PubliGroupe zurück in der Gewinnzone

Vermarkter PubliGroupe hat 2003 einen Reingewinn von über 55 Millionen Franken erzielt.

Vermarkter PubliGroupe hat 2003 einen Reingewinn von über 55 Millionen Franken erzielt.Den Turnaround nach einem Verlust von 30 Millionen 2002 schaffte der Lausanner Werbekonzern trotz einem Umsatzeinbruch um 10 Prozent auf 1,936 Milliarden Franken. Dazu trugen unter anderem Kostensenkungen und Stellenkürzungen bei, die schwarze Zahlen in sämtlichen operativen Bereichen ermöglichten. Zudem fiel das Finanzergebnis sehr positiv aus. (Siehe auch Seite 21/22.)

Der virtuelle Hammer

Oliver Classen über die «Ebayisierung» der Werbevermarktung

Oliver Classen über die «Ebayisierung» der WerbevermarktungSelbst wenn keine exorbitanten Gebote eingehen sollten: Ein genialer PR-Coup ist es allemal, dass und wie der kleine Münchner Digital-TV-Sender Hollywood Cinema seine Werbezeit an die Meistbietenden verhökert. Als Kanal dient ihm dazu nämlich der kultigste und zugleich effizienteste Marktplatz der Welt: das Online-Auktionsimperium namens Ebay.
So umgeht das deutsche Star-TV-Äquivalent nicht nur die notorisch kommissionshungrigen Profivermarkter; der vermeintliche Amateur spart sich zudem alle offiziellen Kundengespräche und jeglichen
inoffiziellen Rabattpoker. Stattdessen praktiziert und propagiert der freche, seit Mitte Januar auch via Satellit empfangbare Newcomer clever volle Preistransparenz.
Doch damit nicht genug: Hollywood Cinema nutzt das Monopolmedium des neuen Volkssports überdies zur ultimativ marktorientierten Preisfindung seiner Spot-Pakete und -Platzierungen.
Klar: (Budget-)Not macht erfinderisch, auch in der Werbevermarktung. Im Printland Schweiz kennt man das Auktionsverfahren allerdings schon seit gut drei Jahren. Jedoch nur in institutionalisierter Form – das heisst mit
beschränktem Zugang – und bloss für die Bereiche Presse und Internet. Und da sich die Verleger (noch) in nobler Zurückhaltung üben, ist der Versteigerungsservice von Publimedias «Admarketplace» bislang wirkungs- und bedeutungslos geblieben.
Ob Ebay respektive Hollywood Cinema mehr Erfolg beschieden
ist, bleibt freilich abzuwarten. Die hiesigen Radio- und TV-Vermarkter scheinen dennoch gut beraten, prophylaktisch entsprechende
eigene Plattformen zu entwerfen. Sonst könnte es ihnen morgen schon ähnlich ergehen wie den Verlagen heute mit den Rubrikanzeigen. Denn die Abwanderung ins Internet kennt nun mal keine medialen Grenzen. Insofern könnte die Münchner Auktionsaktion gar eine doppelte Signalwirkung
haben: für potenzielle Nachahmer und Leidtragende.
> Oliver Classen, Redaktor

Corporate-Publishing-Markt zieht wieder an

Firmenpublikationen

FirmenpublikationenAuch dieses Jahr befragte das Forum Corporate Publishing (FCP) seine rund 50 Mitglieder in Deutschland, der Schweiz und Österreich zur Entwicklung der Branche und ihrer Einschätzung des Marktes. Für zwei Drittel der befragten Publishingfirmen haben sich die Erwartungen in das Jahr 2003 erfüllt. Für 2004 rechnen 40 Prozent mit guten Aussichten, 47 Prozent erwarten eine durchschnittliche Geschäfts- und Umsatzentwicklung. In der Schweiz träten solche Entwicklungen in der Regel mit einer leichten Verzögerung auf, kommentiert das FCP. «Das Corporate Publishing hat in der Schweiz nicht den gleich abrupten Einbruch erlitten», erklärt Viviane Egli, Vorstand Schweiz des Forums. Eine Reaktivierung sei auch hier zu Lande bereits wieder spürbar. Den Branchen Pharma und Gesundheit sowie Banken und Finanzen wird das grösste Potenzial vorausgesagt. Eine ausführliche Auswertung der Umfrage im PDF-Format gibt es auf www.forum-corporate-publishing.de

