Anzeigenverkauf bei Finanz und Wirtschaft verstärkt

Seit Mitte Oktober verstärkt Carlo Steiner den Anzeigenverkauf des Verlages Finanz und Wirtschaft.

Seit Mitte Oktober verstärkt Carlo Steiner
den Anzeigenverkauf des Verlages Finanz und Wirtschaft. Er übernimmt
die Bereiche Konsum- und Luxusgüterindustrie, gleichzeitig pflegt er
den Kontakt zu den Kreativ- und Media-Agenturen. Somit kehrt Steiner
nach rund sechs Jahren ins Print-Geschäft zurück. Zuletzt arbeitete er
für die SRG-Vermarkterin Publisuisse als Account Manager Zürich. Zuvor
war er für Ringier in diversen Positionen tätig. Unter anderem baute er
als Verkaufsleiter den Anzeigenverkauf für Cash auf. Ausserdem
engagierte er sich als Verkaufsleiter für die Curti-Gruppe/Jean Frey
Medien.

«Tagesschau Nacht» wechselt Redaktion

Ab dem 5. Dezember wird die Spätausgabe nicht mehr von der «10vor10»-Redaktion realisiert, sondern von der «Tagesschau»-Redaktion selbst.

Ab dem 5. Dezember wird die «Tagesschau
Nacht» nicht mehr wie bisher von der «10vor10»-Redaktion realisiert.
Künftig wird die «Tagesschau»-Redaktion die Spätausgabe um 23.45 Uhr
selbst produzieren. Die 10-minütige Sendung wird von Montag bis Freitag
ausgestrahlt und soll die aktuellsten News vermitteln sowie einen
kurzen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Tages bieten.
Aufgrund der Umstellung wird die «Tagesschau»-Redaktion verstärkt durch drei
RedaktorInnen, die bisher in der «10vor10»-Redaktion die
«Tagesschau Nacht» realisiert haben. Es handelt sich um Cornelia Boesch, Andrea
Vetsch und Urs Gredig. Das Moderations-Team der «Tagesschau»-Ausgaben
von 13.00, 18.00 und 23.45 Uhr besteht folglich neu aus: Catherine
Mettler, Pascale Menzi, Cornelia Boesch, Andrea Vetsch, Matthias
Aebischer und Urs Gredig. Die Hauptausgabe der «Tagesschau» wird wie
bis anhin von Katja Stauber, Béatrice Müller, Heinrich Müller und Franz
Fischlin moderiert.

Comedia und KVZ kritisieren Tamedia

Die Arbeitnehmervertreter verurteilen das Vorgehen des Zürcher Medienhauses bei einem Stellenabbau. Die beiden Seiten erzählen unterschiedliche Geschichten.

