Gutes Bild dank HD-Format
Video HDTV ist auf dem Vormarsch – ein neuer Standard, der die Fantasie von Filmern und Heimkino-Fans beflügeln wird.
Video HDTV ist auf dem Vormarsch – ein neuer Standard, der die Fantasie von Filmern und Heimkino-Fans beflügeln wird.Man muss kein Visionär sein, um sich ausmalen zu können, dass Home Networks bald Standard in unseren Wohnungen und Häusern sein werden. Drahtlos werden Bild und Ton damit von einem zentralen Server auf das entsprechende Ausgabegerät übertragen. Auch die Bildqualität auf den Fernsehgeräten wird sich in Zukunft entscheidend verbessern – HDTV, hochaufgelöstes Fernsehen, ist das neue Mass aller Dinge. Die deutlich bessere Bildqualität wird durch das mit einer höheren Auflösung ausgestattete Format HD (High Definition) möglich – so denn das Fernsehgerät in der Lage ist, die hohe Auflösung auch darzustellen. Fünfmal mehr Bildpunkte stellt HDTV auf entsprechenden Fernsehgeräten dar, ausgestrahlt wird im bereits mit dem Aufkommen der DVD weit verbreiteten 16:9-Breite:Höhe-Seitenverhältnis. Wer in den Genuss der höheren Auflösungen kommen will, muss auf der Empfängerseite in neue Fernsehgeräte oder Beamer investieren. Gemäss Sony Schweiz ist HDTV nun auf dem Vormarsch: «Mehr als 100 Fernsehanstalten in den USA senden regelmässig im HD-Format», weiss Marco Di Piazza, Marketing Director bei Sony Schweiz. Die deutschen Sender Pro 7, Premiere, RTL, Sat 1 produzieren bereits für die hochauflösenden Fernsehgeräte oder sind in den Startlöchern. «Die Bedeutung von HDTV wird mit der Einführung des Farbfernsehens verglichen», erklärt Di Piazza, begeistert von der besseren Bildqualität.
Doch nicht nur am heimischen Fernsehgerät wird die neue Bildqualität einziehen. Eine knappe Woche vor Erscheinen dieser Ausgabe stellte die Dr. W. A. Günther Media Rent AG am Klotener Schluefweg – dort, wo normalerweise die Kloten Flyers um Eishockey-Punkte kämpfen – ein Novum vor. Erstmals in der Schweiz wurde eine Aktionärsversammlung (der Credit Suisse) mit Bildmaterial im HD-Format durchgeführt bzw. mit HD-Kameras aufgezeichnet.
Aber auch in anderen Bereichen wird HDTV schon verwendet: So setzt etwa der Mystery Park in Interlaken das hochaufgelöste Format bereits seit längerem für seine Projektionen ein.
HDTV – und die Erfordernisse
Damit hochaufgelöste Programme ausgestrahlt werden können, wird für die Aufnahme, die Verarbeitung und bei der Distribution spezielles Equipment benötigt. Bei der Aufnahmetechnik müssen Videoproduzenten ihr Geld in neue, HD-taugliche Kameras bzw. Camcorder investieren. Die bisher nur von Sony, JVC und Panasonic erhältlichen Camcorder zeichnen im Format HDV (High Definition Video) auf. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: Zum einen kann in HDTV-Qualität (sprich im HD-Format) und zum anderen Datenkompressionsformat MPEG-2 (HDV) aufgenommen werden.
Die Frage, mit welcher Videoschnitt-Software die Aufnahmen nun bearbeitet werden können, hängt genau von diesem bei der Aufnahme gewählten Schritt ab: Wurde im echten HD-Format aufgezeichnet, dann kann zum Beispiel die erst kürzlich erschienene Software Final Cut Pro 5 von Apple verwendet werden. Wird hingegen die MPEG-Kompression gewählt, dann wird die Auswahl an Software deutlich grösser: Mit iMovie HD und Final Cut Express HD bietet Apple auch für dieses Segment zwei Lösungen zum Schneiden von Filmmaterial im HDV-Format an. Wer Adobe Premiere Pro 1.5 mit dem HDV-Plug-in versieht, kann ebenfalls Videoinhalte importieren und bearbeiten, die mit entsprechenden HDV-Digitalkameras und im MPEG-2-Format aufgenommen wurden.
