Die typisch weiblichen Schwächen

Zeitschriften Ihre Leserschaft ist wieder treuer, kaufen will sie deshalb die Annabelle aber nicht häufiger. Die Headline-Kampagne von SFLB soll Leserinnen und Inserenten wieder dazu animieren.

Zeitschriften Ihre Leserschaft ist wieder treuer, kaufen will sie deshalb die Annabelle aber nicht häufiger. Die Headline-Kampagne von SFLB soll Leserinnen und Inserenten wieder dazu animieren.Carrie Bradshaw und ihre drei Freundinnen aus der Erfolgsserie «Sex and the City» scheinen das mentale Vor- und Abziehbild der neuen Annabelle-Kampagne gewesen zu sein. Können die zynischen und erfahrungsreichen New Yorker Thirtysomethings auch für eine Schweizer Frauenzeitschrift werben? Wie auch immer, als Inspirationsquelle ist ihr Unterhaltungspotenzial immer noch recht hoch. Wenn es beispielsweise darum geht, das Thema Alter auf frische Weise darzustellen und aus der personifizierten 50-jährigen «zugegebenermassen» eine 67-jährige Annabelle wird, die das Thema Altern in jedem Alter angeht. Nicht minder schräg ist das Konsumverhalten umgesetzt worden: Hierbei wird die enge Beziehung der Frauen zu Schuhen ironisiert und zugleich auf die neusten Trends hingewiesen, die in jeder Annabelle zu finden sind.Selbstbewusstes LächelnDas Headline-Konzept von Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) erinnert in seiner unbeschwerten und witzigen Art an die Sprüche der Big-Apple-Serie. Hier wie dort werden die Gesprächsthemen der Frauen – Männer, Job, Shopping, Fun und Sex – ausgesprochen ähnlich thematisiert. Typisch Frau?, fragt man sich, von den allzu gängigen Klischees irritiert. Geben Frauen ihr letztes Hemd für Schuhe, kaufen sie ihr Auto nach der Farbe, können sie ganze Abende durchtratschen, verlieren sie in der Welt der Zahlen den Orientierungssinn? Der neue Annabelle-Claim gibt die Antwort: Frauen sind so. Und noch etwas Entscheidendes mehr, fügt CD Martin Spillmann hinzu: «Nämlich humorvoll genug, zu ihren Eigenheiten zu stehen – mit einem selbstbewussten Lächeln».
Zum Lächeln verhelfen soll die Kampagne auch dem verantwortlichen Annabelle-Frauenteam – Uli Rubner, Leiterin des Zeitschriftenbereichs, Lilo Altorfer, PM-Leiterin, und Chefredaktorin Lisa Feldmann. Letztere über ihre Identifikation mit der Kampagne: «Wenn man unsere Schwächen, sprich: Eigenheiten richtig benennt, lachen wir gern über uns selbst. Das macht den Charme dieser Kampagne aus.» Über die Schwächen von Annabelle zu lachen, fällt ihr auch nicht schwer. Zumal sich die Abverkäufe am Kiosk seit der Überarbeitung im vergangenen Herbst und den Neubesetzungen an den Schlüsselpositionen Anfang Jahr klar verbessert haben. Nach Jahren der negativen Wachstumsraten bei Auflage und Leserschaft, den gescheiterten Line Extensions und dem stagnierenden Inseratevolumen setzt auch die Magenta-Kampagne ein positives Zeichen für das Basic-Frauenmagazin.
Der breite Mix bleibtDie Kampagne will durch die ironische Auseinandersetzung mit verschiedenen Frauenklischees das typisch Weibliche auf den Punkt bringen und so Humor beweisen. Selbstbewusst tritt die Zeitschrift auch im neuen Claim gegenüber den Werbeauftraggebern auf. Denn: Wo wirbt man effizienter für sein Produkt als bei Menschen, die häufig zu Lust- und Frustkäufen neigen, fragt die Agentur rhetorisch. Ein Aufbruch in bessere Zeiten? «Ich bin schon glücklich, wenn die Eckdaten so bleiben, wie sie sind», sagt Chefredaktorin Lisa Feldmann selbstsicher.
Bezeichnenderweise hat sich am breiten Mix des Schweizer Frauenblatts denn auch wenig geändert. So machte Annabelle kürzlich auf den «neuen Macho» aufmerksam («Er steht auf Fussball, Bier und Rock – aber mit Stil») und bestreitet in ihrer neusten Ausgabe das Thema Altern mit einem Spagat zwischen Sozialreportage und Beautytipps für 20- bis 70-Jährige. Aber so facettenreich sind halt Frauen.
Die neue Annabelle-Kampagne nimmt die Schwächen der Frauen auf die Schippe. Auch die Hauptthemen der Ausgaben soll sie künftig umsetzen.
Typisch Frau, ganz wie die Annabelle: Augenzwinkernd buhlt Spillmann Felser Leo Burnett um Leserinnen. >> Seite 7
Luca Aloisi

Schaden durch Raubkopien

Software Der Anteil unlizenzierter Computerprogramme sank gemäss der Business Software Alliance (BSA) in der Schweiz im Jahr 2004 schneller als im internationalen Vergleich.

Software Der Anteil unlizenzierter Computerprogramme sank gemäss der Business Software Alliance (BSA) in der Schweiz im Jahr 2004 schneller als im internationalen Vergleich.Mit einem Rückgang der Rate von 31 auf 28 Prozent liegt die Schweiz nun weltweit auf dem siebten Platz. Entgegen dem globalen Trend sank in der Schweiz der Schaden, der Softwareherstellern durch den unberechtigten Einsatz ihrer Produkte entsteht, von 394 auf 386 Mio. Franken.

(Aus-)fahrbare Litfasssäule

Aussenwerbung Unter dem Namen Promodom vertritt die Brunner Werbung exklusiv eine deutsche Neuheit in der Schweiz.

