AdRating

Swica

SwicaTop 13,00%Flop 87,00%
Natürlich, Lifestyle gehört zwingend in eine Krankenkassen-Kampagne – das Gegenteil davon wäre ja «Deathstyle», und damit lässt es sich beileibe nur schlecht werben. Wortreiche Ansichten auf www.werbewoche.ch/adrating
Orange
Gerecht – ungerecht? Kein gutes Haar liessen AdRater an der Lowe-Kampagne für Orange, aber nur klickenderweise.

Actionreich und sehr poetisch

Telekommunikation Orange und Swisscom werben mit beinahe identischen Konzepten, aber auf gegensätzlichen Wegen für ihre Mobilfunknetze.

Telekommunikation Orange und Swisscom werben mit beinahe identischen Konzepten, aber auf gegensätzlichen Wegen für ihre Mobilfunknetze.
Nichts ist unsichtbarer als ein Netz, das Stimmen, Bilder und Buchstaben transportiert. Woran soll der Konsument die Vorzüge erkennen, wenn er es nicht fühlen kann? Das stellt die Werbeagenturen für die beiden Mobilfunkanbieter Swisscom oder Orange vor knifflige Aufgaben. Das Ei des Kolumbus aber ist schon gefunden worden: Wie bei einem Waschmittel oder Kleinwagen kann eine Positionierung nur noch über das Image erfolgen. Klar, Unterschiede können natürlich beim individuell erlebten Service der beiden Anbieter wahrgenommen werden. Aber das ist mobiler Alltag, Peanuts.Tunnel oder Alpenpass?
Swisscom war der erste Anbieter in der Schweiz und bleibt «unverändert und mit Abstand der Marktführer», darf Publicis als Grundlage ihrer Werbung voraussetzen. Für die Hausagentur des Mobilfunkriesen geht es in den Kampagnen für Swisscom Mobile deshalb «primär um Bestätigung für die Kunden».
Publicis hat dazu einen Feldzug entwickelt, der «noch klarer als bisher ermöglicht», den verschiedenen kommunikativen Angriffen der Mitbewerber konkrete Antworten gegenüberzustellen. So wird in einem Spot die Tatsache herausgestrichen, dass Swisscom Mobile «nach wie vor die beste Abdeckung aller Mobilnetzbetreiber anbietet». Das gilt – explizit als Antwort auf die letztjährige Kampagne von Orange – auch in weit entlegenen Berggebieten. Swisscom Mobile betont «eindeutige Vorteile». So zeigt der Spot, dass Mobilkommunikation indoor auch in Tiefgaragen möglich ist. Auch die Versorgung in Bahntunnels wird im Minifilm der neuen Kampagne visualisiert.
Diese dramatisiert die Vorzüge von Swisscom mit einem «Mobileman», der täglich in seinem Auto unterwegs ist, um auch an den aussergewöhnlichsten Standorten zu testen, ob und wie gut Empfang, Tonqualität und Rauschunterdrückung mit Swisscom Mobile eben sind. Der Spot ist unterhaltend, zügig geschnitten und vermittelt lächelnd die Selbstsicherheit des Klassenprimus.
«Wir tun alles, damit es überall klappt», resümiert der Campaign-Claim. Womit sich der Unternehmens-Slogan «Go far. Come close» aufs Beste bestätigt, wie Publicis meint. Wer den Spot sieht, soll sich die ergänzende Frage «mehr denn je» stellen: «Bin ich auf dem richtigen Netz?»
Morgenstund im Mund
Mit Landschaftsbildern hat die Agentur Lowe bei ihrer Orange-Network-Kampagne 2002 Antworten darauf in entlegendsten Berglandschaften gesucht. Die Qualität von «Orange Network» wurde an Orten in der Schweiz vorgeführt, an denen man nur auf dem Orange-Netz mobiltelefonieren kann.
In der Fortschreibung dieser Idee hat Lowe nun eine Kampagne realisiert, die den Fokus auf den Menschen verlegt. In Anzeigen, TV-Spots und im Kino zeigt Orange den ungewöhnlichen Arbeitsalltag von Kunden, die sich Tag für Tag zum Orange-Netz und seiner Qualität bekennen. Nicht im
actionreichen Stil vom Schlage eines Swisscom-«Mobileman», sondern poetisch, wie es zum Image von Orange gehört, porträtiert die Kampagne den 21-jährigen Berufsfischer Hansueli Zwimpfer, der einen Fischereibetrieb von seinem Vater übernommen hat und das Unternehmen bereits in 13. Generation weiterführt.
Für Orange ist der Fischer ein «ideales Beispiel für die individuellen Bedürfnisse der Kunden». Zum Leben des Berufsfischers gehören gemäss Spot 540 Kilogramm Hardware, sieben Geschäftsreisen, vier Lieferungen und – ein Netz.
Die Kampagne von Lowe will Orange in der Schweiz als «zuverlässigen Partner mit hervorragender Netzwerkqualität» positionieren. Die Zufriedenheit von Orange-Kunden wird zurzeit mit Anzeigen und TV-Spots in der ganzen Schweiz publik gemacht.
Unterschiedlicher könnten die Protagonisten der TV-Spots nicht sein, die für Swisscom Mobile und Orange Mobilfunkkunden werben.
60 Minuten lang im Festnetz gratis lächelnTelekommunikation «Lara, 20 Uhr, 031 555 43 43» – was auf den ersten Blick an eine cineastische Wiederaufnahme von «Doktor
Shiwago» erinnert, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als neuester Werbestreich von Wirz für Kundin Sunrise. Mit liebevollen Kritzeleien, wie sie jeder schon mal während eines Telefonats angefertigt hat, wollen die Kreativen das Festnetzprodukt Select Plus bekannt machen. Das Plus für den Kunden: Er darf während eines Jahres – für das er sich allerdings verpflichtet – je eine Stunde pro Monat gratis plaudern. Das Plus für Sunrise: Ein Zuwachs bei den heute 833000 Kunden des Festnetzbereichs. Letzterer ist auf Grund der monopolisierten letzten Meile bei weitem nicht so interessant wie derjenige der mobilen Telefonie, erklärt Beat Ruch, Head of Marketing Communications bei Sunrise. Die Plakate und Anzeigen haben dem Telekommunikationsunternehmen – neben neuen Kunden – auch andere Reaktionen beschert: Zum einen wählen Neugierige die gedruckte Berner Nummer, zum anderen möchten Lara-Fans (meist Eltern) das Plakat nachbestellen. (sk)
Andreas Panzeri

