SI verabschiedet sich von «People»

Zeitschriften Die Schweizer Illustrierte (SI) will die Medienpartnerschaft mit der Sendung «People» von Sat. 1 Schweiz beenden.

Zeitschriften Die Schweizer Illustrierte (SI) will die Medienpartnerschaft mit der Sendung «People» von Sat. 1 Schweiz beenden.Die Zusammenarbeit werde noch bis zum Vertragsende im Sommer weitergeführt, sagte Chefredaktor Marc Walder der Werbewoche. Damit wird die Zeitschrift ab März für einige Monate sowohl bei «People» als auch bei der neuen SF-DRS-Sendung «Glanz & Gloria» als Absender auftreten. Nach der Sommerpause muss sich Sat. 1 laut Walder nach einem neuen Partner umsehen. Aus der Sicht von Marc Görtz, Chef von Sat. 1 Schweiz und Produzent Ringier-TV, ist das allerdings noch nicht entschieden. Er kann sich durchaus vorstellen, dass «People» weiterhin mit der SI zusammenarbeitet. Man habe die Frage der Medienpartnerschaft noch gar nicht diskutiert, so Görtz gegenüber der Werbewoche. Er gehe aber in jedem Fall davon aus, dass die Sendung weitergeführt werde.

Das meint der Jury-präsident

WW Der Crossmedia Award ist als Wettbewerb ganz neu. Wie gehen Sie da vor, wenn Sie als Jury erstmalig Bewertungskriterien aufstellen müssen?

WW Der Crossmedia Award ist als Wettbewerb ganz neu. Wie gehen Sie da vor, wenn Sie als Jury erstmalig Bewertungskriterien aufstellen müssen?Dominique von Matt Beim Crossmedia Award zeichnen wir die Kunst der Vernetzung aus. Mit vier Fragen kann das qualifiziert werden: Haben sich die Kommunikationsinstrumente gegenseitig verstärkt oder waren sie nur aufeinander abgestimmt? Hat man neue Wege beschritten? Setzt die kreative Umsetzung neue Standards? Hat man im Markt Erfolg damit?Gibt es Messvorgaben von anderen Wettbewerben, die Sie adaptieren können?Nein, zum Glück nicht. Wir wollen ja auch eine neue Award-Kategorie schaffen und nicht einfach einen weiteren hinzufügen.
Sie haben als Jurypräsident die weiteren Mitglieder mitbestimmen können. Nach welchen Profilen haben Sie diese Leute ausgewählt?
Die Jury wird aus Persönlichkeiten formiert, die alle die Vision
der intelligenten Vernetzung teilen, aber aus ganz unterschiedlichen Bereichen den Zugang dazu haben. Die Tatsache, dass sämtliche angefragten Jurymitglieder spontan zugesagt haben, zeigt die Bedeutung des Themas Crossmedia.
Wie weit ist Crossmedia in Ihrer Beurteilung in der Schweiz bereits entwickelt, auch im Vergleich zum Ausland?Es reicht heute nicht mehr, dass eine Marke in allen Medien konsistent auftritt. Die Medien müssen sich vielmehr gegenseitig verstärken. Im Gegensatz zur integrierten Kommunikation – die in der Schweiz traditionell gelebt wird, aber oft nicht über visuelle Gleichmacherei hinauskommt – geht es bei Crossmedia um gegenseitige Verstärkung von Medien und damit Synergien. In diesem Bereich gibt es noch viel zu tun. Ich denke, dass die USA und Grossbritannien hier klar vor uns liegen.
Wieso engagieren Sie sich für diesen neuen Wettbewerb?Einerseits ist dieser Award wichtig, weil er Ausdruck für die Entwicklung der Kommunikationsbranche ist. Andererseits gibt es viele Awards, die Solisten, das heisst Einzeldisziplinen, auszeichnen. Bei uns kommt das Ensemble zum Zug.
Denken Sie, der ADC wird die Wertung als zusätzliches Kriterium in das Agentur-Ranking der Werbewoche mitnehmen?Ich hoffe es natürlich. Er würde die Awards, die aktuell im Ranking sind, sehr gut ergänzen.

