Sie brauchen: Den Scheiss-Detektor

Kolumne Bullshit-Thesen stimmen nur halb und rückblickend nie, der gedruckte Trend ist meistens der von gestern, meint Constantin Seibt.

Kolumne Bullshit-Thesen stimmen nur halb
und rückblickend nie, der gedruckte Trend ist meistens der von gestern.
Dennoch läuft nichts ohne Propaganda – aber mit Gegengift.Wenn ich mich richtig erinnere, Mbwana,
war es Hemingway, der einst schrieb: «The best thing a writer can
achieve is a built-in, shock-proof shit-detector.» Guter Stil ist
weniger eine Frage von Originalität; er ist im Wesentlichen die
Vermeidung von schlechtem. (Wie sonst sollte die oft höchst
durchschnittliche gute Gesellschaft Stil bewahren?) Wie also vermeidet
man Blabla, Peinlichkeiten, Unfug, kurz: Bullshit?
Der gefährlichste Bullshit ist wie immer der nahe liegende: Bullshit,
der vom System gefördert wird. Es sind die Thesen, mit denen Redaktoren
Leser zu kapern glauben. Und mit denen folglich Schreiber Redaktoren
ködern. Es sind:
• Generalthesen: Die Schweiz verfettet, die Welt ist durchökonomisiert,
die Männer müssen/wollen/ sollen Machos/Softies/ Metros/ Übersexuelle
sein, etc.
• Totenschein-Thesen: Das Theater, die Geschichte, die SP-CVP-FDP-SVP,
das Bankgeheimnis, die New Economy ist am Ende, out, war schon immer
tot.
• Messias-Thesen: Doris Leuthard rettet die CVP; Shareholder-Value rettet Aktionärsrechte; Mario Corti rettet die Swissair.
• Mainstream-Empörung: Die Manager, die Beamten, die Politiker, die SVP
und die Weiber: alle eine Bande von Parasiten, Versagern, Schurken.
• Anti-Mainstream-Thesen: Böser Umweltmulti verfolgt guten
Gentech-Professor; Frauen verhindern Karrieren qualifizierter Männer;
die Sozialhilfeempfänger sind die echten Schmarotzer.
Das Praktische daran ist, dass jede These Indizien, Einzelbeispiele,
Statistiken anzieht wie Fliegen. Man muss nur die Gegenindizien,
Gegenbeispiele, Gegenstatistiken weglassen – und fertig ist ein gut
recherchiertes, fakten- und meinungsstarkes Stück Journalismus, das
einen mächtigen Verbündeten hat: die Altpapierabfuhr. Wehe, man würde
Zeitungen, Nachrichtenmagazine und andere Illustrierte mit Verspätung
lesen. Denn stimmen tun Bullshit-Thesen so wie jene der Astrologin
Tessier – alle irgendwie halb und im Rückblick nie. Manager des Monats
sind oft die Gefeuerten im nächsten Jahr; Tote stehen mit
Zombiefilm-Regelmässigkeit wieder auf; Trends sind so gut wie nie
Trends, wenn sie gedruckt sind, sondern Trends von gestern oder nie.
Kurz: Viel ist Betrug. Betrug am Verstand. Und Betrug am Kunden.
Andererseits … Immerhin scheinen die Kunden den Betrug zu wollen:
Redaktoren lesen und kaufen, Leser kaufen und lesen. Warum also nicht
fröhlich mitgurken, Mbwana? Der einzige Grund, warum nicht, hat einen
Vor- und einen Nachnamen: Ihren. Mit möglichst scharf gewürztem
Bullshit herumzudealen wäre eine tolle Sache, wenn man wie ein Rockstar
mit dreissig sterben würde. Aber wenn man sich die etwas älteren
Kollegen ansieht: erwachsene Familienväter, die «Sämi Schmid ist Kult»
texten; dann die kultivierte Resignation der Meinungs-Feuilletonisten,
denen die Welt nicht folgt, die sie nie gesehen haben; oft gewölbte
Herren, die von anderen Schlankheitskuren, Fitness und Härte fordern;
die aggressive Verbitterung der Anti-Mainstream-Jungs, denen die Welt
auch nicht folgt, da sie mieserweise nicht mies genug ist …
Journalisten scheinen so schlecht zu altern wie Prostituierte. Mit wem
im Gewerbe würden Sie freiwillig Körper, Geist, Gesicht tauschen?
Natürlich, Mbwana, wäre es Unfug, sich von jedem Unfug fernzuhalten.
Jungfrauen sollten nicht in Bordellen arbeiten – und auch Sie angeln
Leser und Aufträge mit dem Hinweis, dass in diesem Thema Prominenz,
Skandal, Sex, Trend, Totschlag, News drin sind. Propaganda ist nötig;
man sollte Propaganda machen; aber man sollte nie (nie!) der eigenen
Propaganda glauben. Das Gegengift zu Bullshit heisst Recherche – so
viel Stimmen wie möglich – und Aufrichtigkeit: Halten Sie die Thesen
kühn, Ihr Thema sensationell, aber schreiben Sie nie (nie!) einen Satz,
den Sie nicht glauben. Das ist der beste Scheiss-Detektor, den es gibt.
Waten Sie also, Mbwana, lebenslang durch den Dreck, aber bleiben Sie reinen Herzens dabei.

