Integrationskampagne «Gib Zürich dein Gesicht»

Die Integrationsstelle des Kantons Zürich setzt auf ein Konzept von TBWA\Zürich. Mit der neuen Kampagne schafft die Agentur ein kollektives Gemeinschaftsgefühl und eine digitale Identität.

Der Kanton Zürich gehört schon seit ein paar Jahren zu den Destinationen mit einer grossen Anziehungskraft auf Zuwanderer. Die kantonale Fachstelle für Integrationsfragen verfolgt das Ziel, eine Chancengleichheit für die gesamte Gesellschaft zu schaffen und koordiniert zwischen Gemeinden, Gesellschaft, Wirtschaft und allen anderen Akteuren die Gemeinde- Flüchtlings- und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Website Ichbinzuerich.ch, auf der jede Zürcherin und jeder Zürcher per Webcam oder Selfie mitmachen kann. Eine Gesichtserkennungssoftware wurde so programmiert, dass mit jedem zusätzlichen Foto direkt ein neues Gesamtgesicht erstellt, das sich ständig verändert. Die mehr als 100 Nationen im Kanton sorgen so für eine ständig ändernde Identität Zürichs. 

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Spezialsoftware: Jedes Teilnehmerfoto wird in das Gesamtgesicht gerechnet.  

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Veränderung Schritt für Schritt: 1. Aktuelles Gesicht. 2. Teilnehmer Daniel Rohr, Theaterleiter und Schauspieler. 3. Ein neues gemeinsames Gesicht entsteht. 

Mit der zusätzlichen Gruppenfunktion auf der Website können auch Schulklassen, Sportvereine oder ganze Unternehmen ihr gemeinsames Gesicht generieren. 

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Den Start der Kampagne bilden Onlinebanner mit einem gemeinsamen Gesicht von einer Frau und einem Mann, die zur Teilnahme aufrufen. Zudem wird die Kampagne von Medienpartnerschaften begleitet. 

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Das Finale

Zur Auflösung der Kampagne sollen auf Plakaten jeweils ein gemeinsames Gesicht für alle Zürcherinnen und ein gemeinsames Gesicht für alle Zürcher mit allen Teilnehmern präsentiert werden. Die gesamte Kampagne ist mit den verschiedenen Aktivitäten über einen Monat On-Air und bietet zahlreiche Touchpoints für verschiedene Zielgruppen.

Verantwortlich bei der Fachstelle für Integrationsfragen: Julia Morais (Leiterin der Fachstelle für Integrationsfragen), Jens Chacko (Projektassitent Öffentlichkeitsarbeit). Verantwortlich bei TBWA\Zürich: Matthias Kiess (CEO), Simon Rehsche (Strategy Director), Edith Swiezy (Group Account Director), Bruce Roberts, Cyrill Wirz (Creative Director), Bettina Klossner (Senior Art Director), Tizian Walti (Senior Copywriter), Serge Meierhofer (AD digital), Marek Zdarsky (Junior AD), Stephanie Seematter (Graphic Designer). Verantwortlich bei Detail: Ilonka Galliard (Projektmanagment), Nicolas Bruni (Fotograf), Franco Elsener (Fotoproduktion), Ferco Dregelyvari (Bildbearbeitung), Najat Zinbi, Philipp Keusen (Make-up); Claudio Mettler (CtrlM.ch); phd (Media).

Zur Sache: Mudworking – missfallende Gefälligkeiten

Die Kasachstan-Affäre hat hohe Wellen geschlagen und Christa Markwalder eiskalt abgeduscht.

Viel wurde zur Sache bislang gefragt und geklärt, gestaunt und geschimpft: Was, in aller Welt, hat die Schweiz mit Kasachstan zu tun? Wie können wir «den Kasachen» nützlich sein? Und wem von ihnen?
 

Was bisher wenig beleuchtet wurde, ist die Rolle der Kommunikationsagentur Burson Marsteller (BM) in dieser Affäre. Bekannt ist, dass Unternehmen wie BM, FurrerHugi, die Dynamics Group oder die Konsulenten Public Affairs und Lobbying betreiben. Unklar ist, wie genau sie das machen, mit welchen Mitteln, welche Mandate sie annehmen – und ob sie auch einmal welche ablehnen, die zwielichtig erscheinen oder hinter denen Personen stehen, deren Anliegen allein ihre bleiben sollten.

Allem voran gebührt Christa Markwalder also ein grosser Dank. Denn durch ihr Stolpern hat sie Details der politischen Arbeit aufgedeckt, über die es nachzudenken gilt. Die Debatte darüber, was Politiker müssen – fragen und denken –, was sie dürfen – Mandate ablehnen – und was sie unbedingt lassen sollten – sich mit einer Sache gemein machen, sei es auch eine gute –,ist in vollem Gange.

Spontan fragt man sich: Hätte Lobbyistin Marie- Louise Baumann von BM nicht stutzig werden müssen, weil die Kommunikation mit «den Kasachen» ausschliesslich über Dmitry Belousov lief, den Direktor des Tabakmultis Philip Morris? Doch die Frage ist falsch gestellt. Denn sie geht von der grundsätzlichen Unschuld und der guten Absicht aller Beteiligten aus. Wer aber weiss, dass Baumann auch ein Consulting- Mandat von Philip Morris hält und also genau gewusst hat, wer Belousov ist, muss einsehen, dass wir es nicht mit Unschuldslämmern zu tun haben, sondern mit Personen, die genau wissen, in welche Ränkespiele sie und die anderen verstrickt sind. Die genau wissen, wie sie die Ahnungslosigkeit der Anderen für sich nutzen können. Vorgeblich ging es beim strittigen Vorstoss um die Stärkung der liberalen Opposition in Kasachstan, was Markwalder wahrscheinlich tatsächlich geglaubt hat. De facto ging es um die Jagd des autoritären kasachischen Staatschefs Nursultan Nasarbajew gegen abtrünnige Oligarchen, konkret beispielsweise um die Auslieferung von Viktor Khrapunov, der in Genf lebt. Das ist kein Networking, sondern Mudworking. Und plötzlich stehen wir am Set von «Allein gegen die Mafia».