Gegen langweilige Werbung

Die St.Galler Kommunikationsagentur Complecta lanciert den Online-Newsletter Gonzo News.

Die St.Galler Kommunikationsagentur Complecta lanciert den Online-Newsletter Gonzo News.Das Magazin soll mit den üblichen Marketing-klischees aufräumen und allgemeine Grundsätze der Werbung mit kritischem Auge betrachten. Auf acht PDF-Seiten propagiert es die Agenturphilosophie der «Gonzo-Kommunikation». «Gonzo steht für verrückt und ungewöhnlich. Kommunikation muss heute viel emotionaler und überraschender sein. Gonzo zeigt daher, wie man im Zeitalter des Information Overload erfolgreich kommunizieren kann», erklärt Complecta-Geschäftsleiter Stefan Grob. «Gonzo News» steht auf www.complecta.ch zum Download bereit.

Radio L soll öffentlich-rechtlich werden

Privatradio Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein will den Privatsender Radio L übernehmen und ab 2004 unter dem Namen Radio Liechtenstein als öffentlich-rechtlichen Landessender betreiben.

Privatradio Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein will den Privatsender Radio L übernehmen und ab 2004 unter dem Namen Radio Liechtenstein als öffentlich-rechtlichen Landessender betreiben.Sie hat dazu beim Landtag die Schaffung eines neuen Rundfunkgesetzes beantragt. Hintergrund ist der Rückzug des bisherigen Privatinvestors Peter Ritter, wie es in einer Mitteilung heisst. Im kleinen Werbemarkt Liechtenstein sei es für Radio L «nur schwer möglich, mit den verfügbaren Finanzierungsquellen den Sendebetrieb in gewünschter Qualität aufrechtzuerhalten». Um den Service public zu sichern, will die Regierung die Aktiven der Trägerin Radio-TV AG für 3,1 Millionen Franken übernehmen und einen jährlichen Verlustbeitrag von maximal 1,5 Millionen Franken tragen.

«…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern»

Aufgefallen Dass südamerikanische Fussballer und italienische Skirennfahrer sich vor ihrem sportiven Einsatz bekreuzigen und um göttlichen Beistand bitten, ist nichts Neues.

