Plakative Volkserziehung

Plakatgeschichte Eine Ausstellung zeigt, wie das Plakat nach dem Ersten Weltkrieg als ideales Medium zum «Erziehen des Volkes» entdeckt worden ist.

Plakatgeschichte Eine Ausstellung der
Plakatsammlung des Museums für Gestaltung zeigt, wie das Plakat nach
dem Ersten Weltkrieg als ideales Medium zum «Erziehen des Volks»
entdeckt worden ist. In der Sowjetunion waren es die Anforderungen
kommunistischer Ideologie, welche die Bürger bis im trauten Heim auf
eine exemplarische Lebensweise verpflichteten. In den USA und
Deutschland animierten die wirtschaftlichen Höhenflüge der 20er-Jahre
dazu, die Bevölkerung zum absoluten Arbeitseinsatz aufzurufen. Dieser
moralische Zeigefinger im Plakat ist jetzt noch einmal zu entdecken in
der Gastausstellung in den Vitrinen der Schweizerischen Nationalbank in
Zürich.

44-köpfige Jury wählt «Journalisten des Jahres»

Im Auftrag des am 25. November erscheinenden Branchenhefts Schweizer Journalist erstellt eine Jury erstmals ein umfassendes Journalistenranking.

Im Auftrag des am 25. November
erscheinenden Branchenhefts Schweizer Journalist erstellt eine Jury
erstmals ein umfassendes Journalistenranking. Die Auszeichnung
«Journalisten des Jahres» sollen Personen erhalten, welche dieses Jahr
Aussergewöhnliches im Schweizer Journalismus geleistet haben – sei dies
in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur oder im Sport. Auch wird
der Beste Chefredaktor sowie die beste investigative Leistung im Jahr
2005 ausgezeichnet. Um den unterschiedlichen Sprachregionen gerecht zu
werden, wird in der Deutschschweiz, im Tessin und in der Westschweiz
eine eigene Wertung durchgeführt. Der Schweizer Journalist publiziert
die Liste der besten Journalistinnen und Journalisten Ende November in
der Startausgabe.
Die 30 Mitglieder der Jury für die Deutschschweiz:
App Rolf (Medien- und Wissenschaftsredaktor St. Galler Tagblatt),
Bärtschi Simon (Medien- und Nachrichtenredaktor Sonntagszeitung),
Baumann Oliver (Medienredaktor Aargauer Zeitung),
Berg Vivianne (Präsidentin der Freien Berufsjournalistinnen und -journalisten Zürich),
Berger Almut (Ex-Redaktorin Persönlich, Redaktorin Migros Magazin),
Boos Susan (Redaktionsleiterin Die Wochenzeitung),
Breu Michael (Präsident Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus und Redaktor SF DRS),
Brun Peter (Leiter Kommunikation Kuoni Schweiz, Ex-Programmleiter Radio 24),
Classen Oliver (Ex-Redaktor Werbewoche, Sprecher Erklärung von Bern),
Diener-Morscher Esther (Vizepräsidentin des Presserats, Freie Journalistin),
Egli von Matt Sylvia (Direktorin MAZ),
Furrer Marc (Präsident ComCom),
Gsteiger Fredy (Redaktor SR DRS, Ex-Chefredaktor Weltwoche),
Hitz Martin (Herausgeber Medienspiegel.ch),
Klein Ursula (Herausgeberin Kleinreport.ch),
Kropf Thomas (Ausbildner und Redaktor Schweizer Radio DRS),
Lipp Reto (Chefredaktor Stocks),
Luchsinger Fridolin (Leiter der Journalistenausbildung Ringier, Ex-Chefredaktor Blick/Schweizer Illustrierte),
Lüönd Karl (Publizist),
Meier Medard (Ex-Chefredaktor Bilanz),
Neininger Norbert (Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten, Präsidiumsmitglied Schweizer Presse),
Niemetz Alexander (Ex-Moderator des ZDF-«heute journal», Publizist),
Reist Bernard (Ex-Chefredaktor SDA, Informationschef Kanton Wallis),
Sprecher Margrit (Autorin),
Strehle Res (Chefredaktor Das Magazin, Präsident der Konferenz der Chefredaktoren und Chefredaktorinnen),
Trossmann Max (Blattmacher Berner Zeitung),
Wiegand Markus (Chefredaktor Schweizer Journalist),
Wigdorovits Sacha (Ex-Chefredaktor Blick),
Zimmermann Kurt W. (Weltwoche-Kolumnist, Ex-Chefredaktor Sonntagszeitung),
Zwyssig Toni (Leiter Ausbildung SF DRS).