Delikat ist die Sache ohnehin, peinlich für Markwalder und das Schweizer Politschaffen. Und weil auch professionelle Kommunikatoren wie BM eine (höchstwahrscheinlich) unappetitliche Rolle spielen, wird Markwalder-Gate auch für uns interessant. BM schreibt auf seiner Website: «Wir begleiten Sie von der Vernehmlassung bis zur Gesetzgebung durch parlamentarische Prozesse. Wenn notwendig, sorgen wir begleitend für das nötige Grundrauschen. In den traditionellen Medien und auf allen relevanten Social-Media-Kanälen.»

Ich wollte ein wenig Licht ins Dunkel bringen, wissen, ob dieses Grundrauschen irgendwelchen Leitlinien folgt, ob es berufsethische Grundsätze für die Lobbyarbeit gibt, wie die Lobbyisten genau arbeiten, was sie befähigt, auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Ich bat Matthias Graf, CEO von BM, um ein Interview. Dieser verwies auf die laufende interne Untersuchung der Affäre Markwalder/Baumann und lehnte eine Beantwortung meiner Fragen ab. Dabei wollte ich nur wissen: Für wen, für welche Länder betreibt Burson Marsteller noch politisches Lobbying? Public Affairs erscheint der Öffentlichkeit als Gemauschel, Beeinflussung am Rande des Legalen – was sagen Sie dazu? Wie genau prüfen Sie die Mandate, die Sie übernehmen? Gibt es auch Public-Affairs-Mandate, die BM ablehnt? Fragen, die die BM-interne Untersuchung der Kasachstan-Affäre nicht berühren.

Weshalb also lehnte Graf die Beantwortung meiner Fragen ab? Das kann mehrerlei bedeuten und wirft in jedem Fall ein schlechtes Licht auf BM: 1. Graf hat selbst keine Ahnung, was im Bereich Public Affairs/Lobbying unter dem Dach von BM passiert. 2. Die etwaigen Antworten würden Mandate von BM aufdecken, die um keinen Preis bekannt werden sollen – schliesslich ist politisches Lobbying sehr lukrativ und wer zahlt, erwartet Stillschweigen. 3. Es gibt weder Kriterien noch Grenzen für die Annahme von Mandaten, Hauptsache der Verdienst stimmt. Ich vermute, alle drei Punkte treffen zu.

Warum sonst wäre es so brisant, Rede und Antwort zu stehen, Mandate offenzulegen, zu Verbindungen und Vernetzungen klar Auskunft zu geben? Offenbar reden wir nicht über einen Ponyhof, sondern über eine einzige riesige Sauerei. Wir bleiben dran.

Anne-Friederike Heinrich, Chefredaktorin [email protected]
 

Modissa für Steigerconcept gross herausgebracht

Cavegnwerbung hat für Steigerconcept eine Gratulationsanzeige gestaltet, in der sich das Architekturbüro für den Modissa-Auftrag bedankt. 

Das Architektur-Unternehmen Steigerconcept war verantwortlich für die komplette Neusanierung des des Modehauses Modissa an der Zürcher Bahnhofsstrasse. In einer grossformatigen Gratulationsanzeige zur Eröffnung bedankt sich Steigerconcept für dieses – auch ausserhalb von Architekturkreisen – prestigeträchtige Bauvorhaben und die gute Zusammenarbeit. Es sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie eng Architektur und Markenpositionierung zusammen spielen können, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Und eine gute Gelegenheit, das Architektur-Unternehmen einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Um dieser Botschaft formal zu entsprechen wurde die NZZ gewählt und eine ganzseitige Anzeige geschaltet.

Verantwortlich bei Steigerconcept: Jochen Brunner (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei Cavegnwerbung: Markus Cavegn (Art Direction), Markus Rottmann (Text), Marc Straumann (Fotografie), Daniel Belet (Bildbearbeitung).

 

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Medienrechtstagung 2015

An der Medienrechtstagung vom Schweizer Medieninstitut fand ein reger Austausch zum aktuellen Stand von Medienethik, Medienrecht und Innovation statt. Ursina Wey, Geschäftsführerin des Schweizer Presserates, hat mit der Werbewoche über die medienethische Arbeit des Presserates gesprochen.

Die diesjährige Medienrechtstagung in der Brasserie Lipp fand unter dem Motto «vom Auftrag des Beobachtens der Beobachter» statt. Denn die Medien sind nicht nur Beobachter, sie müssen sich selbstverständlich auch an medienethische und gesetzliche Vorgaben halten. «Welches sind also die Vorgaben, wenn es etwa um die Publikation heikler journalistischer Inhalte geht?», so die zentrale Frage an der Medienrechtstagung 2015. Denn die Vorgaben sind nicht nur sehr komplex, oftmals eine Frage der Auslegung und zudem auch noch schwer vergleichbar. Sie werden auch noch durch divergente Interessen von Privatpersonen, Politik und Juristen beeinflusst. Der gesamte Diskurs lässt sich, so eine der Schlussfolgerungen der Tagung, vereinfacht konzentrieren auf die Abwägung zwischen öffentlichem Interesse und Interesse zur Wahrung des entsprechenden Geheimnisses. Gleichzeitig wurde in diesem Zusammenhang klar, dass in einem immer dynamischeren Umfeld Sorgfalt höchste Priorität hat. Im Falle medialer Verbreitung verdeckter Tonund Bildaufnahmen zeigen neuere Urteile, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg grossen Wert auf die Rolle der Medien als «Wachhunde der Gesellschaft» legt, während das Schweizerische Bundesgericht der Aufdeckung von Missständen mit unkonventionellen journalistischen Mitteln eher skeptisch gegenübersteht. Die Rechtsanwälte Rudolf Mayr von Baldegg und Christoph Born zeigten dies anhand zweier Beispiele: einerseits die inzwischen berühmt gewordene «Kassensturz»-Sendung, in der im Jahr 2003 die umstrittenen Verkaufspraktiken von Versicherungsbrokern mit versteckter Kamera gefilmt und ausgestrahlt wurden, andererseits der Verstoss eines Journalisten im Jahr 1997 gegen Artikel 293 des Strafgesetzbuches. Ursina Wey schloss den Themenkomplex ab mit einer ausführlichen Beschreibung zweier Beschwerdefälle, welche dem Presserat eingereicht wurden, sowie dem Thema Gerichtsberichterstattung, welches der Presserat von sich aus aufgegriffen hat.

