Anlässlich der Schenkung seitens des
Benetton-Konzerns von einer bedeutenden Fläche Land in Patagonien zu
Gunsten der einheimischen Bevölkerungen, startet ein ambitioniertes
Online-Medienexperiment in sieben Sprachen. Offen für Gedanken, Ideen
und Zusammenarbeit, in Verbindung mit der Welt und den “Anderen”. (pr) Benetton Talk: die Firmengruppe
handelt, kommuniziert, was sie tut. Und hört zu: verfolgt aufmerksam
die Meinungen aus aller Welt. Die neue Webseite benettontalk.com
eröffnet einen Dialog mit the young web people über ein Thema von so
grosser Bedeutung, wie es das Land und die einheimischen Bevölkerungen
darstellen. So wird Benetton im Januar 2006 der lokalen
Provinzregierung von Chubut in Patagonien (Argentinien) eine Fläche von
7’500 Hektar zur Nutzung für die indigene Bevölkerung übergeben. Eine
symbolische Geste der sozialen Verantwortung, mit der ein Beitrag zum
Dialog im historischen Rechtsstreit zwischen dem Volk der Mapuche und
dem argentinischen Staat geleistet werden soll.
Zu diesem Thema leitet benettontalk.com ein Gespräch mit der
Web-community ein, um zu erzählen und sich erzählen zu lassen, um
Gedanken zu vertiefen und zum Verständnis aufzurufen, Resümees zu
ziehen, Unterschiedliches in seiner ganzen Vielfalt zusammenzusetzen.
„Alles gestützt auf ein Portal“, wie vom Herausgeber auf der Homepage
erläutert wird, „da das Web eine gute Möglichkeit ist, einen Dialog
einzuleiten und zu verhindern, dass Dialog zum Monolog wird. Nicht nur
weil das Internet interaktive Kommunikation ermöglicht, sondern auch
weil es an sich dazu zwingt, “Verbindung” zu Anderen aufzunehmen.“
Besucher von benettontalk.com haben Zugriff auf die beiden
Hauptsektoren, echte, selbständige Webseiten, die in regelmässigen
Abständen das Thema wechseln, sie können die News lesen und Fotos und
Videos ansehen, herunterladen und per E-Mail an Freunde versenden; oder
die Themen über eine grosse Auswahl einschlägiger Links vertiefen und
vor allem, eigene Ideen und Gedanken präsentieren, einen Dialog mit der
Website führen.
Neben dem Thema von Land und von den einheimischen Bevölkerungen in
Patagonien und in der Welt, behandelt und vertieft die multimediale
Erzählung – Text in sieben Sprachen (neben Italienisch in Englisch,
Französisch, Spanisch, Arabisch, Japanisch, Chinesisch), eine Galerie
von Bildern und Videos, Musik – auch das Problem der vom Aussterben
betroffenen Sprachen. Zwei Themen, die eine gemeinsame, dringliche
Notwendigkeit nach Schutz und Aufmerksamkeit verbindet, um nicht einen
Teil der Geographie und Geschichte der Menschheit unwiederbringlich zu
verlieren.
2006 wird das Abenteuer benettontalk.com mit Inhalten wie der
genetische Reichtum des Lebens, von Kriegen überschattete Kindheit und
weiteren globalen Themen fortgesetzt.
Sektor 1: Patagonia Talk und die Schenkung von Land in Patagonien
Dieser Sektor beginnt mit einer historischen Meldung: die
Schenkung verschiedener Territorien in Patagonien an die
argentinischen Behörden durch Benetton, damit sie zum Nutzen der
einheimischen Bevölkerung verwaltet werden. Zur Erzählung gehört auch
die Korrespondenz zwischen Luciano Benetton und dem argentinischen
Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der die Rolle eines
leidenschaftlichen Gesprächspartners übernommen hat.
Dann folgt ein Blick auf ähnliche Situationen in der Welt, und es wird
von der historischen Klage erzählt, die von den australischen
Ureinwohnern im vergangenen Oktober gegen ihre Regierung vorgebracht
wurde und mit der der Besitz eines ausgedehnten Territoriums von
Westaustralien, einschliesslich der Stadt Perth verlangt wird. So wie
die Übergabe der Eigentumsrechte für fast 700’000 Hektar Land an vier
einheimische Volksgruppen von Venezuela durch Staatspräsident Hugo
Chavez.
Schliesslich wieder zurück nach Patagonien, um die Region besser zu
verstehen, die mehr als jede andere in der westlichen Vorstellung als
Land am Rande der Erde und an der Grenze zur bevölkerten Welt verankert
ist. Behandelt werden die Reisebeschreibungen grosser Forscher wie
Darwin und Schriftsteller wie Chatwin (Reisetagebücher) wie auch der
Alltag auf den riesigen Plantagen (Auf der Estanzia), die Landkarte der
einheimischen Volksgruppen in Argentinien und die kosmische Weltsicht
der Mapuche: die Zeit, das Land, Heilkunde, aber auch die Sonne, Sterne
und die Musik.
Sektor 2: Babel Words
Nach jüngsten Schätzungen der Unesco stirbt alle zwei Wochen eine
Sprache aus. Am Ende unseres Jahrhunderts wird die Hälfte der auf der
Erde gesprochenen Idiome – 6’912 nach Ethnologue – verschwunden sein.
Sprachen sterben, wenn sie nicht mehr gesprochen werden. So sind heute
die gefährdeten Sprachen jene, die nur noch von alten Menschen
gesprochen und den Kindern nicht mehr gelehrt werden, aufgrund äusserer
Einflüsse oder durch Umstände innerhalb der Gemeinschaft, bedingt durch
die Veränderung des wirtschaftlich-sozialen Umfeldes, in dem sie
entstanden sind.
Babel Words erzählt von einigen dieser gefährdeten Sprachen: Defaka,
die Sprache einer kleinen Volksgruppe im südwestlichen Nigeria;
Dyirbal, eine von den Aborigines im Nordosten der australischen Region
Queensland gesprochene Sprache; Eyak, eine Sprache in Alaska, deren
Schicksal eng mit der weit über achtzigjährigen Marie Smith verbunden
ist, der einzigen Person, von der sie noch gesprochen wird.
Der Untersektor Voices on the Net präsentiert einige interessante
Webseiten zur Unterstützung stark gefährdeter Sprachen, durch
Abschriften und Wörterbücher, Tonaufnahmen, Bilder und Videos, die im
Web von Sprachen und Kulturen erzählen.