Zu guter Letzt: Mehr Internet für alle

Das Open Source Tool Psiphon ermöglicht Menschen, Zensur im Internet zu umgehen. Eine schöne Kampagne bewirbt das kanadische Projekt.

Nicht erst seit dem arabischen Frühling ist bekannt, wie soziale Netzwerke genutzt werden, um an totalitären Regierungen vorbei kritische Meinungen frei zu äussern, demokratische Kundgebungen zu organisieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Diese Freiheiten sind Regimen Machthabern ein Dorn im Auge. In der Folge wird das Internet in unzähligen Ländern der Welt überwacht, zensiert oder blockiert.

Die seit 2006 an der Universtiät Toronto entwickelte Software umgeht Zensur, indem sie die PCs der einzelnen User als Proxy Server bereitstellt. Der Psiphon-Nutzer in einem von Zensur betroffenen Umfeld kann über eine verschlüsselte Verbindung mit einem Psiphon-Nutzer in einem freien Land verbinden, um ungefilterten Zugang zum Internet zu erhalten.

Die kanadische Agentur Rack & Pinion verschafft Psiphon durch eine schmucke Kampagne mit ernstem Inhalt nun mehr Aufmerksamkeit, um zusätzliche User für die Umgehung der Internet-Zensur zu gewinnen. Eine Mac- und Linux-Version ist in Bearbeitung. (hae)

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Coopzeitung: Tamedia neu grösster Druckpartner

Neu drucken die Tamedia-Druckzentren mit über 1,2 Millionen Exemplaren den grössten Teil der Coopzeitung-Auflage von 2,5 Millionen.

Das Druckzentrum Bern von Tamedia übernimmt den Druck von zusätzlichen 620‘000 Exemplaren der Coopzeitung. Die Schweizer Mediengruppe druckt in ihrem Druckzentrum Lausanne bisher bereits 620‘000 Exemplare. Die Zeitungsdruckzentren von Tamedia sind damit ab Juni 2015 mit 1‘240‘000 Exemplaren der Gesamtauflage von 2'550'290 Exemplaren der grösster Druckpartner der Coopzeitung. Die Coop-Gruppe und die Schweizer Mediengruppe Tamedia haben im Hinblick auf die Schliessung von NZZ Print in Schlieren eine entsprechende Vereinbarung mit einer Laufzeit bis 2019 abgeschlossen.

Die Coopzeitung erscheint jeweils dienstags in den drei Schweizer Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Mit 3’533’000 Leserinnen und Lesern (Wemf Mach Basic 2014-2) ist das Kundenmagazin der Coop-Gruppe die grösste Wochenzeitung der Schweiz. Seit dem Herbst 2014 erscheinen die drei Ausgaben Coopzeitung, Coopération und Cooperazione im Magazinformat.

«Der Druck der Coopzeitung im Magazinformat ist technisch anspruchsvoll und zeigt, welche hohe Qualität heute im Zeitungsdruck möglich ist», so Christoph Tonini, Vorsitzender der Unternehmensleitung von Tamedia in einer Mitteilung. «Die Zusammenarbeit mit Coop hilft uns, unsere Druckzentren auch tagsüber auszulasten, gleichzeitig können wir Coop als einziges Unternehmen drei moderne, über die Deutschschweiz und Romandie verteilte Zeitungsdruck-Standorte anbieten.»
 

Dr. Schenker Kommunikation stärkt Social Media

Dr. Schenker Kommunikation in Bern baut den Schwerpunkt Social Media und digitale Kommunikation aus. Mit Patrick Moeschler stösst ein Social-Media-Experte zum Team.

Er hat ab 2009 die Social-Media-Präsenz der Swisscom massgeblich mitaufgebaut. 2011 übernahm er die Funktion des Social-Media-Verantwortlichen auf Konzernebene, die er bis Anfang 2015 innehatte. «Wir wollen den strategischen Einsatz von Social Media auch in der PR verankern», sagt Patrick Moeschler, «Unternehmen, Verbände und Ämter müssen Social Media in die Gesamtkommunikation, die Markenführung und die Geschäftsabläufe integrieren.»