Die Mediengewerkschaft Comedia und der
Kaufmännische Verband Zürich sind empört über das Vorgehen des
Verlagshauses Tamedia bei einem Stellenabbau im Inseratebereich.
Tamedia hatte im August beziehungsweise September angekündigt, in der
telefonischen Inseratenannahme acht und in der Anzeigenproduktion neun
Stellen zu streichen. Insgesamt wird 23 Mitarbeitenden gekündigt.
Comedia und KVZ wehren sich mit den Betroffenen gegen die
Abbaumassnahmen und verlangen, dass Tamedia die Kündigungen nochmals
grundsätzlich überprüft. «Störend ist insbesondere, dass Tamedia
einseitig so genannte ergänzende Leistungen anbietet, statt gemeinsam
mit den Betroffenen einen Sozialplan auszuhandeln», sagte
Comedia-Zentralsekretär Serge Gnos. Die vorgeschlagenen Leistungen
seien zwar in einzelnen Punkten besser als der letzte ausgehandelte
Sozialplan, der Ende Juni 2005 auslief. Übers Ganze gesehen, sei der
Vorschlag aber nachteiliger als der 2003 vereinbarte Leistungskatalog.
«Tamedia hat sich nicht gesprächsbereit gezeigt», erklärte Brigitte
Tamburini vom Kaufmännischen Verband Zürich. «Wir haben schriftlich um
einen Gesprächstermin gebeten, den wir nicht erhalten haben.» Die
Diskussion habe aber nicht nur mit den Gewerkschaften nicht
stattgefunden, sondern auch die Betroffenen würden sich übergangen
fühlen. «Was mich besonders stört, ist die Tatsache, dass die
Betroffenen grösstenteils Frauen sind, die der Tamedia jahrelang treu
waren. Da viele im vorgerückten Alter sind, werden sie es jetzt schwer
haben, eine neue Stelle zu finden. Es trifft einfach die Schwächsten»,
so Tamburini.
Tamedia will die Vorwürfe nicht gelten lassen: «Es stimmt einfach
nicht, dass wir den Sozialplan nicht fortschreiben», sagte Franziska
Hügli, Leiterin Unternehmenskommunikation von Tamedia. «Im Rahmen der
ergänzenden Leistungen haben wir alle Leistungen übernommen, die im
abgelaufenen Sozialplan enthalten waren. Mit zwei Ausnahmen; wir haben
die Abgangsentschädigung durch eine längere Kündigungsfrist ersetzt,
was in unseren Augen für die Betroffenen besser ist, da dann die
Versicherungsleistungen weiterlaufen. Im zweiten Punkt, berufliche
Vorsorge, konnten wir nicht mehr gleich handeln, da die Pensionskasse
in der Zwischenzeit ihr Reglement geändert hat.» Man habe eine
gleichwertige Alternative gesucht und auch gefunden. Die Entlassungen
würden aus wirtschaftlichen Gründen erfolgen, da das Auftragsvolumen im
Inseratebereich ganz klar rückläufig sei. Es stimme auch nicht, dass
mit den Betroffenen nicht gesprochen worden sei, betonte Hügli. «Wir
sind laufend mit ihnen im Gespräch. Unsere Sozialberaterinnen und die
Bereichspersonalleiter coachen die Leute und unterstützen die
betroffenen Mitarbeitenden bei der Standortbestimmung und der
Stellensuche.» Das primäre Anliegen von Tamedia sei das Gespräch mit
den betroffenen Mitarbeitenden und die Suche nach Lösungen.
Serge Gnos von Comedia denkt, dass mit Einzelgesprächen die
Verhandlungsposition der Betroffenen geschwächt wird: «Als Individuum
wagt man natürlich weniger, sich zu wehren, als wenn man als Kollektiv
auftreten kann.» Die Gewerkschaft und der KV fordern, dass den
Betroffenen innerhalb der Tamedia andere Arbeitsplätze angeboten werden
oder in gemeinsamen Gesprächen mit Comedia und KV nach Lösungen gesucht
wird, dass zum Beispiel mittels alternativer Arbeitszeitmodellen
möglichst viele der Stellen erhalten werden könnten. «Das
Personalmanagement stellt sicher, dass die Mitarbeitenden von Stellen
bei Tamedia, die dem jeweiligen Profil entsprechen, Kenntnis erhalten», meinte dazu Franziska Hügli.
Carole Scheidegger

Bluewin TV nun auch via Handy programmierbar

Ab sofort ist der elektronische TV-Programmführer von Bluewin TV 300 auch über das Mobiltelefon abrufbar.

Ab sofort ist der elektronische
TV-Programmführer von Bluewin TV 300 auch über das Mobiltelefon
abrufbar. So können der Harddisk-Rekorder nun auch via Handy programmiert
werden. Davor müssen die Bluewin-TV-Kunden auf der Website einen
persönlichen Account einrichten. Swisscom-Mobile-Kunden werden beim
Zugriff automatisch erkannt. Der neue Dienst funktioniert aber auch für
Kunden von anderen Mobilfunkanbietern. Die Nutzung des
mobilen TV-Guides und der Fernprogrammierung verursache neben den
Kosten für die Handy-Benutzung keine zusätzlichen Gebühren, heisst es
in einer Pressemitteilung. Swisscom Fixnet bietet Bluewin TV 300 in
einem Mietmodell an. Der Harddisk-Recorder kann rund 200 Stunden Fernsehinhalte speichern und funktioniert mit
allen Kabelfernsehanschlüssen.

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Aufgefallen Jedem Tierchen sein Pläsierchen oder warum Blonde Elefanten bevorzugen.