Zeitungen runter, Zeitschriften rauf

Werbestatistiken Die Inseratestatistik der Schweizer Presse für den Januar nutzt erstmals die neue, detailliertere Typologie.

Werbestatistiken Die Inseratestatistik der Schweizer Presse für den Januar nutzt erstmals die neue, detailliertere Typologie.Für die grossen und mittleren verkauften Tageszeitungen setzte sich im neuen Jahr der Rückgang um happige 9,2 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent fort. Die kleinen Tageszeitungen verloren nur 0,6 Prozent, die Sonntagspresse 19,0 Prozent, wobei sich die Einstellung von Dimanche.ch deutlich bemerkbar machte. Insgesamt ging das Volumen bei den Zeitungen um 7,3 Prozent zurück. Der Bereich Publikumspresse meldet dagegen ein Wachstum von 9,2 Prozent. Hohe Gewinne erzielten die Illustrierten und die Programmpresse der Romandie (78,3 beziehungsweise 50,0 Prozent). Bei der News- und Themenpresse sowie bei den Frauenblättern legten hingegen die deutschsprachigen Produkte um 16,7 Prozent respektive 16,1 Prozent zu.

Radiotele bietet Update seiner Dokumentation

Regional-TV Der Vermarkter Radiotele hat seine Dokumentation über Regional-TVs aktualisiert.

Regional-TV Der Vermarkter Radiotele hat seine Dokumentation über Regional-TVs aktualisiert.Die Tarifdokumentation für das 1. Semester 2004 steht ab sofort als PDF-Datei oder in gedruckter Form zur Verfügung. Sie kann auf www.radiotele.ch im Bereich Online-Services bestellt oder im TV-Bereich aus dem Web heruntergeladen werden.

Noch gibts Wünsche

TV-Werbung Mit dem Service der Vermarkter sind die Werbeauftraggeber zufrieden. Nicht aber mit den Politikern.