Im Brennpunkt der diesjährigen Medienrechtstagung standen weiterführend der aktuelle Stand des Aufsichtsverfahrens des Verbands Schweizer Medien gegen die Post, eine Einführung in die Funktionen von HbbTV sowie ein Referat von Hanspeter Kellermüller, Leiter Generalsekretariat NZZ Mediengruppe, zum Thema Big Data. Abschliessend führte Rechtsanwalt Markus Prazeller die rechtlichen Fallstricke bei der Integration von sozialen Medien in Newsplattformen auf.

Aus medienethischer Sicht

Ursina Wey hat mit der Werbewoche über Medienethik und die Arbeit des Presserates gesprochen: Warum gerade im digitalen Bereich immer noch sehr wenige Beschwerdefälle eingehen, obwohl doch gerade die schnelllebige Online-Tätigkeit einer viel höheren Fehlerquote unterliegt, lässt sich gemäss Wey nur vermuten. Sie liege allenfalls in einer veränderten Einstellung der User gegenüber Onlinemedien.

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WW: Sie haben an der Medienrechtstagung drei Fälle vorgestellt, die den Presserat beschäftigt haben. Wie sehr beschäftigen die einzelnen Fälle jeweils das Präsidium?
Ursina Wey: Es gibt Fälle, über die sich das Präsidium schnell einig ist, weil sie klar erscheinen. Doch grundsätzlich wirft jeder Fall neue Fragen auf. Dabei greift der Presserat auf die bisherige Praxis, also auf bisherige Stellungnahmen, zurück. Aber jeder Entscheid ist wieder von Neuem ein Ringen mit der Frage: Was ist unter medienethischen Gesichtspunkten noch zulässig, was nicht. In den Kammern findet jeweils ein reger Austausch über die aktuellen Fälle statt, wobei auch sehr kontrovers diskutiert wird. Manchmal, selten zwar, wird über einzelne Punkte abgestimmt, wenn sich zwei Fraktionen gegenüberstehen und sich einfach keine Einigung finden lässt. In der Regel wird jedoch so lange diskutiert, bis ein gemeinsamer Nenner da ist.

Welche Richtlinien spielen in der Entscheidungsfindung die Hauptrolle?
Grundlage der Stellungnahmen des Presserates bildet die «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten», auch Journalistenkodex genannt. Jeder Fall wird zuerst im Präsidium diskutiert. Ist eine Beschwerde beispielsweise offensichtlich unbegründet oder stimmt sie grosso modo mit vom Presserat bereits früher behandelten. Fällen überein oder erscheint sie von untergeordneter Bedeutung, entscheidet das Präsidium. Kontroverse Fälle und solche, die neue Fragen aufwerfen, werden an eine Kammer überwiesen. Auch die Kammern stützen sich auf die Praxis des Presserates, auf die Entscheide in ähnlich gelagerten Fällen. Vergleichbare Fälle werden herangezogen, um die Praxis weiterzuführen oder aber um festzustellen, dass in diesem Fall gerade diametral anders zu entscheiden ist. Entsprechend verweisen auch die Stellungnahmen des Presserates immer wieder auch auf die bisherige Praxis. Prinzipien aus vergangenen Fällen können also auf aktuelle Fälle angewendet werden.

Die Stellungnahme des Presserates ist in seiner Auswirkung sehr begrenzt, da er keine Sanktionsmöglichkeiten hat. Man spricht vom «zahnlosen Tiger». Wie sehen Sie das?
Der Presserat bietet ein sehr differenziertes Abwägen von medienethischen Fragen, er ist ein Reflexionsorgan, welches sich die Zeit nimmt, jeden einzelnen Fall detailliert zu diskutieren. Überzeugen kann der Presserat nur, wenn er Entscheide fällt, die tragfähig sind. Es ist die Qualität seiner Entscheide, welche ihn glaubwürdig macht. Das Bild des Tigers liegt in diesem Zusammenhang deshalb etwas schief. Natürlich hat der Presserat keine Sanktionsmöglichkeiten, das ist so gewollt. Sein Diskurs sollte zur Kenntnis genommen werden.