Die zehn Mitglieder der Jury für die Westschweiz:
Ballif Eliane (Direktorin Centre romand de formation des journalistes, Produzentin TSR «droit de cité»),
Chapatte Pierre-André (Chefredaktor Le Quotidien Jurassien),
De Diesbach Roger (Ex-Chefredaktor La Liberté),
De Marco Rodolph (Chefredaktor Lausanne fm),
Derder Fathi (stellvertretender Chefredaktor RSR),
Jeannerat Ignace (stellvertretender Chefredaktor Le Temps),
Jean Romaine (Ex-Moderatorin, Produzentin TSR-«infrarouge»),
Varone Liliane (Ex-Autorin Le Matin),
Pozzy Gian (stellvertretender Chefredaktor l’Agéfi),
Blanc Pierrette (frühere Gerichtsreporterin Le Matin).

Die vier Mitglieder der Jury für das Tessin:
Allenbach Beat (Ex-Korrespondent Tages-Anzeiger im Tessin),
Blaser Marco (Ex-Generaldirektor des Schweizer Radio und Fernsehens italienischer Sprache RTSI),
Morresi Enrico (Präsident des Stiftungsrats des Schweizer Presserats),
Piffaretti Monica (Leitartiklerin und Ex-Chefredaktorin der Tageszeitung La Regione Ticino).

Strom ist nicht nur gelb

Energie FCBLK sensibilisiert Verbraucher mit einem Farbcode auf die Einführung der Deklarationspflicht der Stromherkunft.

Energie Ab 2006 ist
die Herkunft von Strom deklarationspflichtig. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) lanciert deshalb eine Sensibilisierungskampagne mit einem Farbcode von FCBLK.Dank der Öffnung des Strommarkts dürfte
aus dem Low-Interest- ein High-Interest-
Produkt werden und nebst dem
Preis- auch ein Wettbewerb um die ökologische Qualität der
Stromangebote entstehen. Die Konsumenten sollen nämlich künftig
zwischen den Anbietern und den Produktionsarten wählen können. Im
Zentrum dieser Entwicklung steht die informierte Kaufentscheidung und
damit die Kennzeichnung der Angebote. Wie seit längerem in Österreich
oder Kanada erhalten neu auch Stromverbraucher in Deutschland von ihren
Versorgern Infos über Herkunft, Zusammensetzung und Umweltauswirkung
des bezogenen Stroms.
Wie die EU-Mitgliederstaaten führt auch die Schweiz, wo die
Liberalisierung aber vor drei Jahren vom Volk abgelehnt wurde,
Markttransparenz mittels Kennzeichnungspflicht ein. Nebst dem Trend zu
dezentralen und heterogenen Technologien der Stromerzeugung dürfte es
bei den gut 900 Stromversorgern deshalb auch zu jenem des
differenzierenden Labelling der Produkte kommen. Dieser läuft auf eine
Sensibilisierung der Konsumenten vor allem für Elektrizität aus
erneuerbaren Energieträgern hinaus. Wenigstens kommunikativ sollen
diese Wettbewerbsvorteile erhalten. Im Geschäftsbericht des EWZ liest
man zur Kennzeichnung und Wahlfreiheit der Stromproduktionsart: «Ziel
ist die weitere Ökologisierung der Wasserkraft und der versträrkte
Einsatz von neuen Technologien, welche erneuerbare Energien nutzen.»