> Constantin Seibt Kolumnist und (noch) freier Autor.

«Positive Reaktionen»

Uhren Michel Nieto, CEO von Baume & Mercier, über die Aufwertung einer bestehenden Kampagne und den Zwang, soziokulturelle Grenzen zu überschreiten.

Michel Nieto, CEO von Baume & Mercier,
über die Aufwertung einer bestehenden Kampagne und den Zwang,
soziokulturelle Grenzen zu überschreiten.WW: Die sechstälteste Uhrenmarke der Schweiz, Baume & Mercier,
positioniert sich im unteren Bereich der Haute Horlogerie. Mit ständig wechselnden Kampagnen.

Michel Nieto: Die
Uhrenwerbung lässt sich nicht losgelöst von Markengeschichte und
gesellschaftlichen Entwicklungen betrachten. Ganz grob können wir auch
bei Baume & Mercier folgende Entwicklungen feststellen: Während die
Werbung in den 70er-Jahren die Marke ohne symbolischen Überbau
liebevoll und informativ als unverwüstlichen Luxus kommunizierte, wurde
Mitte der 80er-Jahre das glamouröse, exklusive und materielle Umfeld
immer wichtiger. Luxus wurde nicht mehr erklärt, sondern codiert und
interpretiert den Betrachtern vermittelt. Diese Formel finden Sie heute
vor allem in den aufstrebenden Märkten wie Russland oder China, wo die
verschiedenen Markenwelten noch nicht bekannt sind. In den entwickelten
Ländern hingegen mussten sich die Luxusmarken während der vergangenen
Jahre immer subtiler von der Konkurrenz abheben. Heute müssen sie
Markenpersönlichkeiten entwickeln, die unaufdringlich rationale wie
emotionale Werte verkörpern, welche sie mit ihren potenziellen
Zielgruppen teilen. Dieser Einklang lässt sich nicht alleine mit der
Kontinuität in den Werbekampagnen erzielen. Unsere Kampagnen richteten
sich bisher hauptsächlich an ein europäisches Publikum, während unsere
Distribution immer globaler wird. Dieser Entwicklung versuchten wir in
unseren immer wieder neuen Konzepten Rechnung zu tragen. Die
vorliegende Kampagne überwindet, dank der weltweiten Bekanntheit ihrer
Akteure, die soziokulturellen Grenzen.

WW: Beim Claim besinnen Sie sich auf einen alten Claim. Weshalb?
Michel Nieto: Stimmt.
Wir beleben wieder den Claim «Baume & Mercier & Me», den wir
1994 eingeführt und 1998 durch die «Lifestyle»-Kampagne ersetzt hatten.
Aus verschiedenen Gründen: Einerseits, weil wir an den damaligen Erfolg
der Einfachheit und des einleuchtenden Wortspiels anknüpfen wollen.
Andererseits weil er die Nähe zum Konsumenten, aber auch zu unseren
Händlern einprägsam und authentisch zum Ausdruck bringt. Der Claim
erleichtert zudem die Identifikation mit der Marke wie mit ihren
Sympathieträgern. Im Vergleich zu den nachfolgenden Kampagnen schnitt
sie in allen Werten am besten ab.

WW: Trotzdem haben Sie die alte Kampagne nicht einfach aufgewärmt, sondern aufgewertet.
Michel Nieto: Sie
transportierte bereits einen nahbaren und funktionalen, also nicht
arroganten Luxus. Es war uns allerdings ebenso klar, dass wir sie
weiter entwickeln sollten, und zwar so, dass sie auch unseren starken
Charity-Leitgedanken mitträgt. Dass dies mit Persönlichkeiten, die in
Bezug zu Gesellschaft und Umwelt die gleichen Werte unterstützen,
besser und schneller gelingt, zeigen uns die positiven Reaktionen im
Ausland, wo die Kampagne schon im September lanciert worden ist.

Interview: Luca Aloisi

Sponsoring-Fachleute organisieren sich neu

Der IG Sponsoring gehören vornehmlich Event-Veranstalter und Fachleute aus Schweizer Unternehmen an.