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Der 43-jährige Patrick Moeschler hat einen Jura-Abschluss der Universität Bern und einen MAS in Communication Management der Hochschule Luzern. Er doziert in Social-Media- und Online-Lehrgängen an der Schweizer Journalistenschule MAZ und an der Hochschule Luzern und ist laut Mitteilung ein gefragter Referent.

Presse TV: Tobias Wolff wird VR-Präsident

Presse TV hat infolge des Rücktritts des bisherigen VR-Präsidenten Markus Spillmann Präsidium und Verwaltungsrat neu besetzt. Das achtköpfige Gremium wird ab sofort von Tobias Wolff, Leiter der TV-Redaktionen der NZZ, präsidiert.

Vizepräsident bleibt laut Mitteiulng Markus Somm, Chefredaktor/Verleger der Basler Zeitung. Als neue Verwaltungsräte wurden von der Generalversammlung Hanspeter Kellermüller, Neue Zürcher Zeitung AG, und Rolf Bollmann, Basler Zeitung, in das Gremium gewählt.

Presse TV ist eine gemeinsame Gesellschaft der Neuen Zürcher Zeitung, der deutsch-japanischen Development Company for Television Program MBH (DCTP), der Basler Zeitung Medien und von Axel Springer Schweiz.

Bild. Nzz.ch

Factum: Roberto Blank neuer Leiter Vertrieb

Factum Kommunikation, die Fullservice-Agentur aus Zürich, vermeldet einen Neuzuzug: Seit Anfang März zeichnet Roberto Blank verantwortlich für die Leitung der Division Vertrieb.

Zusammen mit einem eingespielten Team betreut Blank unter anderem die Projekte John Twenty, Best Offer, Deals@K Kiosk, Rotary Magazin sowie den neugeschaffenen 20 Minuten Marktplatz. «Roberto Blank wird die für Factum bedeutsame Division Vertrieb weiterhin konsequent und kontinuierlich ausbauen», sagt Valentino Mauriello, Geschäftsführer von Factum Kommunikation. Roberto Blank ist laut Mitteilung ein ausgewiesener Vertriebs- und Medienspezialist, der in der Vergangenheit diverse Kaderpositionen in namhaften Verlagshäusern bekleidet hat. Zuletzt war er bei In-Media – einer Tochter der DMC-Gruppe – als Senior Key Account Manager tätig.
 

Swiss.com ist «Master of Swiss Web 2015»

Aufgespiesst: Vertrauen ist gut…

Seit 2001 erhebt die Trusted-Brand-Studie, welcher Berufsstand am meisten Vertrauen geniesst. 2015 wurden in sieben Ländern 15 822 Konsumenten zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Das Ergebnis: Die Befragten vertrauen am meisten Feuerwehrleuten, Krankenschwestern und – sic! – Piloten. Journalisten büssen weiter an Glaubwürdigkeit ein: Nur 26 Prozent vertrauen dem Berufsstand. Damit haben Journis traurigen Gleichstand mit Reiseveranstaltern und Gewerkschaftsführern erreicht. Schlechter schneiden nur Berufe wie Profifussballer, Politi-ker, Finanzberater und Autoverkäufer ab. «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser», sagt der Volksmund. Also machen wir mal eine Denkkon-trolle und fragen, wie relevant es für die jeweiligen Berufsstände ist, dass man ihnen vertraut. Feuerwehrleute – vollkommen egal, Hauptsa-che sie löschen. Krankenschwestern – auch egal, man fühlt sich nur besser, wenn man darauf vertraut, dass die Spritze sitzt. Piloten – aktuell kein Kommentar. Reiseveranstalter – kein Vertrauen, kein Umsatz. Fussballer – hier zählt vor allem Selbstvertrauen, Tor ist Tor. Politiker – hoch relevant, sonst keine Stimmen. Und Journalisten? Sagen wir es so: Im besten Fall wittern sie den Brand, bevor die Feuerwehr kommt, halten die Spritze direkt in die Wunde und legen dann eine Punktlandung hin. Hat sich da also jemand verrechnet? Vertrauen Sie keiner Studie! afh
 