Religionsmarketing Dass südamerikanische Fussballer und italienische Skirennfahrer sich vor ihrem sportiven Einsatz bekreuzigen und um göttlichen Beistand bitten, ist nichts Neues. Noch ein wenig ungewohnt ist indessen die Verwendung des Rosenkranzes als Sportaccessoire. Am Pfarreifest Aesch – so suggeriert das Werbeplakat – kommt ihm eine ganz neue Ehre zu. Eine, sagen wir mal, arschglatte. Als wirkte der Rosenkranz in «politisch-korrekter» Umgarnung nicht verwegen genug, knallten die Kreativen eine grandiose Pornofilm-Headline drauf. Kalkulierter Schenkelklopfhumor. Das Claim «Jesses Gott, wird das gut.» rundet den kultivierten Gesamteindruck ab. Aber sehen wir mal ab von der praxisnahen Maxi-Version des Stossgebets und hören uns die Begründung für so viel lustige Werbung an: «Bei all den hippen Partyangeboten, die im Sommer zum Vergnügen stehen, ist es eine echte Herausforderung, für ein – zumindest vom Image her – konservatives Pfarreifest Werbung zu machen», so die Agentur. Umso offener seien die Damen vom Volleyballclub Sm’Aesch-Pfeffingen gewesen, als es darum ging, mit einer «reizvollen Idee vorherrschende Tabus umzustossen». So bete die Volleyballerin, der Allmächtige möge zahlreiche Schäflein in Versuchung und an den Stand des Volleyballclubs führen, erfährt man. Nur allzu gerne wüssten wir noch, welchen Rosenkranz der kreative Direktor
gewählt hat, als er um Erleuchtung für seinen Auftrag rang – den Freudenreichen, den Schmerzhaften oder den Glorreichen?
(la)

«Farben steuern Empfindungen»

Werbepsychologie Sein Test wird weltweit angewandt, denn Max Lüscher weiss genau, wie Menschen auf Farben reagieren. Am 9. September wird «Farben-Lüscher» 80 Jahre alt.