Die Interessensgemeinschaft (IG)
Sponsoring hat sich neu formiert und ist seit kurzem als Verein
organisiert. Sie will die Akzeptanz von Sponsoring und verwandter
Werbeformen (z.B. Product Placement) als wichtige Bestandteile moderner
Kommunikation fördern. Die Professionalität soll ausserdem gesteigert
und die Interessen der Sponsoring-Treibenden gegenüber Behörden und
Dritten stärker vertreten werden.
Ein sechsköpfiger Vorstand führt die Geschicke des Vereins. An der
Gründungsversammlung wählten die Anwesenden den Rechtsanwalt und
Event-Manager Daniel E. Gundelfinger zum Präsidenten. Im Vorstand
sitzen ausserdem Jürg Moosmann (Basler Versicherung) als Aktuar, Beat
Ritschard (Octagon) als Kassier sowie Erich Hunold (Amag), Peter
Eckenfels (Winterthur Versicherungen) und Marc Santschi (Post) als
Beisitzer.
In Zukunft will die IG Sponsoring verstärkt eigene Projekte initiieren.
So haben der Verein und das Institut für Marketing und Handel der
Universität St. Gallen ein gemeinsames Forschungsprojekt lanciert, das
mittels einer Relevanzstudie die Wirksamkeit von Sponsoring innerhalb
der Marketingaktivitäten wissenschaftlich untersucht. Konkrete
Erkenntnisse werden Ende 2006 erwartet.

Sackmesser für den Fotoworkflow

Fotografie Mit Aperture lanciert Apple eine auf professionelle Fotografen zugeschnittene Software für die Bildnachbearbeitung.

Fotografie Mit der Software Aperture hat Apple ein Projektmanagement-Tool entwickelt, das
den Ansprüchen von Profifotografen gerecht wird.Hinter dem für unseren Sprachraum etwas
unglücklich gewählten Namen Aperture (auf Deutsch etwa
Blende/Blenden- öffnung) steckt eine von Apple für ambitionierte und
professionelle Fotografen zugeschnittene, neue Software für die
Bildnachbearbeitung. Aperture, das man durchaus auch als (Foto-)-
Projektmanagement-Lösung bezeichnen kann, ermöglicht den Import, die
Verwaltung, Nachbearbeitung, Katalogisierung, Retusche, Archivierung
und die Ausgabe von Bildern.
Der neue Fotoworkflow kann – und sollte – wenn möglich vollständig auf
dem kameraspezifischen Raw-Format (siehe Kasten) erfolgen. Die bislang
komplizierte und aufwändige Konvertierung von Raw-Bildern erledigt
Aperture im Hintergrund. Besonders freuen können sich Fotografen auf
die Möglichkeiten bei der Bildverwaltung. Die Bilder können etwa auf
einer dem Leuchtpult nachempfundenen Oberfläche zusammengefasst, dort
gestapelt und dabei auch skaliert werden. Um auch diesen Vorgang
nochmals zu vereinfachen, nimmt Aperture nach dem Import bereits eine
provisorische Zusammenfassung von Bildern auf Grund des Aufnahmedatums
vor. Sehr einfach können den Bildern Schlagworte per Tastatur oder Drag
& Drop und Bewertungen per Maus zugewiesen werden, um diese
innerhalb eines Stapels oder Sets etwa danach zu sortieren.

Ein Original bleibt ein Original
In Aperture stehen professionelle Werkzeuge für die Bildbearbeitung zur
Verfügung. So können Licht und Tiefe gesetzt, Farbkorrekturen
ausgeführt, Umwandlung in Schwarzweiss oder Duplex-Umwandlungen und
anderes durchgeführt werden. Funktionen wie Freistellen, Bildcomposing,
Text-/Logo-Integration etc. kennt Aperture als
Bildbearbeitungsmöglichkeit allerdings nicht. Ein Klick genügt jedoch,
um ein Bild an Photoshop zu übertragen, damit derartige
Bildveränderungen mit dieser Applikation ausgeführt werden können.
Bestechend an Aperture ist, dass, egal welche und wie viele
Manipulationen mit Aperture vorgenommen werden, das Original (Master)
immer unangetastet bleibt. Sämtliche vorgenommenen Änderungen werden
unbemerkt aufgezeichnet und in einer Datenbank samt einer Verbindung
zum Master gespeichert. Zu jeder Zeit können einzelne Schritte
rückgängig gemacht und/oder von dort mehrere Bilder generiert werden.
Ebenfalls kann eine Serie von Änderungen oder Einstellungen gar auf
andere Bilder angewendet werden. Die einzelnen Schritte der
Bildmanipulationen gehen auch dann nicht verloren, wenn die Bilddaten
aus Platzgründen ausgelagert und zur Bearbeitung wieder importiert
werden.

Aperture als Startrampe
Aperture basiert auf Apples Colormanagement-Basis Colorsync. Dank
dieser Technologie lassen sich Bilder farbverbindlich darstellen und
ausdrucken – ein entsprechend kalibrierter Monitor und Drucker
vorausgesetzt. Es wird auch in Aperture (wie z. B. in iPhoto) möglich
sein, Bilder an Dienstleister zu übertragen, die die Daten entweder
ausdrucken oder Fotobücher herstellen. Dazu sind exklusivere
Layout-Vorlagen wie etwa in iPhoto verfügbar. Mit wenigen Klicks können
Bildseiten für das Internet innerhalb entweder einer .Mac-Umgebung
(Apples kostenpflichtige Mail- und Web-Umgebung) oder mittels
HTML-Export zum Aufschalten via eines FTP-Servers generiert werden.