Aussenwerbung Unter dem Namen Promodom vertritt die Brunner Werbung exklusiv eine deutsche Neuheit in der Schweiz.Promodom ist eine ausfahrbare Plakatsäule, die sich auf einem Autodach montieren und in weniger als einer Minute ausfahren lässt. Die Werbefläche von vier Quadratmetern kann mit Plakatformaten F4/F200 und F200 gefüllt werden. «Mit dem Promodom kann das Unternehmen den Auftritt seiner Kundenberater unterstützen, im Vorbeigehen den potenziellen Kunden den Weg weisen oder frech und verzeihlich mal kurz bei der Konkurrenz vorbeischauen», umreisst Firmenchef Reinhard Brunner die Möglichkeiten.

Rückblick und Zukunft

Geschäftsbericht

GeschäftsberichtOb der im Juni beginnende und im Mai 2006 endende Kalender der LZ-Gruppe nun ein Kalender mit oder – umgekehrt – ein mit Kalender darstellt, geht aus dem von der LZ-Gruppe verschickten, kombinierten Druckerzeugnis nicht hervor. Da rücken die vermeldeten «übertroffenen Erwartungen» im LZ- 2004 fast schon in den Hintergrund. Der interessierte Leser erfährt dort, dass die Luzerner Firmengruppe das letzte Geschäftsjahr dank Effizienzsteigerung und Wachstum besser abschliessen konnte, als erwartet. Wer sich weniger für den Geschäftsgang und die harten Finanzzahlen interessiert, kann sich ein Jahr lang am mit Innerschweizer Sujets versehenen Kalender erfreuen.

Down-under-Jazz?

Festivals Vom 1. bis 16. Juli steigt in Fribourg die 17. Open-air-Jazz-Parade.

Festivals Vom 1. bis 16. Juli steigt in Fribourg die 17. Open-air-Jazz-Parade.Dank der hohen Qualität der heimischen Musiker und internationalen Top-acts wie dem Phil Woods Quintet oder dieses Jahr Mory Kante und Arturo Sandoval hat sich die Gratisveranstaltung zum festen Bestandteil im Schweizer Jazzjahr gemausert. Für Sponsor La Liberté hat nun die Agentur Burson-Marsteller eine aufmerksamkeitsstarke wie verwirrliche Anzeige kreiert: eine siebenköpfige Jazz-Combo, bestehend aus Kängurus. CD René Walker gibt schmunzelnd zu, nicht auf eine australische Band angespielt, sondern lediglich die in Vergessenheit geratene Werbefigur der Liberté wieder belebt zu haben. Um den Besucherrekord von 200000 zu brechen, fehlt jetzt nur noch die Sonne von Down Under.

Standards für bessere Resultate

Qualität Um optimale Endprodukte zu erhalten, sollten Druckereien und Werbeagenturen einen Auftrag mit Hilfe von Normen definieren.