Werbepsychologie Sein Test wird weltweit angewandt, denn Max Lüscher weiss genau, wie Menschen auf Farben reagieren. Am 9. September wird «Farben-Lüscher» 80 Jahre alt.WW: Die Farbe schwarz ist in der Werbebranche sehr beliebt. Was drückt jemand aus, der Tag für Tag schwarz gekleidet ist?Max Lüscher: Diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie zeigen ihre Gefühle nicht frei. Sie erheben den Anspruch, Recht zu haben. Wir müssen uns vom Gedanken verabschieden, Menschen seien so, wie sie gesehen werden wollen. Fast alle Menschen haben eine Vorder- und eine Kehrseite. Gibt sich ein Mensch sehr gefällig, steckt dahinter oft ein autoritärer Anspruch. Wenn jemand hingegen autoritär auftritt, kann dahinter – ausgerechnet – entweder ein weicher Kern oder die Angst ste-cken, beeinflusst zu werden. Wer also konsequent schwarz gekleidet ist, tritt autoritär, massgebend auf.
Im Fernsehen ist mitunter Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in ihrem Büro zu sehen: Der Raum ist eine wahre Farborgie, reihum helle, frohe Farben. Gelb, Grün, Rot in Varianten, auch Orange. Was sagt das aus?
Damit signalisiert sie: «Ich wende mich an die Öffentlichkeit.» Diese Farben wirken heiter, leicht, froh. Ich selbst komme oft auch gelb
daher, wende mich – mit meinen Büchern – ebenfalls an die Öffentlichkeit. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich deswegen ein geselliger Mensch bin.
Persönlichkeiten verändern sich bekanntlich, beispielsweise mit dem Alter. Reagieren Sie auf bestimmte Farben heute anders als vor 50 Jahren?
Nein. Ich erinnere mich, dass ich als Vierjähriger eine bestimmte Zeichnung mit meinen Lieblingsfarben gemalt habe. Die Farben von damals sind noch heute meine bevorzugten Grundfarben, nämlich Blau und Gelb. Für mich und für viele andere gilt, dass sich der Charakter im Grunde nicht geändert hat.
Kann der Absender einer «Farbbotschaft» davon ausgehen, dass die jeweilige Farbe bei allen Menschen gleich ankommt?
Ja, das kann er. Und zwar auf der ganzen Welt, bei allen Menschen. Die Farbwahrnehmung und die dazu gehörende Sinneserfahrung ist eine physiologische Reaktion. Ob man eine bestimmte Farbe jedoch mag oder als unangenehm empfindet, ist von Person zu Person verschieden. Jeder Normalsichtige nimmt beispielsweise Rot als Rot wahr und empfindet es auch so. Rot erzeugt Erregung. Je nachdem, ob ein Mensch Erregung will oder ablehnt, reagiert er auf diese Farbe zustimmend oder ablehnend.
Welche Rolle spielt die Farbe am Arbeitsplatz?
Eine sehr wichtige. Ich beriet viele Jahrzehnte den Axel Springer Verlag in Hamburg. Dort arbeiteten die Redaktionen in Räumen mit weissen, kahlen Wänden. Die weissen Wände wirkten ermüdend. Das brachte mich auf die Idee, dass auch die gesamte Wäsche in einem Operationssaal nicht weiss sein sollte.
Auf ihre Initiative geht also die Tatsache zurück, dass in Operationssälen grüne und nicht mehr weisse Kleider getragen werden?
Vor vierzig Jahren wurde dazu extra ein Kongress im Basler Kantonsspital vor Chirurgie-Chefärzten aus der ganzen Schweiz veranstaltet, an dem ich meine Erfahrungen mit der Farbe Weiss schildern konnte. Ich erklärte, dass besonders die weissen Abdecktücher, über denen der Chirurg stundenlang arbeitet, ermüdend wirkten. Ich empfahl, diese augenschonend und als Kontrast zu rotem Blut lindengrün einfärben zu lassen. Keiner dieser Chirurgen stimmte mir zu. Nur der damalige Basler Chirurgie-Chefarzt fand: «Machen wir doch Herrn Lüscher zuliebe diesen Versuch.» Heute sieht man in keinem Spital oder TV-Film mehr einen OP-Saal, in dem mit ausschliesslich weissen Tüchern gearbeitet wird.
Mit Farben können auch Fehler gemacht werden?
Wer Farben gezielt einsetzt, sollte jene Farbe wählen, die den von ihm gewünschten Effekt erzeugt. Ein Beispiel aus dem Alltag ist die Frau, die sich rot kleidet und damit lustvolle Aktivität signalisiert. Bei Etiketten und Verpackungen von Genussmitteln ist die Farbwahl von entscheidender Bedeutung für den Verkauf. Auch Medikamente dürfen keine falschen Farben haben, wenn man will, dass sie eingenommen werden.
