Clear Channel stiftet globale Unicef-Kampagne

Das Kinderhilfswerk hat gemeinsam mit Clear Channel Outdoor die erste globale Aussenwerbekampagne der Geschichte gestartet.

Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten
Nationen, hat gemeinsam mit Clear Channel Outdoor die erste globale
Aussenwerbekampagne der Geschichte gestartet. Mit einer Plakataktion
soll das Bewusstsein für die enormen Auswirkungen von HIV/AIDS auf
Kinder geweckt und verstärkt werden. Auf gleichzeitigen Veranstaltungen
in Johannesburg, London und New York enthüllten Prominente – darunter
Hollywoodgrössen wie Whoopi Goldberg und Sir Roger Moore – 
gemeinsam mit den Vertretern der beiden Organisationen am vergangenen
Donnerstag ein eindrückliches Plakat, das ein Kind zeigt, welches seine
Eltern beerdigt. Die Kampagne, gestiftet von Clear Channel Outdoor, ist
auf Plakatwänden und anderen Aussenwerbemedien in 50 Ländern rund um
den Erdball präsent, in der Schweiz startet sie am 21. November. Das
Kampagnensujet ist das Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs, der
auf riesige Resonanz bei Werbeagenturen aus aller Welt stiess. Die
preisgekrönte Idee von Bester Burke, einer Agentur in Kapstadt,
Südafrika wurde aus über 300 Einsendungen ausgewählt.

FCB Leutenegger Krüll spielt im Radio Theater

Für Theaterbegeisterte ist der Rigiblick ein kleines feines Theater. Und für Gourmets ist der Rigiblick eine Spitzenadresse unter den Schweizer Restaurants.

Für Theaterbegeisterte ist der Rigiblick
ein kleines feines Theater. Und für Gourmets ist der Rigiblick eine
Spitzenadresse unter den Schweizer Restaurants. FCB Leutenegger Krüll
bringt beides unter einen Hut. Und zwar in vier theatralischen
Radiospots, die Zürcherinnen und Zürcher auf den Züriberg locken
sollen. Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Elfriede Jelinek und Hugo
Loetscher lieferten die Vorlagen, Mike Krüll erdachte das Konzept,
Daniel Rohr vom Theater Rigiblick und Pascal Ulli, der demnächst in der
Produktion „Tod eines Handlungsreisenden“ zu sehen sein wird, liehen
den Spots ihre Stimmen. Herausgekommen sind vier Minihörbücher, die man
sich auf der Website von  FCB Leutenegger Krüll auf dem
Trommelfell zergehen lassen sollte.

99 Kampagnen im Rennen für Swiss Effie

Noch nie bewarben sich so viele Kampagnen um den Preis für effiziente Marketingkommunikation Swiss Effie wie in diesem Jahr.

Noch nie bewarben sich so viele Kampagnen
um den Preis für effiziente Marketingkommunikation Swiss Effie wie in
diesem Jahr: Ganze 99 Eingaben wird die Jury unter dem Präsidium von
Richard Kühn im Laufe der nächsten Monate beurteilen, wie der Branchenverband BSW mitteilte. Die meisten
Einsendungen gab es für die Kategorie Verbrauchsgüter/Nahrungsmittel (21), gefolgt von
Finanzdienstleistungen (17), Gebrauchsgüter (14), Verbrauchsgüter Non
Food (13), Medien (11), Non-Profit-Organisationen (11),
Dienstleistungen (10) und Handel (2). Keine Teilnehmer gab es in der
Kategorie Investitionsgüter. Die Preisverleihung der Swiss Effie 06 in
Gold, Silber und Bronze findet am 23. März 2006 in Zürich statt.

Haifaif wird eigenständige Zeitung

Ab Januar 2006 wandelt sich die Jugendbeilage der Südostschweiz Tageszeitungen zu einer eingeständigen Zeitung.