TV-Werbung Mit dem Service der Vermarkter sind die Werbeauftraggeber zufrieden. Nicht aber mit den Politikern.«Das Medium Fernsehen hat sich punkto Dienstleistungen für die Werbekunden gebessert», sagt SWA-Direktor Jürg Siegrist. Dem stimmt Gabriela Böcker-Flamm von Mediacom zu: «Beim TV hat sich manches zum Positiven hin bewegt.» Auch Ueli Custer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem), stellt eine «relativ grosse Zufriedenheit» zwischen TV-Anbietern und Mediaagenturen fest.Wie gut das Einvernehmen ist, zeigt die neuste Version des jährlich publizierten SWA-Forderungskataloges: Die Wunschliste an das Medium Fernsehen ist kürzer geworden. Und die Forderungen richten sich primär an die Politiker, kaum an die TV-Anbieter. Mit einer Ausnahme: Der SWA wünscht sich bei den SRG-TVs das Sponsoring und die Werbung aus einer Hand – aus jener der TV-Vermarkterin Publisuisse. Heute wird das TV-Sponsoring von den SRG-Sendern selber betreut. Doch niemand zweifelt daran, dass der SWA-Wunsch bald erfüllt wird – durch die ehemalige Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre, die nun an der Spitze von SF DRS steht.
Nähe zum Programm gewünscht
Mit einem Wunsch an die Privaten doppelt auch Böcker-Flamm nach: Diese sollten ihren Spielraum für Sonderwerbeformen wie Product Placement, «die näher beim Programm sind», kreativer nutzen, meint sie.
Einen Forderungsbrocken hat der SWA aus seiner Liste gestrichen: Von den Privat-TVs und Werbefenstern hatte er noch vor einem Jahr eine Leistungsgarantie ähnlich der der Publisuisse erwartet. Grund: «Die Abweichungen zwischen Prognose und Realität sind bei einzelnen Anbietern deutlich zu hoch.» Darunter leide das Preis-Leistungs-Verhältnis. Heute winkt Siegrist ab: «Das hat nicht mehr höchste Priorität. Die Privaten sind besser geworden und bieten auch Garantien.» Zwar seien die Prognosen nicht zuverlässiger, jedoch die Kompensationen (Freespace) grosszügiger geworden, sagt er.
Grösstes Sorgenkind des SWA bleibt die Politik – mit Forderungen an das in Revision begriffene RTVG. Siegrist fordert eine Neudefinition des Service public – also ein Gebührensplitting. Er möchte liberalere Regelungen für Werbung für Bier und Wein. «Es ist widersinnig, dass das zum dänischen Carlsberg-Konzern gehörende Feldschlösschen-Bier auf Schweizer TV-Sendern nicht werben darf, während die Biermarke Carlsberg über deutsche Sender einstrahlen kann.» Aber auch Sonderwerbeformen wie etwa virtuelle Werbung oder Split Screens sollen zugelassen werden.