Jedem Strom seine Farbe
Auch für das EWZ stellte sich die Frage: Wie sollten Strombezüger für
die verschiedenen Produktionsarten sensibilisiert werden, dass also
Strom nicht gleich Strom ist? Und für etwas, das sie frei Haus
geliefert bekommen? Gesucht wurde ein prägnant-eigenständiger visueller
Auftritt, der sowohl die Zertifizierungen Naturemade Star und
Naturemade Basic und die EWZ-Unternehmenswerte aktiv miteinbezieht. Nur
auf unterhaltsame, niederschwellige Art. Schliesslich sollte die
Kampagne einen Lernprozess auslösen, der bis in die zweite
Kampagnenphase im nächsten Jahr anhält, in  welcher dann der
verordnete «Strommix» erklärt wird.
Die Agentur FCB Leutenegger Krüll wurde für diese Aufgabe engagiert,
weil sie ein Kampagnenkonzept ent-wickelt hat, das den EWZ-Strom und
seine Energieträger – selbst die Kernkraft – sympathisch, wertneutral
präsentiert. Dafür ging das Team um CD Mike Krüll bis zu den
Stromproduktionsarten zurück und gab ihnen die Farben, mit denen sie
von den meisten Leuten assoziiert werden. So entstand eine
Farbcode-Skala, die ausgeklügelter, weil bunter ist als die berühmte,
«monochromatische» des deutschen Stromversorgers Yellow Strom. Dadurch
soll der Strom ein Gesicht erhalten: Zum Beispiel der dunkelblaue
Ökostrom aus Wasserkraft, gelber Solarstrom, roter Strom aus Kernkraft
oder – zu einem späteren Zeitpunkt – der Ökostrom aus Biomasse, der
natürlich grün ist. Einzig der Strom aus fossilen Energieträgern hat
eine Farbe, auf die kaum jemand kommt: lachsrosa. Unterhaltsame bis
rätselhafte Schlagzeilen wie «Tiefblau ist grüner», «Gernkraft?» oder
«Vom Himmel geschickt» spielen auf die Herkunft an, die in der
Inserate-Copy jeweils vertieft wird. Als gemeinsames Element tragen
alle Motive der neuen Stromartenkampagne die Motto-Unterzeile: Klare
Herkunft, klare Farbe.
Mit der gleichen Klarheit geht es in der zweiten Phase Anfang nächsten
Jahres weiter. In dieser werden dann die Anteile der einzelnen
Stromarten und -farben im Zentrum stehen.
 

Luca Aloisi

Jurassische Proteste gegen Plakat für Sexshop

Die Frau werde zum sexuellen Objekt, findet das Gleichstellungsbüro des Kantons Jura und legt Beschwerde bei der Lauterkeitskommission ein.

Das Gleichstellungsbüro des Kantons Jura
reicht gegen ein Werbeplakat Beschwerde bei der schweizerischen
Lauterkeitskommission ein. Sie stört sich an einer Kampagne für einen
Sexshop, der demnächst im Kanton Solothurn eröffnet werden soll. Sujet
der Plakate ist die Kehrseite einer kaum bekleideten Frau. Durch die
Fokussierung auf dieses Körperteil werde die Abgebildete zum sexuellen
Objekt reduziert. Die Werbung missachte die Würde der Frau sträflich,
teilt das Gleichstellungsbüro mit. Der Anzeigentext werde vom Bild
überschattet und sei ausserdem auf Deutsch. So könne der Betrachter
kaum feststellen, wer hinter den Plakaten stehe, zumal die Werbung
vorwiegend entlang von Strassen ausgehängt sei. Die Beschwerde bei der
Lauterkeitskommission werde von sämtlichen Gleichstellungsbüros der
Westschweiz unterstützt, sagte Karine Marti Gigon, die Leiterin des
Büros im Kanton Jura, gegenüber der SDA. Ausserdem hat der
bernjurassische CVP-Grossrat Christian Vaquin aus Moutier eine
Interpellation eingereicht. Er erkundigt sich darin bei der Berner
Regierung, ob Plakate vor ihrem öffentlichen Aushang kontrolliert
werden.

Die Werkzeuge der Fotoprofis

Digitalfotografie Während die allgemeine Nachfrage nach Digitalkameras abflaut, boomen die günstiger gewordenen digitalen Spiegelreflexkameras.

Digitalfotografie Schnell und erweiterbar –
das sind die herausragenden Merkmale digital aufzeichnender
Spiegelreflexkameras, die derzeit den Fotomarkt in Bewegung halten.Während die allgemeine Nachfrage nach
Digitalkameras abflaut und sich eine Marktsättigung abzeichnet, boomt
die Nachfrage nach den günstiger gewordenen digitalen
Spiegelreflexkameras, kurz D-SLR. Der Trend lässt sich zum einen mit
günstigeren Einsteigermodellen ab 1100 Franken begründen, zum anderen
erhalten auch Fotoprofis heute deutlich mehr für ihr Geld: Profikameras
können nun auch bei der Bildauflösung mit dem Fotofilm konkurrieren und
sind dennoch schnell genug für produktives Arbeiten.