Kommen durch die digitalen Veränderungen neue Fälle, neue Schwierigkeiten auf den Presserat zu?
Interessanterweise hat der Presserat im Bereich rein digitaler Medien noch gar nicht so viele Beschwerden erhalten. Regelmässig gehen bei ihm aber Beschwerden im Zusammenhang mit Online-Kommentaren ein. Oft richten sich Beschwerden gleichzeitig gegen einen Printartikel und gegen dessen online publizierte Version. Hier gelten selbstverständlich die gleichen Kriterien wie bei nur auf Papier publizierten Beiträgen. Momentan liegen dem Presserat einige Fälle vor, die Onlinemedien betreffen, sie sind aber wie erwähnt selten.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Das ist ein interessantes Phänomen, ich kann da nur spekulieren. Ich frage mich, ob der Nutzer an die Onlinemedien grundsätzlich einen anderen Massstab ansetzt. Der Grund hierfür wäre etwa in der Schnelllebigkeit zu sehen. Innerhalb des Presserates ist das natürlich ein wichtiges Thema – gerade auch die Frage, wie sich mit der digitalen Mediennutzung) etwa das Berufsbild von Journalistinnen und Journalisten sowie der Redaktionsalltag verändert. Der Presserat hat früh angefangen, Themen in diesem Bereich aufzugreifen. Im Jahr 2000 hat er beispielsweise eine Stellungnahme zum Thema journalistische Ethik im Internet veröffentlicht, im Jahr 2010 das Thema Internet und Privatsphäre aufgegriffen und somit versucht, für Fragen, die sich in der digitalen Welt stellen, Richtlinien aufzustellen.

Interview: Ursina Maurer

Neubesetzungen bei der Handelszeitung

Marcel Speiser, 42, wird Stellvertretender Chefredaktor der Handelszeitung. Er tritt sein Amt per 1. September 2015 an. Auch die Leitung des Ressorts Specials sowie die Leitung des Schweizer Wirtschaftsnetzes werden neu besetzt. 

Derzeit leitet Speiser bei das Unternehmen-Ressort der Handelszeitung. Er hat in Zürich, Kapstadt und London studiert, anschliessend absolvierte er die Diplomausbildung am MAZ in Luzern. Vor der Handelszeitung arbeitete er auf den Wirtschaftsredaktionen von Tages-Anzeiger, Blick und Aargauer Zeitung. Speiser übernimmt die Nachfolge von Pascal Ihle, der nach neun Jahren als Stellvertretender Chefredaktor die Zeitung auf eigenen Wunsch verlässt. 

Das Ressort Specials wird künftig von Norman Bandi, 40, geführt. Er übernimmt die Nachfolge von Markus Köchli, der das Ressort während 25 Jahren geleitet und geprägt hat. Köchli, 64, wird bei einem reduzierten Pensum der Zeitung weiterhin als Autor und Berater verbunden bleiben.

Im Schweizer Wirtschaftsnetz (Handelszeitung.ch, Bilanz.ch und Finanzen.ch) wird der derzeitige Stellvertretende Redaktionsleiter Mathias Ohanian, 33, per 1. Juni 2015 zum neuen Redaktionsleiter berufen. Er folgt auf Stefan Eiselin, 47, der in die Finanz-Redaktion der Handelszeitung wechseln und sich schwergewichtig mit dem Bankenplatz Schweiz beschäftigen wird. Ohanian ist Diplom-Wirtschaftswissenschaftler und arbeitete mehrere Jahre als Redaktor bei der Financial Times Deutschland.

Markenführung mit sozialen Medien – «Die neue Offenheit»

Am IAA Luncheon in der Kaufleuten Lounge hat der Kommunikations-Experte Andreas Horx über Markenführung mit sozialen Medien und deren Auswirkung auf die Unternehmenskultur referiert. Horx sieht durch die sozialen Medien eine umwälzende Veränderung für Gesellschaft und Wirtschaft - eine Herausforderung, der sich jedes Zukunfts-ausgerichtete Unternehmen auch in der Markenführung verstärkt stellen muss.

In unserer Gesellschaft sieht Andreas Horx er eine kontinuierliche Entwicklung hin zu einer «neuen Offenheit», welche weitreichende Auswirkungen auf die Markenkommunikation von Unternehmen hat. Um zu erkennen, welche Kräfte auf Unternehmens- und Produktmarken wirken, aber auch um das Potential gezielt nutzen zu können, spricht er vier zentrale Faktoren an, welche für ein Konzept der Markenführung genauestens beachtet werden müssen.

Treiber der Markenführung mit sozialen Medien

Die zentralen Faktoren, auf denen ein Konzept der Markenführung mit sozialen Medien basieren soll, nennt Andreas Horx «Treiber». «Die Vernetzung ist heute weltweit ausgesprochen hoch und zieht sich inzwischen durch alle Gesellschaftsschichten», konstatiert Horx einleitend. Sich mit der Konnektivität auseinanderzusetzen bedeute die zunehmende Organisation der Menschheit in Netzwerken zu verstehen. Web-2.0-Anwendungen (Social Media) spielen dabei eine wichtige Rolle für die soziale Vernetzung der Menschen. Doch wie weit kann ich das Potential der Konnektivität nutzen, um gegebenenfalls die User in den Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens zu integrieren? Mit der «Neuen Offenheit», so Horx Antwort. Hiermit meint er den Schritt «vom Kollektiv zum Konnektiv», wobei das Teilen von Inhalten zukünftig zum Alltag wird und Offenheit deren zentrale Eigenschaft ist. «Dabei ist Teilen wichtiger als Besitzen», fügt er an. Der Weg führe vom Guthaben weg hin zu Reputation, weg von Werbung hin zu Community, so Horx. Ein solcher Schritt brauche jedoch klare Regeln und Führung, in der sozialen Welt müsse sensibel mit der Markenführung umgegangen werden. Der Schritt in die digitale Markenführung berge auch einen aktiven Einfluss des Kunden auf das Markenimage. «Das Erreichte zählt, nicht das Erzählte reicht», betont Horx. Denn nicht nur die Zahl der relevanten Costumer-Touchpoints kann vielzählig sein, auch gehen die Veränderungen hier sehr schnell vor sich und auf Anfragen muss inzwischen sehr schnell reagiert werden. Nicht zu vernachlässigen ist die Auswirkung der Markenführung mit sozialen Medien auf das Unternehmen. Gemäss Horx werden damit grundlegende Wandelprozesse in Unternehmen miteinhergehen. Zum Beispiel geht es um den Abbau von Ressortdenken – hin zu vernetztem Denken & Handeln. Damit hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit sich vom «passiven» hin zum «connected» Mitarbeiter zu entwickeln. «Vielleicht ist dann schon bald kein Betriebsrat mehr nötig», vermutet Horx.