Ab Januar 2006 wandelt sich die
Jugendbeilage Haifaif der Südostschweiz Tageszeitungen zu einer
eingeständigen Zeitung. In den Lesegenuss des rund zweieinhalb-jährigen
Blattes werden exklusiv die Mitglieder des Memberclubs «high5» kommen.
Die Anfangsauflage der Jungendzeitung liegt zwischen 11 000 und 12 000
Exemplaren und wird den Club-Mitgliedern alle zwei Wochen per Post
zugestellt. Mit der Eigenständigkeit wandelt sich auch das
Erscheinungsbild und wird leicht modernisiert. Ausserdem sind von den
rund vierzig freiwilligen Jungjournalisten im Alter von 15 bis 25
Jahren einige inhaltliche Veränderungen zu erwarten. Sowohl Haifaif wie
auch der Memberclub bleiben weiterhin Produkte des Südostschweiz
Verlages. Die Abonnenten einer Südostschweiz Zeitung können die
Jugendzeitung via eine «high5»-Mitgliedschaft bestellen.

Euro RSCG Zürich «macht dä Trick»

Für «Undercover» kehrt die Agentur den Product-Placement-Spiess um.

Product Placement im Film ist nicht neu.
Dass es auch andersherum geht, zeigt der aktuelle TV-Spot für das
Bundesamt für Gesundheit.Just zum Start von „Undercover“, dem
neuesten Streich von Viktor Giacobbo, können sich die Schweizerinnen
und Schweizer die witzigste Szene des Films schon vorab am TV
anschauen. Und zwar im neuesten Love-Life-Stop-AIDS-Spot. Euro RSCG
Zürich machte aus der Szene, in der die Hauptfigur „Undercover“ (Viktor
Giacobbo) seine Chefin mit dem „Gummi-Trick“ scharf macht, kurzerhand
einen dreissigsekündigen TV-Spot. Diese Form der Kooperation zwischen
Film und Werbung ist neu und macht für beide Parteien Sinn. Freuen Sie
sich auf den schusseligen Geheimagenten „Undercover“, der ab 3.
November im Kino läuft. Und schon jetzt im neuen Love-Life-Stop-AIDS-Spot.

Motorola wechselt zu Mindshare

Nach einem Pitch verschiebt der US-Elektronikkonzern sein europäisches Mediabudget.

Der amerikanische Elektronikkonzern
Motorola hat Mindshare mit seinem europäischen Mediabudget betraut.
Laut einer Meldung von New Business fiel der Entscheid nach einem
Pitch. Bisher war Universal MaCann Motorolas weltweite Mediaagentur.
Sie musste allerdings bereits im Frühjahr das US-Mandat an Carat
abgeben.

Die Actionheldin

Annette Weisskopf macht seit zehn Jahren Promotionen mit ihrer Action in Zürich und expandiert jetzt auch im Osten.

Annette Weisskopf macht seit zehn Jahren Promotionen mit ihrer Action in Zürich und expandiert jetzt auch im Osten.Ihre jährlichen Partys sind legendär. Doch
heuer soll es ganz speziell werden. Annette Weisskopf feiert das
Zehnjährige ihrer Promotionsagentur. Am 25. November gibt es dazu ein
Töffrennen. Poket-Bikes, um genau zu sein. Rund um den Rundkurs dröhnt
vom Live-Streaming bis zum Rock-DJ alles, was einer Agentur würdig ist,
die sich ihren Namen mit Action gemacht hat.

Annette Weisskopf ist die Gründerin und Geschäftsführerin von Action
Agency. Sie und der Partner Noel Boller besitzen je die Hälfte der
Aktien. Die Agentur funktioniert mit fünf Festangestellten in Zürich
und kann auf ein internationales Netzwerk von freien Fachleuten zählen.
Dazu gibt es eine Kartei mit rund 800 Promotoren. Diese kommen je nach
Kunde zum Einsatz. «Wir brauchen mehrheitlich jüngere Leute, da der
Markt im Jugendbereich am grössten ist», erklärt die Chefin. Ergeben
hat sich diese Entwicklung durch immer mehr Kunden aus der
Telekommunikations- und Gastronomiebranche.