Qualität Um optimale Endprodukte zu erhalten, sollten Druckereien und Werbeagenturen einen Auftrag mit Hilfe von Normen definieren.«Qualität ist, wenn die Anforderungen des Kunden erfüllt sind!» Diese Definition setzt voraus, dass der Kunde weiss, was er will – und dass auch die Druckerei weiss, was der Kunde will. Doch findet diese Abgleichung in einem Kundengespräch jeweils statt? Erfahrungsgemäss wird bei der Auftragsbesprechung mehrheitlich über Preise und weniger über die Anforderungen des Kunden gesprochen. An diesem Sachverhalt sind sowohl die Werbeagenturen wie auch die Druckereien «mitschuldig». Dabei könnte im Gespräch viel für das Verständnis zwischen den beiden Parteien getan werden.Wissenswertes zur Druckqualität Die Werbeagenturen stellen meistens die Druckdaten selbst her. Die Druckereien können diese allerdings nicht immer problemlos übernehmen und ausgeben. Wenn die Werbeagenturen nur noch PDF/X-3-Dateien an die Druckereien übergeben, dann funktioniert der Datenaustausch viel besser. PDF/X-3-Daten sind einfach herzustellen und in der neusten Professional-Version von Adobe Acrobat 7 auch leicht zu kontrollieren. Hilfe dazu gibts im Bedarfsfall auf der Website der Initiative PDFX-ready (siehe Kasten).
Natürlich kann eine Agentur der Druckerei auch «offene Daten» aus QuarkXpress, InDesign oder anderen Programmen übergeben. Sie muss jedoch wissen, dass solche Daten nicht in jedem Fall richtig übernommen werden: So liegen der Druckerei nicht immer die entsprechenden Fonts vor, es fehlen Elemente oder es sind Programmerweiterungen (Plug-ins, XTensions) installiert, die den Austausch verunmöglichen. Dies führt in der Regel zu Mehrkosten.
Druckereien oder Vorstufenbetriebe sind auch spezialisiert, eine Layout-Skizze der Werbeagentur in eine auf die Druckproduktion ausgerichtete professionelle Layout-Datei umzusetzen. Auch wenn damit sichergestellt ist, dass die Daten ausgegeben werden können, so heisst das noch nicht, dass die Werbeagentur bei der visuellen Kontrolle oder beim lokalen Drucken bzw. Proofen die richtigen Farben sieht. Das hängt damit zusammen, dass die Druckerei mit einem genau definierten Farbraum arbeitet. Die Agentur muss deshalb genau denselben Farbraum anwenden. Dieser Farbraum wird durch die ISO-Norm 12647-2 und die dazugehörigen ISO-Profile präzise beschrieben (mehr Informationen dazu auf der Website der Ugra: www.ugra.ch).
Die richtige Erstellung der Daten ist aber nur der erste Schritt. Im Weiteren ist zu beachten, dass ein Proof nicht nur ein schöner, farbiger (Kontroll-)Ausdruck ist, sondern dass er den Farbraum der Druckerei anhand der dortigen Gegebenheiten simuliert. Deshalb muss der Proof überprüfbar sein. Mit dem Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK ist die Übereinstimmung zwischen Proof und Druckresultat mittels Messtechnik kontrollierbar. Damit kann die Werbeagentur eine Ausgangs- und die Druckerei eine Eingangskontrolle der Proofs durchführen. So ist auch die Farbigkeit der Drucksache unter Kontrolle.
Nutzen für die WerbeagenturProofs geben Farben leider falsch wieder, wenn man sie nicht im richtigen Licht betrachtet. Dieser Effekt heisst Metamerie. Nach der Vorschrift ISO 3664 müssen Proofs immer unter einem Standardlicht mit einer Farbtemperatur von 5000 Kelvin beurteilt werden. Um das Licht messtechnisch zu kontrollieren, sind Geräte notwendig, die mehr als 4000 Franken kosten. Da solche Geräte die Budgets von Werbeagenturen und Druckereien übersteigen, hat die Ugra zur einfachen Kontrolle einen Farbtemperatur-Indikator auf den Markt gebracht. Der Indikator ist ein kleines farbiges Streifchen, das an den Rand eines Proofs geklebt wird. Wenn alle aufgedruckten Felder in etwa die gleiche Farbe zeigen, ist das Licht innerhalb der Toleranz – wenn sie unterschiedliche Farben zeigen, entspricht das Licht nicht den Anforderungen.
Welche Vorteile erwachsen einer Agentur, die alle diese Punkte beachtet? Einerseits können die Dokumente von der Druckerei problemlos übernommen werden, andererseits kann sie den Proof nachmessen und so feststellen, dass die Daten farbverbindlich reproduziert bzw. gedruckt werden können. Doch trotz all dieser Massnahmen können einzelne Farben in einem Sujet stark vom Original abweichen. Hat die Werbeagentur z. B. den Hintergrund einer Anzeige mit einer grossflächigen, lachsroten Farbe definiert, kann diese Hintergrundfarbe mit einer zu grossen Abweichung gedruckt werden. Solche speziellen Anforderungen müssen der Druckerei mitgeteilt und vor Ort überprüft werden, damit sie in einer akzeptablen Toleranz bleiben.
Höhere AnsprücheDer Offsetdruck ist normalerweise in der Lage, Mitteltöne (50-Prozent-Flächendeckung) in einer Toleranz von +/– 4 Prozent zu drucken. Das ist auch in der ISO-Norm so definiert. Mitteltöne, vor allem wenn sie grau oder tertiärfarbig sind, zeigen bei dieser Toleranz deutlich sichtbare Farbabweichungen. Viele Druckereien können aber nicht besser drucken, sodass die Werbeagentur diese Farbabweichung akzeptieren muss.
Für gewisse hoch stehende Drucksachen muss jedoch mit einer Toleranz von +/– 2 Prozent gedruckt werden. Das können nur spezialisierte Druckereien – weil dafür ein gewisser Aufwand notwendig ist, der höhere Kosten und Preise nach sich zieht. Das Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen in
einem grauen Mittelton bei +/– 2, +/– 4 und bei +/– 6 Prozent auf.
Damit die Druckerei an der Druckmaschine kontrollieren kann, ob die Farbgebung über die ganze Maschinenbreite gleichmässig ausfällt, muss sie an der vorderen Bogenkante oder in der Mitte des Bogens einen Kontrollstreifen mitdrucken und verwendet zur Steuerung der Farbgebung ein in die Druckmaschine integriertes Farbmess- und -regelsystem. Vielfach hört man von Druckereien, dass man die ca. 1 Zentimeter Mehrverbrauch an Papier für den Messstreifen nicht finanzieren kann. Doch dank dem messtechnischen Vorgehen ist ein Auftrag in viel kürzerer Zeit eingerichtet. Deshalb kann durch das Mitdrucken von Kontrollstreifen viel mehr Geld eingespart werden als mit dem vermeintlichen Einsparen von Papier durch das Weglassen dieses Kontrollmittels. Ein weiterer Einwand ist, dass man dem Kunden keine Kontrollstreifen, sondern den Auftrag verkaufe. Deshalb wurden Methoden entwickelt, die im Druckbild Messungen durchführen. Diese konnten aber bisher nicht erfolgreich in der Druckindustrie eingeführt werden.
Der Kontrollstreifen ist nach wie vor eine Voraussetzung, wenn die Druckproduktion vermessen und gesteuert werden soll. Mit den gemessenen und gespeicherten Daten kann man auch Qualitätssteuerung betreiben. Damit lässt sich herausfinden, wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Ohne solche Daten und Auswertungen sind die Betriebe nicht in der Lage, kontinuierlich und gezielt die Qualität weiterzuentwickeln.
Wie erkennt man Unterschiede?Wie man eine fortschrittliche Druckerei erkennt, zeigt folgende Liste:
1. Die Druckerei will die Anforderungen des Kunden kennen.
2. Die Druckerei weiss, was PDF/X-3 ist, wie man damit umgeht und/oder ist PDFX-ready-zertifiziert.
3. Die Druckerei arbeitet nach einem Standard (ISO 12647-2, System Brunner Eurostandard etc.).
4. Die Druckerei verlangt Proofs mit einem Medienkeil und misst diesen auch aus. Die Proofs der Druckerei enthalten ebenfalls den Medienkeil.
5. Proofs sind mit einem Ugra-Farbtemperatur-Indikator versehen, oder die Druckerei weiss zumindest, unter welchem Licht Proofs zu betrachten sind – und fordert auch die Werbeagentur auf, sich daran zu halten.
6. Die Druckerei benützt auf ihrer/n Druckmaschine/n ein integriertes Farbsteuerungssystem. Auf Verlangen kann sie sogar einen Qualitätsrapport der gedruckten Auflage vorzeigen.
Die PraxisDruckereien teilen Kunden Fehler im geplanten Auftragsablauf ungern mit. Sie nehmen lieber Mehrarbeit in Kauf, als den Kunden darauf hinzuweisen, dass schon kleine Änderungen am Auftragsablauf zu besserer Qualität führen. Die Druckereien befürchten, dass ihre Hinweise als lästig empfunden werden und sie den Auftrag verlieren. Das zeigt, dass sowohl auf Druckerei- wie auch auf Kundenseite einiges nicht stimmt: Die Druckerei ist immer noch die Fachstelle für die Herstellung des Druckprodukts – ein Kunde müsste froh sein, wenn der Spezialist mitdenkt und Vorschläge unterbreitet. Deshalb sollte eine Werbeagentur die Druckerei nicht nur als die letzte Instanz auf dem Weg zum Druckprodukt ansehen, sondern sie schon sehr früh in die Definition des Auftrages einbeziehen. Nur auf diese Weise kommt für beide Seiten ein optimales Resultat zu Stande.
Erwin Widmer ist Ing. HTL und
Geschäftsführer der Ugra.
PDFX-readyBei dieser Initiative können sich Datenersteller und Datenverarbeiter zertifizieren lassen. Die zertifizierten Betriebe sind auf der Website aufgelistet: www.pdfx-ready.ch. (ew)
StandardisierungDarunter versteht man eigentlich nichts anderes als unmissverständliche Kommunikation, nämlich der konsequente Gebrauch einheitlich definierter Begriffe, Masseinheiten, Schnittstellen und Datenformate sowie konkret vorgegebene Masszahlen samt Toleranzen. Trotzdem sollten Toleranzen immer im Gespräch mit den Kunden und Partnern explizit abgesprochen werden. Denn Toleranzen können bei problematischen Materialien zur Fessel werden, andererseits sind Toleranzvorgaben für manche hochqualitative Anwendungen, etwa in der Pharmaverpackungsproduktion, nicht streng genug; in diesen Fällen produzieren einige Druckereien nach selbst auferlegten Good Manufacturing Practices oder nationalen Codes of Practices. (dk)
QualitätswerkzeugeEine Testform wird verwendet, um eine technische Fragestellung abzuklären. Es ist unmöglich, eine Testform herzustellen, die allen Fragestellungen gerecht werden kann.
Die Altona Test Suite ist den Gegebenheiten in der Vorstufe sehr gut angepasst. Sie besteht aus drei Testformen. Die wichtigste davon ist die Visual Testform. Damit kann ein zu einem Proof-Gerät gehörendes RIP auf Herz und Nieren getestet werden. Mit den insgesamt drei Testformen kann auch messtechnisch einwandfrei ermittelt werden, ob eine Druckerei PDF/X-3-Daten ausgeben und nach ISO 12647-2 drucken kann.
System Brunner hat vor Jahren eine Testform zur Evaluation des Offsetdruckes entwickelt. Sie basiert vorwiegend auf der Beurteilung des dreifarbigen Übereinanderdrucks. (ew)
Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen.
Die Altona Testform dient vor allem dazu, Raster-Image-Prozessoren (RIP) zu testen, die zu Proof-Geräten gehören.
Licht ist nahe bei 5000 K (oben),Licht weicht zu stark von 5000 K ab (unten).
Mit dem Ugra/Fogra-Kontrollstreifen lassen sich Parameter wie Tonwertzunahme, Trapping, Graubalance etc. prüfen.
Proofs sind dank Ugra/Fogra-Medienkeil messtechnisch überprüfbar.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
System Brunner propagiert die Angleichung der Farb- und Detailwiedergabe aller Druckmaschinen eines Betriebes auf einen Standard.
Beginn der Charakterisierungstabelle Altona 29, deren Daten sich mit ICC-Profilen, die auf der Basis des ECI-2002-Chart berechnet wurden, verrechnen lassen.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
Medigraph bietet mit dem PCM-Online-Tool eine Lösung zur Standardisierung der kompletten Farbwiedergabe- und Tonwertübertragungskette an.
Für die Auswertung des Medienkeils bieten verschiedene Messgeräte- und Proof-Technikhersteller Lösungen an.
Die Software OptiCal für das Monitorkolorimeter Pantone/ColorVision Spyder Pro entspricht ICCv.41.
Der modernste Profilierungs-Testchart (ECI 2002) und die wichtigsten Kontrollmittel (Medienkeil, Stufenkeile, Volltonbalken) finden sich in der PDF-Datei Altona Measure aus der Altona Test Suite.
Plattenmessgeräte sind fürs Druckplattenmessen besser als ein Densitometer.
Die Fogra-CtP-Testform kann als Referenz für die Linearisierung von Belichtern zertifiziert werden.
Erwin Widmer