Was Andreas Horx mit «umwälzender Veränderung» genau meint, und wie ein Unternehmen mit einem gezielten Markenführungskonzept darauf reagieren kann, verrät er im Gespräch mit der Werbewoche.

Werbewoche: Andreas Horx, ist die Schweizer Wirtschaft bereit für die digitale Markenführung?
Andreas Horx: Die Antwort auf die Gretchenfrage. Ich denke, das kann man nicht pauschal mit ja oder nein beantworten. Ich denke, da die Unternehmen heute vor fundamentalen Herausforderungen stehen – die Digitalisierung von Geschäftsprozessen zu begleiten und eine Antwort darauf zu finden, wie sie ihr Geschäftsmodell dort zukünftig abbilden wollen/es dadurch beeinflusst wird– sollte jedes Unternehmen parallel zu seinem derzeitigen Geschäftsmodell Szenarien erarbeiten, wie sie sich bei einer so tiefgreifenden Entwicklung aufstellen wollen. Ich glaube man muss einen Unternehmensstrategieprozess parallel initiieren, weil im Verhältnis zu früher die Wandlungen im Geschäft schneller und nachhaltiger sind.

Das klingt sehr aufwändig. Wie muss man sich das Modell solcher parallel laufender Strategien vorstellen?
Man würde im Endeffekt eine Business-Task-Force gründen, die unter der Führung des Managements liegt. Aber nicht nur im Sinne des Management, da müssen auch im weiteren Prozess andere Qualifikationen miteingebunden werden, die dann den Strategieprozess des zukünftigen Geschäftsmodells begleiten. Ich habe eine solche Strategie schon bei einem grossen Reiseversichere in Europa begleitet, wo man sich kontinuierlich getroffen hat, um neue Szenarien zu entwickeln, die dem Rechnung tragen, was sich mit der Digitalisierung alles verändert.

Sie sagen also, dass sich die Ergebnisse der Markenführung mit sozialen Medien trotz Konzept nicht wirklich einschätzen lassen und daher eine Business-Task-Force parallel laufende Strategien entwickeln muss?
Ja, ich denke das «try and error» wird noch eine ganze Weile dazugehören. Aber, umso mehr man sich mit der strategischen Dimension und den grundlegenden Treibern (Konnektivität, Technologie, Transparenz, neue Offenheit) und deren Einfluss auf das Unternehmen befasst, desto weiter kommt man in der Beantwortung der Frage, wo das Geschäftsmodell des Unternehmens hingehen soll. Der User heute ist nicht mein User morgen. Ich sollte also nicht immer dem Kunden hinterherrennen, sondern stattdessen einen größeren Blickwinkel haben. Beispielsweise hat MacDonalds aktuell in den USA große Probleme, weil der Kunde inzwischen ein verändertes Ess- und Integrationsbedürfnis hat. Da muss man sich deutlich überlegen, wie das Geschäftsmodell in zehn Jahren aussehen soll.

Würde Sie eine digitale Markenführung auch für nicht primär verkaufsorientierte Unternehmen empfehlen?
Das kommt auf das Nachrichtenpotential einer Marke darauf an. Ist das Storytelling einer Marke relevant, dann ist das sicherlich ein Indikator dafür, dass man über Social Media Strategien nachdenken sollte. Insofern sollte man einfach mal in die Social-Media-Kanäle reinhören, denn es wird dort über fast alle Marken geredet. Dann muss man an dieser Stelle eine Entscheidung treffen, bevor man den nächsten Schritt geht. Denn die Türe zu Social Media aufzumachen ist eine Konsequenz, die mit viel Arbeit und Geld zusammenhängt und man kann sie nicht so schnell wieder zumachen. Insofern ist eine solche Unternehmensentscheidung signifikant und ich würde viel genauer darüber nachdenken. Grundsätzlich gilt aber: Marken mit entsprechender Mundpropagandapotential haben eine durchaus gute Relevanz für Social Media.

Diese Türe zu öffnen bedeutet aber auch das Risiko der Eskalation.
Richtig. In den digitalen Medien wird gleichzeitig transparenter, was Sie tun oder nicht tun. Im Moment der Entscheidung für Social Media muss man also auch Eskalations-Strategien bereithalten. Das heisst, wenn die User da draussen nicht zufrieden sind, sind Transparenz und Ehrlichkeit wichtige Faktoren, um darauf richtig zu reagieren. Aus den diversen Shitstorms sollten wir ja in der Kommunikationsbranche inzwischen gelernt haben.

Ihrer Meinung nach lohnt es sich also für den Grossteil aller Unternehmen diesen Schritt zu machen, trotz Risiko?
Es gibt viele Unternehmen, für die es sich lohnt. Dies ist jedoch immer eine grundsätzliche unternehmens-strategische Entscheidung, sich den sozialen Medien zu öffnen, ohne die Türe später wieder aufgrund von Fehleinschätzungen zumachen zu müssen. Einen TV-Spot hingegen kann ich wieder ausschalten. Solche Social-Media-Strategien sind nicht nur für den B2C – nein auch sehr gut für den B2B-Bereich interessant. Wenn man sich beispielweise den Kundenservice anschaut, welchen man über Communities steuern kann, sieht man dies sehr gut. Der berühmteste ist Apple mit dem «Apple Talk». Dort poste ich mein Problem in die Community und irgendwo auf der Welt sitzt einer, der das Problem bereits gehabt hat. Das sind nicht Apple-eigene Mitarbeiter, sondern die Community beantwortet die Fragen, weil sie das Produkt so cool finden und anderen helfen wollen. Somit sind diese eigentlich meine Servicepartner. Kundenservice so an die Community auszulagern ist, wie man sieht, nicht nur eine B2C-Frage. Unternehmen im B2B-Bereich informieren sich zu 90-95 Prozent, bevor sie etwas kaufen, über digitale Medien. Wenn ich also beispielsweise eine Service-Community mit meinen B2B-Partnern aufbaue, kann das ein interessantes Geschäftsmodell werden.