SexSellsMode Jedem Tierchen sein Pläsierchen oder warum Blonde Elefanten bevorzugen.Ex-Benetton Fotograf Oliviero Toscani
setzt seine Brunette zumindest lieber auf einen hechelnden Vierbeiner
gleicher Haarfarbe, während der Kleiderdesigner Dennis Basso auf
gröberes Geschütz steht. Vielleicht ein Link darauf, dass
er für die Kreation seiner Garderobe schwarz eingefärbtes
Elefantenleder verwendet und der zahnlose Riese viel eher das Gefühl
hat ein plötzlich verstorbenes Familienmitglied zu umarmen und nicht
ein tierfreundliches Model. Wie dem auch sei: Für einmal lässt die
Brunette mehr Hüllen fallen, während man bei der Blondine nicht weiss,
ob der Elefant doch noch erkannt hat, was er tatsächlich im Rüssel hält
… (ck)

Bouchats Schamblatt

Gastkommentar Mit der Gratiszeitung Le Matin bleu wolle Edipresse nicht nur die Nichtleser bekehren, sondern auch die eigenen Journalisten, befürchtet Jürg Altwegg.

Gastkommentar Mit der Gratiszeitung
Le Matin bleu wolle Edipresse nicht nur die Nichtleser bekehren,
sondern auch die eigenen Journalisten, befürchtet Jürg Altwegg.Den Tarif hat Théo Bouchat ausgerechnet in
der Verbandszeitschrift journalists.ch durchgegeben. Bouchat ist ein
Journalist mit feinem Gespür für den Markt und für Themen und bei
Edipresse für die Lancierung der Gratiszeitung Le Matin bleu zuständig.
Sie wird ab Ende Oktober an Westschweizer Pendler und Passanten
verteilt. «Nichtleser» nennt sie Bouchat. Ihn, den Nichtleser, will er
erschliessen – und zugleich auch seine Journalisten erziehen.
Denn eigentlich sind sie schuld, dass man nun auch in der kultivierten
Romandie etwas so Ungeheuerliches wie eine Gratiszeitung auf die
Geleise bringt. Bouchat  nennt die Journalisten «Meisterdenker»
(und erst noch «selbst ernannte») und fordert von ihnen eine
«Gewissensprüfung». «Denn die wirkliche Debatte ist nicht finanzieller
Art», schreibt Bouchat. Natürlich nicht: Wer ein Pendlerblatt macht,
verfolgt hehre kulturpolitische Ziele. Und dass er dies tut, ist den
Journalisten zuzuschreiben, welche die «Bedürfnisse der Nichtleser»
ignoriert und jene der «traditionellen Leser» (gemeint sind die
zahlenden) «nicht immer befriedigt haben».
Angesichts solcher Prinzipien, die Bouchat im Niemandsland und
Spannungsfeld zwischen Nichtlesern und Meisterdenkern beschwört, könnte
man fast denken, der Mann habe unlautere Absichten. Oder vermuten, die
panische Angst, die er den Journalisten vor dem neuen Nullmedium
unterstellt, sei nichts im Vergleich zur Scham des Edipresse-Verlegers,
der mit Le Matin bleu nicht Geld verdienen, sondern bloss seine
verlorenen Schäfchen noch vor dem Winter ins Trockene bringen will.
Blau gegen Orange: Dass das neue Gratis- sein boulevardeskes
Bezahlmutterblatt konkurrenzieren wird, gehört zum Kalkül. Die
Nullnummer von Le Matin bleu
ist denn auch nicht ohne. Keine Kommentare von Meisterdenkern. Der
Stoff wird aus Agenturberichten aufbereitet – nach dem bekannten Muster
für Nichtleser.
Die Ausgabe datiert vom 7. Oktober, einem Freitag. Mit dem
entsprechenden TV-Programm. Doch im Sportteil wird die Übertragung von
Schweiz–Frankreich angesagt. Nicht die Junioren sind gemeint. Und auf
der Seite eins ist vom Spiel «heute abend» die Rede.
Vielleicht erfindet man so die Zeitung von morgen. Ähnlich subtil ist
die Bildlegende der Titelseite: «In Bern werden die Fans der dreizehnte
Spieler der Mannschaft von Köbi Kuhn sein.» Wir wollen den Kollegen vom
Gratisblatt keinesfalls unterstellen, dass sie Fussball für ein Spiel
mit zwölf Spielern halten. Vermutlich ist ihr zwölfter Mann einfach nur
der Köbi …
Mit solch vielschichtigen Verwirrspielen und intellektuellen
Anforderungen, vor die sie ihre Nichtleser stellen, sind sie jedenfalls
auf dem einzig richtigen Weg: Edipresse wird seinen blauen Matin wohl
bald am Kiosk verkaufen müssen.