Migros = Coop = Denner = Spar

Studie Zwei Drittel der deutschen Konsumenten nehmen Marken als austauschbar wahr. Das gilt auch für die Schweiz.

Studie Zwei Drittel der deutschen Konsumenten nehmen Marken als austauschbar wahr. Das gilt auch für die Schweiz.
«Erfrischend günstig», «Garantiert günstig», «Supergünstig», «Markenhaft günstig»: Wer die Anzeigen von Schweizer Detailhändlern anschaut, gewinnt eine Erkenntnis bestimmt: Der Preis ist heiss. Was dem geneigten Konsumenten oder der interessierten Konsumentin allerdings kaum in Erinnerung bleiben wird, ist die Marke der einzelnen Anbieter. Wie günstig ist es nun in der Migros? Wodurch unterscheiden sich die Sparstrategien von Coop und Pick Pay? Und was, ausser dem Preis, macht die einzelnen Handelsunternehmen überhaupt noch aus?Die subjektive Wahrnehmung wird nun von einer neuen Studie aus Deutschland bestätigt. Die Hauptaussage der repräsentativen «Brand Parity»-Umfrage von BBDO Consulting: Zwei Drittel aller Deutschen nehmen Marken als völlig austauschbar wahr. Bei den Handelsketten sind es genau 67 Prozent der Konsumenten, die eine völlige Markengleichheit feststellen.
Mehr als eine Million Marken sind mittlerweile in Deutschland eingetragen, etwa 60000 davon werden aktiv beworben. In der Schweiz sind allein rund 200000 nationale Brands im Register. Hier wie dort kommen die Konsumenten täglich mit mehreren hundert Marken in Kontakt – da kann einem schon mal der Überblick abhanden kommen.
Dies belegen weitere Ergebnisse der Studie ganz klar: Während der Handel noch im Mittelfeld liegt, beträgt etwa die wahrgenommene Markengleichheit bei Verbrauchsgütern wie Benzin oder Papiertüchern nicht weniger als 80 Prozent. Und selbst bei Produktgruppen mit vermeintlich starken Marken wie Cola-Getränken wird immer noch eine Austauschbarkeit von 76 Prozent ausgewiesen.
Keine Rolle bei der eindeutigen Positionierung einer Marke spielt die reine Quantität der Werbe-Spendings: So können etwa auch die stark beworbenen Waschmittelmarken kaum voneinander unterschieden werden. Den grössten Lichtblick verbuchen die Automobilhersteller: Von den befragten Verbrauchern stellen hier «nur» 29 Prozent eine Brand Parity fest.
Schweiz funktioniert gleichDie Ergebnisse der Studie aus Deutschland seien durchaus auf den Schweizer Markt übertragbar, meint Sandro C. Principe, Managing Partner bei BBDO Consulting Zürich. Viele Branchen wie Banken oder Versicherungen seien heute global tätig. Dementsprechend seien auch die Markenauftritte und deren Wahrnehmung in verschiedenen Ländern ähnlich. Nach Ansicht des BBDO-Mannes schaffen es viele Unternehmen nicht, ihre Marke nachhaltig und differenziert zu positionieren (siehe auch Interview unten). Folglich liege hier noch viel Wertschöpfungspotenzial brach. Nach Ansicht der Consulting-Firma müssen sich vor allem zwei Branchen Gedanken machen, wie sie ihr Markenprofil in Zukunft deutlich profilieren können: die Banken – deren Dienstleistungen sich kaum von denjenigen ihrer Konkurrenten unterscheiden – und die Energieanbieter – im Hinblick auf den Liberalisierungsprozess im Schweizer Markt.
Trotz der eher ernüchternden Ergebnisse der Studie stellt Sandro Principe fest, dass der Brand an Bedeutung gewinnt – zumindest auf Unternehmerseite: «Immer mehr Firmen wollen Bescheid wissen über ihren Markenwert.» Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Brand Value nach einer Übernahme oder Fusion künftig in der Bilanz ausgewiesen werden muss. Dass es dabei nicht um kleine Beträge geht, zeigte kürzlich ein Ranking der wertvollsten Schweizer Marken von Interbrand Zintzmeyer & Lux im Auftrag der Bilanz: Auf Platz 1 landete dabei Nescafé von Nestlé. Der Markenwert: 14,8 Milliarden Franken.
RepräsentativIm Auftrag von BBDO Consulting befragte die Gesellschaft für Konsumforschung GfK zwischen dem 1. und 15. Oktober 2004 rund 2000 Personen in Deutschland. Die befragten Frauen und Männer sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren.
BBDO Consulting ist die internationale Top-Management-Beratung für marktorientierte Unternehmensführung der BBDO-Gruppe. Das Zürcher Büro von BBDO Consulting wurde im Mai 2003 gegründet. Kunden der Schweizer Dependence sind unter anderem Credit Suisse, Swisscom, Bluewin, Bank Leu, Roche und Voice Publishing. (ps)
Hase oder Ente? Auch bei Marken ist Hans was Heiri.
Patrick Steinemann