JobChange

(Bild) Chefredaktorin der Glückspost. Mit Elisabeth Schwander hat sie die Ringier-Zeitschrift bereits seit diesem Januar interimistisch geleitet.

(Bild) Chefredaktorin der Glückspost. Mit Elisabeth Schwander hat sie die Ringier-Zeitschrift bereits seit diesem Januar interimistisch geleitet.Seit dem 1. Juni ist Bea Zollinger Schwander verantwortet inskünftig den Servicebereich der Glückspost, der Mitte Juni deutlich ausgebaut werden soll….
Alexander Roosdorp wird Geschäftsführer Werbung von Farner Consulting. Die Agentur baut ihr Angebot in Richtung Marketingkommunikation aus und strukturiert die Dienstleistungen neu mit den beiden Marken Farner PR und Farner Werbung. Roosdorp war bisher Senior Manager Marketing Communications des deutschen Providers T-Online.
…
Martin Vogel übernimmt Anfang August die Leitung des Bereichs Marketing und Kommunikation von Swiss Casinos. Zurzeit verantwortet er bei der 3M (Schweiz) für Corporate Marketing und Kommunikation.
…
Thomas Bucher ist neuer Brand Director von Nissan Schweiz. Er füllt dieselbe Funktion bereits bei Nissan Österreich aus. Bucher verantwortete bereits von 1997 bis 2000 als Generaldirektor das Nissan-Geschäft in der Schweiz.
…
Die Agentur für Live- und Performancekommunikation Group Worldspan verstärkt sich. Antoinette Hug ist als Project Manager für Incentive-Reisen zuständig. Sandra Drgala wird International Sales Manager in der Niederlassung in Barcelona. Sabine Biedermann wirkt als Senior Consultant für Dialogmarketing, Barbara Gerber als Senior Project Manager für Eventmarketing. Anfang Juli stösst auch Tanya Barlogis (Bild) als
Senior Consultant im Eventmarketing dazu.