Seit drei Jahren hat Action auch eine Niederlassung in Wien. Sie
entstand, weil die Marketingabteilungen von Nike und Nokia in
Österreich sind. Viele Meetings führten somit in die Donaustadt,
Kontakte haben sich ergeben «und schliesslich haben sich die richtigen
Partner getroffen». In Wien beschäftigt Action fünf Leute, zwei davon
Teilhaber. «Das ist das beste System bei einer Niederlassung im
Ausland. Die Verantwortung muss vor Ort sein.» Eine weitere Expansion
wird wahrscheinlich im nächsten Jahr in Prag zum Thema. In Tschechien
ist Noel Boller bereits mit seiner Swiss Call präsent. «Hier könnten
sich weitere Synergien ergeben.» Action setzt das Call Center für seine
Outbound-Aktivitäten ein.

Ein Viertel der Aufträge bei Action kommt von Werbeagenturen. Der Rest
sind direkte Kundenanfragen. Bei Tele 2 zum Beispiel galt es, den
Launch für das mobile City-Netz in Zürich mit einer Guerilla-Action zu
propagieren. Wie immer startete Action mit einem Brainstorming beim
Kunden. «So können wir die Strategie optimal erkennen und umsetzen.»
Action ist schliesslich mit einem Gadget-Handy aus Mint-Pastillen in
die Bars und Beizen im Empfangsbereich von City-Netz gegangen.
Für Swisscom Mobile war die Strategie eine Skyline-Tour mit Partys wie
etwa am Zürcher KV-Fest sowie Wakeboard-Veranstaltungen. Hier hat
Action in einem Zelt ein Flirtgame lanciert.
Und für Dr. Oetker fahren die Promotoren im November mit neun
Mikrowellen-Öfen auf einem Retro-Anhänger durch die Schweiz und
verteilen knusprige «Intermezzo»-Pizza. Wie immer ist auch diese Aktion
mit einem Wettbewerb gekoppelt, «weil man so die Kontakte besser messen
kann».

Solche Below-the-line-Massnahmen «werden immer wichtiger». Bei ihrem
Start vor einer Dekade hat Action mehrheitlich Events organisiert. «Man
hatte viel Budget, um seine Mitarbeiter zu motivieren und gelegentlich
extrem viel Budget für Grosskunden-Events. Das ist heute definitiv
nicht mehr der Fall.» Waren es früher 80 Prozent Events und 20
Promotion, so betreut Action heute 70 Prozent Promotionen und nur noch
30 Event. «Man geht mit seiner Botschaft direkt zum Endverbraucher,
denn hier ist die Messbarkeit viel besser als im Eventbereich. Dort ist
der Streuverlust inzwischen viel zu gross.» Und eine Marketingabteilung
müsse ja schliesslich belegen können, wie sie ihre halbe Million
ausgegeben hat. «Das war vor zehn Jahren nicht immer der Fall.»

Annette Weisskopf ist im Bereich Promotion eine Selfmade-Frau. Gelernt
hat sie zum Teil von ihrem Vater, der als Unternehmer zum Beispiel
Faltdisplays produzierte. Die Tochter ist für diese Produkte zwei Jahre
lang von Messe zu Messe gezogen. Noch in der Mittelschule träumte sie
davon, Geologin zu werden. Das war aber mit dem Hinschmiss der Schule
noch vor der Matur hinfällig. Eine Lehre als Bijouterie-Verkäuferin
diente schliesslich als Brücke zum Marketing.

Eine Zeit wirkte Annette Weisskopf als Bookerin für die Modellagentur
Option in Zürich. Ihrem Wunsch gemäss «alle zwei Jahre ein Wechsel» hat
sie die Mad Company Promotion mitgegründet. Die Idee dieser Agentur
war, Models nicht nur für Fotos einzusetzen, sondern auch für Events
auf dem Platz als eine Mischung von Acts und Promotion. Aus diesem
Konzept hat sich schliesslich die Action entwickelt. Die Gründung vor
zehn Jahren mit einer damaligen Partnerin erfolgte «ohne Geld. Nur mit
der Idee und vielen Kollegen, die uns geholfen haben».
Das Ziel für die Agentur heisst: «Nicht grösser werden als acht Leute.
Denn nur so bleibt das Unternehmen flexibel und ich kann meine
Philosophie und Herzblut bewahren», erklärt Weisskopf. In einem
grösseren Betrieb müsste sie «ein Kontroll-
Freak werden». Heute funktioniert die Action wie eine Familie, nicht nur, weil auch noch die Schwester Eve im Team dabei ist.