Objektive erlauben diverse Einsatzgebiete
Durch die Möglichkeit, unterschiedlichste Objektive zu verwenden,
lassen sich die D-SLR-Kameras jeweils optimal auf eine fotografische
Aufgabe zuschneidern, das heisst für bestimmte Motive oder eine bestimmte Gestaltungsabsicht mit der
passenden Brennweite ausrüsten. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie
sich in die bestehenden Kleinbildsysteme von Canon, Leica, Minolta,
Nikon und Pentax einfügen und die Verwendung «alter» Objektive
ermöglichen. Das heisst aber leider nicht automatisch, dass die Kameras
damit den höheren Anforderungen des digitalen Fotosensors genügen.
Für die digitalen SLR-Kameras haben die Hersteller auch neue Objektive
entwickelt. Die Auswahl an Objektiven ist damit insgesamt sehr gross,
zumal neben Objektiven des Kameraherstellers auch solche von zum
Beispiel Tamron, Tokina, Sigma etc. mit passenden Anschlüssen für die
grossen Kameramarken erhältlich sind. Einzig Olympus hat völlig mit der
analogen Vergangenheit gebrochen und ein komplett neues, kompromisslos
auf die Erfordernisse der Digitalfotografie ausgerichtetes System aus
Kameras und Objektiven entwickelt.
Dass sich SLR-Kameras besser als andere Kameratypen für
Wechselobjektive eignen, liegt in der Konstruktion ihres Suchers
begründet. Beim Spiegelreflexsucher blickt der Fotograf durch ein
Prisma und über einen Spiegel direkt durch das Objektiv. Während der
Dauer der Aufnahme klappt dieser Spiegel hoch und gibt zusammen mit dem
Verschluss den Weg für das Lichtbild auf den Fotosensor oder Film frei.
Der Fotograf kann so stets den Bildausschnitt exakt festlegen –
unabhängig davon, welches Objektiv gerade angesetzt ist. Bei digitalen
Spiegelreflexkameras verunmöglicht aber der Spiegel im Strahlengang ein
Live-Sucherbild, weshalb das LCD hier nur zur Bildkontrolle und Anzeige
des Menüs für die Kamerabedienung dient.

Pixelrausch und Bildqualität
Hohe Auflösungen generieren mehr Pixel, damit können schliesslich feine
Bilddetails erfasst und wiedergegeben werden. Eine hohe Auflösung ist
besonders dann notwendig, wenn die Daten ausgegeben, gedruckt werden
sollen. Während im privaten Gebrauch die aktuelle Standardauflösung von
5 bis 6 Megapixel (Mpx) ausreicht, um Fotos in Postkartengrösse oder
auch mal als A4-Vergrösserung auszudrucken, hängt es im Profibereich
stark vom Verwendungszweck der Fotos ab. Hochaufgelöste Aufnahmen haben
mehr Potenzial für Bildausschnitte, grosse Drucke und eine detaillierte
Bildbearbeitung, verlangsamen allerdings den Arbeitsprozess durch die
höhere Datenmenge – und sie benötigen mehr Speicherplatz.
Digitale SLR-Kameras der Einsteigerklasse und die etwas robusteren und
schnelleren semiprofessionellen Modelle besitzen heute Fotosensoren mit
6 Mpx (Konica Minolta, Nikon, Pentax) oder 8 Mpx (Canon, Olympus). Noch
höhere Auflösungen gibt es beim Eintritt in die Profiklasse. Das
Digitalrückteil (DigiBack), das die analogen Leica-Kameras R8- und R9
in digitale verwandelt, besitzt einen 10 Mpx-Fotosensor. Die
professionellen Spiegelreflexkameras Canon EOS 5D, Fujfilm FinePix S3
Pro und Nikon D2X trumpfen mit jeweils 12Mpx auf, während die Canon EOS
1Ds Mark II mit 16,7 Mpx gar manchem DigiBack Konkurrenz macht.
Digitale Rückteile, die einen Fotosensor enthalten und an Stelle eines
Filmmagazins an einer Mittelformat-SLR oder einer Fachkamera benutzt
werden, erzeugen derweil meist 16 Mpx oder maximal 21 Mpx. Doch bereits
versprechen neue Fotosensoren für das digitale Mittelformat noch
höhere Auflösungen. Phase One hat diese neuen Sensoren gleich in neuen
DigiBacks integriert und kürzlich das Modell P30 (mit 31 Mpx) sowie das
P45 (39 Mpx) vorgestellt.