Mehr Mac-Power gefordert
Nicht nur für die Fotografen, aber wohl mit einem Auge auf diese
Klientel hat Apple gleichzeitig mit Aperture neue Rechner vorgestellt.
Diese basieren auf so genannten Dual-Core- Prozessoren, die eine
deutliche PerformanceSteigerung bringen. Das Topgerät ist ein PowerMac
G5 Quad, der sogar zwei Dual-Core-Prozessoren verwendet. Die neuen
PowerMacs sind dann auch für Aperture empfehlenswert, denn die Software
stellt an Prozessoren und Grafikkarten relativ hohe Anforderungen
(siehe
http://www.apple.com/chde/aperture). Mit den flinken PowerMacs können dann allerdings bis zu acht Monitore zusammengefasst und die Bilder in
Sekundenbruchteilen auf die Displays verteilt werden.   
Jürgen Franck

NZZ bringt Uhren und Schmuck auf Hochglanz

Die NZZ und die NZZ am Sonntag lancieren eine neue Hochglanzbeilage.

Die NZZ und die NZZ am Sonntag lancieren
eine neue Hochglanzbeilage. In der ersten Nummer gehts um Uhren und
Schmuck. Sie soll am 8. November der NZZ und am 13. November der NZZ am
Sonntag beiliegen.  Das Supplement wird 60 Seiten stark sein und
in einer Auflage von 312’000 Exemplaren erscheinen. Damit werde aber
kein neues Beilagen- oder gar Marketingkonzept lanciert, betonte
NZZ-Koordinator Beat Brenner auf Anfrage. Die Initiative für das
Vorhaben sei von den Redaktionen ausgegangen und bereits im Februar
eingeleitet worden. Für Uhren und Schmuck habe man sich entschieden,
weil das Thema im Herbst zu kurz komme, aber dennoch aktuell sei.
Knappe Platzverhältnisse im Stilbund der NZZ am Sonntag sowie die
Frage, ob gängiges Zeitungspapier die adäquate Präsentationsform für
Luxusgüter sei, sprachen schliesslich für eine Hochglanzbeilage. Wie
bei der Beilage zur Fussball-EM in Barcelona haben auch für die
Uhren-Beilage die beiden NZZ-Redaktionen zusammengearbeitet. Brenner
schätzt den Anteil redaktionell erarbeiteter Beiträge auf etwa 53
Prozent. Stilistisch und typografisch nimmt das vierspaltig gehaltene
Supplement Elemente aus beiden Titeln auf. Aussergewöhnlich ist das
Format: Mit 28 mal 40 Zentimetern, einmal in der Mitte gefalzt, soll es
bei der Leserschaft für Aufmerksamkeit sorgen. Nach Auswertung der
ersten Hochglanzerfahrungen werden an der Falkenstrasse die
Beilagen-Pläne für das nächste Jahr geschmiedet. Denkbar sind dann laut
Brenner weitere zwei bis drei Supplements, eine endgültige Entscheidung
steht aber noch aus.
René Worni

Flotter Zweier

Radiokombis Künftig hat die Radiobranche nur noch zwei Pools.

Radiokombis Künftig hat die Radiobranche nur noch zwei Pools.Nun ist fast alles klar bei den
Radiopools: Der Swiss Radio Pool (SRP) erhält Zuzug aus dem One Pool,
der One Pool selbst löst sich vermutlich auf und der Pool 2000 besteht
weiter wie bisher. Gleichzeitig verschwindet auch der Name City-Pool,
dessen Mitglieder, die Radios 24, Basilisk, ExtraBern und Pilatus,
bleiben aber zusammen und benennen sich in Swiss Radio Pool City um.
Damit wird deutlicher als bisher, dass die vier Sender im Prinzip das
SRP-Basismodul bilden, zu dem sechs weitere Module – Mittelland,
Zürich, Ostschweiz, Südostschweiz, Biel-Seeland und Romandie – hinzu
buchbar sind. Dieser modulartige Aufbau wird möglich und nötig, weil
der SRP nun mit den Radios Argovia, 32 und Grischa, die beim One Pool
abspringen, auf 13 Sender anwächst und neu eine tägliche
Nettoreichweite von 1615 Millionen Hörern erreicht. Die nunmehr
nationale Abdeckung hat allerdings zwei Schönheitsfehler: Zum einen
weist Radio Grischa keine Zahlen aus. Zudem hat der SRP eine
Schwachstelle: In Bern ist mit ExtraBern nur der Zweitplatzierte im
Boot. Das stört Andreas Meili, Leiter elektronische Medien bei Tamedia
und Architekt des neuen Pools, nicht so sehr. Er gehe davon aus, dass
Grischa bis Ende Jahr sein Datenproblem mit der Publica Data lösen
werde. Und vom neuen Gesamtpool ist er überzeugt, weil er unter den
gegebenen Umständen doch die bestmöglichen Agglo-Sender zusammenfasse.
Zudem, so Meili weiter, werde der Pool einen attraktiven Preis und
interessante Rabatte bieten. Und: ExtraBern ist fest entschlossen, sich
auf Berns ersten Radioplatz zurückzukämpfen. Dazu will es sich anfangs
2006 neu positionieren und hat damit begonnen, auch seine Crew
auszuwechseln.
Bleibt noch die Frage, was mit den verwaisten One-Pool-Mitgliedern
Energy Zürich, Top, Sunshine, Central und Ri geschieht. Definitiv steht
dies erst am 3. November fest, doch alles deutet auf eine Auflösung
hin. Radio Top will gemäss seinem Chef Günter Heuberger alleine weiter
operieren und gleichzeitig das Goldbach-Modell ausprobieren. Will
heissen: Immer wenn Top zu mindestens vier andern Sendern hinzu gebucht
wird, gewährt es auf seinen Tarif 20 Prozent Rabatt. Energy Zürich habe
dasselbe vor, sagt dessen Chef Jürg Bachmann. Bei den drei übrigen war
keine Stellungnahme erhältlich. (mk)