Ringier stellt FotoBlick wieder ein

Tagespresse Aus für den FotoBlick: Die unregelmässig erscheinende Bild-Beilage zur Boulevardzeitung Blick wird eingestellt.

Tagespresse Aus für den FotoBlick: Die unregelmässig erscheinende Bild-Beilage zur Boulevardzeitung Blick wird eingestellt.Ringier-Sprecherin Myrta Bugini begründete den Schritt gegenüber Radio Zürisee mit technischen Überlegungen im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des separaten Sportbundes Ende Jahr. Der 16 Seiten umfassende FotoBlick war im vergangenen Juni lanciert worden.

Apple-Baum wächst und gedeiht

Hardware Apple baut Produktportfolio weiter aus und senkt Preise.

Hardware Apple baut Produktportfolio weiter aus und senkt Preise.Gespannt warteten am 11. Januar die Publishing-/Kreativ- und die seit iPod & Co. gewachsene Fan-gemeinde auf die Keynote von Apple-CEO Steve Jobs an der Macworld San Francisco (MWSF). Klagen seitens Apple gegen die Verbreiter von – wie sich im Nachhinein herausstellte – «wahren Gerüchten» sorgten im Vorfeld für mediales Aufsehen. Das nervöse Agieren hatte seinen Grund: Gleich ein ganzer Strauss neue Hardware- und Softwareprodukte wurde an der MWSF vorgestellt. Hardware wird zum LifestyleMit dem neuen Mac mini hat Apple einen kostengünstigen Rechner angekündigt, der seit Ende Januar bestellt werden kann. Der quadratische Winzling mit 16,5 cm Seitenlänge und einer Höhe von nur 5 cm ist der erste ohne Monitor lieferbare Mac für den Consumermarkt – und er ist zudem der kompakteste und billigste Rechner, den Apple je angeboten hat. Der Mac mini im schicken Alugehäuse soll nun diesen Markt stärker erobern, zielt aber auch auf die Windows-Anwender, die erstmals für wenig Geld und mit ihrer bestehenden Peripherie (Monitor, Keyboard etc.) in den Genuss von Apples Betriebssystem Mac OS X kommen können. Unterstrichen wird diese Stossrichtung mit der mitgelieferten Software-Suite iLife ’05 zur Erstellung und Verwaltung von digitalen Inhalten (Fotos, Filme, DVDs und Musik).
Doch während Preis und Leistungsdaten auf den ersten Blick stimmen, tut sich bei der Ausstattung ein kleiner Graben auf. So sind die Minis etwas schwachbrüstig ausgerüstet. Nur 256 MB RAM bei beiden und eine 40 GB bzw. 80 GB fassende Festplatte beim grösseren Modell sind recht dürftig und trüben den ersten Gesamteindruck. Ordentlich ausgestattet (1 GB RAM, 80 GB Harddisk, Bluetooth und Wire-less-Karte), kostet das kleinste Modell schnell über 1300 Franken – ohne Monitor, Tastatur und Maus wohlverstanden. Auch die kleine Grösse relativiert sich, weil das Netzteil ausgelagert wurde und unter dem Tisch verschwinden muss.
Für die grafische und Werbebranche also ungeeignet? Nicht unbedingt. Schliesslich ist ein 1,25 bzw. 1,42 GHz schneller G4-Rechner für 699 bzw. 829 Franken samt iLife doch ein echtes Schnäppchen und könnte sich für manchen Klein(st)betrieb als ideale Einstiegsmaschine entpuppen. Aufrüsten und erweitern kann man den Mini ja später noch. Auch für Redaktions-, Texterfassungs- und Arbeitsplätze mit ähnlichen Anforderungen reicht der Mac mini allemal. Profis bzw. Power-User hingegen werden sich nach wie vor den PowerMacs zuwenden. Diese Rechner wurden, wie viele andere Apple-Produkte auch, kurz vor der MWSF deutlich im Preis reduziert.
Mit dem neuen, auf einem Flash-Speicher basierenden und damit ohne Harddisk auskommenden Musikplayer iPod shuffle hat Apple auch die Wünsche von Fans der modischen iPod-Musikplayer gestillt. Verglichen mit den Modellen für 139 (512 MB) oder 199 Franken (1 GB), ist der iPod shuffle deutlich günstiger und spielt via Software iTunes übertragene Musikstücke in linearer oder in zufälliger Reihenfolge ab – und verzichtet dadurch auf ein Display. Der iPod shuffle kann ebenso wie seine grossen Brüder als Datenträger fungieren. Dazu lassen sich zwei in der Grösse wählbare Bereiche für Musik und Daten definieren.
Neue, überarbeitete SoftwareMit iWork ’05 stellte Apple zudem ein neues Software-Bundle vor, das die rundum erneuerte Präsentationssoftware Keynote sowie das neue Textverarbeitungsprogramm Pages umfasst. Die Software-Suite iLife – ebenfalls mit Zusatz «’05» – wurde im grossen Rahmen überarbeitet. Die Änderungen reichen hier von der nun möglichen Übernahme unkomprimierter RAW-Bilddaten in iPhoto über weit reichende Verbesserungen bei der Musikaufnahme- und -bearbeitungssoftware GargageBand bis zur bedienergeführten Erstellung von Filmen innerhalb iMovie.
Mit der Unterstützung des High-Definition-Formats (HD) in iMovie und im ebenfalls erneuerten, semiprofessionellen Videoschnittpaket Final Cut Express stellt Apple eine bedeutende und richtungsweisende Neuerung vor. Damit halte, so Steve Jobs in seiner Keynote, das professionelle Videoformat HD Einzug am heimischen Mac. Ob das Jahr 2005 deswegen gleich zum «Jahr des HD-Videos» werden wird, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Neue PowerBooksApple hat Anfang Februar auch schnellere und preisgünstigere G4-PowerBooks vorgestellt. Die neuen Rechner sind serien-
mässig mit 512 MB Arbeitsspeicher, schnellerer Grafikkarte, WLAN sowie Bluetooth 2.0 ausgestattet und verfügen über zwei neue, zum Patent angemeldete Technologien: Mit dem «Scrolling TrackPad» soll das Scrollen einfacher werden, während der «Sudden Motion Sensor» verhindern soll, dass eine laufende Festplatte bei einem Sturz Schaden nimmt. (jf)
Mit dem neuen Mac mini zielt Apple auf den Consumermarkt.
Apple als Synonym für Lifestyle.
Jürgen Franck

