16). «Ich komme immer noch jeden Tag gerne zur Arbeit und will im Moment gar nichts anderes machen.» Was ihn weiter fasziniert, ist der aktiv gelebte Crossmedia-Ansatz, den es in dieser ausgeprägten Form in der Schweiz sonst nirgends gebe. Die ganze Vernetzung sei extrem spannend. Ausserdem mache es Spass, mit einer jungen motivierten Mannschaft zusammenzuarbeiten. Als neuestes Produkt will
20 Minuten wie geplant ein Ausgehmagazin herausbringen.
Die spärliche Freizeit verbringt der bald 40-Jährige am liebsten mit den Töchtern Lina und Kaja sowie seiner Frau, die als Journalistin beim SonntagsBlick arbeitet. Eisenhut sagt von sich, er sei ein ungestresster Mensch. Doch es gibt auch Sachen, die ihn ärgern. Zum Beispiel der Grönemeyer-Artikel, bei dem ein falsches Bild verwendet wurde. «Wenn mich etwas ärgert, muss der Ärger raus. Doch dann herrscht wieder Ruhe», erklärt er seine manchmal impulsive Art. Seine Direktheit sieht er als Stärke und Schwäche zugleich. Auf jeden Fall zeige er auch ganz deutlich, wenn ihn etwas freue.
Geht nach spannungsreichen Wochen erst mal in Urlaub nach Australien: Markus Eisenhut.
Patrick Hediger

Angst vor Gigantismus

Pendlerzeitung Die 20 Minuten Holding fürchtete, dass der geplante Express das eigene Blatt imagemässig ruinieren würde.

Pendlerzeitung Die 20 Minuten Holding fürchtete, dass der geplante Express das eigene Blatt imagemässig ruinieren würde.Warum ist die 20 Minuten Holding schon jetzt bereit, Teile der Schweizer Tochter an Tamedia abzutreten? Sie hätte dank der voraussehbar weiter steigenden Leserzahlen im Herbst bestimmt mehr fordern können. Doch bei der Holding machte offenbar die geplante Express-Auflage von 330000 Exemplaren Eindruck. «Wir wären gezwungen gewesen, unsere Auflage im Raum Zürich ebenfalls zu erhöhen», sagt Chris Tanner, der im VR der 20 Minuten Holding die Müller-Möhl-Erben und andere Schweizer Aktionäre vertritt. Das hätte nicht nur viel gekostet, sondern 20 Minuten auch imagemässig ruiniert: «Doppelt so viele Zeitungen auf der Strasse, eine aggressivere Verteilung und ein grösserer Abfallberg hätten unsere heutige Akzeptanz gefährdet», erklärt Tanner den Ausstieg.Keine vernünftigen Erlöse
Den Einwand, dank der hohen Reichweite und der klaren Zielgruppe hätte 20 Minuten kaum mehr Exemplare benötigt, lässt Tanner nicht gelten. «Der Gigantismus des Express hätte unsere Position bei den Werbern ausgehöhlt», sagt er. Selbst wenn 20 Minuten letztlich gesiegt hätte, hätte dies viel Geld und Goodwill gekostet sowie Einbussen gebracht. Und für die Investoren wäre kaum mehr ein vernünftiger Erlös zu erzielen gewesen.
Im Übrigen betonen sowohl Tanner als auch Christian Stahl, bei Apax zuständig für Medieninvestitionen, dass das Aktionariat der 20 Minuten Holding gleich bleibe. Apax halte weiterhin 27,8 Prozent, die Schweizer Teilhaber 29,1 Prozent und Schibsted den Rest. Nicht einzelne Aktionäre würden Anteile verkaufen, sondern es sei die Holding, die sich aus ihrer 100-Prozent-Tochter 20 Minuten Schweiz zurückziehe. Die Markenrechte für die Schweiz, die derzeit bei der Holding liegen, sollen nach der Zustimmung der Weko an 20 Minuten Schweiz und per Ende 2006 an die Tamedia übergehen. >> S. 16–17
(mk)

«Ich sehe keine Gefahren»

Pendlerzeitungen Nach dem 20-Minuten-Tamedia-Deal gerät die Mittelland Zeitung nun in den Schwitzkasten zwischen Tamedia und Espace Media.