Stilsichere Schmuddeltortur

Aufgefallen Mit seinem umwerfenden Anzeigenmarathon empfiehlt sich ein Berliner Sexobjekt als Vorlage für selbst in die Hand genommene Triebabfuhren.

Selbstmarketing Diesmal bin ich in
Premierestimmung. Zwar lassen sich Frauen seit Männergedenken ins
Lächerliche ziehen. Regina hat aber mit ihren drei ganzseitigen und
«bezahlten» (wers glaubt!) Anzeigenseiten in dieser Beziehung klar die
Vorstutenrolle übernommen. Mit seinem umwerfenden Anzeigenmarathon
empfiehlt sich das Berliner Sexobjekt als Vorlage für selbst in die
Hand genommene Triebabfuhren.
So viel unverfrorenen Mut zur Peinlichkeit, liebe Wettkampfstripperin,
hat nicht jede. Ihre Verführungskunst scheinen Sie einem
verpennt-vergammelten U-Bahn-Eingang abgeschaut zu haben. Dafür mein
marginal empfundenes Mitleid! Und, weil ich heute so grosszügig bin,
ein paar Tipps, wie Sie trotz des orientierungslosen Lächelns und der
flachsinnigen Ausstrahlung garantiert ein paar abgebrühte Jäger
verführen können: Ihre Inkontinenzwindeln, die drolligen Plastikklötze
an den Füssen und die schussligen Posen lasse ich noch durchgehen.
Selbst dafür können sich sicher ein paar Balzbrüder erwärmen. Das
Styling liesse sich allein schon dadurch steigern, wenn Sie Ihr
apokalyptisches Batikfetzchen ersetzen würden. Glauben Sie mir, es
steht Ihnen nicht besonders gut.
Jetzt wünsche ich Ihnen, ja, was wünscht man sich in Ihrem Milieu, viel Samenspenderglück? Ihr optimistischer (la)

Neue Vorteile für Presseausweis-Träger

Der Verband Schweizer Presse macht seinen Presseausweis für hauptberufliche Journalisten attraktiver.

Der Verband Schweizer Presse macht seinen
Presseausweis für hauptberufliche Journalisten attraktiver. Ab Dezember
2005 erhalten Ausweisinhaber Vergünstigungen bei den Partnerunternehmen
Mobility, Orange und Apple. Zu den Vorteilen gehören ein kostenloses
Jahresabo von Mobility, Gratisminuten bei Orange und Spezialrabatt bei
den Apple-Produkten.

UBI heisst Beschwerde wegen Schleichwerbung bei TSI gut

Auch Werbung für nicht-kommerzielle Zwecke ist im Programm verboten, urteilt die Beschwerdeinstanz.

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für
Radio und Fernsehen (UBI) hat eine Beschwerde gegen die Sendung «Il
Quotidiano» von TSI gutgeheissen. Der beanstandete Beitrag vom 10.
Januar 2005 handelte von einem Tessiner Unternehmer, der in Phuket im
Tourismus tätig ist und während einer Woche im Tessin weilte, um
Hilfsgelder für diverse private Hilfs- und Wiederaufbauprojekte für die
vom Tsunami verursachten Schäden zu sammeln. Kurz vor Ende des
Beitrages wurden die Nummer des Bankkontos und der Name des
Unternehmers eingeblendet. TSI hat somit gegen das Verbot von
Schleichwerbung verstossen, da Programm und Werbung nicht klar getrennt
wurden. In ihrem neusten Entscheid hat die UBI berücksichtigt, dass der
Beitrag in einer speziellen Situation ausgestrahlt wurde und nicht
kommerzielle Interessen für den werbenden Hinweis ausschlaggebend
waren. Dies rechtfertige aber keine Ausnahme vom Prinzip des Verbots
von Schleichwerbung. Einzige Ausnahmen stellen Spendenaufrufe von
anerkannten gemeinnützigen und national tätigen Sammelorganisationen
wie der Glückskette dar. Innert 60 Tagen hat die SRG der UBI nun
Bericht zu erstatten, welche Massnahmen sie getroffen hat, um gleiche
oder ähnliche Programmverletzungen zu verhindern.