Zahl der Woche

6,7 MilliardenFernsehwerbung Seit 40 Jahren ist in der Schweiz Fernsehwerbung erlaubt. In dieser Zeit hat die SRG-eigene Vermarkterin Publisuisse 6,7 Mrd. Franken an Werbegeldern eingenommen. «Was am 1. Februar 1965 mit einem Werbeblock von Spots

6,7 MilliardenFernsehwerbung Seit 40 Jahren ist in der Schweiz Fernsehwerbung erlaubt. In dieser Zeit hat die SRG-eigene Vermarkterin Publisuisse 6,7 Mrd. Franken an Werbegeldern eingenommen. «Was am 1. Februar 1965 mit einem Werbeblock von Spots in Schwarz-Weiss begann, ist heute ein breites Angebot an crossmedialen Werbe- und Sponsoringmöglichkeiten», meint Publisuisse dazu. Von 1993 bis 2003 haben sich sowohl das Volumen als auch der Marktanteil der Fernsehwerbung in der Schweiz verdoppelt. Experten gehen davon aus, dass die Erfolgsgeschichte der Fernsehwerbung in der Schweiz auch in Zukunft weitergeht und bereits 2006 die Grenze von 600 Millionen Franken Jahresumsatz überschritten wird.

Der Markt verlangt mehr Grösse

Lokal-TV Das RTVG und der Deutschschweizer Vermarkter Radiotele wirbeln in der Westschweiz die Privat-TV-Szene auf.