Ihre Ideen findet Annette Weisskopf bei Partys und beim Austausch mit
einem grossen Freundeskreis «aus allen Branchen». Der Hektik der
Promotionen auch wieder mal entfliehen, kann sie dank ihrem Hund, der
regelmässig um seine längeren Spaziergänge bellt.

Andreas Panzeri

«Programmideen zu generieren, ist nicht meine Aufgabe»

Seit gut zwei Monaten leitet Anke Schäferkordt RTL Deutschland, zu dem unter anderem die Sender RTL, RTL 2, Vox und n-tv gehören.

Seit gut zwei Monaten leitet sie die RTL-Gruppe Deutschland, zu der unter anderem die Sender RTL, RTL 2, Vox und
n-tv gehören. Ein nicht gerade einfaches Unterfangen, gilt es sich
trotz sinkenden Werbeeinnahmen im hart umkämpften Fernsehmarkt zu
behaupten. «Ich muss eine Atmosphäre schaffen, in der die Mitarbeiter
Spass an der Arbeit haben und auch wirklich motiviert sind», umreisst
Anke Schäferkordt eine ihrer Hauptaufgaben. Durch einen offenen und
geradlinigen Führungsstil versucht sie ein Umfeld zu ermöglichen, in
der neue Ideen entstehen können. Trotzdem sei nicht jede
Primetime-Stunde mit eigenproduzierten Serien zu füllen – denn das
könne nicht finanziert werden und mache auch keinen grossen Sinn:
«Letzten Endes muss die Mischung im Programm stimmen.» Mehr über die
Geschichte und die Zukunftspläne von RTL, mögliche Nebengeschäfte der
Sendergruppe sowie Anke Schäferkordts Einschätzungen zur Schweizer
TV-Szene lesen Sie in der Werbewoche vom 3. November 2005.
Kein Abo?
Einzelausgaben der Werbewoche können bei Ginette Peter –
– bestellt werden (CHF 8.00 +
MwSt./Porto).

Berner Schönheitskomplex

Beauty Für die Eröffnung des ersten Nivea-Shops der Schweiz im Berner Warenhaus Loeb liess Deutschlands Körperpflegegigant nicht nur die schönste Schweizerin antraben.

Beauty Für die Eröffnung des ersten
Nivea-Shops der Schweiz im Berner Warenhaus Loeb liess Deutschlands
Körperpflegegigant nicht nur die schönste Schweizerin antraben, sondern
spielte auch die typisch schweizerische Städterivalität aus. Dafür
spannte sie die Hausagentur FCB Leutenegger Krüll ein. Hier folgerte
man logisch und schrieb die Headline nicht nur auf Streifeninseraten
für Pendlerzeitungen von und nach Bern, sondern auch auf über 1300
T-Shirts. Obwohl diese nicht verteilt, sondern verkauft wurden, waren
sie alle nach zwei Tagen weg. 

Werber, moppelt doppelt!

Röstigraben Ist der Anzeigenmarkt national oder regional? Willkommen zum Fight zwischen Tamedia und Edipresse.

Röstigraben Der Anzeigenmarkt ist national,
behauptet Tamedia. Die Kunden werben sprachregional, glaubt Edipresse.
Für die Westschweizer Pendlerzeitungen ist dieser Punkt zentral. Im Kampf um die richtige Strategie bei der
Lancierung einer Pendlerzeitung für die Westschweiz gehen die Meinungen
von Edipresse und Tamedia auseinander. Schon die Bedürfnisse des
Werbemarktes werden diametral verschieden eingeschätzt. So liess die
Tamedia-Chefetage vernehmen, der Werbemarkt verlange eine
sprachregionenübergreifende Plattform auch im Bereich Tageszeitung –
was für das Produkt 20 Minuten/20 minutes sprechen würde.
Edipresse-Generaldirektor Tibère Adler glaubt dagegen nicht, dass
Tamedia aus einer gesamtschweizerischen Zeitung Profit schlagen kann.
«Der Werbemarkt ist nicht national», sagte er am 26. Oktober. In der
letzten Werbewoche doppelte Le-Matin-Chefredaktor Peter Rothenbühler
nach: «Anzeigenraum gesamtschweizerisch anzubieten, tönt einfach, ist
in der (sprach-) grenzübergreifenden Praxis aber das Gegenteil. Auch
wenn ein Anbieter alles abzudecken glaubt, muss trotzdem differenziert
geworben werden.»