Megapixel sind nicht das alleinige Qualitätsmerkmal
Im digitalen Kleinbildformat bieten Marken wie zum Beispiel Canon und
Nikon Kameras an. Diese digitalen SLR-Kameras erreichen inzwischen
Auflösungen, die in etwa denen des Kleinbildfilmes entsprechen (ca. 12
bis 15 Mpx). Doch damit ist nur das letzte Argument gegen die
Digitalfotografie obsolet geworden, denn die Ablösung der Silberhalogenid-Filme durch die Silizium-technik hat schon länger begonnen. Schliesslich bietet das
Digitalbild zu viele Vorteile, angefangen bei der Bildkontrolle und der
sofortigen Nutzung mit Computern und anderen digitalen Geräten wie etwa
den (mobilen) Fotodruckern.
Doch die Auflösung ist nur ein Aspekt des Fotosensors. Wichtig für die
Bildqualität ist neben dem Objektiv die Grösse der Millionen
lichtempfindlicher CCD- oder CMOS-Elemente, die das einfallende Licht
in Elektrizität verwandeln. Je grösser diese Elemente sind, desto mehr
Licht können sie einfangen (höhere Empfindlichkeit, grössere Dynamik)
und das Signal muss weniger verstärkt werden (weniger Rauschen bzw.
weniger «körniges» Bild). Deutlich wird dieser Vorteil beim Vergleich
einer D-SLR mit einer Kompaktkamera, die beide dieselbe Auflösung
aufweisen. Während ein 6 Mpx-Sensor  einer D-SLR rund
24 ¥ 15 mm misst, beherbergt der Fotosensor einer Kompaktkamera die
gleiche Anzahl entsprechend kleinerer Elemente auf einer Fläche von
gerade mal 8,8 ¥ 6,6 mm. In der Praxis ist deshalb ein Digitalfoto
einer Kompaktkamera bei 400 ISO
so stark «verrauscht» wie das Bild aus einer D-SLR, das mit 1600 oder
3200 ISO aufgenommen wurde. Umgekehrt bedeutet dies für D-SLR-Kameras,
dass sie ohne Zusatzlicht (z. B. Blitz) sogar bei schlechten
Lichtverhältnissen eingesetzt werden können. Aus dem gleichen Grund
versprechen die grossen Mittelformat-Sensoren, die in digitalen
Rückteilen verbaut werden und mit 33 ¥ 44 mm und 37 ¥ 49 mm noch eine
Nummer grösser ausfallen, ebenfalls einen Qualitätsvorteil gegenüber
den D-SLR-Modellen. Abgesehen vom Einsatz in möglichst kleinen
Kompaktkameras und Fotohandys sind deshalb grosse Fotosensoren
wünschenswert. Doch die sind leider deutlich teurer als die kleinen, da
die Halbleitertechnik auf Miniaturisierung getrimmt ist.
Doch nicht nur der Qualität wegen wünschen sich Fotografen grössere
Sensoren. Heute messen die in D-SLR-Kameras üblicherweise eingesetzten
Sensoren nur 24 ¥ 15 mm (so genanntes APS-C-Format) und sind somit
kleiner als das herkömmliche Kleinbildformat (KB) mit seinen 36 ¥ 24
mm. Wird zum Beispiel ein 24-105mm-Objektiv an einer D-SLR mit kleinem
Sensor verwendet, dann zeichnet dieser einen entsprechend kleineren
Ausschnitt auf, der dem eines 36 – 158mm-Objektivs an einer KB-Kamera
entspricht. Dieser Effekt wird als Brennweitenverlängerung bezeichnet
und mit einem Multiplikationsfaktor (meist 1,5fach) ausgedrückt. Für
Paparazzi und andere Fans von Teleobjektiven ist diese
Brennweitenverlängerung vorteilhaft, ansonsten eher nachteilig. Selbst
starke Weitwinkel werden so ihrer dramatischen Wirkung beraubt. Die
Objektivhersteller haben als Reaktion darauf ihre Sortimente mit
extremen und dennoch günstigen Weitwinkel (Zooms) erweitert. Doch statt
sich umzustellen und in neue Objektive zu investieren, wünschen sich
viele Fotografen einen Vollformatsensor im KB-Format, wie ihn die Canon
EOS 1Ds Mark II oder auch die neue, vergleichsweise günstige EOS 5D
besitzen.