Eine weitere SWA-Kritik richtet sich an die Westschweiz, wo sich «private Kabelnetzbetreiber, unterstützt durch die SRG, erfolgreich gegen die Aufschaltung von M6 und andere Werbefenster wehren». Siegrist: «In der Westschweiz braucht es zusätzliche Werbemöglichkeiten. In Spitzenzeiten wie jetzt vor dem Autosalon ist der Werbeplatz von TSR in der Primetime zu knapp.»
Gemäss dem SWA-Direktor steht auch bei der Radio- und TV-Forschung einiges an: Sie sei aus der SRG herauszulösen und einer Stiftung zu übertragen, wie dies im Rahmen der RTVG-Revision vorgeschlagen ist. In der besagten Stiftung wünscht sich der SWA ein Mitspracherecht. Bei all diesen Forderungen erwartet Siegrist bald Fortschritte.
Ganz andere Sorgen macht sich die Igem: Sie hat die möglichen Auswirkungen des Timeshift-TV (zeitversetztes Fernsehen) im Auge – über bereits erhältliche Geräte oder über den von der Swisscom geplanten TV-Programmbezug über ADSL. Dazu Ueli Custer: «In Zusammenarbeit mit Publica Data und dem SRG-Forschungsdienst haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, die ab sofort jährlich die Verbreitung dieser neuen Kommunikationstechnologien untersuchen wird.»
Markus Knöpfli

Hürlimann & Friends im Jahrbuch der Werbung

Auszeichnung Das Atelier Hürlimann & Friends, Stäfa, wurde mit einer Sponsoringkampagne ins Jahrbuch der Werbung 2004 aufgenommen.

Auszeichnung Das Atelier Hürlimann & Friends, Stäfa, wurde mit einer Sponsoringkampagne ins Jahrbuch der Werbung 2004 aufgenommen.Hürlimann & Friends begleitete das Engagement der Hörtechnikfirma Phonak beim Segelteam Alinghi. Seit der Gründung Anfang 2000 hat es das Atelier bereits dreimal in das Jahrbuch geschafft, das seit 1964 herausragende Werbung im deutschsprachigen Raum versammelt.

Schweizer Presse feuert auf RTVG

Medienpolitik Grosse Verlagshäuser sollen auch weiterhin Radio- und TV-Stationen betreiben dürfen.

Medienpolitik Grosse Verlagshäuser sollen auch weiterhin Radio- und TV-Stationen betreiben dürfen.Medienpolitik Grosse Verlagshäuser sollen auch weiterhin Radio- und TV-Stationen betreiben dürfen. Der Verband Schweizer Presse fordert, dass die Artikel zur Medienkonzentration aus dem Entwurf zum neuen Radio- und TV-Gesetz gestrichen werden. Er untermauert dies mit einem Gutachten, das der Medienrechtler Peter Nobel erstellt hat. Der St. Galler Uniprofessor kommt zum Schluss, dass dem Entwurf teilweise die Verfassungsgrundlage fehlt.