Noch lange nicht ausgepresst

Gattungsmarketing Was Print- besser als andere Mediengruppen können, erklären zwölf Werbeagenturen zum dritten Mal.

Gattungsmarketing Was Print- besser als andere Mediengruppen können, erklären zwölf Werbeagenturen zum dritten Mal.Abnehmendes Werbeaufkommen, rückgängige Anteile – und das bereits drei Jahre in Folge. Die Mediengruppe Print schrumpfte in der Anzahl Zeitungstitel und verlor nach 2002 und 2003 auch im vergangenen Jahr Werbemarktanteile. Sensibilisierung mit Inseraten
Trotzdem bleibt sie mit über 62 von 100 Werbeinvestitionsfranken klar in der Leaderposition. Um diese trotz der härter werdenden Konkurrenz
zu verteidigen, geht der Verband Schweizer Presse mit einer neuen Anzeigenstaffel der Image-Offensive für die Gattung Print in die dritte Runde. Mit «Das kann nur ein Inserat» habe der Verband Schweizer Presse eine erfolgreiche Kampagne, sagt Marketingleiter Toni Vetterli, welche die Kernzielgruppen Werbeauftraggeber und Kreati-ve durchaus sensibilisieren konnte. Auch wenn es vermessen klinge, meint Vetterli schmunzelnd: «Wer kann schon sagen, wo wir heute ohne diese Kampagne stünden?»
Grosses Echo Dass die Gattung Print immer noch stark mit berücksichtigt wird, zeigt, dass die Botschaft der USP und die Mediennutzung klar ankommen. Nebenbei hat die Kampagne bei den Leserinnen und Lesern Sympathie für die Anzeige als vergleichsweise sehr gut akzeptiertes Werbemittel ausgelöst. Auch bei den Printtiteln stiess die Kampagne auf ein grösseres Echo. Über 100 Zeitungen und Zeitschriften schalteten mehr Motive als im Jahr zuvor.
An der diesjährigen Kampagne haben sich erneut ein Dutzend Kreativagenturen beteiligt und je ein Sujet auf Grund der strategischen Grundlage der Agentur Matter & Partner entwickelt. Zwischen Mai und Oktober schalten über 120 einzelne Titel aus allen Pressekategorien in zwei Wellen die Anzeigen, um dann zum Schluss mit einem Sammelinserat im Publikums-Voting das beliebteste Sujet wählen zu lassen. Die Auszeichnung der Siegeragentur ist für die Dreikönigstagung am 10. Januar 2006 vorgesehen. Am Start sind heuer: Bluespirit, Burson-Marsteller, Favo, Grendene Ogilvy & Mather, Grey Worldwide; JWT+H+F, Lesch+Frei, MetzgerLehner, Pucci Sulzer, Saatchi & Saatchi Simko, TBWA/Switzerland sowie Zogg Kettiger Gasser.
Gutes Feedback für den Verband Schweizer Presse: Anzeigen werden von den Lesern akzeptiert.

Luca Aloisi

Keine Kompromisse

Qualitätssicherung Damit alle Beteiligten eines Druckverfahrens eine hohe Güte garantieren können, brauchts eine gewisse Standardisierung – diese lässt sich in fünf Stufen zusammenfassen.