In welche Richtung geht Ihrer Meinung nach die Innovationskraft der sozialen Medien?
Diese Innovationskraft ist ausgesprochen stark. Man sieht z.B. komplett neue Geschäftsmodelle, die sich durch «Share Economy», also Teilen statt Besitzen, entwickelt haben. Zum Beispiel in der Tourismusbranche das «Share a bed, unterAirbnb.de». Im Verkehrsbereich ist gerade der neue Taxi-Dienst «Uber» sehr interessant zu beobachten. Hier will man die verkrusteten regulierten Strukturen aufbrechen, mit einer intelligenten Idee, Social Media und einem langen Atem. Und ich prophezeie Ihnen, die werden das auch schaffen! Weil es einfach an der Zeit ist, alternative Geschäftsmodelle zuzulassen. Von daher glaube ich schon, da steckt viel Kraft drin. Aber wie man das nachher für das Einzelunternehmen runterbricht, ist eine sehr individuelle Frage.

Ihre Aussagen und Beispiel lassen den Eindruck zurück, dass im Bereich Social Media eine starke Konkurrenz heranwächst, der früher oder später nicht viele Unternehmen entgehen können.
Ich würde das zurückhaltender formulieren: Unternehmen müssen heute, eine Antwort finden, wie sie mit dem Thema Social Media und den damit einhergehenden Veränderungen umgehen wollen. Ein Grossteil der Unternehmen wird sich dieser Frage früher oder später stellen müssen. Wie man bei Coca Cola und McDonalds sieht, haben diese Unternehmen Schwierigkeiten und laufen jetzt der Entwicklung teilweise hinterher anstatt sie wie bisher anzutreiben. Im Gegensatz dazu steht das Beispiel von Proctor & Gamble, deren Konzept z.B. im Bereich B2B mit der Plattform «connect+develop», welches außerordentlich erfolgreich ist. So sieht man deutlich die Unterschiede von Treiber und Getriebenem.

Sie gehen davon aus, dass sich ein Grossteil der Unternehmen – bis in die Geschäftsleitung hinauf – mit Social Media auseinandersetzen muss?
Absolut. Wenn man den Mittelstand betrachtet, welcher in Deutschland und der Schweiz die Basis und die Stabilität der Wirtschaft ist, ist dies unbedingt notwendig.. Man kann sich mit Social Media im Zuge der Generationenregelung auseinandersetzen. Dies ist natürlich eine grosse Aufgabe. Die «Verantwortlichen» des jeweiligen Unternehmens haben Vieles richtig gemacht, doch jetzt kommt eine neue Welt des Denkens, welche sehr konträr ist zu dem, was sie bisher kannten. Dementsprechend ist die Herausforderung für diese Unternehmen, dass jemand von der Familie – in der Nachfolgeregelung – diese Prozesse aufsetzt. Der «Patriarch» wird teilweise nur bedingt dazu in der Lage sein, dieses Ausmass zu verstehen, weil es sich hierbei einfach um komplett andere Denkdimensionen handelt.

Sie sprechen von riesigen Umwälzungen. Welche Rolle spielt Facebook hier?
Facebook ist nur eine Plattform von vielen. Es lohnt sich für Unternehmen kaum noch, wie übrigens auch vor kurzem der CEO der Webguerillas aus Deutschland, Martin Wittman, gesagt hat. Parallel sieht man aktuell auch eine sogenannten «de-friending-Bewegung». Das bedeutet, rund 25 Prozent der jungen Menschen gehen aus Facebook raus. Die Älteren gehen zwar rein, aber die Jungen gehen alle raus. Sie suchen sich andere Plattformen, die jetzt erst noch bekannter werden.
Das sind natürlich Erdrutsch-artige Veränderungen. Aber genau so ist es. Kennen Sie zum Beispiel noch AOL, mit deren Kampagne mit Boris Beckers Ausspruch «Ich bin drin»? Wo ist das Unternehmen heute? Hat Yahoo noch eine grosse Marktmacht in Europa? So schnell wie das Eine kommt, wird das Andere wieder gehen – wir haben heutzutage eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit. Ganz viele Unternehmen haben den Trend nicht verstanden/sich nicht weiterentwickelt, und sind dann einfach weg.

Nun werden Plattformen interkulturell aber ganz unterschiedlich benutzt. Wie sehen Sie das?
Dies ist ein wichtiger Aspekt, den es in einer Social-Media-Strategie zu beachten gilt. Umso mehr, wenn es sich um eine globale Strategie handelt..