«Best Swiss Video Clip»-Awards für Larytta und Effe

Das Migros-Kulturprozent, die Solothurner Filmtage und die Fondation Suisa haben am 26. März 2015 an der Eröffnung des Festivals m4music in Lausanne zwei Preise für den «Best Swiss Video Clip» verliehen.

Der Jury-Award geht an den Clip «Osama Obama» der Band Larytta von Regisseur Julien Mercier. Den Publikumspreis gewinnt der Clip «Du bisch willkomme» des Künstlers Effe von Regisseur Haris Dubica. Beide Auszeichnungen zum «Best Swiss Video Clip» sind mit jeweils 5‘000 Franken dotiert und werden zum dritten Mal verliehen.

«Best Swiss Video Clip»: Jury-Award

Gewinner: «Osama Obama»
Band: Larytta
Regie: Julien Mercier

Die Jury hat entschieden, den Preis an den Clip «Osama Obama» der Lausanner Band Larytta zu verleihen. Jurypräsident Germinal Roaux meint zur Preisvergabe: «Der Clip überzeugt durch sein perfektes Gleichgewicht zwischen einem hitverdächtigen Song und einer starken visuellen Präsenz, die einen sofort in Bann zieht. Der Animations-Clip von Julien Mercier illustriert auf intelligente Weise menschliche Parallelwelten, die sich im Alltag kreuzen. Mit anscheinender Leichtigkeit erlaubt er eine vielschichtige Reflexion.»

Die Jury setzte sich zusammen aus: Jurypräsident Germinal Roaux, Filmemacher und Fotograf, Michael Kinzer, Künstlerischer Leiter des Festival de la Cité in Lausanne, und Eliane Laubscher, Produzentin und Musikredaktorin der Fachredaktion Musik Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

«Best Swiss Video Clip»: Publikumspreis

Gewinner: «Du bisch Willkomme»
Künstler: Effe
Regie: Haris Dubica

Dieser Publikumspreis wurde mittels Online-Voting auf der Plattform Mx3 ermittelt. Insgesamt haben rund 5'170 Personen ihre Stimme abgegeben.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Jurypräsident Germinal Roaux, Filmemacher und Fotograf, Michael Kinzer, Künstlerischer Leiter des Festival de la Cité in Lausanne, und Eliane Laubscher, Produzentin und Musikredaktorin der Fachredaktion Musik Schweizer Radio und Fernsehen SRF.
 

Demokratisch dynamisch

Beni Hirts Wachstumskurs stand in der von ihm mitgegründeten Agentur quer zu den Plänen seiner drei Partner. Nun soll er als CEO dem Startup Swiss Digital zum Ausbau verhelfen.

Beni Hirt vereint viele Gegensätze. Der Betriebsökonom engagierte sich als Student intensiv bei den Jungsozialisten und der SP. Er sieht sich als ausgeprägten Teamplayer, fand im vierköpfigen Gründerteam der eigenen Firma aber zu viel Demokratie und zu wenig Entscheidungsspielraum für sich. Er liebt die Dynamik eines Startups, schätzt aber auch die Stabilität eines grossen Mutterhauses. Für widersprüchlich hält er das nicht. Vielmehr für Dinge, die sich unter einen Hut bringen lassen sollten. Der 34-Jährige sieht jünger aus, als er ist, und man kann sich denken, dass er zuweilen unterschätzt wird. Dass er es nicht zu überspielen versucht, macht ihn sympathisch. Er ist offen und umgänglich – leicht könnte man einen Nachmittag mit ihm verplaudern. Er habe «keine Ängste gegenüber Fremdem» und komme schnell mit jemandem ins Gespräch, sagt Hirt. «Aber auf bestehenden Beziehungen aufzubauen, finde ich spannender als Small Talk zu führen. Ich bin auch kein klassischer Sales- Typ, der einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen kann. Ich bin jemand, der berufliche Beziehungen pflegt.»