Pendlerzeitungen Nach dem 20-Minuten-Tamedia-Deal gerät die Mittelland Zeitung nun in den Schwitzkasten zwischen Tamedia und Espace Media.Trotzdem fürchtet sich Ueli Eckstein, stellvertretender CEO der AZ Medien, nicht unmittelbar vor einer Pendlerzeitung.WW Herr Eckstein, schmerzt Sie der Kauf von 20 Minuten durch Tamedia und Espace Media?
Ueli Eckstein Wir konnten mit der bisherigen Situation gut leben. Und wir hätten sicher auch mit Interesse das Duell zwischen 20 Minuten und Express verfolgt. Schmerzen bereitet uns die neue Entwicklung jedoch nicht. Natürlich gibt es gedankliche Planspiele darüber, was passieren würde, falls 20 Minuten in Richtung Osten oder Westen vordringt. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Pendlerzeitung vor einem solchen Abenteuer zuerst ihre Marktposition in den Agglomerationen Bern und Basel ausbauen muss.
Allerdings ist die Mittelland Zeitung eine der Verliererinnen des 20-Minuten-Tamedia-Deals: Sie gerät nun noch stärker ins Sandwich zwischen Tamedia und Espace Media. Wie sichern Sie ihren Markt gegen ein weiteres Vordringen von 20 Minuten ab?
Ich sehe im Moment keine operativen Gefahren für uns. 20 Minuten – und damals noch Metropol – hatten gleich nach ihrem Start erfolglos versucht, in unseren Raum einzudringen. Ich erinnere daran, dass Metropol in Aarau nach einem Monat die Segel bereits wieder gestrichen hatte.
Jetzt stehen 20 Minuten aber die erweiterten crossmedialen Möglichkeiten von Tamedia zur Verfügung – sie könnten die Pendlerzeitung rasch weiter stärken.
20 Minuten ist bereits seit dem Start im Bezirk Dietikon verankert, wo auch wir mit dem Limmattaler Tagblatt zu Hause sind. Obschon wir uns hier in einer Hochburg der Pendlerzeitung befinden, konnten wir unsere Auflage halten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass der Kampf im Limmattal noch härter werden wird.
Wann wird die Mittelland Zeitung eine eigene Pendlerzeitung lancieren?
In unserem Raum kann ich mir eine Pendlerzeitung schlecht vorstellen, egal von wem sie kommt. Denn eine Pendlerzeitung benötigt epizentrische Ballungsräume wie Zürich. Wir haben hingegen verschiedene mittlere Zentren wie Baden, Aarau, Olten, Solothurn, die aber für eine Pendlerzeitung zu klein sind. Der logistische Aufwand würde sich schlicht nicht rechnen.
Verlieren wird die AZ Medien
Gruppe aber wohl bald den Druckauftrag für eine Teilauflage von
20 Minuten. Denn Tamedia und Espace Media bauen ihre Druckkapazitäten aus und werden die Pendlerzeitung selber drucken wollen.
Zur vertraglich festgelegten Dauer dieses Druckauftrags kann ich keine Details nennen. Aber wir gehen davon aus, dass sich die neuen Mitbesitzer an die bestehenden Verträge halten werden. Das heisst, wir werden die 20-Minuten-Auflage für Bern und Basel deutlich über das laufende Jahr hinaus drucken.
Luzerner belassen ihre AnzeigerGerade erst hat sich die Neue Luzerner Zeitung (NLZ) an der Anzeiger Luzern AG beteiligt, um am Vorabend des «Express»-Starts neue Eindringlinge aus dem Bereich der Gratis- und Pendlerzeitungen vom eigenen Markt fernzuhalten (WW 11/03). Nach der Beteiligung von Tamedia an 20 Minuten und dem abgeblasenen Express scheinen diese eiligen Bemühungen nun für die Katz gewesen zu sein.