Besser arbeiten
Es sind nicht nur Faktoren wie Schnelligkeit, Einsatz von
Wechselobjektiven und bessere Bildqualität, die für eine
Spiegelreflexkamera sprechen, sondern zusätzlich eine Summe kleiner
Eigenschaften, die sich gerade bei der intensiven Benutzung bemerkbar
machen oder – im positiven Sinne – eben nicht. So kommen an Stelle
kleiner fummeliger Tasten und Menüs grosszügige Bedienelemente zum
Einsatz. Die manuelle Scharfstellung oder auch das Zoomen werden
beispielsweise direkt und sehr präzise am Objektiv vorgenommen, statt
über Tasten und Wippen elektronisch hin und her gesteuert.
Damit digital aufzeichnende Spiegelreflexkameras den an sie gestellten
höheren Anforderungen gerecht werden, sind sie auf Leistung statt auf
kompaktes, gefälliges Aussehen getrimmt. Die Konstrukteure müssen für
die Konzeption einer neuen D-SLR weniger Kompromisse eingehen als etwa
bei den Kompaktkameras. So sind die D-SLR-Kameras denn auch in jeder
Beziehung schneller als die sonstigen Digicams. Deutlich wird dies beim
automatischen Scharfstellen, den Ansprechzeiten (keine
Auslöseverzögerung) oder beim zügigen Aufzeichnen der Bilder auf
Speicherkarten. Nur mit derartigen Profikameras können Fotoreporter und
Sportfotografen die entscheidenden Momente einfangen und der
Modefotograf zügig seine Serien durchziehen. Selbst die weniger
leistungsstarken D-SLR für Einsteiger sind schnell genug, dass dem
Hobbyfotografen Schnappschüsse von spielenden Kindern gelingen, was
sich mit kompakten Digicams nur allzu oft als ein hoffnungsloses
Unterfangen erweist.
Von den günstigen D-SLR-Einsteigermodellen unterscheiden sich die
teureren Profikameras durch höhere Auflösungen und schnellere
Bildfolgen. Sie sind zudem robuster und in der Folge auch grösser und
deutlich schwerer. In der obersten Profiliga bieten Canon und Nikon
jeweils zwei Profi-SLRs an. Die Canon EOS 1Ds Mark II und die Nikon D2X
besitzen jeweils eine besonders hohe Auflösung und eignen sich für
Werbe- und Modefotos, Sachaufnahmen etc., die Canon EOS 1D Mark II und
die Nikon D2Hs haben eine geringere Auflösung, sind dafür mit etwa 8
Fotos pro Sekunde und 50 in Folge superschnell und damit besser für
Sport- und Actionfotografen geeignet.

Bilder durch die Luft
Im professionellen Einsatz zählt Schnelligkeit in jeder Hinsicht. Statt
Fotos erst nach einem Shooting zum PC zu transferieren, schaufeln
verschiedene Modelle (bislang nur von Canon und Nikon) mittels
optionaler WLAN-Technologie (Wireless LAN = kabelloses Netzwerk) Fotos
gleich nach der Aufnahme kabellos auf den PC. Ein Sportfotograf kann so
während des Events kontinuierlich fotografieren, während seine Fotos
mittels WLAN-Übertragung auf dem ebenfalls mit WLAN ausgerüsteten
Notebook oder mittels eines WLAN-Hotspot gar direkt auf seinem
Web-Server landen, von wo Bildredaktoren die aktuellsten Fotos für ihre
Medien herunterladen. Ebenso nützlich ist ein derartiges Foto-WLAN
natürlich auch in anderen Bereichen wie der Event-, Studio- und
Modefotografie.

Markus Zitt

Klubschule Migros setzt auf Angelink yourposition

Die Agentur hat den Etat für die Keyword-Werbung der Klubschule in einer Konkurrenzevaluation gewonnen.

Angelink yourposition hat den Etat für die
Keyword-Werbung von der Klubschule Migros in einer Konkurrenzevaluation
gewonnen. Die Zürcher Agentur ist somit zuständig für Konzeption,
Betreuung und Erfolgsmessung der Kampagne. «Die wachsende Zahl der
Interessenten aus dem Internet und die Breite unseres Angebots hat uns
bewogen, professionelles Suchmaschinenmarketing unserem Marketing-Mix
beizufügen», erklärt Ariane Lang, Projektleiterin Marketing/PR der
Klubschule Migros.