Simultan oder separat?
Welche These stimmt? Wollen die Werbekunden vermehrt ein und dasselbe
Produkt gleichzeitig in beiden Sprachregionen bewerben oder planen sie
ihre Werbeauftritte diesseits oder jenseits des Röstigrabens trotzdem
separat? Die Werbewoche fragte nach. Reader’s Digest zum Beispiel
bietet Das Beste und Sélection seit einem Jahr mit einem Kombirabatt
von 10 Prozent an. «Im Grunde hat sich deswegen nichts geändert, wir
haben nicht explizit mehr Kunden», erklärt Gebietsverkaufsleiter Ruedi
Geisselhardt. Auch der Anteil jener Kunden, die beide Titel buchten,
sei mit 20 bis 25 Prozent stabil geblieben. (1:0 für die
Edipresse-These.)
Anders gelagert sind die Erfahrungen bei KI-Media. Gemäss
Anzeigenleiterin Yvonne Müller beträgt der Anteil der Doppelbucher bei
den Parallel-Titeln K-Tipp und Bon à savoir rund 75 Prozent mit
steigender Tendenz und ohne Kombirabatt. Punkt für Tamedia: 1:1. Müller
votiert aber noch aus anderen Überlegungen für die Tamedia-These: Da 80
Prozent der Werbeaufträge in der Westschweiz von Deutschschweizer
Auftraggebern oder Agenturen stammten, sei es von strategischem
Vorteil, mit einer bekannten Printmarke beide Regionen abzudecken.
Viele Deutschschweizer Mediaplaner wüssten ohnehin kaum Bescheid über
das Titelangebot in der Romandie.

Ein Viertel mit dem Kombi
Auch im Bereich Tageszeitungen existiert mit dem Business-Kombi (NZZ –
Le Temps) ein Anzeigenpool, der mit etwa 8 Prozent Rabatt den
Röstigraben überbrückt. Bei Le Temps generiert das Kombi gemäss
Anzeigenleiterin Marianna Di Rocco rund 25 Prozent des Umsatzes.
«Sowohl die Zahl der Doppelbucher als auch ihr Umsatzanteil nahmen seit
Anfang 2004 zu. Letzterer wuchs um jährlich 10 Prozent», sagt Di Rocco.
Tamedia punktet: 2:1.
Da stellt sich die Frage, weshalb vor einem Jahr der
sprachregionen-übergreifende Swisspool II (fünf Deutschschweizer Titel
in Kombination mit den Edipresse-Zeitungen 24 Heures und Tribune de
Genève) ersatzlos gestrichen wurde. Wären die Doppelbucher im Trend,
hätte man bestimmt zum neuen Metropool einen Metropool II gebildet. Das
tat man aber nicht, was für die Edipresse-Argumentation spricht: 2:2.
Weder Edipresse noch Publicitas waren bereit, zu Swisspool II Stellung
zu nehmen.
Eine dezidierte Meinung vertritt hingegen Publipresse-Direktor Otto
Meier. «Es gab bisher kein sprachübergreifendes Angebot, das Erfolg
hatte», sagt er – und verhilft Edipresse zum Vorsprung: 3:2. Der
Swisspool II habe zwar gut funktioniert, doch primär als Gesamtangebot
für Print. Meier: «Die Mediaplanung erfolgt aber nach Sprachregionen.»
 Jean-Pierre Grey, beim Lausanner Verlag Promoguide verantwortlich
für die Gratis-Kinozeitschriften Film demnächst und Avant première
(Kombirabatt: 15 Prozent) stützt dagegen die Tamedia-These, denn bei
seinen Magazinen macht er einen Trend zu Doppelbuchungen aus. Ihr
Anteil betrage bereits rund 60 bis 70 Prozent. Punkt für Tamedia: 3:3.