Apple umwirbt die Designer und Publisher

Verlage Einige grosse Schweizer Medienhäuser haben in den letzten Monaten beschlossen, von Apples Macintosh auf die Plattform Windows zu wechseln.

Verlage Einige grosse Schweizer Medienhäuser haben in den letzten Monaten beschlossen, von Apples Macintosh auf die Plattform Windows zu wechseln.Verlage Einige grosse Schweizer Medienhäuser haben in den letzten Monaten beschlossen, von Apples Macintosh auf die Plattform Windows zu wechseln. Dass es aber noch zu früh ist, den Apfel auf den Komposthaufen zu werfen, will Apple am Seminar «Driven by
Design» beweisen. Am 29. März von 10.15 bis 15.45 Uhr stellen die Computerfirma und Partner wie Adobe und Quark ihre Lösungen für Design- und Publishing-Profis vor. Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit sind unter www.apple.com/chde/pro zu finden

Keine Angst vor DVD

Kinobesucher Die Kinobranche hat keine Furcht vor den erlaubten Parallel-importen von DVDs.

Kinobesucher Die Kinobranche hat keine Furcht vor den erlaubten Parallel-importen von DVDs.Auch wenn die offizielle Kinobesucher-Statistik 2003 erst Ende Februar veröffentlicht wird: Ein Rückgang in der Grössenordnung von 1,8 Millionen gegenüber dem Rekordjahr 2002 mit 18,8 Millionen Besuchern steht praktisch fest. Das bestätigt René Gerber, Geschäftsleiter des Dachverbandes der Kino- und Verleihbranche ProCinema. Eingerechnet bei diesen Zahlen sind die Openairs, die letztes Jahr boomten.Rückgang ist nicht überraschend
Während die NZZ am Sonntag (NZZaS) vom 8. Februar den Rückgang mit den enorm gestiegenen DVD-Verkäufen in Verbindung brachte und weitere Rückgänge – insbesondere wegen der künftig erlaubten DVD-Parallelimporte – prognostizierte, sieht die Kinobranche selbst den letztjährigen Rückgang lockerer. «Dass das letzte Jahr nicht an den Rekord im 2002 anknüpft, ist angesichts des Hitzesommers und des Filmangebotes weder überraschend noch beunruhigend», sagt etwa Cinecom-Geschäftsführer Matthias Luchsinger. «Das Jahr 2002 hatte mit James Bond, Herr der Ringe, Spiderman und Harry Potter eben mehr Kinohighlights zu bieten als 2003.»
Zuwachs wird erwartet
Gerber von ProCinema führt noch einen Grund an: Die Kinoumsätz werden wochenweise erfasst. Dies hat zur Folge, dass ein Kinojahr nicht zwingend vom 1. Januar bis zum 31. Dezember dauert. Das Kinojahr 2002 hatte aus diesem Grund 53 Erfassungswochen anstatt wie üblich 52. Das sei relevant, weil in der Silvesterwoche jeweils besonders viele Besucher – gemäss Gerber bis zu einer Million – gezählt würden. «Würden wir im Jahr 2002 500 000 Besucher abziehen und dem Jahr 2001 oder 2003 zuteilen, sähe die Statistik ganz anders aus», sagt Gerber. Darum warnte er davor, die Entwicklung nur gerade mit dem Vorjahr zu vergleichen. Auch im 1992 habe es schon einen Einbruch um 10 Prozent gegeben, und doch seien die Besucherzahlen stetig gestiegen (siehe Grafik). Dem pflichtet auch Luchsinger bei, der dieses Jahr wieder einen Zuwachs um fünf bis sechs Prozent erwartet.
Bleibt dennoch die Frage nach den Auswirkungen künftiger Parallelimporte. Gerber hält sie für gering, da die Kino- und Filmbranche mit dem Handel vereinbarte, DVDs von neuen Kinofilmen erst einige Zeit nach dem Kinostart auf den Markt zu bringen. Auch Luchsinger ist zuversichtlich: «Die Werbung für einen Film läuft mit dessen Kinostart an, nicht mit dem Parallelimport.» Deshalb gelte weiterhin: «Ein Film, der im Kino floppt, läuft auch als DVD nicht.» Zudem sei Kino ein Gemeinschaftserlebnis, das zu Hause nicht imitiert werden könne.
Kino wird günstigerDie Übernahme von Mediavision Schweiz durch die Cinecom macht das Medium Kino günstiger. In der Deutschschweiz ändert sich preislich nichts, jedoch in der Westschweiz, wo die Preise um 4,3 Prozent tiefer ausfallen. Dies gilt auch für schweizweite Buchungen sowie beim Buchen von Westschweizer Pools. Die bisherigen Cinecom-Pools bleiben bestehen, sie wurden aber mit den entsprechenden Mediavision-Kinos ergänzt. Für nationale und lokale Kunden wird das Handling einfacher, da diese ihre Film- und Dia-Kampagnen in 475 Schweizer Kinosälen künftig über
einen einzigen Ansprechpartner mit einheitlichen Preisen buchen können. Die bisherige Vermarkterin der Mediavision, die Mediapresse Pub SA, wird das gesamtschweizerische Cinecom-Portfolio für die Westschweizer Kunden betreuen. Bereits gebuchte nationale Aufträge, die über den 16. Februar hinausgehen, werden von der Cinecom neu berechnet. (mk)
DVDs können das gemeinsame Kinofeeling nicht wettmachen.
Markus Knöpfli