Online Consulting poliert Hyundai neu

Der Autoimporteur Hyundai Suisse hat Online Consulting den Auftrag für den Relaunch seiner Website erteilt.

Der Autoimporteur Hyundai Suisse hat
Online Consulting den Auftrag für den Relaunch seiner Website erteilt.
Der Internetdienstleister in Wil SG realisiert die umfassenden
Funktionen des neuen Webauftrittes auf der Basis des Content Management
Systems ContentXXL, das auf Microsoft.Net-Technologie beruht.

Indische Teekanne

Gastronomie Nach den Henkelohren des Prince of Wales bewirbt Ruf Lanz das Dolder Waldhaus jetzt elefantös.

Gastronomie Bisher bewarb Ruf Lanz die
englischen Teespezialitäten des Dolder Waldhaus mit einer Teetasse mit
zwei ohrenförmigen Henkeln und dem Beutel «Prince of Wales tea». Neu
lässt die Agentur auch indischen Tee im kreativen Werbewasser ziehen –
in einer speziell geformten Kanne. Und bereits sind vier weitere Sujets
fürs 2006 im Kasten. Doch bis dahin heisst es: abwarten und Tee trinken.

Werbung gegen Parkplätze

Gegengeschäfte Die Geschäftsleiter des Bordells «Petite Fleur» und der Agentur KSSJ sind nicht nur Nachbarn, sie verstehen sich auch gut.

Gegengeschäfte Die Geschäftsleiter des
Bordells «Petite Fleur» und der Agentur KSSJ sind nicht nur Nachbarn,
sie verstehen sich auch gut. Die Parkplatznot von KSSJ an Werktagen
konnten sie gemeinsam lösen: Für die neu eröffnete Lounge
(Vordereingang) und für das Puff (Hintereingang) haben die Werber nicht
nur das neue CI entwickelt, sondern auch noch zwei Weg weisende Plakate.

PhonoNet baut Music-Promotion-Network

Das Musik-Datentausch-Netzwerk PhonoNet stellt ein neues Projekt ins Zentrum seiner Geschäftsaktivitäten.

Das Musik-Datentausch-Netzwerk PhonoNet
stellt ein neues Projekt ins Zentrum seiner Geschäftsaktivitäten. Das
Unternehmen baut zurzeit das Music-Promotion-Network auf, ein Portal
für die elektronische Bemusterung von neu veröffentlichten Musiktiteln.
Konkret bedeutet dies einen sicheren Internetzugang für Radiostationen
zu neuen Musiktiteln. Der Musikredaktor kann das gewünschte Stück per
Mausklick in CD-Qualität auf seinen Rechner laden, der Schritt über die
Single wird somit umgangen. Zudem finden Printjournalisten und
Medienpartner auf dem Portal Promotionsdaten zu den neuen
Veröffentlichungen und können sämtliche Titel in voller Länge anhören.
Am 1. November hat Chris Wepfer die Geschäftsleitung von PhonoNet
übernommen, gleichzeitig wechselte der Geschäftssitz in den
Media-Campus an die Baslerstrasse 30 in Zürich.

«Branche liegt mir am Herzen»

Weiterbildung René Theiler ist beim VSD verantwortlich für die Bereiche Ausbildung und Sicherheit.

Weiterbildung René Theiler, der für die
Ausbildung beim Verband der Schweizer Druckindustrie Verantwortliche,
setzt auf neue Technologien.René Theiler ist beim VSD verantwortlich
für die Bereiche Ausbildung und Sicherheit. Er ist Initiant oder
zumindest Mitinitiant der drei im Artikel vorgestellten
Ausbildungsbausteine und hat sich (und dem VSD) damit ein sehr grosses
Netzwerk aufgebaut.

WW: René Theiler, mit dem
Modul Prepress ist bereits seit längerer Zeit ein wichtiges Segment der
learn4print-Plattform fertig. Wie sieht die Zukunft der Vorstufe aus?
René Theiler: Die
Satzherstellung verändert sich laufend. Wenn es die grafische Industrie
nicht schafft, sich up-to-date zu halten, dann wird dieser Bereich noch
mehr als bisher an Agenturen und In-house-Publisher abwandern.