Ein Beispiel?
Ein bekanntes Multivitaminpräparat wird in einer braunen Kapsel verkauft – völlig falsch. Sie sollte orange sein. Oder die Kapsel eines Beruhigungsmittels ist schwarz und rot – auch absolut falsch. Rot und schwarz zusammen bedeuten explosive Aggressivität, das beruhigt sicher nicht.
Farben werden fast immer in Kombinationen angewendet…
… dabei bleibt die Bedeutung der einzelnen Farbe bestehen. Aber in Kombination mit einer anderen kann sie eine neue Wirkung erzeugen. Nehmen wir Magenta, ein Pinkviolett. Die Bedeutung von Magenta allein ist Sensibilität, vibrierende Intensität. Wenn ich Magenta mit Orange-Rot kombiniere, bewirkt dies beim Betrachter eine lustvolle, oft sexuelle Erregung. Kombiniere ich Magenta hingegen mit einem dunklen Blau, äussert sich die vibrierende Sensibilität als empfindsame, zärtliche Einfühlung.
Die neue Stop-Aids-Kampagne kommt gelb und schwarz daher.
Das ist haargenau richtig. Diese Kombination symbolisiert Suizid. Sie könnte von mir sein.
Wie verhält es sich denn mit der Farbe in der Massenpsychologie?
Ich habe vor dreissig Jahren einer Zigarettenfirma geraten, die Verpackung ihrer sehr erfolgreichen Marke zu verbessern. Ich habe die Packung und die Plakate mit wenigen farblichen Veränderungen auf die Zielgruppe so optimiert, dass der Umsatz um ein Drittel stieg.
Sie machen allerdings keine Werbung mehr für Zigaretten. Warum?
Heute weiss man, wie schädlich Rauchen ist. Darum werde ich diese Werbung nie mehr unterstützen.
Trotzdem beobachten Sie Zigarettenwerbung noch immer?
Ja, aber nur, um zu beobachten, wie gut oder schlecht diese Werbung gemacht wird. Kürzlich ist mir am Kiosk eine Zigarettenmarke namens Cartier aufgefallen. Deren stärkere Version hat auf der Verpackung ein blaues Band, die mildere ein rotes. Das ist genau verkehrt. Firmen wissen gar nicht, wie sehr sie sich mit dem Einsatz von falschen Farben schaden. Mit Farben wird die Empfindung so gesteuert, dass der Konsument spürt, worin die Eigenart und Qualität des Produktes besteht.
Zum Beispiel?
Ich habe fünf Sorten von Most farblich so unterschieden, dass die Etikette den Geschmack anzeigt: blaugrüne Töne für sauren Most, helle, blassgelbe, zart rötliche Töne für süssen Most.
Welche Farben empfehlen Sie für eine Bierverpackung?
Eine Bieretikette soll meist Natur signalisieren, es ist ja ein ausgesprochenes Naturprodukt. Also muss sicher Grün enthalten sein.
Und für Schokolade, die per se schon farblich besetzt ist?
Ich kann durch die Verwendung bestimmter Farben die Geschmacksrichtung signalisieren. Wenn etwas als süss verkauft werden soll, sind lachs-rosa Farben geeignet. Für bittere Nuancen eignen sich blau-grüne und braune Töne. Ist Honig drin, verwende ich die Honigfarbe.
Max Lüscher, Guru der Farbenpsychologie, hat seine Erkenntnisse über die Wirkung von Grund- und Mischfarben oft auch für Werbung eingesetzt.
Leben für die FarbenMax Lüscher, am 9. September 1923 in Basel geboren, durfte schon als 16-Jähriger mit einer Sondererlaubnis
an der Uni Basel psychologische und philosophische Vorlesungen besuchen. Bald erkannte er, dass die allgemeine Behauptung, wonach Farben keine bestimmte Bedeutung hätten, nicht stimmen kann. Er wies nach, dass die Farbwahrnehmung objektiv und universal ist. Damit wurde er zum Begründer der heute weltweit anerkannten wissenschaftlichen Farbpsychologie. 1947 erklärte Lüscher am ersten Weltkongress der Psychologie in Lausanne seine Farbdiagnostik. Dadurch wurde sein Farbtest mit den «Lüscher-Farben» rasch international bekannt. Max Lüscher hat 14 Fachbücher geschrieben, von denen einzelne in 29 Sprachen übersetzt wurden. Bekannteste Titel sind «Psychologie der Farben», «Der 4-Farben-Mensch», «Signale der Persönlichkeit» und «Die Farben der Liebe». Sein Hauptwerk heisst «Das Harmoniegesetz in uns». Lüscher, inzwischen emeritierter Professor, lebt in Luzern und Locarno, sein Büro (Lüscher-Diagnostik) befindet sich in Riehen. Mehr Informationen sind unter www.luscher-color.com zu finden. (hrf)
Interview: Herbert Fischer