Für immer mehr liegt Nahsehen näher

Regional-TV In der Schweiz geht die Publikumseroberung weiter. Doch nicht alle können profitieren.

Regional-TV In der Schweiz geht die Publikumseroberung weiter. Doch nicht alle können profitieren.Die Schere öffnet sich: Während das Publikum im Bereich der sprachregionalen und der aus dem Ausland einstrahlenden Sender sein TV-Menü im 2003 kaum mehr verändert hat, geht bei den lokalen und regionalen TV-Angeboten der Publikumsgewinn in ausgeprägtem Mass weiter. Doch die Schweiz ist geteilt in Sachen Nahsehen. Während der Zuschauerzuspruch im vergangenen Jahr in der Deutschschweiz geradezu boomte, mussten einzelne Veranstalter in der Westschweiz und im Tessin sogar rückläufige Zahlen hinnehmen.Der flächendeckende Aufwärtstrend in der Deutschschweiz zeichnete sich indessen durch eine Robustheit aus, die darauf verweist, dass die Potenziale in den lokalen TV-Märkten längst nicht ausgeschöpft sind. Am meisten Verstärkung erlebte TeleZüri, das mit dem Rekordgewinn von 26200 Zuschauern bei neu 503200 (durchschnittliche Netto-Reichweite) Zuschauern landet. Der zweite Platz beim Zuschauerklettern geht an TeleOstschweiz (TVO), das mit zusätzlichen 18800 Zuschauern auf 99200 aber dennoch der leistungsschwächste Sender innerhalb des TeleNewsCombi (TNC) bleibt.
Auch die anderen Top-Steigerungsquoten gingen im vergangenen Jahr an die jüngeren Kinder der Deutschschweizer Lokalfernsehlandschaft. Dies ist ein Beleg dafür, dass bei ihnen noch namhaftes Aufholpotenzial vorhanden ist. So vermochte TeleTop mit dem Gewinn von 14100 Zuschauern sein Publikum innert Jahresfrist um über 16 Prozent auszubauen. Bei TeleBasel führten die zusätzlichen 15400 Seherinnen und Seher zu einer Ausweitung von über 15 Prozent. Zu den rasch aufstrebenden Angeboten gehörte im Weiteren TeleTell, das mit einem Zuwachs von 14900 Zuschauern ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich zulegte.
Senioren wachsen langsamer
Nicht mehr ganz so rasant nach oben ging es letztes Jahr hingegen bei einigen bereits etwas gereifteren Sendern. Gleichwohl verweist aber auch der Gewinn von Tele M1 mit 10600 zusätzlichen Zuschauern auf weiterhin erhebliche Ausbaupotenziale. Dasselbe gilt für TeleBärn, das sein Publikum im 2003 immerhin um 5200 Personen vergrössern konnte.
Von einem vergleichbar konsistenten Aufwärtstrend, wie er sich in der Deutschschweiz vollzogen hat, ist in den beiden anderen Sprachregionen nichts zu spüren. In der Westschweiz, wo die Lokalfernsehszene viel weniger Fuss gefasst hat, muss Léman Bleu (LMB) einen Verlust von 6900 Zuschauern verbuchen. Für die von der Einstellung bedrohte Station bedeutet dies einen eklatanten Verlust von über 22 Prozent. Ein kleiner Trost ist der Zugewinn des Nachbarsenders TV Région Lausanne (TVRL), dem eine Publikumsvergrösserung um 1800 Personen gelungen ist. Trotzdem bleibt auch dieser Kanal mit seinen gegenwärtig insgesamt 25300 Zuschauern weit hinter den Leistungen der Deutschschweizer Lokalsender zurück.
Ebenfalls wenig erfreulich hat sich TeleTicino entwickelt. Entgegen dem verbreiteten Aufwärtstrend geriet auch der von Telesuisse-Präsident Filippo Lombardi gelenkte Sender mit einem Verlust von insgesamt 1300 Zuschauern in den Krebsgang.
In einem der zentralen Indikatoren, der durchschnittlichen Verweildauer pro Zuschauer, unterscheiden sich indessen alle Sender gleichermassen voneinander. Zwischen herausragenden 22,7 Minuten beim Leader-Sender TeleZüri und kläglichen 3,2 Minuten, die Léman Bleu ausweist, schwankt dieser Wert, der wie kein anderer die Stärke der Verankerung in den Sehgewohnheiten der Zielgruppe dokumentiert.
Diskrepanz bei der Sehertreue
Insgesamt haben die Deutschschweizer Sender bei der Nutzungsintensität im vergangenen Jahr durchwegs Muskeln gezeigt. Den vier Stationen TeleZüri, Tele M1, TeleTell und TeleBasel ist es gelungen, ihr Publikum mehr als eine zusätzliche Minute an ihre Programme zu binden. Nur gerade zwei Lokalfernsehen in der ganzen Schweiz müssen eine rückläufige Sehertreue ausweisen. TVO verlor 2,5 Minuten auf neu 8,9 Minuten. Das eh schon schwach genutzte LMB buchstabierte um 1,6 Minuten auf magere 3,2 Minuten zurück.
Die auffallend grosse Spannweite bei der durchschnittlichen Nutzung verweist auch darauf, dass die Koordinationsbemühungen zwischen den einzelnen Sendern noch längst nicht abgeschlossen sind. Denn nur mit vergleichbaren Nutzungsmustern können die Lokalsender auch bei der Vermarktung ihrer Kombiangebote weiter an Überzeugungskraft gewinnen.
«Lifestyle», «Swissdate» und «ZüriNews» (v. l. n. r.): Die Sendungen von TeleZüri schwingen in der Gunst des Regional-TV-Publikums obenaus.

Daniel Schifferle

Die Networkerin

Barbla C. Schaerer ist neu in der Geschäftsleitung von Trimedia Communications Schweiz.