Der Erfolg und die Anstrengungen von Apple im Videobereich sind offenbar nicht unbeachtet geblieben. Seit dem 17. April ist bekannt, dass die Firmen Adobe, HP, Intel, Microsoft und Dell einen neuen, OpenHD genannten Standard etablieren wollen. Adobe und Dell wollen zum Beispiel einen für die Videoproduktion optimierten PC auf den Markt bringen, der ohne spezielle Steckkarten auskommen soll.
Unter Distribution von Videocontent versteht man das Ausgeben auf entsprechende Datenträger. Wie schon beim VHS- und Video-2000-Format zu Zeiten des guten alten Videorecorders buhlen zwei Interessengruppen um den «Standard» bei der Aufzeichnung. Die Kontrahenten heissen im HDTV-Umfeld Blu-Ray und HD-DVD (siehe Kasten). Für beide Systeme stehen von mehreren Anbietern Recorder, Player und die entsprechenden Medien vor der Marktreife. Die Datenträger werden bei beiden Systemen mit blauen Lasern abgetastet bzw. beschrieben, unterscheiden sich aber in ihrem Aufbau. Während die HD-DVD bis 30 GB Daten aufzuzeichnen vermag, schafft es die Blu-Ray-Disc (BRD) auf bis 50 GB. Sony arbeitet bereits an 200 GB grossen BRDs, bei welchen die Daten dann in mehreren Ebenen aufgezeichnet werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich das von Sony geleitete Blu-Ray- und das von Toshiba und NEC angeführte HD-DVD-Konsortium vor der Markteinführung doch noch auf einen gemeinsamen Standard einigen.
HD: Von 33 auf 100 in 2 JahrenDie Diskussion um die Distribution wird HDTV als Ganzes wohl nicht aufhalten. Im Gegenteil zeigt sich die wachsende Bedeutung des HD-Formats auf europäischer Ebene an den vergangenen und bevorstehenden internationalen Sportanlässen: Bei den Olympischen Spielen in Athen wurde ein Drittel der Übertragungen im HD-Format produziert. Die kommende Winter-Olympiade in Turin wird vom Schweizer Fernsehen SF DRS durch das tpc-Produktionszentrum vollumfänglich im HD-Format aufgenommen – ab wann HDTV gesendet wird, ist bei SF DRS noch offen. Die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland wird in HD aufgezeichnet – und teilweise auch ausgestrahlt – werden, und bei den Olympischen Spielen 2008 in Bejing wird HDTV sogar der offizielle Produktionsstandard sein.
Die Film- und Videobranche hat damit einen neuen Standard. Im Gegensatz zu den beiden Fronten bei der Distribution (Blu-Ray kontra HD-DVD) stellt sich schon nicht mehr die Frage, ob sich der neue Standard HDTV durchsetzen wird – sondern wann bzw. wie schnell.
Der Haken an der neuen Qualität sind die von Videoproduzenten vorzunehmenden Investitionen. Neben HD-tauglichen Schnittplätzen und Kameras müssen auch bei den Konsumenten die Ausgabelösungen (Player/Recorder und -Medien), die Fernsehgeräte sowie die Beamer aktualisiert werden, wenn sie von der neuen Bildqualität profitieren wollen. Bei den Fernsehgeräten sind bereits «HD-ready»-fähige Geräte auf dem Markt.
Video-distributionBlu-Ray: Bis zu 25 GB Daten fassen einschichtige Blu-Ray-Discs –zweischichtige Discs bieten Platz für bis zu 50 GB. Auf die auch BD-ROM oder BRD genannten Silberlinge lassen sich damit bis vier Stunden hochaufgelöstes Video speichern. Im Gegensatz zu den in DVD, DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eingesetzten roten Lasern verwenden Blu-Ray-Recorder blau-violette Laser (405 nm) – daraus lässt sich der Name Blu-Ray ableiten. Die neuen Medien sind wie die bekannten CDs und DVDs 12 cm (Durchmesser) gross. Das Disc-Format Blu-Ray favorisieren derzeit führende Anbieter aus der Computer- und Home-Electronics-Branche. Zu den in einer Blu-Ray Disc Association zusammengeschlossenen Gruppe gehören u. a. die Firmen Apple, Dell, Hitachi, HP, JVC, LG, Mitsubishi, Panasonic, Pioneer, Philips, Samsung, Sharp, Sony, TDK und Thomson.
