Uhren, hört die Signale
Mediennutzung Quantensprung bei der Marktforschung: Matthias Steinmann misst mit einem neuen Gerät fünf Medien gleichzeitig.
Mediennutzung Quantensprung bei der Marktforschung: Matthias Steinmann misst mit einem neuen Gerät fünf Medien gleichzeitig.Ein Jahr vor seiner Pensionierung als Leiter des SRG-Forschungsdienstes will Matthias Steinmann (Bild) wesentliche Teile der Mediennutzungsforschung auf den Kopf stellen. Innert eines Jahres liess er, nebenberuflich auch CEO der Telecontrol-Gruppe, Mediacontrol entwickeln, eine neue Generation der Radiocontrol-Uhr. Dieses Gerät soll nebst Radio und TV neu auch die Kontaktchancen von Kinowerbung, Plakat und die Printnutzung erheben können – alles erstmals mit nur einer Stichprobe. Damit tritt Steinmann international in Konkurrenz zu Mach Basic (Schweiz), AWA (Deutschland) oder Swiss Poster Research.
Und so funktionierts: Das Gerät misst weiterhin als Uhr am Handgelenk die Radio- und TV-Nutzung mittels eingebautem Mikrofon. Bei der Plakat- und Kinoerhebung hilft Steinmann mit (solarbetriebenen) Sendern in der Grösse eines Chips nach. Diese werden an den einzelnen Plakatstellen oder in den Kinosälen platziert und senden stetig je ein individuelles Signal aus. Kommt ein Mediacontrol-Panelist in die Nähe, erkennt dessen Uhr die Signale und speichert diese samt entsprechender Zeit. Der Sender kann auch mit der Radio- und TV-Messung kombiniert werden: Bringt der Panelist einen Chip am Autoradio und an der Stereoanlage an, wird die Nutzung nach Geräten differenziert.
Das Messen der Printnutzung bedarf der aktiven Mitarbeit: Liest eine Testperson eine Zeitung, sollte sie mittels eines Rädchens auf dem Uhrendisplay 200 Titel durchscrollen und den entsprechenden Titel eingeben. Regelmässig gelesene Titel erscheinen auf der Liste zuoberst. Abends wird die Testperson nach der Vollständigkeit ihrer Angaben gefragt. Steinmann bezeichnet dies als eine Art tägliche Befragung à la Mach Basic. An der Panelisten-Disziplin zweifelt er kaum.
Die Investitionen in das neue System sollen um 50 Prozent günstiger sein als bei Radiocontrol. Zudem können die Kosten auf fünf Medien aufgeteilt werden. In sechs Monaten will Steinmann Mediacontrol international auf den Markt bringen.
Markus Knöpfli
Und so funktionierts: Das Gerät misst weiterhin als Uhr am Handgelenk die Radio- und TV-Nutzung mittels eingebautem Mikrofon. Bei der Plakat- und Kinoerhebung hilft Steinmann mit (solarbetriebenen) Sendern in der Grösse eines Chips nach. Diese werden an den einzelnen Plakatstellen oder in den Kinosälen platziert und senden stetig je ein individuelles Signal aus. Kommt ein Mediacontrol-Panelist in die Nähe, erkennt dessen Uhr die Signale und speichert diese samt entsprechender Zeit. Der Sender kann auch mit der Radio- und TV-Messung kombiniert werden: Bringt der Panelist einen Chip am Autoradio und an der Stereoanlage an, wird die Nutzung nach Geräten differenziert.
Das Messen der Printnutzung bedarf der aktiven Mitarbeit: Liest eine Testperson eine Zeitung, sollte sie mittels eines Rädchens auf dem Uhrendisplay 200 Titel durchscrollen und den entsprechenden Titel eingeben. Regelmässig gelesene Titel erscheinen auf der Liste zuoberst. Abends wird die Testperson nach der Vollständigkeit ihrer Angaben gefragt. Steinmann bezeichnet dies als eine Art tägliche Befragung à la Mach Basic. An der Panelisten-Disziplin zweifelt er kaum.
Die Investitionen in das neue System sollen um 50 Prozent günstiger sein als bei Radiocontrol. Zudem können die Kosten auf fünf Medien aufgeteilt werden. In sechs Monaten will Steinmann Mediacontrol international auf den Markt bringen.
Markus Knöpfli