Grosse Prozesse und das globale Teilen haben Sie in Ihrem Referat auch mit einem anderen Thema verknüpft, dem Teilen von Lebensmitteln. Welche Veränderungen sehen Sie in diesem Bereich konkret?
Ich sehe das für mich als ein motivatorisch wichtiges Feld. Denn Werbung ist im Rückblick eine sehr oberflächliche Sache; wir bauen die schöne glitzernde Welt für Produkte, was in Wirklichkeit aber manchmal anders aussieht. Wir sollten wirklich mal für Nachhaltigkeit in der Werbung sorgen und bestimmte Dinge stärker ins Rampenlicht bringen. Genauso wie Wasser und Essen knapp wird, so haben auch einige Menschen hier in Zürich keinen Zugang zu regelmässigem Essen. Das zumindest kann man direkt hier lösen, etwa mit «Foodsharing» – einer Verwertung des Grossteils an Essen, welches nach einer Veranstaltung einfach weggeschmissen wird. Ich habe selber im Anschluss an Firmenveranstaltungen schon Organisationen angerufen, damit das überzählige Essen abgeholt und verteilt wird. Das ist das mindeste. Um nun das Globale zu betrachten, werden wir nicht umhinkommen sozialer zu denken. Das ist nur leider etwas, was den Menschen per se und in seiner Schnelllebigkeit und kurzfristigen Denke sehr konträr entgegensteht. In den Sozialen Medien können sich nun aber ganz andere Hebel entwickeln, Menschen & Meinungen bündeln und zu einer starken Bewegung werden – und in dem Sinne verändert sich dann auch nachhaltig Gesellschaft. Ob dies eine Veränderung zu unserem Besseren ist oder nicht, ist eine spannende Frage. Wenn man z.B. die politische Bewegungen in Saudi Arabien, Tunesien oder Nord-Afrika anschaut, dann ist/war das sicherlich zum Teil ein guter Weg. In diesem Sinne ist Social Media auch eine Art Regulativ und das ist eine kraftvolle & nachhaltige Entwicklung, die wir alle für uns privat, oder geschäftlich positiv nutzen können.

Interview: Ursina Maurer

Andreas Horx ist neben seiner Tätigkeit als Speaker, Geschäftsführer seiner eigenen Fima Horxbrandconsult – einer Managementberatung für Markenführung und strategische Kommunikation, ist zusätzlich als Dozent bei privaten Bildungsträgern aktiv und Co-Herausgeber des Buches «Social Branding».
 

Personelle Wechsel bei Herger Imholz

Mathias Bamert hat die Geschäftsleitung von Herger Imholz in Altdorf übernommen. Daniel Bürgisser wird das Büro in Zürich leiten.

Bamert hat in den letzten Jahren als Verlagsleiter bei Tilllate.com gearbeitet. Er ist ausserdem als Dozent an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) tätig. Auch das Büro in Zürich hat einen Neuzugang zu vermelden: Dani Bürgisser übernimmt die Leitung des Standorts. Er hat zuvor in diversen Agenturen und Designateliers gearbeitet. 

Sämi Imholz hat sich entschieden, ein Sabbatical anzutreten.

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Daniel Bürgisser (links) und Mathias Bamert

Erster GAV für die Call-Center-Branche

Die Sozialpartner der Callcenter-Branche haben einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterzeichnet. Es ist der erste landesweite Vertrag für die Branche. Am 1. September tritt er in Kraft. 

Kontakt- und Callcenter haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, wie die Gewerkschaft Syndicom und der Arbeitgeberverband Contactswiss am Donnerstag  in einem gemeinsamen Communiqué mitteilten. Der Branchenverband Contactswiss wurde im 2014 im Hinblick auf den angestrebten GAV gegründet und zählt nach eigenen Angaben sechs Unternehmen mit rund 2000 Vollzeitstellen zur seinen Mitgliedern.

In dem am Mittwoch unterzeichneten GAV einigten sich die Partner unter anderem auf geografisch abgestufte Löhne. In der tiefsten Tarifregion liegt der Mindestlohn bei 3700 Franken im Monat. Nicht eingerechnet sind darin Zeitzuschläge und leistungsabhängige Zahlungen, wie Contactswiss-Präsident Peter Weigelt auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. (SDA)

 

Neuer Leiter Kommunikation der Universität Zürich

Jürg Dinner, lic. oec. publ. der Universität Zürich, wird neuer Leiter Kommunikation der Universität Zürich. Er tritt am 1. Dezember 2015 die Nachfolge von Dr. Christina Hofmann an, die das Amt nach zehn Jahren übergibt.

Die Universitätsleitung hat Jürg Dinner (48) zum neuen Leiter Kommunikation ernannt. Jürg Dinner ist seit 2013 Leiter Kommunikation des Schweizerischen Nationalfonds. Bis 2012 wirkte er während acht Jahren bei Swiss International Air Lines, zunächst als Kommunikationschef und danach als Leiter Politik und Umwelt. Von 1997 bis 2002 verantwortete Jürg Dinner bei der BMW Group in München die Wirtschafts- und Finanzkommunikation. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz übernahm er die Kommunikation für Coca-Cola Schweiz. Seit 2007 ist er Dozent für Kommunikationsmanagement, Konzeptionstechnik und Public Affairs an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie Dozent und Prüfungsexperte an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Jürg Dinner studierte an der Universität Zürich Betriebswirtschaft. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

«Jürg Dinner ist ein erfahrener Kommunikationsexperte in anspruchsvollen Bereichen. Ich freue mich auf die enge Zusammenarbeit mit Jürg Dinner und wünsche ihm viel Erfolg», wird Rektor Michael Hengartner in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert.

Jürg Dinner löst Christina Hofmann ab, die seit 2006 Delegierte des Rektors für Kommunikation und Leiterin Kommunikation ist. Christina Hofmann wird an der UZH nach zehn Jahren neue Aufgaben übernehmen. «Ich danke Christina Hofmann für ihr Engagement und ihre grossen Verdienste und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr», so Rektor Michael Hengartner.
 

«GO» für digitalen Kulturaustausch

Die ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit fördert die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften und Kulturen. Um über das Angebot von «GO» zu informieren und den sprachkulturellen Austausch digital zu fördern, kreierte Jung von Matt/next eine neue Website.

Der Austausch von Personen aller Bildungsstufen (zum Beispiel Obligatorische Schule, Mittelschulen, Erwachsenenbildung), sei es innerhalb der Schweiz oder über die Landesgrenzen hinaus, gehört zu den zentralen Aufgaben der ch Stiftung. Im Vorfeld des Website-Relaunches wurden die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen mittels qualitativen Interviews erhoben.