Lokal-TV Das RTVG und der Deutschschweizer Vermarkter Radiotele wirbeln in der Westschweiz die Privat-TV-Szene auf.In der Westschweiz präsentiert sich die Privat-TV-Szene noch individueller als in der Deutschschweiz. Das hat historische Wurzeln. «In der Romandie sind die Sender nicht verlagsabhängig, sondern haben meist breit abgestützte Trägerschaften mit mehreren 100 Einzelaktionären», erklärt Pierre André Léchot, Direktor bei Canal Alpha. Diese Verankerung in der Bevölkerung habe aber auch dazu geführt, dass die Stationen primär ihr eigenes Gärtchen pflegen und noch wenig zusammenarbeiten. Zwar existieren diverse TV-Pools, eine Kooperation wie das Tele-NewsCombi (TNC) kam bisher aber nicht zu Stande. Zu unterschiedlich sind die Programmraster, zu kleinräumig viele Sendegebiete und zu tief die meisten Fallzahlen von Telecontrol.
Doch nach Jahren der Starre kommt nun doch Bewegung in die Szene – auf mehreren Ebenen. Die Gründe sind politischer und wirtschaftlicher Natur. Da ist zunächst das RTVG, das gemäss derzeitigem Beratungsstand künftig nur rund ein Dutzend gebührenberechtigter Lokalstationen in der ganzen Schweiz vorsieht. Schon jetzt steht fest, dass beispielsweise im Kanton Waadt, wo heute insgesamt fünf Sender und Senderchen existieren, nur eine Station am Gebührensplitting teilhaben wird. Seit einiger Zeit laufen deshalb Kooperationsgespräche zwischen dem Lausanner TVRL, Ici TV (Vevey) und Canal Nord Vaudois (Yverdon), die gemäss TVRL-Direktor Jean-Pierre Pastori durchaus auf eine Fusion hinauslaufen könnten.
Noch ist aber kein Konzessionsgesuch für das Projekt gestellt. «Wir warten damit, bis das RTVG vom Parlament definitiv verabschiedet ist. Denn wir möchten das Projekt möglichst optimal nach dem neuen Gesetz ausrichten.»
Enttäuscht von Force PromotionNoch etwas hat Bewegung in die Szene gebracht: Dem Vernehmen nach sind mehrere Sender unzufrieden mit den Leistungen des TV-Vermarkters Force Promotion in Lausanne, der für diverse Sender und Kombis arbeitet und mit Léman Bleu und TVRL Exklusivverträge hat. «Wir sind vom
Umsatz, den uns FP letztes Jahr gebracht hat, sehr enttäuscht», sagt TVRL-Chef Pastori, dessen Exklusivvertrag mit FP noch drei Jahre läuft.
Bei Léman Bleu läuft der Vertrag schon Ende Jahr aus. Ob es zu einer Vertragserneuerung kommt, ist fraglich. Dem Vernehmen nach soll Léman Bleu sogar schon einen Agenturwechsel beschlossen haben. Ob dem so ist, bleibt offen, Direktor Antoni Mayer war nicht erreichbar, und Daniel Berset, der einzige FP-Verwaltungsrat, bestätigt bloss, dass die Vertragsverhandlungen noch nicht abgeschlossen seien.
Stellt sich die Frage, zu welcher Agentur Léman Bleu wechseln könnte. Etwa zu Radiotele? Geschäftsführer Bruno Oetterli fackelt nicht lange: «Selbstverständlich haben wir uns beworben. Wir wissen, dass Léman Bleu nicht ganz zufrieden ist. Und weil sie wissen, dass ihr Hauptumsatz von uns kommt, überlegen sie sich natürlich, ob sie dies nicht direkter haben könnten.»