Politisches Engagement

Die Politik spielt eine wichtige Rolle, wenn Beni Hirt von seiner Laufbahn erzählt – auch wenn er bei der SP mittlerweile nur noch die «einkommensabhängigen Mitgliederbeiträge» zahlt, wie er schmunzelnd resümiert. Mit 24 Jahren schaffte es der ehemalige Steiner-Schüler und BWL-Student für die Jungsozialisten bis ins Berner Stadtparlament. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er im nationalen Sekretariat der SP, wo er erst Kampagnen und Kommunikationsthemen verantwortete und später die Finanzen leitete. 2010 hatte er jedoch genug von der Parteiberufsarbeit und wechselte zur SBB. Seine politischen Ämter hatte er bereits ein Jahr zuvor an den Nagel gehängt. Zum einen kam damals der erste seiner beiden Söhne zur Welt. Zum anderen waren «Lust und Leidenschaft verloren gegangen». Hirt war der «ständig gleichen lokalpolitischen Themen überdrüssig und dass sich alles so langsam vorwärts bewegt».

Die eigene Agentur

Es folgte die erste eigene Firma Apps with love, die Hirt im Jahr 2010 mit drei Freunden gründete. In einem Sofagespräch kamen sie damals zum Schluss: Unsere Ideen wollen wir in eigenen Tools umsetzen. «Die Mühlen des politischen Systems malen langsam. Ein Startup ist das Gegenteil. Es ist brutal dynamisch. Das gefiel mir.» Apps with love war stark kunst- und kulturgetrieben und ist es bis heute, erzählt Hirt. Die Agentur sei mit der Motivation gegründet worden, eigene App-Ideen zu realisieren. Erst später habe man auch Kundenaufträge angenommen, um diese App- Ideen quer zu finanzieren. Das Entwickeln von eigenen Tools finde er zwar nach wie vor spannend, aber für ihn sei – im Gegensatz zum Rest des Gründerteams – schon zu Beginn «die unternehmerische Entwicklung im Vordergrund gestanden», räumt Hirt rückblickend ein.

Vor einigen Monaten kam es zum Bruch mit Apps with love. Ausschlaggebend waren laut Hirt unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft der Agentur. «Ich wollte stärker wachsen, aus Marktüberlegungen «, erklärt er. «Es wird Konsolidierungen geben. Gleichzeitig werden kleine Startups den Preis drücken. In einer Mittelposition ist es meiner Meinung nach schwierig, sich zu behaupten.» Apps with love ist an sich erfolgreich unterwegs. Die sympathische Berner Agentur zählt über ein Duzend Mitarbeitende und wurde für ihre kreativen Apps mehrfach bei Best of Swiss Apps ausgezeichnet. Aber seine ökonomischen Überlegungen seien im Gründerteam zu wenig getragen worden, findet Hirt. Mit der Zeit mangelte es an gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen. «Ich habe Entscheidungen durchgezogen, die nicht allen in den Kram passten.» Eine nicht abgesprochene Entlassung seitens Hirt war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Reibungsverluste wurden ihm zu gross, er habe sich auf Grund der Konflikte «zu stark nach innen orientieren» müssen. Hirt spricht aufgeräumt über die Ereignisse der letzten Monate. Diese hätten ihn aber schon mitgenommen. Er spricht von einem Trauerprozess mit verschiedenen Phasen. In der Zwischenzeit habe er jedoch auch Zukunftspläne geschmiedet und sich mit vielen Freunden und Bekannten darüber ausgetauscht. Sein Wunschszenario war es, wieder unternehmerisch tätig zu sein. Bezüglich Branche war Hirt offen. «Ich brachte für die jetzige Stelle bei Swiss Digital das Netzwerk und die Erfahrungen mit, die matchten. Aber das könnte man auch an einem anderen Ort einsetzen», meint er. Hirt bezeichnet sich als Generalist. Für mobile Technologien interessiert er sich, « weil es ein Wachstumsmarkt ist, in welchem man selber mitwachsen kann und noch vieles Ungeahnte möglich ist».