Die Romandie sieht blau

Zeitungen Numéro 10 lancierte Le Matin Bleu mit einer Guerilla-Kampagne und hielt damit die welsche Schweiz eine Woche lang auf Trab.

Zeitungen Numéro 10 lancierte Le Matin Bleu mit einer Guerilla-Kampagne und hielt damit die welsche Schweiz eine Woche lang auf Trab.«Wir sind Warriors», freut sich Stratege
Gilles Aeby von der Berner Agentur Numéro 10. Sein Team hat die
Launche-Kampagne für die erste welsche Gratiszeitung, Le Matin Bleu,
realisiert und dabei in der Romandie für ziemlich viel Aufsehen und
Medienecho gesorgt. «Heute genügt die klassische Kommunikation allein
nicht mehr für die erfolgreiche Arbeit mit einem mittleren Budget. Wir
müssen dynamische Aktionen und Ideen finden, welche die herkömmliche
Werbung ergänzen. Nur so bekommen wir auch eine zusätzliche
Aufmerksamkeit und Resonanz in den Medien», meint Aeby. Sein Konzept
für Le Matin Bleu ist für diese Theorie geradezu ein Modellfall.
Eine Woche vor dem Verteilen der ersten Gratiszeitung lancierte Numéro
10 eine Volksinitiative. Gefaked natürlich, aber mit allen Zutaten für
eine richtige Unterschriftensammlung. Gefordert wurden mehr kostenlose
Blaue Zonen in den Städten der Romandie. Dazu machten Inserate für die
Initiative Stimmung. Flyers wurden in sämtlichen Parkhäusern von Genf
und Lausanne unter die Scheibenwischer der Autos geklemmt. Ein
bekannter Journalist fungierte als Pressesprecher. Eine Internetseite
wurde eingerichtet. Mailings wurden an sämtliche Haushalte verschickt.
Junge Stimmberechtigte wurden mit Pins bearbeitet. An Kinder wurden
blaue Ballone verteilt. Am letzten Samstag organisierte die Agentur in
Genf und Lausanne eine Demo mit je 120 bezahlten Statisten.
Sonst wurde für die Aktion mit Geld nicht geklotzt. Die Inserate in
allen Medien von Edipresse wurden – obwohl beim Herausgeber der
Gratiszeitung natürlich gratis – bewusst klein gehalten. «Wir wollten
nicht den Eindruck erwecken, dass hinter der Volksinitiative die
Interessen einer finanzstarken Organisation stecken», erklärt Aeby.
Das Anliegen des fingierten Komitees «La ville en bleue» hat seine
Unterstützung gefunden. 1470 Leute bekundeten ihre Sympathie für «mehr
blaue Zonen» per SMS. 300 haben sich auf www.villebleue.ch eingetragen.
Und 50 Sandwichmänner haben in einer Woche tatsächlich
rekordverdächtige 15000 Unterschriften gesammelt.
Ein weiteres Inserat in Le Matin Dimanche verkündete deshalb mit
Triumph das Resultat: «100 Prozent Zustimmung. Ab morgen erleben Sie
neue blaue Zonen.» Dazu liess die Agentur in der Nacht auf Montag 120
neue «blaue Zonen» in Genf und Lausanne auf die Trottoirs, Plätze und
Bushaltestellen «malen» – beziehungsweise mit blauem Scotchband
markieren. Die Fortsetzung ist bekannt: An all diesen Plätzen sind
seither Boxen mit der ersten welschen Gratiszeitung Le Matin Bleu
aufgestellt.
Die gesammelten Unterschriften der gutgläubigen Mitspieler des Gags
werden «selbstverständlich aus Gründen des Datenschutzes vernichtet und
nicht kommerziell missbraucht», versprechen Aeby und Edipresse.
Weiter verwendet wird aber die Grundidee mit den blauen Zonen. Diese
bildet auch den Rahmen für eine Printkampagne, die jetzt für Le Matin
Bleu angelaufen ist. In fünf Sujets wird gezeigt, wie diese neuen Zonen
als kulturelle, inspirierende oder zum Beispiel trendige Zonen als
Inhalte der neuen Zeitung interpretiert werden können. Fotografiert hat
Numéro 10 dazu verschiedene Stadtszenen mit Figuren aus der
potenziellen Leserschaft. Diese Kampagne läuft in den kommenden drei
Wochen in allen Titeln von Edipresse.
Am Tag der Erstausgabe von Le Matin Bleu wurde das Ereignis in Genf mit
einem Frühstück für geladene Gäste, Werber und Inserenten gefeiert. Die
gleiche Party fand am Abend als witzige Provokation noch einmal in
Zürich statt. Pikanterweise in einer früheren Liegenschaft der Tamedia
wurde im Medien-Campus an der Baslerstrasse von Numéro 10 eine «blaue
Nacht» organisiert. Das Motto dabei: Alles musste mobil bleiben – Essen
ohne Tische war passend zum Lesen auf der Strasse. Strassenkünstler
sorgten für Unterhaltung, wie sie auch in den Städten gratis die
Passanten beglücken.
Wer die spontan und damit ziemlich welsch einberufene Party verpasst
hat, findet die dort publizierten Anzeigentarife auch auf
. Diese Website in deutscher Sprache ist extra
für Inserenten ausserhalb der Romandie eingerichtet worden.
Le Matin Bleu wird in 44 welschen Städten und Gemeinden an Pendler
verteilt. Edipresse geht davon aus, dass die 100000 gedruckten
Exemplare von rund 180000 Menschen gelesen werden.