Auch in anderer Hinsicht rüttelt Radiotele den Westschweizer Markt auf: Nach mehreren versandeten Vorstössen hat der Vermarkter letztes Jahr den versammelten Privat-TVs das Konzept für ein Romandie News Combi (RNC) vorgestellt. Diesmal kam aber eine breitere Diskussion in Gang, wie mehrere TV-Vertreter bestätigen. «Sie haben auch gesehen, dass es in der Deutschschweiz tatsächlich funktioniert», sagt Oetterli.
Dennoch wird das Etablieren eines RNC nicht einfach werden, denn dafür braucht es Sendegebiete, die genügend hohe Fallzahlen für Telecontrol hergeben. Und einheitliche Programmraster.
Von beidem ist man aber weit entfernt. Einige Sender haben einstündige Programmschlaufen, bei andern dauern sie zwei Stunden. Oetterli macht sich denn auch keine Illusionen. «Die Sender sind gefordert. Einiges ist in Bewegung. Und wir warten jetzt einfach einmal zu.» Immerhin: Ein fusioniertes Waadtländer TV brächte die Sache dem Ziel einen grossen Schritt näher.
Der Heimatschutz wackeltLast but not least bleibt noch der Einfluss der ausländischen Sender. Dieser wird zwar künstlich tief gehalten, indem sich die Kabelnetze von Genf und Lausanne seit Jahren weigern, das Werbefenster von M6 aufzuschalten. Doch dieser Widerstand scheint nun doch peu à peu zu bröckeln.
Genaueres ist zwar nicht in Erfahrung zu bringen, bloss Andeutungen. Etwa jene von Raoul Gerber, der für die IP Multimedia unter anderem M6 vermarktet. «Bei den Kabelnetzen ist alles beim Alten. Aber wir arbeiten weiter. Und wir sind zuversichtlich, für M6 einen Weg zu finden», sagt Gerber. Dann lacht er und fügt hinzu: «Die Westschweiz ist in Bewegung. In den nächsten sechs Monaten wird sich viel ändern.» Mit M6 sei er zudem sehr zufrieden, letztes Jahr habe der Umsatz um 28 Prozent gesteigert werden können.
40 Prozent Umsatz dank Léman BleuForce Promotion (FP), das in Genf und Lausanne je eine Verkaufsstelle unterhält, generiert gemäss Daniel Berset 40 Prozent seines Umsatzes über den Vermarktungsvertrag mit Léman Bleu, 30 Prozent kommen aus der Bindung mit TVRL. Weil es sich um Exklusivverträge handelt, verdient FP auch bei jenen Aufträgen mit, die beispielsweise über Radiotele kommen. Entsprechend weniger schaut für die Sender selber heraus. Die restlichen 30 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet FP übrigens durch die nicht exklusive Vermarktung weiterer Sender und Kombis und durch Aussenwerbung. In Genf verfügt FP über ein Plakatstellennetz in Parkhäusern.
Was würde mit FP geschehen, wenn es den Vertrag mit Léman Bleu verlieren würde? Berset hat eine einfache Antwort: «Dann müssten wir eben ohne Léman Bleu auskommen und uns auf TVRL konzentrieren.» (mk)
Kleinräumige Verhältnisse: Im Dreieck zwischen Genf, La Chaux-de-Fonds und Sierre sind 13 Privat-TV-Sender aktiv.
Markus Knöpfli