Barbla C. Schaerer ist neu in der Geschäftsleitung von Trimedia Communications Schweiz.Bei ihrem neuen Job hat Barbla C. Schaerer schon nach den ersten Tagen drei Pitches und New-Business-Meetings hinter sich. Dabei ist die 35-Jährige erst seit Anfang Februar als Managing Director verantwortlich für die Leitung der Trimedia, Zürich. Dazu verstärkt sie die Agentur in den Fachbereichen Corporate Communications, Brand Communications, Public Affairs und Krisenkommunikation. Sie ist in diesen Bereichen auch für die Akquisition von Neukunden zuständig und zeichnet verantwortlich für die strategische Planung und Beratung bei verschiedenen Grossmandaten.Vorher war Barbla – der Name stammt aus dem Rätoromanischen – drei Jahre als Geschäftsleitungsmitglied bei Farner PR. Sechs Jahre wirkte sie bei Frei & Partner, wo sie ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung und Partnerin war.
Bei Trimedia gefällt ihr vor allem auch die Vernetzung des Schweizerischen und Europäischen. «Man kann wirklich sagen: Trimedia ist die einzige Agentur mit einem eigenen europäischen Netzwerk.» Über ihre Standorte in Deutschland, Österreich, Frankreich sowie Belgien betreut sie viele Mandate gemeinsam. Zudem gefällt ihr bei Trimedia die Unternehmenskultur. Man vertrete die partnerschaftlichen Werte eines «Network of Friends».
Die Brückenbauer-Qualitäten zwischen dem Analysieren, Strategienentwerfen, Botschaftenvertiefen, Verständnisschaffen sowie der guten Zusammenarbeit mit Kunden und Mitarbeitenden: Das sind die Aufgaben, die Barbla C. Schaerer an ihrem Berufsstand interessieren.
Auf der anderen Seite liebt sie das Unternehmerische. «Ich bewege gerne etwas und übernehme Verantwortung.»
Schon beim Studium hat sie diese beiden Welten zusammenbringen wollen. Sie hat an der Universität Zürich Wirtschaftswissenschaften und Psychologie studiert und mit dem Lizenziat abgeschlossen. Aber auch Vorlesungen in Geschichte, Publizistik und Politologie besucht und als «holistischer Mensch» diese Zeit als grosse Bereicherung empfunden. Die spätere Kaderfrau hat sich das Studium grösstenteils selbst finanziert. Bei der Asylorganisation Zürich hat sie bosnische Flüchtlinge aus Konzentrationslagern betreut. «Das war menschlich prägend.»
Vielleicht passt es auch zum Zusammenbringen der verschiedenen Welten, dass Barbla C. Schaerer sich für die Falknerei interessiert und einen Kurs mit Falken, Habicht und Steinadler besuchte. Oder als Hobby gerne Oldtimer-Autos fährt. «Wenn mich etwas interessiert, dann habe ich das Bedürfnis, das umzusetzen.»
Diese Verhaltensweise habe sie bereits in der Kindheit geprägt. «Ich lernte früh: Wenn ich etwas will, dann muss ich etwas dafür tun.»
Heute ist Barbla C. Schaerer auch Vizepräsidentin der European Association of Political Consultants (EAPC). Dieser Verband organisiert unter anderem einmal pro Jahr eine grosse Konferenz mit Referaten über neuste Kampagnen, politische Kommunikation und Lobbying. «Im Grunde ist bei vielen Mandaten ein Public-Affairs-Aspekt vorhanden», meint sie.
Perfektionieren kann sie das auch im Vorstand des Griffith-Club. Dieser unterstützt den Fussballnachwuchs bei GC, ist aber auch eine Networking-Plattform.
«Sozialkompetenz hat für mich eine grosse Bedeutung», sagt Barbla C. Schaerer, die auch Mentorin an der Universität St. Gallen ist und dort einen jungen Studenten betreut.
«Daneben ist mir aber auch die Stille im weitesten Sinne wichtig», verrät Barbla C. Schaerer, die in ihrer Freizeit Tai-Chi praktiziert und meditiert.
Barbla C. Schaerer bringt verschiedene Welten zusammen.
Andreas Panzeri
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