Ringier – nationaler Routinier
In diesselbe Richtung wie Grey kickt auch Karlfrieder Fuchs,
Anzeigenverantwortlicher bei der Coop-Zeitung. Allerdings unterscheidet
er bei seinem Blatt und dem Schwestermagazin Coopération drei
Kundensegmente. Zum einen bucht Coop selbst und belegt mit ein und
demselben Produkt jeweils gleich alle drei Ausgaben der eigenen
Kundenzeitung. Dasselbe empfehle man jenen Markenartikelherstellern,
die ihre Produkte über Coop vertrieben, sagt Fuchs. Drittinserenten,
also Werbekunden, die mit Coop nichts zu tun haben, tragen bei der
Coop-Zeitung nur 15 bis 20 Prozent des Umsatzes bei. «Davon buchen 60
bis 70 Prozent in nur einer Sprachregion, doch die Zahl der Doppel-
oder gar Dreifachbucher nimmt zu», sagt Fuchs. Tamedia – Edipresse: 4:3.
Erfahrungen in beiden Märkten macht man seit langem bei Ringier, wo ja
auch Tamedia-CEO Martin Kall seine ersten Schweizer Sporen abverdient
hat. Ringier ist nicht nur in allen Landesteilen mit eigenen Titeln
vertreten (und denkt ebenfalls über eine Gratiszeitung nach), der
Konzern führt in der Deutsch- und Westschweiz auch Angebote mit
ähnlichen Konzepten und vergleichbarem Zielpublikum: Illustré und
Schweizer Illustrierte (SI), die beiden Al dente, Programmzeitschriften
wie Tele und TV8 sowie Edelweiss und Bolero. Doch Thomas Passen,
Ringiers Leiter Leser- und Werbemarkt, differenziert. «Bei Illustré und
SI haben wir auch ohne Kombirabatt viele Doppelbucher, und sie nehmen
zu. Bolero und Edelweiss dagegen weisen trotz Kombirabatt von 10
Prozent wenig Doppelbucher auf.» Die beiden Frauentitel seien nicht
ganz identisch positioniert, sagt Passen. Und noch eine Differenzierung
bringt er an: Der Tageszeitungsmarkt funktioniere anders, dort sei das
Hauptgeschäft lokal, weshalb Doppelbucher immer die kleinere Rolle
spielen würden.

Zahl der Doppelbucher wächst
Für die Edipresse-These spreche zudem, dass die Kunden aus der Romandie
zu den Westschweizer Titeln eine starke Verbundenheit zeigten. Dennoch
ist auch Passen überzeugt, dass die Zahl der Doppelbucher generell
wachsen wird: «Das ergibt sich nur schon aus der zunehmenden
Internationalisierung der Mediabudgets.» Auch die Tatsache, dass
Mediaagenturen immer stärker in grosse Netzwerke eingebunden werden,
spreche dafür.» Weiter stellt er fest, dass die Romandie als Markt
stärker wahrgenommen wird. «Agenturen und Auftraggeber verlangen immer
öfter Offerten für beide Sprachregionen», sagt er. Support erhält
Passen von Daniel Pillard, Direktor von Ringier Romandie. «Al dente hat
ebenfalls immer mehr Doppelbucher, ebenso unsere Zeitschriften Montres
passion und Uhrenwelt», sagt er. Und dann zieht der Romand ein
eindeutiges Fazit: «Tamedia hat die bessere These.» (Zürich schlägt
Lausanne klar mit 5:3.)

Markus Knöpfli

    