Bossard berichtet für Calida Bodywear

Wäsche Calida Bodywear hat die Luzerner Agentur Bossard Kommunikation mit der Kreation und Realisation des Geschäftsberichts 2004 betraut.

Wäsche Calida Bodywear hat die Luzerner Agentur Bossard Kommunikation mit der Kreation und Realisation des Geschäftsberichts 2004 betraut.«Die professionelle Präsentation unserer Zahlen und Fakten ist für die Investor Relation wichtig», ist Daniela Ciotto, Senior Projektmanager Marketing Services von Calida, überzeugt.

Autos wollen Avia

Tankstellen JvM/Limmat will mit einem Remake der Action-Serie «Knight Rider» Image und Bekanntheit der Avia-Vereinigung verbessern.

Tankstellen JvM/Limmat will mit einem Remake der Action-Serie «Knight Rider» Image und Bekanntheit der Avia-Vereinigung verbessern.Aufatmen! Nach Jahren bangen Wartens ist er wieder auf Verbrecherjagd: «Knight Rider» ist im Schweizer Fernsehen, zwar «nur» als Coverversion und «nur» in den Werbeblöcken. Auch steht die neue Ausgabe des gesprächigen, kultig-kuriosen K.I.T.T.-Sportcabrios mit Turbo Boost nicht mehr im Dienste des schwer kranken Multimillionärs Wilton Knight, sondern der kerngesunden Avia, der Vereinigung unabhängiger Schweizer Importeure von Erdölprodukten.Dichtes Tankstellennetz
Entgegen dem landesweit rückläufigen Trend konnten die Avia-Mitgliederfirmen ihr Standortnetz auf gut 700 ausbauen. Damit unterhalten sie, laut Erdöl-Vereinigung, das mit Abstand dichteste Tankstellennetz in der Schweiz und das zweitgrösste in Frankreich. Ausserdem expandiert Avia auch in anderen europäischen Ländern. Diese positive Entwicklung verdankt die 1927 gegründete, typisch schweizerische Einrichtung dem Hauptmerkmal der Organisation: der Unabhängigkeit der Mitglieder, die innerhalb festgelegter Qualitätsnormen und dem einheitlichen Erscheinungsbild selbst über ihre Aktivitäten entscheiden. Laut eigenen Angaben zählt sie im leicht wachsenden Markt mit einem Absatzvolumen von rund zwei Mrd. Liter Treibstoff in der Schweiz zu den wichtigsten Landesversorgern.
Umso mehr erstaunt die geringe Bekanntheit. Avia sei nicht Top of Mind, sondern «rangiert nur im letzten Drittel», sagt Gisela Brunner, Leiterin Geschäftsstelle und Marketing. Die mittlerweile ausgepowerte Kampagne auf dem Plakatnetz mit den rot getupften Tieren konnte der internationalen Konkurrenz in Werbeblöcken – vor allem Spill-in – nur wenig anhaben. Im Gegenteil: Der Plakatauftritt am Strassenrand erreichte bestenfalls die bestehende Kundschaft, konnte aber keine neue hinzugewinnen.
In einer Avia-eigenen Studie stellten sich Standort – möglichst auf dem Arbeitsweg –, Aussehen, Zu- und Abfahrtsweg als Hauptkriterien für die Tankstellenwahl heraus. Noch vor dem Standardpreis. Um diese qualitätsrelevanten Aspekte zu kommunizieren, brauchte Avia eine neue Markenkommunikation, die Bekanntheit sowie Image aufbauen und Kompetenz ohne Pathos vermitteln sollte.
Für das eigenständige TV-Spot-Konzept setzt Pitch-Gewinnerin Jung von Matt/Limmat einen ungewöhnlichen Markensprecher ein, der sich vom klassischen Testimonial abhebt: ein Rinspeed Intelligent Concept Car (alias R.I.C.C.). Rinspeed aus Zumikon hat zu diesem Zweck den Rinspeed R One zur Verfügung gestellt.
«Knight Rider» lässt grüssen«Als Partner und Gegenpol haben wir den Schauspieler Krishan Krone – alias Nigel – gewählt, der den Spots einen eigenwilligen Touch verleiht», sagt CD Alexander Jaggy. Die drei Folgen wurden in der Umgebung von Lissabon auf echten Avia-Locations gedreht und lehnen sich in Setting, Dialog und Schnitt bewusst an die 80er-Jahre-Serie «Knight Rider». Regie führte Nachwuchstalent Frieder Wittich, der mit seinen Arbeiten für McDonald’s bei den Young Director’s Awards in Cannes die Silbermedaille gewann. POS-Plakate an den Tankstellen begleiten die TV-Abenteuer im Kampf für eine Welt mit vollem Tank.
Das lange Warten ist vorbei: «Knight Rider» ist zurück – diesmal im Dienste von Avia.
Ein Wiedersehen mit den Helden der Action-Serie aus den Achtzigern: «Knight Rider» unterwegs für die Avia-Vereinigung. >> Seite 7
Luca Aloisi