WW: Wie sieht der Fahrplan für die weiteren Bereiche aus?
René Theiler: Das
Modul Druck beziehungsweise Press ist bereits sehr weit fortgeschritten
und soll Ende Jahr fertig sein, sprich online aufgeschaltet werden.
Dann steht die Übersetzung dieses Moduls ins Englische an. Danach
widmen wir uns dem Modul Weiterverarbeitung.

WW: Welches sind die Vorteile einer Weblösung?
René Theiler: Nach
unserer Erfahrung unterstützt ein visueller und animierter Ansatz den
Lernenden ganz klar. Die Flash-basierenden Module erklären nicht nur
Sachverhalte, sondern lassen die Anwender auch interaktiv Einstellungen
vornehmen, damit die Konsequenzen erfahrbar werden.

WW: Wie finanziert der VSD diese Plattformen und Module?
René Theiler: Die
Verwendung der Module und der Online-Lehrgänge ist kostenpflichtig. Das
ermöglicht uns auch, in Zukunft weitere Module zu entwickeln und das
Angebot ständig auszubauen.

WW: Der
VSD ist über Sie noch bei zum Beispiel dem Verein PDF/X-ready aktiv mit
dabei und unterstützt auch die Ugra bei ihrer Umwandlung in die
Privatwirtschaft. Fühlen Sie sich der Branche verpflichtet?
René Theiler: Das
trifft es wohl sehr genau. Die grafische Branche oder Industrie liegt
mir am Herzen. Als «Kind der Branche» – ich war vor meinem Wechsel zum
VSD verantwortlicher Leiter eines Vorstufenbetriebs – versuche ich
nun, die Interessen des Verbands bei der Weiterbildung mit Hilfe von
eigenen Erfahrungen und aus gewonnenen Erkenntnissen und von
Fachgesprächen weiter voranzubringen.

Interview: Jürgen Franck

Die blaue Hoffnung

Editorial Pierre C. Meier über den Röstigraben-Gratiszeitungskrieg.

Pierre C. Meier über den Röstigraben-Gratiszeitungskrieg.
Seit Montag dieser Woche haben unsere
chers confrères auch eine Gratiszeitung. Mit einem breit angelegten
Feuerwerk an Einführungsmassnahmen wurden sie für das epochale Ereignis
konditioniert (siehe Seite 7). Die Akzeptanz der ersten Nummer scheint
entsprechend gut zu sein. Die Lancierung von Le Matin Bleu stiess aber
auch in der Deutschschweiz auf Interesse in allen Medien. Eher
ungewöhnlich, denn normalerweise interessiert es die Deutschschweizer
wenig, was in der Medienszene der Romands passiert. Das Gleiche gilt
auch umgekehrt.
Mit dem geplanten Einfall von Tamedia in das geografische Hoheitsgebiet
von Edipresse erwärmt man sich plötzlich auch diesseits des
Röstigrabens für ein Westschweizer Thema, das zu einem Konflikt führen
kann, dem einige voraussagen, er werde im Debakel enden. Die Tamedia
will keinen publizistischen Schnellschuss landen, sondern erst im
nächsten März starten. Sie glaubt daran, dass nur ein Angebot aus einer
Hand für Deutschschweizer und Westschweizer Inserenten von Vorteil sei
(siehe Seite 17).
Und nun etwas in eigener Sache. Oliver Classen hat sich nach 3 1/2
Jahren als Redaktor der Werbewoche entschlossen, eine neue
Herausforderung anzunehmen. Er wechselt die Fronten und übernimmt die
neu geschaffene Stelle eines Mediensprechers bei der Schweizer NGO
«Erklärung von Bern». Die Werbewoche-Redaktion wünscht ihm bei seiner
neuen Tätigkeit viel Erfolg.
Classen ist ein kritischer Medienjournalist, der es seinen
Interviewpartnern nicht leicht machte. Er ist aber auch ein
hervorragender Kommentator, der in den letzten Jahren massgeblich dazu
beigetragen hat, dass die Werbewoche immer wieder durch eine
profilierte Meinung aufgefallen ist und sich nicht davor scheute,
gelegentlich anzuecken. Für eine unabhängige Wochenzeitung der
Kommunikationsbranche ist dies wichtig. Ich bin deshalb froh, dass wir
Oliver Classen als neuen Kolumnisten bei der Werbewoche begrüssen
dürfen. So können sich unsere Leserinnen und Leser weiterhin an seinen
scharfzüngigen und präzisen Kommentaren erfreuen.

> Pierre C. Meier, Chefredaktor

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