Technologie-Know-how durch das Mutterhaus

Swiss Digital gehört zur europaweit verzweigten NTH-Gruppe, die unter anderem 25 Mobile Entwickler und Designer beschäftigt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Mutterhaus kann das erst dreiköpfige Startup umfassende Lösungen im Bereich mobile Technologien anbieten, wie eigens hergestellte Beacons inklusive Software-Modulen. Ein kleines, agiles Beraterteam und im Hintergrund eine grosse Ressourcenbasis mit viel Technologie- Know-how, das ist für Hirt die Stärke von Swiss Digital. Auch viel Administratives wird durch die NTH-Gruppe abgewickelt. Er schätzt diese komfortable Situation. «So können wir uns auf das Kerngeschäft konzentrieren. Natürlich ist das nicht dasselbe, wie wenn man eine Firma von Null aufbaut. Aber wir sind sehr frei mit der Weiterentwicklung des Angebots.» Aus dem Nichts Ideen schöpfen sei ohnehin nicht so sein Ding. Aber wenn er welche bekomme, könne er daraus relativ gut etwas entwickeln. «Eine meiner Stärken ist es, Dinge zu modellieren und mehr daraus zu machen.» Und dabei steht ihm seitens Swiss Digital nichts im Weg.

Simone Isliker
 

David Loosli wird SRF-Radsportexperte

David Loosli, ehemaliger Radprofi, stösst neu zum SRF-Expertenteam. Loosli ergänzt das Team um Barbara Colpi, Claude Jaggi und Sven Montgomery. Sein erster Einsatz erfolgt am Sonntag, 19. April 2015, anlässlich des Gold Race.

Als Radprofi war Loosli vor allem bei italienischen Teams unter Vertrag. Er bestritt vier Mal die Tour de France sowie je zwei Mal den Giro d’Italia und die Vuelta, bevor er Ende 2011 den Rücktritt gab. Heute ist Loosli hauptberuflich als sportlicher Direktor der Tour de Suisse bei Infront Ringier angestellt und in der Vorbereitung, Planung und Umsetzung an vorderster Front im Einsatz.

Loosli ist erstmals beim Gold Race mit Ziel in Maastricht/Holland zu hören. SRF überträgt das Rennen am Sonntag, 19. April 2015. «Ich freue mich sehr auf das Kommentieren und die Kolleginnen und Kollegen bei SRF. Als ehemaliger Radprofi ist es mir eine besondere Freude, dem Publikum das vorhandene Wissen weiterzugeben», so der 34-jährige Berner. Martin Zinser, Redaktionsleiter Sportlive bei SRF, freut sich ebenfalls über die Verstärkung im Team: «Mit David Loosli haben wir neben Sven Montgomery einen ausgewiesenen Fachmann ins Team geholt. Er kennt die Szene aus verschiedenen Perspektiven und kann auf seine langjährige und vielfältige Erfahrung zurückgreifen.»

 

Und immer wieder ein Kupferstich des Rütlischwurs

Bundesrat Alain Berset warnt vor «unnötigen» Spaltungen wegen der heftigen Debatten um die helvetischen Geschichtsbilder. Er liegt falsch: Wo Gräben sind, hilft nur der Streit. Von Hans Stutz