Qualitätssicherung Damit alle Beteiligten eines Druckverfahrens eine hohe Güte garantieren können, brauchts eine gewisse Standardisierung – diese lässt sich in fünf Stufen zusammenfassen.Die fortschreitende Automatisierung der Prozesse in Agenturen, Premedia/Druckvorstufe, Druck und Verarbeitung/Veredelung sowie die immer engere Vernetzung dieser Bereiche erfordern in wachsendem Umfang Workflow-Komponenten und Verfahren, mit denen sich zuverlässig alle relevanten Prozessgrössen abbilden und steuern lassen. Nichts darf mehr dem Zufall überlassen werden, denn kleine Fehler und Unterlassungen können sich fatal auf die Endqualität auswirken. Jeder muss sich auf die Qualitätssorgfalt des Vorgängers im Workflow verlassen können.Heute sollte gelten: Keine Kompromisse bei der Qualität! Nicht nur an der Preisschraube drehen, sondern sich über die Sorgfalt bei den Kunden profilieren. Mit grösserem Bewusstsein erschliesst man sich die wirklich lukrativen Aufträge. Es lohnt sich also, in ein Qualitätsmanagement auf der Basis einer konsequenten Standardisierung und Sicherung zu investieren. Damit sind im Endeffekt auch erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen drin: keine unnötigen Korrekturschleifen, kein Nachbessern, keine qualitätsbedingten Reklamationen. Und die resultierende Zufriedenheit ist unbezahlbar, festigt sie doch die Kundenbeziehungen und beschert durch Mundpropaganda neue Kunden.
Die Agenturen und die nachfolgenden Dienstleister in der Druck- und Verpackungsindustrie sind inzwischen bemüht, möglichst viele Prozesse zu standardisieren. Damit lassen sich nicht nur die Arbeitsergebnisse jederzeit exakt wiederholen, sondern auch die Abläufe stärker industriell gestalten, d. h. weitestgehend automatisieren und somit von subjektiven Einschätzungen und Fehlbedienungen befreien.
Stufe 1: KalibrierenUnter Kalibrieren ist das Herbeiführen von jederzeit reproduzierbaren Grundeinstellungen, Ausgangszuständen und Rahmenbedingungen an Geräten und Maschinen zu verstehen. Das bedeutet, dass der Kalibrierungszustand der Produktionsumgebung bzw. der Teilprozesse erfasst und regelmässig überprüft werden muss, um die Gültigkeit
bestehender Charakterisierungsdateien (Stufe 2) sicherzustellen und um neue Konstellationen (z. B. andere Materialien) zuverlässig charakterisieren zu können. In einer Agentur betrifft die Qualitätssicherung in erster Linie das Colormanagement, d. h., es sind täglich Monitore und Proofdrucker zu kalibrieren. Bei Mediendienstleistern und Vorstufenbetrieben kommen Filmbelichter plus Plattenkopie oder Plattenbelichter hinzu. Und in einer Druckerei müssen an den Maschinen die technischen Vorgaben wie Druckspannung, Normalfärbung und -feuchtung, Registerhaltigkeit etc. erfüllt sein.
Zum Überprüfen des Kalibrierungszustands an einem Monitor wird ein Kolorimeter benötigt – ein Messkopf, der den geforderten Weisspunkt von 5000 Kelvin im normalen Betriebszustand oder unter Wirkung eines Monitorprofils verifiziert. Es gibt auch Monitore, die sich – wie Scanner und Digitalkameras – selbst kalibrieren. Der Kalibrierungszustand eines Proof-Druckers lässt sich leicht an einem Testausdruck feststellen, indem mit einem Spektralfotometer oder Spektraldensitometer entweder der unentbehrliche Ugra/Fogra-Medienkeil oder ein Graustufenkeil in den vier Prozessfarben ausgemessen wird. Der Proof-Drucker muss bestimmte Volltondichten erreichen, die Graustufenkeile müssen eine lineare Tonwert-Prozent-Abstufung wiedergeben.
Stufe 2: Teilprozesse erfassenCharakterisieren bedeutet das Erfassen der für die Tonwert- und Farbwiedergabe verantwortlichen Prozessgrössen an kalibrierten Geräten und Maschinen. Ein Charakterisierungsergebnis repräsentiert deshalb nicht nur einzelne Kenngrössen, sondern ganze Teilprozesse, worin die jeweiligen Geräte oder Maschinen eingebunden sind. Ein Proof-Drucker wird immer in Verbindung mit der Publishing-Software, aus der heraus gedruckt wird, charakterisiert.
Je nach Messzweck und -verfahren werden zwei Arten von Charakterisierungsdateien erstellt: Tonwertübertragungs-Kennlinien und ICC-Profile. Kennlinien bilden das Tonwertübertragungsverhalten zwischen zwei Teilprozessen ab, z.B. zwischen RIP-Plattenbelichter-Konfiguration und Druckmaschine. Ausgewertet werden Stufenkeile, die am zuverlässigsten mit einem CCD-Plattenmessgerät auf der Druckplatte und nach dem Druck mit einem Densitometer auf dem Papier gemessen werden. ICC-Profile spiegeln das individuelle Farbwiedergabeverhalten eines Geräts im Teilprozess wider. Zu ihrer Erstellung sind eine spezielle Software (z. B. GretagMacbeth ProfileMaker, X-Rite Monaco), die Mess- und Sollwerte vergleicht, und geeignete Farbmesstechnik nötig.
Stufe 3: StandardisierenEntscheidend ist, dass im Unternehmen Standards gelten und zwischen den Partnern die Einigkeit über die verwendeten Standards besteht. Grundlegend empfiehlt es sich, nach den an ISO-Standards orientierten Richtlinien Medien Standard Druck und ProzessStandard Offsetdruck bzw. bei anderen Druckverfahren mit den entsprechenden ISO-Normen zu arbeiten. In den Agenturen und der Vorstufe bedeutet dies, Colormanagement-Profile gemäss ICC-Spezifikation (International Color Consortium) zu erstellen und zu verarbeiten sowie PDF-Daten nach Möglichkeit mit PDF/X-3-Distiller-Settings, zumindest aber mit immer denselben optimierten Einstellungen zu generieren. Dabei ist es sinnvoll, in Sachen Colormanagement auf die Altona Test Suite und in der PDF-Problematik auf Enfocus Certified PDF, die anwendungsspezifischen PDF/ X-Einstellungen der Ghent PDF Workgroup oder auf die Empfehlungen des Vereins PDFX-ready zusätzlich zurückzugreifen. Legitim ist es natürlich auch, die Hausstandards von Kunden und Partnern zu berücksichtigen.
Stufe 4: Industriell produzierenErst das Anwenden der objektiven Charakterisierungsdateien auf die kalibrierte Produktionsumgebung zusammen mit einer ständigen messtechnischen Prozesskontrolle stellt sicher, dass die Sollwerte innerhalb der Toleranzen gesteuert beziehungsweise korrigiert werden. Dies ermöglicht den Übergang zu einer industriellen Produktion bzw. in Richtung Automatisierung.
Beispielsweise wird bei der Tonwertübertragung nur noch regelmässig gemessen, ob die RIP-Belichter-Konfiguration auf eine lineare Wiedergabe eingestellt ist, so dass die ursprünglich ermittelte Kennlinie in der Tonwertreproduktionskurve der Bildbearbeitung (TRC in Photoshop beziehungsweise implementiert im ICC-Profil) berücksichtigt werden kann. Somit wird der Tonwertzuwachs im Druck kompensiert. Bogenoffset- (niedrig), Heatset-Rollenoffset- (hoch) und Zeitungsdruck (gemäss ISO = 26 Prozent) unterscheiden sich deutlich in den Tonwertzuwachswerten, was bei der Aufbereitung von Anzeigen in den verschiedenen Printmedien zu berücksichtigen ist.
Stufe 5: QualitätssicherungDie Qualitätssicherung bezieht sich nicht nur auf die Qualitätskontrolle an Zwischen- und Endprodukten, sondern stellt in den Stufen 1 bis 4 die Einhaltung von Kalibrierungszuständen, Standardvorgaben, Toleranzen und spezifischen Anforderungen in allen Teilprozessen bzw. an allen Arbeitsplätzen sicher. Gemessen und geprüft wird also zu allen Zeitpunkten:
1. vor dem Produktionsprozess:
(Eingangskontrollen an Bedruckstoffen, Druckfarben und – in Form von automatischen Prüfroutinen – an Daten, z.B. PDF-Preflights);
2. während der Produktion (Offline-, Online- oder Inline-Messungen von Prozessgrössen);
3. nach Produktionsende (komplette oder stichprobenartige Endkontrolle).
Dabei werden auch Parameter überprüft, die nicht in einem der genannten Standards verankert sind, etwa die Präzision beim Falzen und Beschneiden.
Überhaupt wird Qualität grundsätzlich in allen Teilprozessen gefordert. Deshalb beginnt die Qualitätssicherung schon in der Werbeagentur.
Altona Test SuiteIntegriert in die Altona Test Suite sind:
– 15 PDF-Dateien, speziell entwickelt zur Prüfung von Proof-Druckern sowie konventionellen und digitalen Drucksystemen;
– 16 nummerierte A3-Referenzdrucke und 7 Färbungsstandards für Offset- und Endlosdruck;
– 6 Charakterisierungsdaten und 6 ICC- Profile gemäss DIN ISO 12647-2;
– 1 umfassende Dokumentation (PDF und gedruckt).
Die Testform ISO 1264-2 (IT8.7/3) ersetzte die European Color Initiative durch ECI 2002, deren 1485 Messfelder den gesamten Farbraum besser als bisher repräsentieren. Visuell bewertet werden u. a. Prozess-, Duplex- und Sonderfarben, Überdrucken sowie Verläufe und Auflösungsgrenzen. Die PDF- und Colormanagement-Dateien der Suite lassen sich u. a. zu Testjobs generieren, mit denen sich die Kompatibilität eines Composite-PDF-Workflow mit PDF/X-3 bewerten lässt.
Weitere Informationen: www.altona testsuite.com, www.ugra.ch (dk)
ISO 12647 und 2846Die DIN ISO 12647 «Grafische Technik – Prozesskontrolle für die Herstellung von Raster-Farbauszügen, Andruck, Prüfdruck und Auflagendruck» ist der zentrale internationale Standard für sämtliche Druckverfahren. Die Europaskala (DIN 16539) ist längst nicht mehr Standard-Druckfarbenskala, sondern die DIN ISO 2846 «Grafische Technik – Farbe und
Transparenz von Druckfarbensätzen», die zur Kennzeichnung der Prozessfarben und Zusammendrucke CIELAB-Daten nutzt. (dk)
Dieter Kleeberg