Jürg Altwegg ist Medien- und Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Genf.

H&M baut Aussenwerbung massiv ab

Die schwedische Bekleidungskette Hennes & Mauritz hat ihre Mediastrategie verändert.

Die schwedische Bekleidungskette Hennes
& Mauritz hat ihre Mediastrategie verändert, wie die Handelszeitung
berichtet.  «Ende August haben wir begonnen, TV-Spots
auszustrahlen und die Plakataushänge zu reduzieren», sagte Verena
Cottier, Leiterin Marketing und Kommunikation von H&M Schweiz,
gegenüber dem Wirtschaftsblatt. «Wir beschränken unsere Aussenwerbung
auf grossflächige Poster an Hauswänden, E-Boards und Rollingstar an den
grossen Bahnhöfen.» Dieser Entscheid wurde im Hauptsitz in Stockholm
gefällt.
Die Handelszeitung wertet die Abkehr von Massenaushängen an
Strassenplakaten, Bus- und Tramhäuschen als schweren Schlag für die
Aussenwerber. Im laufenden Jahr habe H&M bis Ende August 7,1
Millionen Franken brutto in Plakatwerbung investiert, was 74 % des
gesamten Werbebudgets entspreche. Allein die APG werde nun einen
Wegfall von rund 3,5 Millionen Franken verzeichnen müssen. Dieser
Verlust sei zwar schmerzhaft, werde aber mit anderen Grosskunden
kompensiert, sagte Ivan Schultheiss, APG-Verkaufsleitung Schweiz,
gegenüber der Handelszeitung.
Merkmal der H&M-Werbung waren seit
Jahren leicht bekleidete Schönheiten, die von den Plakaten lächelten.
Damit hatte H&M einen Wiedererkennungseffekt geschaffen, der zur
Corporate Identity gehörte und stilbildend für die ganze
Bekleidungsbranche war. «Wir sind mit unserem Plakatstil nicht mehr die
Einzigen und fallen deshalb nicht mehr so auf wie früher», nannte
Verena Cottier gegenüber der Handelszeitung als einen Grund für den
Strategiewechsel.

Die Vermittlerin

Fabiana De Cassan hat in Zürich die Geschäftsleitung von Edipub übernommen.

Fabiana De Cassan hat in Zürich die Geschäftsleitung von Edipub übernommen.
Edipresse als zweitgrösster Verlag der
Schweiz und grösster in der Romandie war bis anhin in Zürich nicht
präsent. Weil der Werbemarkt auch für Edipresse sein Geld aber zu 70
Prozent in der deutschen Schweiz einspielt, hat der welsche Verlag 2001
im Seefeld die Edipub SA gegründet. Diese wird seit dem 1. September
von Fabiana De Cassan geleitet.

Früher waren die Zeitschriften Bilan und Femina von Senger Media,
Télétop und TVGuide von Publimag betreut worden. Mit Edipub sind die
Zeitschriften jetzt konzentriert und werden in Eigenregie vermarktet.
Edipub beschäftigt 20 Mitarbeitende, 15 in Zürich, 4 in Lausanne und 1
in Genf. Unter Marcel Siegenthaler, bisheriger Geschäftsleiter von
Edipub und seit März 2005 verantwortlich für den gesamten Werbemarkt
der Edipresse, baute De Cassan als COO die Edipub von null her auf. Es
hat sie gereizt, beim Aufbau einer neuen Organisation vom ersten Tag an
mitzuwirken. Ein neues Informatiksystem implementieren, die Abläufe neu
organisieren, Reporting-Instrumente standardisieren, das Personal
weiter ausbilden, das Know-how im Anzeigenmarkt an Edipresse
transferieren – und alles on the job. Das war hart, aber auch sehr
spannend.