Andreas Panzeri

Sappi bewegt sich

Papier Sappi Europe informierte vor kurzem in Gratkorn über Veränderungen im Vertrieb.

Papier Der Papierproduzent Sappi
transferiert sein Verkaufsbüro von Zürich nach Wien und hat eine neue
Papierqualität auf den Markt gebracht.Sappi Europe, Tochterunternehmen des in
Südafrika beheimateten Papierproduzenten Sappi, informierte vor kurzem
in Gratkorn über Veränderungen im Vertrieb. Im Gratkorner Werk, das in
der Nähe der steirischen Landeshauptstadt Graz und der Grenze zu
Slowenien liegt, produziert Sappi mit zwei Maschinen, unter anderem der
weltweit grössten Papiermaschine für holzfrei gestrichene Papiere,
jährlich rund 860000 Tonnen Feinpapier.

Verlagerung nach Wien
Im Gegensatz zu anderen Papierproduzenten (siehe Werbewoche 33/05) hat
Sappi per Oktober 2005 seine Verkaufsbüros in Zürich aufgelöst. Die
Betreuung des Schweizer und des österreichischen Markts erfolgt im
Rahmen des Büros für Zentraleuropa  aus Wien. Helga Zengerer,
Sales Manager Österreich und Schweiz, war schon einmal verantwortlich
für beide Länder und kennt daher die beiden Märkte. Sie erklärte, dass
sich durch die Verlagerung für die Kunden keinerlei Änderungen ergeben
würden. Auch in Zukunft wird Sappi mit den Papiergrosshändlern Sihl +
Eika Papier, Fischer Papier und Antalis zusammenarbeiten. Rolf Gloor,
bisher für die Schweizer Niederlassung verantwortlich, betreut künftig
internationale Key Accounts bzw. Grosskunden. Helga Zengerer
orientierte auch über die Märkte Österreich und Schweiz. Die Länder
lägen nicht nur geografisch nahe beeinander, auch die beiden
Papiermärkte seien sehr ähnlich und gut vergleichbar. So ist der Markt
für holzfrei gestrichene Formatpapiere mit 104000 Tonnen in Österreich
und 103000 Tonnen in der Schweiz fast deckungs- gleich. Der Rollenmarkt
ist in der Schweiz mit 46000 Tonnen um 10000 Tonnen grösser
als in Österreich.

Papier für lange Maschinen
Sappi Europe nutzte die Gelegenheit und informierte in Gratkorn unter
anderem auch über ein neues Papier, das in Zusammenarbeit mit
Partnerfirmen entwickelt wurde.
Das Unternehmen hat gemeinsam mit Druckmaschinenhersteller Heidelberg
und dem erst kürzlich durch Fusion entstandenen führenden
Druckfarbenhersteller Xsys Print Solutions ein gemeinsames Projekt zur
Optimierung des Druckergebnisses abgeschlossen. Aus diesem Projekt ist
ein neues Produkt entstanden: Next Generation 12C. Dieses Papier ist
spezialisiert für «lange» Maschinen (Maschinen mit 8 bis 12
Farbwerken), im Besonderen für hohe Druckanforderungen des
Sujets.  Next Generation 12C optimiert das Druckverhalten unter
anderem
betreffend Mottling-Eigenschaften
(= fleckiger Ausdruck in gleichmässigen Rasterlagen und Flächen) und
einem besseren Wegschlagverhalten (= rasches Trocknen des bedruckten
Bogens). Das aus der Projektzusammenarbeit entstandene «Premiumpapier»
ist eine gestrichene Qualität, die eine hohe Gleichmässigkeit auf
beiden Seiten sowie eine hohe Dimensionsstabilität aufweist. Gezeigte
Druckmuster überzeugen mit einem gleichmässigen, brillanten Ausdruck
und einer sehr guten Wiedergabe von Farbverläufen.
   

Jürgen Franck

Für Hänschen – und für Hans

Weiterbildung Der Verband der Schweizer Druckindustrie gibt Gas.