Frivole Feriengrüsse mit Inhalt und Form

Fernreisen Yeah, das wird cool: Manta Reisen, der Schweizer Marktleader für Tauchreisen und die Malediven, hat sein Angebot stark ausgebaut

Fernreisen Yeah, das wird cool: Manta Reisen, der Schweizer Marktleader für Tauchreisen und die Malediven, hat sein Angebot stark ausgebautund präsentiert rechtzeitig zur Reisesaison 2003/ 2004 neue Traumziele rund um den Erdball. In vier Katalogen werden Tauchen weltweit, Malediven/Sri Lanka, Rotes Meer und Indischer Ozean verlockend feilgeboten. Die Werbeagentur Inhalt&Form kündigt die neuen Kataloge mit einer Imagekampagne an, die für die Publikums- und Sonntagspresse realisiert wurde. Peace, man!

Internethörer, die unbekannten Wesen

Internet Radiohören und Fernsehen ab Internet spielen derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Wenn die Medienkonvergenz aber zunimmt, muss die Nutzung gemessen werden können.

Internet Radiohören und Fernsehen ab Internet spielen derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Wenn die Medienkonvergenz aber zunimmt, muss die Nutzung gemessen werden können.Zum Streaming, dem Radiohören und Fernsehen im Web, gibt es in der Schweiz kaum verlässliche Daten – und vor allem weiss man wenig über Surfer-Vorlieben. SF DRS hat im Juni einen Versuch mit Live-Streams gestartet, diesen jedoch aus juristischen Gründen nach zwei Tagen eingestellt. Anders beim Medium Radio: Wer an seinem PC arbeitet, kann heute nebenher alle DRS-Sender (www.drs.ch) und die vielen Privatsender (www.radioplay.ch) hören, je nach PC und Leitung aber bis zu einer halben Minute verzögert.Exakte Zahlen zur Web-Radionutzung sind derzeit nicht erhältlich. Das Radiocontrol-System nimmt zwar das Streaming unter bestimmten Bedingungen wahr (siehe Kasten), doch kann die Uhr die Quelle des Signals (Radio, PC, Warenhaus-Lautsprecher) nicht identifizieren.
Auch MMXI Switzerland, das die Internetnutzung in der Schweiz misst, kann nur wenig Licht auf die Sache werfen. Das MMXI-Panel weist beispielsweise aus, dass von 56000 Personen, die im Juli mindestens einmal die Site www.drs.ch besuchten, 21 Prozent auch das DRS-Webradio direkt anwählten. Ob sie tatsächlich Radio hörten, welchen Sender und wie lange, lässt sich nicht ohne weiteres eruieren.
Lang kann es nicht gewesen sein, da die Gesamtpräsenz pro Besucher auf drs.ch im ganzen Monat Juli nur sieben Minuten betrug. Gemessen am durchschnittlichen Radiokonsum von 121 Minuten pro Person und Tag, ist das Radio-Streaming somit (noch) eine zu vernachlässigende Grösse. Wer also vor dem PC sitzt und gleichzeitig Radio hört, tut dies über einen separaten Empfänger, in vielen Fällen wohl auch aus finanziellen Gründen (Telefongebühren).
Doch bei MMXI will man mehr erfahren. «MMXI hat den Anspruch, die Internetnutzung zu messen, also müssen wir auch diese Form der Internetnutzung ausweisen können», sagt Urs Wolfensberger, Geschäftsführer MMXI Switzerland. Sollte die Medienkonvergenz tatsächlich intensivere Züge annehmen, wolle man der Wirtschaft am Tag X jene Mittel bereitstellen können, die sie dann benötige, sagt er.
Nach 30 Minuten inaktivNoch sind aber zwei technische Probleme zu knacken: MMXI sammelt schon heute Daten über sämtliche Vorgänge am PC der Panelteilnehmer, doch können die Streaming-Aktivitäten nicht in allen Fällen eindeutig identifiziert und zugeordnet werden. Das zweite: Wenn ein geöffneter Browser auf dem Bildschirm eines Panelteilnehmers rund eine halbe Stunde keine neuen Clicks aufweist, beurteilt ihn das MMXI-System als inaktiv. Beim Streaming ist dies aber verhängnisvoll, denn Webradio-Browser bleiben – einmal aufgestartet – während längerer Zeit im Hintergrund geöffnet, während im Vordergrund gesurft oder gearbeitet wird. Die künftige Internetmessung muss also die Streaming-Browser identifizieren und gleichzeitig jede weitere (Internet-)Aktivität auf dem Bildschirm registrieren können.
Ein weiteres Problem stellt die Nutzung von Downloads dar. Idealerweise wird die künftige Internetmessung angeben können, was woher aus dem Web geladen wurde (ab CD, ab Internet) und wann oder wie oft diese Downloads genutzt wurden. Die grosse Kunst wird darin bestehen, im Falle von Sende-Downloads deren Nutzung auch den jeweiligen Sendern zuzuordnen. Obs so weit kommen wird, weiss auch Urs Wolfensberger nicht. Doch schon im Herbst macht MMXI einen weiteren Schritt: Dann wird das Panel auch Real Player oder Quicktime identifizieren können, Applikationen also, mit denen gestreamt wird.
Das Streaming-Problem wird nicht das letzte sein, das einer Lösung harrt. Wolfensberger sieht weitere auf die Forschung zukommen: Wie soll man messen und richtig zuordnen, wenn Internet oder Radio vielleicht per Handy, die Zeitung am PC oder TV und Internet im Auto genutzt werden? «Je stärker die einzelnen Medien ihre Distributionskanäle diversifizieren, desto komplizierter wird ein adäquates Abbild der konkreten Nutzung», sagt er.
Bevor eines Surfers Web-Hörgewohnheit gemessen werden kann, sind noch viele Hindernisse zu überwinden.
Auch Steinmann ist am Ball«Radiocontrol kann Radionutzung ab Internet messen, sofern die Ausstrahlung nicht mehr als zehn Sekunden verzögert ist», sagt Matthias Steinmann, Leiter des SRG-Forschungsdienstes. Bei grösserer Verzögerung würden eine zusätzliche Software und je nachdem auch Hardware benötigt. «Aber es ist technisch lösbar, wir
arbeiten daran», sagt er. Doch das Streaming hält er für nicht allzu relevant, ihn beschäftigt ein anderes Problem mehr: Die Möglichkeit neuer TV-Geräte, Sendungen zu speichern und zeitverzögert wiederzugeben. «Das kommt», sagt er bestimmt, «und Telecontrol wird dafür gerüstet sein.» (mk)
Markus Knöpfli