HD-DVD: Auch die HD-DVD setzt auf blaue Laser und ist im Durchmesser 12 cm gross. Technisch betrachtet ist sie eine Weiterentwicklung der erfolgreichen DVD und lässt sich auch fast genau gleich wie diese herstellen. Wichtigste Entwickler von HD-DVD sind Toshiba und NEC. Von den HD-DVDs gibt es eine 15 GB fassende Read-only-Variante sowie eine wieder beschreibbare Version, die bis 20 GB Daten fasst – zweischichtige Datenträger fassen 30 (Read only) bzw. 32 GB (Re-Writable) an Daten oder Filmcontent. (jf)
Im Vorfeld der ersten Aktionärsversammlung der Schweiz im HD-Format stellten Mitarbeitende der Dr. W. A. Günther Media Rent AG die Qualität der hohen Auflösung vor.
Sony HDR-FX1: Die erste HDV-Kamera für ambitionierte Filmer.
HDTV ermöglicht eine deutlich bessere Bildqualität.
Jürgen Franck
Doch nicht nur am heimischen Fernsehgerät wird die neue Bildqualität einziehen. Eine knappe Woche vor Erscheinen dieser Ausgabe stellte die Dr. W. A. Günther Media Rent AG am Klotener Schluefweg – dort, wo normalerweise die Kloten Flyers um Eishockey-Punkte kämpfen – ein Novum vor. Erstmals in der Schweiz wurde eine Aktionärsversammlung (der Credit Suisse) mit Bildmaterial im HD-Format durchgeführt bzw. mit HD-Kameras aufgezeichnet.
Aber auch in anderen Bereichen wird HDTV schon verwendet: So setzt etwa der Mystery Park in Interlaken das hochaufgelöste Format bereits seit längerem für seine Projektionen ein.
HDTV – und die Erfordernisse
Damit hochaufgelöste Programme ausgestrahlt werden können, wird für die Aufnahme, die Verarbeitung und bei der Distribution spezielles Equipment benötigt. Bei der Aufnahmetechnik müssen Videoproduzenten ihr Geld in neue, HD-taugliche Kameras bzw. Camcorder investieren. Die bisher nur von Sony, JVC und Panasonic erhältlichen Camcorder zeichnen im Format HDV (High Definition Video) auf. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: Zum einen kann in HDTV-Qualität (sprich im HD-Format) und zum anderen Datenkompressionsformat MPEG-2 (HDV) aufgenommen werden.
Die Frage, mit welcher Videoschnitt-Software die Aufnahmen nun bearbeitet werden können, hängt genau von diesem bei der Aufnahme gewählten Schritt ab: Wurde im echten HD-Format aufgezeichnet, dann kann zum Beispiel die erst kürzlich erschienene Software Final Cut Pro 5 von Apple verwendet werden. Wird hingegen die MPEG-Kompression gewählt, dann wird die Auswahl an Software deutlich grösser: Mit iMovie HD und Final Cut Express HD bietet Apple auch für dieses Segment zwei Lösungen zum Schneiden von Filmmaterial im HDV-Format an. Wer Adobe Premiere Pro 1.5 mit dem HDV-Plug-in versieht, kann ebenfalls Videoinhalte importieren und bearbeiten, die mit entsprechenden HDV-Digitalkameras und im MPEG-2-Format aufgenommen wurden.
Der Erfolg und die Anstrengungen von Apple im Videobereich sind offenbar nicht unbeachtet geblieben. Seit dem 17. April ist bekannt, dass die Firmen Adobe, HP, Intel, Microsoft und Dell einen neuen, OpenHD genannten Standard etablieren wollen. Adobe und Dell wollen zum Beispiel einen für die Videoproduktion optimierten PC auf den Markt bringen, der ohne spezielle Steckkarten auskommen soll.
Unter Distribution von Videocontent versteht man das Ausgeben auf entsprechende Datenträger. Wie schon beim VHS- und Video-2000-Format zu Zeiten des guten alten Videorecorders buhlen zwei Interessengruppen um den «Standard» bei der Aufzeichnung. Die Kontrahenten heissen im HDTV-Umfeld Blu-Ray und HD-DVD (siehe Kasten). Für beide Systeme stehen von mehreren Anbietern Recorder, Player und die entsprechenden Medien vor der Marktreife. Die Datenträger werden bei beiden Systemen mit blauen Lasern abgetastet bzw. beschrieben, unterscheiden sich aber in ihrem Aufbau. Während die HD-DVD bis 30 GB Daten aufzuzeichnen vermag, schafft es die Blu-Ray-Disc (BRD) auf bis 50 GB. Sony arbeitet bereits an 200 GB grossen BRDs, bei welchen die Daten dann in mehreren Ebenen aufgezeichnet werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich das von Sony geleitete Blu-Ray- und das von Toshiba und NEC angeführte HD-DVD-Konsortium vor der Markteinführung doch noch auf einen gemeinsamen Standard einigen.