Weiterbildung Der Verband der Schweizer Druckindustrie gibt beim Thema Weiterbildung weiterhin gehörig Gas. Unbestritten ist die grafische Industrie
eine von technischen Umwälzungen geprägte Industrie. Vor allem die
letzten zwanzig Jahre haben keinen Stein auf dem anderen gelassen. Der
Offsetdruck hat den Buchdruck abgelöst, und vor allem hat das Desktop
Publishing die Satzsysteme in Rente geschickt. Der Einzug der
Elektronik und die Automatisierung hat auch Veränderungen in der
Druckweiterverarbeitung herbeigeführt. Und die Neuerungen gehen
unaufhörlich weiter: Als Stichworte seien hier PDF/X, Adobes neue
Creative Suite oder gar neue Ansätze beim Publishing wie Remote- oder
Crossmedia-Publishing genannt.

Paradepferd learn4print
Auf Initiative von René Theiler, der beim Verband der Schweizer
Druckindustrie – kurz VSD – für Ausbildung und Sicherheit
verantwortlich zeichnet, wurden und werden neue elektronische Werkzeuge
für die Weiterbildung entwickelt. Sie sollen den fortwährenden
Veränderungen zu einem grossen Teil Rechnung tragen.
Paradepferd des VSD ist die interaktive Lernplattform «learn 4print».
Mehrere so genannte Lernmodule sind hier nach Themengebieten
zusammengefasst. «Mit unserer modular aufgebauten eLearing-Plattform»,
so Theiler, «können sich Zugangsberechtigte weiterbilden – online
und damit wann immer sie wollen.» Am weitesten ist man mit dem von
Veränderungen am meisten betroffenen Bereich Druckvorstufe. Ohne sich
hier auf Applikationen festzulegen, wird interaktiv Basis- bzw.
Fachwissen vermittelt.
Die Module, die zusammen mit dem deutschen Verband der
Maschinenanbieter (VDMA) unter Federführung Theilers und hauptsächlich
von Schweizer Autoren erarbeitet wurden, sind die ersten Ansätze von
eLearning in der grafischen Branche. Die learn4print-Plattform bietet
als erster Weblehrgang ein Abschlusszertifikat an. Unter der Adresse
www.learn4print.com können sich zum Beispiel Polygrafen-Lehrlinge oder
Quereinsteiger nach Bezahlung einer Gebühr gezielt Fachwissen aneignen.

Elektronische Lernwerkstatt
Die unter www.vsd.ch zugängliche Lernwerkstatt verfolgt einen anderen
Ansatz. Ihr Fokus richtet sich auf die Lehrlingsausbildner. Für die
Polygrafen-Lehrlinge sämtlicher Lehrjahre stehen hier Übungen zum
Download zur Verfügung. Samt Arbeitsbeschrieb werden die Auszubildenden
aufgefordert, Aufgaben mit Hilfe einer schrittweisen Anleitung
auszuführen. Der Passwort-geschützte Bereich ist durch eine
Jahresgebühr interessierten Ausbildnern sowie deren Lehrlingen
zugänglich.
Basis der Lernwerkstatt ist ein auf die gesamte vierjährige Lehrzeit
aufgebauter Fahrplan. Mehr als 90 Module aus bislang den Bereichen
Bild, Layout, Grafik, Daten und Gestaltung entlasten damit die
Lehrlingsausbildner und strukturieren zudem die Ausbildung.

Aus der Praxis für die Praxis
«Auch der Praxisleitfaden ist – wie learn4print und die Lernwerkstatt –
aus der Zusammenarbeit mit einem Autorenteam von Fachlehrern und
Dozenten entstanden. Zusätzlich haben wir Experten der Lehraufsichts-
und Prüfungskommission Zürich (LPK) beigezogen», erklärt René Theiler
den von ihm «Dritte Instanz» genannten Weiterbildungsansatz. Der
Praxisleitfaden präsentiert sich vordergründig als Basislehrmittel für
den Lehrbetrieb. Der Bogen des auf die Praxis ausgerichteten Leitfadens
spannt sich von Checklisten und Zieldefinitionen über
Beurteilungsbogen, Lehrgänge, Wartungspläne, Anleitungen zur
PDF-Erstellung bis zu auf das jeweilige Schuljahr abgestimmte
Abschlussarbeiten. Zwei Beispiele: Drucker können im Lehrgang «Maschine
reinigen» diesen oft vernachlässigten, aber emminent wichtigen Vorgang
nachlesen und erfahren, was dabei zu beachten ist. Der Lehrgang
«Gestalten eines Flyers» macht aus den Anwendern zwar keine Art
Directors, zeigt aber wesentliche Kriterien auf, die beim Gestalten zu
beachten sind. Mitgeliefert werden Bildmaterialien, die bearbeitet und
später samt dem Text zu einem Layout zusammengestellt werden sollen.
Insgesamt präsentiert der Verband damit ein sehr breites Angebot zur
fachlichen Aus- und Weiterbildung, welches, so ergänzt Theiler, «nicht
nur den Mitgliedern unseres Verbands offen steht».

Jürgen Franck

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