Theater Spektakel wechselt zu TBS

Kultur TBS Identity ist für die Konzeption der Werbekampagne für das 26. Zürcher Theater Spektakel verantwortlich.

Kultur TBS Identity ist für die Konzeption der Werbekampagne für das 26. Zürcher Theater Spektakel verantwortlich.Die Leitung des Spektakels habe den Auftrag nach diversen Gesprächen mit möglichen Kandidaten an TBS vergeben. Vorgesehen sei eine mehrjährige Zusammenarbeit. Bisher wurde das Kulturfestival auf der Zürcher Landiwiese – seit zehn Jahren – von Matter & Partner betreut. Das Theater Spektakel findet vom 18. August bis 4. September 2005 statt. Die Kampagne startet im Juli.

Jean Frey mischt im Internet-TV mit

Neue Medien Das Zürcher Verlagshaus Jean Frey hat eine Tochterfirma für Internetfernsehen gegründet.

Neue Medien Das Zürcher Verlagshaus Jean Frey hat eine Tochterfirma für Internetfernsehen gegründet.Die Jean Frey IPTV AG werde in den kommenden Monaten erste Angebote aufbauen, heisst es in einer Mitteilung. Dabei handle es sich um «Angebote kommerzieller Ausrichtung für Endverbraucher und im B-to-B-Bereich sowie um Marketing- und Werbekonzepte». Projektleiter ist Peter Weigelt, FDP-Nationalrat und VR-Präsident der Kommunikationsgruppe Mediapolis.

Deutsche TV-Aufsicht gewährt Bakom Gehör

Medienpolitik

MedienpolitikBei einem Treffen mit Vertretern der deutschen Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Frage der Schweizer Fenster von deutschen TV-Sendern aufs Tapet gebracht. Die Chefs der Anstalten sagten zu, das Bakom künftig schon im Vorfeld der Zulassung von Fenstern zu informieren. Sie versicherten, Verstösse gegen Schweizer Werberegelungen würden geahndet, und luden das Bakom ein, auch Programmbeschwerden der Schweizer Zuschauer weiterzuleiten.
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