De Cassan hat man für diesen Posten geholt, weil sie in ihren sieben
Jahren beim Blick und bei Ringier bereits einmal erfolgreich das
Backoffice reorganisiert hat. Später leitete sie bei Ringier das
Projekt, eine Datenbank zu organisieren, um alle Kundendaten der
Bereiche Zeitschriften und Zeitungen zu zentralisieren. Gleichzeitig
war sie Mitinitiantin und wirkte mit beim Aufbau der Website
go4media.ch.
Eingestiegen in die Welt der Medien ist De Cassan bei der damaligen
Werbeagentur D’Arcy McManus & Masius. Die Kunden hiessen Effems,
heute Masterfoods, Colgate und Alfa Romeo.
Nach der Geburt ihres Kindes ist De Cassan mit ihrem Mann zusammen für
drei Jahre nach Italien in die Nähe von Venedig ausgewandert. In dieser
Zeit behielt die junge Mutter aber weiterhin Kontakt als Freelancerin
für Agenturen wie McCann, Aebi oder Impuls. 1988 kehrte die Familie in
die Schweiz zurück.
Bei der Werbeagentur Kern + Kern baute De Cassan im 20-Prozent-Pensum
die Mediaabteilung auf. Nach vier Jahren wechselte sie 1994 zum Blick.

Fabiana ist mit elf Jahren aus Italien in die Schweiz gekommen. Sie
machte eine KV-Lehre in einer Seidenweberei und arbeitete dann fünf
Jahre in einer Wechselstube für italienische Gastarbeiter. «Mit 20
Jahren habe ich täglich hohe Beträge mit den Banken gehandelt»,
erinnert sie sich mit Stolz. Sie erledigte alles, von der Buchhaltung
bis zum Schalterdienst. Aber wer jung ist, will die Welt sehen. Es
folgten ein paar Monate England und Temporärjobs. Da sie später «nichts
Grosses» wie eine Bank oder Versicherung lockte, meldete sie sich auf
das Inserat von D’Arcy, McManus & Masius. «Können Sie mit Zahlen
umgehen?», war die erste Frage beim Vorstellen. Nach der Antwort «Ja»
konnte sie am anderen Tag gleich beginnen. «Das waren die goldenen
Achtzigerjahre.»
Eine Ausbildung für Media gab es damals genauso wenig wie
Mediaagenturen. De Cassan wirkte zuerst allein. Später kam Yvonne
Boller dazu. Mediaplanung wurde immer komplexer und interessanter.
Know-how aus Amerika oder England ist in die Arbeit eingeflossen. «Wir
alle hörten zum ersten Mal GRP – und niemand wusste, was Gross Rating
Points heisst.» Aber mit jedem Auftrag hat man etwas dazugelernt.
Heute gefällt der Mediafrau, dass die Branche ständig in Bewegung ist.
In den letzten 25 Jahren sind Privatradios- und -fernsehen, Internet
und zig neue Printprodukte dazugekommen. Neben den Zeitschriften für
Edipresse ist De Cassan seit Frühling auch für die Vermarktung von neun
verschiedenen Internet-Sites ihres Verlages zuständig.

Auch ihr Mann arbeitet in der Branche als Grafiker. Der Sohn studiert
inzwischen Biologie. In ihrer freien Zeit liebt Fabiana De Cassan
spontane Kurztripps in eine Region in Mittelitalien, die sie als
Geheimtipp oder «zweite Toscana» aber für sich behalten will. Tennis
und Walken mit einer guten Freundin nennt sie als weitere Hobbys.
Beruflich will die Geschäftsführerin von Edipub mehr Marktnähe fördern
und fordern. Sie ist überzeugt: Die Angebote müssen kreativer gemacht
werden. Es genügt nicht mehr, einfach nur den Preis zu verhandeln.
Zusatznutzen, Win-win-Angebote und Crossmedia heisst hier die
Entwicklung. Neu sind bei ihr deshalb die Verkäufer nicht mehr nach
Zeitschriften, sondern nach Branchen aufgeteilt worden. Kundenberater
also für Uhren, Autos, Reisen usw.
Die Beziehung zur Romandie sei inzwischen gereift. Mit einem Tag pro
Woche in Lausanne weiss sie: «Romands sind im Umgang lockerer und
diplomatischer als die Deutschschweizer, schätzen aber auch
gleichzeitig unsere Effizienz und Genauigkeit als gute
Entscheidungsgrundlage für ihre Ideenvielfalt.»