Auch Floskeln sorgen gelegentlich für Erkenntnisgewinn. Zum Beispiel bei Bundesrat Alain Berset. Als Sozialdemokrat Mitglied einer Partei, welche die sozialen Unterschiede in der Schweiz und in der Welt stetig und zu Recht betont und beklagt und zu verringern versucht. Berset meinte vergangene Woche im Nationalrat, die aktuelle und heftige Debatte über die Schweizer Geschichtsbilder spalte das Land «unnötigerweise». Zwischenfrage: Gibt es nötige Spaltungen, die das Land zu ertragen hat? Die markanten Einkommens- und Vermögensdifferenzen zum Beispiel? Fraglos hinzunehmen, da für den Erfolg der Grossbanken und für deren Aktionäre im In- und Ausland wichtig? Und wie ist es mit dem stetig schwerer werdenden Zugang für Ausländer zum Bürgerrecht – und damit zu den politischen Rechten? Eine Frage bleibt: Was sind das für Demokraten, die anderen Einwohnern und Steuerzahlern – teils jahrzehntelang – das politische Mitbestimmen vorenthalten? Ist das eine Gesellschaft mit beschränkter Demokratie, eine GmbD?

Nein, solche Fragen waren nicht Bersets Absicht. Er orientierte sich an der ebenso bürgerlichen wie langweiligen Landestradition, Widersprüche kleinzureden. Wer jenseits dieser ungeschriebenen Übereinkunft Fragen und Forderungen stellt, bleibt Aussenseiter. Geschah den Sozialdemokraten bis sie die Landesverteidigung akzeptierten und nicht mehr vom Klassenkampf redeten, den die Bürgerlichen weiterhin betrieben.

Wo sich Gräben auftun, helfen Harmonisierungsaufrufe nicht mehr. Konkret: In der Schweiz – wie in anderen Ländern Europas – dampft seit Jahren ein Kulturkampf, vorangetrieben von traditionalistischen/ fundamentalistischen Christen, Lebensschützern und nationalistischen Wirtschaftsliberalen. Kampffelder sind Themen wie Familien (ausschliesslich für Heteros?), eingetragene Lebensgemeinschaften, Abtreibung, Drogen und nationale Identität in einem christlich-jüdischen Abendland (mit oder ohne Muslime?). Oder anders ausgedrückt: Viele gesellschaftlichen Liberalisierungen vergangener Jahrzehnte sollen gestoppt oder rückgängig gemacht werden. (Wer einmal nachlesen will, wie intolerant, engstirnig und freudlos die Schweizer Gesellschaft in den 1950er- bis 1970er-Jahren war, lese eine Stunde im Buch des verstorbenen Journalisten Max Schmid. Demokratie von Fall zu Fall. Zürich 1976.)

Diese nationalkonservative Allianz hat einen Startvorteil. Sie bewirtschaftet Geschichtsbilder, die noch bis Mitte der 1980er-Jahre bürgerliche Übereinkunft waren, zusammengefasst in der Formel «Sonderfall Schweiz», mit der sich auch die politische Isolation (keine Mitgliedschaft in internationalen Organisationen wie UNO oder EU) rechtfertigen liess. Der Rest war und ist Folklore: Keine Schlachtfeier ohne Männer in Landsknecht-Uniformen, kein OLMA-Gastkanton ohne Hellebardenträger.

Diese Schweizer Mythen dominieren auch an Orten, wo man es nicht erwartet. Ein erhellendes Beispiel erwähnt der Historiker Thomas Maissen, einst NZZ-Redaktor, dann Geschichtsprofessor in Heidelberg, nun Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris: Fast alle seine Interviews zu den Schweizer Geschichtsbildern seien in den Printmedien von den Redaktionen entweder mit «irgendeinem Kupferstich des Bundesschwurs» oder mit einer Fotografie aus dem Zweiten Weltkrieg illustriert worden. Sie würden damit die schweizerische Geschichte «auf zwei Phasen des heldenhaften Widerstandes gegen ausländische Bösewichte reduzieren», einerseits die habsburgischen Vögte, anderseits die «Nazischergen». Jenes Konstrukt also, welche Blocher & Mörgeli & Köppel in diesen Wochen zu verbreiten versuchen. Auf Kritik antworten sie mit Unterstellungen, wie Christoph Blocher: Maissen mindere die Schweiz herab, weil er sie in die EU führen möchte. Fazit: Streit ist nötig. Auch Medienschaffende, ob in Redaktionen, PR-Büros oder Werbeagenturen, kommen nicht darum herum, sich vermehrt der aufgeklärten und urbanen Schweiz zuzuwenden. Und den freiheitlichen Traditionen, die gegen den Widerstand von Patriziern, Klerus und Bergbauern, sich auch in der Schweiz entwickeln konnten.