Trotzdem lässt sich Erwin Bachmann, VR-Delegierter der LZ Medien, im eingeschlagenen Weg nicht beirren. «Wir sind ein Verlag, der bisher ohne Gratiszeitungen lebte. Und das wollen wir durch die Zusammenarbeit mit der Anzeiger Luzern AG ändern. Das ist aber eine langfristige Strategie und war nicht direkt auf den Start des Express angelegt.» Bachmann geht davon aus, dass sich 20 Minuten auf seine bisherigen Distributionsgebiete konzentrieren und «nicht in unser Einzugsgebiet eindringt». Auch wird der LZ-Chef jetzt deutlicher, was die mögliche Weiterentwicklung von Anzeiger Luzern und Luzerner Woche betrifft. «Aus heutiger Sicht braucht es keine Gedankengänge in Richtung Pendlerzeitung. Man kann die beiden Gratisblätter so weiterpflegen, wie sie sind.» (dse)
Spielball der GrossenBereits zum zweiten Mal innert eines Jahres geht der Druckerei Zehnder Print in Wil (TG) ein saftiger Druckauftrag durch die Lappen. Aktuell hat Tamedia die Lancierung ihres Pendlerzeitungsprojektes Express zwei
Tage vor dem Start abgeblasen – Zehnder Print verlor damit einen einjährigen Auftrag. Vor einem Jahr war es die Gratiszeitung Metropol, das die Segel strich und seinen Druckauftrag bei Zehnder nach zwei Jahren stoppte – der Vertrag wäre noch ein Jahr weiter gelaufen. In beiden Fällen ging es um den Druck von 150000 Exemplaren, fünfmal pro Woche.
Dass seine Druckerei als Spielball von Grossverlagen herhalten muss, scheint Inhaber Andreas Zehnder, Sohn des Verlegers Rolf-Peter
Zehnder, jedoch nicht sonderlich zu stören. Schon von Metropol habe er nach dem Stopp einen «Betrag X» erhalten. «Und auch unser Vertrag mit Tamedia ist finanziell abgesichert, wir haben gewusst, dass sich Tamedia und 20 Minuten zusammen tun könnten», sagt er. Die plötzliche und kurzfristige Auftragsistierung stellt für Zehnder denn auch keinen Vertragsbruch dar, sondern entspricht einer der vertraglich geregelten «Optionen». Er müsse deswegen auch niemanden entlassen. «Aber selbstverständlich hätten wir den ‹Express› sehr gern gedruckt», hält der Wiler Drucker gegenüber der Werbewoche fest. (mk)
Interview: Daniel Schifferle

Selbst ist die Frau

Aufgefallen Die Modehäuser Sand und Dior machen vor, wo frau heute Hand anlegt.

Modeanzeigen Die Modehäuser Sand und Dior machen vor, wo frau heute Hand anlegt.Sie gibt sich cool und hält sich lässig an der eigenen Unterhose fest. Vorsicht bei Spitzenwäsche: sie reisst relativ schnell und kostet ein Vermögen. Diese Handstellung ist nicht neu, im Herrenfussball zumindest nicht. Da wird schon mal etwas zurechtgerückt und -gezupft. Und da die weibliche Emanzipationsbewegung schon manchen Verteidiger alter Werte hinter sich gelassen hat, wird auch diese Körperhaltung kopiert. Hauptsache, das eigene Wohlbefinden kann damit gesteigert werden. Dank der beiden Sujets wird übrigens noch ein weiterer Modetrend gelüftet. BHs scheinen out zu sein. Frau trägt heute unter dem weissen Blazer nur, was ihr die Natur geschenkt hat. Die Temperaturen mögen bald steigen…
nicht nur im Kopf.
(ck)
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