Andreas Panzeri

Newspointer als Werbemittel

Zeitungswerbung Aufgeklebte Etiketten machen Zeitungen für Werbekunden interessanter.

Zeitung/Werbung Etiketten machen Zeitungen für Werbekunden interessanter. Selbstklebeetiketten sind ein Ansatz zur
Stärkung von gedruckten Medien und Informationsmitteln – zudem sind sie
hervorragende Promotionsinstrumente. Sogar die Zeitungen erfahren
dadurch eine Aufwertung als Werbeträger: Beispielsweise wecken
Etiketten, die wie handschriftlich verfasste Notizen aussehen, oder
solche, die brillant bedruckt sind, Neugierde und fungieren somit als
fast schon unübersehbare Eye Catcher. Mit Hilfe von auf Zeitungsseiten
aufgebrachten Etiketten lässt sich auf Spezielles in der in den Händen
gehaltenen Zeitung hinweisen, zum Beispiel auf eine bestimmte Seite,
einen bestimmten Artikel, auf Inserate oder Wettbewerbe.

Auf der Front, auf Innenseiten, und das mit hoher Präzision
Eigens zum Etikettieren von Zeitungen hat die Tesa Bandfix AG,
Bergdietikon, in Kooperation mit der Lange AG, Urdorf, sowie der
Ringier Print Adligenswil AG, Adligenswil, ein Etikettiersystem
entwickelt, das auf die hohen Anforderungen in der
Zeitungsdruckindustrie abgestimmt ist. «Mit unseren Etikettieranlagen
lassen sich Etiketten nicht nur auf Titelseiten von Zeitungen
anbringen, sondern auf nahezu jeder beliebigen Seite – und zwar sehr
präzise mit einer Toleranz von nur zwei Millimetern», erklärt Bruno
Hiltl, Verkaufsleiter Inland bei Tesa Bandfix. Denkbar und möglich ist
beispielsweise das Applizieren von Etiketten, die auf etwas hinweisen,
oder das Aufbringen von brillanten, auf Wunsch auch mit glänzenden
Spiegeleffekten bedruckten Selbstklebestickern und Werbeklebern. Ferner
ist das Einkleben von Sammel- oder Bonuspunkten möglich, die sich
sauber von den Zeitungsseiten abziehen lassen, ohne dass dabei das
dünne Zeitungspapier reisst oder Kleberreste zurückbleiben. Ausserdem
ist das Einkleben von mehrlagigen Etiketten, Coupons, Rubbellosen oder
Labels  – auch fortlaufend nummeriert, damit sie als
Gutscheine oder Gewinnlose eingelöst werden können – oder das
Applizieren von Promotionen mit Response-Möglichkeiten realisierbar.
Um einen möglichst effizienten Produktionsvorgang zu gewährleisten,
werden die Etiketten bei der speziell zum Etikettieren von Zeitungen
entwickelten Methode nicht nachträglich auf die Seiten geklebt, sondern
direkt beim Drucken der Zeitung. Dieses Integrieren des
Etikettierprozesses in die Druckmaschine stellt besondere Anforderungen
an die Etikettiertechnik, da diese absolut zuverlässig funktionieren
und mit Hochleistung arbeiten können muss. Eindrücklich zu sehen ist
dieser Hochleistungs-Etikettiervorgang bei der Ringier Print
Adligenswil. Dort werden diverse, zum Teil sehr auflagenstarke
Publikationen wie Cash oder Blick gedruckt. Ringier Print Adligenswil
hat dazu vier Etikettierer direkt in ihre
Zeitungsrotationsdruckmaschinen integriert, die mit
Bahngeschwindigkeiten von bis zu 550m/min drucken. Beim Bedrucken der
Papierbahnen passen sich die Etikettiermaschinen automatisch an die
Bahngeschwindigkeiten der Druckmaschinen an.