Elektronische Medien im Vorteil
Die Bedeutung eines über den Röstigraben hinweg funktionierenden
Werbemarktes beurteilen Werbefachleute unterschiedlich. «Wenn ich
Mediaplanern und Werbern auf die Finger schaue, dann gibt es sicher
dafür einen Markt mit Titeln gleicher Ausrichtung und Konzepte», sagt
Sandro Prezzi, Managing Director bei mediaegis:cia. Wer früher etwa 20
Minuten gebucht habe, habe in der Westschweiz Le Matin als Tabloid
dazugenommen. Doch die leichte Buchbarkeit solcher Kombinationen sei
noch keine Gewähr, dass auch gekauft werde. «Es ist spannend, was in
der Romandie momentan passiert», sagt Cosima Giannachi von Mindshare,
sie misst den sprachregionalen Aspekten jedoch weniger Bedeutung zu,
weil es für ihre Agentur wichtiger sei, die Medien richtig
anzusprechen, unabhängig von buchungstechnischen Vorteilen. Auch für
Dietmar Bemberg von Optimedia gehört die Überwindung des Röstigrabens
zum Branchen-Basiswissen von vor 40 Jahren und sei angesichts der
Lancierung von 20 Minuten in der Westschweiz kein Thema. «Für die
Werber ist es viel wichtiger, dass es in der Romandie nur einen
Gratistitel gibt.» Dass es keinen sprachübergreifenden Markt gebe,
damit habe man sich abgefunden, sagt Christof Kaufmann von OMD. Um
sowohl in der Deutsch- wie auch in der Westschweiz präsent zu sein,
müsse man sich an bestehende Medien adaptieren.

Eine gute Sache findet Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger die
Idee des sprachübergreifenden Marktes. Auf sein Medium bezogen seien
beim bestehenden Swiss-Radiopool jedoch nicht die stärksten Sender mit
dabei. Kein Problem gibts damit in der Kinowerbung, die lässt sich
entsprechend untertiteln. Für Jean Claude Bruhin von Cinecom ist der
sprachübergreifende Aspekt von zentraler Bedeutung. Die nachhaltigste
Überwindung der Sprachgrenzen liefert SRG-Vermarkterin Publisuisse
national werbenden Kunden aus einer Hand, laut Kommunikationsleiter
Peter Kaufmann «der grosse Vorteil». Es liegt in der Natur der
elektronischen Medien, dass presseseitig auch mit unzähligen und
komplizierten Kontakten keine vergleichbare Wirkung erzielt werden
kann. (rw)  

Hochglanzakt der NZZ

Supplement Die NZZ lanciert eine neue Hochglanzbeilage. In der ersten Nummer gehts um Uhren und Schmuck.

Supplement Die NZZ lancieren eine neue Hochglanzbeilage. In der ersten Nummer gehts um Uhren und Schmuck, weitere sind geplant.Noch können die Macher erst das Titelblatt
herzeigen, weil die Endproduktion nicht so weit fortgeschritten ist.
Dennoch soll die erste Nummer der neuen Hochglanzbeilage schon am 8.
November der NZZ und der NZZ am Sonntag am 13. November beiliegen. Und
sie ist vom gewohnten Understatement des Hauses an der Falkenstrasse
begleitet, wo man Neuerungen nur mit möglichst langfristigem Fokus
angeht, um sie dann im Status eines Experimentes zu lancieren, wie zum
Beispiel der zögerliche Umgang bei der Einführung von Farbbildern im
Traditionsblatt illustriert. NZZ-Koordinator Beat Brenner, der das
jüngste Kind aus dem Hause auf Anfrage hin kommuniziert, will denn auch
nichts wissen von einem neuen Beilagen- geschweige denn Magazinkonzept.
So lernt folgerichtig das jüngste Kind, dem Thema Uhren und Schmuck
gewidmet, im Experimentierstatus laufen. Brenner verneint, dass hier
erstmals die Redaktion von NZZ und NZZ am Sonntag zusammenarbeite und
betont, es sei nicht das erste Supplement, welches beiden Titeln
beigelegt werde. Man erinnere sich an die Beilage zur Fussball-EM in
Barcelona, die ähnlich dem NZZ-Folio aufgemacht war.
«Neu ist, dass diesmal alles redaktionsübergreifend auf einer
wesentlich breiteren Ebene angegangen wurde», so Brenner. Er betont,
dass die Initiative für das Vorhaben von den Redaktionen ausgegangen
und bereits im Februar eingeleitet worden sei. Für Uhren und Schmuck,
bisher jeweils im Frühling in einer Beilage abgehandelt, habe man sich
entschieden, weil das Thema im Herbst zu kurz komme, aber dennoch
aktuell sei. Knappe Platzverhältnisse im Stilbund der NZZ am Sonntag
sowie über die Jahre wiederkehrende Diskussionen, ob gängiges
Zeitungspapier die adäquate Präsentationsform für Luxusgüter sei,
sprachen schliesslich für eine Hochglanzbeilage. «Selbstverständlich
ist das Ganze eine delikate Geschichte, denn wir wollen auf keinen Fall
in Konflikt mit NZZ-Folio kommen», sagt Brenner. Klar war auch von
Anbeginn, dass beide Redaktionen autonom entscheiden, welche Stoffe ins
Blatt gerückt werden sollen. Publireportagen waren nie Thema.