Stabil auf dem Bärenmarkt

Verlage Für 2004 präsentiert Espace Media ein ordentliches Ergebnis. Angekündigt sind Sparmassnahmen und ein Aktiensplit.

Verlage Für 2004 präsentiert Espace Media ein ordentliches Ergebnis. Angekündigt sind Sparmassnahmen und ein Aktiensplit.Unter dem Strich zeigt sich die Espace Media Groupe unbeeindruckt von der Werbeflaute. Der Konzerngewinn sank zwar um 7,3 Prozent. Das Berner Medienunternehmen spricht trotzdem von einem guten Ergebnis, denn mit 21,5 Millionen Franken und einer Marge von 8,2 Prozent bleibt der Gewinn auf einem ansprechenden Niveau. Trotz der langen Durststrecke weise Espace Media zum sechsten Mal hintereinander ein Ergebnis in der Spannweite von 18 bis 24 Millionen Franken aus, schreibt Verleger Charles von Graffenried im Vorwort des Jahresberichts. Diese Stabilität sei der Strategie von Wachstum und Aufwandreduktion zu verdanken.
Wachstum und Aufwandreduktion fanden sich 2004 exemplarisch verkörpert im «Berner Modell», der Übernahme der Verlagsaktivitäten des Bunds durch die Berner Zeitung (BZ). Der Konsolidierung der Bund Verlag AG verdankt Espace Media weitgehend den Umsatzschub von 19 Prozent auf den neuen Rekordwert von 260,9 Millionen Franken. Das Modell bewährte sich bereits in seinem ersten Jahr: Der Anzeigenumsatz der so genannten «BZ-Gesamtausgabe» stieg um ein Viertel, Budget und Businessplan wurden übertroffen. Die Bund Verlag AG konnte ihren Verlust von 8,5 Millionen auf rund 750000 Franken reduzieren. Bei der Präsentation der Jahreszahlen 2003 im letzten Mai hatte Konzernchef Albert P. Stäheli noch ein Defizit von 1,5 Millionen Franken prognostiziert (siehe Interview rechts).
Radio und TV legen zu Fast aus den roten Zahlen ist auch TeleBärn. Der Fehlbetrag wurde von 738000 auf 278000 Franken gesenkt. Der Umsatz des Regionalsenders wuchs um 13,2 Prozent auf 3 Millionen Franken. Dazu trug vor allem das TeleNewsCombi bei, das mittlerweile 18 Prozent der Werbeeinkünfte von TeleBärn ausmacht. Beim Sponsoring allerdings büsste der Sender mehr als ein Viertel ein.
Die Teilnahme an Werbepools zahlte sich auch für Radio Extra- Bern aus. Der City Pool und der neu lancierte Swiss Radio Pool sorgten für 33 Prozent der Einnahmen, die trotz stagnierender Hörerzahlen um fast ein Viertel anstiegen. Der Ertrag aus den Internetaktivitäten sank um rund 7 Prozent auf 1,04 Millionen Franken. Einen Rückgang um 2 Prozent erlitt auch das Druckgeschäft. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Umsätze entwickeln, wenn Anfang Juli das neue Druckzentrum im Berner Zentareal eröffnet wird. Espace Media hat sich den Neubau 115 Millionen Franken kosten lassen.
Getrübte Aussicht
Für das laufende Jahr rechnet die Gruppe nicht mit einer Erholung des Werbemarktes. Besonders der Rückgang in den Printmedien zwinge zu weiteren Sparmassnahmen im operativen Bereich, teilte sie mit. Für erneutes Umsatzwachstum könnte dagegen der Einstieg bei der Gratiszeitung 20 Minuten sorgen. Espace Media zeigt sich zuversichtlich, dass ihr Rekurs gegen das Veto der Wettbewerbskommission gutgeheissen wird und der Handel noch in diesem Jahr vollzogen werden kann.
Ändern will die Espace Media Groupe die Regeln zum Aktienbesitz. Die Vinkulierungsbestimmungen sollen gelockert und modernisiert werden. Darüber hinaus schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Herabsetzung des Aktien-Nennwerts von 20 Franken auf einen Franken vor.
Ansprechender Gewinn 2004: Espace Media Groupe.