Hans Stutz ist Journalist in Luzern. Er ist auch Mitglied des Kantonsrates und der Grünen.
 

Partner & Partner unterwegs mit der ZKB

Partner & Partner hat letzten Herbst den Pitch um die Geschäftsberichterstattung der Zürcher Kantonalbank gewonnen. Seit dieser Woche ist das Produkt öffentlich und liegt in allen Filialen der Zürcher Kantonalbank auf, beziehungsweise ist online.

«Eine Geschäftsberichterstattung muss in erster Linie die zentralen Bestandteile wie Rechenschaftsablegung, Publikationspflicht und den Beschrieb des Geschäftsverlaufes erfüllen. Diese Grundhaltung stand unserer Leitidee Pate. Mit einer Story angereichert, die der Einlösung des Markenversprechens und der Festigung der Markenwerte dient, hat das genau gepasst,» bringt es Denise Nick, Geschäftsführerin von Partner & Partner, auf den Punkt.

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Die Idee ist einfach: Die Zürcher Kantonalbank ist das ganze Jahr im Dienste ihrer Stakeholder unterwegs und ihre Aufgaben sind vielfältig und komplex. Das Konzept der Geschäftsberichterstattung schafft eine narrative Brücke zwischen Tätigkeiten und nackten Zahlen. Die Lesenden werden auf eine Reise durch den Kanton Zürich mitgenommen. Sowohl im Geschäfts- als auch im Nachhaltigkeitsbericht werden Zahlen und Informationen sachlich dargelegt und mit überraschenden kleinen Geschichten zu einzelnen Gemeinden bereichert. Infografiken, Karten und Zahlen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Daten hierzu stammen aus Recherchen der Agentur, in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank und dem Statistischen Amt des Kantons Zürich.

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Der Jahresberichterstattung ist ein Magazin beigelegt, bei dem Partner & Partner ihre Kompetenz im Publishing und Storytelling ausspielen konnte. Im Print- und Online Magazin «Unterwegs» dokumentieren der Fotograf Markus Bühler und der Autor Benno Maggi eine Reise von der kleinsten Gemeinde des Kantons in die grösste. Zu Fuss, per Schiff und mit dem Zug zeigen die beiden Flaneure mit unberührter Natur, bei der man sich am Amazonas glaubt, mit der sich in ständiger Transformation befindenden Agglomeration mit ihren Widersprüchen sowie mit der Kulturvielfalt in der Stadt Zürich Vieles, was diesen Kanton ausmacht. Eine gelungene Mischung aus harten und weichen Fakten, Pflicht und Kür, Witz und Ernsthaftigkeit, Bild- und Text-Informationen.

Zkb.ch/jahresbericht

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Verantwortlich bei der Zürcher Kantonalbank: Roman Oberholzer (Leiter Interne Kommunikation & Publizistik), Luca Aloisi (Projektleiter Interne Kommunikation & Publizistik). Verantwortlich bei Partner & Partner: Denise Nick (Strategie/Konzept), Benno Maggi (Creative Direction/Text), Tiziana Mascolo (Projektleitung/Beratung), Julia Gleichauf (AD/print), Kushtrim Xhaferi (AD/online), Urban Fetz, Bettina Baumann (Balance Sheets/Infografiken), Ueli Steingruber (Fotografie Portraits), Markus Bühler-Rasom (Fotografie Reportage).
 

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