HD: Von 33 auf 100 in 2 JahrenDie Diskussion um die Distribution wird HDTV als Ganzes wohl nicht aufhalten. Im Gegenteil zeigt sich die wachsende Bedeutung des HD-Formats auf europäischer Ebene an den vergangenen und bevorstehenden internationalen Sportanlässen: Bei den Olympischen Spielen in Athen wurde ein Drittel der Übertragungen im HD-Format produziert. Die kommende Winter-Olympiade in Turin wird vom Schweizer Fernsehen SF DRS durch das tpc-Produktionszentrum vollumfänglich im HD-Format aufgenommen – ab wann HDTV gesendet wird, ist bei SF DRS noch offen. Die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland wird in HD aufgezeichnet – und teilweise auch ausgestrahlt – werden, und bei den Olympischen Spielen 2008 in Bejing wird HDTV sogar der offizielle Produktionsstandard sein.
Die Film- und Videobranche hat damit einen neuen Standard. Im Gegensatz zu den beiden Fronten bei der Distribution (Blu-Ray kontra HD-DVD) stellt sich schon nicht mehr die Frage, ob sich der neue Standard HDTV durchsetzen wird – sondern wann bzw. wie schnell.
Der Haken an der neuen Qualität sind die von Videoproduzenten vorzunehmenden Investitionen. Neben HD-tauglichen Schnittplätzen und Kameras müssen auch bei den Konsumenten die Ausgabelösungen (Player/Recorder und -Medien), die Fernsehgeräte sowie die Beamer aktualisiert werden, wenn sie von der neuen Bildqualität profitieren wollen. Bei den Fernsehgeräten sind bereits «HD-ready»-fähige Geräte auf dem Markt.
Video-distributionBlu-Ray: Bis zu 25 GB Daten fassen einschichtige Blu-Ray-Discs –zweischichtige Discs bieten Platz für bis zu 50 GB. Auf die auch BD-ROM oder BRD genannten Silberlinge lassen sich damit bis vier Stunden hochaufgelöstes Video speichern. Im Gegensatz zu den in DVD, DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eingesetzten roten Lasern verwenden Blu-Ray-Recorder blau-violette Laser (405 nm) – daraus lässt sich der Name Blu-Ray ableiten. Die neuen Medien sind wie die bekannten CDs und DVDs 12 cm (Durchmesser) gross. Das Disc-Format Blu-Ray favorisieren derzeit führende Anbieter aus der Computer- und Home-Electronics-Branche. Zu den in einer Blu-Ray Disc Association zusammengeschlossenen Gruppe gehören u. a. die Firmen Apple, Dell, Hitachi, HP, JVC, LG, Mitsubishi, Panasonic, Pioneer, Philips, Samsung, Sharp, Sony, TDK und Thomson.
HD-DVD: Auch die HD-DVD setzt auf blaue Laser und ist im Durchmesser 12 cm gross. Technisch betrachtet ist sie eine Weiterentwicklung der erfolgreichen DVD und lässt sich auch fast genau gleich wie diese herstellen. Wichtigste Entwickler von HD-DVD sind Toshiba und NEC. Von den HD-DVDs gibt es eine 15 GB fassende Read-only-Variante sowie eine wieder beschreibbare Version, die bis 20 GB Daten fasst – zweischichtige Datenträger fassen 30 (Read only) bzw. 32 GB (Re-Writable) an Daten oder Filmcontent. (jf)
Im Vorfeld der ersten Aktionärsversammlung der Schweiz im HD-Format stellten Mitarbeitende der Dr. W. A. Günther Media Rent AG die Qualität der hohen Auflösung vor.
Sony HDR-FX1: Die erste HDV-Kamera für ambitionierte Filmer.
HDTV ermöglicht eine deutlich bessere Bildqualität.
Jürgen Franck
