Die typisch weiblichen Schwächen
Zeitschriften Ihre Leserschaft ist wieder treuer, kaufen will sie deshalb die Annabelle aber nicht häufiger. Die Headline-Kampagne von SFLB soll Leserinnen und Inserenten wieder dazu animieren.
Zeitschriften Ihre Leserschaft ist wieder treuer, kaufen will sie deshalb die Annabelle aber nicht häufiger. Die Headline-Kampagne von SFLB soll Leserinnen und Inserenten wieder dazu animieren.Carrie Bradshaw und ihre drei Freundinnen aus der Erfolgsserie «Sex and the City» scheinen das mentale Vor- und Abziehbild der neuen Annabelle-Kampagne gewesen zu sein. Können die zynischen und erfahrungsreichen New Yorker Thirtysomethings auch für eine Schweizer Frauenzeitschrift werben? Wie auch immer, als Inspirationsquelle ist ihr Unterhaltungspotenzial immer noch recht hoch. Wenn es beispielsweise darum geht, das Thema Alter auf frische Weise darzustellen und aus der personifizierten 50-jährigen «zugegebenermassen» eine 67-jährige Annabelle wird, die das Thema Altern in jedem Alter angeht. Nicht minder schräg ist das Konsumverhalten umgesetzt worden: Hierbei wird die enge Beziehung der Frauen zu Schuhen ironisiert und zugleich auf die neusten Trends hingewiesen, die in jeder Annabelle zu finden sind.Selbstbewusstes LächelnDas Headline-Konzept von Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) erinnert in seiner unbeschwerten und witzigen Art an die Sprüche der Big-Apple-Serie. Hier wie dort werden die Gesprächsthemen der Frauen – Männer, Job, Shopping, Fun und Sex – ausgesprochen ähnlich thematisiert. Typisch Frau?, fragt man sich, von den allzu gängigen Klischees irritiert. Geben Frauen ihr letztes Hemd für Schuhe, kaufen sie ihr Auto nach der Farbe, können sie ganze Abende durchtratschen, verlieren sie in der Welt der Zahlen den Orientierungssinn? Der neue Annabelle-Claim gibt die Antwort: Frauen sind so. Und noch etwas Entscheidendes mehr, fügt CD Martin Spillmann hinzu: «Nämlich humorvoll genug, zu ihren Eigenheiten zu stehen – mit einem selbstbewussten Lächeln».
Zum Lächeln verhelfen soll die Kampagne auch dem verantwortlichen Annabelle-Frauenteam – Uli Rubner, Leiterin des Zeitschriftenbereichs, Lilo Altorfer, PM-Leiterin, und Chefredaktorin Lisa Feldmann. Letztere über ihre Identifikation mit der Kampagne: «Wenn man unsere Schwächen, sprich: Eigenheiten richtig benennt, lachen wir gern über uns selbst. Das macht den Charme dieser Kampagne aus.» Über die Schwächen von Annabelle zu lachen, fällt ihr auch nicht schwer. Zumal sich die Abverkäufe am Kiosk seit der Überarbeitung im vergangenen Herbst und den Neubesetzungen an den Schlüsselpositionen Anfang Jahr klar verbessert haben. Nach Jahren der negativen Wachstumsraten bei Auflage und Leserschaft, den gescheiterten Line Extensions und dem stagnierenden Inseratevolumen setzt auch die Magenta-Kampagne ein positives Zeichen für das Basic-Frauenmagazin.
Der breite Mix bleibtDie Kampagne will durch die ironische Auseinandersetzung mit verschiedenen Frauenklischees das typisch Weibliche auf den Punkt bringen und so Humor beweisen. Selbstbewusst tritt die Zeitschrift auch im neuen Claim gegenüber den Werbeauftraggebern auf. Denn: Wo wirbt man effizienter für sein Produkt als bei Menschen, die häufig zu Lust- und Frustkäufen neigen, fragt die Agentur rhetorisch. Ein Aufbruch in bessere Zeiten? «Ich bin schon glücklich, wenn die Eckdaten so bleiben, wie sie sind», sagt Chefredaktorin Lisa Feldmann selbstsicher.
Bezeichnenderweise hat sich am breiten Mix des Schweizer Frauenblatts denn auch wenig geändert. So machte Annabelle kürzlich auf den «neuen Macho» aufmerksam («Er steht auf Fussball, Bier und Rock – aber mit Stil») und bestreitet in ihrer neusten Ausgabe das Thema Altern mit einem Spagat zwischen Sozialreportage und Beautytipps für 20- bis 70-Jährige. Aber so facettenreich sind halt Frauen.
Die neue Annabelle-Kampagne nimmt die Schwächen der Frauen auf die Schippe. Auch die Hauptthemen der Ausgaben soll sie künftig umsetzen.
Typisch Frau, ganz wie die Annabelle: Augenzwinkernd buhlt Spillmann Felser Leo Burnett um Leserinnen. >> Seite 7
Luca Aloisi
Zum Lächeln verhelfen soll die Kampagne auch dem verantwortlichen Annabelle-Frauenteam – Uli Rubner, Leiterin des Zeitschriftenbereichs, Lilo Altorfer, PM-Leiterin, und Chefredaktorin Lisa Feldmann. Letztere über ihre Identifikation mit der Kampagne: «Wenn man unsere Schwächen, sprich: Eigenheiten richtig benennt, lachen wir gern über uns selbst. Das macht den Charme dieser Kampagne aus.» Über die Schwächen von Annabelle zu lachen, fällt ihr auch nicht schwer. Zumal sich die Abverkäufe am Kiosk seit der Überarbeitung im vergangenen Herbst und den Neubesetzungen an den Schlüsselpositionen Anfang Jahr klar verbessert haben. Nach Jahren der negativen Wachstumsraten bei Auflage und Leserschaft, den gescheiterten Line Extensions und dem stagnierenden Inseratevolumen setzt auch die Magenta-Kampagne ein positives Zeichen für das Basic-Frauenmagazin.
Der breite Mix bleibtDie Kampagne will durch die ironische Auseinandersetzung mit verschiedenen Frauenklischees das typisch Weibliche auf den Punkt bringen und so Humor beweisen. Selbstbewusst tritt die Zeitschrift auch im neuen Claim gegenüber den Werbeauftraggebern auf. Denn: Wo wirbt man effizienter für sein Produkt als bei Menschen, die häufig zu Lust- und Frustkäufen neigen, fragt die Agentur rhetorisch. Ein Aufbruch in bessere Zeiten? «Ich bin schon glücklich, wenn die Eckdaten so bleiben, wie sie sind», sagt Chefredaktorin Lisa Feldmann selbstsicher.
Bezeichnenderweise hat sich am breiten Mix des Schweizer Frauenblatts denn auch wenig geändert. So machte Annabelle kürzlich auf den «neuen Macho» aufmerksam («Er steht auf Fussball, Bier und Rock – aber mit Stil») und bestreitet in ihrer neusten Ausgabe das Thema Altern mit einem Spagat zwischen Sozialreportage und Beautytipps für 20- bis 70-Jährige. Aber so facettenreich sind halt Frauen.
Die neue Annabelle-Kampagne nimmt die Schwächen der Frauen auf die Schippe. Auch die Hauptthemen der Ausgaben soll sie künftig umsetzen.
Typisch Frau, ganz wie die Annabelle: Augenzwinkernd buhlt Spillmann Felser Leo Burnett um Leserinnen. >> Seite 7
Luca Aloisi