Ungewöhnliches Format
Die erste Nummer des Supplements wird im Umfang von 60 Seiten in einer
Auflage von 312 000 Exemplaren NZZ und NZZ am Sonntag beiliegen. Darin
eingerechnet sind die Zusatzauflage sowie befristete Gratisabos beider
Blätter. Brenner schätzt den Anteil redaktionell erarbeiteter Beiträge
auf etwa 53 Prozent. Stilistisch und typografisch nimmt das vierspaltig
gehaltene Supplement Elemente aus beiden NZZ-Titeln auf. «Es ging uns
darum, etwas zu schaffen, das für die NZZ und vielleicht auch für die
NZZ am Sonntag etwas Aussergewöhnliches ist», sagt Brenner. In der Tat
ungewöhnlich ist das Format. Mit 28 mal 40 Zentimetern, einmal in der
Mitte gefalzt, ist es eine klare Absage an gängige Massentauglichkeit.
Das Format soll bei einer geneigten Leserschaft im selbstredend höheren
Einkommenssegment für Aufmerksamkeit sorgen und ihr den tiefen Blick
bis in feinste Verästelungen des Uhren- und Schmuckhandwerks erlauben.
Kompetenz und Know-how sollen sich im Blatt mit Esprit und Modernität
verbinden.
Im Nachgang einer ersten Präsentation des Projektes bereits im
vergangenen Juni werteten Mediaplaner das Projekt als unspektakulär. Im
Juni sei jedoch erst eine kurze Beschreibung sowie der Entwurf des
Titelblattes der Beilage verfügbar gewesen, desto unverständlicher ist
für Brenner die Kritik. Der Vorstoss ins Hochglanzzeitalter bewältigt
die NZZ mit vorhandenem Workpower, «neben den normalerweise anfallenden
redaktionellen Aufgaben», allein das Layout ging nach auswärts zu den
NZZaS-Designern Simon Esterson und Mark Porter. «Danach werden wir
besprechen, was wir im kommenden Jahr machen werden», sagt Brenner.
Denkbar sind dann weitere zwei bis drei Supplements, doch vor der
Auswertung der ersten Hochglanzerfahrungen ist das letzte Wort noch
nicht gesprochen.

René Worni

Web2com begrüsst neue Mitarbeiter

Der Online-Vermarkter verstärkt sich mit einem Account Manager, einem Account Executive, einem Mediaplaner und einer Campaign Managerin.

Vier neue Mitarbeiter verstärken das Team von Web2com. Dominic von Moos widmet sich in seiner
neuen Funktion als Account Manager ausschliesslich der
Kundenakquisition und -betreuung im Bereich des Online-Marketings. Er
hat Marketing und E-Business an der Zürcher Hochschule Winterthur
studiert und war anschliessend bei der Jobsuchmaschine in Bern im
Verkauf tätig. Das Verkaufsteam verstärken Patrick Koller als
Account Executive, Roger Kreis als Mediaplaner und Rahel Müller als
Campaign Manager. Patrick Koller hat bereits langjährige Erfahrung im
Internet-Bereich gesammelt. Er arbeitete zuvor bei der Media-Agentur
Optimedia als Junior-Planer im Bereich Internet und anschliessend bei
PlanetActive als Junior Media Account Manager. Roger Kreis ist nach dem
Abschluss seiner KV-Lehre bei Publicitas zu Web2com gestossen. Rahel
Müller hat Erfahrung als Marketing-Assistentin bei der ABB gesammelt
und danach ihre Weiterbeildung als diplomierte SIZ-Webpublisherin
abgeschlossen. Sie ist für die Einbindung der Werbemittel und damit für
den korrekten Ablauf der Online-Kampagnen verantwortlich.
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