Basierend auf den Ergebnissen wurde die neue Website strategisch und kommunikativ auf die einzelnen Bildungsstufen ausgerichtet. Die Informationsarchitektur, das Navigations- sowie das Inhaltskonzept wurden entsprechend in Einklang gebracht. In enger Zusammenarbeit mit den Usability-Experten von Zeix wurde der Webauftritt zudem auf eine hohe Nutzerfreundlichkeit optimiert. Für die technologische Umsetzung der responsive Website setzte Jung von Matt/next das Django Framework sowie Django CMS ein.

Der neue Webauftritt ist ab sofort unter Ch-go.ch abrufbar.

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Verantwortlich bei ch Stiftung: Sandra Maissen (Gesamtverantwortung), Daniel Arber (Gesamtprojektleitung), Silvia Mitteregger (Leitung Bereich ch Austausch), Alain Becker (Leiter Bereich ch Agentur), Clarissa Bräg (Content Managerin), Fabienne Meister (Redaktorin), Reto Gmünder, Tanja Pete, Charlotte-Sophie Joye (Vermittlungsplattformen Schulen), Tibor Bauder, Daniel Graf (Vermittlungsplattform Berufsbildung). Verantwortlich bei Jung von Matt/next: Markus Schärer (Executive Digital Direction), Marco Zimmerli (Creative Direction), Annina Walker (Art Direction), Andrea Klainguti (Screen Design), Tenzin Tibatsang (Screen Design), Sam Sherbini (Konzeption), Amir Ferhatbegovic (Projektleitung), Ralf Brändli, Ursula Christen, Raphael Prader, Simon Caminada, Jonas Grümann (Technologie). Verantwortlich bei Zeix: Sibylle Loetscher (Usability-Beratung).
 

Vierter Kunstpreis der Somedia vergeben

Der vierte Kunstpreis der Somedia geht 2015 an Remo Albert Alig. Mit dem Preis sind eine Publikation und eine Ausstellung in der Stadtgalerie Chur verbunden, die in Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum entstehen.

Somedia unterstützt seit 2006 mit der Aktion «Kunst in der Südostschweiz» das aktuelle Kunstschaffen in der Region und verleihen seit 2012 in Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum einen Kunstpreis. 2015 wird der mit 30’000 Franken dotierte Preis zum vierten Mal vergeben und geht an den Künstler Remo Albert Alig (Bild oben). Alig überzeugte die Jury mit seinem vielschichtigen konzeptuellen Werk, in dem die Materialität der Werke eine tragende Rolle einnimmt. Der Künstler umkreist in seinen Arbeiten Grundfragen der Wahrnehmung, der Sinnkonstruktion und der Wissensproduktion. Wie entziffert der Mensch die Welt? Wie konzipiert sich Sinn in dem, was er liest und in seinem Leben vorfindet? Die Kunstwerke von Remo Albert Alig bringen unsere verinnerlichten Erkenntnisschemata in poetisch-philosophischer Art und Weise durcheinander. Dadurch setzt er einen fruchtbaren Konflikt zwischen Wahrnehmen und Denken in Gang.

Bild-5-Seine-Ufer
Fries, 2005/06; Intervention im öffentlichen Raum, Ile St. Louis, Paris
Inschrift (Alig’05) – gereinigte Oberfläche; 0.3x15m; «In melancholischer
Gebärde strebst du im Milchschleier des Mondes zum Abend. Foto: Remo A. Alig

Bild-9-Schwarzspiegel
Nigredo-Speculum, 2011; Goldrahmen mit Schwarzspiegel; Glas, Inschrift
(Alig’11) graviert, Russ Hinterglas; 93 x 96cm; Foto: ©Ralph Feiner

Das Bündner Kunstmuseum zeigt anlässlich der Verleihung des Somedia-Kunstpreises und im Rahmen seiner «Gastspiele» während der Zeit des Umbaus des Museums eine Ausstellung mit Werken von Remo Albert Alig in der Stadtgalerie Chur (11. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016). An der Vernissage am 10. Dezember 2015 wird das im Somedia Buchverlag erscheinende Kunstbuch über Remo Albert Alig vorgestellt werden.
 

Publicis: Go Live mit Hoststar

Der Schweizer Internetdienstleister Hoststar bietet deshalb mit dem «Designer» ein einfaches Online-Tool für die Erstellung der ersten eigenen Website an. Ein TV-Spot von Publicis bringt den «Designer» nun einem breiten Publilkum näher.

Im Vordergrund steht dabei der Gedanke, dass wir alle immer wieder Neues lernen müssen. Egal, ob es ums Fahrradfahren oder ums Schuhe Binden geht, oft dachte man immer «Das schaffe ich nie». Und immer wieder wurden wir eines Besseren belehrt, waren trotzdem erfolgreich.

Der TV-Spot setzt diesen Insight emotional in Szene: Verschiedene Analogien entführen den Zuschauer auf eine Reise durch die eigene Vergangenheit und machen klar, dass es keinen Grund gibt, sich vor der ersten eigenen Website zu fürchten. Auch der neu entwickelte Claim «Go Live» fordert die Menschen direkt und unverblümt dazu auf, ohne Angst einfach mal loszulegen.

https://www.youtube.com/watch?v=250i9pSrgTw

Der Spot, der die digitale Abenteuerlust in der Schweiz entfachen soll, ist ab Mitte Mai in der ganzen Schweiz zu sehen.

Verantwortlich bei Hoststar: Claude Hofer, CEO. Verantwortlich bei Publicis: Grischa Rubinick (CD), Bruce Roberts (AD), David Lübke (Text), Esther Tabirri, Gina Armellino (Beratung), Cem van der Schaar (Head of TV & Art Buying), Rosas & Co (Filmproduktion), Kronck (Regie)

 

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