Etikettenspeicher für einfachen Rollenwechsel
Die grosse Herausforderung, die bei dieser Etikettierlösung bewältigt
werden musste, bestand vor allem darin, ein sehr schnelles, sehr
präzises und absolut zuverlässig laufendes Etikettiersystem zu
entwickeln, um den Zeitungsdruckprozess nicht zu verzögern. Neben der
hohen Leistung solcher Etikettiergeräte ist es eine Notwendigkeit, dass
eine leere Etikettenrolle im vollen Lauf durch eine neue ersetzt werden
kann. Technisch umgesetzt wurde dies durch sehr grosse so genannte
Speicher, mit denen die Etikettierer ausgestattet sind.
Gerade beim Drucken von Tageszeitungen kommt es darauf an, dass der
vorgegebene enge Produktionszeitrahmen genau eingehalten wird. Die
geringste Zeitverzögerung würde bedeuten, dass die Zeitungen zu spät
bei ihren Abonnenten oder am Kiosk oder POS ankommen. Daher ist es
problematisch, den Zeitungsdruckprozess in irgendeiner Art zu
verändern. «Uns war von Anfang an klar, dass wir 100-prozentig
funktionierende Etikettiersysteme liefern müssen – und zwar ohne
Kompromisse. Denn wenn sich das Ausliefern einer Tageszeitung
verzögert, entstehen immense Folgekosten. Aus diesem Grund haben wir
vom ersten Entwicklungstag an mit den Maschinenentwicklern von Tesa
Bandfix zusammengearbeitet», erklärt Willi Ringeisen, Verkaufsleiter
der Lange AG. Und Bruno Hiltl von Tesa Bandfix ergänzt: «Mit unserer
gemeinsamen Entwicklungsarbeit und unserem gemeinsamen Auftritt als
Kooperationspartner bieten wir unseren Kunden hohe Sicherheit und
zuverlässige Produktionsprozesse – und das zu einem ausgesprochen guten
Preis-Leistungsverhältnis.»

Die Newspointer stossen auf grosses Interesse
Jost Keiser, stellvertretender Marketing- und Verkaufsleiter der
Zeitungsdruckerei, betont, dass die Newspointer – so werden die in die
Zeitung eingeklebten Etiketten bei Ringier Print Adligenswil genannt –
auf grosses Interesse stossen: «Unsere Kunden interessieren sich sehr
für diese neue Etikettiermöglichkeit, die wir seit Anfang dieses Jahres
anbieten. Die Newspointer sind ein hervorragendes Instrument, um die
Absatzförderung zu unterstützen und ein starkes Interesse bei den
Leserinnen und Lesern zu wecken.»
  

Irene Jung

SPRI sendet Spitzenjahrgang in die Berufswelt

138 Kandidaten aus der ganzen Schweiz sind zur diesjährigen eidgenössischen Prüfung für PR-Fachleute angetreten: 88,4 % haben bestanden.

138 Kandidaten aus der ganzen Schweiz sind
zur diesjährigen eidgenössischen Prüfung für PR-Fachleute angetreten.
Davon haben 122 (88,4 %) bestanden. Sie tragen ab sofort den Titel
«PR-Fachfrau bzw. PR-Fachmann mit eidgenössischem Fachausweis». Das
Schweizerische Public Relations Institut (SPRI) hat in der
Deutschschweiz mit 78 erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten – bei
einer Erfolgsquote von 88,4 % – zu diesem Ergebnis beigetragen. Laut
einer Pressemitteilung hat das Institut in der Westschweiz mit einer
Erfolgsquote von 91,3 % ein Spitzenresultat erzielt.

Trau keinem Werber über dreissig

Nachwuchswettbewerb Für eine neue Kampagne der Schweizer Presse sind diesmal die jungen Kreativen gefordert.