Stefano Monachesi

Screen-up im Oktober mit Kongressmodul

TV Die Fernsehmesse Screen-up findet dieses Jahr am 25. Oktober statt.

TV Die Fernsehmesse Screen-up findet dieses Jahr am 25. Oktober statt.Neben den Programm-Screenings 2006 der führenden Privatsender aus der Schweiz, aus Deutschland und Frankreich zeigt die Screen-up wiederum eine Vorschau auf das kommende Kino-werbejahr sowie eine Sonderschau zu den Ad-Screen-Angeboten der Schweiz. Erstmals wird der Branchenanlass durch ein Kongressmodul ergänzt. Experten präsentieren in Referaten und Streitgesprächen ihre Visionen zum TV-Markt Schweiz der nahen Zukunft sowie Trends aus der Welt der elektronischen Medien. Veranstaltungsort ist wiederum das Kinotheater Abaton in Zürich.

Schweigen ist (manchmal) Gold

Aufgefallen Mit seiner Mörgeli-Replik hat Kaspar Villiger aus einem Non-Event ein kommunikatives Eigentor gemacht. Denn «qui s’excuse, s’accuse» – in diesem Fall völlig unnötigerweise.

Kolumne Mit seiner Mörgeli-Replik hat Kaspar Villiger aus einem Non-Event ein kommunikatives Eigentor gemacht. Denn «qui s’excuse, s’accuse» – in diesem Fall völlig unnötigerweise.In aller Regel ist aktive Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg. Das lässt sich sogar empirisch belegen, wie eine komplexe Analyse der Harvard Business School anhand von Wallstreet-Firmen vor einigen Jahren zeigte.Doch wie jede Regel hat auch diese ihre Ausnahmen. Das illustrierte unlängst Alt-Bundesrat Kaspar Villiger. Von Christoph Mörgeli wegen seines seinerzeitigen Swiss-Engagements und seines VR-Mandats bei Néstlé auf gewohnt diffamierende Art und Weise verunglimpft, machte Villiger, was er nie hätte tun sollen: Er reagierte! Beraten von wem auch immer, berief der frühere Finanzminister sogar eigens eine
Medienkonferenz ein. Dort rechtfertigte er sich gegen Mörgelis bis dahin nur von einigen Insidern zur Kenntnis genommenen Vorwürfe.
Nun ist es in der global vernetzten Onlinewelt zwar so, dass man falsche Äusserungen, die Image und/oder Bottom Line schädigen könnten, nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen kann. Weil sie sonst in irgendein Archiv – zum Beispiel die Schweizerische Mediendatenbank (SMD) – wandern und dort in der Folge weiteren Artikeln als «glaubwürdige Quelle» dienen (ohne von den Journalisten jemals auf ihre Richtigkeit überprüft worden zu sein). Deshalb dienen Korrekturen von Fehlinformationen auch dem Schutz vor der Multiplikation von Unwahrheiten.
Allerdings sollte man vor einem solchen Schritt prüfen, wie glaubwürdig die Quelle der Fehlinformation und wie gross deren Schadenspotenzial ist. Dies hat Villiger im Fall von Mörgeli entweder unterlassen, oder er hat die Situation falsch eingeschätzt. Denn ausserhalb der eigenen Partei und der Berner Classe politique (die sowieso in einer Scheinrealität lebt) wird der berüchtigte Zürcher SVP-Nationalrat höchstens noch von der Weltwoche ernst genommen. Diese engagierte ihn im verzweifelten Kampf um ihre schwindende Leserschaft als Kolumnisten – getreu dem nicht mehr ganz sokratischen Motto: Ich provoziere, also bin ich!
National, oder mindestens sprachregional, hatte Mörgeli vor dem Villiger-Intermezzo nur einmal Berühmtheit erlangt. Als er sich Anfang 2004 in der «Rundschau» von SF DRS blamierte, weil er – der grosse Privatwirtschaftsexperte – nicht mal wusste, was das von ihm geleitete Medizinhistorische Museum die Steuerzahler des Kantons Zürich kostet.
Dank Villigers Replik auf seine Vorwürfe erlangte Mörgeli indessen nicht nur nationale Beachtung, sondern auch eine neue Art von Glaubwürdigkeit. Denn getreu der Volksweisheit «Qui s’excuse, s’accuse» begann sich der geneigte Beobachter bzw. die geneigte Beobachterin zu fragen, weshalb Villiger derart scharf auf Mörgelis Polemik reagierte, wenn an dieser nichts dran war. So wandelte sich plötzlich die Wahrnehmung, wer denn nun der Täter (nämlich der unsägliche Mörgeli) und wer das Opfer (der bisher unbescholtene Villiger) war.
Villigers Kommunikationsfehler bestand darin, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Keine Frage: Dass er sich mit seiner Gegenattacke zu Mörgeli in die Gosse begab, der er während seiner gesamten politischen Tätigkeit fern geblieben war und wo er auch heute nicht hingehört, hat seinem eigenen Image geschadet.
Der stets allseits geachtete Alt-Bundesrat hätte sich deshalb besser an eine römische Weisheit gehalten: «Si tacuisses, philosophus mansisses – wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.» Oder wie ein paar Jahrhunderte später die arabischen Philosophen empfahlen: «Die Hunde bellen, und die Karawane schreitet weiter.»
Sacha Wigdorovits ist Chef der Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media.
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