Die Zeit baut Literatur-Ressort aus

Wochenzeitungen Die deutsche Wochenzeitung Die Zeit erhöht die Zahl der Literaturbeilagen von fünf auf sieben.

Wochenzeitungen Die deutsche Wochenzeitung Die Zeit erhöht die Zahl der Literaturbeilagen von fünf auf sieben.Neu sind eine zweite Beilage zur Frankfurter Buchmesse sowie eine Kinder- und Jugendbuchbeilage in der Vorweihnachtszeit. Sie erscheinen im Tabloid-Format und werden auch einzeln im Handel angeboten. Darüber hinaus baut die Zeit das redaktionelle Angebot im Literatur-Ressort aus. Noch in diesem Jahr werden 12 zusätzliche Seiten erscheinen, im nächsten Jahr dann weitere 30 Seiten, wie Pressetext Deutschland berichtete.

Tierisch gute Werbung

«Nici»-Plüschfiguren und -Accessoires bieten eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Werbeauftritte.

«Nici»-Plüschfiguren und -Accessoires bieten eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Werbeauftritte.Plüschtiere, Geschenkideen, Spielwaren und Papeterieartikel der Marke «Nici» werden in der Schweiz durch H. Siegrist-Import AG, Flawil, vertreten. Beliefert und betreut werden Papeterien, Geschenkboutiquen, der Spielwarenfachhandel sowie Warenhäuser. Entwickelt werden auch individuell auf die Vorgaben der Kunden abgestimmte Figuren. Standort: Stand 4.139 in der Halle 4 an der Marketingmesse X’03 in der Messe Zürich.

Viscom über Zukunft der Druckbranche

Mit Zeitungsdruck lässt sich in den nächsten fünf Jahren weniger Geld verdienen.

Mit Zeitungsdruck lässt sich in den nächsten fünf Jahren weniger Geld verdienen.Sowohl die Anzahl Aufträge als auch Umsatz und Cashflow werden sinken. Das hat eine Umfrage des Branchenverbands Viscom ergeben. Bei den Zeitschriften erwarten die Druckunternehmen mehr Aufträge bei kleineren Auflagen, so dass finanziell alles beim Alten bleibt. Deutlich weniger umsetzen lässt sich in Zukunft mit Formulardruck. Hingegen rechnet die Branche mit mehr Aufträgen aus dem Direktmarketing, was mehr Umsatz und Cashflow bringen soll. Die 100-seitige Broschüre kann für 160 Franken bei Viscom, Tel. 01 421 28 28, bestellt werden.

Tamedia: rote Zahlen im ersten Halbjahr

Verlage Das Zürcher Verlagshaus Tamedia ist im 1. Semester dieses Jahres in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust beträgt 3,8 Millionen Franken.

Verlage Das Zürcher Verlagshaus Tamedia ist im 1. Semester dieses Jahres in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust beträgt 3,8 Millionen Franken.In der Vorjahresperiode hatte der Konzern 26,9 Millionen Franken Gewinn ausgewiesen. Der Umsatz ging um 13,5 Prozent auf 290,6 Millionen Franken zurück. Das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) brach um 74,3 Prozent auf 11,8 Millionen Franken ein. Bei den Zeitungen resultierte ein Umsatzminus von 17,7 Prozent, bei den Zeitschriften eines von 9,2 Prozent. Im elektronischen Bereich erhöhte sich der Umsatz vor allem dank der erfreulichen Entwicklung bei Tele Züri um 53,4 Prozent (siehe auch Seite 25).
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