Nachwuchswettbewerb Für eine neue Kampagne der Schweizer Presse sind diesmal die jungen Kreativen gefordert.Die Kampagne für die Schweizer Presse geht
in eine neue Runde. Nach den bestandenen Agenturen, die in den letzten
drei Jahren 34 Mal kreativ gezeigt haben, was ein Inserat alles kann,
ist diesmal der Nachwuchs gefordert. Am Wettbewerb der Schweizer Presse
können junge Kreative unter 30 einmal ohne bremsende Zensur durch einen
CD ihre Ideen entwickeln. Teilnehmen lohnt sich, denn es gibt nicht nur
ein Gewinnerteam, sondern gleich zwölf. Die prämierten Arbeiten werden
von Februar bis September 2006 in über 100 Zeitungen und Zeitschriften
der deutschen und welschen Schweiz publiziert.

Im Bestfall winkt Cannes
Für junge Talente eine Chance zum Auffallen, denn als neugieriges
Zielpublikum für diese Werbung zu Gunsten des Inserats gilt die ganze
Branche der Werbeauftraggeber sowie die Werbe- und Mediaagenturen. Bei
der Publikation werden die Namen der Gestalter sowie ihrer Agentur
bekannt gegeben. Für die zwölf prämierten Arbeiten wird je eine
pauschale Entschädigung von 5000 Franken bezahlt.
Die eingereichten Arbeiten sollen gemäss Ausschreibung «verständlich
und unterhaltend» sein und dem Publikum die Vorteile der Werbung in
Printmedien ins Bewusstsein rücken.
Nach  der Auswahl der zwölf Sujets filtert eine kompetente Jury
noch einmal zwei Teams aus, die zur Teilnahme am internationalen
Kreativ-Wettbewerb «Best Young European Team 2006» in eine europäische
Metropole eingeladen werden. Das dortige Gewinnerteam erhält – Lohn der
Liebesmüh – sogar eine Einladung an das Werbefestival Cannes 2006.
Um die Youngsters in den Agenturen zur Teilnahme an diesem «Young
Creative»-Wettbewerb zu motivieren, haben Matter & Partner
vorgängig selbst eine Kampagne lanciert. «Schick deinen CD in Pension»,
lautet die Headline. Im Visual sind bekannte Kreative zu sehen, die –
wohl angesichts der blendenden Kreativität des Nachwuchses – plötzlich
alt aussehen. Drei dieser augenzwinkernden Sujets werden in der
Fachpresse geschaltet. Als Erstes wurde Petra Bottignole, CD von Euro
RSCG, frühzeitig in den Ruhestand entlassen. Es folgte Alexander Jaggy.
Der CD von Jung von Matt/Limmat ist zum Fotoshooting gleichzeitig mit
einem älteren Herrn aufgeboten worden. Die Porträts der beiden wurden
dann im Computer kombiniert. Als Nächster wird noch Philipp Skrabal, CD
von Publicis, in Pension geschickt.
Detaillierte Infos zum Wettbewerb gibt es auf
.
    

Andreas Panzeri

P und Tamedia jetzt vernünftig

Kommissionierung Tamedia und Publicitas raufen sich zu einer Lösung zusammen.

Kommissionierung Tamedia und Publicitas raufen sich zu einer Lösung zusammen.Nach über einem Jahr haben Tamedia und
Publicitas in ihrer Auseinandersetzung rund um die 
Inseratekommission eine «Vernunftslösung» gefunden, «die die
Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft regelt». Dies sagte Otto
Meier, Generaldirektor von Publipresse, am Dienstag auf Anfrage.
Weitere Details werden bald bekannt gegeben.
Der Hintergrund: Nach dem Zürcher Pressedeal zwischen PubliGroupe und
NZZ im Juli 2004 hatte Tamedia das Kommissionierungsabkommen per Ende
2004 ausserterminlich gekündigt – wegen der «stark veränderten
Marktsituation im Grossraum Zürich».
Aus Tamedias Sicht herrscht somit seit dem 1. Januar 2005 ein
vertragsloser Zustand, bei der P betrachtet man die Kündigung jedoch
als nichtig. Auf die konkrete Lösung darf man nun gespannt sein, auch
weil Tamedia seit Anfang Jahr den Agenturen, die bei Tamedia-Titeln
direkt statt via Publimedia inserieren, eine
«Direktbuchungsentschädigung» gewährt.    

Markus Knöpfli

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